BAMF verlegt Berufssprachkurse in virtuelle Klassenzimmer

Bild von Jan Vašek auf Pixabay
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Im aktuellen Trägerrundschreiben (5/2020 für BSK) des BAMF steht geschrieben, dass  für den Unterbrechungszeitraum möglichst alle Berufssprachkurse in virtuellen Klassenzimmern stattfinden sollen. "Für Teilnehmende, deren Kurs nicht im virtuellen Klassenzimmer fortgeführt wird, besteht die Möglichkeit, an den vom BAMF geförderten OnlineTutorien teilzunehmen. Darüber hinaus soll allen Teilnehmenden empfohlen werden, verstärkt die im Internet kostenfrei zur Verfügung gestellten Selbstlernangebote zu nutzen."

Die Anlage 1 befasst sich mit der Umsetzung. Der Unterricht im virtuellen Klassenzimmer soll in Teilzeit stattfinden, damit sich die TN und Lehrkräfte daran gewöhnen können. Das BAMF empfiehlt nicht mehr als 3 Unterrichtseinheiten am Tag. "Ausnahmen sind auf höheren Sprachniveaus möglich (z. B. Kurse im Anerkennungsverfahren für akademische Heilberufe).  Zu Kursende sollen die prüfungsvorbereitenden Unterrichtseinheiten (UE) wieder im Rahmen eines Präsenzunterrichts durchgeführt werden. Hierfür können die Kurse um einen angemessenen Zeitraum, verlängert werden." 

Das BAMF erwartet von der Lehrkraft, dass sie auf einen ausreichenden Sprachanteil der Teilnehmenden im virtuellen Klassenzimmer achtet. Sie aktiviere die Teilnehmenden, verschriftliche Fragen, Erklärungen und schwierige Punkte wie üblich und protokolliere den jeweiligen Lernfortschritt.

Zu Vergütung , Konzept, Konferenzplattformen, Fortbildung, technischer Ausstattung und Vorkenntnissen der Lehrkräfte steht nichts in den acht Anlagen des Trägerrundschreibens. Der vierten Anlage, die sich mit den Tutorien befasst, ist allerdings zu entnehmen, dass die Lehrkräfte für ihre Arbeit als Tutor 35 € pro UE erhalten.

Es ist zweifellos richtig vom BAMF, in der Corona-Krise über digitale Lernformen und sogar über Online-Unterricht nachzudenken. Es muss zuerst abgewartet werden, was noch vom BAMF kommt. Wenn aber nichts oder wenig kommt,  dann wird es allein wegen nicht ausreichender technischer Ausstattung und Kompetenz der TN, Lehrkräfte und auch der Träger nicht gelingen, viele Berufssprachkurse in virtuelle Klassenräume zu verlegen. Zu begrüßen sind auf jeden Fall die Online-Tutorien, für deren Betreuung die Lehrkräfte bezahlt werden.

(as)

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