Aktuell


Brandbrief eines Kollegen

Ingo Langenbach, ein Kollege aus Siegen, hat vor drei Wochen einen Brandbrief geschrieben, der an Medien, Gewerkschaften und vor allem Politiker*innen und das BAMF geschickt wurde. Der Kollege gehört der Bündnisgruppe Siegen-Wittgenstein an.

Langenbach beginnt mit dem Hinweis darauf, dass in unserer Branche  Tausende Lehrkräfte vor dem finanziellen und beruflichen Aus stünden. Die Lage sei generell miserabel und prekär. "Wir haben keine Planungssicherheit und arbeiten in ständiger Ungewissheit, ob unsere Träger weiter Kurse vom BAMF finanziert bekommen. Wir arbeiten mit dem Damokles-Schwert im Nacken und sehen einer unter den derzeit gegebenen Bedingungen unausweichlichen Altersarmut ins Gesicht. (…) In Deutschland gibt es rund 2.200 Träger für Integrations- und Berufssprachkurse. Derzeit arbeiten mehr als 15.000 Lehrkräfte in den Sprachkursen des Bundesamtes. Von Seiten der Bundesregierung wird immer wieder betont, wie wichtig unsere Arbeit doch sei. Aber ähnlich wie beim Pflegepersonal und den Ärzten in Krankenhäusern oder den Einzelhandelskaufleuten hilft auch unserer Branche kein Dankeschön!“. Integration ist eine Daueraufgabe für ein Einwanderungsland wie Deutschland und hier muss es sinnvolle und faire Dauerlösungen geben anstatt der Gewissheit auf Altersarmut."

Dann geht der Kollege auf die Corona-Krise und Soforthilfe ein. "Das Geld soll für drei Monate reichen, darf aber größtenteils nur für Betriebskosten genutzt werden, die wir als Solo-Selbstständige natürlich nur in geringem Maße haben. Jetzt haben wir Ende Mai 2020. Ich lebte schon vor dem Shutdown sehr sparsam. Der Gürtel war schon vor dem Shutdown zu eng geschnürt, Rücklagen konnten kaum angespart werden. Aber je länger dieser Zustand für uns anhält, je länger wir nicht arbeiten können, desto enger wird der Gürtel und die Luft knapper. Letzte Ausfahrt: Antrag auf ergänzende Hartz IV-Leistungen nach dem Sozialschutz-Paket -  Existenzsicherung á la Hartz IV“. (…)

(as)

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Demo in Köln

Am Freitag vor Pfingsten demonstrierten ca. 120 Lehrkräfte und Mitarbeiter der VHS Köln für die Öffnung aller Kursräume des VHS-Studienhauses. Hintergrund der Kundgebung war die Entscheidung der Stadtspitze, 34 von 44 Kursräumen im Studienhaus dem städtischen Gesundheitsamt für seine Dienste zur Verfolgung von Infektionsketten zu überlassen. Der Unterricht, der in NRW seit dem 4.Mai wieder erlaubt ist, kann daher nur in sehr begrenztem Umfang wieder aufgenommen werden.

In der Eröffnungsrede eines Sprechers des Dozierendenrates hieß es: „Das städtische Gesundheitsamt hat bei der Bewältigung dieser Pandemie eine außerordentliche Bedeutung. Das wollen wir nicht in Frage stellen. Aber wie kann man in der Stadtspitze auf die Idee kommen, dass ein großer Teil des kommunalen Bildungsangebots kurzerhand auf die Straße zu setzen ist? Fest steht, kommunale Weiterbildung ist eine gesetzliche Pflichtaufgabe und kann nicht einfach so zur Disposition gestellt werden.

Im Studienhaus findet ein großer Teil der Integrationskurse statt. Die Teilnehmer in diesen Kursen werden zurzeit in 20 Online-Tutorien betreut. Viele von ihnen wollen unbedingt wieder in den Präsenzunterricht wechseln. Für einen Teil der Lernenden ist der Distanzunterricht geeignet. Aber besonders für die Geflüchteten unter den Kursteilnehmern ist die Rückkehr in einen geregelten Unterrichtsbetrieb außerhalb der prekären Wohnsituation wichtig.

Die meisten DaF-Lehrkräfte im Studienhaus leben von der Unterrichtstätigkeit. Das fehlende Raumangebot macht es ihnen unmöglich, unter Bedingungen des Gesundheitsschutzes ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Geben Sie diesen Lehrkräften wieder eine Perspektive und öffnen Sie das gesamte Haus wieder für den Unterricht! (…) Gewähren Sie endlich die von uns schon seit Jahren geforderte Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Niemand kann ein Interesse daran haben, dass sich das Virus weiter ausbreitet, weil Lehrkräfte aus Existenzangst krank in den Unterricht gehen.“

An die Rede des Kollegen schlossen sich weitere Wortbeiträge von Lehrkräften an, die ihre Situation darstellten, die chronische Unterfinanzierung der kommunalen Bildung beklagten sowie die Politik des BAMF kritisierten, das Konzept für die Fortsetzung der Integrationskurse auf die lange Bank zu schieben. Die RednerInnen mahnten bei der Stadt ein entschlosseneres Vorgehen an, Ersatzräume zur Verfügung zu stellen, alle arbeitnehmerähnlichen Lehrkräfte in Ausfallregelungen einzubeziehen und dafür zu sorgen, dass die VHS Köln nicht schwer beschädigt aus der Corona-Krise hervorgeht.

