Aktuell


Paukenschlag der GEW: Forderungen zu einer Reform der Deutschkurse

Die GEW stellt in ihrem gestrigen Beschluss einige grundlegende und sehr weitgehende Forderungen bezüglich der Integrations- und Berufssprachkurse (DeuFöV) auf.

„DaF/DaZ-Lehrkräfte in allen Integrationskursen müssen .... grundsätzlich fest angestellt .... werden, orientiert an der Entgeltgruppe 11 des TVöD unter anderem mit einer 39-Stunden-Woche und 30 Tagen Urlaub. Die Anzahl der Unterrichtseinheiten (UE) a 45 Minuten pro Woche beträgt 25 bei einer Vollzeitstelle. Ohne Festanstellung müssen DaF/DaZ-Lehrkräfte entsprechende Stundensätze erhalten. Das Honorar für eine UE beträgt mindestens 57 Euro. …Langfristig fordert die GEW, dass die Qualifikationsanforderungen für Lehrkräfte in Sprach- und Integrationskursen eine Ausbildung begründen, die auf einem wissenschaftlichen Hochschulabschluss beruht und eine Eingruppierung nach E 13 ermöglichen.“

Die GEW ist der Ansicht, dass die inhaltliche Ausgestaltung, Differenzierung und Organisation der Integrationskurse in die Verantwortung der Länder übergehen sollte. "Durchführung der Kurse obläge dann jeweils den Trägern auf kommunaler Ebene. Auch die Zulassung dieser Integrationskursträger sollte künftig in die Verantwortung der Länder und Kommunen fallen. Dies sollte auch für die berufsbezogenen Sprachkurse gelten."  Die übergeordnete politische Zuständigkeit  sollte laut der GEW nicht beim BAMF und BMI, sondern beim Bundesministerium für Bildung und Forschung liegen.

Die GEW kritisiert den vom BAMF am 08.08.18 verkündeten Fehlzeitenkatalog, der  nicht der Lebenswirklichkeit der Teilnehmer/innen entspreche. 

Angesichts der schlechten Erfolgsquote beim DTZ fordert die GEW einen 400-stündigen Brückenkurs (B1+) vor dem berufsbezogenen Sprachkurs. Die Module des Berufssprachkurses müssten auf mindestens 600 UE verlängert werden.

Die GEW kritisiert auch die mangelnde Planungssicherheit der Träger. Unentschuldigte Fehlzeiten dürften beispielsweise nicht zum Abzug von Fördermitteln führen.

(as)

Reportage über eine DaFZ-lerin auf ARD

In der gestrigen ARD-Reportage "Ausgetrickst bei Miete, Einkommen und Rente" kam auch eine DaFZ-Dozentin zu Wort. Die Kollegin, die der hannoverschen Gruppe des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte angehört, berichtete über ihre äußerst prekäre Lage. Obwohl sie Vollzeit arbeite, erhalte sie nur 1400 € netto. Als Honorarkraft lebe sie im Dauerstress, denn sie habe ständig Angst davor, dass sie oder ihr Kind krank werde. In einem solchen Fall kriege sie kein Geld. Sie betonte, dass die Honorarkräfte gar keine soziale Sicherheit hätten.

Politisches Gespräch des Bündnisses

Am 8. November trafen sich Vertreter*innen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte mit Honey Deihimi, der Leiterin des Referats Gesellschaftliche Integration bei der Beauftragten der Bundesregierung für Migranten, Flüchtlinge und Integration. Das Gespräch war sehr freundlich, konstruktiv und produktiv. Das Thema war die Qualitätsoffensive von Annette Widmann-Mauz, der Bundesintegrationsbeauftragten. Die aus Berlin, Hannover, Leipzig und Potsdam stammenden Vertreter*innen des Bündnisses betonten den engen Zusammenhang zwischen der Qualität der Integrationskurse und der äußerst prekären Lage der Lehrkräfte in diesen Kursen. Sie schilderten die Arbeitsbedingungen und Einkommensverhältnisse der Lehrkräfte in diesen Kursen, nahmen Stellung zur Integrationskurspolitik des BAMF und stellten einige Lösungsvorschläge vor. Es wurde ein jährliches Treffen vereinbart.

