Aktuell


Petition "Rettung der Integrations- und Berufssprachkurse"

Bild von Gundula Vogel auf Pixabay
Bild von Gundula Vogel auf Pixabay

Gestern wurde eine Petition gestartet, die sehr viele DaFZ-Lehrkräfte betrifft. In der von einem Kollegen veröffentlichten Petition "Rettung der Integrations-und Berufssprachkurse" wird zuerst darauf hingewiesen, dass die Situation im August 2020 für viele Teilnehmende und Lehrende frustrierend und unbefriedigend sei. Das zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) habe den Trägern der Sprachkurse zwar Möglichkeiten geboten, um die Kurse fortzusetzen, aber diese Optionen hätten alle mehr Nach- als Vorteile.

 

"Was könnte die LÖSUNG sein? Das BAMF sollte die Regelungen für Mindestteilnehmerzahlen in Sprachkursen vorläufig aussetzen und Kursteilungen mit dann zwei Lehrkräften ermöglichen. Vereinfacht gesagt: Aus bislang einem Kurs werden dann offiziell zwei Kurse. Natürlich kostet das mehr Geld und löst nicht alle Probleme wie Räumlichkeiten, aber gewisse Abstriche in dieser schwierigen Pandemie müssen gemacht werden.

Sehr geehrte Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, bitte handeln Sie jetzt im Sinne der Zuwanderinnen und Zuwanderer. Lassen Sie das zart wachsende Pflänzchen der teilweise erfolgreichen Integrationsbemühungen der vergangenen Jahre nicht vertrocknen. 

Bitte vergessen Sie unsere neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger nicht! Sie brauchen eine Perspektive, sie brauchen qualitativ hochwertigen Präsenzunterricht, um ein anerkannter und sich selbst finanzierender Teil der deutschen Gesellschaft zu werden."

(as)

Arbeitsgericht Stuttgart: Harter Kampf ums Urlaubsentgelt

Die Stuttgarter Zeitung berichtet in ihrem Artikel "Fronten zwischen VHS und Lehrerinnen verhärtet" ausführlich über den Streit dreier Kolleginnen, die der GEW und dem Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte angehören, mit der VHS Stuttgart ums Urlaubsentgelt (das im Beitrag unkorrekterweise "Urlaubsgeld" genannt wird). 

Der Streit dauert schon lange. Heute wurde er erneut vor dem Arbeitsgericht ausgetragen. "Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unterstützt die Honorarkräfte. Magdalena Wille von der GEW sagt, bei 25 Wochenstunden habe man eine volle Stelle. Und das beinhalte die Zahlung von Urlaubsentgelt. „Der Ausgang dieses Rechtsstreits hat bundesweite Auswirkungen.“ In diesem Punkt scheint ihr auch der VHS-Anwalt zuzustimmen: „Das Verfahren wird bis zum Bundesarbeitsgericht gehen.“

Die VHS-Leitung streitet die wirtschaftliche Abhängigkeit der Deutsch-Dozentinnen von ihrer Arbeit an der VHS ab. Da die Kurse nicht nahtlos ineinander übergingen und es zwischen den Kursen Vertragspausen gebe, bestehe kein durchgängiges Beschäftigungsverhältnis der Frauen bei der Volkshochschule. Es gebe also keinen Anspruch auf Urlaubsentgelt, meint der Anwalt der VHS. „Das kann ich nicht ganz nachvollziehen“, sagt der Vorsitzende Richter Stefan Funk. Die Klägerinnen würden nahezu ihren kompletten Jahresverdienst durch die Arbeit bei der VHS erzielen. Damit seien diese Einkünfte existenzsichernd. „Da bleibt nicht viel an Fragen offen“, so der Richter. Es gehe wohl nur um die Höhe des Urlaubsgelds. „Zwei Juristen, zwei Meinungen“, so der VHS-Anwalt lapidar." Die Klägerinnen wiesen auch darauf hin, dass andere VHS-en, wie Hamburg und Heidelberg, Urlaubentgelt zahlen.

Da es zu keiner Einigung kam, wird es einen weiteren Termin vor dem Arbeitsgericht geben.

(as)

Interviewpartner*innen für Analyse von Lehrwerken für Orientierungskurse gesucht

GEW: Bund und BAMF entziehen sich ihrer Verantwortung gegenüber den Lehrkräften

In den Trägerrundschreiben 09/2020 und 14/2020 gab das BAMF ein Maßnahmepaket bekannt, das für Integrations- und Berufssprachkurse die Flexibilisierung bei der Kursdurchführung sowie die Pandemie-Zulage in Höhe von 1.500 Euro je Kursabschnitt von 100 UE vorsieht.

Da die Infektionsschutz- und Hygienestandards infolge der Pandemie eingehalten werden müssen, entstehen den Trägern Mehraufwendungen, die eben durch jene Pandemie-Zulage gestützt und je Kursabschnitt beantragt werden sollen. Dabei ist auch dem BAMF nicht entgangen, dass den Lehrkräften didaktisch-methodische Mehrarbeit entsteht und diese vom Träger honoriert werden kann: mithilfe der Pandemie-Zulage.

