Aktuell


FAZ: "Das schreckliche Deutsch. Wie Unterricht die sprachliche Integration erschwert"

Winfried Thielmann, Professor für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache an der TU Chemnitz, beschäftigt sich in seinem am 11.07. in der FAZ veröffentlichten Beitrag "Das schreckliche Deutsch. Wie Unterricht die sprachliche Integration erschwert" mit der nach seiner Meinung falschen Didaktik in den Integrationskursen.

Er sieht darin einen der Gründe für die schlechten Ergebnisse bei dem Integrationskurse abschließenden Deutschtest für Zuwanderer. Die Inhalte dieser Kurse seien so geartet, dass sie das Erlernen der deutschen Sprache nicht erleichtern, sondern erschweren würden.

"Denn die Didaktik der Kurse und vieles, worum es im „Deutschtest für Zuwanderer“ geht, sind aus wissenschaftlicher Sicht nicht auf das Können ausgerichtet, das von einem Deutsch-Lerner sinnvollerweise im Rahmen der zur Verfügung stehenden Unterrichtszeit zu erwarten wäre."

 

(as)

 

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Berlin öffnet seine Flüchtlingskurse und erhöht die Stundenzahl

Der Tagesspiegel berichtet in seinem Beitrag "Flüchtlinge erhalten bessere Deutschkurse" über eine neue Vereinbarung des Landes Berlin mit der Berliner VHS.

"Der Basiskurs, 400 Unterrichtseinheiten, wird ab sofort auf 1000 Einheiten erhöht. (...) Auch die Kinderbetreuung bei den Kursen wird ausgebaut."

Eine andere Neuerung ist die Öffnung der Berliner Kurse für wirklich alle Flüchtlinge. Während das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Deutschkurse  nur für eine bestimmte Kategorie von Flüchtlingen genehmigt, sollen in Berlin laut Katarina Niewiedzial, der Integrationsbeauftragten, alle Menschen, unabhängig von ihrem Status, Deutsch lernen.

Damit gehört Berlin zu den wenigen Bundesländern, die ihre Landeskurse allen Flüchtlingen anbieten. Niedersachsen macht es schon seit einigen Jahren. Die niedersächsischen Kurse umfassen aber nur 300 UE. In den Intensivsprachkursen für Höcherqualifizierte Flüchtlinge (B2-C1) erhalten die Lerner*innen allerdings 1000 UE.

(as)

Gespräch des Bündnisses im BAMF

Am 20. Juni trafen sich vier Vertreter/innen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte zu einer Gesprächsrunde mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Berlin. Gastgeber waren Carola Cichos (Leiterin des Referats Fragen der sprachlichen und politischen Bildung im BAMF) und Dr. Marc Rosenau (Referat Rechtsangelegenheiten und Maßnahmen der Integration im Bundesinnenministerium). Das zweistündige Gespräch war sehr offen und teilweise auch kontrovers. Es war schon das zweite Gespräch des Bündnisses mit dem BAMF. Das erste hatte im Januar 2018 stattgefunden.

 

Themen waren die prekäre Lage der Lehrkräfte und die allgemeine Entwicklung im Integrations- und Berufssprachkurs. Bezüglich der Situation der Lehrkräfte wurde u.a. folgendes thematisiert: Erhöhung des Mindesthonorars bzw. der Trägerpauschale, Dynamisierung des Mindesthonorars, Mindeststandards für Festangestellte (z.B. Faktorisierung des Unterrichts, um Verträge mit 40 UE pro Woche zu verhindern) und Urlaubsentgelt.

 

Hinsichtlich der Kurse selbst wurde beispielsweise über die schlechten Bestehensquoten in Integrations- und Berufssprachkursen, den DTZ,  frühe Wiederholung von Modulen, TN-Höchstzahl, Stundenzahlen in den Bundeskursen, Qualifikation der Lehrkräfte und neue Qualifizierungen gesprochen.

