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Aktuell


Das Bündnis hat jetzt eine Gruppe für Studierende!

Hallo! 

Wir sind die DaF/DaZ Studis und wir organisieren Gespräche mit DaF/DaF-Studierenden, die in den Beruf einsteigen wollen und noch offene Fragen bezüglich der DaF/DaZ-Branche haben. 

 

Gerne können wir uns in Präsenz im Ruhrgebiet treffen oder doch online über Zoom. Wir möchten solche Gespräche ermöglichen, um Tabus zu brechen, über Gehalt zu sprechen und über Arbeitsbedingungen und -chancen zu diskutieren. 

 

Gerade im Studium können viele Fragen in Bezug auf die beruflichen Perspektiven auftauchen: Wie viel verdient man als DaF/DaZ-Lehrkraft? Wie sieht es bei der sozialen Lage aus? Welche Arbeitsmöglichkeiten gibt es überhaupt? und viele mehr. Weil wir uns für unsere finanzielle und berufliche Zukunft nach dem Studium sehr interessieren, wollen wir DaF/DaZ-Studierende über unsere Branche so gut wie möglich informieren. Den Austausch mit anderen Studierenden halten wir für essentiell, wenn es um den Berufseinstieg geht. Jede*r von uns sollte sich mit dem Thema intensiver auseinandersetzen und genau deswegen organisieren wir informative Gespräche zu Austausch und Diskussion. Seid dabei und sprecht uns an, um ein Gespräch mit euren KommilitonInnen zu ermöglichen!

 

Falls ihr an einem Austausch interessiert sein solltet, dann schreibt uns an dafdaz-studis@mailo.com, um ein Treffen mit uns zu veranstalten. Wir freuen uns auf euch! 

 

Liebe Grüße

Delphine und Sandra

Schon den "Hamburger Appell" unterschrieben?

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte ruft alle Kolleg*innen dazu auf, den von der GEW Hamburg veröffentlichten "Hamburger Appell" zu unterzeichnen und unter Kolleg*innen, Freunden usw. zu verbreiten. Leitet bitte den Appell auch an Eure Träger weiter!

 

"Hamburger Appell" zur Lage in der Weiterbildung

 

Staatlich verantwortete Weiterbildung vor dem Abgrund - die Politik muss dringend handeln! 

                                                                    

Unser Ziel: Nachhaltige Verbesserung der Lage der Lehrenden und der Träger der staatlich verantworteten Weiterbildung, insbesondere der BAMF-finanzierten Sprach- und Integrationskurse für Geflüchtete

Aktuelle Situation: gesellschafts- und bildungs­politisch skandalöse Beschäftigungsbedingungen für die fast 20.000 Lehrenden in den Sprach- und Integrationskursen:

Bedingungen der Lehrenden:

Prekär Honorar-Beschäftigte erhalten 41 € pro Unterrichtsstunde (netto ca. 20 €), zahlen ihre gesamten Sozialversicherungsbeiträge selbst, haben kein Einkommen im Krankheitsfall, tragen das volle unternehmerisches Risiko – oder

Prekär Angestellte haben meist nur befristete Verträge, arbeiten häufig 40 oder mehr Unterrichtsstunden pro Woche bei Vollzeit, haben keine bezahlte Vor- und Nachbereitungszeit für den Unterricht, d.h. reale Arbeitszeiten von bis zu 60 Zeitstunden pro Woche, treiben Raubbau an ihrer Gesundheit / Bruttogehalt: oft nicht über 3000 €

Die aktuelle Corona-geprägte Situation hat die Lage sowohl der Lehrenden als auch der Weiterbildungs­betriebe noch einmal drastisch verschärft. Viele Betriebe haben ihre Rücklagen aufgezehrt. Viele  Lehrende sind überschuldet, in Existenznot geraten und müssen sich beruflich umorientieren.

Integration kann aber nur dann gut gelingen, wenn die Weiterbildungsträger in die Lage versetzt werden, menschenwürdige Arbeitsbedingungen anzubieten und in zukunftsfähige Ausstattung zu investieren. Die Pandemiepauschale ist hierfür viel zu niedrig und nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Wenn sich an der Finanzierung der Weiterbildung in den nächsten Monaten nichts ändert, wird ein erheblicher Teil der Träger die Pandemiezeit nicht überleben.

Die politischen Entscheidungsträger sind daher aufgefordert, massiv in eine bessere Finanzierung der Sprach- und Arbeitsintegrationskurse zu investieren. Hierzu gehören auch eine deutliche Verbesserung der Bezüge der Lehrenden und eine verbindliche Obergrenze der wöchentlich zu leistenden Unterrichtsstunden als Voraussetzung für gute Qualität von Weiterbildung.