Hier erfolgt der Einwand der GEW, dass "Bund und BAMF die Vergütung der Mehraufwände jedoch in das Ermessen der Träger" stellen. Daraus ist für Ansgar Klinger, dem GEW-Hauptvorstand im Organisationsbereich Berufliche Bildung und Weiterbildung, analog zu schließen: "Der Bund als Auftraggeber der Integrationskurse und das BAMF als organisierende Einrichtung entziehen sich wieder einmal ihrer Verantwortung gegenüber den Lehrkräften“. Deshalb sei es von Bedeutung, die Träger nicht nur mit einer auskömmlichen Finanzierung überhaupt in die Lage zu versetzen, die Lehrkräfte zu honorieren, sondern die Träger auch zu verpflichten, für ihre Lehrkräfte feste tariflich geregelte Arbeitsverhältnisse hervorzubringen.

(chh)

Arbeitslosenversicherung für Selbstständige?

Der MDR berichtet in seinem Beitrag "Volkshochschullehrer in Leipzig fordern Aufnahme in Arbeitslosen-Versicherung" über eine Aktion einiger Leipziger VHS-Kolleg*innen, die am Freitag  für eine Aufnahme in die Arbeitslosenversicherung demonstriert haben.

Vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen im Corona-Lockdown wollen die Lehrkräfte jetzt lieber monatlich in die Arbeitslosenversicherung einzahlen, um im Notfall abgesichert zu sein.

"Organisiert wurde die Demonstration von der Initiative "Lehrkräfte gegen Prekarität" mit Unterstützung der Gewerkschaft Ver.di. Mit Plakaten mit den Aufschriften "Wir wollen zahlen!" oder "Wir zahlen gerne für die Krise!" zog die kleine Gruppe Soloselbstständiger, die auf Honorarbasis beschäftigt ist, durch die Leipziger Innenstadt zur Agentur für Arbeit."

Die Leipziger Gruppe gehört nicht zum Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte. Das Bündnis hat sich bisher nicht mit dem Thema befasst. Es ist auch nicht klar, ob die Leipziger Gruppe eine Pflichtversicherung oder eine Erweiterung der bestehenden Regelung fordert. Soll sie für alle Soloselbstständigen gelten? Das Sprecherteam ist der Ansicht, dass ein so wichtiges und kontroverses Thema erst ausführlich unter den Lehrkräften bzw. im aus über 40 Gruppen bestehenden Bündnis diskutiert werden muss. Das kann schon am 7. November auf der in Hamburg stattfindenden Bundeskonferenz stattfinden.

Generell ist es schon jetzt möglich, dass Freiberufler*innen in die freiwillige Arbeitslosenversicherung aufgenommen werden. Einige Voraussetzungen können aber von vielen nicht erfüllt werden. Auf gruender.de oder selbststaendig.de befinden sich ausführliche Informationen zur freiwilligen Arbeitslosenversicherung und ihren Vor- und Nachteilen.

Vielleicht ist es jetzt für die Kolleg*innen, die einige Monate arbeitslos gemeldet waren und erst seit Kurzem wieder arbeiten, möglich, sich aufnehmen zu lassen, denn man könnte damit argumentieren, dass man erst jetzt selbstständig geworden ist. Ob das möglich ist, kann nur von der Arbeitsagentur beantwortet werden. 

(as)

VHS-Deutschdozentin verliert Prozess nach fristlosem Rauswurf

Vor dem Berliner Arbeitsgericht ist am 22. Juli 2020 die Klage einer freiberuflichen Deutschdozentin gegen die Volkshochschule Friedrichshain-Kreuzberg abgewiesen worden. Die Klägerin war im VHS-Jahresprogramm 2019 namentlich eingeplant und wollte nach einem fristlosen Rauswurf im Januar 2019 die ihr entgangenen Honorare von rund 18 000 € einfordern. Die klagende Kursleiterin wurde von ver.di Berlin-Brandenburg unterstützt. Sie war 27 Jahre als arbeitnehmerähnliche Deutschdozentin für Integration an der Berliner Volkshochschule Friedrichshain-Kreuzberg tätig. Nach einem Streitgespräch mit ihrem damals neuen Fachbereichsleiter über mangelnde Transparenz bei der Kursvergabe und Altersdiskriminierung hatte die damalige VHS-Direktorin der Dozentin per E-Mail jegliche weitere Zusammenarbeit aufgekündigt. Das Gericht entschied, dass weder die Nennung im Programmheft noch E-Mail-Absprachen einen wirksamen Vertrag darstellten.

 

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"Akademische Tagelöhnerei"

Deutschlandradio Kultur befasst sich in seinem Beitrag „Akademische Tagelöhnerei im öffentlichen Auftrag“ mit den Arbeitsbedingungen an den VHS-en.  Die Überschrift ist ein Zitat und stammt von der Vertretung der Berliner Volkshochschuldozent*innen.

Im Artikel kommen zwei DaFZ-Kollegen zu Wort. Joachim Lehmann weist auf die Bedeutung der Integrationskurse hin: „Diese Integrationsaufgabe, die könnte man heute auch als systemrelevant bezeichnen. Die wurde eben auch zu einem großen Teil von den Volkshochschulen geleistet.“

Dieter Hartmann von der Dozent*innen-Vertretung berichtet über die prekäre Lage:  „Es ist aufgrund der kurzen Arbeitsverträge – wir haben Honorarverträge in der Regel über vier Wochen – keinerlei Sicherheit darüber, wieviel ich im nächsten Monat arbeiten, obwohl ich mich im Programm zum Teil um bis zu einem Jahr vorher festlegen muss und auch keine andere Arbeit annehmen kann.“ Bei 25 Unterrichtsstunden pro Woche verdiene ein Kursleiter an der Volkshochschule etwa 1500 Euro netto im Monat. Aber nur, wenn man in einem BAMF-Kurs arbeitet, denn für die übrigen Kurse liegt der durchschnittliche Stundensatz nicht bei 35 €, sondern bei etwa 20 Euro.

