Aktuell


Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte im Radio

In der heutigen Sendung "Edjukation Projekt" (s. unten) von Radio ZuSa wurde eine der Sprecherinnen des Bündnisses, Dr. Claudia Liehr-Molwitz, interviewt.

Der Anlass war das Ende November in Hamburg stattgefundene "Tribunal Weiterbildung". Die Bündnissprecherin schilderte die prekären Arbeitsbedingungen der DaF/DaF-Lehrrkäfte: nur 1500 € netto in Vollzeit, keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, kein Urlaubsentgelt, Verdienstausfall beim Nichzustandekommen des Kurses und feste Stellen, bei denen die Lehrkräfte 40-50 UE pro Woche arbeiten müssen.

Dr. Claudia Liehr-Molwitz stellte dann die Hauptforderungen des Bündnisses vor: 60 € pro UE für Honorarkräfte und TVöD E11 bis E13 für Festangestellte.

(as)

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"Tribunal Weiterbildung" in Hamburg: Endlich Tacheles geredet!

Photos: Frederik Schlenk
Photos: Frederik Schlenk

Am 27. November fand in Hamburg eine von der dortigen GEW organisierte Podiumsveranstaltung "Tribunal Weiterbildung. Working poor für Lehrkräfte unter staatlicher Regie: Bestandsaufnahme - Was kann Hamburg tun?" statt, an der ca. 50 Kolleg*innen teilnahmen.

 

Laut dem GEW-Bericht begann es mit O-Tönen von  Lehrkräften in der Erwachsenenbildung, z.B. "Für eine volle Stelle muss ich 50 Unterrichtsstunden unterrichten – und das für 2900 Euro brutto monatlich. Die Vor- und Nachbereitungszeit wird gar nicht bezahlt!“ Dr. Claudia Liehr-Molwitz, eine der Sprecherinnen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte, konnte ausführlich die prekäre Lage der Lehrkräfte darlegen. Sie wies  darauf hin, dass es in de Weiterbildung kaum Betriebs- oder Personalräte gebe, weswegen die Interessenvertretung der Beschäftigten schwierig sei. 

 

Dr. Andreas Martin vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE) sorgte für Fakten und Zahlen: fast 700.000 Beschäftigte bundesweit  (etwa so viele wie im Schulwesen), ca. die Hälfte hauptberuflich, viele Scheinselbstständige, viele ohne  Sozialversicherungen, gut 70 % Akademiker*innen, die Einkommen im Schnitt niedrig.

 

"Neben dem Entsetzen über die dargestellten Bedingungen waren sich die Fachpolitiker*innen einig, dass die Weiterbildung in der letzten Legislatur zu wenig bis gar nicht im Fokus der Politik war. Das soll in der nächsten Legislatur dringend anders werden." heißt es in dem GEW-Bericht.

Kazim Abaci (SPD) wies auf die Wichtigkeit der Weiterbildung hin und kündigte eine Überarbeitung  des Hamburger Vergabegesetzes in Richtung auf Tarifbindung an.  Olaf Duge (GRÜNE) sprach über die Bedeutung lebenslangen Lernens. "Die Grünen werden sich für eine Bezahlung von Vor- und Nachbereitung in der Weiterbildung (Stichwort Faktorisierung der Unterrichtsstunden) einsetzen und die Möglichkeit prüfen, dass die Lehrkräfte sich über die Künstlersozialkasse oder ein ähnliches Solidarsystem versichern können." Marino Freistedt (CDU) war schockiert  über die Arbeitsbedingungen und meinte, die Auftraggeber sollten sich an der Sozialversicherung beteiligen. "Sabine Boeddinghaus (LINKE) kündigte eine Initiative ihrer Fraktion für ein Hamburger Weiterbildungsgesetz an und verwies darauf, dass die Regierungsfraktionen beispielsweise Anträge der Linken für Honorarerhöhung und bessere Ausstattung in der Volkshochschule trotz aller Sonntagsreden abgelehnt hätten."