 

Wir fordern deshalb von der großen Koalition auf Bundesebene noch für diese Legislatur:

Eine gesetzliche Verbesserung der Bedingungen in der staatlich verantworteten Weiterbildung mit:

1. Bundestariftreuegesetz (nur noch Träger mit Tarifverträgen bekommen Mittel aus der öffentlichen Hand)

- Eingruppierung entsprechend TVöD /Wettbewerb der Träger erfolgt über Qualität, nicht über den Preis

2. Deutlich längerfristige Finanzierungsstrukturen für die Träger

- unbefristete Festanstellungen der Lehrenden für Regelaufgaben

3. max. 25 UE (Unterrichtseinheiten zu 45 min) pro Woche bei Vollzeitstelle

4. 64 € Honorar pro UE bei allen bundesweiten Berufssprach- und Integrationskurse; 42 € Honorar für alle übrigen Weiterbildungsangebote

5. Träger werden befähigt, Weiterbildung der Lehrenden und kollegialen Austausch zu finanzieren

6. Innovations-Anschubfinanzierung für nachhaltige digitale Ergänzung der Lehre 

7. Durchführung einer Integrationskonferenz Weiterbildung mit den zuständigen Ministerien, der Wissenschaft, Vertretern der Träger, der Verbände und der Beschäftigten. Ziel: Zukunftspakt Weiterbildung 2020-25

DaFZ-Lehrkräfte am 1. Mai

Deutschlehrkräfte des Bonner Offenen Kreises (BOK), einer lokalen Initiative des Bündnisses DaF / DaZ-Lehrkräfte haben gestern zum Tag der Arbeit am Bonner Demonstrationszug teilgenommen, um auf ihre prekären Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen. Die Fotos befinden sich unten in der Galerie.

Da alle Lehrkräfte dieser Basisinitiative auch GEW- Mitglied sind, geschah dies auf Einladung der Bonner GEW und mit deren guter Unterstützung.

Auf dem Bonner Marktplatz gab es eine Abschlusskundgebung, bei der auch Mitglieder des BOK die Möglichkeit hatten, über ihre derzeitigen ungesicherten Beschäftigungsverhältnisse zu berichten und Forderungen an die Politik nach fairen Arbeitsbedingungen auf lokaler Ebene, als auch Landes- und Bundesebene zu stellen:

Diese sind vor allem Vergütung nach TVÖD und eine Begrenzung der zu leistenden Unterrichtseinheiten für Festangestellte auf 25 UE pro Woche.

Da in zwei Wochen in NRW die Landtagwahlen stattfinden, hatten sich auch KandidatInnen der verschiedenen Parteien zur Kundgebung eingefunden und wurden somit über unsere Lage informiert.

 

Eines ist klar: Nur durch weitere gemeinsame Aktivitäten der Deutschlehrkräfte bundesweit wird sich unsere Lage wirklich verbessern! 

 

In dem Beitrag "Honorarkräfte fordern Absicherung" des Bonner General-Anzeigers kommt auch unsere Kollegin zu Wort: "Auch beim Arbeitgeber von Monika Strauß-Rolke sind die wenigsten fest angestellt. Die Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache ist an einer Bonner Sprachschule tätig. „Seit 20 Jahren bekommen wir nur Fünf-Wochen-Verträge, obwohl wir im staatlichen Auftrag tätig sind“, sagte Strauß-Rolke und forderte eine Absicherung für Lehrkräfte."

 

Auch in Hamburg (s. Foto oben) haben unsere Kolleg*innen aus dem Bündnis zusammen mit der GEW demonstriert.

(BOK)

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Einladung zu einem bundesweiten Vernetzungstreffen

"Das Haus der Selbständigen in Leipzig lädt Honorarlehrkräfte zu einem bundesweiten Vernetzungstreffen ein! Es findet am 27. April, 18-20.30 Uhr sowohl online als auch vor Ort (hybrid) statt.

 

Das Vernetzungstreffen dient dem Austausch von Erfahrungen darüber, wie kollektives Handeln um verbindliche Vereinbarungen mit (öffentlich-rechtlichen) Auftraggeber*innen gelingen kann. Die Einladung richtet sich in erster Linie an die Honorarlehrkräfte selbst. Wir laden aber auch explizit hauptamtliche Gewerkschaftssekretär*innen von ver.di und der GEW ein, ebenfalls teilzunehmen und sich dieser Mitgliedergruppe stärker anzunehmen sowie ihre Erfahrungen zu teilen.

 

Unter diesem Link  findet ihr die Veranstaltungsankündiung und könnt euch anmelden. Wir freuen uns auf eure Teilnahme!"

(pp)

Mindestlohn in der Weiterbildung steigt kräftig

Die GEW informiert in ihrer Pressemitteilung über das Ergebnis der Tarifverhandlungen von ver.di und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft  mit der Zweckgemeinschaft des Bundesverbandes der Träger beruflicher Bildung e.V. (BBB). Der Mindestlohn für das pädagogische Personal in der Weiterbildung werde in den kommenden Jahren kräftig steigen.

"Die Tarifeinigung sieht vier Erhöhungsschritte vor: Ab dem 1. Januar 2023 um 4 Prozent, ab dem 1. Januar 2024 um weitere 4 Prozent, ab dem 1. Januar 2025 um weitere 4,25 Prozent, ab dem 1. Januar 2026 um weitere 4,5 Prozent."

Dieser Mindestlohn ist auch für die Lehrkräfte in den BAMF-Kursen sehr wichtig, denn die Festangestellten werden meistens nach ihm bezahlt, leider ohne eine Faktorisierung des Unterrichts, sodass sie meistens weit unter diesem Mindestlohn liegen, wenn man Vor- und Nachbereitung sowie andere Aufgaben berücksichtigt.

