Aktuell


Politisches Gespräch des Bündnisses in Berlin

Zwei Vertreter*innen des Bündnisses sprachen gestern in Berlin mit Dr. Eva Högl, der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der SPD. Frau Dr. Högl gehört u.a. den Bundestagsausschüssen für Inneres und Heimat sowie  für Kultur und Medien an.

 

Das Gespräch war sehr freundlich und offen. Die Vertreter*innen des Bündnisses thematisierten nicht nur die prekäre Lage der Lehrkräfte in den Integrations- und Berufssprachkursen, sondern auch die Qualität der BAMF-Kurse und Lernbedürfnisse der Teilnehmenden. Es wurden die Kernforderungen des Bündnisses erläutert: Erhöhung und Dynamisierung der Trägerpauschale bzw. des Honorars,  Faktorisierung des Unterrichts für Festangestellte, Mindestlohn für Festangestellte,  höhere Qualifikationsstandards für Lehrkräfte usw.

(as)

Politisches Gespräch des Bündnisses in Hannover

Drei Vertreter*innen des Bündnisses führten am 12. Juni in Hannover ein sehr freundliches, offenes und auch produktives Gespräch mit Maren Brandenburger und Christine Strobelt. Frau Brandenburger leitet das Referat  Migration und Teilhabe im niedersächsischen Sozialministerium.

Die Vertreter*innen des Bündnisses schilderten die prekäre Lage der Lehrkräfte in den Integrations- und Berufssprachkursen. Es wurden die Kernforderungen des Bündnisses genannt: Erhöhung und Dynamisierung der Trägerpauschale bzw. des Honorars und Faktorisierung des Unterrichts  für Festangestellte. Ein wichtiger Gesprächspunkt war die letzte Integrationsministerkonferenz in Berlin.

(as)

Aktion von Deutsch-Lehrkräften und Initiativen für die Rechte von Geflüchteten am 20. Juni 2019

Freie Dozent*innen Berlin und viele andere Gruppen und Organisationen rufen zu einer einer Kundgebung am 20. Juni vor dem Bundesinnenministerium auf. In ihrer Pressemitteilung heißt es u.a.:

"Deutsch-Dozent*innen, verschiedene flüchtlingspolitische Initiativen und Vertreter*innen von Gewerkschaften werden am 20. Juni 2019 - dem von den Vereinten Nationen ausgerufenen `World Refugee Day‘ - vor dem Bundesministerium des Inneren (Alt-Moabit 140, 10557 Berlin) protestieren. Unter dem Motto „Solidarität statt BAMF“ soll ein Zeichen für eine solidarische Gesellschaft gesetzt und die Praxis des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) angeprangert werden. Bei der Aktion ist auch geplant, ein großformatiges Zeugnis zu übergeben.

In ihrem Aktionsaufruf weisen die beteiligten Initiativen* darauf hin, dass der Druck auf Geflüchtete zunimmt und das Innenministerium „mit mehr Zwang, Kontrollen und Repression die Zügel anzieht“. Eine besondere Rolle schreiben sie dabei dem BAMF zu, als „Ausdruck und Vollstrecker des Rechtsrucks in Deutschland“.

Mehr als 20.000 Dozent*innen arbeiten derzeit im Auftrag des Innenministeriums / BAMF am Basisspracherwerb der Migrant*innen und Flüchtlinge, v.a. in den sogenannten Integrationskursen. Aber – so die Freien Dozent*innen: „Das BAMF legt uns immer wieder Steine in den Weg. Die derzeitige intransparente Organisation der Kurse und die verschärften Regelungen verlangsamen den Lernprozess, sind unnötig bürokratisch, verunsichernd und berücksichtigen die Lebensrealität der Teilnehmer*innen nicht.“ Stattdessen fordern sie u.a. eine transparente, am Menschen orientierte Verwaltung der Sprachkurse, sowie Integrationskurse, die den spezifischen Lern- und Lebenssituationen der Teilnehmer*innen realistisch

Rechnung tragen."

