Aktuell


Uni Marburg: ZQ Alphabetisierung mit digitalen Anteilen

Flyer Uni Marburg
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Das BAMF hat die Frist für die Durchführung der Zusatzqualifizierung  Alphabetisierung mit digitalen Anteilen nochmal bis Ende des Jahres  verlängert. Die Uni  Marburg  möchte  also gern im  November 2020  eine   weitere  

Zusatzqualifizierung Alphabetisierung mit Online-Modulen durchführen.

Ausführliche Informationen hierzu befinden sich auf der Webseite des Fachbereichs und im unten befindlichen Flyer.

"Wenn man in Alphabetisierungskursen unterrichten möchte, braucht man andere Herangehensweisen als in herkömmlichen Deutschkursen. Es wird nicht nur die Sprache vermittelt, sondern auch das Lesen und Schreiben. Zum Schriftspracherwerb müssen verschiedene Teilkompetenzen aufgebaut werden, dazu gehören das phonologische Bewusstsein, eine gute Lautwahrnehmung, motorische Fertigkeiten und vieles mehr. Die Lehrkraft muss unter anderem über unterschiedliche methodische Vermittlungsangebote verfügen, um die unterschiedlichen Lerntypen der Teilnehmer ansprechen zu können. In diesem Zertifikatskurs werden Sie auf diese besondere Arbeit und die Bedürfnisse dieser speziellen Zielgruppe vorbereitet."

(as)

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15 Jahre Integrationskurse: 15 Jahre prekäre Arbeit

Heute fand im Bundeskanzleramt der Festakt "15 Jahre Integrationskurse" statt. An dem Festakt nahm auch Dr. Claudia Liehr-Molwitz, einer der Sprecherinnen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte, teil. Sie konnte die Festgesellschaft über die  prekäre Arbeitssituation der DaF/DaZ-Lehrkräfte informieren sowie die Hauptforderungen des Bündnisses nennen.

Mit dem Jubiläum befasste sich heute ausführlich der Deutschlandfunk. In seiner Sendung "Campus und Karriere" (ab Min. 7:30) wurde über die schon am Dienstag stattgefundene Protestaktion der hannoverschen DaFZ-Lehrkräfte vor dem Niedersächsischen Landtag und über den Kursalltag einer Berliner Integrationskursleiterin berichtet.

 

Bereits am Montag hat das Bündnis folgende Pressemitteilung an die Medien und zur Kenntnisnahme an die für Integration zuständigen Politiker*innen (fast) aller Bundestagsfraktionen verschickt:

 

15 Jahre Integrationskurse: 15 Jahre prekäre Arbeit

 

Integrationskurse jähren sich zum 15. Mal. Aus diesem Anlass werden die Staatsministerin A. Widmann-Mauz und der Staatssekretär im BMI, Dr. Markus Kerber, würdigende Ansprachen halten und Ehrungen von herausragenden Kursteilnehmenden vornehmen. Informiert und diskutiert werden sollen der Stand und die Zukunft des Integrationssystems.

 

Auch das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte, eine bundesweite Vertretung von Lehrkräften für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache, ist eingeladen. Das Bündnis steht hinter den Integrationskursen, weist aber auf die großen Missstände im System hin und fordert Verbesserungen.

 

Clarissa Haziri-Hagner aus dem Sprecherteam des Bündnisses erläutert: „Die Lehrkräfte haben nicht viel zu feiern. Es sind aber vor allem sie, die eine erfolgreiche Integration ermöglichen, indem sie die gesellschaftlichen und kulturellen Werte vorleben, die Sprache Schritt für Schritt vermitteln und die Migrant*innen beratend begleiten. Dies geschieht für die Kursleitenden in den Integrationskursen unter prekären bis sittenwidrigen Bedingungen: Honorarstellen mit Honoraren unter dem Mindestlohn in der Weiterbildung, was nur ca. 1500 € netto pro Monat bedeutet, befristete feste Stellen mit bis 60 Stunden pro Woche, keine Honorarfortzahlung bei Krankheit, Vorenthaltung von Rechten (Urlaubsentgelt) usw."