Auch für die Honorarkräfte ist der Mindestlohn entscheidend, weil er in Honorar umgerechnet wird und als Orientierung für das BAMF-Mindesthonorar dient. 2020 hat der Haushaltsausschuss des Bundestages beschlossen, dass das Mindesthonorar an die Erhöhungen des Mindestlohns in der Weiterbildung angepasst wird. Diese Dynamisierung hatte das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte jahrelang gefordert. Das Bündnis ist der Auffassung, dass bereits am 1. Januar 2022 das Mindesthonorar hätte angepasst und auf ca. 43 €  erhöht werden müssen. Diesbezügliche Schreiben des Bündnisses ans BAMF, BMI und BMAS sind bis jetzt nicht klar beantwortet worden. Das Bündnis kann nur noch einmal an alle Lehrkräfte appellieren, sich im Bündnis zu engagieren, in die Gewerkschaften einzutreten und den Hamburger Appell zu unterschreiben. Die Passivität, Ignoranz und Indolenz sehr vieler Kolleg*innen scheinen mit- wenn nicht sogar hauptverantwortlich für die schlechte Lage in unserer Branche zu sein.

(as)

ZQ BSK: Stellungnahme einer Kollegin

Es ist geschafft, beim zweiten Anlauf, 22 von 30 Punkten. Wie viele haben es nicht geschafft, die jahrelang als BSK-Dozent:innen tätig waren? Vielleicht aus Zeitmangel, vielleicht aus anderen (wirtschaftlichen) Gründen. Denn zu den veranschlagten 160 UE für Modul-Seminare und Selbstlernphase kam mindestens noch eine Woche für das auszuarbeitende Portfolio hinzu. Also fünf, vielleicht sechs Wochen Arbeits- und Einkommensausfall oder entgangener Erholungsurlaub. Wäre dies möglich, wenn wir beim BAMF angestellt gewesen wären?

 

Laut § 3 (Fn 2) AwbG hat ein Arbeitnehmer einen Anspruch auf Arbeitnehmerweiterbildung von fünf Arbeitstagen im Kalenderjahr. Der Anspruch von zwei Kalenderjahren kann zusammengefasst werden. Diesen Vorzug haben die freiberuflichen BSK-Dozent:innen nicht. Sie tragen die Last des Verdienstausfalls durch die vom BAMF auferlegte Weiterbildung selbst. Für die ZQ-Anbieter ein Segen, für die teilnehmenden Dozent:innen eine schwere Last, die mit Sicherheit nicht jede/r tragen konnte.

 

Nach diesem dreiviertel Jahr war ich erschöpft, dazu kam Corona mit vielen Umbrüchen und (finanziellen) Unsicherheiten. Auch ohne Corona, wäre diese Zusatzqualifizierung eine Tortur gewesen. Und man fragt sich am Ende: Für was? Was haben wir dazugelernt? In der Einstiegsreflexion wird gefragt, ob wir Probleme hätten bei der Erklärung der Syntax? Das musste ich 5x lesen und konnte nicht glauben, dass man dies bezweifeln könnten? Als frage man einen Bäcker, ob er den Unterschied zwischen Hefe- und Sauerteig kenne. Was haben wir gelernt? Die Anwendung von verschiedenen digitalen Apps. Wobei die Vorbereitung dieser netten Einlagen sehr zeitaufwändig ist und die Frage bleibt: Haben wir diese im Unterricht? Und die Szenariotechnik, sie war es wert, die ZQ zu belegen. Doch der Rest? Mir schien es, als würde in einem Rundumschlag die gesamte DaF/Z-Ausbildung inklusive einem versteckten (nachträglichen) Einstellungsgespräch, in dem persönlichste Dinge in Erfahrung gebracht werden sollten (Einstiegsreflexion) nochmals abgefragt.

 

Ist das BAMF unser direkter Arbeitgeber oder sind es die Kursträger? Oder sind diese die Subunternehmer des BAMF? Liegt hier eventuell Scheinselbständigkeit vor? Nein, soweit wollen wir nicht denken … Wir lieben unsere Freiheit. Doch die Auflagen (mehrwöchige Schulungen bei Verdienstausfall) haben ein Limit, die im selben Rahmen wie bei Festangestellten mit bezahltem Bildungsurlaub abgeglichen werden müssen.

 

Außerdem hätte ich mir gewünscht, dass vorab, wie in jedem modernen Unternehmen, erst einmal in einer Diskussionsrunde eruiert worden wäre, was die Dozent:innen selbst für einen Fundus an Verbesserungsvorschlägen vortragen können. Ich hätte da folgende:

- Berufspraktika während des Kurses (z. B. 1x wöchentlich), da die TN meist völlig isoliert zu Hause lernen und keinen Kontakt zu Deutsch-Muttersprachlern finden.

- Nach jedem Modul einen Kurztest mit Antwortbogen, der extern maschinell korrigiert wird, zur Entlastung der Dozent:innen. Ich z. B. komme in meinem Zeitrahmen nicht hinterher mit der Korrektur von Kurztests.