(as)

Thüringen sucht DaZ-Lehrkräfte (Festeinstellung)

Thüringen stellt Lehrkräfte für Deutsch als Zweitsprache ein. In der Anzeige des zuständigen Ministeriums steht u.a. geschrieben:

 

"Es bestehen Möglichkeiten der befristeten Einstellung für bis zu zwei Jahre an allgemein bildenden Schulen, insbesondere an Regel- und Gemeinschaftsschulen, sowie an berufsbildenden Schulen.

 

Ihre Aufgabe besteht darin, Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund und Förderbedarf in Deutsch zu unterrichten. (...)

 

Je nach Schulart erfolgt die Vergütung für ausgebildete Lehrkräfte mit dem Fach Deutsch als Zweitsprache nach den Entgeltgruppen E11 bis E13 TVL-Ost. Für Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger erfolgt die Vergütung je nach Ausbildung in den Entgeltgruppen E9 bis E11 TVL-Ost. Entsprechende Übersichten zur Höhe und den Berechnungsgrundlagen der jeweiligen Entgelte finden Sie stets aktuell auf den Internetseiten der zuständigen Gewerkschaften dbb und GEW."

Mehr Geld für Hamburger VHS-Dozent*innen

Die Hamburger Behörde für Schule und Berufsbildung berichtet in ihrer Pressemitteilung über eine Erhöhung der Honorare an der Hamburger VHS:

"So steigen die Kurshonorare 2019 in zwei Stufen um insgesamt rund 4,5 Prozent an. Für jede 90minütige Kurseinheit bekommen die Kursleitenden so ab September 2019 ein Honorar von 57,24 Euro. 2020 werden die Honorare erneut um weitere drei Prozent auf dann 58,96 Euro angehoben. Insgesamt steigen die Honorare so allein 2019 und 2020 um 7,7 Prozent. (...) 

Seit 1995 waren die Honorare der rund 1.700 Kursleiterinnen und Kursleiter der Hamburger Volkshochschule (VHS) fast 20 Jahre lang eingefroren. Erst Bildungssenator Ties Rabe hatte diesen Zustand 2014 beendet. Seitdem werden die Honorare jedes Jahr erhöht, angelehnt an die Tariferhöhungen im Weiterbildungsbereich."

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Politisches Gespräch des Bündnisses in Saarbrücken

Am 07. Juni hatte eine Delegation von Aktiven aus der Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte Regionalgruppe Saar erneut ein Gespräch im saarländischen Ministerium für Bildung und Kultur. Diesmal war auch das Paritätische Bildungswerk (PBW) Rheinland-Pfalz/Saarland als Träger der Sprachförderung dabei. Das Ministerium wurde von Kerstin Bay und Piere Land vertreten.

Das Gespräch fokussierte sich  hauptsächlich auf die konzeptionelle Ebene (Fortbildungen, Lehrplan etc.). Resultat ist, dass geplant ist, eine Art Arbeitskreis einzurichten, der sich aus Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten Institutionen zusammensetzt: Lehrkräfte des PBW, Ministerium, Landesinstitut für Pädagogik und Medien, Universität des Saarlandes etc. In dem Arbeitskreis sollen nun gemeinsam Konzepte erarbeiten sollen.

 

Das erste Gespräch hatte schon im März stattgefunden. Damals waren die Delegation der Regionalgruppe Saar und eine Vertretung der GEW Saarland bei Staatssekretärin Christine Streichert-Clivot eingeladen. Schwerpunkte waren vor allem die prekäre Arbeitssituation der Lehrkräfte und das Fehlen eines Gesamtkonzeptes im Bereich DaZ (Lehrpläne, Stellenplan, Aus-/Fort- und Weiterbildungskonzepte).

