Aktuell


Interviewpartner*innen für Forschungsarbeit gesucht

Wer kann und möchte helfen?  Eine Kollegin sucht Interviewpartner*innen für ihre Abschlussarbeit:

"Mit meiner Forschung werden die Integrationskurse im Zusammenhang mit der transformativen Lerntheorie von Mezirow untersucht. Dabei werden unterschiedliche Aspekte beleuchtet, z.B. die Wirksamkeit im Zuge der Integration, Verbesserungsmöglichkeiten usw.

Die untersuchte Zielgruppe sind Flüchtlinge, insbesondere mit traumatischen Erfahrungen. BAMF bietet hier eine Weiterbildung. Wie wirksam ist diese? Stellung der DaZ-Lehrkräfte? 

Gesucht werden DaZ-LehrerInnen, die mit Flüchtlingen arbeiten. Interviews können persönlich oder über digitale Medien erfolgen. Fragen sind semistrukturiert mit Open End. Dabei soll eine tiefgründige Erforschung erfolgen. Auch Themen, welche durch die Fragen nicht angesprochen werden, können sehr gerne erläutert werden. 

Ich benötige 10 InterviewpartnerInnen, wobei die Zahl nicht fix ist. Am besten wäre eine Mischung aus männlich aus weiblich. Mit BAMF-Weiterbildung zur Trauma und ohne.  Vielen Dank im Voraus!

Herzlichst, Ivana Benyamin (benyamin@gmx.eu)"

3. Februar, Hamburg: GEW-Veranstaltung „Working poor“ für Lehrkräfte unter staatlicher Regie

Nach dem im November stattgefundenen "Tribunal Weiterbildung" lädt die Hamburger GEW zu einer zweiten Veranstaltung ein: "Bündnis für gute Weiterbildung" am 3. Februar 2020, 19.00 - 21.00 Uhr im Curiohaus, Rothenbaumchaussee 15, Raum ABC"

Dieses Mal wird der Blick auf die Bundesebene und Bundespolitik gerichtet. "Denn viele Rahmenbedingungen für die Arbeit in der Erwachsenenbildung werden auf Bundesebene entschieden: Honorarhöhen von BAMF-finanzierten Kursen oder in Maßnahmen der Arbeitsagentur. Deshalb ist unsere Frage, welche Schritte wir auf Bundesebene tun und anschieben können, um aus dem „working poor“ herauszukommen. Lässt sich ein Bündnis für Weiterbildung organisieren, das die Arbeitsbedingungen deutlich verbessert?

Kernforderungen der GEW: Honorar 58 € pro Unterrichtseinheit, 38 € Mindesthonorar, max. 25 Unterrichtsstunden/Vollzeitstelle, Festbeschäftigung bei Regelaufgaben, Tarifpflicht bei Unternehmen, die öffentliche Aufträge erhalten."

Podium:

Petra Densborn, BBB,  Bundesverband der Träger beruflicher Bildung e. V.

Ansgar Klinger, OB Berufliche Bildung und Weiterbildung, GEW Hauptvorstand

Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn  (BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN)

Birke Bull-Bischoff (DIE LINKE)

N. N. (SPD)

N. N. (CDU)

Moderation:

Dirk Mescher, Geschäftsführer GEW Hamburg

Erstorientierungskurse. Bericht einer Kollegin

Erstorientierungskurse für Asylbewerber*innen mit unklarer Bleibeperspektive (EOK) sind für solche Menschen, die wenig Chancen auf Asyl und auf einen Integrationskurs haben. Solange ihr Asylverfahren läuft, sollen sie sich in Deutschland zurechtfinden können.  Die Kurse umfassen 300 UE und enthalten auch Exkursionen. Das BAMF lässt die Kurse über die Länder in Projekten durchführen. 

In einem solchen Kurs habe ich unterrichtet. Unsere Teilnehmenden waren schon länger – alle mindestens ein Jahr – in Deutschland und warteten eigentlich auf einen Deutschkurs – das sollten wir aber ja gerade nicht machen. Deshalb waren viele TN frustriert und blieben wieder weg. 

Wir konnten viele Exkursionen machen, Fahrtkosten und Eintrittsgelder wurden übernommen. Das war sehr schön, kostet aber in der Vorbereitung viel (unbezahlte) Zeit.

