Aktuell


Fachtagung "Deutsch lernen, Teilhabe ermöglichen"

Die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) und die Arbeiterwohlfahrt (AWO) haben am 10. April 2019 in Berlin die Fachtagung "Deutsch lernen, Teilhabe ermöglichen" organisiert. Nach der Begrüßung gab es vier Diskussionsblöcke, die von der rbb-Journalistin Elisabetta Gaddoni moderiert wurden. Anwesend waren circa fünfzig Leute, darunter viele aus anderen Bundesländern. In jedem Block hielten zwei bis vier Expert*innen einen kleinen Vortrag und dann hatte das Publikum die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Trotz dieser eintönigen Struktur war die Tagung spannend, zum einen, weil die Expert*innen kompetent waren, und zum anderen, weil das Spektrum der behandelten Themen breit war.

Schon bei der Begrüßung haben die Vertreterinnen von FES und AWO einige Probleme direkt angesprochen. Frau Döcker hat die fehlende methodisch-didaktische Debatte bei der Leitung der Integrationskurse (IK) kritisiert und eine individuelle, passgenaue Organisation des Lernens gefordert. Nach ihrer Meinung wurde in den IK weder gefragt, welche Lernerfahrungen die Teilnehmende (TN) schon haben, noch was sie am Ende des Kurses gelernt haben, unabhängig davon, ob sie den Test bestanden haben (linda guzzetti).

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Integrationsministerkonferenz befasst sich mit Integrationskursen

Vom 11. April bis zum 12. April 2019 fand in Berlin die 14. Integrationsministerkonferenz statt. Auf der alljährlichen Konferenz der für Integration zuständigen Minister*innen und Senator*innen der 16 Länder werden grundsätzliche und länderübergreifende Angelegenheiten der Integration beraten und beschlossen. Das diesjährige Motto lautete: „Ankommen.Teilhaben.Bleiben“. Im Fokus standen die Integrationskurse.

Im ZDF-Morgenmagazin gab Senatorin Elke Breitenbach, Vorsitzende der 14. Integrationsministerkonferenz,  am 11. April 2019 ein Interview. Sie forderte mehr und bessere Sprachkurse und mehr Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Sie verlangte deutliche Qualitätsstandards und auch andere Arbeitsbedingungen für die Lehrkräfte, denn die Arbeitsverhältnisse seien ganz oft prekär.

Der NRW-Integrationsminister Joachim Stamp setzte sich für kleinere Kurse ein und dafür, dass der Bund seine Haushaltsmittel nicht absenkt. Außerdem will er die Orientierungskurse auf 150 Stunden ausdehnen. Gut integrierte Migrant*innen möchte er schon nach 4 Jahren einbürgern.

Das Bündnis DaF/DaZ-lehrkräfte hatte im Vorfeld der Konferenz einige Integrationsministerien angeschrieben. Es fanden zwei Gespräche bzw. Kontakte (in NRW und Berlin) statt. Andere stehen noch bevor.

(as)

Neues Forschungsprojekt fragt nach den Kompetenzen von Lehrkräften in Integrationskursen

Das DIE (Deutsches Institut für Erwachsenenbildung) berichtet auf seiner Webseite über sein neues Forschungsprojekt.

"Das Projekt COLD (Competencies of school teachers and adult educators in teaching German as a second language in linguistically diverse classrooms) untersucht die professionellen Kompetenzen von Lehrkräften in Schule und Erwachsenenbildung beim Unterrichten von Deutsch als Zweitsprache. Es wurde vom DIE und dem Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache initiiert und behandelt die besonderen Anforderungen an Lehre, Didaktik und Kompetenzen, die im Bildungsbereich durch neu zugewanderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene entstanden sind. COLD greift damit ein hoch aktuelles und gesellschaftspolitisch zentrales Thema auf: Die Integration von neu zugewanderten Menschen in die deutsche Gesellschaft."

Das Erlernen der Sprache in schulischen Vorbereitungsklassen und Integrationskursen sei ein Schlüssel zu Integration und gesellschaftlicher Teilhabe. Eine entscheidende Rolle kommt dabei den Lehrenden zu, die Deutsch als Zweitsprache unterrichten.