(km)

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BAMF: Keine Honorarreduzierung und kein Pendelunterricht

In Zusammenhang mit dem Trägerrundschreiben, in dem die Kursteilung genehmigt wurde, hat sich das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte am 19. Mai ans BAMF, BMI und BMAS gewandt und einige Fragen gestellt.

Das Sprecherteam begrüßte die Kursteilung, um die es selbst in einem frühen Schreiben gebeten hatte, und fragte, wer die sich aus der Teilung der Kurse ergebende Verdoppelung der Unterrichtseinheiten bezahle. Das Bündnis wies darauf hin, dass die Gruppenteilung entweder zu Lasten der Träger oder zu Lasten der Lehrkräfte gehen müsste, weil die Abrechnungsrichtlinien bis zum 30. Juni unverändert blieben.

Das Bündnis sprach sich dagegen aus,  dass eventuell beide Gruppen in zwei Räumen von derselben Lehrkraft unterrichtet würden. Das wäre in methodisch-didaktischer Hinsicht sehr schwer, würde für die Lehrkraft mehr Arbeit bedeuten, die vergütet werden müsste, und würde sich höchstwahrscheinlich auf den Lernerfolg besonders negativ auswirken.

Am 26. Mai hat das BAMF geantwortet. In seinem Schreiben steht u.a. geschrieben: "Es gelten bis zum 30.06.2020 ausschließlich die bisherigen Rahmenbedingungen zur Durchführung der Kurse. Sofern Kursgruppen auf Teilgruppen aufgeteilt werden, muss z.B. jede Teilgruppe durch eine eigene Lehrkraft unterrichtet werden; ein „geteilter“ Unterricht mit einer Gruppe in Stillarbeit ist nicht vorgesehen. Eine Vergütung der Mehraufwände durch eine Teilung, z.B. für zusätzliche Lehrkräfte, ist derzeit nicht möglich. Das Mindesthonorar für Lehrkräfte muss selbstverständlich unverändert eingehalten werden. Es obliegt dem Kursträger zu entscheiden, ob unter diesen Bedingungen die Aufnahme eines Präsenzkurses rechtlich zulässig, wirtschaftlich möglich und praktikabel durchführbar ist."

Das BAMF hat auch die Frage des Bündnisses nach der Überprüfung der Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln beantwortet. Die Bundesregierung und die Länder hätten sich darauf verständigt, dass allein die Länder für diese Regeln zuständig seien. "Verletzt ein Träger die örtlich geltenden Regeln, so riskiert er eine Sanktionierung durch das zuständige Gesundheitsamt. Da die Regelungen meist bußgeld- oder strafbewehrt sind, würde ein Verstoß gleichzeitig auch eine Verletzung

der Zulassungsvoraussetzungen darstellen, die das Bundesamt durch Abmahnung und/oder Entzug der Zulassung ahnden könnte."

Dank des Antwortschreibens des BAMF ans Bündnis und auch durch Erläuterungen das BAMF zu den FAQ vom 25. Mai sind nun die Lehrkräfte gut informiert und können auf merkwürdige Vorschläge mancher Träger entsprechend reagieren und auf die geltenden Bestimmungen hinweisen. Einige Träger haben nämlich schon Honorarreduzierung, Pendelunterricht (eine Lehrkraft unterrichtet gleichzeitig zwei Gruppen in zwei Räumen) und noch abenteuerlichere Maßnahmen vorgeschlagen. Sollte die Leitung an das Verständnis der Lehrkräfte für Einschnitte in diesen besonderen Zeiten und an die Solidarität appellieren, könnte man sie fragen, auf welchen Teil ihres Gehalts die Leitung und Verwaltung verzichten, um den Träger zu retten. Man könnte auch fragen, warum denn die SoDEG-Zuschüsse nicht beantragt wurden, die sowohl dem Träger als auch den Lehrkräften eine bessere finanzielle Situation garantieren. Wobei man beim SoDEG zugeben muss, dass das BAMF es den Trägern nicht leicht gemacht hat. 

(as) 

Bundestagspetition zu Soforthilfen für Selbstständige

Bild von Gundula Vogel auf Pixabay
Bild von Gundula Vogel auf Pixabay

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte unterstützt die Petition "Verlängerung und rechtssichere Ausgestaltung von Soforthilfen für Selbstständige" und ruft alle Kolleg*innen dazu auf, sie zu unterzeichnen. Die Petition wurde gestern veröffentlicht und läuft wie alle Bundestagspetitionen nur vier Wochen. Sie wurde von der  Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstständigenverbände (BAGSV)  eingereicht. 

Für die Lehrkräfte in der Erwachsenenbildung dürften folgende Stellen besonders interessant sein:

"Die Soforthilfen müssen verlängert, rechtssicher ausgestaltet und neben laufenden Betriebskosten auch die Lebenshaltung, Miete und Krankenversicherung als notwendige Ausgaben anerkannt werden. (….)