Zum Glück hatten wir TN, die für die anderen übersetzt haben. Sonst wäre es gar nicht gegangen. Ich habe immer Material in den Sprachen der TN gesucht und damit gearbeitet, zum Straßenverkehr, zur Ernährung usw. gibt es viel – wenn man Zeit zum Suchen hat.

Es gibt 11 Module, davon darf ich aber nur 6 auswählen, um sie zu unterrichten. Mehr Infos gibt es im Curriculum. Tatsächlich  wollte ich aber auf alle Themen eingehen, um die Fragen der TN beantworten zu können. Noch ist der Aufbau des Kurses sehr starr, das wird sich aber hoffentlich in Zukunft ändern.

Allerdings ist die Gruppe mit 20 Personen zu groß für einen Besuch im Supermarkt oder auf der Bank. Maximal 10 TN können mich hören und meinen Erläuterungen folgen. Das wird sich wohl nicht ändern.

Die Stunden und das Geld hätte ich gern während oder nach einem Integrationskurs, um dann genug Sprache zur Verfügung zu haben, um die anspruchsvollen Themen zu meistern.

Grundsätzlich finde ich die Idee, einen Kurs vor dem IK zu haben, sehr gut. Der sollte aber dann direkt nach der Ankunft der Menschen angeboten werden .

(lm)

Hamburger Bürgermeister Tschentscher leugnet prekäre Arbeit in BAMF-Kursen!

Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) leugnet die Notwendigkeit der Verbesserung prekärer Arbeit in der Weiterbildung. Auf der Wahlkampfveranstaltung  „Peter Tschentscher Live in Hamburg-Mitte“ am Donnerstag, den 16. Januar, wurde der Bürgermeister von einer Sprecherin des „Bündnisses  DaF/DaZ-Lehrkräfte“ gefragt, warum seine Regierung nichts gegen die prekären Arbeitsbedingungen  von  Lehrkräften unternimmt, die hauptberuflich Deutsch als Zweitsprache in Integrations- und Berufssprachkursen unterrichten und damit einen entscheidenden Beitrag zur Integration  von Migrant*innen leisten, obwohl er über die prekären Arbeitsbedingungen   schon vor einem Jahr im Rahmen der Veranstaltung „Tschentscher im Gespräch“  informiert worden sei. 

Tschentscher entgegnete, dass er die Informationen an die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration BASFI weitergeleitet habe. Die Antwort des Referenten habe ergeben, dass eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen nicht notwendig sei und in anderen Bundesländern würden die Arbeitsbedingungen der DaZ-Lehrkräfte ja auch nicht verbessert.

(clm)

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100 Jahre VHS in Berlin

Am 10.1.2020 wurden die 100 Jahre der Berliner VHS im Roten Rathaus gefeiert. Genau vor 100 Jahren wurde die Volkshochschule für Groß-Berlin an der Friedrich-Wilhelm-Universität – der heutigen Humboldt-Universität – offiziell gegründet.

Die ganztägige Veranstaltung vom 10.1.2020, an der sich zahlreiche Mitarbeitende, Kursleitende und Leiter*innen der Berliner Volkshochschulen sowie das Personalder Bildungsverwaltung beteiligt haben, bestand aus einer Fachtagung und einem Festakt.

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GEW: "Unhaltbare Zustände in den Volkshochschulen"

Die GEW berichtet in ihrem Beitrag „Unhaltbare Zustände in den Volkshochschulen“ über ein kurz vor Weihnachten in Karlsruhe stattgefundenes Treffen der GEW-Vorsitzenden Marlis Tepe und der baden-württembergischen GEW-Landesvorsitzenden Doro Moritz mit vier DaFZ-Lehrerinnen, die  von Magdalena Wille aus der Stuttgarter GEW-Zentrale Landesgeschäftsstelle der GEW Baden-Württembergs begleitet wurden. Die vier Kolleginnen, Marianne Althoff-Hanke, Lioba Geier, Clarissa Haziri-Hagner und Christiane von Schilling, gehören einerseits dem baden-württembergischen GEW-Landesarbeitskreis DaF/DaZ-Lehrkräfte, andererseits aber auch dem bundesweiten Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte an.