(as)

2. Unterrichtsstunde für den Berliner Finanzsenator

"Berlin, Berlin du armes Kind - schau wie weit wir gekommen sind ..." - Am 12.4.2019 fand die 2. Unterrichtsstunde für den Berliner Finanzsenator Kollatz statt. Die Musikschullehrer*innen und VHS-Dozent*innen wollen angemessene Honorare und eine soziale Absicherung. Sie fordern gute Arbeit im öffentlichen Dienst, aber da ist noch sehr viel Luft nach oben.

Am 3. Mai findet die 3. Unterrichtstunde statt, um  10:00 Uhr, wieder  beim Finanzsenator in der Klosterstraße 59.

Die 1. Unterrichtsstunde hat am 19.2.19 stattgefunden.

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Hubertus Heil will Altersvorsorgepflicht für Selbstständige einführen

Selbstständige sollen nach der Auffassung des Bundesarbeitsministers Hubertus Heil privat oder über die gesetzliche Rentenversicherung für das Alter vorsorgen. "Ich werde Ende des Jahres einen Gesetzentwurf zur Einbeziehung der Selbstständigen in das System der Alterssicherung vorlegen", sagte er  der "Rheinischen Post".

Laut Heil gibt es rund drei Millionen Selbstständige, die im Alter nicht abgesichert sind. In Zukunft müssten sie "Mitglied in einem Versorgungswerk sein wie beispielsweise Ärzte und Anwälte, durch die Rürup-Rente abgesichert sein oder eben in die gesetzliche Rentenversicherung eintreten", sagte der Minister. "Auch für Selbstständige muss gelten, dass man nach einem Leben harter Arbeit abgesichert ist. Deshalb ist es auch für Selbstständige wichtig, dass wir vorher die Grundrente einführen." Heil will im Mai einen Gesetzentwurf vorlegen.

Andreas Lutz, der Vorstand des VGSD (Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland), betonte in der Tagesschau, dass die geplante Regelung nur künftige Selbstständige betreffen sollte, "denn die jetzigen Selbstständigen haben ja schon in der großen Mehrheit für ihr Alter vorgesorgt." Der VGSD hat schon im Oktober gemeinsam mit 23 weiteren Berufsverbänden ein Positionspapier zur AV-Pflicht vorgelegt.

(as)

 

Rahmenvereinbarung für VHS-Dozent*innen in Bremen

Zum ersten Mal werden Honorarsteigerungen und Sozialversicherungszuschüsse der VHS-Lehrkräfte in einer vertraglichen  Vereinbarung  zwischen Landesregierung, Volkshochschule und Gewerkschaft verbindlich festgelegt. Das geschieht in Bremen mit der Rahmenvereinbarung vom 10.1.2019, die unter dem Motto „Einstieg in faire Beschäftigungsbedingungen“ steht. In der Regel werden die Honorare einseitig von der VHS, von der Landesregierung oder von der Kommune festgelegt. Nach einjährigen Verhandlungen wird damit ein Stufenplan für eine bessere Vergütungen für die VHS-Lehrkräfte festgelegt. An den Verhandlungen waren der Senator für Kultur, die Bremer Volkshochschule, die Gewerkschaft GEW sowie der Bremer VHS-Kursleiterrat, die offizielle Personalvertretung der fast 1000 freiberuflichen VHS-Lehrkräfte, beteiligt. Die Vertragsparteien bezeichneten die Rahmenvereinbarung übereinstimmend als ersten wichtigen Schritt für weitere Verbesserungen.

 

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Große Unterstützung für die Petition des Bündnisses

Schon über 1500 Menschen unterstützen die vor einer Woche gestartete Petition des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte "Gebt der Erwachsenen- und Weiterbildung eine Zukunft" .

 

Anlässlich des 100-Jubiläums der VHS fordert das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte neben einer besseren Finanzierung der Erwachsenen- und Weiterbildung auch eine Qualitätsoffensive für die Volkshochschulen, die konsequent beim Personal ansetzt:

 

- erhebliche Erhöhung der Honorare (orientiert an TVöD E 12)
- grundsätzlich feste Stellen für alle Daueraufgaben in der VHS, bei Lehrkräften nach TVöD E 12.

(as)

DaFZ-ler beim Warnstreik in Wiesbaden

Auch DaF/DaZ-Lehrkräfte unterstützten am 26. März in Wiesbaden den Warnstreik der Beschäftigten des Landes Hessen.

