Aktuell


100 Jahre VHS - Festakt in Frankfurt

Gestern fand in der Frankfurter Paulskirche der zentrale Festakt zum 100-jährigen Jubiläum der Volkshochschulen statt. Sowohl Annegret Kramp-Karrenbauer, die Präsidentin des DVV und Vorsitzende der CDU, als auch Andreas Voßkuhle, der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, sprachen über die große Bedeutung der Weiter- und Erwachsenenbildung. Sie unterstrichen die große Rolle der Integrationskurse. Andreas Voßkuhle wies darauf hin, dass die Weiter- und Erwachsenenbildung ein gleichberechtigter Teil des Bildungssystems ist. Er betonte auch die große Bedeutung der politischen Bildung für unsere demokratische Gesellschaft.

In den Festreden wurden auch Kursleiter*innen mehrfach erwähnt. An dem Festakt nahm auch eine Delegation (Foto) des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte teil. Sie war vom DVV eingeladen worden.

Über den Festakt wurde u.a. in der Tagesschau berichtet.

Im Anschluss an den Festakt nahmen die Delegierten des Bündnisses an einem Arbeitstreffen in den Räumen der GEW teil 

(as)

100 Jahre VHS - GEW: „Mehr Geld – bessere Arbeitsbedingungen in der Erwachsenenbildung"

Die GEW fordert in ihrer Pressemitteilung anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der VHS von Bund, Ländern und Kommunen erheblich mehr Geld für die öffentlich finanzierte Weiterbildung. "Nur so können die öffentliche Verantwortung und die vor hundert Jahren in der Weimarer Reichsverfassung verankerte Förderung der Erwachsenenbildung angemessen wahrgenommen werden“, sagte Ansgar Klinger, für Berufs- und Weiterbildung verantwortliches Vorstandsmitglied der GEW. Die bessere Finanzierung sei zugleich eine wesentliche Voraussetzung, die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten endlich zu verbessern. „Die Folgen der schlechten Finanzierung: Die Zahl der hauptberuflichen pädagogischen Mitarbeiter an den Volkshochschulen sinkt, während der Angebotsumfang steigt. Die Arbeitsverdichtung führt zu Burnout sowie zunehmend psychischen und allgemeinen Erkrankungen. 87 Prozent der Beschäftigten arbeiten als selbstständige Honorarkräfte: Ihre Honorare sind überwiegend zu niedrig und oft weder der Leistung noch der Qualifikation angemessen.“ 

(as)

100 Jahre VHS – ver.di kritisiert Arbeitsbedingungen als „Skandal im öffentlichen Auftrag“

Aus Anlass des heutigen 100-jährigen Jubiläums der Volkshochschulen fordert ver.di in ihrer Pressemitteilung eine höhere Bezahlung, soziale Sicherheit sowie Recht auf Mitbestimmung für VHS-Dozent*innen. Lehrkräfte, die 35 Jahre vollbeschäftigt für die VHS gearbeitet hätten, kämen auf eine Rente von maximal ca. 600 Euro. 100 Jahre Volkshochschulen seien nicht nur ein Grund zum Feiern: „Die Arbeitsbedingungen an den Volkshochschulen sind ein Skandal im öffentlichen Auftrag. Lehrende können jederzeit Verdienst einbüßen oder ganz ohne Arbeit dastehen. Obwohl sie im Dauereinsatz für die VHS sind, erhalten viele nur Honorarverträge für wenige Wochen. Bei Krankheit oder in Elternzeit gibt es kein Recht auf Weiterbeschäftigung und wenn die Arbeit weg ist, dann gibt es kein Arbeitslosengeld. Selbst in den besser bezahlten Integrationskursen bleiben vollbeschäftigten Lehrkräften nach Abzügen nur etwa 1.600 Euro zum Leben und nach 35 Arbeitsjahren eine Rente von nicht mehr als 600 Euro. Der öffentliche Dienst muss seine freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sozial besser absichern.“ sagt ver.di-Bundesvorstandsmitglied Ute Kittel.