(as)

Aktion der Dozent*innen in der Jubiläumsnacht der Kölner VHS

Am 24.5. hat die VHS Köln mit einer Jubiläumsnacht ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert. Dozent*innen haben an diesem Abend mit T-Shirts und Flyern unter dem Motto: "Regulär statt prekär" die Kursteilnehmer, die an diesem Abend zur Feier kamen, informiert. Der größte Teil der Teilnehmer hatte keine Ahnung von den Arbeitsbedingungen ihrer Dozenten - aber die Informationen stießen auf großes Interesse. Viele haben sich solidarisiert und die Petition des Bündnisses unterschrieben. Die VHS stellte einen Raum zur Verfügung, in dem die Dozenten ihre Informationen auslegen und auch das Material vergangener Aktionen präsentieren konnten.

(sp)

Besuch des Bündnisses beim Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE)

Am 06.06.2019 waren zwei Vertreterinnen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte in das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen (DIE) in Bonn eingeladen.

Sie wurden dort sehr freundlich von Herrn Prof. Dr. Schrader (Wissenschaftlicher Direktor des DIE, links auf dem Foto) und PD Dr. Schröter (Stellvertretende Abteilungsleitung / Abteilung „Lehren, Lernen, Beraten“) empfangen und über die wissenschaftliche Arbeit des DIE informiert, die u.a. in der projektbezogenen Erstellung unterstützender Angebote für Lehrkräfte besteht.

Außerdem liefert das DIE für den alle zwei Jahre erscheinenden Nationalen Bildungsbericht wichtige Daten. Neben seiner Forschungstätigkeit transferiert das DIE als „Leibniz im Landtag“ und „Leibniz im Bundestag“ seine Forschungsergebnisse in beratenden Gesprächen auch in die Landes- und Bundespolitik.

Die Vertreterinnen des Bündnisses betonten die dringend notwendigen Veränderungen der aktuell schlechten Beschäftigungsbedingungen von DaF/DaZ-Lehrkräften als Grundlage für die Entwicklung von zukunftsfähigen Konzepten der gesellschaftlich hochrelevanten Integrationsaufgabe.

Ein weiterer Schwerpunkt des Austauschs stellte das zum 01.04.2019 gestartete Projekt COLD dar, in dem es um die Identifizierung und Anerkennung der professionellen Kompetenzen von Lehrkräften in Schule und Erwachsenenbildung beim Unterrichten von Deutsch als Zweitsprache geht. Im Rahmen dieses Forschungsprojekts werden die Lehrkräfte als auch deren Schüler/Teilnehmer befragt und sowohl die Beschäftigungsstrukturen der Lehrkräfte als auch die persönlichen Situationen der Schüler/Teilnehmer untersucht.

(uw/as)

Protokoll der letzten Integrationsministerkonferenz: Kein Wort über die Lehrkräfte

Anfang April fand in Berlin die 14. Integrationsministerkonferenz statt. Ihren Schwerpunkt bildeten die Integrationskurse bzw. eine Qualitätsoffensive in diesen und anderen Bundeskursen.

Im Protokoll befinden sich einige Beschlüsse bzw. Ideen bezüglich dieser Kurse. Leider steht dort kein einziges Wort über die Lehrkräfte in diesen Kursen, obwohl ihre prekäre Lage laut Senatorin Elke Breitenbach, der Vorsitzenden der 14. Integrationsministerkonferenz, auf der Konferenz thematisiert werden sollte. 

Bezüglich der Deutschkurse wurde u.a. folgendes beschlossen: 

- Für Teilnehmende ohne Schulabschluss oder Berufsausbildung sollte eine grundsätzliche Anhebung der Stundenzahl der Integrationskurse auf 900 Unterrichtsstunden erfolgen. entsprechend zu überarbeiten und zu erweitern.