Der Streik trug wohl zum Erfolg der Verhandlungen der Gewerkschaften mit der hessischen Landesregierung bei. Die GEW berichtet in ihrer Mitteilung "Insgesamt 8 Prozent mehr Geld in drei Schritten": "Die Einkommen der Beschäftigten werden in drei Schritten erhöht. Zum 1. März 2019 steigen die Entgelte im Gesamtvolumen um 3,2 Prozent, zum 1. Februar 2020 um weitere 3,2 und zum 1. Januar 2021 um weitere 1,4 Prozent. Ab dem 1. Januar 2021 liegen die Entgelte damit durchschnittlich um 8 Prozent höher als im Februar 2019."

(as)

FaDaF fordert nachhaltige Beschäftigungsverhältnisse für Lehrkräfte

Der Fachverband Deutsch als Fremdsprache (FaDaF) hat am 29. März auf seiner Jahrestagung in Chemnitz eine Erklärung verabschiedet: "Gewinnung und langfristige Integration von Fachkräften ‒ Resolution zum Entwurf des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes"

Die Chemnitzer Erklärung besteht aus zehn Punkten:

  • Fachkräftegewinnung neu als berufssprachlichen Integrationsprozess denken!
  • Einen gesamtheitlichen Ansatz bei der Sprachqualifizierung praktizieren!
  • Fortgeschrittene Sprachkenntnisse als generelle Zielnorm für Ausbildungen und qualifizierte Berufe festschreiben!
  • Die sprachliche Qualifizierung als einen individuellen Anspruch etablieren!
  • Sprachförderung zu einem integralen Bestandteil des Arbeitslebens machen!
  • Das öffentliche Sprachfördersystem flexibilisieren!
  • Hochqualifizierte Lehrkräfte ausbilden und adäquate Berufsperspektiven bieten!
  • Qualitätssicherung in der Fachkräftegewinnung und Sprachausbildung stärken!
  • Forschung zum beruflichen Spracherwerb intensivieren!
  • Potenziale von Asylbewerbern und Geduldeten frühzeitig entwickeln! 

In Punkt Nr. 7 geht es um die Lehrkräfte. "Der Fachver‐ band Deutsch als Fremd‐ und Zweitsprache (FaDaF) fordert die politischen Entscheidungsträger mit Nachdruck dazu auf, dafür Sorge zu tragen, dass in diesem Bereich klare Qualifikationspro‐ Chemnitzer Erklärung zum Fachkräfteeinwanderungsgesetz 4 file und nachhaltige Beschäftigungsverhältnisse geschaffen werden, in denen eine permanente Weiterbildung von Lehrkräften ausdrücklich vorgesehen ist."

(as)

#frististfrust: Action in Berlin, Freitag 5. April, 13 Uhr: Protestaktion vor dem BMBF

In Berlin findet die Protestaktion von Wissenschaftler*innen und Gewerkschaften vor dem Bildungsministerium statt;

Ort: vor dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, Kapelle-Ufer 1, Berlin (Nähe Hauptbahnhof)

Zeit: 5. April 2019, 13 - 14 Uhr (Treffpunkt pünktlich 12: 45 Uhr)

Mit der Verstetigung des Hochschulpakts planen Bund und Länder den dauerhaften Einstieg des Bundes in die Hochschulfinanzierung. Das Bündnis „Frist ist Frust“ – getragen von der GEW, dem Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft und ver.di sowie unterstützt von vielen weiteren wissenschaftlichen und wissenschaftspolitischen Organisationen – möchte dies nutzen, um eine nachhaltige Beschäftigung des Personals an den Hochschulen voranzutreiben. Wir fordern, die verstetigten Mittel des Hochschulpakts, welcher Zuschüsse von jährlich über 2 Milliarden Euro umfasst, vollständig zur Schaffung von Dauerstellen mit fairer Arbeitslast zu verwenden. Unser Anliegen werden wir bei der für den 5.4. angesetzten, gewohnt nichtöffentlichen Verhandlungen der Staatssekretäre mit einer öffentlichen kreativen Aktion unterstreichen.