 

Dr. Claudia Liehr-Molwitz aus dem Sprecherteam konkretisiert: „Wir fordern deshalb für Honorarkräfte wenigstens 60 Euro je Unterrichtseinheit und für Angestellte unbefristete Stellen mit Vergütung nach TVöD 12, langfristig 13. Gehalt und Honorar müssen entsprechend der Lohnentwicklung im öffentlichen Dienst dynamisiert und der Unterricht faktorisiert werden!“

 

Clarissa Haziri-Hagner fügt hinzu: „Träger müssen besser finanziert werden, damit sie in der Lage sind, ihre Lehrkräfte besser zu vergüten. Die Daueraufgabe Integration bedarf einer finanziellen wie wertachtenden Dauerstruktur!“ 

Medienberichte über die Protestaktion in Hannover

Der Deutschlandfunk berichtet  in seiner Sendung "Campus und Karriere" (ab Min. 7:30) ausführlich über die Protestaktion des Aktionsbündnisses DaF Hannover, die am Dienstag vor dem Niedersächsischen Landtag in Hannover stattfand. Auch h1, der lokale Sender aus Hannover, hat sich in seiner Nachrichtensendung "0511" (vom 16.09) mit der Aktion der hannoverschen Kolleg*innen befasst. In beiden Sendungen gelang es den interviewten Kolleginnen, die prekäre Lage in der DaFZ-Branche kurz und dennoch sehr überzeugend  zu skizzieren und einige Forderungen vorzustellen. In dem Bericht des Deutschlandfunks kommt auch Björn Thümler, der für die Erwachsenenbildung zuständige Minister für Wissenschaft und Kultur, zu Wort. An der Aktion vor dem Landtag beteiligten sich über 20 Kolleg*innen.

In der Presseeinladung der hannoverschen Gruppe des Aktionsbündnisses Hannover zur der Aktion stand u.a. geschrieben: "Entsprechend dem Motto „Unsere Taschen sind leer“ werden bei dieser Installation Lehrkräfte für Deutsch als Fremdsprache ihre im wahrsten Sinne des Wortes leeren Taschen vor dem Landtag präsentieren.

Kommende Woche findet im Bundeskanzleramt der Festakt „15 Jahre Integrationskurse“ statt. Doch leider haben die Lehrkräfte dieser Kurse nur wenig zu feiern. Die Corona-Krise hat ihre eh schon prekären Arbeitsbedingungen deutlich verschärft. Wer im Auftrag des Bundes Deutsch als Fremdsprache unterrichtet und damit das Fundament für eine gelungene Integration von Migrant*innen legt, wurde während des Lockdowns von der Politik im Stich gelassen. Die meisten Lehrkräfte hatten von heute auf morgen keine Einkünfte mehr und sind in Hartz 4 gerutscht. Das darf nicht sein, wenn man jahrelang im Auftrag des Bundes gesellschaftlich wertvolle Arbeitet geleistet hat.

Daher sieht das Aktionsbündnis DaF Hannover dringenden Handlungsbedarf vonseiten der Politik. Wir fordern eine Lebenshaltungskostenpauschale (wie es sie in anderen Bundesländern bereits gibt), damit auch DaF-Lehrkräfte von Soforthilfe profitieren, und endlich eine grundsätzliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen, um zukünftige Krisen überstehen zu können."

 (as)

Fotos:  

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GEW zum Festakt der Bundesregierung „15 Jahre Integrationskurse"

Die GEW fordert in ihrer Pressemitteilung zum heute im Bundeskanzleramt veranstalteten Festakt „15 Jahre Integrationskurse“ die Bundesregierung dazu auf, gerechte Arbeitsverhältnisse in den von ihr verantworteten Kursen der Integration zu schaffen. „Die Trägerinnen und Träger müssen in die Lage versetzt und verpflichtet werden, feste tariflich geregelte Arbeitsverhältnisse für ihre Lehrkräfte zu schaffen“, sagt Ansgar Klinger, Vorstandsmitglied für Berufliche Bildung und Weiterbildung beim GEW-Hauptvorstand.

"Wer in einem Festakt auf den Stand und die Zukunft des Integrationskurssystems blicken wolle, komme nicht daran vorbei, auf die skandalösen Beschäftigungsverhältnisse im öffentlichen Auftrag zu achten. Nach wie vor würden Honorarverträge unterhalb des Mindestlohnniveaus in der Weiterbildung anstelle einer Festanstellung in der Daueraufgabe Integrationskurs vergeben. Das bedeute kein Urlaubsgeld, keine Absicherung im Krankheitsfall und dass die Beiträge zur Sozialversicherung zu 100 Prozent alleine getragen werden müssten: „Für die Lehrkräfte in den Kursen ist Altersarmut heute schon programmiert“, so Klinger.

„Eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe – die Integration von Zugewanderten – wird von Menschen gestemmt, die ihre eigene Integration ins deutsche Sozialsystem als ungenügend erleben, ein Skandal in öffentlichem Auftrag!“, kritisiert der GEW-Weiterbildungsexperte. Jetzt sei die Zeit, eine der Qualifikation und Verantwortung der Lehrkräfte entsprechende tariflich gesicherte Beschäftigung herzustellen, die GEW sei zu entsprechenden Verhandlungen gesprächs- und vorschlagsbereit."