 

Anja Bensinger-Stolze, die Hamburger GEW-Vorsitzende, stellte die GEW-Forderungen vor:

"1. Bundesratsinitiative für eine Tarifbindung bei öffentlich geförderten Aufträgen und Bildungsmaßnahmen

2. Hamburger Tariftreue-Gesetz

3. Erhöhung des Landeshaushaltes für Weiterbildung auf mindestens 1 % des Bildungsetats (von etwa 0,46 % 2014, GEW-Berechnung)

4. VHS:

- Erhöhung der Honorare der arbeitnehmerähnlich Beschäftigten von jetzt knapp 30 auf 38 € als absolut unterste Haltelinie und Überführung in sozialversicherungspflichtigen Festanstellungsverhältnissen  (langfristiges Ziel

- Zuschüsse zur Sozialversicherung

- Ausfallhonorar für Krankheit

- Finanzierung des Mehrbedarfes der VHS durch Erhöhung des Zuschusses der Landesregierung  

5. Einstiegsmöglichkeit aus dem DAZ-DAF-Bereich in den Schuldienst:

- Anerkennung des DaZ/DaF-Studiums als eigenständiges Unterrichtsfach

- Einstieg mit A bzw. E 11/ längerfristig auf A bzw. E 13 (nach Fortbildungsgarantie und Laufbahnbeschreitung [2 Fächer])"

 

Die Hamburger GEW-Chefin sagte: „Die Hamburger Politik muss endlich zur Kenntnis nehmen, dass es sich bei der Weiterbildung nicht vorwiegend um Hobbykurse handelt, sondern um hochprofessionelle Lehrtätigkeit in wichtigen gesellschaftlichen Bereichen. Die Arbeitsbedingungen sind dort vielfach skandalös. Das muss dringend anders werden, dafür wird die GEW weiter mit den Beschäftigten kämpfen!“

(as)

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Nur noch 4 Tage für die Petition "Gebt der Erwachsenen- und Weiterbildung eine Zukunft"!

Bis jetzt haben ca. 5500 Menschen die vor acht Monaten gestartete Petition des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte "Gebt der Erwachsenen- und Weiterbildung eine Zukunft" unterschrieben. In vier Tagen wird unsere Petition geschlossen. 

 

Anlässlich des 100-Jubiläums der VHS fordert das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte neben einer besseren Finanzierung der Erwachsenen- und Weiterbildung auch eine Qualitätsoffensive für die Volkshochschulen, die konsequent beim Personal ansetzt:

 

- erhebliche Erhöhung der Honorare (orientiert an TVöD E 12)
- grundsätzlich feste Stellen für alle Daueraufgaben in der VHS, bei Lehrkräften nach TVöD E 12.

 

Kreidefresser bietet gutes Material zur Verbreitung der Petition an. 

(as)

Mannheimer Forscher*innen möchten das Sprachziel von Integrationskursen auf A2 senken

Die taz berichtet in ihrem Beitrag "Runter mit den Erwartungen" über eine Studie zweier Mannheimer Forschungsanstalten über Sprachkenntnisse der Absolvent*innen von Integrationskursen. 

Das Goethe-Institut und das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (IDS) kommen zu dem Ergebnis, „dass der weitaus größte Teil der Untersuchten das angestrebte sprachliche Zielniveau“, also B1, nicht erreicht. Es wurde in 38 Integrationskursen untersucht, über welche Deutschkenntnisse die TN am Kursende verfügten. Ergebnis: Weniger als die Hälfte beendete den Kurs überhaupt. Davon wiederum seien lediglich 2 Prozent „klar dem B1-Niveau“ zuzurechnen.

Ziel eines Integrationskurses sollte es laut Dr. Ingo Schöningh, Leiter des Mannheimer Goethe-Instituts, sein, dass ihn auch möglichst viele erfolgreich abschließen können.  "Deswegen fordern er und sein Forscherteam, das angestrebte Sprachziel von Integrationskursen von B1 auf das niedrigschwelligere A2 zu senken." heißt es in der taz.