Kommt zahlreich und unterstützt unser Anliegen - von Befristung haben wir wahrlich genug. Wir bringen Materialien mit: Transparente, Trillerpfeifen, Kettenverträge zum Zerreißen, Masken mit dem Frist-ist-Frust-Smiley. Kommt dafür möglichst in schwarzer oder zumindest dunkler Kleidung. Und warum nicht auch eigene Schilder zum Frist-Frust mitbringen? Hier kann die Petition unterschrieben werden.

Berlin: Der Finanzsenator bekommt Unterrichtsstunden

Am Freitag den 29. März 2019, gaben ca. 50 VHS-Dozent*innen und Musikschullehrkräfte mit ihren Instrumenten dem Finanzsenator eine Unterrichtsstunde unter seinem Bürofenster in der Klosterstraße.

 

Die nächsten Termine sind der 12. April und 3. Mai 2019, freitags von 10.00 bis 10.45 Uhr  in der Klosterstrasse.

Ziel der Aktion ist es, der Umsetzung der Forderung „Tarifvertrag für freie Mitarbeiter/innen an den Berliner Musikschulen und Volkshochschulen“ Nachdruck zu verleihen.

 

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Gebt der Erwachsenen- und Weiterbildung eine Zukunft!

Die Petition des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte "Gebt der Erwachsenen- und Weiterbildung eine Zukunft" ist jetzt online:

 

Anlässlich des 100-Jubiläums der VHS fordert das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte neben einer besseren Finanzierung der Erwachsenen- und Weiterbildung auch eine Qualitätsoffensive für die Volkshochschulen, die konsequent beim Personal ansetzt:

 

- erhebliche Erhöhung der Honorare (orientiert an TVöD E 12)
- grundsätzlich feste Stellen für alle Daueraufgaben in der VHS, bei Lehrkräften nach TVöD E 12.

Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte auf einer Fachtagung im Bundestag

Am 21. März fand im Bundestag eine von der SPD organisierte Fachtagung zum Thema "Gut zusammen leben: Migration und Integration mit Zuversicht und Realitätssinn gestalten" statt. Neben Andrea Nahles und den führenden Integrationspolitikern der SPD wie Lars Castellucci, Aziz Bozkurt und Karamba Diaby nahmen auch einige Wissenschaftler*innen und viele Vertreter*innen von zahlreichen Verbänden und Organisationen teil. 

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte wurde von zwei Kolleg*innen vertreten. Artur Sieg, einer der Sprecher*innen des Bündnisses, wies auf die prekären Arbeitsbedingungen in den Integrationskursen und Berufssprachkursen hin und betonte die große Rolle der Deutschlehrkräfte für die Integration. Es gebe keine Integration ohne Sprache. Er forderte die SPD dazu auf, noch mehr für die Bundeskurse zu tun und die prekäre Arbeit der in diesem Bereich tätigen Lehrkräfte endlich zu beenden.

(as)

Aktuelle Angaben über die Integrationskurse

 

Die Antwort, welche am 14.3.2019 die Bundesregierung einer Kleiner Anfrage von zwei AfD-Abgeordneten gegeben hat, enthält aktuelle Daten über die Integrationskurse (Drucksache 19/8015), d.h inklusive der Kurse im Jahr 2018. Die Tabellen geben Auskunft über die Anzahl der Kursteilnehmenden nach Art der Kurse, über die Aufenthaltstitel der Teilnehmenden sowie über ihre Staatsangehörigkeit. Es zeigt sich, dass die Teilnehmenden aus Syrien (über 38.000) am zahlreichsten sind, gefolgt von denjenigen aus Afghanistan, Irak, Rumänien, der Türkei und Bulgarien.

Die Bundesregierung berichtet zudem, dass im Jahr 2018 die Kontrollen erheblich intensiviert worden sind: Das BAMF hat insgesamt 1.495 der 1.704 zur Durchführung von Integrationskursen zugelassenen Trägern geprüft, was einem Prozentsatz von 87,7 entspricht. Dabei wurden 4.148 Integrationskurse (von insgesamt 14.514) vom BAMF geprüft. d.h. 28,6%.

Am 14.12.2018 hat die Bundesregierung eine andere Kleine Anfrage aus der Fraktion der AfD geantwortet (Drucksache 19/6520 19. Wahlperiode).

Hohe Durchfallquote am Ende des Integrationskurses

Der Tagesspiegel berichtet in seinem Beitrag "45 Prozent der Zuwanderer schaffen den Deutschtest nicht" über die niedrigen Erfolgsquoten beim DTZ. Über dieses Thema wurde schon oft in den Medien berichtet.