 

Flüchtlingskurse in Deutschland

Was die Flüchtlingskurse angeht, macht jedes Bundesland seine eigene Politik. Am liberalsten ist es wohl in Niedersachsen, wo alle Flüchtlinge, unabhängig davon, aus welchem Land sie kommen oder wie ihre Bleibeperspektive aussieht, einen Deutschkurs erhalten. Dort gibt es sogar "Intensivsprachkurse für Höherqualifizierte Flüchtlinge" (B2 - C1), an denen Flüchtlinge, die studieren möchten, teilnehmen können. Alle niedersächsischen Flüchtlingskurse sind finanziell so ausgestattet, dass ein Honorar von 35 € möglich ist. Dazu haben auch die Gespräche der niedersächsischen Gruppen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte mit dem Landtag und Ministerium für Wissenschaft und Kultur beigetragen.

 

Mit den Flüchtlingskursen in Baden-Württemberg  befasst sich die Badische Zeitung in ihrem Beitrag "Zu Besuch bei einem Deutschkurs für Flüchtlinge in Freiburg". Dort haben alle Geflüchteten mit guter Bleibeperspektive Anspruch auf 200 Stunden Deutschunterricht. In dem konkreten Kurs an der VHS Freiburg lernen sieben Afghanen, eine Afghanin und eine Georgierin Deutsch. Lehrerin Abendroth lobt die Motivation der Teilnehmer*innen. Sie würden sehr regelmäßig zum Kurs kommen.

(as)

 

 

 

Neues von der Vernetzungskarte

In den letzten Monaten gab es Veränderungen auf der Vernetzungskarte in Elmshorn, Flensburg, Freiburg, Karlsruhe, Kassel, Pößneck, Rostock und Schwerin.

 

Im hohen Norden regen sich dabei verschiedene neue und alte DaF-Initiativen. Im Südwesten bestehen im Saarland und in Baden-Württemberg jetzt auch regionale Initiativen, für die auf der Karte ein neues Symbol eingeführt wurde: die rote Raute.

 

Mehr lesen auf kreidefresser.org

 

 

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Die Vernetzungskarte zeigt lokale Initiativgruppen von freien Lehrkräften und DaF-Lehrkräften. Sie wird von Kreidefresser.org und Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräftegemeinsam genutzt.

Allen alten und neuen Kontaktpersonen sei herzlich für ihr Engagement gedankt!

 

(hb)

 

Erinnerung: Am 31.10.2018 ist Anmeldefrist für die vierte Bündniskonferenz (10.-11.11.2018, Berlin)

Die vierte Bündniskonferenz findet am 10. - 11. November 2018 in Berlin statt.

Die Anmeldung ist bis einschließlich 31.10.2018 möglich.

 

Bitte beachtet die inhaltliche Trennung von "Arbeitstreffen" (10. November) und "Austausch" (11. November). Bei Fragen wendet euch per Mail an uns. Die Anmeldung ist natürlich auch für einzelne Tage möglich.

 

Mehr Info und Anmeldung: www.dafdaz-lehrkraefte.de/konferenz2018/

Senkung der Mindestbemessungsgrenze ab 2019

Die Mindestbemessungsgrenze für freiwillig gesetzlich versicherte Selbstständige wird bei 1038,33 Euro im Jahr 2019 liegen: Darauf haben sich die Koalitionsfraktionen verständigt, d.h. dass der Mindestbeitrag noch weiter sinken wird als zunächst geplant. Derzeit liegt der Mindestbeitrag für Selbststsändige um die 400 €  so hoch, als würden diese ein Monatseinkommen von 2283,75 Euro erhalten.

Diese Grenze sollte nach den bisherigen Plänen 2019 auf 1168,20 Euro gesenkt und jedes Jahr entsprechend der allgemeinen Einkommensentwicklung angepasst werden. Kurz vor Verabschiedung des Gesetzes in der kommenden Woche im Bundestag gibt es noch eine Änderung: Das fiktive Mindesteinkommen zur Bemessung des Krankenkassenbeitrages soll auf den 90. Teil der Bezugsgröße gesenkt werden, was für 2018 einen Betrag von rund 1015 Euro im Monat entspricht, für 2019 sind es laut GKV-Spitzenverband 1038 Euro. „Damit erreichen wir eine Gleichbehandlung der Selbstständigen mit den übrigen freiwillig Versicherten in dieser Frage“, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD, Sabine Dittmar, gegenüber dem Handelsblatt.