(as)

 

Bericht von der Supervisionsgruppe 2018 in Stuttgart

Von Februar bis Oktober 2019 wird in Stuttgart eine Supervisionsgruppe für freie DaF-Lehrkräfte angeboten. Die Anmeldung ist bis zum 06.02.2019 noch möglich. Auf kreidefresser.org steht nun ein Bericht aus der Supervisionsgruppe 2018 online:

 

„Ein Ventil haben, auch mal Dampf ablassen und Emotionen zeigen können“, „erleben, dass andere die gleichen Probleme haben und man gemeinsam Lösungen finden kann“ oder „neue Sichtweisen und Haltungen zu schwierigen Fällen gewinnen“, lauten einige Aussagen von Teilnehmerinnen zur Supervision, die die GEW erstmalig DaF/DaZ-Lehrkräften von Sprach- und Integrationskursen im Raum Stuttgart ermöglichte. (...)

Die Gruppe wurde von einer erfahrenen Supervisorin begleitet, welche solche Gruppen normalerweise im Schulbereich im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements anbietet. Von derartigen Angeboten können Honorarlehrkräfte dagegen nur träumen. Sie nehmen bei ihren Auftraggebern nicht einmal an Übungen im Brandfall oder Erste-Hilfe-Schulungen teil.

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Die CDU fordert eine Weiterbildungswende

Anfang Dezember beschloss der Bundesparteitag der CDU den Aufbau einer bundeseinheitlichen Plattform, die allen Bürger*innen den Zugang zu modularen und interaktiven Bildungsangeboten ermöglichen soll. "Um den Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zu den Weiterbildungsangeboten zu erleichtern, wollen wir eine bundeseinheitliche Plattform schaffen, die allen Interessierten  ein modulares und interaktives Lernen (MILLA) ermöglichen will. Sie wird vom Bund betrieben und soll neutral ausgerichtet sein. Diese neue nationale Plattform steht allen Weiterbildungsträgern offen, so dass sie dort ihre Offline- und Onlineangebote anbieten können. Der Zugang der Weiterbildungsträger zur Plattform ist kostenlos, vorab wird ihre Seriosität jedoch überprüft, indem die Anbieter mit einem bundeseinheitlichen Prüfsiegel zertifiziert werden."

Seit über einem Monat wird über den Beschluss intensiv diskutiert. Ist das MILLA -  „Modulares Interaktives Lebensbegleitendes Lernen für Alle" - eine sinnvolle Reform, ein Hirngespinst oder eine Utopie? Was bedeutet es für die Lehrkräfte? Dokumente, Stellungnahmen und Stimmen zu diesem Thema werden von wb-web gesammelt. Es wird auch ein Diskussionsforum angeboten.

(as)

Politisches Gespräch des Bündnisses in Nürnberg

Zwei Vertreter*innen des Bündnisses führten am 08. Januar in Nürnberg ein sehr freundliches, konstruktives und auch produktives Gespräch mit Gabriela Heinrich (SPD). Frau Heinrich gehört u.a. den Bundestagsausschüssen für Inneres und Heimat sowie für Menschenrechte und humanitäre Hilfe an.

Die Vertreter*innen des Bündnisses schilderten die prekäre Lage der Lehrkräfte in den Integrations- und Berufssprachkursen. Es wurden die Kernforderungen des Bündnisses genannt: Erhöhung und Dynamisierung der Trägerpauschale bzw. des Honorars und Faktorisierung des Unterrichts  für Festangestellte. Es wurde darüber diskutiert, wie diese Ziele zu erreichen sind. Ein wichtiger Gesprächspunkt war auch die Qualität der  BAMF-Kurse.

(as)

 

Erhöhung der Honorare an den Bremer VHSen

Für die Honorarlehrkräfte an den Bremer VHSen gilt ab dem 9.1.19 ein Mindesthonorar von 23 € / (UE) Unterrichtsstunde, das am 1.1.2020 auf 25 € erhöht wird. Bis 2023 soll das Mindesthonorar auf 31 € gesteigert werden. Dazu sollen jährliche Erhöhungen mindestens entsprechend der Tarife für den kommunalen öffentlichen Dienst (TVÖD) erfolgen. Nach Auffassung vom GEW-Landesvorstandssprecher Christian Gloede schaffen diese Maßnahmen "für die freiberuflichen VHS-Kolleginnen und -Kollegen eine finanzielle Sicherheit und Perspektive.“  Den jetzt beschlossenen  Honorarerhöhungen ist eine lange Phase der Mobilisierung und der Verhandlungen vorangegenagen. Siehe hier.