Das Bündnis hat sich auch schon geäußert und einige Zeitungen angeschrieben. In seinem Offenen Brief an Die Welt steht folgendes zu den Gründen für den häufigen Misserfolg:

"Auch wir, die Lehrkräfte, sind mit den Prüfungsergebnissen nicht zufrieden. Wir warnen aber vor falschen Rückschlüssen. Wenn man bedenkt, dass nur 63 % der Deutschen auf B1-Niveau Englisch sprechen und verstehen können und daneben 30 % überhaupt keine Fremdsprache beherrschen, und dies trotz eines Lebens in Wohlstand, Frieden und Sicherheit sowie langjährigen Unterrichts in der Schule, dann sind Testergebnisse von fast 50% mit B1 (und weitere 40 % mit A2) in den Integrationskursen nach unserer Auffassung nicht wirklich katastrophal. Nicht nur Ihre Berichterstattung lässt außerdem unerwähnt, dass sich der Anteil der neuen Kursteilnehmenden, die einen Alphabetisierungskurs beginnen, im Vergleich zu 2014 mehr als verdreifacht hat. Das bleibt natürlich auch für die Prüfungsergebnisse nicht ohne Folgen. Das Lernziel im Integrationskurs für primäre Analphabeten ist übrigens A2. Allein deswegen kann man nicht einfach behaupten, dass jeder Zweite scheitere."

 

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Unterrichtsstunden für den Senator

Die Fachgruppe Musik im ver.di-Landesbezirk Berlin-Brandenburg lädt die Berliner Musikschullehrenden dazu ein, dem Finanzsenator einige Unterrichtsstunden zu geben:  am Freitag, 29.3., Freitag, 12.4. und Freitag, 3.5. jeweils um 10.00 - 10.45 Uhr vor der Senatsverwaltung für Finanzen (Klosterstraße 59, 10179 Berlin). Zusätzlich wird am 17.5. um 9.00 - 9.45 Uhr vor dem bcc am Alexanderplatz anlässlich des VdM-Kongresses musiziert. Alle Kolleg*innen sollen die eigenen Instrumente mitbringen. Hier ist ein Video als ein kleiner Vorgeschmack der Aktion.

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Kurszeiten und Termine bei den Ämtern

Im Tagesspiegel ist ein Artikel über die Kurse für Geflüchtete erschienen: Er enthält ein interessantes Interview mit einem Kollegen aus der Berliner VHS-Lichtenberg.  Es geht um die Vielzahl der Gründe, die es den Geflüchteten erschweren, regelmäßig die Deutschkurse zu besuchen. Und auch darum, wie es vermieden werden könnte, dass sich Termine bei den Ämtern mit den Deutschkursen überschneiden.

DaFZ-Lehrerinnen am Frauentag

Anlässlich des Internationalen Frauentags fand am 08. März in Stuttgart eine Kundgebung statt, auf der auch Clarissa Haziri-Hagner (rechts auf dem Photo), die Sprecherin des Landesarbeitskreises DaFDaZ-Lehrkräfte der GEW und eine der Sprecher*innen des bundesweiten Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte, eine Rede hielt. Unter anderem sagte sie: 

"Das System Integrationskurse funktioniert folgendermaßen:

Die Lehrkräfte sind nicht fest angestellt. Die Lehrkräfte arbeiten als Honorarkräfte im Auftrag des Bundesinnenministeriums, das heißt des

Bundes. Dabei unterscheidet sich unser Bundes-Auftrag wesentlich von Bildung an der Schule, in festen und gut bezahlten Strukturen – hier handelt es sich um eine mangelfinanzierte Erwachsenenbildung.

Bildung ist ein Grundrecht. Wir alle haben ein Recht auf Bildung. Und wir, hauptsächlich Frauen, in der Erwachsenenbildung, die wir die Bildung vermitteln, haben ein Recht auf gute Bezahlung für gute Arbeit in der Bildung . Bildung wird aber in der Realität als Ware angesehen und auch so verkauft. Möglichst billig. Stundenlohn wird euphemisierend Honorar genannt, dessen Höhe nicht frei und selbst bestimmt ist.