 

(sst/as)

 

Kundgebung der Freien Dozent*innen - Berlin am 20.6.2019

Am Welttag der Geflüchteten, den 20.06.2019, sind Honorardozent*innen sowie mehrere Initiativen  zur Unterstützung der Rechte der Geflüchteten  dem Aufruf der Freien Dozent*innen Berlin gefolgt und zu einer Kundgebung vor dem  Bundesministerium des Inneren (BMI) gekommen. Die Zuhörer*innen standen  bei sonnigem Wetter auf der Mittelinsel der breiten Straße Alt-Moabit in Berlin. Die Redebeiträge  waren kurz und vielfältig. Dazwischen gab es immer wieder  Musikeinsätze von DJ Koschka.  Die Teilnahme vieler Gruppen an der Kundgebung stellt einen Erfolg der Vernetzungsarbeit der Freien Dozent*innen dar, die sich seit  Monaten bemüht haben, ein Netz der kritischen Stimmen gegen die Praxis des BAMF zu bilden. Hier sind zahlreiche Bilder der Kundgebung zu sehen.

(lg)

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Politisches Gespräch des Bündnisses in Berlin

Zwei Vertreter*innen des Bündnisses sprachen gestern in Berlin mit Dr. Eva Högl, der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der SPD. Frau Dr. Högl gehört u.a. den Bundestagsausschüssen für Inneres und Heimat sowie  für Kultur und Medien an.

 

Das Gespräch war sehr freundlich und offen. Die Vertreter*innen des Bündnisses thematisierten nicht nur die prekäre Lage der Lehrkräfte in den Integrations- und Berufssprachkursen, sondern auch die Qualität der BAMF-Kurse und Lernbedürfnisse der Teilnehmenden. Es wurden die Kernforderungen des Bündnisses erläutert: Erhöhung und Dynamisierung der Trägerpauschale bzw. des Honorars,  Faktorisierung des Unterrichts für Festangestellte, Mindestlohn für Festangestellte,  höhere Qualifikationsstandards für Lehrkräfte usw.

(as)

Politisches Gespräch des Bündnisses in Hannover

Drei Vertreter*innen des Bündnisses führten am 12. Juni in Hannover ein sehr freundliches, offenes und auch produktives Gespräch mit Maren Brandenburger und Christine Strobelt. Frau Brandenburger leitet das Referat  Migration und Teilhabe im niedersächsischen Sozialministerium.

Die Vertreter*innen des Bündnisses schilderten die prekäre Lage der Lehrkräfte in den Integrations- und Berufssprachkursen. Es wurden die Kernforderungen des Bündnisses genannt: Erhöhung und Dynamisierung der Trägerpauschale bzw. des Honorars und Faktorisierung des Unterrichts  für Festangestellte. Ein wichtiger Gesprächspunkt war die letzte Integrationsministerkonferenz in Berlin.

(as)

Aktion von Deutsch-Lehrkräften und Initiativen für die Rechte von Geflüchteten am 20. Juni 2019

Freie Dozent*innen Berlin und viele andere Gruppen und Organisationen rufen zu einer einer Kundgebung am 20. Juni vor dem Bundesinnenministerium auf. In ihrer Pressemitteilung heißt es u.a.:

"Deutsch-Dozent*innen, verschiedene flüchtlingspolitische Initiativen und Vertreter*innen von Gewerkschaften werden am 20. Juni 2019 - dem von den Vereinten Nationen ausgerufenen `World Refugee Day‘ - vor dem Bundesministerium des Inneren (Alt-Moabit 140, 10557 Berlin) protestieren. Unter dem Motto „Solidarität statt BAMF“ soll ein Zeichen für eine solidarische Gesellschaft gesetzt und die Praxis des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) angeprangert werden. Bei der Aktion ist auch geplant, ein großformatiges Zeugnis zu übergeben.