Die Dozent*innen-Vertretung fordert höhere Honorare – nicht nur für Integrationskurse –, eine soziale Absicherung und eine tarifvertragliche Regelung. Das Berliner Abgeordnetenhaus forderte Anfang Juni den Senat auf, mit den Gewerkschaften über eine tarifvertragsähnliche  Rahmenvereinbarung zu verhandeln.

Im Beitrag kommt auch Juliane von Westerholt, die neue Direktorin des Deutschen Volkshochschul-Verbandes, zu Wort. Sie unterstützt im Prinzip die Ziele der Dozent*innen, betont aber auch, dass die VHS-Angebote für alle bezahlbar bleiben müssen. 

Bezüglich des Anspruchs der Dozentinnen und Dozenten auf normale Arbeitnehmerrechte meint sie: „Die Volkshochschule ist in ihrer Gründung auch eigentlich genau von dem Kompetenzgewinn ausgegangen, dass man die Menschen, die in ihrem Hauptberuf besondere Erfahrungen haben, engagieren kann, um ihre Kompetenz und ihre Problemnähe zu den Volkshochschulen vor Ort mit einzubringen und das sozusagen als nebenberufliche Tätigkeit zu machen.“
Kollege Hartmann weist darauf hin, dass die Zeiten sich geändert hätten. Heute sei der abendliche Kurs des Lateinlehrers an der Volkshochschule nicht mehr das typische Angebot: „Das mag nach dem Krieg, zu Beginn typisch gewesen sein für kleinere Volkshochschulen. Gibt es zum Teil immer noch, aber der wesentliche Stundenumfang, circa 70 Prozent der Stunden in Berlin, werden im Deutsch- und Integrationssprachkursbereich gemacht. Und es gibt über 800 Dozentinnen, die arbeitnehmerähnlich hier arbeiten.“

(as)

 

Berliner VHS-Deutschdozentin klagt nach fristlosem Rauswurf

Am Arbeitsgericht Berlin geht es am  22. Juli 2020 um eine Auseinandersetzung, die die prekäre freiberufliche Beschäftigung von Deutschdozent*innen an Berliner Volkshochschulen betrifft. Die Klage wird von ver.di Berlin-Brandenburg unterstützt. Die Deutschdozentin Inez S. (Name geändert) wurde Anfang 2019 nach 27-jähriger arbeitnehmerähnlicher Tätigkeit an der Volkshochschule Friedrichshain-Kreuzberg in Berlin von heute auf morgen per E-Mail rausgeworfen.  „Der Fall S. illustriert die Rechtlosigkeit von Honorarlehrkräften an den Berliner Volkshochschulen,“ sagt Beate Strenge, ver.di-Sprecherin in der VHS-Dozent*innenvertretung Berlin. „Das ist akademische Tagelöhnerei im öffentlichen Auftrag. Wir unterstützen unsere Kollegin, die eine Honorar-Erstattung und die Weiterbeschäftigung an der VHS verlangt“.

Über die Situation der Honorarlehrkräfte in der Pandemiekrise berichtet die taz am 21.7.2020. Im Deutschlandfunk-Radio wird am 22.7.20 um 14.35 in der Sendung "Campus und Karriere" über den Prozess berichtet.

(lg)

Wie hast du´s mit dem 5. Modell?

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte hat in seiner Stellungnahme die neuen Rahmenbedingungen für die BAMF-Kurse kritisiert. Auf die größte Ablehnung stößt das 5. Unterrichtsmodell: Präsenzunterricht mit einer Lehrkraft in zwei Kursräumen.

Das Bündnis empfiehlt allen  Kolleg*innen, sich nicht auf dieses Modell einzulassen oder, sollten sie sich dazu gezwungen fühlen, ein erheblich höheres Honorar zu verlangen.

Da wird von der Lehrkraft erwartet, dass sie zwei Gruppen in zwei Räumen betreut und sehr zeitaufwendige qualitative Mindeststandards einhält, ohne dass man ihr eine adäquate Zusatzvergütung in Aussicht stellt. Die Politik hätte nie gewagt, so etwas für die öffentlichen Schulen vorzuschlagen. Da wären die Lehrer*innen, Eltern, Gewerkschaften und Opposition auf die Barrikaden gegangen. Das passiert schon, und zu Recht, wenn die Lehrer eine Stunde mehr arbeiten sollen. Da sieht man zum wiederholten Male die Ungleichbehandlung der Erwachsenenbildung. Das BAMF selbst hatte ja noch im Mai einen Pendelunterricht ausgeschlossen.  Andere Argumente, z.B. Unvereinbarkeit mit dem Status als Freiberufler (Scheinselbstständigkeit), befinden sich   in der Stellungnahme des Bündnisses.