 

Abschließend hoffe ich, dass uns Selbiges nicht noch einmal widerfährt: Fast ein Jahr kein Erholungsurlaub oder ein Verdienstausfall von mehreren Tausend Euro, der nicht einfach so kompensiert werden kann.

Claudia Müller

Volkshochschule fordert mehr Geld für Integrationskurse

Die Onetz-Zeitung berichtet in einem Beitrag über Harald Krämer, einen VHS-Fachbereichsleiter, der für Integrationskurse zuständig ist.

Er fordert .einen Abbau des bürokratischen Aufwands bei der Durchführung der Kurse und eine Erhöhung des finanziellen Erstattung. Es gebe zwar eine große Nachfrage an Integrationskursen, aber mittlerweile keine Lehrkräfte mehr. "Krämer wünscht sich Pädagogen einzusetzen, die in anderen Ländern eine Lehrbefugnis erworben hätten. Die werde aber oft in Deutschland nicht anerkannt und er könne sie deshalb nicht einsetzen." 

"Stand heute, sind wir dicht. Wir haben keine Lehrkraft mehr, um bis Mai weitere Integrationskurse anzubieten. Die Bedingungen, die an eine Lehrkraft gestellt würden, seien hoch. Wenn das Anforderungsprofil heruntergeschraubt würde, auch ohne den Qualitätsstandard zu gefährden, könnte man noch die eine oder andere finden."

"Die Stundenhonorare hätten sich verdoppelt, rechnet Krämer vor. Aber die Sätze, die wir pro Unterrichtseinheit und Teilnehmer erhalten, sind nur marginal angehoben worden. Dabei sei der Aufwand, solche Lehrgänge abzuwickeln, inzwischen enorm."

(as)

ZQ BSK: ein vierzehnter Erfahrungsbericht

Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay
Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay

Heute veröffentlichen wir unten einen vierzehnten Bericht zur ZQ BSK. Schickt uns bitte keinen weiteren  Texte! Wir, das Bündnis, werden dann in einigen Wochen eine Auswahl ans BAMF und BMAS schicken.

 

Die etwas andere Abschlussreflexion

 

Ein Teil Lebenszeit und -qualität gestohlen - so sehe ich das. Mehrere Monate hat mich dieser Wahnsinn mit all seinen Widersprüchen in der Zwangsmaßnahme gekostet. Und ich hatte noch das "Glück", von meinem Arbeitgeber freigestellt worden zu sein - zumindest für die Onlinepräsenz (natürlich nicht für die Vor-, Nachbereitungs- und die Zeit, die man für das Portfolio aufbringen musste). Das wäre jedoch zwingend notwendig. Aber dieses "Glück" haben eben nicht viele, wenn man freiberuflich tätig ist.

 

Und wo gibt es überhaupt sowas, dass Lehrer:innen an öffentlichen Schulen nachgeprüft werden mit einem immensen zweifelhaften Aufwand, der seinesgleichen sucht. Mit der Mutmaßung, dass wir demnächst alle toll ausgebildete BSK'ler in die Prüfungen entlassen, da wir als Lehrkräfte ja jetzt sooooooooo viel gelernt hätten (wozu wir vorher NICHT fähig waren). Was für ein Schmu - der Fisch stinkt vom Kopf. Könnte es vielleicht sein, dass das dahinterstehende System sowohl der Integrations- als auch der Berufssprachkurse einfach völlig realitätsfremd ist? Haha ... "Erfolgsgeschichte". Wo erfahrenes Lehrpersonal dann zum Wohle unserer Kursteilnehmer:innen mit ihrem über Jahrzehnte entwickelten Stil von jungen Fortbildner:innen unterrichtet werden, die noch nicht einmal das Zitieren beherrschen, deren links ins Leere führen und das BAMF heilig sprechen. Man wisse ja, dass das alles viel zu viel sei blablabla, kamen dann pseudosozial in Gutmenschenmanier Sprechblasen daher. Ausgefüllt mit Inhalt oder wenigstens mal leichtem Gegenwind wurden diese Allgemeinplätze nicht, waren sie doch nur der Tatsache geschuldet, uns ein wenig zu befrieden und Gleichheit vorzutäuschen, wo keine war. Auch die Möglichkeit nur in Erwägung zu ziehen, dass weniger manchmal mehr ist bei der Fülle an Material, wurde noch nicht einmal im Ansatz verwirklicht. Ständig sollen wir kritisch und v.a. hochreflektiert sein, gleichzeitig mit Quellenverzeichnissen arbeiten, während die Fortbildner:innen Kritik von sich gewiesen haben (begründet zum Teil mit Zeitmangel; ein Schelm, wer Böses dabei denkt).

 

Das BAMF an sich stellt ebenfalls das Konzept nicht in Frage, wie man nachlesen kann. Welche Konzeption diesem Sammelsurium an mehreren tausend Seiten zugrundeliegt, die allein vom BAMF zur Verfügung gestellt werden und die zu lesen sind an Durchführungshinweisen, Konzepten, Lernzielen etc., erschließt sich mir bis heute nicht. Pure nicht anlassbezogene Theorie. Während wir als als Moderator:innen in unseren Kursen damit beschäftigt sind, mit hohem Aufwand immer mehr Verwaltungstechnisches für das BAMF, die Jobcenter und die Träger zu erledigen oder Sozialarbeit zu betreiben. 