In ihrem Aktionsaufruf weisen die beteiligten Initiativen* darauf hin, dass der Druck auf Geflüchtete zunimmt und das Innenministerium „mit mehr Zwang, Kontrollen und Repression die Zügel anzieht“. Eine besondere Rolle schreiben sie dabei dem BAMF zu, als „Ausdruck und Vollstrecker des Rechtsrucks in Deutschland“.

Mehr als 20.000 Dozent*innen arbeiten derzeit im Auftrag des Innenministeriums / BAMF am Basisspracherwerb der Migrant*innen und Flüchtlinge, v.a. in den sogenannten Integrationskursen. Aber – so die Freien Dozent*innen: „Das BAMF legt uns immer wieder Steine in den Weg. Die derzeitige intransparente Organisation der Kurse und die verschärften Regelungen verlangsamen den Lernprozess, sind unnötig bürokratisch, verunsichernd und berücksichtigen die Lebensrealität der Teilnehmer*innen nicht.“ Stattdessen fordern sie u.a. eine transparente, am Menschen orientierte Verwaltung der Sprachkurse, sowie Integrationskurse, die den spezifischen Lern- und Lebenssituationen der Teilnehmer*innen realistisch

Rechnung tragen."

(as)

Aktion der Dozent*innen in der Jubiläumsnacht der Kölner VHS

Am 24.5. hat die VHS Köln mit einer Jubiläumsnacht ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert. Dozent*innen haben an diesem Abend mit T-Shirts und Flyern unter dem Motto: "Regulär statt prekär" die Kursteilnehmer, die an diesem Abend zur Feier kamen, informiert. Der größte Teil der Teilnehmer hatte keine Ahnung von den Arbeitsbedingungen ihrer Dozenten - aber die Informationen stießen auf großes Interesse. Viele haben sich solidarisiert und die Petition des Bündnisses unterschrieben. Die VHS stellte einen Raum zur Verfügung, in dem die Dozenten ihre Informationen auslegen und auch das Material vergangener Aktionen präsentieren konnten.

(sp)

Besuch des Bündnisses beim Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE)

Am 06.06.2019 waren zwei Vertreterinnen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte in das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen (DIE) in Bonn eingeladen.

Sie wurden dort sehr freundlich von Herrn Prof. Dr. Schrader (Wissenschaftlicher Direktor des DIE, links auf dem Foto) und PD Dr. Schröter (Stellvertretende Abteilungsleitung / Abteilung „Lehren, Lernen, Beraten“) empfangen und über die wissenschaftliche Arbeit des DIE informiert, die u.a. in der projektbezogenen Erstellung unterstützender Angebote für Lehrkräfte besteht.

Außerdem liefert das DIE für den alle zwei Jahre erscheinenden Nationalen Bildungsbericht wichtige Daten. Neben seiner Forschungstätigkeit transferiert das DIE als „Leibniz im Landtag“ und „Leibniz im Bundestag“ seine Forschungsergebnisse in beratenden Gesprächen auch in die Landes- und Bundespolitik.

Die Vertreterinnen des Bündnisses betonten die dringend notwendigen Veränderungen der aktuell schlechten Beschäftigungsbedingungen von DaF/DaZ-Lehrkräften als Grundlage für die Entwicklung von zukunftsfähigen Konzepten der gesellschaftlich hochrelevanten Integrationsaufgabe.

Ein weiterer Schwerpunkt des Austauschs stellte das zum 01.04.2019 gestartete Projekt COLD dar, in dem es um die Identifizierung und Anerkennung der professionellen Kompetenzen von Lehrkräften in Schule und Erwachsenenbildung beim Unterrichten von Deutsch als Zweitsprache geht. Im Rahmen dieses Forschungsprojekts werden die Lehrkräfte als auch deren Schüler/Teilnehmer befragt und sowohl die Beschäftigungsstrukturen der Lehrkräfte als auch die persönlichen Situationen der Schüler/Teilnehmer untersucht.