Was kann man also tun? Man könnte zusammen mit anderen Kolleg*innen einen Brief an seinen Träger schreiben und das 5. Modell anlehnen bzw. ein höheres Honorar verlangen, falls es wirklich nicht anders geht. Es gibt schon Träger, die z.B. 3 € oder 5 € mehr pro UE zahlen. Das Bündnis kann eine Vorlage für einen solchen Brief liefern. Man schreibe einfach an info@dafdaz-lehrkraefte.de Auch wenn der Brief nichts bringt, kann der Träger ihn in seinen Konferenzen mit dem BAMF thematisieren und darauf hinweisen, dass sich seine Lehrkräfte weigern, nach dem 5. Modell zu unterrichten. Wenn das viele Träger berichten, kann das BAMF es nicht ignorieren. Es geht auch darum. dass kein Präzedenzfall geschaffen wird, denn was wird als Nächstes passieren, wenn die Lehrkräfte das 5. Model schlucken?

Dann sollte man unbedingt die/den Integrationsbeauftragte/n seines Bundeslandes anschreiben und um ein persönliches Gespräch bitten. Da die neuen Rahmenbedingungen die Integration erschweren, sollten die Integrationsbeauftragten großes Interesse an dem Thema haben. Sie sollten gebeten werden, sich bei der Landesregierung dafür einzusetzen, auf die Integrationskurse Einfluss zu nehmen.  Das ist möglich über die Integrationsministerkonferenz und über den Bundesrat. Der Bundesrat hat sich schon mehrfach mit den Deutschkursen des Bundes beschäftigt. Das Bündnis kann ein Musterschreiben an die/den Integrationsbeauftragten zur Verfügung stellen. Sollte eine Gruppe des Bündnisses einen solchen Brief schreiben wollen, ist es wichtig, sich mit den anderen Gruppen seines Bundeslandes abzusprechen. Ein von vielen Gruppen unterzeichnetes Schreiben hat viel mehr Gewicht.

Es wäre noch denkbar, sich an das für die Integration zuständige Landesministerium wenden. Das ist in jedem Bundesland anders. In Niedersachsen ist das beispielsweise das Sozialministerium. Man kann jetzt auch endlich das tun, was das Bündnis schon seit Jahren empfiehlt: mit seiner/m Bundestagsabgeordneten sprechen, sie/ihn für unsere Probleme informieren und sensibilisieren sowie um Hilfe bitten. Seiner/ihrer Webseite lässt sich leicht entnehmen, wann die nächste Sprechstunde im Wahlkreis stattfindet.

Möglich wären natürlich auch Aktionen. In Leipzig, München, Köln und Mainz gab es schon welche, und es wurde über sie in den Medien berichtet. Wie wäre es mit der Beteiligung an der Foto-Aktion BAMF-FRUST der Leipziger Kolleg*innen?

Was kann noch getan werden? Man kann sich an die Medien wenden, vor allem an die lokalen. Es ist auch möglich, sich entsprechend auf der Facebook-Seite des BAMF zu äußern oder seine/n BAMF-ReKo anzuschreiben.

(as)

 

Stellungnahme zu den neuen Rahmenbedingungen für BAMF-Kurse

Bereits am 3. Juli hat das Sprecherteam des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte in einem Schreiben ans BAMF (und BMI sowie BMAS) Stellung zu den neuen Rahmenbedingungen des BAMF für die Integrations- und Berufssprachkurse genommen. Die Stellungnahme wurde einige Tage später an Integrationspolitiker*innen der CDU, FDP, Grünen und SPD, die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, den DVV, den FaDaF, die GEW und die meisten Mitglieder der Bewertungskommission des BAMF geschickt.

In der Stellungnahme steht u.a. folgendes geschrieben:

"mit großer Hoffnung haben die Lehrkräfte die neuen Rahmenbedingungen für Integrations- und Berufssprachkurse erwartet. Leider müssen wir feststellen, dass sie enttäuschend sind. (...)

Es ist auch aus unserer Sicht richtig, die Unterrichtsmodelle zu flexibilisieren. Leider hat das BAMF bzw. die Bundesregierung nicht für eine ausreichende Finanzierung einiger Modelle gesorgt.

Wir stimmen dem BAMF zu, dass das erste Modell (Präsenzunterricht in ausreichend großen Räumlichkeiten, Version Integrationskurse) die qualitativ beste Option ist. Wir verstehen aber nicht, warum das BAMF es den Trägern und Lehrkräften praktisch unmöglich macht, sich für diese Option zu entscheiden. Die Pandemie-Zulage in Höhe von 1500 € reicht nicht einmal aus, um bei einer Kursteilung eine zweite Lehrkraft für die im zweiten Raum zu unterrichtende Gruppe zu finanzieren. Allein für das Honorar wären mindestens 3500 € notwendig. Die Zulage ist auch zu niedrig, um einen neuen Kurs mit z.B. 10 TN zu finanzieren. Die meisten Räume bieten nicht mehr Menschen Platz, wenn der Abstand eingehalten werden muss. Da hätte, wie in den Alpha-Kursen auch, in allen anderen BAMF-Kursen die Mindestteilnehmendenzahl für die Garantievergütung auf 9-10 Personen gesenkt werden müssen.