Die Bedingungen der aktuellen "Soforthilfen" unterscheiden sich je nach Bundesland und Zeitpunkt der Antragstellung erheblich. Die Rechtsunsicherheit ist so groß, dass viele Selbstständige bis heute keinen Antrag gestellt haben. Bei vielen wirken sich die Folgen der Corona-Krise zeitversetzt aus, aufgrund der zu kurzen Antragsfrist drohen sie leer auszugehen. (…)

Zudem deckt die Soforthilfe nur die bei Solo-Selbstständigen typischerweise niedrigen laufenden Betriebskosten ab. Für ihre eigentlichen "Kosten", nämlich für Lebenshaltung, Miete und Krankenversicherung, werden sie auf die Grundsicherung ("Hartz IV") verwiesen. Die Zusage, hier auf eine Vermögensprüfung zu verzichten, wurde nicht eingehalten."

(as)

Grüne fordern Lebenshaltungskostenpauschale für Selbstständige

Die Bundestagsfraktion der Grünen fordert in ihrem Antrag, dass die Bundesregierung bei der Corona-Hilfe für Selbstständige nachbessert und dass mindestens ein monatlicher Pauschalbetrag in Höhe von 1180 € zur Deckung des Lebensunterhalts genutzt werden darf.

Außerdem soll bei der ALG-II-Beantragung die Vermögensprüfung bis Ende 2020 vollständig ausgesetzt werden, um Altersvorsorge zu schützen und um zu verhindern, dass Selbstständige unter Umständen von ihren Lebenspartner*innen finanziert werden müssen.

In der Begründung heißt es u.a.: "Zum Zeitpunkt der Abstimmung im Bundestag schien es selbstverständlich, dass für Selbstständige eine Anrechnung eines Betrages für die Lebenshaltungskosten als Unternehmerlohn möglich sei, denn bei diesem Personenkreis ist die Trennung zwischen Betriebs- und Lebenshaltungskosten alltagsfremd. Viele Freiberufler, (Solo-)Selbstständige, Kunst- und Kulturschaffende sowie Honorarlehrkräfte haben keinerlei Büro oder hohe Betriebskosten. Ihre Betriebsmittel sind immateriell, nämlich ihre Ideen und ihre Fähigkeiten. Trotz vieler Appelle, Petitionen, offener Briefe und parlamentarischer Anträge besteht die schwarz-rote Bundesregierung darauf, dass Selbstständige für die Lebenshaltungskosten Arbeitslosengeld II beantragen sollen."

(as)

Köln: Demo von VHS-Dozierenden

Der Dozierendenrat der Kölner VHS ruft zu einer Demonstration für die VHS an diesem Freitag, dem 29.05. um 15 Uhr auf dem Neumarkt auf. In dem Aufruf steht u.a. geschrieben: 
 "Seit vielen Wochen ist ein Großteil der Räume in der VHS zur Unterstützung des Corona-Krisenmanagements durch Mitarbeiter des Gesundheitsamtes belegt. (…) Jetzt aber müssen und wollen wir wieder arbeiten. Seit vielen Wochen befinden wir uns auch durch den Verdienstausfall in einer zunehmend bedrückenden Situation. (…) Für die Stärkung von sozialem Zusammenhalt und Integration als Ausdruck einer lebendigen und kritischen Zivilgesellschaft in Köln muss die VHS in allen Fachbereichen schnellstmöglich wieder geöffnet werden. 
Mehrere Hundert Dozierende sind auf die Räume der VHS und deren Verfügbarkeit seitens der Fachbereichsleitungen angewiesen, dies betrifft alle Standorte der Kölner VHS. Erschwerend kommt nun hinzu, dass sich viele öffentliche Schulen trotz der langjährigen Kooperation nicht in der Lage sehen, ihre Räume weiterhin für die VHS zur Verfügung zu stellen. (…) Das Angebot der VHS bricht perspektivisch zusammen – die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter viele Migranten, scheinen nicht wichtig zu sein. Das umfassende (sprachliche) Qualifizierungsangebot wird dringend benötigt. (…)

 

Wir demonstrieren: 

- für die zügige und umfassende Wiedereröffnung der VHS unter Einbeziehung der Dozierenden

- für ihren Ausbau und die Stärkung vor dem Hintergrund der Corona-Regelungen. Es braucht jetzt nicht weniger, sondern mehr VHS – benötigt wird dabei noch größere kommunale Unterstützung auch in finanzieller Hinsicht für Planungssicherheit der Dozierenden. In den aktuellen Zeiten müssen Kurse auch bei geringer Teilnehmerzahl stattfinden.

- für angemessene Kompensationszahlungen bei mündlich und schriftlich fixierten Verträgen, die coronabedingt nicht erfüllt werden konnten. (…)  

- für die Unterstützung all derer, die nicht die Möglichkeit haben, digitale Angebote wahrzunehmen (Teilnehmende und Dozierende)  

- für mehr Transparenz bei der Überführung des Präsenzunterrichts in digitale Formate und ein stärkeres Einbinden des Lehrkörpers bei dieser Aufgabe.  

- für den Ausbau von Festanstellungen statt der Abwälzung von Risiken auf die Dozierenden. 
 