Über Lücken und Lückenfüller: Bericht vom Informationstreffen für Sprachförderlehrkräfte im Saarland

Willkommensklassen im Saarland: In den Schulbetrieb eingebunden, nicht aber in den Tarifvertrag.
Willkommensklassen im Saarland: In den Schulbetrieb eingebunden, nicht aber in den Tarifvertrag.

Über 30 Sprachförderlehrkräfte hatten sich auf Einladung der GEW Saarland am 18.10.2018 im Interkulturellen Kompetenzzentrum Völklingen zusammengefunden, um ihre unterschiedlichen Arbeits- und Vertragssituationen zu diskutieren und sich über ihre Rechte zu informieren.

 

Es wurde dabei deutlich, dass sich die Arbeitsbedingungen der Sprachförderlehrkräfte in einer bedenklichen Lücke des Schulsystems bewegen: DaZ-Lehrkräfte werden nicht direkt vom Ministerium eingestellt, sondern über einen Projektpartner. Dies hat zur Folge, dass Lehrkräfte in der Regel nur befristete Verträge erhalten. Auch Kettenbefristungen über einen langjährigen Zeitraum sind aufgrund des Projektrahmens möglich. Die Bezahlung erfolgt zudem zwar angelehnt an die Tarifbestimmungen für Lehrkräfte. Diese finde jedoch nur zum Teil Anwendung, was zu einer schlechteren Vergütung und höherer Unterrichtsverpflichtung führt, als es bei einer direkten Anstellung über das Ministerium der Fall wäre. Den Lehrkräften fehlt außerdem eine Personalvertretung. In der Vergangenheit sind Versuche, einen Betriebsrat zu wählen, aus nicht nachvollziehbaren Gründen gescheitert.

 

Eine solche Schlechterstellung der Sprachförderlehrkräfte ist nicht weiter hinnehmbar. Vor allem, da außgerechnet die Sprachlehrkräfte gleichzeitig als Lückenfüller genutzt werden: Von anwesenden Betroffenen wurde berichtet, dass sie teilweise auch fachfremd (z.B. im Kunstunterricht) eingesetzt werden, Klassenleiterfunktionen übernehmen sowie Vertretungsstunden für ausgefallene Lehrkräfte halten sollen, also die gleichen Aufgaben wie ihre Kolleg*innen aus den Sachfächern wahrnehmen müssen.

 

In Kürze wird die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gemeinsam mit Vertreter*innen der Regionalgruppe Saar (Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte) und betroffenen Lehrkräften das Gespräch mit dem saarländischen Ministerium für Bildung und Kultur suchen. Sprachförderlehrkräfte dürfen nicht als billige Arbeitskräfte missbraucht werden.

(sst)

 

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Im Februar 2018 hatte sich "Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte - Regionalgruppe Saar" gegründet. Sie arbeitet eng mit der GEW Saarland zusammen.

Kontakt: Facebook I E-Mail

Umfrage über den Weltlehrertag 2018

iconmonstr.com
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Wie hat dir die Aktionswoche zum Weltlehrertag 2018 gefallen?  Um die Aktionswoche zu evaluieren und ein Stimmungsbild zu erhalten, gibt es hier eine Umfrage:

 

https://www.surveymonkey.de/r/XRVJD8M

Die Umfrage umfasst 10 Fragen, die aber nicht alle beantwortet werden müssen.

Senkung der Krankenkassenmindestbeiträge für Selbstständige

Am 18.10.2018 hat der Bundestag dem von der Bundesregierung eingebrachten Gesetzentwurf „Versichertenentlastungsgesetz“ zugestimmt.

Jetzt folgen noch der 2. Durchgang im Bundesrat am 23. November 2018 und das Inkrafttreten am 1. Januar 2019.

Damit hat die finanzielle Überforderung vieler gering verdienender Selbstständiger, die freiwillige Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkassen sind, ein Ende. Nach Schätzungen des Gesundheitsministeriums profitieren 200.000 bis 500.000 Selbstständige von der gefundenen Neuregelung, die Linke geht von 667.000 aus.