Die aus Mannheim und Stuttgart stammenden Kolleginnen berichteten über ihren Arbeitsalltag. „Der DaF/DaZ-Bereich stützt sich trotz vollmundiger politischer Bekenntnisse zur Wichtigkeit der Sprachförderung bei Geflüchteten und Zuwanderern auf Menschen, die mit viel Idealismus und Engagement unterrichten. Und die zum Dank mit prekären Beschäftigungsverhältnissen abgespeist werden.“ In dem über eine Stunde dauernden Gespräch wurden u.a. die Erhöhung des Mindesthonorars bzw. der Trägerpauschale, Mindeststandards für Festangestellte (z.B. Faktorisierung des Unterrichts), Urlaubsentgelt, Krankengeld und Altersarmut thematisiert. Bündnis-Sprecherin Haziri-Hagner fasste die prekären Beschäftigungsverhältnisse zusammen: „Kein Arbeitslosengeld, kein Krankengeld, kein Urlaubsentgelt. Und auf die 35 Euro, die wir pro Unterrichtsstunde bekommen, gehen über die Hälfte für Steuern und Abgaben drauf.“

(as)

 

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2020: Neue Regelungen für Selbstständige

Wie jedes Jahr gibt es auch 2020 neue Regelungen. Der VGSD (Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland) berichtet darüber auf seiner Webseite. Einige Regelungen betreffen auch selbstständige Dozent*innen.

Sehr wichtig ist die Erhöhung der Kleinunternehmergrenze von 17500 € auf 22000 €. Wer weniger umsetzt, braucht keine Umsatzsteuer zu zahlen. Es sind nämlich nicht alle Kurse davon befreit. Es gibt aber einen Haken: "Umsatztsteuerrechliche Kleinunternehmer können im Gegenzug die von ihnen auf Einkäufe bezahlte Umsatzsteuer (Vorsteuer) nicht geltend machen. Wenn also hohe mit Umsatzsteuer belastete Ausgaben anfallen, lohnt sich die Regelung nicht, entsprechend kann man auch formlos gegenüber dem Finanzamt auf sie verzichten."

Es gibt neue Rechengrößen in der KV und PV.  Die Mindestbemessungsgröße beträgt 1.061,67 Euro. "Diese ist für freiwillig (gesetzlich) versicherte Selbstständige von großer Bedeutung, weil sie auf diese mindestens Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge entrichten müssen – auch wenn sie tatsächlich weniger verdienen." Die Pflegeversicherung kostet jetzt 3,05 % bzw. 3,3 % für Kinderlose.

Für Dozent*innen, die viel geschäftlich unterwegs sind, ist die Erhöhung der Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwendungen wichtig. "Bei einer eintägigen Abwesenheit von mindestens 8 Stunden sowie am Anreise- und Abreisetag bei einer mehrtägigen Reise (keine Mindestabwesenheitsdauer erforderlich) beträgt der Pauschbetrag künftig 14 (statt bisher 12) Euro. Für Tage mit einer Abwesenheit von 24 Stunden gilt im Rahmen mehrtägiger Reisen künftig ein Pauschbetrag von 28 (statt bisher 24) Euro."

 (as)

"Dozent frisst Teilnehmer auf"

Der Tagesspiegel hat am 20.12.19 unter dem Titel "Dozent frisst Teilnehmer auf" ein Interview mit Frau Roggenhofer und Herr Bruns, Sprecherin und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Berliner VHS-Direktor*innen, veröffentlicht. Die Interviewpartner*innen wollen in erster Linie das Bild der 100 Jahre alten VHS auffrischen und betonen ihre zahlreichen innovativen Angebote.

Ihr Interview ist aber auch für die Dozent*innen interessant.

 

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Das Bündnis schreibt drei Bundesministerien an

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte hat Mitte Dezember das Bundesministerium des Inneren, das Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie das Bundesbildungsministerium angeschrieben und um Termine gebeten, um den zuständigen Politiker*innen die Petition "Gebt der Erwachsenen- und Weiterbildung eine Zukunft" zu übergeben. Das Bündnis wird bald auch einige Landesministerien anschreiben.

