Trotz der hohen Medienaufmerksamkeit für die Themen Migration und Integration werden die Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte in der öffentlichen Debatte oftmals ausgeblendet. Damit fehlt im Diskurs ein entscheidendes Puzzlestück. Denn immer mehr Lehrkräfte verlassen ihren Beruf, sodass schon jetzt ein von der Politik beklagter Mangel an Lehrerkräften für Deutsch als Zweitsprache besteht. Für uns liegt der Zusammenhang auf der Hand: Ohne eine deutliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen kann der Lehrkräftemangel nicht behoben werden und Integration nicht gelingen!


Die Erwachsenen- und Weiterbildung ist geprägt von zersplitterten Strukturen, hoher Fluktuation und prekären Arbeitsverhältnissen. Es mangelt an Räumen zum gemeinsamen Austausch, Mitspracherechten und Institutionen der Interessensvertretung (z.B. durch Betriebs- oder Personalräte). Oft ist nicht einmal ein Lehrerzimmer vorhanden. Umso wichtiger ist es, dass sich Lehrkräfte selbst eine Stimme geben und sich organisieren: An Musikschulen, universitären Sprachlehrzentren oder Volkshochschulen entstehen immer wieder Initiativgruppen und Sprecherteams der Dozierenden, die sich für bessere Arbeitsbedingungen einsetzen. Über diese selbstorganisierten Strukturen kommen freie Lehrkräfte oft auch mit Gewerkschaften in Kontakt. Im Mai 2016 schlossen sich zunächst 20 der so entstandenen Initiativgruppen zum Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte zusammen. Mittlerweile gibt es Ansprechpersonen in bundesweit 70 Städten.


Mit dem Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte wurde eine Plattform geschaffen, durch die wir unsere Position auf Bundesebene gegenüber Medien und Politiker*innen einbringen können. Wir geben fundierte Informationen aus erster Hand, fordern den politisch Verantwortlichen konkrete Stellungnahmen ab und drängen darauf, zeitnah wirksame Maßnahmen zu ergreifen. Das Bündnis dient auch immer mehr Kolleg*innen als Anlaufstelle und Vernetzungsplattform: Hier kommen GEW-Mitglieder, ver.di-Mitglieder und Gewerkschaftslose zusammen.

Die Ehrenamtlichen auf Bundesebene
Die Ehrenamtlichen auf Bundesebene

Vernetzungskarte der lokalen Initiativen