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte hat sich bereits ausführlich dem BAMF und den zuständigen Politiker*innen gegenüber zu diesem Thema geäußert und vieles vorgeschlagen, um die Qualität der Kurse und Ergebnisse der TN zu verbessern: deutliche Verbesserung der Lage der Lehrkräfte, Einbeziehung der Expertise der Lehrkräfte, bessere Einstufungstests, differenziertere Kursformate, mehr Unterrichtsstunden für die TN, einfachere Möglichkeiten, die TN schon früh zurückzustufen, keine zentrale Zuweisung der TN und kein Trägerwechselverbot, C2 als Voraussetzung für Lehrkräfte, kostenlose Fortbildungen, technische Standards für Träger usw.  Das Bündnis hat auch darauf hingewiesen, dass der DTZ (Deutschtest für Zuwanderer) in vielerlei Hinsicht nicht ganz dem B1-Niveau des GER entspricht und dass die Lösung nicht in der Vereinfachung der Abschlussprüfung liegen kann.

(as)

Die Saarbrücker Grünen wollen mehr Geld für VHS-Dozenten

Die Grünen-Fraktion in der Regionalversammlung Saarbrücken hat Ende Oktober höhere Honorare für Dozent*innen der Volkshochschule beantragt. "Die Honorare sollten den Einkünften einer vergleichbaren Lehrkraft in tariflicher Anstellung entsprechen, für die ein Mindestlohntarifvertrag gilt." heißt es dazu in der  Saarbrücker Zeitung.

 

Laut der Grünen-Fraktionschefin Sandra Steinmetz liegen die derzeit vom Regionalverband gezahlten Dozenten-Honorare Stundensätze zwischen 16 und 28 Euro im Fachbereich Mensch und Gesellschaft oder zwischen 19 und 28 Euro im Fachbereich Fremdsprachen teilweise auf „Studentenjob-Niveau“. Von einer fairen Bezahlung könne bei der Volkshochschule derzeit keine Rede sein.

Die Grünen-Fraktion fordert daher eine bessere Vergütung für die VHS-Lehrkräfte. Für Steinmetz steht fest: „Wir brauchen Honorarsätze, die einer vergleichbaren Lehrkraft in tariflicher Anstellung entsprechen. Derzeit ist die Vergütung sogar meilenweit unter dem Mindestlohntarifvertrag für die Weiterbildung. Das muss sich dringend ändern. Wer den Weiterbildungsauftrag der Volkshochschule ernst nimmt, muss die Lehrkräfte auch fair bezahlen. Nur so kann man dauerhaft das hohe Niveau halten.“

Der Regionalverband  hat schnell zu der Forderung der Grünen Stellung genommen. Er zahle deutlich über den tariflichen Mindestsätzen.

(as)

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Zeitschriftenprojekt für DaZ-Lernende

Der Lehrerclub-Stiftung lesen veröffentlicht eine kostenlose Zeitschrift, die zwar besonders für die Sekundärstufe gedacht ist, die aber auch in den DaF-DaZ-Kursen für Erwachsene eingesetzt werden kann.

 

Auf dieser Seite sind Links zu Portalen mit Themen wie "Flucht, Migration, Asyl" zu finden.

Demo "Bildungsalarm!" in Köln! Auch mit DaF/DaZ.

Am 9. November 2019 fand in Köln eine breit angelegte Demonstration der GEW und verbundenen Gruppen statt: Bildungsalarm! Rote Karte für die Bildungspolitik! Es demonstrierten fast 300 Kolleg*innen aus Kitas, Schulen, OGS, Hochschulen und Erwachsenenbildung. 

Auch die DaFZ-Lehrkräfte kamen auf der Demo zur Wort. Eine Vertreterin des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte sagte u.a. folgendes in ihrer Rede:

"Aus Politikerkehle tönt es in aller Regel vollmundig, der Erwerb der deutschen Sprache sei DER wesentliche Schlüssel zur Integration. Auch stelle man sich gegen prekäre Arbeitsbedingungen, doch das Gegenteil ist der Fall. Auch wenn Herr Heil gerade durch Deutschland tourt und fragt, wie Leben und Arbeit vor Ort verbessert werden können, duldet sein Ministerium nicht nur prekäre Arbeit in seinen Berufssprachkursen, es fördert sie sogar: Verträge über 40 Unterrichtsstunden, sprich 50-60 Stunden pro Woche, ein Honorar unter dem Mindestlohn in der Weiterbildung und zumeist kein Urlaubsentgelt für arbeitnehmerähnlich Beschäftigte sind die nackte Realität.