Die wichtigsten Verbesserungen sind:
• Die Mindestbeiträge Selbstständiger werden weiterhin auf Grundlage eines fiktiven Einkommens berechnet, jedoch wird dieses „angenommene Mindesteinkommen“ ab 2019 von knapp 2.300 € um rund 56% auf ca. 1.040 € gesenkt. Eine spürbare Entlastung für Alle, deren Einnahmen in diesem Korridor liegen. Der Mindestbeitrag für die Kranken- und Pflegeversicherung freiwillig versicherter Selbstständiger sinkt dadurch von monatlich 400 € auf unter 200 €.

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Regionaltreffen der Honorarlehrkräfte Baden-Württemberg am 27.10.2018

Das zweite übergewerkschaftliche Regionaltreffen der Honorarlehrkräfte Baden-Württemberg findet dieses Mal in Karlsruhe statt. Eingeladen sind alle Honorarlehrkräfte, Initiativen, Gewerkschaften oder Organisationen, die sich in Baden-Württemberg für bessere Arbeitsbedingungen einsetzen (möchten). Wir freuen uns über neue und alte Gesichter!

 

Am Samstag, 27.10.2018, 10 – 16 Uhr

-> Details und Anmeldung
 

(hb)

 

Aktionswoche zum Weltlehrertag 2018 - Teil 2: Hannover

Anlässlich des diesjährigen Weltlehrertags rief das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte zu einer Aktionswoche auf, um auf die Arbeitsbedingungen von Lehrkräften aufmerksam zu machen. Es fanden Straßenaktionen in Berlin, Freiburg, Köln, Karlsruhe und Stuttgart sowie eine Diskussionsveranstaltung in Düsseldorf statt.

 

In Hannover gab es am 12.10. eine Kundgebung, die vom Aktionsbündnis DaF Hannover organisiert wurde. Vor dem hannoverschen Neuen Rathaus demonstrierten ca. 50 für verschiedene Träger tätige Lehrkräfte für DaFZ, Spanisch, Italienisch, Englisch, Polnisch, Griechisch, Russisch und Yoga. Neben einer Rede gab es auch Musik und Straßentheater. Viele Medien berichteten  über die Kundgebung:

 

"Honorarlehrkräfte kämpfen um faire Bezahlung",  Deutschlandfunk, 12.10.2018, zum Nachhören (ab der 5. Minute)

"Lehrer fordern von Stadt und Land mehr Geld", HAZ, 12.10.2018

dpa-Meldung "Erwachsenenbildung: Lehrer protestieren für faires Einkommen": Die Welt (12.10.2018), Süddeutsche (12.10.2018), Hamburger Abendblatt (12.10.2018), RTL (12.10.2018), Antenne Niedersachsen (12.10.2018)

 

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Krankenversicherung: Mindestbeitrag für Selbstständige wird stärker gesenkt

Das Handelsblatt berichtet darüber, dass die Union und SPD den Mindestbeitrag für freiwillig Versicherte noch weiter senken wollen als zunächst geplant: "Derzeit ist der Mindestbeitrag für Selbstständige noch so hoch, als würden sie ein Monatseinkommen von 2283,75 Euro erhalten. Viele Selbstständige erreichen ein solches Einkommen aber nicht. Diese Grenze sollte nach den bisherigen Plänen 2019 auf 1168,20 Euro gesenkt und jedes Jahr entsprechend der allgemeinen Einkommensentwicklung angepasst werden."  Kurz vor Verabschiedung des Gesetzes gebe es aber noch eine Änderung: Das fiktive Mindesteinkommen zur Bemessung des Krankenkassenbeitrages solle auf einen Betrag von rund 1015 € im Monat gesenkt werden, für 1038 2019 wären es 1038 €.

Das Handelsblatt berichtet auch über die Beseitigung  einer weiteren Ungereimtheit im Gesetzentwurf: "Bisher war vorgesehen, dass Selbstständige im Krankheitsfall von der Differenz zwischen ihrem Krankengeld und dem fiktiven zu vorbeitragenden Mindesteinkommen den Krankenkassenbeitrag zahlen müssen. Das gleiche gilt für Zeiten des Bezuges von Mutterschaftsgeld.  Diese Bestimmung soll nun ersatzlos aus dem Gesetz gestrichen werden. Krankengeld und Mutterschaftsgeld werden damit auch für Selbstständige wie für alle anderen gesetzlich Versicherten in Zukunft beitragsfrei ausgezahlt."