Lebenslanges Lernen für alle braucht RAUM und BEGEGNUNG. (…) Die Dozierenden und Kursteilnehmer*Innen der VHS fordern die Stadt Köln und an erster Stelle deren Bürgermeisterin Frau Reker auf, ALLES dafür zu tun, dass die Wiedereröffnung JETZT und UMFASSEND geschehen kann. Derzeit ist der politische Willen zum HANDELN nicht hinreichend sichtbar.
Kommt bitte nur zu zweit auf den Platz und haltet während der Kundgebung den Abstand von 1,50m ein. (…)"

(as)

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Rettungsschirm für Erwachsenenbildung und Dozent*innen in Bayern

Das bayeriche Staatsministerium für Unterricht und Kultus informiert in seiner Pressemitteilung darüber, dass die Volkshochschulen und andere Einrichtungen der Erwachsenenbildung unter Wahrung der vorgeschriebenen Hygieneregelungen ab dem 30. Mai teilweise wieder öffnen dürfen. Kultusminister Michael Piazolo begrüßt diesen Beschluss ausdrücklich: „ (…) Die Erwachsenenbildung ist wichtig für unsere Gesellschaft. Gerade in Zeiten der Pandemie kommt der Erwachsenenbildung große Bedeutung zu.“

Außerdem beschloss die Regierung einen Rettungsschirm von 30 Millionen € für die Einrichtungen der Erwachsenenbildung und für dort arbeitende Solo-Selbstständige. „Gerade für die Dozenten, die oft mit großem persönlichen Einsatz in der Erwachsenenbildung tätig sind, ist das ein wichtiges Signal: Wir nehmen sie wahr und helfen. Denn wir wissen, dass für viele der Solo-Selbstständigen die Situation wirtschaftlich außerordentlich schwierig ist“, sagt Minister Piazolo.

(as)

Uni Bielefeld: Weiterbildendes Zertifikatsstudium DaZ

Screenshot, Flyer der Universität Bielefeld
Screenshot, Flyer der Universität Bielefeld

Die Universität Bielefeld bietet ein (kostenloses) Weiterbildendes Zertifikatsstudium Deutsch als Zweitsprache (WBSDaZ) an. Das Zertifikat wird vom BAMF als verkürzte und unverkürzte Zusatzqualifikation (Integrationskurse) anerkannt.

Das WBSDaZ richtet sich an Lehrkräfte, die als „Neulinge“ oder Quereinsteiger*innen oder auch als erfahrene Lehrkräfte Fachkenntnisse aufbauen oder auffrischen möchten, Impulse für ihre didaktische Praxis bekommen und den Erfahrungsaustausch mit anderen Kolleg*innen verschiedener Institutionen nutzen möchten.

Der unten befindliche Flyer bietet einen Überblick das Programm. Ausführlichere Informationen über WBSDaZ und die Kontaktdaten befinden sich unter dem Link: http://www.bised.uni-bielefeld.de/bi-connected/daz 

Das nächste Basismodul wird schon im Juni 2020 beginnen.

(as)

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"Coronakrise trifft Honorarkräfte hart"

Die Westfälische Rundschau berichtete vor einigem Tagen in Ihrem Artikel "Integrationskurse müssen noch warten" auch über die  ungerechten Arbeitsverhältnisse der DaFZ-Lehrkräfte im allgemeinen und ihre Probleme in der Corona-Krise im besonderen.

Ingo Langenbach von der Bündnis-Gruppe Siegen-Wittgenstein kritisiert die Uneinheitlichkeit, denn von Land zu Land, von Institut zu Institut seien die Bedingungen unterschiedlich. Meistens bekämen die Honorarkräfte nur Verträge für einen Kurs, teilweise sogar nur für einen Monat.

In einem Einwanderungsland wie Deutschland werde Integrationsarbeit immer da sein. Aufgrund der Wichtigkeit der Arbeit könne er die "Verhältnisse, in denen wir leben, nicht nachvollziehen“.

Die Corona-Krise habe die Lage verschärft. „Der Gürtel war schon vor dem Shutdown zu eng geschnürt, Rücklagen konnten kaum angespart werden“. Jetzt seien für die Honorarkräfte die Einnahmen von jetzt auf gleich komplett weggebrochen. Die Soforthilfe des Landes sei größtenteils nur für Betriebsausgabenvorgesehen, die die Honorarkräfte so nicht hätten. Wann und wie das Geld zurückgezahlt werden müsse, sei ebenfalls unklar.

(as)

München: Demo "Aktion Soforthilfe"

Bild: Thomas Hümmler, https://huemmler.de
Bild: Thomas Hümmler, https://huemmler.de

Am Samstag (16.05.) veranstalteten Deutschdozent*innen eine kleine Demo in München, an der sich ca. 60 Kolleg*innen beteiligten.

Im Flyer hieß es: "Wir sind eine Gruppe von Deutschlehrern (DaF-Dozenten)in München und protestieren gegen die Art, wie wir in der Corona-Krise behandelt werden. (…)

Unter großer Medienaufmerksamkeit hat der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder angekündigt, kleinen Unternehmern und Solo-Selbstständigen in der Corona-Krise „schnell und unbürokratisch“ zu helfen. (…) Als dann die Unternehmer und Solo-Selbstständigen kamen und tatsächlich Unterstützung beantragten, hat sich die Landesregierung und später auch der Bund das anders überlegt. (…)

Wir dürfen jetzt seit dem 16.3.2020 unserer Arbeit nicht nachgehen, die wesentlich für die Integration der MigrantInnen in unserer Gesellschaft ist. Sollen wir von unseren Ersparnissen leben und unserer Gehälter entbehren? Wie lange noch? Wir glauben nicht, dass das die Anerkennung ist, die unsere Arbeit verdient.