So entziehen sich die staatlichen Auftraggeber der Integration - das BAMF, sprich das Innenministerium sowie das Arbeitsministerium komplett ihrer sozialen Verantwortung. Diese wird schlicht outgesourct - an externe Träger und eine miserable Finanzierungsdecke.

Somit arbeiten fast alle Lehrkräfte in diesen Kursen auf Honorarbasis. 5-wöchige Ketten-Verträge sind unsere prekäre Arbeitsrealität. Weiterhin: Keine Lohnfortzahlung bei Krankheit, keine bezahlten Urlaubstage, - auch für die Zahlung seiner Arbeitgeberanteile fühlt sich der Auftrag gebende Staat einfach nicht zuständig, - Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung gehen komplett zu unseren Lasten. (...)

Die Erwachsenenbildung und mit ihr die Integrationsaufgabe sind bundesweit massiv unterfinanziert. Ohne die notwendige finanzielle Ausstattung aber und ohne nachhaltige Beschäftigungsstrukturen bleibt das hehre Ziel von Integration, deren Basis der Erwerb der deutschen Sprache ist, nicht mehr als eine leere Worthülse. 

Das Fundament einer gesamtgesellschaftlich so unverzichtbaren Aufgabe wie der der Sprach- und Wertevermittlung im Rahmen der Integration braucht Arbeitsbedingungen, die Wert und Wichtigkeit dieser Aufgabe spiegeln und die die Sprach- und Wertevermittler, sprich die Kursleiterinnen und Kursleiter, nicht selbst ins gesellschaftliche Aus kicken! 

Wir sind keine Lehrerinnen und Lehrer dritter Klasse und wollen auch nicht so behandelt werden! Und deshalb stehen auch wir heute hier und zeigen den Verantwortlichen der Integrations- und Weiterbildungspolitik in diesem Land unsere Rote Karte!

Wir fordern: eine unserer Qualifikation und der Wichtigkeit unserer Aufgabe angemessene Entlohnung sowie sozialversicherungspflichtige Beschäftigung."

 (as) 

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Die 5. Bundeskonferenz des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte

Die 5. Bundeskonferenz des Bündnisses fand dieses Jahr in  Mannheim statt. Es nahmen Delegierte aus über 10 Städten teil.

 

Es wurde u.a. aus den Lokalgruppen und aus den einzelnen AGs berichtet, über die Agenda des Bündnisses fürs nächste Jahr gesprochen und über das Verhältnis zu Gewerkschaften nachgedacht.  Ein wichtiges Thema war auch die bei einigen Trägern stattfindende Stundenreduzierung.

 

Es wurde auch ein neues Sprecherteam gewählt. Die neuen Sprecherinnen sind Clarissa Haziri-Hagner (Stutgart), Dr. Claudia Liehr-Molwitz (Hamburg) und Hedwig Schulte (Düsseldorf).

(as)

Herbstakademie der GEW. Auch das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte war dabei.

Ende Oktober fand in Frankfurt am Main die diesjährige Herbstakademie der GEW statt. Das Thema war dieses Mal: „Gute Arbeit in der Erwachsenenbildung – Gewerkschaftliche Anforderungen an die Nationale Weiterbildungsstrategie“. Darüber diskutierten ca. 100 Expert*innen aus Wissenschaft, Weiterbildung, Verbänden und Politik.

 

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte wurde von einigen Kolleginnen aus Hamburg, Frankfurt und Stuttgart vertreten. Clarissa Haziri-Hagner, die Sprecherin des Bündnisses, diskutierte im Forum "Kurswechsel Integrationskurse

und Gesamtprogramm Sprache der Bundesregierung" mit. Die anderen Teilnehmer*innen des Forums waren beispielsweise Dr. Gunilla Fincke vom Bundesministeirum für Arbeit und Soziales und Josef Mikschl von der GEW Schleswig-Holstein.  Die Bündnis-Sprecherin thematisierte in ihrer Präsentation und in der Diskussion u.a. die Erhöhung des Mindesthonorars bzw. der Trägerpauschale, Mindeststandards für Festangestellte (z.B. Faktorisierung des Unterrichts, um Verträge mit 40 UE pro Woche zu verhindern), Urlaubsentgelt, Altersarmut und Qualifikation der Lehrkräfte.