  

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Lüneburger Appell und Petition: Für gute Erwachsenenbildung mit fairen Tariflöhnen in der VHS Lüneburg!

Screenshot von ver.di-Info
Screenshot von ver.di-Info

Ver.di hat einen Lüneburger Appell veröffentlicht und eine Petition gestartet. Im Appell wird ein Tarifvertrag mit fairen Arbeitsbedingungen und gerechter Bezahlung für alle Beschäftigten der VHS REGION Lüneburg gefordert.

 

Die wichtigsten Kernforderungen für den Tarifvertrag sind:

- Anwendung des TVöD für alle Beschäftigten: keine schlechtere Bezahlung für die Kursleiter:innen

- Einführung einer jährlichen Sonderzahlung für alle Beschäftigten

- Gerechte Eingruppierung für die anspruchsvollen Tätigkeiten in der VHS: Gute Arbeit – Gute Leute – Gutes Geld!

- Faire Überleitung aller Beschäftigten in den neuen Tarifvertrag

(as)

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Ver.di fordert Tarifverträge für Solo-Selbstständige

Ver.di will Tarifverträge für alle Solo-Selbstständigen abschließen und Arbeitsbedingungen notfalls über Honorarempfehlungen verbessern

 

Am 24.2.2022 hat ver.di der EU-Kommission eine Stellungnahme vorgelegt, aus der hervorgeht, dass kollektive Tarifverhandlungen mit den Auftraggebern ausnahmslos für alle Solo-Selbstständigen legalisiert werden müssten, um die prekären Arbeitsverhältnisse in einzelnen Branchen zu verbessern.

(lg)

Tacheles reden bei der Evaluation der BSK!

Im März wird Kantar eine Telefonbefragung bei den Kursträgern durchführen.  Im Rahmen der Telefoninterviews wird das Evaluationsteam die Träger ebenfalls um Informationen zur Befragung der Lehrkräfte bitten (Online-Befragung durch das f-bb). 

Das SprecherInnenteam des Bündnisses appelliert an die befragten Träger und vor allem an die befragten Lehrkräfte, auch die prekären Arbeits- und Einkommensverhältnisse zu thematisieren, denn sie haben einen enormen Einfluss auf die Qualität des Unterrichts. Man denke nur an die Arbeitsbelastung, wenn man 40 UE um mehr pro Woche unterrichtet. Denkbar wäre auch andere Themen, z.B. die Qualität der neuem Lehrwerke, Auswahl der Themen oder die neuen Prüfungen mit ihrer fast ausschließlichen Fixierung auf die beruflichen Themen.

(as)

5 Jahre Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstständigenverbände

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstständigenverbände (BAGSV), der auch das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte angehört, feiert ihr fünftes Jubiläum.

In dem Beitrag "5 Jahre BAGSV": „Die Politik kommt nicht mehr an uns vorbei“ wird nicht über die Gründung und Struktur des Dachverbandes gesprochen, sondern natürlich auch über seine Erfolge. Der größte war bis jetzt die Senkung der GKV-Mindestbeiträge für Selbstständige. "Am 01.01.2019 wurde im Rahmen des GKV-Versichertenentlastungsgesetze die Mindestbeiträge für Selbstständige um 57 Prozent gesenkt, eine Ersparnis von rund 750 Millionen Euro, die Soloselbstständige mit niedrigem Verdienst zuvor zu viel bezahlt hatten." Gerade die Lehrkräfte in der Erwachsenenbildung, darunter auch viele DaFZ-ler, profitieren davon.

(as)

 

Wie hast du es mit der Integration?

Das MiGAZIN  befasst sich in seinem Beitrag "Noch Luft nach oben bei der Integration" mit dem Bericht des Sachverständigenrates für Integration und Migration. Der Anlass ist der zehnte Jahrestag des Nationales Aktionsplans Integration.

(as)

 

Umfrage der Uni Osnabrück: Wie hat sich unsere Arbeit verändert?

Corona hat unser Leben durchgeschüttelt, doch wie hat sich die Arbeit in der Krise verändert?  Online-Unterricht, größtmögliche Distanz in den Räumen,  Wegbrechen von Kursen, finanzielle Sorgen.  Zu diesen Themen führt die „Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften“  zusammen mit der Universität Osnabrück  eine Umfrage bei Soloselbstständigen durch.

„In der Befragung geht es um Infektionsrisiken und Schutzmaßnahmen, den Umgang des Arbeitgebers mit der Pandemie, wirtschaftliche Folgen, Mitbestimmung, Kinderbetreuung und die Einschätzung der Politik“.

Gerade hat die nächste Befragungsrunde des Arbeitswelt-Monitors „Arbeiten in der Corona-Krise“ begonnen. Eine Teilnahme ist bis zum 15. März 2022 möglich.

Die Startseite der Befragung lautet: www.arbeit-corona.uni-osnabrueck.de

Wir, das SprecherInnenteam des Bündnisses, empfehlen diese Umfrage, damit auch die DaF/DaZ-Lehrkräfte gehört werden. 