(as)

 

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Grüner Kommentar zur Antwort der Bundesregierung: Prekäre Lage der Lehrkräfte wird heruntergespielt

Filiz Polat, die integrationspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der Grünen und Initiatorin der Kleinen Anfrage "Qualitätsoffensive bei den Integrationskursen starten", hat ihren Kommentar zu der Antwort der Bundesregierung veröffentlicht. In dem Teil zu den prekären Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte  steht folgendes geschrieben:

"Prekäre Lage der Lehrkräfte wird heruntergespielt

Die Bundesregierung nimmt die äußerst prekäre Lage der Lehrkräfte bei den Integrationskursen in Kauf und misst ihnen auch nur einen sehr geringen Stellenwert bei. Damit wird wohl der wichtigste Teil der Integrationsarbeit, der Spracherwerb, auf dem Rücken der Lehrkräfte und auf Kosten der Geflüchteten ausgetragen. Die Gesundheit der Lehrkräfte und die Unterrichtsqualität bleiben auf der Strecke, damit wird auch das für die Gesellschaft so wichtige Projekt "Integration" gefährdet. Eine echte Qualitätsoffensive bei den Integrationskursen kann es nur geben, wenn die Lehrkräfte angemessen bezahlt werden.

Fragen 25 – 43: Prekäre Situation der Lehrkräfte

Die prekäre Situation der Lehrkräfte wird ignoriert, Effizienz des Angebots ist wichtiger. 

Die Bundesregierung möchte nicht beantworten warum Lehrkräfte, die Erstorientierungskurse geben, schlechter gestellt werden als diejenigen, die Integrationskurse unterrichten. Das BAMF, BMI und auch BMAS weisen den Wunsch nach Mindestgehalt und anderen Standards immer mit dem Hinweis auf Tarifautonomie zurück. (25d).

(as)

 

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Bundesregierung nennt hanebüchene Zahlen zum Einkommen der Integrationskursleiter*innen

Die Bundesregierung antwortete vor einigen Tagen auf die Kleine Anfrage der Grünen "Qualitätsoffensive bei den Integrationskursen starten" , in der es auch um die Einkommensverhältnisse und Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte ging.

In der Antwort der Bundesregierung werden falsche Zahlen zum Einkommen der Honorarlehrkräfte genannt: "Bei einem Mindesthonorar von 35 Euro pro Unterrichtseinheit (UE) und 25 UE pro Woche ergeben sich monatliche Brutto-Einnahmen von rund 3 790 Euro (35 Euro x 25 UE x 13 Wochen pro Quartal/drei Monate im Quartal)." (S. 29)

Das von der Bundesregierung angegebene Brutto-Einkommen  hat nichts mit der Realität zu tun, denn die Bundesregierung geht davon aus, dass eine Honorarlehrkraft 52 Wochen, also 260 Tage arbeitet und verdient. Die Bundesregierung berücksichtigt weder die Feiertage noch Urlaub noch Krankheitstage. Die selbstständigen Lehrkräfte bekommen kein Honorar für diese Tage. Nach Berechnungen des Bündnisses erhält eine Honorarkraft in BAMF-Kursen in Vollzeit (25 UE pro Woche) bestenfalls ca. 3000 €. Netto bleiben also ca. 1500 € monatlich, falls man keine Pausen zwischen den Kursen hatte, nicht zu lange krank war und nicht zu hohe Betriebskosten hatte usw. 

(as)

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Umfrage zu Integrationskursen aus der Sicht der Lehrkräfte

Ein DaFZ-Lehrer und Doktorand (Uni Hannover) bittet um Unterstützung bei seiner Umfrage "Die Sache mit den Integrationskursen aus Sicht der Lehrenden".

 

Die Daten werden für die Verfassung eines Artikels zum Thema "Integrationskurse aus Sicht der Lehrenden" benötigt. Das Ergebnis wird dem Bündnis zur Verfügung gestellt und auch hier veröffentlicht.

 

Der Fragebogen gliedert sich in drei Bereiche: allgemeine Angaben, Fragen zu Praxiserfahrungen und Fragen zur Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren im Integrationsprozess. Der anonyme Fragebogen kann in wenigen Minuten ausgefüllt werden.