(as)

Berichte über Erfahrungen mit dem 5. Modell

Bild von Free-Photos auf Pixabay
Bild von Free-Photos auf Pixabay

Das Sprecherteam des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte bittet Kolleg*innen darum, über ihre Erfahrungen mit dem 5. Modell zu berichten. Das Bündnis möchte die Berichte bzw. eine Auswahl dem BAMF, BMI, BMAS, der Bewertungskommission für Integrationskurse, den für Integration zuständigen Politiker*innen, Gewerkschaften und Medien zuschicken. Natürlich werden die Berichte anonymisiert, sodass weder der Name der Lehrkraft und des Trägers noch die Stadt bekannt werden. 

Das Sprecherteam bittet die Kolleg*innen folgende Punkte in ihrem Bericht zu berücksichtigen: Niveau des Kurses, Mehraufwand für Vor- und Nachbereitung, Unterrichtsqualität und Lernerfolg, Reaktion der TN, Folgen für die Gesundheit der Lehrkraft. Wichtig wäre es auch zu schreiben, ob man vom Träger einen Anteil an der Pandemiezulage für die Mehrarbeit bekommt sowie wie der Träger auf eventuelle Einwände der Lehrkräfte und eine eventuelle Bitte um ein höheres Honorar reagiert hat. Die Berichte können an sprecherteam@dafdaz-lehrkraefte.de geschickt werden.

Hier befindet sich als Beispiel der Bericht einer sehr erfahrenen Kollegin aus Süddeutschland:

 

"Erfahrungsbericht mit Modell 5 in Modul B1/1 und B1/2 – Schnelllerner

 

Seit 3 Wochen arbeite ich nach Modell 5. Für die Vorbereitung benötige ich ca. 1 Std., da ich versuche mit Hilfe eines genauen Zeitplans beide Gruppen mit demselben Lernstoff zu bedienen. Ein optimaler Zeitplan ist mir bisher noch nicht gelungen, ich feile jedes Mal von neuem daran. Das Problem ist, dass die beiden Gruppen nicht gleich lang brauchen um neues Wissen aufzunehmen. Die Fragestellungen, die sich ergeben, sind eben nicht identisch.

(as)

 

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Doku über einen Integrationskurs

Im ZDF ist ein Dokumentarfilm über einen Integrationskurs in Berlin zu sehen. Die Doku "Werden Sie Deutscher" begleitet Erwachsene aus 15 verschiedenen Nationen 10 Monate lang bei einem Integrationskurs an einer Berliner VHS. Der Film entstand bereits 2011.

(as)

SAVE THE DATE: 07.11.2020 digitale Bundeskonferenz

Am  07.11.2020  gibt es die  sechste  Bundeskonferenz  des   Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte. Ihr  seid alle herzlich eingeladen! Coronabedingt findet sie als Videokonferenz (auf Zoom) statt. Ihr  seid alle herzlich eingeladen!

 

Genaue Informationen folgen bald. Anmeldungen bitte unter:

 

Claudia Liehr-Molwitz

DaZ-Hamburg@gmx.de

 

 

"Modell 5" an der VHS-Friedrichshain-Kreuzberg zurückgezogen

Am 31.08.20 wurde an der Berliner VHS-Friedrichshain-Kreuzberg das Modell 5 in den Integrationskursen zurückgezogen: Dieses Modell sieht eine Lehrkraft in zwei Räumen vor.
Am 26.08.20 wurde in der BVV (Bezirksverordnetenversammlung)  Friedrichshain-Kreuzberg der Dringlichkeitsantrag „Respekt für die Dozent*innen an der VHS Friedrichshain-Kreuzberg – Durchführung von Deutschkursen als Bestandteil der Integration sichern!„ mit überwältigender Mehrheit angenommen. Die Initiator*innen (Linke und SPD) haben den Forderungskatalog der Dozent*innen-Vertretung, der am 19.8.20 im Bildungsausschuss der BVV vorgestellt wurde, fast vollständig übernommen. Auch die Grünen haben den Antrag unterstützt. Bis zur nächsten BVV-Sitzung am 23.09.20 muss das Bezirksamt bzw. die Bildungsstadträtin berichten, was bereits umgesetzt wurde und was nicht, und wenn nicht, begründen, warum nicht.