 

Ansgar Klinger, der GEW-Weiterbildungsvorstand, zog in seinem Bericht zur Herbstakademie folgendes Fazit aus diesem Forum: 

- Prekäre Beschäftigung der Lehrkräfte muss beendet werden!

- Bessere Kontrolle der Träger, die für Regelverstöße vor Ort bekannt sind.

- Integrationskurse u. DeuFöV-Kurse müssen in die NWS (Nationale Weiterbildungsstrategie) „integriert“ werden.

(as)

Bundesrat macht Vorschläge zur Verbesserung der BAMF-Kurse. Kein Wort über die Lehrkräfte

Screenshot: bundesrat.de
Screenshot: bundesrat.de

Der Bunderat hat am 11. Oktober die Entschließung "Deutschkurse für Migrantinnen und Migranten erneuern“ erfasst.

Die Bundesregierung wird darin aufgefordert, folgendes zu tun:

-  Öffnung der Integrationskurse für alle geflüchteten Menschen,

- Für Teilnehmende ohne Schulabschluss oder Berufsausbildung sollte eine grundsätzliche Anhebung der Stundenzahl der Integrationskurse auf 900 Unterrichtsstunden erfolgen. entsprechend zu überarbeiten und zu erweitern.

-  Stärkere Flexibilisierung und weitere Modularisierung der Kurse.

-  Die Mindestteilnehmerzahl in den allgemeinen Integrationskursen sollte auf 10 und die Höchstteilnehmerzahl auf 22 reduziert werden.

- Die Einführung verbindlicher Zwischentests, die Durchführung obligatorischer Feedback-Gespräche und die Einführung flexibel einsetzbarer Auffangmodule innerhalb der Integrationskurse.

(as) 

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Fachtag Digitales Lernen für DaF/DaZ-Lehrkräfte

Am 16. November 2019 findet an der Münchner Volkshochschule ein „FACHTAG  Digitales Lernen - Digitale Begeisterung im Unterricht“ des MigraNet-Teilprojekts  "Berufsbezogenes  Deutsch"  statt. Er ist kostenlos und richtet sich an alle DaFZler, bundesweit und trägerübergreifend.

 

"Es erwarten uns internationale Expertinnen und Experten aus dem Bereich digitales Lernen, Bildung und Urheberrecht, die innovative Ansätze und Einsatzmöglichkeiten im virtuellen Kursraum aufzeigen sowie ein breites Angebot an praxisorientierten Workshops (App Quizlet, Arbeitsblattgenerator Tutory, Offene Bildungsmaterialien u.a.) zur Unterrichtsgestaltung."

(as)

Petition des Bündnisses in der GEW-Presse

Die E&W Niedersachsen berichtet ausführlich über die seit sieben Monaten laufende Petition des Bündnisses. In dem Beitag heißt es u.a.: 

 

"Die zentrale Forderung der Petition ist eine Qualitätsoffensive für die Volkshochschulen, die konsequent beim Personal ansetzt: eine erhebliche Erhöhung der Honorare (orientiert an TVöD E 12) und grundsätzlich feste Stellen für alle Daueraufgaben in der VHS, bei Lehrkräften nach TVöD E 12.

 

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte lädt alle ein, sich mit ihrer Unterschrift für faire Arbeitsbedingungen in der Erwachsenen- und Weiterbildung einzusetzen, damit diese  ihre Hauptfunktion, die laut Adorno in der Aufklärung besteht, weiterhin erfüllen kann."

(as)

Wo wäre die VHS ohne die (prekäre) Arbeit ihrer Lehrkräfte?

Die Zeit widmete sich vor einigen Tagen in ihrem Beitrag "Ich unterrichte für weniger als sieben Euro die Stunde" der prekären Lage vieler VHS-Dozent*innen.