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Bundesregierung antwortet auf AfD-Anfrage zu Integrationskursen

Das BAMF  führt "regelmäßige, unangekündigte, verdachtsunabhängige Vor-Ort-Kontrollen von Integrationskursträgern durch", heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD.  Es werde bei den  Kurskontrollen die Einhaltung aller Vorgaben überprüft. Dazu zählten auch inhaltliche Aspekte: Die Kursinhalte von Integrationskursen seien durch die Curricula der Integrationskurse verbindlich vorgegeben. Lehrwerke, die in den Integrationskursen kurstragend eingesetzt werden, müssten diesen Curricula entsprechen und würden insbesondere unter diesem Aspekt vom BAMF zugelassen.

In der Kleinen Anfrage hatte sich die Fraktion auf einen Bericht der "Bild" berufen, lauf dessen "der Bundesregierung Erkenntnisse darüber vorliegen, dass insgesamt 14 von 488 Trägern von Integrationskursen durch verfassungsfeindliche Inhalte aufgefallen sind". Die Bundesregierung widerspricht, es lägen ihr "keine Erkenntnisse darüber vor, dass Träger von Integrationskursen durch verfassungsfeindliche Inhalte aufgefallen sind". Vielmehr seien bei einer Überprüfung von Integrationskursträgern "bei 14 Trägern im Rahmen eines automatisierten Verfahrens Erkenntnisse festgestellt worden, die derzeit näher überprüft werden".

Schon im Sommer hatte die AfD eine Kleine Anfrage zu Erfolgsquoten und Kurskontrollen gestellt. Hier im Blog war auch über die sehr interessante Antwort der Bundesregierung berichtet.

Rückenstärkung für DaF-Lehrkräfte: Supervisionsgruppe 2019 in Stuttgart

Freie Lehrkräfte haben keinen Zugang zum betrieblichen Gesundheitsmanagement. Dabei sind gerade Lehrkräfte im Deutschbereich mit hohen Belastungen konfrontiert. Diese Problematik greift die GEW Baden-Württemberg auf und bietet zum zweiten Mal eine Supervisionsgruppe für freiberufliche DaF-Lehrkräfte in Stuttgart an. Die Gruppe wird von einer professionellen Supervisorin begleitet - für die meisten Lehrkräfte eine einmalige Gelegenheit.

 

Die Anmeldung ist noch bis 06.02.2019 möglich:

www.gew-bw.de/supervision

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Mindestlohn in der Weiterbildung

Seit 2012 hat die GEW - neben den Tarifverträgen im Öffentlichen Dienst  - auch bundesweite Tarifverträge für die Weiterbildungsbranche abgeschlossen. Der allgemeinverbindliche Mindestlohn gilt für pädagogisches, angestelltes Personal. Die Gewerkschaften GEW und ver.di haben einem neuen Mindestlohn (in den meisten Fällen 15,79 Euro/Std.) bereits im Juli 2018 zugestimmt. Aber bei der Verordnung des Bundesarbeitsministeriums zum Mindestlohn in der Weiterbildung für 2019 gibt es leider Verzögerungen, für die die Bundesregierung verantwortlich ist.

Offenbar dauert die Abstimmung der beteiligten Ministerien länger als sonst, und zwar zu lange. Die Verordnung kann deshalb noch nicht am 1.1.2019 in Kraft treten. Die GEW  geht aber davon aus, dass sie kommen und rückwirkend gelten wird.

 

(lg)

Zusammenfassung: Anhörung im Bundestag über die Versicherungspflicht für Solo-Selbst­ständige am 8.10.18

Der Ausschuss für Arbeit und Soziales im Bundestag hat in einer öffentlichen Anhörung am Montag, 8. Oktober 2018, über die Versicherungspflicht für Selbstständige in der Kranken- und Rentenversicherung diskutiert. Die Mehrheit von Sachverständigen begrüßte die Versicherungspflicht, auch wenn Details zu der Ausgestaltung noch ausstanden.