Über den Rückzug der "Verzichtserklärung" wurde hier berichtet.                                                                                                                                           

(lg)

Stuttgart: Termin des Bündnisses im Ministerium

Gestern führten Vertreterinnen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte im baden-württembergischen Ministerium für Soziales und Integration ein freundliches und gesonnenes Gespräch mit der Ministerialdirigentin der Abteilung 4, Integration, Frau Prof. Dr. Locher-Finke und dem Ministerialrat Herrn Lottermann. Dabei wurde das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte auf Landesebene durch die Sprecherinnen der lokalen Initiativen aus Ravensburg, Mannheim und Stuttgart vertreten.

Zum bevorstehenden Herbsttreffen der Integrationsminister*innen galt es, Impulse zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Honorarlehrkräfte mit auf den Weg zu geben.  Es wurde vom Bündnis nicht nur die Situation der Lehrkräfte unter den Pandemiebedingungen klar formuliert, sondern auch mit Beispielen aus der gelebten Praxis untermauert.

Unter dem Hinweis, dass das Bündnis in Niedersachsen schon seit Jahren in Kontakt mit dem zuständigen Ministerium steht und auch in NRW bereits ein einbringlicher Austausch mit dem dort für die Integration zuständigen Ministerium stattgefunden hatte, gaben die lokalen Vertreterinnen  bekannt, dass ein Sich-Einsetzen für die Lehrkräfte seitens des Landesministeriums sowohl auf Bundesebene, wie im Bundesrat als auch auf der Integrationsminister*innenkonferenz sehr erwünscht sei. Dabei wurde auf Hamburg hingewiesen, wo die die Koalitionspartner vor einigen Monaten vereinbart haben, sich "auf Bundesebene für eine Reform des Integrationskurssystems" einzusetzen, "die das Ziel hat, den Zugang zu Integrationskursen auszuweiten, die Lernbedingungen zu verbessern und für bessere Arbeitsbedingungen bei den Lehrkräften zu sorgen."

(chh)

Videokonferenzen sind extrem ermüdend

Bild von Tumisu auf Pixabay
Bild von Tumisu auf Pixabay

Das Handelsblatt befasst sich in seinem Beitrag "Zoom-Fatigue" mit der Frage, warum uns Videokonferenzen auslaugen.

Es geht zwar nicht direkt um Unterricht, trotzdem dürfte der Artikel für alle Kolleg*innen, die Online-Unterricht, in welcher Form auch immer, machen, von großem Interesse sein.

Woran liegt es also, dass die Videokonferenzen so anstrengend sind? "Dieses Problem – beobachtet, aber nicht angeschaut zu werden – ist systemimmanent und einer der Gründe, warum uns Videocalls so müde machen. Die Interaktion ist ungewohnt unnatürlich. Wir Menschen sind es gewohnt, in Konversationen auch nonverbale Hinweise unterbewusst wahrzunehmen, damit wir die Situation besser einschätzen können. In einem Interview mit der britischen BBC sagte der Verhaltensforscher und Professor an der Wirtschaftshochschule Insead, Gianpiero Petriglieri: „Videochats bedeuten, dass es uns schwerer fällt, nonverbale Hinweise wie Mimik, Stimmlage oder Körpersprache zu lesen. Darauf stärker achten zu müssen verbraucht eine Menge Energie.“ Gleichzeitig können wir nicht kurz unaufmerksam sein, weil wir immer die Sorge haben müssen, dass uns jemand dabei beobachtet."

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte hat bereits am 1. April in seinen beiden Telefonkonferenzen mit dem BMI, BMAS und BAMF den Verantwortlichen eine ausführliche Stellungnahme zum Online-Unterricht in BAMF-Kursen vorgelegt. Dort wird u.a. folgendes erklärt: "Der Online-Unterricht ist in Bezug auf Motivation, Konzentration und sogar Physis (Augen, Rücken) sehr anstrengend. (...) Mehr als 2-3 UE täglich sind nicht sinnvoll."

(as)

Gespräch des Bündnisses mit dem DVV

Am 13. August fand eine Telefonkonferenz zwischen dem DVV (Deutscher Volkshochschul-Verband) und dem Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte statt. Der DVV wurde von Julia von Westerholt, der (neuen) Verbandsdirektorin und Gundula Frieling, der Ständigen Stellvertretenden Verbandsdirektorin, vertreten. Für das Bündnis sprachen Dr. Claudia Liehr-Molwitz (Hamburg) und Artur Sieg (Hannover).

In dem sehr freundlichen und offenen Gespräch berichteten die Bündnis-VertreterInnen über die prekäre Lage der Lehrkräfte und die Aktivitäten des Bündnisses sowie seine Forderungen an die Politik (z.B. Erhöhung und Dynamisierung der Trägerpauschale und des Mindesthonorars, Verhinderung von 40-UE-Verträgen bei Festanstellungen, Faktorisierung des Unterrichts bei Festanstellungen).