 

Die Petition wurde am 30. März 2019 anlässlich des 100-Jubiläums der VHS gestartet und am 30. November geschlossen. Sie wurden von 5637 Personen unterzeichnet. In der Petition fordert das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte neben einer besseren Finanzierung der Erwachsenen- und Weiterbildung auch eine Qualitätsoffensive für die Volkshochschulen, die konsequent beim Personal ansetzt:

- erhebliche Erhöhung der Honorare (orientiert an TVöD E 12)
- grundsätzlich feste Stellen für alle Daueraufgaben in der VHS, bei Lehrkräften nach TVöD E 12.

(as)

Wenn der Träger pleitegeht

Die Wochenzeitung "Kontext" befasst sich in ihrem Artikel "Mercedes unter den Deutschkursen stottert" mit der Insolvenz der Ifa-Akademie in Stuttgart. Der Träger entstand vor zweieinhalb Jahren, als das Institut für Auslandsbeziehungen  seine Deutschkurse  ausgelagert hat, und beschäftigte bis vor Kurzem noch ca. 40 Honorarlehrkräfte. "Nach der Insolvenz erhielten die Lehrkräfte sechs Wochen lang kein Honorar, dann schließlich 20 Prozent der ausstehenden Beträge als Abfindung." berichtet der Kontext. Was erwartet die Dozent*innen?  Der Insolvenzverwalter verhandelt mit einem Interessenten, der den Geschäftsbetrieb übernehmen möchte.

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte rät allen Kolleg*innen im Falle einer Trägerinsolvenz generell dazu, sich sofort beim Arbeitsamt zu melden. Unter Umständen bekommt man seinen Verdienst erstattet.

Im Artikel wird auch auf die prekäre Lage der Lehrkräfte eingegangen. Jahrzehntelang habe die öffentliche Hand auf die Kosten der Dozent*innen gespart. "35 Euro pro Stunde: Das mag auf den ersten Blick gut klingen. Doch zum Unterricht gehört auch die Vorbereitung – in der Regel mindestens nochmal eine Stunde, die nicht bezahlt wird. Freiberufler müssen Renten- und Krankenversicherung selbst abführen und von ihrem Honorar auch noch Steuern abziehen. Viel bleibt da nicht übrig."

Der Kontext erinnert auch an Probleme der Lehrkräfte bei anderen Trägern, z.B. 2010 beim Internationalen Bund für Sozialarbeit (IB). "Die Dozenten durften nur noch 15 Unterrichtsstunden pro Woche arbeiten und mussten nachweisen, dass sie ihre Rentenversicherung selbst tragen, weil die Rentenversicherungsanstalt dem IB eine Nachzahlung auferlegte."

(as)

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Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte im Radio

In der heutigen Sendung "Edjukation Projekt" (s. unten) von Radio ZuSa wurde eine der Sprecherinnen des Bündnisses, Dr. Claudia Liehr-Molwitz, interviewt.

Der Anlass war das Ende November in Hamburg stattgefundene "Tribunal Weiterbildung". Die Bündnissprecherin schilderte die prekären Arbeitsbedingungen der DaF/DaF-Lehrrkäfte: nur 1500 € netto in Vollzeit, keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, kein Urlaubsentgelt, Verdienstausfall beim Nichzustandekommen des Kurses und feste Stellen, bei denen die Lehrkräfte 40-50 UE pro Woche arbeiten müssen.

Dr. Claudia Liehr-Molwitz stellte dann die Hauptforderungen des Bündnisses vor: 60 € pro UE für Honorarkräfte und TVöD E11 bis E13 für Festangestellte.

(as)

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"Tribunal Weiterbildung" in Hamburg: Endlich Tacheles geredet!

Photos: Frederik Schlenk
Photos: Frederik Schlenk

Am 27. November fand in Hamburg eine von der dortigen GEW organisierte Podiumsveranstaltung "Tribunal Weiterbildung. Working poor für Lehrkräfte unter staatlicher Regie: Bestandsaufnahme - Was kann Hamburg tun?" statt, an der ca. 50 Kolleg*innen teilnahmen.