Das BaMF schreibt für die Integrationskurse, die wir unterrichten, eigentlich 35 € vor, aber dieser Betrag wird in der Regel nur von den VHS-en bezahlt, von privaten Schulen oft unterlaufen.

Die Hergabe der Arbeitskraft erfolgt mit Hingabe bis zur Verausgabung: Frau vermittelt Bildung, Frau vermittelt Sprache , verknüpft mit hiesiger Kultur und regionalen Gepflogenheiten – und erfährt nur geringe finanzielle Anerkennung. Frau arbeitet generell für niedrige Löhne, Männer nicht. Frau spielt aber oft auch seufzend das Spiel mit, um ehrenamtliche Hilfe gefragt zu werden und die dann freilich unentgeltlich zu leisten. Und zwar innerhalb und außerhalb der Arbeitszeit.

Damit muss Schluss sein! Frau leidet unter prekären Arbeitsverhältnissen – und das in der Erwachsenenbildung. In Vollzeit Sprachunterricht zu leisten, bedeutet 1000 – 1500 € netto, keine Frau darf es sich erlauben, längere Zeit krank zu sein und Unterrichtsausfall zu haben. Ganz abgesehen davon, dass die Familienversorgung zu Hause auch noch brach liegt. Ferien, Feiertage oder gar Urlaubszeit bedeuten umgehende verdienstfreie Zeit. Kinder zu bekommen und Mutterschutz zu genießen sind schöne Träume mancher weiblichen Honorarlehrkraft, die knappe Zeit nach der Entbindung schon wieder den nächsten Kurs leitet. Frau wird in Teilzeit gedrängt, oft in Minijobs oder befristete Arbeit. Befristete Arbeit macht ein sorgenfreies Leben im Alter nicht planbar: Auf geht es nämlich oft in die direkte Altersarmut! Frau zahlt in der Weiterbildung, als sog. Honorarlehrkraft, ihre Versicherungen zu 100 % Prozent selbst, da beteiligt sich kein Auftraggeber dran.

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Frist ist Frust – Entfristungspakt an Hochschulen

Bei der Kampagne „Frist ist Frust“ geht es um den Hochschulpakt zur Finanzierung der Hochschulen durch den Bund. Immer noch sind neun von zehn Arbeitsverträgen im akademischen Mittelbau an deutschen Hochschulen befristet. Über die Hälfte hat eine Laufzeit von nicht einmal einem Jahr.  Unter dem Motto „Frist ist Frust“ steht eine Kampagne, die GEW, ver.di und das Netzwerk von Mittelbauinitiativen "Netzwerk für Gute Arbeit in Wissenschaft" (NgAWiss) gestartet haben. Ziel ist ein Entfristungspakt, der Dauerstellen an den Hochschulen schafft.

Hier kann eine unterstützende Petition unterschrieben werden.

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"Lehrer berichten über Betrug bei Flüchtlings-Sprachkursen"

Der rbb 24 berichtet in seiner Sendung über Fälle von Betrug in Integrationskursen, über Fehlverhalten von einigen Teilnehmer*innen und über bei einigen Trägern herrschende Abzocker-Mentalität. 

Eine Dozentin berichtete dem Sender: "Es ging nur ums Geld und dabei wurde auch betrogen." Sie sei von der Schulleitung aufgefordert worden, auch für Unterrichtsstunden zu unterschreiben, die sie nicht gehalten habe. Das habe sie gemacht, aus Angst, ihren Job zu verlieren. Zum Teil seien Kursteilnehmer auf Listen abgerechnet worden, die schon längst abgebrochen oder die Schule gewechselt hatten."

"An meiner Schule herrschte das Prinzip: bloß keinen Kunden verlieren, völlig egal, wie er sich benimmt", erzählt Sabine Arndt. Dabei hätten sich manche Schüler alles erlaubt: Arzttermine absichtlich in die Unterrichtszeit legen, bekifft kommen, Füße auf den Tisch."

Der rbb hat das BAMF um Stellungnahme gebeten und folgende Antwort erhalten: "Wir nehmen Ihre Kritik sehr ernst und gehen Hinweisen bezüglich einzelner Träger nach. Die Einhaltung aller Vorgaben wird durch regelmäßige, unangekündigte Vor-Ort-Kontrollen sichergestellt."

(as)