Für eine Zumutung halten wir das fünfte Modell: Präsenzunterricht mit einer Lehrkraft in zwei Kursräumen. Da wird von der Lehrkraft erwartet, dass sie zwei Gruppen in zwei Räumen betreut und sehr zeitaufwendige qualitative Mindeststandards einhält, ohne dass man ihr eine Zusatzvergütung in Aussicht stellt. Das Bündnis empfiehlt den Kolleg*innen, sich nicht auf dieses Modell einzulassen oder, sollten sie sich dazu gezwungen fühlen, ein erheblich höheres Honorar zu verlangen.

(as)

 

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DaF/DaZ in der GEW-Presse: "Ohne Schutz"

Die GEW-Zeitschrift "E&W" befasst sich in ihrem Beitrag "Ohne Schutz" (Seite 30) mit der Lage der DaFZ-Lehrkräfte in der Corona-Krise. "In Zeiten von Pandemie, Abstandsregeln und digitalem Unterricht zeigt sich die lange bekannte prekäre Lage von Weiterbildnerinnen und Weiterbildnern besonders deutlich." 

Da die meisten Hilfen den Lehrkräften nichts oder wenig bringen, sind sie auf Hartz IV angewiesen. Ingo Langenbach von der Siegener Gruppe des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte hält es für politisch völlig verfehlt, Menschen wie ihn in die Grundsicherung  zu drängen: „Integration ist eine Daueraufgabe, Deutsch-Lehrkräfte gibt es nicht umsonst. Es muss sinnvolle Dauerlösungen und eine adäquate Entlohnung unserer Arbeit geben – anstatt der Gewissheit auf Altersarmut. Deshalb fordere ich, wie viele Kolleginnen und Kollegen, eine Gleichstellung mit Lehrkräften an öffentlichen Schulen.“

Laut Ansgar Klinger, im GEW-Hauptvorstand für Berufliche Bildung und Weiterbildung zuständig, zeigt sich aktuell „wie unter einem Brennglas“, was notwendig wäre: „Hauptberufliche Honorarkräfte, die Daueraufgaben erfüllen, sind unbefristet und qualifikationsadäquat anzustellen. Das gilt insbesondere, wenn es sich um Tätigkeiten im öffentlichen Auftrag handelt.“ 

Klinger übt scharfe Kritik am SodEG und an der Art und Weise, wie das BAMF den Präsenzunterricht wieder aufnimmt. Die GEW habe in einem Schreiben an das Bundesinnenministerium protestiert: „Wenn Gruppen geteilt werden, müssen auch die finanziellen Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass das stattfinden kann“

Lebenshaltungskostenpauschale auch in Thüringen und Bayern

Nach Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen zahlt nun auch Thüringen den Soloselbstständigen eine Lebenshaltungskostenpauschale.

 

Auf der Webseite des zuständigen Ministeriums steht geschrieben: "Außerdem sollen in Thüringen Soloselbständige, die die Zugangsvoraussetzungen zum Bundesprogramm erfüllen, zusätzlich einen Zuschuss zu den Lebenserhaltungskosten in Höhe von 1.180 Euro monatlich für maximal zwei Monate im Geltungszeitraum Juni bis August 2020 erhalten. Dafür stehen bis zu 20 Millionen Euro zur Verfügung."

 

In Bayern ist es möglich im Rahmen des Bayerischen Rettungsschirms Erwachsenenbildung bis zu 1000 € monatlich (für max. 3 Monate) zu erhalten. Es ist aber sehr kompliziert, und es können nicht viele Dozent*innen von dieser Hilfe profitieren. Einzelheiten gibt es in einem Infoblatt der GEW Bayern. Die Anträge sind bis zum 15. Juli über die Bildungsträger zu stellen.

(as)

Umfrage zu Sprachlern-Plattformen und Sprachlern-Apps

Das internationale, EU-finanzierte COST-Netzwerk „enetCollect“ („European Network for Combining Language Learning with Crowdsourcing Techniques“) führt aktuell eine Umfrage zu Sprachlern-Plattformen und Sprachlern-Apps durch! 

 

Ziel der Umfrage ist es, eine Bestandsaufnahme zu machen und einen umfassenden Überblick zu erhalten zu existierenden Plattformen und Apps fürs Sprachenlernen; vor allem weniger bekannte Seiten/Apps fürs Sprachenlernen sind gefragt! Die finale Liste wird im Anschluss der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

 

Es wäre natürlich wünschenswert, dass Personen aus Deutschland und Anwendungen zum Lernen der deutschen Sprache angemessen in der Umfrage repräsentiert sind.

Die Umfrage dauert lediglich ein paar Minuten und es gibt die Chance, Gutscheine im Wert von 20 bzw. 50 Euro zu gewinnen! Das es sich um ein internationales Netzwerk handelt, wird die Umfrage in diversen EU-Ländern durchgeführt und ist daher in englischer Sprache verfasst.

(tw)

Foto-Aktion: BAMF-FRUST

Die Initiative Leipziger Lehrkräfte gegen Prekarität, die nicht dem Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte angehört, hat vor einigen Tagen zu einer Foto-Aktion aufgerufen. Da es sich nicht um eine Aktion des Bündnisses handelt, sollten alle Einsendungen und eventuelle Fragen an die auf dem Flyer befindliche E-Mail-Adresse geschickt werden. 

 

𝑾𝒆𝒏𝒏 𝒅𝒂𝒔 𝒍𝒊𝒆𝒃𝒆 𝑩𝑨𝑴𝑭 𝒏𝒊𝒄𝒉𝒕 𝒘ä𝒓' ...