(as)

DVV wählt neuen Vorstand und beschließt die Weimarer Erklärung

Der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) wählte Annegret Kramp-Karrenbauer erneut zu seiner Präsidentin. In diesem Ehrenamt betrachtet sie sich "vor allem als Türöffnerin, um die Volkshochschulen ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.“

Die am 8. Mai in Weimar stattgefundene Mitgliederversammlung der 16 vhs-Landesverbände wählte Martin Rabanus (medienpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion) zum neuen DVV-Vorsitzenden.

Sein Vorgänger, Dr. Ernst Dieter Rossmann (Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung), musste das Amt des DVV-Vorsitzenden nach drei Amtsperioden satzungsgemäß abgeben. Rossmann wurde einstimmig zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Als stellvertretende Vorsitzende wurden Susanne Deß (Mannheimer Abendakademie) und Winfried Ellwanger (VHS im Landkreis Cham) bestätigt. Heike Richter, Leiterin der Leipziger VHS, bleibt im Vorstand als Beisitzerin. Neuer Beisitzer ist Winfried Krüger (VHS Ammerland). Klaus Hebborn, Beigeordneter für Bildung, Kultur, Sport und Gleichstellung beim Deutschen Städtetag, vertritt weiterhin die kommunalen Spitzenverbände im DVV-Vorstand.

Der DVV verabschiedete auf seiner Versammlung auch "Die Weimarer Erklärung, zusammeleben. zusammehalten." In der Resolution wird u.a. folgendes erklärt und gefordert:

(as)

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Stuttgart: Gespräch des Bündnisses im Ministerium

Am 30.04.2019 führten Vertreterinnen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte ein Gespräch im Ministerium für Soziales und Integration mit Herrn MR Lottermann und Frau MR´in Hesse-Dahlheimer. In der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart leiten sie das Referat „Integration durch Sprache und Teilhabe“.

Landesminister für Soziales und Integration ist Manne Lucha, der sein Amt seit 3 Jahren bekleidet und dessen Ministerium gemeinsam mit dem Landesbeirat für Integration als Jury diesjährig erstmals einen Integrationspreis des Landes vergeben wird. Dabei werden Initiativen, Kommunen, Projekte und Aktivitäten ausgezeichnet, die sich um Integration und das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte im Lande verdient gemacht haben.

Das Bündnis schilderte im Rahmen der Daueraufgabe Integration, für die es der Dauerstellen bedarf, die Arbeitsbedingungen einer DaFDaZ-Lehrkraft.Damit wurde eine neue, bisher unbekannte Sicht auf das Lehren in der Erwachsenenbildung deutlich und schuf eine Sensibilisierung für unsere Arbeitsbedingungen. Beide Seiten waren sich einig, dass der Bereich Erwachsenenbildung gestärkt werden und die Arbeit der Lehrkräfte mehr Anerkennung erfahren muss. Das Gespräch fand in freundlicher und sachlicher Atmosphäre statt.

(lge/chh)

DaF/DaZ und VHS-Dozent*innen im ARD-Mittagsmagazin

Das ARD-Mittagsmagazin befasst sich in seinem Beitrag  "Bildung zum Schnäppchenpreis" nicht nur mit dem 100-Jahre-Jubiläum der VHS, sondern auch mit der prekären Lage der VHS-Dozent*innen. 

Im ersten Teil kommt Ulrike Pfeifer, eine Leipziger DaFZ-Kollegin und Mitglied des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte zu Wort. Sie weist auf das sehr niedrige Einkommen der Lehrkräfte hin, von dem sich kaum leben lasse. Um dies zu kompensieren seien viel Kolleg*innen gezwungen, 40 und mehr Unterrichtsstunden zu geben, was aber gesundheitlich nicht lange gut gehen könne. Die Kollegin betonte auch, dass die meisten Kolleg*innen im Ruhestand auf die Grundsicherung angewiesen sein würden. "Wir helfen bei der Integration, sind aber selbst sozial nicht integriert, Das ist bitter." fasst die Kollegin zusammen.