Der Artikel befasst sich nicht nur mit den DaFZ-Lehrkräften. So kommt eine Kollegin aus Bremen zu Wort, die Kurse für Sport und Bewegung leitet:  "Ich unterrichte für weniger als sieben Euro die Stunde. Da bekommt man es schon mit Existenzängsten zu tun." Auch das versprochene Urlaubsentgelt bekomme sie nicht. "Honorarkräfte haben einfach keine Rechte. Doch wo wäre die Volkshochschule ohne uns?"

Eine DaFZ-lerin aus Berlin, Beate Strenge, weist darauf hin, dass sie mit ihrer Arbeit das ermögliche, was die Politik fordert - die Integration. Doch richtig honoriert werde sie nicht – zumindest nicht finanziell.

Ansgar Klinger (bei der GEW für Weiter- und Erwachsenenbildung zuständig) wird mit folgenden Worten zitiert "Das Honorar ist viel zu niedrig, die Arbeitgeberrisiken werden auf die Dozenten abgewälzt." Seine Gewerkschaft fordere deshalb feste Stellen für Dozierende, die dauerhaft unterrichten. "Für alle anderen braucht es einen Tarifvertrag mit angemessenen Bedingungen wie Urlaubsgeld und Ausgleich für die soziale Absicherung der Dozenten."

Ein Kollege aus Leipzig, der DaFZ und Englisch unterrichtet, ärgert sich darüber, dass die meisten VHS-en die Rechte ihrer arbeitnehmerähnlichen Dozent*innen ignorieren. Für eine Unterrichtseinheit bekomme er in Deutsch 33 Euro, in Englisch manchmal nur 22 Euro. "Hinzu kommt, dass ich auch ausschließlich nur die gehaltene Stunde bezahlt bekomme." Sei er krank oder werde ihm ein Kurs aufgrund einer zu geringen Anmeldezahl abgesagt, gehe er leer aus. Zuschüsse zu den Sozialversicherungen gebe es in Leipzig genauso wenig wie Festanstellungen. "Dabei bin ich nur auf dem Papier selbstständig." Sein Fazit: "Die Bezahlung ist gemessen an dem, was wir leisten, absolut lächerlich."

Sascha Rex vom Dachverband der deutschen Volkshochschulen (DVV) ist sich der Problematik bewusst: "Wir wünschen uns faire Honorare in der Weiterbildung. Leider liegt das nicht in unserer Macht." Aber: "Jede Kommune kann ihre Entscheidungen selbst treffen, also auch darüber, wie viel sie den Kursleitern auszahlen kann."

Dass es sich loht, sich zu organisieren und Druck auszuüben, zeigt das Beispiel der Berliner VHS-Dozent*innen. Beate Strenge ist mit ihren Kolleg*innen seit vielen Jahren sehr aktiv: Demos, Postkarten, Petition, Gespräche. Die Zeit nennt die Erfolge: "Seit 2014 werden Volkshochschuldozenten in Berlin ab dem vierten Krankheitstag 80 Prozent der entfallenen Honorare bezahlt. Seit August 2019 erhalten in Berlin nun alle Dozenten für insgesamt 90 Minuten Unterricht und Vorbereitung eine Vergütung von 35 Euro. Dazu gibt es jetzt auch Zuschläge der Stadt, Dozenten kommen so auf 44 Euro für die Unterrichtseinheit."

(as) 

100 Jahre VHS: Glanz und Elend

Der SWR2 (GELD, MARKT, MEINUNG) befasst sich in seiner Reportage "Fürs Leben lernen - die Volkshochschulen werden Hundert" am Beispiel der VHS-en Baden-Baden, Mainz und Speyer mit der Geschichte, dem Kursalltag und der sozialpolitischen Bedeutung der VHS. Im Beitrag wird die VHS gewürdigt, und es kommen viele zufriedene Teilnehmer*innen zu Wort.

Am Ende wird aber auch auf die prekäre Lage der Dozent*innen eingegangen. Eine (dem Bündnis angehörende) DaFZ-Kollegin aus Speyer berichtet über ihre sehr niedrige Vergütung, die Bedeutung der fehlenden Lohnfortzahlung bei Krankheit oder die programmierte Altersarmut. 