Wir fordern daher, dass man die Honorare in Form von mindestens 75 % unseres durchschnittlichen Einkommens an uns weiterzahlt und für die Monate des Ausfalls erstattet. Der Ausgleich unseres Einkommensausfalls sollte verpflichtend sein und nicht unseren Auftraggebern als freie Option empfohlen werden, wie es das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge tut! Die Zeit vergeht und wir stehen mit leeren Händen da. Wir sind kein Spielball für Politiker-Willkür!"

(as)

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Offener Brief: Herr Altmaier, bitte wachen Sie auf und handeln Sie!

Screenshot des VGSD-Videos von Nico Aguirre auf Youtube
Screenshot des VGSD-Videos von Nico Aguirre auf Youtube

Der VGSD (Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland) hat heute einen Offenen Brief an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier gesandt. Passend zum Titel "Herr Altmaier, bitte wachen Sie auf und handeln Sie!" wurde dem Minister auch ein großer Wecker, der auf „5 nach 12“ steht und einem Video zu sehen ist, zugeschickt.

Der Offene Brief, mit dem sich das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte solidarisiert, ist relativ hart im Ton, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass die bisherigen Gespräche mit der Bunderegierung und Schreiben von zahlreichen Verbänden und Organisationen (auch vom Bündnis) wenig genützt haben und einige Versprechen der Bundesregierung gebrochen wurden.

Im Brief wird auf viele Punkte eingegangen. Für die DaFZ-ler wäre wohl folgendes am interessantesten:

"- Warum verknüpfen Sie Ihre „Soforthilfe“ mit Bedingungen, die dazu führen, dass die Bundesländer – gegen ihren ausdrücklichen Willen – nur einen kleinen Teil der tatsächlichen Kosten der Solo-Selbstständigen übernehmen dürfen? 

- Warum nehmen Sie uns die Möglichkeit, unser Geld selbst zu verdienen und verweisen uns dann zur Deckung unseres Existenzminimums auf Hartz IV – statt sich, wie versprochen, schnell und unbürokratisch an den im Interesse der Allgemeinheit herbeigeführten Schäden, zumindest teilweise, zu beteiligen? Damit wir nicht nur laufende Betriebskosten (die vielen Soloselbstständigen im Home-Office kaum entstehen), sondern auch ansatzweise Kosten für die Lebensführung decken können?

- Warum lassen Sie es zu, dass Bundesmittel in jedem Bundesland und je nach Antragszeitraum nach ganz unterschiedlichen Bedingungen vergeben werden? So dass Rechtsunsicherheit, Ungerechtigkeiten und Wettbewerbsverzerrungen programmiert sind? 

- Warum lassen Sie zu, dass wir als Leistungsträger der deutschen Wirtschaft in Hartz IV gedrängt werden?

- Warum versprechen Sie vor den Medien, es gäbe sechs Monate lang keine Vermögensprüfung bei der Grundsicherung? Um dann eine kleinteilige Prüfung zu etablieren, die dazu führt, dass Selbstständige und ihre Familien kurz vor der Rente ihre Altersvorsorge aufbrauchen müssen, statt unbürokratisch Hilfe zu erhalten?

- Warum sprechen Sie öffentlich von einer vereinfachten Antragstellung, die dann bei den betroffenen Selbstständigen inklusive der Anlagen 100 Seiten und mehr umfasst – spätere Prüfungen und Nachweise noch nicht eingeschlossen?

- Warum lassen Sie zu, dass ein Großteil der zuständigen Stellen noch nicht einmal diese „vereinfachte Prüfung“ praktiziert?"

Der Offene Brief endet mit der Aufforderung, sich an die Zusagen zu halten und die kleinen Selbstständigen mit demselben Respekt behandeln und ihnen die gleiche Priorität zu geben wie der Minderheit der großen Unternehmen. "Wenn  Sie uns die Hand reichen und ohne weiteren Zeitverlust für eine faire Teilung der Corona-Lasten sorgen, werden wir mit anpacken."

Der VGSD ruft dazu auf, seinen Offenen Brief zu verbreiten und ihn eventuell auch an seine Abgeordneten zu schicken.

(as)

GEW und Bündnis DaF/DaZ stellen Forderungen zum Start der Kurse auf

Die Hamburger GEW fordert zusammen mit dem Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte in einem Beitrag, endlich gerechte Arbeitsverhältnisse in der Erwachsenenbildung zu schaffen. 

Detlef Zunker, Sprecher der Fachgruppe Erwachsenbildung der GEW Hamburg, erklärt: "Etwa 70 % der Lehrenden in diesem Bereich arbeiten auf Honorarbasis. Bei einer Erkrankung haben sie keinerlei Absicherung oder Lohnfortzahlung. Das ist schon zu normalen Zeiten ein Skandal. Bei einer Corona-Erkrankung droht ihnen der berufliche Ruin. Dieses Risiko können die Lehrkräfte unmöglich alleine tragen. (…) Die Träger müssen jetzt feste tariflich geregelte Arbeitsverhältnisse für ihre Lehrkräfte schaffen! (…) Bis dahin muss gesichert werden, dass auch die Honorarkräfte eine hälftige Beteiligung an der Krankenversicherung erhalten sowie eine Weiterzahlung der Bezüge, analog der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall."