Aktionswoche zum Weltlehrertag 2018

Während die Öffentlichkeit bei "Lehrer" meist an einen sicheren Job denkt, ist die Existenz von prekären Honorarlehrkräften beispielsweise an Volkshochschulen, Musikschulen oder Universitäten kaum bekannt. Anlässlich des Welttags der Lehrenden (05.10.2018) rief das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte zu einer Aktionswoche vom 05.10. - 12.10.2018 auf, um fächer-, institutionen- und gewerkschaftsübergreifend die prekäre Arbeit in der Bildung zu thematisieren.

Die Aktionen wurden von lokalen Initiativgruppen eigenständig organisiert, zum Teil zusammen mit Gewerkschaften. Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte vernetzte die Gruppen, indem es Informationen, Materialien und Tipps zusammenführte. Hier sind die Ergebnisse aus den Städten...

 

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E&W Niedersachsen berichtet über die Demo am 12.10. in Hannover

Die E&W Niedersachsen (GEW) befasst sich ausführlich mit der  geplanten Kundgebung in Hannover vor dem Neuen Rathaus. Im Bericht heißt es: "Anlässlich des Weltlehrertages wird am 12. Oktober das Aktionsbündnis Deutsch als Fremdsprache Hannover (unterstützt von der hannoverschen GEW) für faires Einkommen und bessere  Arbeitsbedingungen in der Weiter- und Erwachsenenbildung demonstrieren. Gemeinsam mit allen Betroffenen und Interessierten, egal was sie unterrichten: DaFZ, Fremdsprachen, Musik, Rhetorik, Yoga, Sport, IT, Philosophie oder Schulabschlüsse im Zweiten Bildungsweg, egal  festangestellt oder freiberuflich seid und egal ob an einer VHS, Hochschule oder bei einem privaten Träger beschäftigt." 

Die E&W geht auf die wachsende Bedeutung der Lehrkräfte in der Weiter- und Erwachsenenbildung ein: "Ohne sie gibt kein lebenslanges Lernen. Ohne sie kann die Integration von Migranten und Geflüchteten nicht gelingen. Auch die Digitalisierung ist ohne sie nicht denkbar. Die Kolleg*innen in der Weiter- und Erwachsenenbildung leisten wertvolle Arbeit für die Gesellschaft, indem wir politische Bildung und Gesundheitserziehung machen. Sie helfen den Menschen bei der Erhöhung ihrer Qualifikationen, indem sie ihnen Fremdsprachen und Computerkenntnisse beibringen oder in Rhetorik schulen. Dank ihrer können viele Menschen ihren Schulabschluss nachholen. Sie verbessern die Lebensqualität der Kursteilnehmer*innen durch Musik, Kunst, Sport oder Kochkurse. Im Bereich Selbsterfahrung helfen sie ihnen sogar dabei, ihre persönlichen Probleme zu lösen."

Leider würden die Honorarlehrkräfte extrem unterbezahlt. "Üblich sind 20-22 € pro UE. Es gibt auch große und namhafte Sprachschulen, die ihren Lehrkräften nur 14-16 € zahlen. In Vollzeit (25 UE pro Woche) verdient eine typische VHS- Honorarlehrkraft nur ca. 1000 € netto im Monat. Wenn sie im vom Bund finanzierten Integrationskurs tätig ist, dann ca. 1500 €. Genauso schlimm ist die fehlende Perspektive auf eine Erhöhung, denn die Honorare werden sehr selten erhöht und dann auch nur minimal, sodass die Lehrkräfte, rechnet man die Inflation ein, seit Jahrzehnten immer weniger verdienen. Altersarmut ist angesichts dieser Verhältnisse vorprogrammiert."

Bericht von der Infoveranstaltung zum Thema Urlaubsentgelt in Düsseldorf

Einfach mal ausspannen? Das tut auch Honorarlehrkräften gut. Allerdings wissen die meisten freien Lehrkräfte nicht, dass sie unter bestimmten Voraussetzungen einen gesetzlichen Anspruch auf Urlaubsentgelt haben.

Um dieses Wissen zu verbreiten, organisierte der Arbeitskreis Honorarkräfte der GEW Düsseldorf eine Veranstaltung zum Thema. Sie fand unter dem Titel „Urlaubsentgelt für Arbeitnehmerähnliche – ein Erfahrungsaustausch“ am 26.9.2018 im Gewerkschaftshaus in Düsseldorf statt. Es fand sich ein kleiner, aber sehr interessierter und engagierter Kreis von Kolleg*innen aus Düsseldorf und Umgebung ein. Insgesamt ergab sich der Eindruck, dass mit dem Einfordern des gesetzlichen Rechts auf Urlaubsentgelt für arbeitnehmerähnlich Tätige ein Prozess ins Rollen gekommen ist, der noch einige Chancen bietet, um in kleinen Schritten bessere Arbeitsbedingungen zu erreichen.