 

***𝗙𝗢𝗧𝗢-𝗔𝗞𝗧𝗜𝗢𝗡 : 𝗕𝗔𝗠𝗙-𝗙𝗥𝗨𝗦𝗧***

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen in BAMF-Kursen,

ihr kennt die derzeitige Misere: Als der Online-Unterricht im März begann, wurden uns vom BAMF zusätzliche Unterrichts-Einheiten in Höhe der abgeleisteten Online-UE für unseren Präsenz-Unterricht zugesichert. Dazu die Vorgabe, dass wir im virtuellen Klassenraum nur wiederholen und somit den Lernstand erhalten sollten. Nach ein paar Wochen hieß es von derselben Stelle, es gäbe Zusatz-Unterricht für den Präsenzunterricht nur nach gesonderter Antragstellung, und zwar bis zu 200 UE pro Kurs. Dazu kam nun die Info, dass die Zeit des Online-Unterrichts mit 125 bzw. 150 UE gedeckelt sei und wir jetzt gerne auch neues Wissen vermitteln könnten. Immerhin stand somit für alle ein Termin für das Ende des Onlineunterrichts fest. Zumindest bis es jetzt Ende Juni hieß, der Kurs könne bis zum Ende doch komplett online fortgeführt werden! Zusätzliche Unterrichts-Einheiten für den Präsenz-Unterricht gäbe es jetzt nur noch maximal 100 UE nach Antragstellung.

Wir sind also in zwei Monaten von der Position "Aller online-Unterricht zählt extra und die Prüfungsvorbereitung wird in Präsenz gemacht " hin zu "Es gibt maximal 100 UE dazu und die Prüfungsvorbereitung kann auch online gemacht werden" gerutscht - ohne ein einziges Mal gefragt worden zu sein, wie es uns damit geht, welche Probleme das mit sich bringt und wie sich die ständig veränderten Aussagen und Informationen auf unseren Unterricht und den Einstieg in das Berufsleben unserer Teilnehmer auswirken. Wir finden das unverantwortlich!

𝗪𝗶𝗿 𝗵𝗮𝗯𝗲𝗻 𝘃𝗲𝗿𝘀𝘂𝗰𝗵𝘁, 𝗱𝗮𝘀 𝗕𝗔𝗠𝗙 𝘇𝘂 𝗸𝗼𝗻𝘁𝗮𝗸𝘁𝗶𝗲𝗿𝗲𝗻, 𝗮𝗯𝗲𝗿 𝗲𝘀 𝘄𝗮𝗿 𝗳ü𝗿 𝘂𝗻𝘀𝗲𝗿𝗲 𝗙𝗿𝗮𝗴𝗲𝗻 𝘂𝗻𝗱 𝗕𝗲𝘀𝗰𝗵𝘄𝗲𝗿𝗱𝗲𝗻 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗲𝗿𝗿𝗲𝗶𝗰𝗵𝗯𝗮𝗿. 𝗡𝘂𝗻 𝗺𝗮𝗰𝗵𝗲𝗻 𝘄𝗶𝗿 𝗱𝗶𝗲 𝗞𝗿𝗶𝘁𝗶𝗸 𝗲𝗯𝗲𝗻 ö𝗳𝗳𝗲𝗻𝘁𝗹𝗶𝗰𝗵!

𝗪𝗶𝗿 𝘀𝗮𝗺𝗺𝗲𝗹𝗻 𝗳𝗼𝘁𝗼𝗴𝗿𝗮𝗳𝗶𝗲𝗿𝘁𝗲 𝗦𝘁𝗮𝘁𝗲𝗺𝗲𝗻𝘁𝘀 𝘃𝗼𝗻 𝗲𝘂𝗿𝗲𝗻 𝗘𝗶𝗻𝗱𝗿ü𝗰𝗸𝗲𝗻 𝘂𝗻𝗱 𝗙𝗼𝗿𝗱𝗲𝗿𝘂𝗻𝗴𝗲𝗻. 𝗚𝗲𝗺𝗲𝗶𝗻𝘀𝗮𝗺 𝗺𝗶𝘁 𝗲𝗶𝗻𝗲𝗺 𝗛𝗶𝗻𝘁𝗲𝗿𝗴𝗿𝘂𝗻𝗱-𝗔𝗿𝘁𝗶𝗸𝗲𝗹 𝗺𝗮𝗰𝗵𝗲𝗻 𝘄𝗶𝗿 𝗲𝘂𝗿𝗲 𝗞𝗿𝗶𝘁𝗶𝗸 𝗽𝘂𝗯𝗹𝗶𝗸!

Auch die Teilnehmer/innen sind gefragt: In unseren Kursen können wir als Lehrkräfte damit (nochmal) die derzeitige Situation thematisieren, denn vor allem bei uns landet der berechtigte Frust und Unmut der Teilnehmenden. Ihr könnt in euren Kursen besprechen, dass auch ihr darunter leidet und nichts für die willkürlichen Entscheidungen könnt. Gemeinsam mit den Teilnehmenden könnt ihr so euren Unmut deutlich machen (und nebenbei je nach Niveau Nebensatz- oder Nominalstrukturen mit vorgegebenen Redemitteln üben 😉 ).

Wir haben ein Aktionspapier und Kopiervorlagen dazu verfasst, die wir euch zukommen lassen können, wenn ihr uns eine Mail schreibt. Ansonsten könnt ihr wie im Flyer beschrieben einfach ein Blatt Papier beschreiben.