Dirk Mescher, Geschäftsführer der GEW Hamburg, fügt hinzu: "Da wegen der vielfach beengten Raumsituationen volle Kurse nicht abstandsgerecht durchzuführen sind, fordern wir von den staatlichen Finanzierern wie BAMF und Bundesagentur von Kursen die Verdopplung der Teilnehmer*innenzuschüsse. Nur so wird gesichert, dass Kurse unter Corona-Regeln stattfinden können und von den Trägern auch Unterricht in kleinen Gruppen wirtschaftlich durchführbar ist.“

Hierzu erläutert Dr. Claudia Liehr-Molwitz aus dem Sprecherteam des bundesweiten Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte: „Entgegen der Ankündigung der Bundesregierung prüft das Jobcenter minutiös, was freiberufliche Lehrkräfte auf dem Konto haben. Es dauert bis zu einem Monat, bis ALG II bewilligt wird. Einerseits wollen wir schnell wieder unterrichten, andererseits haben wir Angst vor Ansteckung, da viele Träger nur über kleine, enge Räume verfügen. Wovon sollen wir denn leben, wenn wir krank sind oder einfach wegen Husten oder Fieber von unseren Auftraggebern nach Hause geschickt werden? Deshalb unterstützen wir die Initiative der GEW Hamburg nach gerechten Tarifverträgen und einer Absicherung des Gesundheitsrisikos in der Coronazeit auch für die Honorarbeschäftigten.“

(as)

BAMF: Start der Präsenzkurse in drei Stufen

Das BAMF stellt im aktuellen Trägerrundschreiben einen Stufenplan zur Fortführung der unterbrochenen bzw. Start neuer Integrations- und Berufssprachkurse vor.

"1. In einem ersten Schritt können, soweit dies nach den jeweils geltenden landesrechtlichen und/oder kommunalen Regelungen zulässig ist, Präsenzkurse starten oder wiederaufgenommen werden, die unter Einhaltung der jeweils vor Ort geltenden Hygienebestimmungen durchgeführt werden können. (...)

2. In einem zweiten Schritt werden ab Mitte Juni 2020 die Wiederaufnahme des Deutschtests für Zuwanderer (DTZ) sowie des Tests Leben in Deutschland (LiD) ermöglicht – auch hier ist Voraussetzung, dass die jeweiligen landesrechtlichen Regelungen beachtet werden. Im Bereich der Berufssprachkurse sind ausschließlich die verschiedenen Prüfungsinstitute für die Wiederaufnahme des Prüfungsbetriebs zuständig.

3. In einem dritten Schritt wird das Bundesamt bis zum 01.07.20 auf der Basis des Rahmenkonzepts der Kultusministerkonferenz für die Wiederaufnahme von Unterricht in allgemeinbildenden Schulen (...) Anpassungen an den Vorgaben zur Kursdurchführung vornehmen."

In der den Berufssprachkursen gewidmeten Anlage befinden sich wichtige Einzelheiten: "Berufssprachkurse können weiterhin auch im virtuellen Klassenzimmer fortgeführt werden. Dies gilt ebenso für unterbrochene Berufssprachkurse, die bislang noch nicht im virtuellen Klassenzimmer durchgeführt werden. Zudem sind hybride Lernformen, also eine Kombination aus virtuellem Klassenzimmer und Präsenzunterricht in jeweils getrennten Teilgruppen, möglich. Darüber hinaus können Kurse der Kursart „akademischen Heilberufe“ auch weiterhin im virtuellen Klassenzimmer gestartet werden. In jenen Fällen, in denen der Präsenzunterricht aufgenommen werden soll, aber auf Grund der Vorschriften der Bundesländer zur Eindämmung der Corona-Pandemie (insbesondere von Regelungen zum einzuhaltenden Mindestabstand) der Kurs nicht in der ursprünglichen oder vorgesehenen Kursgröße im Präsenzunterricht durch- bzw. weitergeführt werden kann, kann dieser Kurs vom Kursträger in einzelne Teilgruppen geteilt werden."

(as)

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NRW: 2000 € der Soforthilfe für den Lebensunterhalt

Bis zu 2000 € der Soforthilfe können die Selbstständigen in NRW für den Lebensunterhalt verwenden. Das entschied das Land NRW am 12.05.2020. Die Solo-Selbstständigen, die ihren Antrag im März oder April gestellt haben, können einmalig 2.000 Euro der Corona-Soforthilfen nutzen, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Das Soforthilfeprogramm umfasst einen Zeitraum von drei Monaten.

Ursprünglich, bis zum 31.03., war das auch so vorgesehen und war auf der Webseite des NRW-Wirtschaftsministeriums so zu lesen. Wer als Solo-Selbständiger bereits im März die Corona-Soforthilfe des Landes beantragt hatte, der konnte davon ausgehen, einen Teil des Geldes auch für den Lebensunterhalt verwenden zu können.

Erst am 01.04.2020 erschien auf dieser Seite die Einschränkung, nur betriebliche Kosten dürften berücksichtigt werden, verantwortlich für die Einschränkung war der Bund. Viele Betroffene mussten befürchten, die Soforthilfe komplett zurückzahlen zu müssen, obendrein das Risiko eines Subventionsbetrugs einzugehen und nicht zu wissen, wovon sie ihren Lebensunterhalt bestreiten sollten.

Laut Bundesregierung sollten Betroffene, die auch Hilfen für den Lebensunterhalt benötigen, Grundsicherung beantragen, also Arbeitslosengeld II.