Zur Debatte stand ein Antrag der Fraktion Die Linke (19/1034) für eine bessere soziale Absicherung von Solo-Selbstständigen. Die  Linke setzt sich unter anderem dafür ein, alle bisher nicht abgesicherten Selbstständigen in die Versicherungspflicht der gesetzlichen Rente einzubeziehen. Die Rentenbeiträge der Selbstständigen sollen sich dabei nach derem tatsächlichen Einkommen (Gewinn vor Steuern) richten. Zur Vermeidung von Altersarmut verlangen die Abgeordneten die Fortführung der Rente nach Mindestentgeltpunkten, also eine Erhöhung der Entgeltpunkte unter bestimmten Bedingungen, und die Einführung der Solidarischen Mindestrente.

 

Die Sachverständigen äußerten sich grundsätzlich positiv: Solo-Selbstständige hätten einen hohen Schutzbedarf, führte Markus Hofmann vom  Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) aus. Es mache darüber hinaus grundsätzlich Sinn, alle Erwerbstätigen in die sozialen Sicherungssysteme mit einzubeziehen. Die Notwendigkeit einer Versicherungspflicht gibt es auch aus Sicht der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA). Deren Vertreter Gerald Friedrich merkte jedoch an, dass es den Selbstständigen freigestellt sein solle, ob sie eine private oder gesetzliche Kranken- und Rentenversicherung wählen. Reinhold Thiede von der Deutschen Rentenversicherung Bund betonte, der Anteil von Selbstständigen, die später Grundsicherung im Alter bekämen, sei überproportional hoch. Deshalb sei eine Versicherungspflicht sinnvoll. Die Unterscheidung in Solo-Selbstständige und Selbstständige bezeichnete er jedoch als nicht praktikabel, da es für die Rentenversicherung einen ungeheuren Aufwand bedeute, regelmäßig zu prüfen, ob jemand solo-selbstständig oder selbstständig sei, so Thiede.

 

(lg)

Löhne und Steuereinnahmen steigen, Schulden sinken, die Lage der DaFZ-ler bleibt prekär

Laut FAZ können sich die öffentlichen Kassen und die deutschen Arbeitnehmer  über den langen Wirtschaftsaufschwung in Deutschland gleichermaßen freuen. 

Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen hätten Ende September 2,3 % oder 45 Milliarden € Schulden weniger als ein Jahr zuvor.

Die Reallöhne der Deutschen seien im dritten Quartal um 1,5 Prozent so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr gewachsen. Überdurchschnittlich hohe Zuwächse gab es laut FAZ im dritten Quartal für die Beschäftigten im Grundstücks- und Wohnungswesen mit 7,2 % sowie im Bereich Kunst, Unterhaltung und Erholung (+6,4) und Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung, Beseitigung von Umweltverschmutzungen (+5,1). Unterdurchschnittlich sei das Plus im Bereich Erziehung und Unterricht (+2,4) sowie bei sonstigen Dienstleistungen (+2,1) ausgefallen.

Das Handelsblatt berichtet über klingelnde Kassen beim Fiskus. Insgesamt habe das Steueraufkommen in den Monaten von Januar bis November mit rund 620,6 Milliarden Euro um 6,3 Prozent über dem gleichen Vorjahreszeitraum gelegen. Setze sich der positive Trend im Dezember fort, dürfte die Steuerschätzung übertroffen werden, die für das Gesamtjahr ein Plus von 5,6 Prozent errechnet hatte.

 