𝗙𝗿𝘂𝘀𝘁 𝗮𝗯, 𝗞𝗮𝗺𝗲𝗿𝗮 𝗮𝗻!

𝗪𝗶𝗿 𝗳𝗿𝗲𝘂𝗲𝗻 𝘂𝗻𝘀 𝗮𝘂𝗳 𝗲𝘂𝗿𝗲 𝗘𝗶𝗻𝘀𝗲𝗻𝗱𝘂𝗻𝗴𝗲𝗻!

Viele Grüße aus Leipzig

 

Alexandra Byner, Karl Kirsch, Franziska Keiditsch, Navina Baader

Initiative Leipziger Lehrkräfte gegen Prekarität in der Erwachsenen- und Weiterbildung

facebook: Lehrkräfte gegen Prekarität

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40 Euro pro Stunde

40 € pro Stunde! Nein, leider nicht für die Lehrer*innen im DaFZ-Bereich oder in der Erwachsenenbildung. Wie NEWS4TEACHERS berichtet, geht es um ein Nachhilfeprogramm des baden-württembergischen Kultusministeriums. Zehntausende Schüler sollen in den Sommerferien Wissenslücken schließen, die in der Corona-Pandemie entstanden sind. Es geht vor allem um Grundkompetenzen in den Fächern Deutsch und Mathe.

Die Nachhilfe soll vorzugsweise von den Lehrern, die die jeweiligen Schüler bereits kennen, erteilt werden. "Der Einsatz ist freiwillig. Das Ministerium lockt allerdings mit 40 Euro «Aufwandsentschädigung» pro Stunde – zusätzlich zum Gehalt. «Als kleines Honorar oben drauf», sagt eine Sprecherin."

Dieses Programm zeigt eindrucksvoll die prekäre Lage in der Erwachsenenbildung, der vierten und laut der Politik gleichberechtigten Säule des Bildungssystems, und vor allem die brutale Ungleichbehandlung im Bildungswesen. Während die Lehrer*innen in der Erwachsenbildung 20-35 € (in den Alpa-Kursen des BAMF 40) pro Stunde erhalten, bekommen die Lehrer*innen im Schuldienst zusätzlich zu ihrem Gehalt 40 € «Als kleines Honorar oben drauf".

Es geht hier nicht um Neid! Das Geld sei den Schullehrern gegönnt. Es geht um die eklatante Ungleichbehandlung und die Vernachlässigung  der Erwachsenenbildung. Wenn das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte oder die Gewerkschaften die Politik auf allen drei Ebenen um eine bessere Finanzierung der Erwachsenenbildung bitten, damit die Lehrkräfte wenigstens ein Durchschnittseinkommen erzielen, heißt es immer, dass es keinerlei Mittel im Haushalt gebe. Wenn aber etwas der Politik wichtig ist, dann finden sich sehr schnell Milliarden.

An der Unterfinanzierung der Erwachsenenbildung ist nicht das fehlende Geld schuld, sondern der fehlende politische Wille.  Auch die Naivität und Passivität vieler in der Erwachsenenbildung tätiger Kolleg*innen spielen dabei eine Rolle.

(as)

GEW: Neues Hilfspaket für freie Lehrkräfte in der Erwachsenenbildung

In der Pressemitteilung der GEW Baden-Württemberg vom 01.07.2020 spricht die Landesvorsitzende Doro Moritz von einem notwendigen neuen Hilfspaket für Solo-Selbstständige in der Erwachsenenbildung. In diesem Hilfspaket gefestigt sollten die Lebenshaltungskosten wie die laufenden Betriebskosten sein.

Das Land sieht eine Regelung vor, die den fiktiven Unternehmerlohn in Höhe von bis zu 1180 Euro je Monat berücksichtigt; denn jenem (Unternehmerlohn) wurde vom Bund bei den förderfähigen Kosten die rote Karte gezeigt.

So verficht die Bildungsgewerkschaft die Idee eines Betrags von 80% des monatlichen Vorjahresdurchschnittseinkommens für die drei Monate, die dem Soforthilfeprogramm Corona folgen, als unterstützendes Hilfspaket.

 

Infolge der Pandemie und ihrer Abstandsregelungen kann der Unterricht nur zögernd wieder vonstattengehen und auch die hybride Lernform als smartes Weiterbildungskonzept begreift sich noch in der Entwicklung.

(chh)

ZQ Alpha mit Online-Modulen

Ausschnitt aus dem Flyer der Uni Marburg
Ausschnitt aus dem Flyer der Uni Marburg

Universität Marburg führt im August und September 2020 eine weitere Zusatzqualifizierung Alphabetisierung mit Online-Modulen durch.

 

Da diese Zusatzqualifizierung ohnehin einen beträchtlichen Anteil an digitalen Selbstlernmaterialien enthält, müssten Teilnehmende lediglich an zwei Wochenenden Präsenzveranstaltungen in Marburg absolvieren.

 

Einzelheiten lassen sich dem unten befindlichen Flyer und der Webseite des Fachbereichs entnehmen.