(hs)

Antragsfrist läuft langsam ab

Der VGSD (Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland) rät in einem ausführlichen Artikel bestimmten Selbstständigen dazu, Entschädigung nach IfSG zu beantragen. 

Der Antrag muss aber innerhalb von drei Monaten ab Beginn der berufsbeschränkenden Maßnahme (z.B. Schließung von Trägern) gestellt werden. Höchstwahrscheinlich wird der Antrag zunächst abgelehnt, was schon oft passiert ist. "Die fristgemäße Anzeige des Entschädigungsanspruchs ermöglicht dir dann aber später die Möglichkeit, eine Entschädigung selbst gerichtlich durchzusetzen und so ggf. einen Präzedenzfall herbeizuführen (siehe unten), oder – was der häufigere Weg sein wird dann – mit Verweis auf eine solchen Entscheidung – außergerichtlich die Entschädigung zu erhalten."

Der VGSD berichtet in seinem Beitrag auch über ein erstes Gerichtsurteil, das Hoffnung macht. 

Im Artikel werden Bedingungen genannt, die zu erfüllen wären, um sich für einen Präzedenzfall zu eignen. Der VGSG bietet (seinen Mitgliedern) einen Musterbrief an, mit dem die Entschädigung beantragt werden kann.

(as)

Soforthilfe: Böses Erwachen?

Das Handelsblatt und die taz beschäftigen sich in ihren Beiträgen "Bund und Länder streiten über die Rechnung für die Soforthilfen" und "Unterstützung als Luftnummer" ausführlich mit dem Streit zwischen Bund und einigen Ländern über die Kosten der Corona-Hilfen.

Ende März einigten sich der Bund und die Länder darauf, dass das Geld vom Bund kommt, aber das Programm von den Ländern umgesetzt wird. Der Bund ist nun der Ansicht, dass einige Länder, vor allem NRW und Berlin, dabei jedoch teilweise großzügig über die Vorgaben des Bundes hinweggingen. Im Handelsblatt heißt es dazu: "Berlin, Nordrhein-Westfalen und einige weitere Bundesländer verzichteten auf eine tief gehende Prüfung, ob die Antragsteller alle Voraussetzungen für die Hilfen erfüllten. „Da ging es teilweise zu wie am Geldautomaten“, kritisiert ein hochrangiger Beamter aus der Bundesregierung. Es sei an fast jeden ausgezahlt worden."

Es geht vor allem darum, wofür die Soforthilfe verwendet werden darf. Während der Bund von Anfang an darauf hinwies, dass die Hilfe nur für Betriebskosten bestimmt ist und bei den Lebenshaltungskosten auf ALG II verwies, war das in einigen Bundeländern nicht klar, vor allem was die Zeit vor dem 1. April betrifft, als die Bundeshilfen mit den Länderhilfen zusammengelegt wurden. Laut der taz versprach Pinkwarts Wirtschaftsressort noch am 29. März im Internet, dass die Soforthilfe auch dazu dient, "das eigene Gehalt und somit den Lebensunterhalt zu finanzieren.“ In Baden-Württemberg wird auch heute ganz offiziell eine Pauschale für Lebenshaltungskosten in Höhe von 1180 € gezahlt.

(as)

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Freiberufler haben schlechte Karten

Die Main-Post befasste sich gestern in ihrem Beitrag "Freiberufler fallen durchs Raster" ausführlich mit der schwierigen Lage der Freiberufler in der Corona-Krise.

Zu Wort kommen zwei DaFZ-Lehrerinnen. Monika Schmidmeier und Ann-Kathrin Mahmoud sind Honorarlehrkräfte an der VHS Karlstadt (Bayern) und gehören dem Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte (Lokalgruppe Main-Spessart) an. Sie fühlen sich im Stich gelassen, denn von der Soforthilfe haben sie nichts. Gleichzeitig sehen sie aber, dass sich der Staat um andere Gruppen gut kümmert, indem er beispielsweise das Kurzarbeitergeld erhöht oder in Bayern die Künstler mit 1000 € unterstützt. "Das gönnen wir allen, nur wir Freiberufler werden vergessen." Das Beispiel Baden-Württemberg zeige auch, dass es möglich sei, im Rahmen der Soforthilfe auch Lebenshaltungskosten geltend zu machen. In ihrem fall bleibe leider nur Hartz IV.

Die beiden Kolleginnen haben sich schon vor einigen Wochen an den Landtag, Bundestag und die Bundeskanzlerin gewandt.

(as)

"Das ist würdelos!"

Bild von vanleuven0 auf Pixabay
Bild von vanleuven0 auf Pixabay

Umorientieren oder weitermachen? Wie gehen Freischaffende im Kultur- und Bildungsbereich mit der Corona-Krise um? Unter dieser Frage hörte man die DLF-Sendung „Bildungsmagazin“ in der Reihe Campus und Karriere am 02.05.2020. Zu hören waren u.a. Sascha Rex, Grundsatzreferent Schwerpunkt Gesellschaftspolitik beim Deutschen Volkshochschulverband (DVV, Geschäftsstelle Bonn), tätig in der Erwachsenenbildung an der Uni Köln , Sarah Krispin, freischaffende Sängerin in Berlin sowie Lilia Felderritz, ZVA-Künstlervermittlerin an der BfA Köln.