Man einigte sich schnell darauf, dass das Grundübel in der chronischen Unterfinanzierung der Erwachsenenbildung und ihrer Vernachlässigung durch die Politik besteht. 

Ein anderes wichtiges Thema war natürlich die Corona-Krise. Der DVV wies auf die äußerst schwierige und teilweise sogar existenzgefährdende Lage vieler VHS-en hin. Das Bündnis betonte, dass dies auch für sehr viele Lehrkräfte zutrifft. 

Das Bündnis sprach die neuen Rahmenbedingungen für die BAMF-Kurse an, stellte seine Stellungnahme zu diesem Thema vor und bat Frau Frieling, die für den DVV in der Bewertungskommission des BAMF sitzt, diese Rahmenbedingungen, vor allem die zu niedrige Pandemiezulage und das fünfte Unterrichtsmodell, in der Bewertungskommission kritisch zu thematisieren.

Es wurden noch andere Themen, z.B. Digitalisierung des Unterrichts und ZQ für die Berufssprachkurse, diskutiert. Am Ende der 75 Minuten dauernden Telekonferenz wurde vereinbart, dass man in Kontakt bleibt und sich austauscht.

(as)

Unterrichten Lehrer mit Migrationshintergrund besser Deutsch?

Das Bildungsmagazin "News4Teachers" berichtet in einem Beitrag über die Ergebnisse einer Studie des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung aus Essen.

Das Fazit lautet: Die Lesefertigkeiten der Schüler, die von Lehrer*innen mit Migrationshintergrund unterrichtet werden,  entwickeln sich in der Regel besser als die der Schüler mit anderen Lehrkräften.

"Für die Studie nutzten die Forscher Daten der Sekundarstufe I (Klasse 5-9) des Nationalen Bildungspanels (NEPS). Anhand des Längsschnitts analysierten sie, ob der Leistungszuwachs der Schulkinder in Schuljahren größer war, in denen der Deutschunterricht von einer Lehrkraft mit Migrationshintergrund gegeben wurde im Vergleich zu Schuljahren, in denen der Deutschlehrer keinen Migrationshintergrund hatte.

Verglichen mit anderen Einflussfaktoren auf die Lesefertigkeit zeigte sich der Effekt des Einsatzes von Lehrkräften mit Migrationshintergrund beachtlich, so die Wissenschaftler: Er sei etwa doppelt so groß wie der Geschlechtereffekt – also der durchschnittliche Vorsprung von Mädchen gegenüber Jungen. Auch sei der Effekt deutlich größer als der Unterschied in der Lesefertigkeit zwischen Schulkindern mit und ohne Migrationshintergrund."

(as)

Uni Bielefeld: Weiterbildendes Studium DaZ

Screenshot, Flyer der Universität Bielefeld
Screenshot, Flyer der Universität Bielefeld

Die Universität Bielefeld bietet ein (kostenloses) Weiterbildendes Studium Deutsch als Zweitsprache (WBSDaZ) an. 

Das WBSDaZ richtet sich an Lehrkräfte, die als „Neulinge“ oder Quereinsteiger*innen oder auch als erfahrene Lehrkräfte Fachkenntnisse aufbauen oder auffrischen möchten, Impulse für ihre didaktische Praxis bekommen und den Erfahrungsaustausch mit anderen Kolleg*innen verschiedener Institutionen nutzen möchten.

Der unten befindliche Flyer bietet einen Überblick das Programm. Ausführlichere Informationen über WBSDaZ und die Kontaktdaten befinden sich unter dem Link: http://www.bised.uni-bielefeld.de/bi-connected/daz 

(as)

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DaFZ im ZDF

Gestern lief abends zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr  die Sendung "ZDF Zeit" mit dem Titel "Armes Deutschland, reiches Deutschland! Der Vermögenscheck". In der Sendung kam u.a. unsere Kollegin Ulrike Pfeiffer zu Wort, die bis zum Sommer 2019  in der Erwachsenenbildung an einer Volkshochschule in Integrationskursen DaZ als Honorarkraft unterrichtet hat.