Obwohl die finanzielle Lage sehr gut ist, stoßen die Bitten und Forderungen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte nach einer deutlichen Verbesserung der Einkommensverhältnisse von Lehrkräften in der Weiter- und Erwachsenenbildung beim BMI und BAMF sowie bei den meisten Politiker*innen auf Landes- und Kommunalebene auf taube Ohren. Das Bündnis weist in seinen politischen Gesprächen immer wieder darauf hin, dass die Lehrkräfte in der Erwachsenenbildung nur 1000 bis 1500 € netto in Vollzeit erhalten, während das deutsche Durchschnittsnetto über 2000 € liegt.  Das Bündnis fordert nicht nur eine erhebliche Erhöhung des Honorars in den BAMF-Kursen, sondern auch seine Dynamisierung, sodass es regelmäßig steigt, wie es in fast allen anderen Bereichen normal ist. Das Bündnis fordert auch die Schließung von Schlupflöchern, die es den Trägern erlauben, das Mindesthonorar zu umgehen. So gibt es beispielsweise bezüglich der Vergütung keine Vorgaben für Träger, die ihre Lehrkräfte fest anstellen, was dazu führt, dass viele fest angestellte Kolleg*innen 40 UE pro Woche arbeiten, was mit Vor- und Nachbereitung bis 60 Stunden pro Woche bedeutet. Für das Bündnis liegt hier nicht nur ein Verstoß gegen die wöchentliche Arbeitszeit vor, sondern auch eine Zweckentfremdung von Mitteln, die der Bundestag für die Vergütung von Lehrkräften bestimmte.

 

Gab es nichts Positives im letzten Jahr für die DaFZ-ler? Es wurde endlich der KV-Mindestbeitrag erheblich gesenkt. Dies wurde von Gewerkschaften und Selbstständigenverbänden erkämpft. Auch das Bündnis setzte sich dafür ein.  In den Alpha-Kursen wurden unter bestimmten Bedingungen die Honorare auf 40 € erhöht. Leider kommt es oft nur den Trägern zugute, denn sie sind nicht verpflichtet, die von der Politik zur Verfügung gestellten Gelder an die Festangestellten weiterzugeben. 

(as)

Position des DGB zur sozialen Absicherung Solo-Selbstständiger

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat eine allgemeine Positionierung zum Thema Sozialversicherung für Selbstständige veröffentlicht. Dies zeigt, dass das Thema verstärkt wahrgenommen wird. Wie viele andere Verbände und Gewerkschaften sieht auch der DGB die Senkung der Mindestbeiträge zur Kankenkasse nur als einen ersten Schritt an:

 

"Der Handlungsbedarf ist groß, wenn die soziale Lage von Soloselbstständigen umfassend verbessert werden soll. Der DGB wird sich dafür einsetzen, dass die von der Bundesregierung eingeleiteten ersten Schritte in dieser Richtung nicht das Ende der Fahnenstange markieren, sondern den Auftakt zu einer groß angelegten Offensive zur Verbesserung der sozialen Absicherung bilden."

 

Zur Position:

"Zur sozialen Absicherung und sozialen Lage von Solo-Selbstständigen: Großer Handlungsbedarf, kleine Konzepte?" DGB, 20.12.2018

 

(hb)

Politisches Gespräch des Bündnisses

Am 10. Dezember 2018 führten Vertreterinnen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte ein Gespräch mit Herrn Stroband und Frau Saks im NRW-Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration in Düsseldorf. Herr Stroband ist auch Mitglied der BAMF-Bewertungskommission.

Bezüglich der prekären Arbeitsbedingungen wurde von den Vertreterinnen des Bündnisses erläutert, dass mit der Einführung eines Einwanderungsgesetzes in der Bundesrepublik auch eine Regelung der Arbeitsbedingungen der Sprachlehrkräfte einhergehen muss. Das NRW-Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration wird von Herrn Dr. Joachim Stamp (FDP) geleitet, der sich maßgeblich für ein Einwanderungsgesetz einsetzt.

 

Weitere wichtige Punkte des Gesprächs waren die zentralen Einstufungen durch TUMS (Test- und Meldesystem) und die verpflichtenden Zuweisungen zu Trägern. Das Gespräch fand in freundlicher und konstruktiver Atmosphäre statt.

Mehr Stunden für Berufssprachkurse

Die Zweite Verordnung zur Änderung der Deutschsprachförderverordnung (DeuFöV) ist seit dem 5. Dezember in Kraft.

"Für Personen, bei denen nicht davon auszugehen ist, dass sie ohne besondere Vorbereitung die Zertifikatsprüfung .... bestehen, umfassen Basisberufssprachkurse ... in der Regel 500 Unterrichtseinheiten."

Künftig haben auch C1-Kurse 400 UE (wie auch A2-, B1- und B2-Kurse ohne Brückenelement)... Es gilt eine Übergangszeit bis zum 1. April 2019 – bis dahin können C1-Kurse 300 oder 400 UE haben. Ab dem 1. April 2019 haben alle C1-Kurse grundsätzlich 400 UE.