So sind laut Sascha Rex an den Volkshochschulen etwa 200.000 Honorarlehrkräfte zu zählen, von denen etwa die Hälfte ihren gesamten Erwerb aus vhs-Kursen bezieht. Davon wiederum „betreuen“ ungefähr 10.000 Online-Tutoren über das vhs-Lernportal knapp 200.000Teilnehmende aus Integrationssprachkursen. Da es seit 2Jahren die vhs-cloud gibt, sei es nun 800 Volkshochschulen möglich, Online-Kurse anzubieten, darunter auch Initiativen wie „vhs daheim“. Im Fazit geht also der Unterricht für den Weiterbildungsbereich in online-Präsenz weiter. Über das Fortsetzen der Integrationssprachkurse gibt es die Möglichkeit, eine Entlohnung der Lehrkräfte fortzusetzen. Auf Initiative des Bundesministeriums für Forschung wurden in kürzester Zeit 500 Fortbildungen für Online-Tutorien für bisher unerfahrene Lehrkräfte ins Leben gerufen. Auch wenn das Bundesland Berlin beispielsweise den Honorarlehrkräften die abgebrochenen Kurse weiterzahlt, oder die NRW-Landesregierung beschlossen habe, ab 04.05. den Präsenzbetrieb wieder aufzunehmen, stehen doch auch die Länder in der Verantwortung und da die Volkshochschulen letztlich kommunale Einrichtungen sind, können sie nicht einfach selbsttätig werden und eigene Entscheidungen treffen, ob Honorare ausgezahlt werden, sondern sind eben abhängig von den Entscheidungen Dritter. 

(chh)

         

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Interview mit einer der Sprecherinnen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte

Die am 10.3.2020 erschienene Ausgabe des WILA Arbeitsmarkt befasst sich unter anderem mit dem Berufsfeld der DaF/DaZ-Lehrkräfte. Unter der Überschrift "DaF/ DaZ-Lehrende sind prekär beschäftigt" ist ein zweiseitiges Interview mit Dr. Claudia Liehr-Molwitz aus dem Sprecherteam des Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte zu lesen. Das Interview wurde bereits vor einigen Monaten geführt, deshalb wird dort die Corona-Krise nicht thematisiert. 

In der ersten Hälfte des Interviews berichtet Claudia Liehr-Molwitz zunächst über das Bündnis, das 2016 als Interessenvertretung für hauptberuflich tätige DaF/ DaZ-Lehrkräfte gegründet wurde, um sich für die Verbesserung von deren Arbeitsbedingungen einzusetzen, und das mittlerweile bundesweit über vierzig regionale Gruppen hat.

Dann kommen ausführlich die aktuellen Arbeitsbedingungen von selbstständigen und angestellten DaF/DaZ-Lehrkräften zur Sprache, die für beide Gruppen gleichermaßen schlecht sind: Bei 25 Unterrichtseinheiten pro Woche - mit Vor- und Nachbereitung entspricht dies circa 39 Zeitstunden - verdient man brutto circa 3.000 Euro. "Davon zahlen die Selbstständigen 100 Prozent der Renten-, Kranken- und Pflegekassenbeiträge, im Krankheitsfall gibt es keine Lohnfortzahlung. Und wenn ein Träger keine Anschlusskurse für die Lehrkräfte hat, haben sie auch keine Einnahmen. Somit tragen die Honorarkräfte das volle Betriebsrisiko der Träger. Netto bleiben ungefähr 1.500 Euro übrig, Krankheit und Pausen zwischen den Kursen nicht einberechnet. (…) Bei den Angestellten überwiegen 

(ar)

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Homeschooling? Digitaler Unterricht?

Bild von Jan Vašek auf Pixabay
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Zur FaDaF Auftaktveranstaltung vom 17.04.2020 und „Marburger digitalen FADaF-Thementagen“ am 24.-25.04.2020

Digitale Werkzeuge müssen im DaZ-Studium vermittelt werden, so die Bilanz der digitalen (!) Konferenz des FaDaF am 17.04.2020. Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte war unter fast 500 Teilnehmenden auch dabei!

Das brandaktuelle und zukunftsträchtige Thema "Digitalisierung" hängt in der Luft: In einer besseren Lage sind Einrichtungen und Lehrkräfte, die bereits vorhandene und laufende Online-Angebote und funktionierende Internetverbindungen zur Verfügung hatten, auch wenn sie früher weniger intensiv genutzt wurden, z.B. Lernplattformen. Der große Rest improvisiert digital aus der Not heraus. Man fühlt sich mit dem Problem Homeschooling ziemlich allein gelassen, so hörte man von den Lehrbeauftragten an Universitäten wie von den Lehrkräften im Schulbereich. Auch Wochen später gibt es wenig Verbindliches von den entsprechenden Gremien. In manchen Schulen wird im Kollegium zusammen überlegt und getestet im Rahmen dessen, was man weiß, was aus datenschutzrechtlichen Gründen in der jeweiligen Region X verboten ist. Wissenswertes aus dem Bereich erfährt man beim Deutschen Schulportal. Verbesserungsbedarf dort ist deutlich. DaF/DaZ-Lehrkräfte verbleiben größtenteils immer noch wie in Schockstarre, verfolgen Webinare zum Online-Unterricht oder warten ab, darüber nachdenkend, wie sie ihre Ausgaben in der nächsten Zeit noch sparsamer umplanen.

(sp)

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