Sie berichtete, dass sie zwar die Werte der deutschen Gesellschaft an Migrant*innen vermittele, aber selber am Rande dieser Gesellschaft stehe. Trotz abgeschlossenem Hochschulstudium könne man als DaZ-Lehrkraft hauptberuflich nicht mehr als 1300 - 1400 Euro netto verdienen. Mit diesem Lohn habe sie keinerlei Zukunftsperspektive. Keine Bank würde ihr bei solchem Lohn einen Kredit geben, um sich zum Beispiel eine 1-Zimmerwohnung kaufen zu können. Aus Armut habe sie auch jahrelang nicht in die Rentenversicherung zahlen können. Als sie sich später dann doch bei der Rentenversicherung gemeldet habe, bekam sie eine Nachzahlung von 16.000 Euro. Da drohte ihr die Privatinsolvenz, weil sie die Schulden von ihrem Lohn als Honorarkraft nicht abzahlen konnte.

Jetzt unterrichtet Ulrike befristet festangestellt Migrant*innen an einem Berufsschulzentrum  und verdient 3311 Euro brutto. Sie kann jetzt in kleinen monatlichen Raten ihre Schulden abzahlen und hofft, dass sie sich doch irgendwann ihren Traum von der 1-Zimmerwohnung erlauben kann. Leider ist ihre Festanstellung nur befristet, sodass dieser Traum vielleicht doch nicht in Erfüllung gehen wird.

Bedauerlicherweise wurde Ulrikes Bericht  in der Sendung ZDF Zeit als ein Beispiel gewählt, als   über die besondere Armut in Ostdeutschland berichtet wurde, sodass der Eindruck bei den Zuschauer*innen entstand, dass DaZ-Lehrkräfte nur in Ostdeutschland arm sind. Tatsache ist, dass die Armut der DaZ-Lehrkräfte alle Länder der Bundesrepublik gleichermaßen betrifft.

(clm)

Gute Nachrichten aus der VHS und der Musikschule in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg

Der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg verlangte seit Mitte Juli von den VHS-Kursleitenden und den Musikschullehrer*innen, dass sie unterschreiben, es werde grundsätzlich kein Honorar oder Ausfallhonorar fällig, „wenn die jeweils gültige SARS-COV-2-Eindämmungsverordnung den Präsenzunterricht (am Tag eines Kurses/Unterrichts) verbieten bzw. nicht zulassen“. Mit anderen Worten: Selbst wenn der Finanzsenator, wie vom 14. März bis 30. Juni geschehen, ermöglicht, dass die Dozent*innen Ausfallzahlungen erhalten können oder das BAMF Ausfallmittel durch SodEG (Sozialdienstleister-Einsatzgesetz) bereitstellt, hätten die Dozent*innen in Friedrichshain-Kreuzberg leer ausgehen. Eine solche Verzichtserklärung wurde nur von dieser Berliner VHS verlangt.
Die Verpflichtung, diesen  Verzicht zu unterschreiben, wurde am 10.08.20 von der Bildungsstadträtin und der Leiterin des Amtes für Weiterbildung und Kultur zurückgenommen. Der öffentliche Druck hat anscheinend was bewirkt.
(lg)

Arbeitsgericht Stuttgart: Harter Kampf ums Urlaubsentgelt

Die Stuttgarter Zeitung berichtet in ihrem Artikel "Fronten zwischen VHS und Lehrerinnen verhärtet" ausführlich über den Streit dreier Kolleginnen, die der GEW und dem Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte angehören, mit der VHS Stuttgart ums Urlaubsentgelt (das im Beitrag unkorrekterweise "Urlaubsgeld" genannt wird). 

Der Streit dauert schon lange. Heute wurde er erneut vor dem Arbeitsgericht ausgetragen. "Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unterstützt die Honorarkräfte. Magdalena Wille von der GEW sagt, bei 25 Wochenstunden habe man eine volle Stelle. Und das beinhalte die Zahlung von Urlaubsentgelt. „Der Ausgang dieses Rechtsstreits hat bundesweite Auswirkungen.“ In diesem Punkt scheint ihr auch der VHS-Anwalt zuzustimmen: „Das Verfahren wird bis zum Bundesarbeitsgericht gehen.“

Die VHS-Leitung streitet die wirtschaftliche Abhängigkeit der Deutsch-Dozentinnen von ihrer Arbeit an der VHS ab. Da die Kurse nicht nahtlos ineinander übergingen und es zwischen den Kursen Vertragspausen gebe, bestehe kein durchgängiges Beschäftigungsverhältnis der Frauen bei der Volkshochschule. Es gebe also keinen Anspruch auf Urlaubsentgelt, meint der Anwalt der VHS. „Das kann ich nicht ganz nachvollziehen“, sagt der Vorsitzende Richter Stefan Funk. Die Klägerinnen würden nahezu ihren kompletten Jahresverdienst durch die Arbeit bei der VHS erzielen. Damit seien diese Einkünfte existenzsichernd. „Da bleibt nicht viel an Fragen offen“, so der Richter. Es gehe wohl nur um die Höhe des Urlaubsgelds. „Zwei Juristen, zwei Meinungen“, so der VHS-Anwalt lapidar." Die Klägerinnen wiesen auch darauf hin, dass andere VHS-en, wie Hamburg und Heidelberg, Urlaubentgelt zahlen.