(hs)

 

Vier neue Zertifikatsprüfungen „Deutsch-Test für den Beruf“

In seinem aktuellen Trägerrundschreiben Berufssprachkurse 02/22 (hier unten) informiert das BAMF über die Einführung von vier neuen Zertifikatsprüfungen „Deutsch-Test für den Beruf“ (DTB).

"1. Als erster bundesweiter Prüfungstermin für die DTB sind Freitag und Samstag, der 1. und 2. Juli 2022 vorgesehen. Danach finden die DTB alle 14 Tage freitags und samstags im Wechsel mit den DTZ-Terminen (Deutsch-Test für Zuwanderer) statt.

2. Die Anmeldung zu den ersten DTB wird ab Anfang Mai online möglich sein.

3. Alle Berufssprachkurse mit dem Sprachniveauziel A2, B1, B2 und C1, • die am 15. Februar 2022 oder später beginnen und • deren letzter Kurstag laut Kursbeginnmeldung nach dem 20. Juni 2022 geplant ist, müssen die neuen DTB zum nächstmöglichen Prüfungstermin verwenden.

4. Für Berufssprachkurse, die bereits vor dem 15. Februar 2022 begonnen haben und deren geplantes Kursende nach dem 20. Juni 2022 liegt, können die Träger nach eigenem Ermessen entweder den entsprechenden DTB oder eine entsprechende DTB-alternative Zertifikatsprüfung auswählen. 5. Für Berufssprachkurse, die vor dem 20. Juni 2022 enden, wählen die Träger so wie bisher nach eigenem Ermessen eine entsprechende DTBalternative Zertifikatsprüfung aus."

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Deutsch-Dozenten gesucht. Aber zu welchen Bedingungen?

„Deutsch-Dozenten gesucht. Europa-Universität: Mehr als 100 Studenten aus dem Ausland sind auf Sprachkurse angewiesen / doch Lehrkräfte sind schwer zu finden – offenbar auch wegen der schlechten Bezahlung“ heißt es im Flensburger Tageblatt vom 26.01.2022.

 

In dem Artikel wird endlich öffentlich die Höhe der Vergütung der Honorarkräfte (Lehrbeauftragten) an der Universität thematisiert. Man erhält dort nur 25,68 € pro UE. Zeitgleich wird aber auch um Deutsch-Dozenten geworben. Denn die formalen Anforderungen an der Uni seien dabei nicht besonders hoch, wie es heißt. „Eine Ausbildung als DaZ-Lehrkraft oder eine Zulassung durch das BAMF, wie sie für Integrationskurse oder Berufssprachkurse vorgeschrieben sind, sind zwar erwünscht, aber nicht zwingend erforderlich.“ Trotzdem kann die Europa-Universität Flensburg fünf von sieben Lehraufträgen nicht besetzen. Die für DaFZ Zuständige macht die Corona-Pandemie dafür verantwortlich. Die Uni weist jedoch auch auf die mit der generellen Unterfinanzierung verbundenen schlechten Arbeitsbedingungen der Dozent*innen hin.

 

Zur Lage an der Flensburger Uni hat sich spontan eine norddeutsche Kollegin geäußert: „Kommt alle her, wenig Lohn für wenig Ausbildung.“ Da gratulieren wir doch den Studierenden, dass sie so einen „qualitativen“ Unterricht bekommen. Das Studium an der Uni lohnt sich! Alles easy! Wo ist der Qualitätsanspruch geblieben? Wo die Würdigung der Dozenten für qualitative Arbeit? Wie bitter. Akademische Bildung adé. Und Corona ist nicht an allem Schuld – nicht am Dozentenmangel.

(gb/as)

ifo Geschäftsklimaindex: Existenzbedrohung aufgrund Pandemie

„Die Kleinstunternehmen leiden besonders stark unter dem aktuellen Pandemieverlauf“, sagt Dr.Klaus Wohlrabe, stellv.Leiter des ifo Zentruns für Makroökonomik und Befragungen sowie Leiter Befragungen in einer Pressemitteilung. „Für viele kleine Unternehmen wird das wirtschaftliche Überleben immer schwieriger, je länger die Pandemie dauert“

 

Tatsächlich habe sich das Geschäftsklima für Kleinstunternehmen (weniger als 9 Mitarbeitende) und Soloselbstständige im Dezember 2021 verschlechtert, denn der aktuelle Index (die Januarbefragung läuft derzeit) sank deutlich unter den der Gesamtwirtschaft. So bildet der statistische Messwert zu Jahresende laut Konjunkturumfrage eine desolate Stimmung in der Geschäftslage ab, während gleichzeitig die Erwartungen der Kleinstunternehmenden und Selbstständigen ein wenig steigen und zarte Hoffnung auf bessere Zeiten widerspiegeln. 

 

Eine Existenzbedrohung sähen rund ein Viertel der Kleinstunternehmen und Selbstständigen, beantworteten sie doch die Frage „Würden Sie sagen, dass Ihr Unternehmen durch die aktuellen coronabedingten Beeinträchtigungen in seiner Existenz bedroht ist?" (ifo) zu 24,9% mit ja. In der Gesamtwirtschaft (= Gesamtheit aller Unternehmen) fiel die Antwort mit 14,4% deutlich niedriger aus.

