DaFZ im ZDF

Gestern lief abends zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr  die Sendung "ZDF Zeit" mit dem Titel "Armes Deutschland, reiches Deutschland! Der Vermögenscheck". In der Sendung kam u.a. unsere Kollegin Ulrike Pfeiffer zu Wort, die bis zum Sommer 2019  in der Erwachsenenbildung an einer Volkshochschule in Integrationskursen DaZ als Honorarkraft unterrichtet hat.

Sie berichtete, dass sie zwar die Werte der deutschen Gesellschaft an Migrant*innen vermittele, aber selber am Rande dieser Gesellschaft stehe. Trotz abgeschlossenem Hochschulstudium könne man als DaZ-Lehrkraft hauptberuflich nicht mehr als 1300 - 1400 Euro netto verdienen. Mit diesem Lohn habe sie keinerlei Zukunftsperspektive. Keine Bank würde ihr bei solchem Lohn einen Kredit geben, um sich zum Beispiel eine 1-Zimmerwohnung kaufen zu können. Aus Armut habe sie auch jahrelang nicht in die Rentenversicherung zahlen können. Als sie sich später dann doch bei der Rentenversicherung gemeldet habe, bekam sie eine Nachzahlung von 16.000 Euro. Da drohte ihr die Privatinsolvenz, weil sie die Schulden von ihrem Lohn als Honorarkraft nicht abzahlen konnte.

Jetzt unterrichtet Ulrike befristet festangestellt Migrant*innen an einem Berufsschulzentrum  und verdient 3311 Euro brutto. Sie kann jetzt in kleinen monatlichen Raten ihre Schulden abzahlen und hofft, dass sie sich doch irgendwann ihren Traum von der 1-Zimmerwohnung erlauben kann. Leider ist ihre Festanstellung nur befristet, sodass dieser Traum vielleicht doch nicht in Erfüllung gehen wird.

Bedauerlicherweise wurde Ulrikes Bericht  in der Sendung ZDF Zeit als ein Beispiel gewählt, als   über die besondere Armut in Ostdeutschland berichtet wurde, sodass der Eindruck bei den Zuschauer*innen entstand, dass DaZ-Lehrkräfte nur in Ostdeutschland arm sind. Tatsache ist, dass die Armut der DaZ-Lehrkräfte alle Länder der Bundesrepublik gleichermaßen betrifft.

(clm)