 

Laut dem GEW-Bericht begann es mit O-Tönen von  Lehrkräften in der Erwachsenenbildung, z.B. "Für eine volle Stelle muss ich 50 Unterrichtsstunden unterrichten – und das für 2900 Euro brutto monatlich. Die Vor- und Nachbereitungszeit wird gar nicht bezahlt!“ Dr. Claudia Liehr-Molwitz, eine der Sprecherinnen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte, konnte ausführlich die prekäre Lage der Lehrkräfte darlegen. Sie wies  darauf hin, dass es in de Weiterbildung kaum Betriebs- oder Personalräte gebe, weswegen die Interessenvertretung der Beschäftigten schwierig sei. 

 

Dr. Andreas Martin vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE) sorgte für Fakten und Zahlen: fast 700.000 Beschäftigte bundesweit  (etwa so viele wie im Schulwesen), ca. die Hälfte hauptberuflich, viele Scheinselbstständige, viele ohne  Sozialversicherungen, gut 70 % Akademiker*innen, die Einkommen im Schnitt niedrig.

 

"Neben dem Entsetzen über die dargestellten Bedingungen waren sich die Fachpolitiker*innen einig, dass die Weiterbildung in der letzten Legislatur zu wenig bis gar nicht im Fokus der Politik war. Das soll in der nächsten Legislatur dringend anders werden." heißt es in dem GEW-Bericht.

Kazim Abaci (SPD) wies auf die Wichtigkeit der Weiterbildung hin und kündigte eine Überarbeitung  des Hamburger Vergabegesetzes in Richtung auf Tarifbindung an.  Olaf Duge (GRÜNE) sprach über die Bedeutung lebenslangen Lernens. "Die Grünen werden sich für eine Bezahlung von Vor- und Nachbereitung in der Weiterbildung (Stichwort Faktorisierung der Unterrichtsstunden) einsetzen und die Möglichkeit prüfen, dass die Lehrkräfte sich über die Künstlersozialkasse oder ein ähnliches Solidarsystem versichern können." Marino Freistedt (CDU) war schockiert  über die Arbeitsbedingungen und meinte, die Auftraggeber sollten sich an der Sozialversicherung beteiligen. "Sabine Boeddinghaus (LINKE) kündigte eine Initiative ihrer Fraktion für ein Hamburger Weiterbildungsgesetz an und verwies darauf, dass die Regierungsfraktionen beispielsweise Anträge der Linken für Honorarerhöhung und bessere Ausstattung in der Volkshochschule trotz aller Sonntagsreden abgelehnt hätten."

 

Anja Bensinger-Stolze, die Hamburger GEW-Vorsitzende, stellte die GEW-Forderungen vor:

"1. Bundesratsinitiative für eine Tarifbindung bei öffentlich geförderten Aufträgen und Bildungsmaßnahmen

2. Hamburger Tariftreue-Gesetz

3. Erhöhung des Landeshaushaltes für Weiterbildung auf mindestens 1 % des Bildungsetats (von etwa 0,46 % 2014, GEW-Berechnung)

4. VHS:

- Erhöhung der Honorare der arbeitnehmerähnlich Beschäftigten von jetzt knapp 30 auf 38 € als absolut unterste Haltelinie und Überführung in sozialversicherungspflichtigen Festanstellungsverhältnissen  (langfristiges Ziel

- Zuschüsse zur Sozialversicherung

- Ausfallhonorar für Krankheit

- Finanzierung des Mehrbedarfes der VHS durch Erhöhung des Zuschusses der Landesregierung  

5. Einstiegsmöglichkeit aus dem DAZ-DAF-Bereich in den Schuldienst:

- Anerkennung des DaZ/DaF-Studiums als eigenständiges Unterrichtsfach

- Einstieg mit A bzw. E 11/ längerfristig auf A bzw. E 13 (nach Fortbildungsgarantie und Laufbahnbeschreitung [2 Fächer])"

 

Die Hamburger GEW-Chefin sagte: „Die Hamburger Politik muss endlich zur Kenntnis nehmen, dass es sich bei der Weiterbildung nicht vorwiegend um Hobbykurse handelt, sondern um hochprofessionelle Lehrtätigkeit in wichtigen gesellschaftlichen Bereichen. Die Arbeitsbedingungen sind dort vielfach skandalös. Das muss dringend anders werden, dafür wird die GEW weiter mit den Beschäftigten kämpfen!“

(as)

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Mannheimer Forscher*innen möchten das Sprachziel von Integrationskursen auf A2 senken

Die taz berichtet in ihrem Beitrag "Runter mit den Erwartungen" über eine Studie zweier Mannheimer Forschungsanstalten über Sprachkenntnisse der Absolvent*innen von Integrationskursen. 