 

Das Bündnis hatte im November aufgerufen, monatlich an der Befragung teilzunehmen. Es ist wichtig, weiterhin mitzumachen, damit das ifo Institut in den monatlichen Konjunkturumfragen auch die Lehrkräfte als Soloselbstständige berücksichtigen kann. Umso besser, wenn möglichst viele und viele kontinuierlich dabei sind!  Da das sog. Segment Kleinstunternehmende und Soloselbstständige nämlich erst im August 2021 an den Start ging, sind noch keine Saisonbereinigungen möglich.

 

Für das ifo bleibt die künftige Entwicklung spannend. Davon wollen wir uns doch anregen lassen und mitmachen.

(chh)

Rückzahlungen von Corona-Soforthilfen

Die WirtschaftsWoche befasst sich in ihrem Beitrag "Die Corona-Soforthilfen sind eine tickende Bombe" auch mit der Lage der DaFZ-Lehrkräfte.

„Es war damals nicht klar, ob die Soforthilfen nur für die Betriebskosten oder auch für den Lebensunterhalt genutzt werden durften“, sagt Hedwig Schulte vom Bündnis DaF/DaZ Lehrkräfte. Viele Honorarlehrkräfte seien durch die Pandemie in finanzielle Notlagen geraten und hätten deshalb im März 2020 Corona-Soforthilfen beantragt. Nun drohe ihnen eine nahezu vollständige Rückzahlung. 

Mit den Corona-Soforthilfen habe die alte Bundesregierung der neuen Regierung eine tickende Zeitbombe hinterlassen, meint Andreas Lutz vom Verband Gründer und Selbstständige (VGSD). "Selbstständige, deren Geschäft bereits im März 2020 unter der Pandemie gelitten hätte, seien nun auch durch die Rückzahlung wieder schwer betroffen. Besonders prekär ist die Lage der Soloselbstständigen. Diese haben oft kein Büro und deshalb auch keine Fixkosten, für die sie die Soforthilfe hätten beantragen können. Für Lebenshaltungskosten wie Wohnungsmiete, Lebensmittel oder Krankenkasse durfte das Geld nicht verwendet werden. Stattdessen wurde Soloselbstständigen empfohlen, die Grundsicherung in Anspruch zu nehmen." „Vorher hätten Sie aber noch Ihre Altersvorsorge aufbrauchen müssen“, sagt Lutz.

(as)

ZQ BSK-Angebote des IIK: online und hybrid

Wir - das Institut für Internationale Kommunikation e.V. (IIK) in Düsseldorf und Berlin, haben jetzt unsere ZQs 2022 freigeschaltet. Wir setzen die vom BAMF vorgegebenen Inhalte möglichst praxisrelevant um und nehmen dabei auf die große Belastung der Lehrkräfte durch die ZQ große Rücksicht. Das fängt schon bei den Formaten an: Zur Auswahl stehen (bei Beginn vor dem 19.3.2022) zwei besonders lehrkräftefreundliche reine Online-Formate und nach dem 19.3. ein möglichst lehrkräftefreundliche Präsenzformat (mit den dann noch max. zugelassenen 25% Online-Anteil) an zwei Standorten.

Alle ZQs, die im ersten Quartal 2022 beginnen, sind so konzipiert, dass man noch bis zum Stichtag 30.6.22 die erweiterte Zulassung für BSK-Kurse in Händen halten kann. Hier wird es ganz gewiss keine Verlängerung mehr von Seiten des BAMF geben. Und wer sich zu einer dieser ZQs verbindlich anmeldet, kann außerdem noch vor dem 30.6. begonnenen Kurse zu Ende führen, auch wenn das Enddatum erst in der zweiten Jahreshälfte liegt. Das ist vor allem für neue Kolleg:innen wichtig, die erst im Laufe des 1. Halbjahres ihre 300 UE in BAMF-Kursen zusammenbekommen, die ja die Voraussetzung für die Zulassung zu einer ZQ sind.

Hier die Formate im Überblick:

1. 100%-Online

a) fünf Wochenenden à durchschnittlich 16 UE

b) 9 Wochen mit 2 festen Nachmittagen oder Vormittagen à 4-6 UE

Wie empfehlen eigentlich vor allem die Variante b) weil sie sich nach unseren Erfahrungen am besten berufsbegleitend erledigen lässt und die Selbstlernphasen vorwiegend am Wochenende gestaltet werden können.

2. 75% Präsenz und 25% Online

- Standorte Düsseldorf und Berlin

- insgesamt 5 Wochenenden, davon eines rein Online

- Auftakt jeweils freitags mit 2 UE online + Samstagnachmittag und Sonntagvormittag in Präsenz

- bei weiterer Anreise nur eine Übernachtung erforderlich

Generell zeigt unsere Erfahrung mit über 30 abgeschlossenen Online-ZQs, dass es sich allgemein und gerade bei der Online-Variante empfiehlt, die ZQ "am Stück" zu machen, damit man sich nicht immer wieder neu eindenken muss und die notwendigen (Arbeits- und Online)-Routinen entwickelt. Das ist auch für das Portfolio sehr hilfreich, dass ZQ-begleitend von uns unterstützt wird, und zum Ende der ZQ dann auch "fertig" sein kann. Das ist mit der näher rückenden endgültigen Frist besonders wichtig.