 

Zum Bericht

Neue ZQ "Lernschwierigkeiten im Unterricht mit Schwerpunkt Trauma"

Das BAMF informiert in einer öffentlichen Bekanntmachung über die Eröffnung eines Zulassungsverfahrens für Einrichtungen der neuen Zusatzqualifizierung für Lehrkräfte "Lernschwierigkeiten im Unterricht mit Schwerpunkt Trauma".

 

Mit diesem neuen Qualifizierungsangebot des Bundesamtes sollen die Lehrkräfte darauf vorbereitet werden, mit verschiedenen Unterrichtssituationen sicherer umzugehen, einen traumasensiblen Unterricht gestalten zu können sowie den Lernerfolg einzelner Teilnehmender und der gesamten Lerngruppe stärker in den Blick zu nehmen. Die neue ZQ besteht 32 Unterrichtseinheiten.

 

 

Honorar für die Dozent*innen der VHS Potsdam

An der VHS-Potsdam sollen viele Punkte der neuen Honorarordnung noch bis Dezember verhandelt werden. Dazu gehört auch die Höhe der Honorare, worüber es unterschiedliche Positionen innerhalb der Stadtverwaltung gibt. Die parteilose Bildungsbeigeordnete Noosha Aubel hat eine neue Vergütungstabelle für die Dozent*innen präsentiert, nach der diese je nach Qualifikation zwischen 32 und 35 Euro pro Unterrichtseinheit erhalten würden. Damit wolle sie einen Anreiz schaffen, damit sich Dozent*innen weiterqualifizieren. Aber im Hauptausschuss wurde eine einheitliche Vergütung von 35 Euro mehrheitlich beschlossen. Die Stadtverordnetenversammlung von Potsdam wird im Dezember 2018 über die Honorarordnung beschließen. Mehr dazu.

Fachgespräch der CDU-Bundestagsfraktion zur Rentenversicherung für Selbstständige

Im Koalitionsvertrag ist eine Vorsorgepflicht für Selbstständige vereinbart worden.  Zu diesem Thema hat der Vorsitzende der “Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales“ Herr Peter Weiß (Bundestagsabgeordneter der CDU) zu einem offenen Fachgespräch eingeladen.

Erschienen waren ca. 40 Vertreter*innen verschiedener Berufsverbände (u.a. aus Handwerk, Baugewerbe etc.). Als Vertreter für die DaF/DaZ-Dozenten und Honorarlehrkräfte waren Gudrun Spaan (VHS-Potsdam) und Brigitte Rilke (VHS-Berlin) anwesend. Wir hatten dabei die Gelegenheit, unsere Situation zu schildern und auf die drohende Altersarmut hinzuweisen. Wir betonten, dass wir nicht grundsätzlich gegen die Versicherungspflicht sind, sondern dass das Grundproblem in den niedrigen Honoraren liegt, die unserer Ansicht nach nicht ermöglichen, eine ausreichende Altersvorsorge treffen zu können.

Ein Thesenpapier, in dem unsere Lage und unsere Forderungen dargestellt sind, konnten wir nach der Sitzung den anwesenden Bundestagsabgeordneten übergeben.

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Bundesregierung antwortet auf Anfrage der AfD zu Integrationskursen

In der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der AfD befinden sich sehr viele Informationen zu den Integrations- und Berufssprachkursen. Laut der Bundesregierung erreichen mehr als 90 Prozent der Teilnehmer des Deutschtests für Zuwanderer (DTZ) nach Absolvierung des Integrationskurses entweder das Sprachniveau B1 oder das Sprachniveau A2. Es würden immer mehr Träger kontrolliert. 2018 seien schon 775 Träger (von 1695) überprüft worden. 2016 und 2017 seien es 579 und 569 gewesen. Laut der Bundesregierung wurden im Jahr 2016 zehn, im Jahr 2017 zwei und im Jahr 2018 sechs Zulassungen von Integrationskursträgern widerrufen.

(as)