"Ab dem 1. Januar 2022 müssen Lehrkräfte eine Qualifikation zur Vermittlung berufsbezogener deutscher Sprachkenntnisse vorweisen. ... Das Bundesamt kann die methodisch-didaktische Fortbildung von Lehrkräften fördern."

Drei politische Gespräche des Bündnisses

In den letzten Wochen fanden in Hannover drei politische Gespräche des Bündnisses statt. Die Vertreter*innen des Bündnisses führten zwei sehr ausführliche Gespräche mit Kerstin Tack, der Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion für Arbeit und Soziales, und ein Gespräch mit Filiz Polat, der Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen für Migration und Integration.

Die Vertreter*innen des Bündnisses schilderten die prekäre Lage der Lehrkräfte und die aktuelle besorgniserregende Entwicklung in den BAMF-Kursen. Es wurden natürlich auch die Kernforderungen genannt: Erhöhung und Dynamisierung der Trägerpauschale bzw. des Honorars und Faktorisierung des Unterrichts  für Festangestellte, damit sie nicht 40 UE pro Woche arbeiten müssen.

Alle drei Gespräche waren sehr offen, konstruktiv und auch produktiv. Es wurde vereinbart, in Kontakt zu bleiben.

(as)

Wanted: Termine im Frühjahr 2019

Seit einigen Monaten besteht ein neuer Kalender, der von Kreidefresser.org und Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte gemeinsam genutzt wird. Ihr findet ihn hier: www.kreidefresser.org/kalender  I  www.dafdaz-lehrkraefte.de/kalender

Auf Kreidefresser.org kann man die Veranstaltungen auch per E-Mail abonnieren.

 

Allerdings ist der Kalender nach einem ereignisreichen Herbst jetzt in einen Winterschlaf gefallen und präsentiert sich leergefegt. Daher der Aufruf: Ihr plant Stammtische oder Veranstaltungen für DaF- / Honorarlehrkräfte? Reicht die Termine ein: info@kreidefresser.org

Benötigt werden folgende Angaben: Veranstaltungstitel, Veranstalter, Datum, Stadt und Bundesland, Link zur Veranstaltung oder Kontaktmöglichkeit für Interessierte.

 

Wer besonders zeitig ist und/oder eine besonders interessante Veranstaltung anbietet, der hat zusätzlich die Chance, in der Terminvorschau zum Jahresanfang 2019 prominent erwähnt zu werden.

(hb)

Schreiben an Annegret Kramp-Karrenbauer

Vor zwei Wochen hat das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte einen Brief an Annegret Kramp-Karrenbauer geschrieben, die nicht nur Generalsekretärin der CDU, sondern auch Präsidentin des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (DVV) ist. In dem Brief wurde kurz die prekäre Lage der Lehrkräfte geschildert und um ein persönliches Gespräch über die Weiter- und Erwachsenenbildung im allgemeinen und den DaF/DaZ-Bereich im besonderen gebeten.

Aus dem Leben einer DaFZ-lerin

Radio Neandertal berichtete vor einigen Wochen über eine Düsseldorfer Lehrerin für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache. Die Kollegin hat 4-5 Jobs in 3 Städten und kann trotzdem kaum von ihrem Einkommen leben, obwohl sie hochqualifiziert ist und viel mehr als Lehrer*innen im Schuldienst arbeitet. Ihr Honorar beträgt ca. 23 €, wovon nur 11,60 € übrig bleiben.

Brief an das BAMF von Dozent*innen an der VHS Berlin-Lichtenberg

Wir haben den Brief, den einige Dozentinnen und Dozenten in den Integrations-,  Alpha- und Geflüchteten-Kursen an der VHS Berlin-Lichtenberg dem BAMF geschickt hatten, bekommen und geben ihn gerne bekannt. Diese Kolleg*innen wollen auf die völlige Untauglichkeit der staatlicherseits verordneten „Integrationskurskonzepte“ aufmerksam machen. Sie heben die Schwachstellen der aktuellen Programme hervor und empfehlen mögliche alternative Ansätze.