Generell stehen wir auch gerne für Rückmeldungen zu den Erfahrungen mit der ZQ-Durchführung aus Sicht eines ZQ-Anbietenden, speziell in der Online-Variante, zur Verfügung. Kolleginnen und Kollegen, die sich online unsicher fühlen, bieten wir nicht nur ein generelles "Onboarding" an, sondern leisten auch sehr viel individuellen Support durch unser IT-Team, das schon vielen weitergeholfen hat, die dann die ZQ auch geschafft haben.

(ikk)

ZQ BSK: ein dreizehnter Erfahrungsbericht

Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay
Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay

Heute veröffentlichen wir unten einen dreizehnten Bericht zur ZQ BSK. Wir, das Bündnis, bitten Euch um Erfahrungsberichte über Eure BSK-Zusatzqualifizierungen. Schickt uns bitte den Text in anonymisierter Form zu, und schreibt bitte gleich, ob Ihr mit einer Veröffentlichung einverstanden seid.  Wir werden dann in einigen Wochen eine Auswahl ans BAMF und BMAS schicken.

 

Ich habe in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 an einer ZQBSK teilgenommen, damit ich weiterhin unterrichten darf. Zu mir: Habe 35 Jahre Deutsch und Englisch an einer Hauptschule unterrichtet und mittlerweile auch mehr als 3000 UE in BSKs.  Die Unterstellung, dass die schlechten Ergebnisse der Teilnehmende an diesen Kursen auf die Dozenten

zurückzuführen sind, ist zunächst schon mal inakzeptabel. Hier fehlt es an der Reflektion des eigenen Handelns beim Bamf und bei telc. Welche Ziele, welche Aufgaben, welche Standards in Prüfungen, Aufbau von Prüfungen, Bewertung etc.. Die Dozenten werden ständig zur Selbstreflektion aufgefordert, was offensichtlich das Bamf und telc im eigenen Hause nicht für notwendig halten.

 

Die Fortbildung war vonseiten des Trägers und der Dozenten so gut es ging vorbereitet. Sie müssen den von "oben" kommenden Vorgaben folgen, und das ist nicht immer einfach. Trotzdem blieben Fragen offen wie z.B. genaue und eindeutige Aufgabenstellungen für das Portfolio oder eindeutige Vorgaben zum Umgang mit Fehlzeiten. Die zeitliche Aufteilung der einzelnen Module war m.E. nicht immer logisch, denn es kam vor, dass ein Thema bearbeitet wurde, aber nicht schriftlich beendet werden konnte, weil der entscheidende Teil erst 4 Wochen später dran kam. Alle Dozenten, die ich kennenlernte, versuchten ihr Bestes und konnten einem

auch den Druck, unter dem man stand, etwas nehmen. Es entwickelte sich trotz online-Vermittlung ein angenehmes Arbeitsklima zwischen Dozenten und Teilnehmenden sowie zwischen den Teilnehmenden untereinander. Trotzdem sehnte man das Ende herbei, denn inhaltlich ist die gesamte Fortbildung viel zu umfangreich und für Teilnehmer, die "nebenher" noch einen Kurs leiten, eine Zumutung. Die einzelnen Vorbereitungen für jedes Modul waren nicht zu bewältigen.

 

Für mich waren nur wenige Inhalte neu. Ich konnte meine Kompetenz bezüglich des online-Lernens etwas verbessern und ich bin etwas sicherer in der Bewertung von Leistungen geworden, die ich allerdings auch schon vorher zu 98% richtig einschätzen konnte. Einige fachspezifische Ausdrücke haben sich geändert. Mein Unterricht wird sich nach dieser Fortbildung aber nicht wesentlich ändern oder verbessern. - Ich halte eine Differenzierung bezüglich der Vorkenntnisse der Lehrkräfte für wichtig. Es ist ein Unterschied, ob ich aus einem kaufmännischen Beruf komme und gerade 300 UE in einem BSK absolviert habe, oder ob ich mich

schon viele Jahre mit Pädagogik, Sprache und Unterricht beschäftige.

 

Die Fortbildung hatte zu viele Aufgaben, die fast allen Teilnehmern mehr oder weniger bekannt waren. Ausbildung oder Studium, Berufserfahrung, Umgang mit Menschen, Deutschkenntnisse und Vermittlung der deutschen Sprache kann jeder Teilnehmer nachweisen. Insgesamt wäre weniger mehr gewesen. Die meisten Fragen bezogen sich auf das Portfolio, den Schlüssel für die Fortsetzung der Arbeit,  um hier nichts falsch zu machen.

 

Ich bin froh, den enormen Zeitaufwand und die Fleißarbeit des Portfolios hinter mir zu haben! Und ich bin sehr gespannt auf die Argumentation des Bamf, wenn sich trotz dieser Zwangsmaßnahme keine besseren Ergebnisse der BSK-Teilnehmer eistellen!

  (BzD)