Da es zu keiner Einigung kam, wird es einen weiteren Termin vor dem Arbeitsgericht geben.

(as)

GEW: Bund und BAMF entziehen sich ihrer Verantwortung gegenüber den Lehrkräften

In den Trägerrundschreiben 09/2020 und 14/2020 gab das BAMF ein Maßnahmepaket bekannt, das für Integrations- und Berufssprachkurse die Flexibilisierung bei der Kursdurchführung sowie die Pandemie-Zulage in Höhe von 1.500 Euro je Kursabschnitt von 100 UE vorsieht.

Da die Infektionsschutz- und Hygienestandards infolge der Pandemie eingehalten werden müssen, entstehen den Trägern Mehraufwendungen, die eben durch jene Pandemie-Zulage gestützt und je Kursabschnitt beantragt werden sollen. Dabei ist auch dem BAMF nicht entgangen, dass den Lehrkräften didaktisch-methodische Mehrarbeit entsteht und diese vom Träger honoriert werden kann: mithilfe der Pandemie-Zulage.

Hier erfolgt der Einwand der GEW, dass "Bund und BAMF die Vergütung der Mehraufwände jedoch in das Ermessen der Träger" stellen. Daraus ist für Ansgar Klinger, dem GEW-Hauptvorstand im Organisationsbereich Berufliche Bildung und Weiterbildung, analog zu schließen: "Der Bund als Auftraggeber der Integrationskurse und das BAMF als organisierende Einrichtung entziehen sich wieder einmal ihrer Verantwortung gegenüber den Lehrkräften“. Deshalb sei es von Bedeutung, die Träger nicht nur mit einer auskömmlichen Finanzierung überhaupt in die Lage zu versetzen, die Lehrkräfte zu honorieren, sondern die Träger auch zu verpflichten, für ihre Lehrkräfte feste tariflich geregelte Arbeitsverhältnisse hervorzubringen.

(chh)

Arbeitslosenversicherung für Selbstständige?

Der MDR berichtet in seinem Beitrag "Volkshochschullehrer in Leipzig fordern Aufnahme in Arbeitslosen-Versicherung" über eine Aktion einiger Leipziger VHS-Kolleg*innen, die am Freitag  für eine Aufnahme in die Arbeitslosenversicherung demonstriert haben.

Vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen im Corona-Lockdown wollen die Lehrkräfte jetzt lieber monatlich in die Arbeitslosenversicherung einzahlen, um im Notfall abgesichert zu sein.

"Organisiert wurde die Demonstration von der Initiative "Lehrkräfte gegen Prekarität" mit Unterstützung der Gewerkschaft Ver.di. Mit Plakaten mit den Aufschriften "Wir wollen zahlen!" oder "Wir zahlen gerne für die Krise!" zog die kleine Gruppe Soloselbstständiger, die auf Honorarbasis beschäftigt ist, durch die Leipziger Innenstadt zur Agentur für Arbeit."

Die Leipziger Gruppe gehört nicht zum Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte. Das Bündnis hat sich bisher nicht mit dem Thema befasst. Es ist auch nicht klar, ob die Leipziger Gruppe eine Pflichtversicherung oder eine Erweiterung der bestehenden Regelung fordert. Soll sie für alle Soloselbstständigen gelten? Das Sprecherteam ist der Ansicht, dass ein so wichtiges und kontroverses Thema erst ausführlich unter den Lehrkräften bzw. im aus über 40 Gruppen bestehenden Bündnis diskutiert werden muss. Das kann schon am 7. November auf der in Hamburg stattfindenden Bundeskonferenz stattfinden.

Generell ist es schon jetzt möglich, dass Freiberufler*innen in die freiwillige Arbeitslosenversicherung aufgenommen werden. Einige Voraussetzungen können aber von vielen nicht erfüllt werden. Auf gruender.de oder selbststaendig.de befinden sich ausführliche Informationen zur freiwilligen Arbeitslosenversicherung und ihren Vor- und Nachteilen.

Vielleicht ist es jetzt für die Kolleg*innen, die einige Monate arbeitslos gemeldet waren und erst seit Kurzem wieder arbeiten, möglich, sich aufnehmen zu lassen, denn man könnte damit argumentieren, dass man erst jetzt selbstständig geworden ist. Ob das möglich ist, kann nur von der Arbeitsagentur beantwortet werden. 