Das Goethe-Institut und das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (IDS) kommen zu dem Ergebnis, „dass der weitaus größte Teil der Untersuchten das angestrebte sprachliche Zielniveau“, also B1, nicht erreicht. Es wurde in 38 Integrationskursen untersucht, über welche Deutschkenntnisse die TN am Kursende verfügten. Ergebnis: Weniger als die Hälfte beendete den Kurs überhaupt. Davon wiederum seien lediglich 2 Prozent „klar dem B1-Niveau“ zuzurechnen.

Ziel eines Integrationskurses sollte es laut Dr. Ingo Schöningh, Leiter des Mannheimer Goethe-Instituts, sein, dass ihn auch möglichst viele erfolgreich abschließen können.  "Deswegen fordern er und sein Forscherteam, das angestrebte Sprachziel von Integrationskursen von B1 auf das niedrigschwelligere A2 zu senken." heißt es in der taz.

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte hat sich bereits ausführlich dem BAMF und den zuständigen Politiker*innen gegenüber zu diesem Thema geäußert und vieles vorgeschlagen, um die Qualität der Kurse und Ergebnisse der TN zu verbessern: deutliche Verbesserung der Lage der Lehrkräfte, Einbeziehung der Expertise der Lehrkräfte, bessere Einstufungstests, differenziertere Kursformate, mehr Unterrichtsstunden für die TN, einfachere Möglichkeiten, die TN schon früh zurückzustufen, keine zentrale Zuweisung der TN und kein Trägerwechselverbot, C2 als Voraussetzung für Lehrkräfte, kostenlose Fortbildungen, technische Standards für Träger usw.  Das Bündnis hat auch darauf hingewiesen, dass der DTZ (Deutschtest für Zuwanderer) in vielerlei Hinsicht nicht ganz dem B1-Niveau des GER entspricht und dass die Lösung nicht in der Vereinfachung der Abschlussprüfung liegen kann.

(as)

Die Saarbrücker Grünen wollen mehr Geld für VHS-Dozenten

Die Grünen-Fraktion in der Regionalversammlung Saarbrücken hat Ende Oktober höhere Honorare für Dozent*innen der Volkshochschule beantragt. "Die Honorare sollten den Einkünften einer vergleichbaren Lehrkraft in tariflicher Anstellung entsprechen, für die ein Mindestlohntarifvertrag gilt." heißt es dazu in der  Saarbrücker Zeitung.

 

Laut der Grünen-Fraktionschefin Sandra Steinmetz liegen die derzeit vom Regionalverband gezahlten Dozenten-Honorare Stundensätze zwischen 16 und 28 Euro im Fachbereich Mensch und Gesellschaft oder zwischen 19 und 28 Euro im Fachbereich Fremdsprachen teilweise auf „Studentenjob-Niveau“. Von einer fairen Bezahlung könne bei der Volkshochschule derzeit keine Rede sein.

Die Grünen-Fraktion fordert daher eine bessere Vergütung für die VHS-Lehrkräfte. Für Steinmetz steht fest: „Wir brauchen Honorarsätze, die einer vergleichbaren Lehrkraft in tariflicher Anstellung entsprechen. Derzeit ist die Vergütung sogar meilenweit unter dem Mindestlohntarifvertrag für die Weiterbildung. Das muss sich dringend ändern. Wer den Weiterbildungsauftrag der Volkshochschule ernst nimmt, muss die Lehrkräfte auch fair bezahlen. Nur so kann man dauerhaft das hohe Niveau halten.“

Der Regionalverband  hat schnell zu der Forderung der Grünen Stellung genommen. Er zahle deutlich über den tariflichen Mindestsätzen.

(as)

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Zeitschriftenprojekt für DaZ-Lernende

Der Lehrerclub-Stiftung lesen veröffentlicht eine kostenlose Zeitschrift, die zwar besonders für die Sekundärstufe gedacht ist, die aber auch in den DaF-DaZ-Kursen für Erwachsene eingesetzt werden kann.