(uw/as)

Protokoll der letzten Integrationsministerkonferenz: Kein Wort über die Lehrkräfte

Anfang April fand in Berlin die 14. Integrationsministerkonferenz statt. Ihren Schwerpunkt bildeten die Integrationskurse bzw. eine Qualitätsoffensive in diesen und anderen Bundeskursen.

Im Protokoll befinden sich einige Beschlüsse bzw. Ideen bezüglich dieser Kurse. Leider steht dort kein einziges Wort über die Lehrkräfte in diesen Kursen, obwohl ihre prekäre Lage laut Senatorin Elke Breitenbach, der Vorsitzenden der 14. Integrationsministerkonferenz, auf der Konferenz thematisiert werden sollte. 

Bezüglich der Deutschkurse wurde u.a. folgendes beschlossen: 

- Für Teilnehmende ohne Schulabschluss oder Berufsausbildung sollte eine grundsätzliche Anhebung der Stundenzahl der Integrationskurse auf 900 Unterrichtsstunden erfolgen. entsprechend zu überarbeiten und zu erweitern.

(as)

 

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Grüner Kommentar zur Antwort der Bundesregierung: Prekäre Lage der Lehrkräfte wird heruntergespielt

Filiz Polat, die integrationspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der Grünen und Initiatorin der Kleinen Anfrage "Qualitätsoffensive bei den Integrationskursen starten", hat ihren Kommentar zu der Antwort der Bundesregierung veröffentlicht. In dem Teil zu den prekären Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte  steht folgendes geschrieben:

"Prekäre Lage der Lehrkräfte wird heruntergespielt

Die Bundesregierung nimmt die äußerst prekäre Lage der Lehrkräfte bei den Integrationskursen in Kauf und misst ihnen auch nur einen sehr geringen Stellenwert bei. Damit wird wohl der wichtigste Teil der Integrationsarbeit, der Spracherwerb, auf dem Rücken der Lehrkräfte und auf Kosten der Geflüchteten ausgetragen. Die Gesundheit der Lehrkräfte und die Unterrichtsqualität bleiben auf der Strecke, damit wird auch das für die Gesellschaft so wichtige Projekt "Integration" gefährdet. Eine echte Qualitätsoffensive bei den Integrationskursen kann es nur geben, wenn die Lehrkräfte angemessen bezahlt werden.

Fragen 25 – 43: Prekäre Situation der Lehrkräfte

Die prekäre Situation der Lehrkräfte wird ignoriert, Effizienz des Angebots ist wichtiger. 

Die Bundesregierung möchte nicht beantworten warum Lehrkräfte, die Erstorientierungskurse geben, schlechter gestellt werden als diejenigen, die Integrationskurse unterrichten. Das BAMF, BMI und auch BMAS weisen den Wunsch nach Mindestgehalt und anderen Standards immer mit dem Hinweis auf Tarifautonomie zurück. (25d).

(as)

 

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Bundesregierung nennt hanebüchene Zahlen zum Einkommen der Integrationskursleiter*innen

Die Bundesregierung antwortete vor einigen Tagen auf die Kleine Anfrage der Grünen "Qualitätsoffensive bei den Integrationskursen starten" , in der es auch um die Einkommensverhältnisse und Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte ging.

In der Antwort der Bundesregierung werden falsche Zahlen zum Einkommen der Honorarlehrkräfte genannt: "Bei einem Mindesthonorar von 35 Euro pro Unterrichtseinheit (UE) und 25 UE pro Woche ergeben sich monatliche Brutto-Einnahmen von rund 3 790 Euro (35 Euro x 25 UE x 13 Wochen pro Quartal/drei Monate im Quartal)." (S. 29)

Das von der Bundesregierung angegebene Brutto-Einkommen  hat nichts mit der Realität zu tun, denn die Bundesregierung geht davon aus, dass eine Honorarlehrkraft 52 Wochen, also 260 Tage arbeitet und verdient. Die Bundesregierung berücksichtigt weder die Feiertage noch Urlaub noch Krankheitstage. Die selbstständigen Lehrkräfte bekommen kein Honorar für diese Tage. Nach Berechnungen des Bündnisses erhält eine Honorarkraft in BAMF-Kursen in Vollzeit (25 UE pro Woche) bestenfalls ca. 3000 €. Netto bleiben also ca. 1500 € monatlich, falls man keine Pausen zwischen den Kursen hatte, nicht zu lange krank war und nicht zu hohe Betriebskosten hatte usw. 