(as)

VHS-Deutschdozentin verliert Prozess nach fristlosem Rauswurf

Vor dem Berliner Arbeitsgericht ist am 22. Juli 2020 die Klage einer freiberuflichen Deutschdozentin gegen die Volkshochschule Friedrichshain-Kreuzberg abgewiesen worden. Die Klägerin war im VHS-Jahresprogramm 2019 namentlich eingeplant und wollte nach einem fristlosen Rauswurf im Januar 2019 die ihr entgangenen Honorare von rund 18 000 € einfordern. Die klagende Kursleiterin wurde von ver.di Berlin-Brandenburg unterstützt. Sie war 27 Jahre als arbeitnehmerähnliche Deutschdozentin für Integration an der Berliner Volkshochschule Friedrichshain-Kreuzberg tätig. Nach einem Streitgespräch mit ihrem damals neuen Fachbereichsleiter über mangelnde Transparenz bei der Kursvergabe und Altersdiskriminierung hatte die damalige VHS-Direktorin der Dozentin per E-Mail jegliche weitere Zusammenarbeit aufgekündigt. Das Gericht entschied, dass weder die Nennung im Programmheft noch E-Mail-Absprachen einen wirksamen Vertrag darstellten.

 

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"Akademische Tagelöhnerei"

Deutschlandradio Kultur befasst sich in seinem Beitrag „Akademische Tagelöhnerei im öffentlichen Auftrag“ mit den Arbeitsbedingungen an den VHS-en.  Die Überschrift ist ein Zitat und stammt von der Vertretung der Berliner Volkshochschuldozent*innen.

Im Artikel kommen zwei DaFZ-Kollegen zu Wort. Joachim Lehmann weist auf die Bedeutung der Integrationskurse hin: „Diese Integrationsaufgabe, die könnte man heute auch als systemrelevant bezeichnen. Die wurde eben auch zu einem großen Teil von den Volkshochschulen geleistet.“

Dieter Hartmann von der Dozent*innen-Vertretung berichtet über die prekäre Lage:  „Es ist aufgrund der kurzen Arbeitsverträge – wir haben Honorarverträge in der Regel über vier Wochen – keinerlei Sicherheit darüber, wieviel ich im nächsten Monat arbeiten, obwohl ich mich im Programm zum Teil um bis zu einem Jahr vorher festlegen muss und auch keine andere Arbeit annehmen kann.“ Bei 25 Unterrichtsstunden pro Woche verdiene ein Kursleiter an der Volkshochschule etwa 1500 Euro netto im Monat. Aber nur, wenn man in einem BAMF-Kurs arbeitet, denn für die übrigen Kurse liegt der durchschnittliche Stundensatz nicht bei 35 €, sondern bei etwa 20 Euro.

Die Dozent*innen-Vertretung fordert höhere Honorare – nicht nur für Integrationskurse –, eine soziale Absicherung und eine tarifvertragliche Regelung. Das Berliner Abgeordnetenhaus forderte Anfang Juni den Senat auf, mit den Gewerkschaften über eine tarifvertragsähnliche  Rahmenvereinbarung zu verhandeln.

Im Beitrag kommt auch Juliane von Westerholt, die neue Direktorin des Deutschen Volkshochschul-Verbandes, zu Wort. Sie unterstützt im Prinzip die Ziele der Dozent*innen, betont aber auch, dass die VHS-Angebote für alle bezahlbar bleiben müssen. 

Bezüglich des Anspruchs der Dozentinnen und Dozenten auf normale Arbeitnehmerrechte meint sie: „Die Volkshochschule ist in ihrer Gründung auch eigentlich genau von dem Kompetenzgewinn ausgegangen, dass man die Menschen, die in ihrem Hauptberuf besondere Erfahrungen haben, engagieren kann, um ihre Kompetenz und ihre Problemnähe zu den Volkshochschulen vor Ort mit einzubringen und das sozusagen als nebenberufliche Tätigkeit zu machen.“
Kollege Hartmann weist darauf hin, dass die Zeiten sich geändert hätten. Heute sei der abendliche Kurs des Lateinlehrers an der Volkshochschule nicht mehr das typische Angebot: „Das mag nach dem Krieg, zu Beginn typisch gewesen sein für kleinere Volkshochschulen. Gibt es zum Teil immer noch, aber der wesentliche Stundenumfang, circa 70 Prozent der Stunden in Berlin, werden im Deutsch- und Integrationssprachkursbereich gemacht. Und es gibt über 800 Dozentinnen, die arbeitnehmerähnlich hier arbeiten.“

(as)