 

Auf dieser Seite sind Links zu Portalen mit Themen wie "Flucht, Migration, Asyl" zu finden.

Demo "Bildungsalarm!" in Köln! Auch mit DaF/DaZ.

Am 9. November 2019 fand in Köln eine breit angelegte Demonstration der GEW und verbundenen Gruppen statt: Bildungsalarm! Rote Karte für die Bildungspolitik! Es demonstrierten fast 300 Kolleg*innen aus Kitas, Schulen, OGS, Hochschulen und Erwachsenenbildung. 

Auch die DaFZ-Lehrkräfte kamen auf der Demo zur Wort. Eine Vertreterin des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte sagte u.a. folgendes in ihrer Rede:

"Aus Politikerkehle tönt es in aller Regel vollmundig, der Erwerb der deutschen Sprache sei DER wesentliche Schlüssel zur Integration. Auch stelle man sich gegen prekäre Arbeitsbedingungen, doch das Gegenteil ist der Fall. Auch wenn Herr Heil gerade durch Deutschland tourt und fragt, wie Leben und Arbeit vor Ort verbessert werden können, duldet sein Ministerium nicht nur prekäre Arbeit in seinen Berufssprachkursen, es fördert sie sogar: Verträge über 40 Unterrichtsstunden, sprich 50-60 Stunden pro Woche, ein Honorar unter dem Mindestlohn in der Weiterbildung und zumeist kein Urlaubsentgelt für arbeitnehmerähnlich Beschäftigte sind die nackte Realität.

So entziehen sich die staatlichen Auftraggeber der Integration - das BAMF, sprich das Innenministerium sowie das Arbeitsministerium komplett ihrer sozialen Verantwortung. Diese wird schlicht outgesourct - an externe Träger und eine miserable Finanzierungsdecke.

Somit arbeiten fast alle Lehrkräfte in diesen Kursen auf Honorarbasis. 5-wöchige Ketten-Verträge sind unsere prekäre Arbeitsrealität. Weiterhin: Keine Lohnfortzahlung bei Krankheit, keine bezahlten Urlaubstage, - auch für die Zahlung seiner Arbeitgeberanteile fühlt sich der Auftrag gebende Staat einfach nicht zuständig, - Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung gehen komplett zu unseren Lasten. (...)

Die Erwachsenenbildung und mit ihr die Integrationsaufgabe sind bundesweit massiv unterfinanziert. Ohne die notwendige finanzielle Ausstattung aber und ohne nachhaltige Beschäftigungsstrukturen bleibt das hehre Ziel von Integration, deren Basis der Erwerb der deutschen Sprache ist, nicht mehr als eine leere Worthülse. 

Das Fundament einer gesamtgesellschaftlich so unverzichtbaren Aufgabe wie der der Sprach- und Wertevermittlung im Rahmen der Integration braucht Arbeitsbedingungen, die Wert und Wichtigkeit dieser Aufgabe spiegeln und die die Sprach- und Wertevermittler, sprich die Kursleiterinnen und Kursleiter, nicht selbst ins gesellschaftliche Aus kicken! 

Wir sind keine Lehrerinnen und Lehrer dritter Klasse und wollen auch nicht so behandelt werden! Und deshalb stehen auch wir heute hier und zeigen den Verantwortlichen der Integrations- und Weiterbildungspolitik in diesem Land unsere Rote Karte!

Wir fordern: eine unserer Qualifikation und der Wichtigkeit unserer Aufgabe angemessene Entlohnung sowie sozialversicherungspflichtige Beschäftigung."

 (as) 

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Die 5. Bundeskonferenz des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte

Die 5. Bundeskonferenz des Bündnisses fand dieses Jahr in  Mannheim statt. Es nahmen Delegierte aus über 10 Städten teil.

 

Es wurde u.a. aus den Lokalgruppen und aus den einzelnen AGs berichtet, über die Agenda des Bündnisses fürs nächste Jahr gesprochen und über das Verhältnis zu Gewerkschaften nachgedacht.  Ein wichtiges Thema war auch die bei einigen Trägern stattfindende Stundenreduzierung.