Im zweiten Teil wird Annegret Kramp-Karrenbauer, die CDU-Chefin und Präsientin des DVV (Deutscher Volkshochschulverband), interviewt. Auf die mehrfach wiederholte Frage, warum denn hochqualifiziere Lehrkräfte so schlecht ("nicht weit von Hartz IV") bezahlt würden, räumt sie ein, dass die Lage der Lehrkräfte unbefriedigend sei. Es werde daran gearbeitet, ihre Situation und generell die finanzielle Ausstattung der VHS zu verbessern, dies sei aber eine Gemeinschaftsaufgabe (Bund, Länder, Kommunen) und sei nicht von heute auf morgen zu lösen. 

(as)

Was in Sprachkursen für Flüchtlinge schiefläuft.

Die FAZ befasst sich erneut mit den nicht guten Bestehensquoten in den Integrationskursen. In dem Artikel "In Sprachkursen für Flüchtlinge läuft einiges schief" geht es um Ursachen. Diesmal kommen  Sprachlehrer*innen zu Wort.

Einige meinen,  viele Flüchtlinge  würden in die falschen Kurse eingeordnet und seien überfordert. Die Einstufung sei noch wichtiger geworden, weil die Zahl der Analphabeten in den Integrationskursen des Bamf mit dem großen Flüchtlingszustrom seit dem Jahr 2015 deutlich gestiegen sei.

Laut einer Kollegin aus München ist es sehr problematisch, dass Teilnehmer mit ganz unterschiedlichen Bildungsniveaus im gleichen Kurs sitzen würden.

Einige Sprachlehrer*innen sind der Ansicht, dass es um Disziplin zum Teil nicht gut bestellt sei und Sanktionsmöglichkeiten fehlten. Es wird aber betont: „Die meisten wollen lernen und strengen sich an.“

Am Ende geht die FAZ auf die Einkommensverhältnisse der Lehrkräfte ein: "Und noch ein Punkt brennt vielen Lehrkräften unter den Nägeln: Sie finden, dass sie für ihre Arbeit zu schlecht bezahlt werden. .... Viele Lehrkräfte hingegen klagen, dass nach dem Abzug der Kranken- und Rentenversicherungsbeiträge wenig übrig bleibe und sie 40 Stunden in der Woche unterrichten müssten, um über die Runden zu kommen. Darunter leide die Qualität, weil keine Zeit für die Vor- und Nachbereitung bleibe."

 (as)

1. Mai-Demo in Stuttgart: Gute Arbeit!

In Stuttgart marschierten am 1. Mai auch Lehrkräfte für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache mit.

 

Sie demonstrierten für gesellschaftlichen Zusammenhalt und sozialen Fortschritt in Deutschland: für Gute Arbeit, gute Einkommen und Arbeitsbedingungen, mehr Tarifbindung und eine Rente, die für ein gutes Leben reicht.

 

"Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften haben „Gute Arbeit“ zu ihrem Leitbild für die Entwicklung der Arbeitswelt gemacht. Gute Arbeit bedeutet: faires Einkommen, berufliche und soziale Sicherheit sowie Arbeits- und Gesundheitsschutz, der hilft, gesund das Rentenalter zu erreichen. Weitere Aspekte Guter Arbeit sind ein respektvoller und wertschätzender Umgang zwischen den Beschäftigten einschließlich der Vorgesetzten, umfassender und klarer Informationsfluss, ausgewogene Arbeitszeiten und gute betriebliche Qualifizierungs- und Entwicklungsmöglichkeiten. Auch Arbeitnehmermitbestimmung ist elementarer Bestandteil des Leitbilds."

(as)

 

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1. Mai-Demo in Bonn: Schluss mit Honorarprekariat!

An der 1. Mai-Demonstration in Bonn nahmen auch Kolleg*innen vom Bonner Offenen Kreis, der Bonner Gruppe des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte, teil.

 

Auf der zentralen Kundgebung hielt eine Vertreterin des BOK eine Rede. Nachdem sie die große Bedeutung der Arbeit der DaFZ-Lehrkräfte für den für die Gesellschaft und die Zukunft so wichtigen Prozess der Integration erklärt hatte, wies sie auf die prekären Arbeitsbedingungen hin, unter denen die DaFZ-Lehrkräfte im Auftrag des Staates arbeiten. Der Staat entziehe sich seiner sozialen Verantwortung für die Lehrkräfte. 