(as)

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Umfrage zu Integrationskursen aus der Sicht der Lehrkräfte

Ein DaFZ-Lehrer und Doktorand (Uni Hannover) bittet um Unterstützung bei seiner Umfrage "Die Sache mit den Integrationskursen aus Sicht der Lehrenden".

 

Die Daten werden für die Verfassung eines Artikels zum Thema "Integrationskurse aus Sicht der Lehrenden" benötigt. Das Ergebnis wird dem Bündnis zur Verfügung gestellt und auch hier veröffentlicht.

 

Der Fragebogen gliedert sich in drei Bereiche: allgemeine Angaben, Fragen zu Praxiserfahrungen und Fragen zur Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren im Integrationsprozess. Der anonyme Fragebogen kann in wenigen Minuten ausgefüllt werden.

(as)

DVV wählt neuen Vorstand und beschließt die Weimarer Erklärung

Der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) wählte Annegret Kramp-Karrenbauer erneut zu seiner Präsidentin. In diesem Ehrenamt betrachtet sie sich "vor allem als Türöffnerin, um die Volkshochschulen ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.“

Die am 8. Mai in Weimar stattgefundene Mitgliederversammlung der 16 vhs-Landesverbände wählte Martin Rabanus (medienpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion) zum neuen DVV-Vorsitzenden.

Sein Vorgänger, Dr. Ernst Dieter Rossmann (Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung), musste das Amt des DVV-Vorsitzenden nach drei Amtsperioden satzungsgemäß abgeben. Rossmann wurde einstimmig zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Als stellvertretende Vorsitzende wurden Susanne Deß (Mannheimer Abendakademie) und Winfried Ellwanger (VHS im Landkreis Cham) bestätigt. Heike Richter, Leiterin der Leipziger VHS, bleibt im Vorstand als Beisitzerin. Neuer Beisitzer ist Winfried Krüger (VHS Ammerland). Klaus Hebborn, Beigeordneter für Bildung, Kultur, Sport und Gleichstellung beim Deutschen Städtetag, vertritt weiterhin die kommunalen Spitzenverbände im DVV-Vorstand.

Der DVV verabschiedete auf seiner Versammlung auch "Die Weimarer Erklärung, zusammeleben. zusammehalten." In der Resolution wird u.a. folgendes erklärt und gefordert:

(as)

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Stuttgart: Gespräch des Bündnisses im Ministerium

Am 30.04.2019 führten Vertreterinnen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte ein Gespräch im Ministerium für Soziales und Integration mit Herrn MR Lottermann und Frau MR´in Hesse-Dahlheimer. In der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart leiten sie das Referat „Integration durch Sprache und Teilhabe“.

Landesminister für Soziales und Integration ist Manne Lucha, der sein Amt seit 3 Jahren bekleidet und dessen Ministerium gemeinsam mit dem Landesbeirat für Integration als Jury diesjährig erstmals einen Integrationspreis des Landes vergeben wird. Dabei werden Initiativen, Kommunen, Projekte und Aktivitäten ausgezeichnet, die sich um Integration und das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte im Lande verdient gemacht haben.