(as)

Gespräch des Bündnisses mit der FDP

Zwei VertreterInnen des Bündnisses (aus Hamburg und Hannover) sprachen am 25.09. in Berlin mit Stephan Thomae, dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der FDP und Ljudmila Belkin, der FDP-Fraktionsreferentin für Migration und Einwanderungsgesellschaft.

 

Das einstündige Gespräch war sehr freundlich, offen und konstruktiv. Die VertreterInnen des Bündnisses thematisierten nicht nur die prekäre Lage der Lehrkräfte in den Integrations- und Berufssprachkursen, sondern auch die Qualität der BAMF-Kurse und Lernbedürfnisse der Teilnehmenden, vor allem in den Alpha-Kursen. Es wurden die Kernforderungen des Bündnisses erläutert: Erhöhung und Dynamisierung der Trägerpauschale bzw. des Honorars,  Faktorisierung des Unterrichts für Festangestellte, Mindestlohn für Festangestellte,  höhere Qualifikationsstandards für Lehrkräfte usw.

(as)

Bundesrat ist gegen die Aufhebung der Umsatzsteuerbefreiung für bestimmte Kurse

Screenshot: bundesrat.de
Screenshot: bundesrat.de

Der Bundesrat wendet sich in seiner Stellungnahme vom 20.09.2019 gegen die Pläne des Bundesfinanzministeriums, die Umsatzsteuerbefreiung für bestimmte Bildungsangebote aufzuheben.

"Der Bundesrat weist darauf hin, dass gerade die allgemeinbildenden Angebote der Weiterbildung einen wesentlichen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten. Das Spektrum reicht hier zum Beispiel von Kursen zur Demokratiebildung, zur Grundbildung und zur Integration über Digitalisierungskurse für Seniorinnen und Senioren, Angebote der Familien- und Jugendbildung, der Gesundheitsfürsorge, der Selbsthilfe und Schulungshilfen für Menschen mit Behinderung bis zu Fortbildungsangeboten für ehrenamtlich Tätige. Der Wegfall der Steuerbefreiung und daraus resultierende Gebührenerhöhungen würden den Zugang zu Weiterbildung – insbesondere für Bevölkerungsgruppen, die nicht aktiv oder nur eingeschränkt im Erwerbsleben stehen – deutlich erschweren oder verstellen. 

Der Bundesrat fordert daher, im weiteren Gesetzgebungsverfahren die Neuregelung der Umsatzsteuerbefreiung für die Bereiche der Erwachsenen-, Familien- und Jugendbildung, der allgemeinen Weiterbildung und der Angebote im sozialen Bereich zu überprüfen. Er fordert, alle auf nationaler Ebene vorhandenen Spielräume zu nutzen, um sicherzustellen, dass unabhängig von der unmittelbaren beruflichen Verwertbarkeit eines Bildungsangebots der Zugang zum lebenslangen Lernen – und damit Teilhabechancen am sozialen, politischen und wirtschaftlichen Leben – ohne neue steuerliche Belastungen und diskriminierungsfrei möglich bleibt."

Der Deutsche Volkshochschul-Verband und andere Trägerverbände, z.B. "Arbeit und Leben", äußerten sich schon am 12. August in ihrer Stellungnahme "Keine neuen Steuern für die Weiterbildung!"  sehr kritisch zu den Plänen der Bundesregierung.

(as)

Das Gesetz gegen Scheinselbstständigkeit kann auch nach hinten losgehen

Screenshot: brandeins.de
Screenshot: brandeins.de

Mit der „brand eins“ hat vor zwei Wochen ein meinungsbildendes Medium das Thema Scheinselbstständigkeit und Rechtssicherheit kritisch aufgegriffen. 

 

In dem Beitrag „Ich bin nicht schutzbedürftig“ berichten Freiberufler, aus welchen Gründen sie gern selbstständig arbeiten und welche Probleme ihnen die aktuelle Rechtsunsicherheit bereitet.  