 

Die Kollegin betonte, dass die Honorarlehrkräfte kein Urlaubsentgelt erhalten und gar kein Geld bekommen, wenn sie krank sind. Das Einkommen sei so niedrig, dass Altersarmut vorprogrammiert sei. Diese prekären Arbeitsverhältnisse seien auch Ausdruck einer strukturellen Diskriminierung der Frauenerwerbstätigkeit, denn 80 % der DaFZ-Lehrkräfte seien Frauen. Unter großem Applaus des Publikums forderte die Kollegin faire Arbeitsbedingungen statt Honorarprekariats.

                                                                                                                                      (as)  

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1. Mai-Demo in Hamburg: Unser Lohn ist ein Hohn!

In Hamburg nahmen heute ca. 50 Erwachsenenbildner*innen an der 1. Mai-Demo teil. Das Motto des von der GEW-Fachgruppe Erwachsenenbildung organisierten Protests lautete dieses Jahr "Unser Lohn ist ein Hohn!"

In seiner Rede sagte Dirk Mescher, Geschäftsführer der GEW Hamburg: "Viele von den Beschäftigten in der Erwachsenbildung  arbeiten zu Löhnen oder Honoraren, mit denen sie sich in Hamburg kaum und schon gar nicht eine Familie ernähren können. Bei Angestelltenverträgen müssen viele skandalös viele Unterrichtstunden geben, ohne Zeit, den Unterricht vor- oder nachzubereiten. Zudem sind die Verträge in der Regel befristet, auch wenn es um Regelaufgaben des Betriebes geht.Das ist ein Skandal! Und dagegen wollen wir unseren Protest öffentlich machen."

Er forderte:

- feste, unbefristete Arbeitsverträge mit auskömmlichen Arbeitsbedingungen und Bezahlung deutlich oberhalb des Mindestlohns in der Weiterbildung, 

- nicht mehr als 26 Unterrichtsstunden für eine volle Stelle,

- für alle hauptberuflichen Honorarkräfte  in der Weiterbildung sofort mindestens 38 € Honorar,

Mittelfristig verlangt die Fachgruppe ein Einstiegsgehalt für Beschäftigte in der Weiterbildung in Höhe von 3202 € und für hauptberufliche Honorarkräfte  54 € Mindesthöhe.

(as)

35 Jahre Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung

Der Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung (BVAG) feierte vor drei Wochen sein 35-jähriges Bestehen. 

In seinem Grußwort setzt sich Ansgar Klinger,  im Hauptvorstand der GEW für Berufliche Bildung und Weiterbildung zuständig, für  Recht auf Grundbildung, Schaffung flächendeckender und nachhaltig finanzierter Strukturen der Grundbildung und Verbesserung der Beschäftigungsverhältnisse in der Grundbildung ein.

"Wir brauchen eine Professionalisierung des Personals in der Grundbildung. ... Eine Erkenntnis besteht u.a. darin, dass Professionalisierung mit Verberuflichung, mit Institutionalisierung und Verrechtlichung verbunden ist. Profession und gute Arbeit in der Weiterbildung sind also zwei Seiten ein und derselben Medaille. Dazu gehört für uns:

- feste Stellen für Daueraufgaben! Daher wenden wir uns gegen eine „Projekteritis“ in der Weiterbildung im Allgemeinen und der Grundbildung im Besonderen. Die gesellschaftliche Daueraufgabe Grundbildung muss mit verlässlichen Strukturen und festen Stellen ausgestattet werden. 

- Projekte nur dort, wo tatsächlich etwas erforscht oder innovativ entwickelt werden soll! Ein Großteil der heute in Projekten der Grundbildung geleisteten Arbeit ist zu verstetigen und dementsprechend mit festen Stellen auszustatten."