Das Bündnis schilderte im Rahmen der Daueraufgabe Integration, für die es der Dauerstellen bedarf, die Arbeitsbedingungen einer DaFDaZ-Lehrkraft.Damit wurde eine neue, bisher unbekannte Sicht auf das Lehren in der Erwachsenenbildung deutlich und schuf eine Sensibilisierung für unsere Arbeitsbedingungen. Beide Seiten waren sich einig, dass der Bereich Erwachsenenbildung gestärkt werden und die Arbeit der Lehrkräfte mehr Anerkennung erfahren muss. Das Gespräch fand in freundlicher und sachlicher Atmosphäre statt.

(lge/chh)

DaF/DaZ und VHS-Dozent*innen im ARD-Mittagsmagazin

Das ARD-Mittagsmagazin befasst sich in seinem Beitrag  "Bildung zum Schnäppchenpreis" nicht nur mit dem 100-Jahre-Jubiläum der VHS, sondern auch mit der prekären Lage der VHS-Dozent*innen. 

Im ersten Teil kommt Ulrike Pfeifer, eine Leipziger DaFZ-Kollegin und Mitglied des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte zu Wort. Sie weist auf das sehr niedrige Einkommen der Lehrkräfte hin, von dem sich kaum leben lasse. Um dies zu kompensieren seien viel Kolleg*innen gezwungen, 40 und mehr Unterrichtsstunden zu geben, was aber gesundheitlich nicht lange gut gehen könne. Die Kollegin betonte auch, dass die meisten Kolleg*innen im Ruhestand auf die Grundsicherung angewiesen sein würden. "Wir helfen bei der Integration, sind aber selbst sozial nicht integriert, Das ist bitter." fasst die Kollegin zusammen.

Im zweiten Teil wird Annegret Kramp-Karrenbauer, die CDU-Chefin und Präsientin des DVV (Deutscher Volkshochschulverband), interviewt. Auf die mehrfach wiederholte Frage, warum denn hochqualifiziere Lehrkräfte so schlecht ("nicht weit von Hartz IV") bezahlt würden, räumt sie ein, dass die Lage der Lehrkräfte unbefriedigend sei. Es werde daran gearbeitet, ihre Situation und generell die finanzielle Ausstattung der VHS zu verbessern, dies sei aber eine Gemeinschaftsaufgabe (Bund, Länder, Kommunen) und sei nicht von heute auf morgen zu lösen. 

(as)

Was in Sprachkursen für Flüchtlinge schiefläuft.

Die FAZ befasst sich erneut mit den nicht guten Bestehensquoten in den Integrationskursen. In dem Artikel "In Sprachkursen für Flüchtlinge läuft einiges schief" geht es um Ursachen. Diesmal kommen  Sprachlehrer*innen zu Wort.

Einige meinen,  viele Flüchtlinge  würden in die falschen Kurse eingeordnet und seien überfordert. Die Einstufung sei noch wichtiger geworden, weil die Zahl der Analphabeten in den Integrationskursen des Bamf mit dem großen Flüchtlingszustrom seit dem Jahr 2015 deutlich gestiegen sei.

Laut einer Kollegin aus München ist es sehr problematisch, dass Teilnehmer mit ganz unterschiedlichen Bildungsniveaus im gleichen Kurs sitzen würden.

Einige Sprachlehrer*innen sind der Ansicht, dass es um Disziplin zum Teil nicht gut bestellt sei und Sanktionsmöglichkeiten fehlten. Es wird aber betont: „Die meisten wollen lernen und strengen sich an.“

Am Ende geht die FAZ auf die Einkommensverhältnisse der Lehrkräfte ein: "Und noch ein Punkt brennt vielen Lehrkräften unter den Nägeln: Sie finden, dass sie für ihre Arbeit zu schlecht bezahlt werden. .... Viele Lehrkräfte hingegen klagen, dass nach dem Abzug der Kranken- und Rentenversicherungsbeiträge wenig übrig bleibe und sie 40 Stunden in der Woche unterrichten müssten, um über die Runden zu kommen. Darunter leide die Qualität, weil keine Zeit für die Vor- und Nachbereitung bleibe."

 (as)