(as)

 

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Baden-Württemberg zahlt weiterhin die Lebenshaltungskosten

Die Stuttgarter Nachrichten berichten in ihrem Artikel "Land springt der Wirtschaft zur Seite" darüber, dass Baden-Württemberg die Überbrückungshilfe des Bundes ergänzen wird, um z.B. den Soloselbstständigen zu helfen: 

"Das Land wird die Überbrückungshilfe des Bundes um eine landesspezifische Förderkomponente ergänzen, um zum Erhalt von Jobs beizutragen. Der Bund schließe einen Unternehmerlohn bei den förderfähigen Kosten explizit aus, erklärte Hoffmeister-Kraut. Deshalb werde das Land diese Förderlücke schließen und – wie schon bei der Soforthilfe Corona – auf Antrag einen fiktiven Unternehmerlohn in Höhe von bis zu 1180 Euro pro Monat berücksichtigen und auszahlen. Damit werde vor allem Solo-Selbstständige geholfen, die nur geringe Fixkosten haben."

Auch in Nordrhein-Westfalen gibt es eine Pauschale für den Lebensunterhalt. Dort beträgt sie 1000 €.

(as)

Neue Rahmenbedingungen für BAMF-Kurse

Das BAMF informiert in seinen Trägerrundschreiben für Integrationskurse 14/20 und für Berufsprachkurse 09/20   über neue Rahmenbedingungen für die Kurse ab 1. Juli.

Die Träger erhalten eine Pandemie-Zulage in Höhe von 1500 € pro Kursabschnitt (100 UE), um die mit der Einhaltung der Hygienauflagen verbundenen Mehrkosten decken zu können.

 

Um die Durchführung der Kurse zu erleichtern, hat das BAMF die Unterrichtsmodelle flexibilisiert:

Modell 1 (Präsenzunterricht in ausreichend großen Räumlichkeiten)

Modell 2 (Virtuelles Klassenzimmer)

Modell 3 (Präsenzunterricht mit Livestream-Übertragung in zweiten Kursraum)

Modell 4 (Präsenzunterricht mit zugeschaltetem virtuellen Klassenzimmer)

Modell 5 (Präsenzunterricht mit einer Lehrkraft in zwei Kursräumen)

 

Damit die Alphabetisierungskurse leichter stattfinden können, hat das BAMF die Mindestteilnehmendenzahl für die Garantievergütung auf 10 bzw. 8 Personen gesenkt.

 

In Anlage 3 (zu 14/20) informiert das BAMF über Regelungen zu Online-Tutorien, Fahrtkosten, Fehlzeiten, Test- und Meldestellen usw. Zu den Online-Tutorien veröffentlichte das BAMF inzwischen ein neues Trägerrundschreiben (15/20).

(as)

Hamburg: Scharfe Kritik an Senatsantworten auf eine Anfrage zu Deutschkursen

Kein Bedarf für die Verbesserung der prekären Arbeitsbedingungen? 

GEW und DaZ DaF Bündnis kritisieren in ihrer Pressemitteilung Senatsantworten auf eine Anfrage der CDU-Fraktion zur Weiterbildung

 

Am 19.6.20 beantwortete der Senat eine schriftliche kleine Anfrage der CDU Fraktion der Bürgerschaft zum Thema „Damit die Integration gelingt – Hat die prekäre Beschäftigung vieler DaZ/DaF-Lehrkräfte Auswirkungen auf das Angebot an Deutschsprachkursen?“ (Drucksache 22/520).

 

Die Antworten lassen befürchten, dass die schönen Worte des frischen SPD/GRÜNE Koalitionsvertrages nur Papier bleiben werden. Im Vertrag heißt es: „Die Koalitionspartner werden sich daher auf Bundesebene für eine Reform des Integrationskurssystems einsetzen, die das Ziel hat, den Zugang zu Integrationskursen auszuweiten, die Lernbedingungen zu verbessern und für bessere Arbeitsbedingungen bei den Lehrkräften zu sorgen“ (S. 117).

In Hamburg im eigenen Verantwortungsbereich sieht der Senat dagegen keinen Bedarf für Veränderungen der prekären Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte in der Weiterbildung.

 

So heißt es beispielsweise auf die Frage 22: „Plant der Senat für Daueraufgaben auch Dauerstellen zu schaffen? Plant der Senat für DaZ-Lehrkräfte, die hauptberuflich in dem wichtigen Bereich der Integration tätig sind, unbefristete Verträge nach TVöD sowie eine Faktorisierung des Unterrichts in Erwägung zu ziehen?“ lapidar „Nein“, obwohl der Senat selbst in seinen Antworten zugibt, dass allein bei der VHS 7,8% der DozentInnen mehr als 25 Unterrichtseinheiten pro Woche unterrichten und damit Daueraufgaben erfüllen. Nicht einmal Krankengeld oder Zuschüsse zur Sozialversicherung sollen für die Honorarkräfte mit Daueraufgaben gezahlt werden, wie es VHS in anderen Bundesländern längst tun (Frage 6 und 12). Für die Fragen zu allen anderen Trägern liegen dem Senat „keine Erkenntnisse vor“, obwohl die Stadt einen Großteil der Integrationskurse privaten Anbietern überlässt. Allein die Honorare der VHS, so die Absichtserklärung, sollen erhöht werden: „Die für Bildung zuständige Behörde wird in den Folgejahren die Praxis der kontinuierlichen Honoraranhebung im landesfinanzierten VHS-Angebot fortsetzen.“ (Frage 15).

 

 

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