Laut Klinger sollte die Förderung von Grundbildung auch ein Teil der „Nationalen Weiterbildungsstrategie“ sein.

(as)

Anfrage im Bundestag thematisiert die Lage der Lehrkräfte in Integrationskursen

Die Bundestagsfraktion "Bündnis 90/Die Grünen erkundigt sich in ihrer Kleinen Anfrage "Qualitätsoffensive bei den Integrationskursen starten" nach Teilnahmeberechtigungen, Bestehensquoten, sozialer Begleitung, der Sanktionierung der Teilnahmepflicht  und vor allem nach dem Projekt "Evaluation der Integrationskurse".

Die Grünen stellen der Bundesregierung auch viele detaillierte Fragen zur Situation der Lehrkräfte und beziehen sich dabei mehrmals auf das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte.

Die Grünen fragen beispielsweise, wie viele Lehrkräfte festangestellt und wie viele freiberuflich seien, wie viele Stunden sie arbeiten würden, und wie hoch ihr Einkommen sei. Die Fraktion möchte wissen, ob das Mindesthonorar wegen des erhöhten Mindestlohns in der Weiterbildung nicht auf 38 € angehoben werden müsste und warum keine Dynamisierung des Mindesthonorars eingeführt werde.  

Die Abgeordneten erkundigen sich auch danach, ob die Bundesregierung eine vertraglich vorgesehene Arbeitsleistung von 40 UE für zulässig bzw. für sachgerecht halte und ob sie bei solchen Arbeitsverträgen eine Gefahr des Unterlaufens des Mindestlohns sehe.

Die Bundesregierung wird auch nach ihrer Bewertung einer einheitlichen Faktorisierung bei Festanstellung als Instrument zur Verhinderung der Umgehung des Mindesthonorars gefragt. 

(as)

 

Schon die Petition unterschrieben?

Schon über 2500 Menschen unterstützen die vor drei Wochen gestartete Petition des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte "Gebt der Erwachsenen- und Weiterbildung eine Zukunft" .

 

Anlässlich des 100-Jubiläums der VHS fordert das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte neben einer besseren Finanzierung der Erwachsenen- und Weiterbildung auch eine Qualitätsoffensive für die Volkshochschulen, die konsequent beim Personal ansetzt:

 

- erhebliche Erhöhung der Honorare (orientiert an TVöD E 12)
- grundsätzlich feste Stellen für alle Daueraufgaben in der VHS, bei Lehrkräften nach TVöD E 12.

 

Kreidefresser bietet gutes Material zur Verbreitung der Petition an. 

(as)

Hamburger VHS-Dozent*innen fordern höhere Honorare

Die aktuelle hlz, die Zeitschrift der Hamburger GEW, berichtet über die 100-Jahre-Feier der VHS Hamburg und über den Brief der Vertretung der Kursleitenden, der beim Senatsempfang anlässlich des Jubiläums der VHS  unter anderem an Bürgermeister Peter Tschentscher und an Annegret Kramp-Karrenbauer als Präsidentin des Volkshochschulverbandes übergeben wurde.

"Die Kursleitenden der Hamburger VHS fordern deshalb die Anhebung ihrer Honorare auf € 35,00 pro Unterrichtseinheit, wie sie in BAMF-finanzierten Deutschkursen sowie an einigen anderen Volkshochschulen bereits Realität sind, sowie Zuschüsse zur sozialen Absicherung, d. h. Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung und Honorarfortzahlung im Krankheitsfall für arbeitnehmerähnliche Personen. Bereits heute gelten viele Kursleitende gemäß der Definition des Bundesurlaubsgesetzes als „arbeitnehmerähnliche Person“, was an etlichen deutschen Volkshochschulen wie auch in Hamburg zur Zahlung von Urlaubsentgelt geführt hat."

An der VHS Hamburg werden die Honorare jährlich angepasst. 2019 und 2020 werden sie um 1,5 % erhöht. Trotzdem bleiben sie deutlich unter 30 € und liegen damit weit unter dem deutschen Durchschnittsnettoeinkommen. 

(as)