 

Es wurde auch ein neues Sprecherteam gewählt. Die neuen Sprecherinnen sind Clarissa Haziri-Hagner (Stutgart), Dr. Claudia Liehr-Molwitz (Hamburg) und Hedwig Schulte (Düsseldorf).

(as)

Herbstakademie der GEW. Auch das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte war dabei.

Ende Oktober fand in Frankfurt am Main die diesjährige Herbstakademie der GEW statt. Das Thema war dieses Mal: „Gute Arbeit in der Erwachsenenbildung – Gewerkschaftliche Anforderungen an die Nationale Weiterbildungsstrategie“. Darüber diskutierten ca. 100 Expert*innen aus Wissenschaft, Weiterbildung, Verbänden und Politik.

 

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte wurde von einigen Kolleginnen aus Hamburg, Frankfurt und Stuttgart vertreten. Clarissa Haziri-Hagner, die Sprecherin des Bündnisses, diskutierte im Forum "Kurswechsel Integrationskurse

und Gesamtprogramm Sprache der Bundesregierung" mit. Die anderen Teilnehmer*innen des Forums waren beispielsweise Dr. Gunilla Fincke vom Bundesministeirum für Arbeit und Soziales und Josef Mikschl von der GEW Schleswig-Holstein.  Die Bündnis-Sprecherin thematisierte in ihrer Präsentation und in der Diskussion u.a. die Erhöhung des Mindesthonorars bzw. der Trägerpauschale, Mindeststandards für Festangestellte (z.B. Faktorisierung des Unterrichts, um Verträge mit 40 UE pro Woche zu verhindern), Urlaubsentgelt, Altersarmut und Qualifikation der Lehrkräfte.

 

Ansgar Klinger, der GEW-Weiterbildungsvorstand, zog in seinem Bericht zur Herbstakademie folgendes Fazit aus diesem Forum: 

- Prekäre Beschäftigung der Lehrkräfte muss beendet werden!

- Bessere Kontrolle der Träger, die für Regelverstöße vor Ort bekannt sind.

- Integrationskurse u. DeuFöV-Kurse müssen in die NWS (Nationale Weiterbildungsstrategie) „integriert“ werden.

(as)

Bundesrat macht Vorschläge zur Verbesserung der BAMF-Kurse. Kein Wort über die Lehrkräfte

Screenshot: bundesrat.de
Screenshot: bundesrat.de

Der Bunderat hat am 11. Oktober die Entschließung "Deutschkurse für Migrantinnen und Migranten erneuern“ erfasst.

Die Bundesregierung wird darin aufgefordert, folgendes zu tun:

-  Öffnung der Integrationskurse für alle geflüchteten Menschen,

- Für Teilnehmende ohne Schulabschluss oder Berufsausbildung sollte eine grundsätzliche Anhebung der Stundenzahl der Integrationskurse auf 900 Unterrichtsstunden erfolgen. entsprechend zu überarbeiten und zu erweitern.

-  Stärkere Flexibilisierung und weitere Modularisierung der Kurse.

-  Die Mindestteilnehmerzahl in den allgemeinen Integrationskursen sollte auf 10 und die Höchstteilnehmerzahl auf 22 reduziert werden.

- Die Einführung verbindlicher Zwischentests, die Durchführung obligatorischer Feedback-Gespräche und die Einführung flexibel einsetzbarer Auffangmodule innerhalb der Integrationskurse.

(as) 

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Fachtag Digitales Lernen für DaF/DaZ-Lehrkräfte

Am 16. November 2019 findet an der Münchner Volkshochschule ein „FACHTAG  Digitales Lernen - Digitale Begeisterung im Unterricht“ des MigraNet-Teilprojekts  "Berufsbezogenes  Deutsch"  statt. Er ist kostenlos und richtet sich an alle DaFZler, bundesweit und trägerübergreifend.

 

"Es erwarten uns internationale Expertinnen und Experten aus dem Bereich digitales Lernen, Bildung und Urheberrecht, die innovative Ansätze und Einsatzmöglichkeiten im virtuellen Kursraum aufzeigen sowie ein breites Angebot an praxisorientierten Workshops (App Quizlet, Arbeitsblattgenerator Tutory, Offene Bildungsmaterialien u.a.) zur Unterrichtsgestaltung."

(as)