 

In dem Artikel "Risikogruppe: Freiberufler" wird darüber berichtet, wie das Gesetz gegen die Scheinselbstständigkeit, das Niedriglöhner schützen soll, und seine enge Auslegung durch die Deutsche Rentenversicherung vielen IT-Fachleuten das Leben schwer machen. Laut Andreas Lutz, Vorstandsvorsitzender des Verbands der Gründer und Selbstständigen Deutschland e. V., .haben das Gesetz zur Änderung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes und die restriktive Praxis der DRV unter den Auftraggebern zu einer großen Verunsicherung geführt, im Mittelstand, in Konzernen und bei Selbstständigen. Er kenne viele Fälle, in denen der Verdacht auf Scheinselbstständigkeit für die Betroffenen zum bürokratischen Albtraum geworden sei.

(as)

Gespräch des Bündnisses mit drei CDU-Abgeordneten

Von links: Stephan Albani (MdB), Nina Warken (MdB), Artur Sieg (Bündnis), Dr. Astrid Mannes (MdB), Linda Guzzetti (Bündnis), Clarissa Haziri-Hagner (Bündnis)
Von links: Stephan Albani (MdB), Nina Warken (MdB), Artur Sieg (Bündnis), Dr. Astrid Mannes (MdB), Linda Guzzetti (Bündnis), Clarissa Haziri-Hagner (Bündnis)

Am 13. September trafen sich drei Vertreter/innen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte zu einem im Bundestag stattfindenden Gespräch mit drei CDU-Abgeordneten. Gastgeber waren Dr. Astrid Mannes (Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung), Nina Warken (Integrationsbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion) und Stephan Albani (Berichterstatter für berufliche Bildung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion).

 

Das einstündige Gespräch war sehr freundlich, offen und konstruktiv. Themen waren die Probleme der Weiter- und Erwachsenenbildung und vor allem die prekäre Lage der Lehrkräfte in den BAMF-Kursen. Bezüglich der Situation der Lehrkräfte wurde u.a. folgendes thematisiert: Erhöhung des Mindesthonorars bzw. der Trägerpauschale, Mindeststandards für Festangestellte (z.B. Faktorisierung des Unterrichts, um Verträge mit 40 UE pro Woche zu verhindern), Urlaubsentgelt und Qualifikation der Lehrkräfte.

 

Hinsichtlich der Weiter- und Erwachsenenbildung wurde vor allem über ihre Jahrzehnte dauernde Unterfinanzierung und Vernachlässigung durch die Politik und die Gleichberechtigung der allgemeinbildenden Weiterbildung mit der beruflichen gesprochen. Auch auf die vom Finanzministerium geplante Aufhebung der Umsatzsteuerbefreiung für bestimmte Bildungsangebote wurde eingegangen.

(as)

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Die taz berichtet über die prekäre Lage der Lehrkräfte, auch für DaFZ, an der VHS

Unter dem Motto "God save the Volkshochschule" widmet sich heute die taz dem 100-jährigen Jubiläum der VHS. In dem auf der Titelseite befindlichen Beitrag "Fördern statt feiern!" wird die VHS zwar gewürdigt, aber es wird auch gleich auf die prekäre Arbeit der Lehrkräfte, rückläufige Teilnehmer*innenzahlen und die schlechte Finanzierung durch die Politik hingewiesen.

In dem sehr ausführlichen Artikel "Der Geist ist hungrig, die Kasse leer" wird einerseits auf die Geschichte der VHS, ihre ehrwürdigen Ziele und die gute Arbeit eingegangen. Andererseits berichtet der Beitrag über eine schon Jahrzehnte dauernde finanzielle Vernachlässigung der VHS-en durch die Politik, wegbleibende Teilnehmer*innen und die drohende Aufhebung der Umsatzsteuerbefreiung für viele Kurse.

Der Artikel befasst sich jedoch in erster Linie ausführlich mit der prekären Lage der VHS-Dozent*innen. Drei Kolleg*innen, die alle dem Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte angehören, berichten über ihre sehr niedrige Vergütung, das ständige Risiko eines Kursausfalls, die Bedeutung der fehlenden Lohnfortzahlung bei Krankheit oder das Urlaubsentgelt, auf das man oft Anspruch hat, es aber fast nie bekommt. Auch die Petition des Bündnisses wird erwähnt.

(as)

Befragung von DaZ-Lehrenden

wb-web berichtet über eine vor kurzem anlässlich des Weltalphabetisierungstages gestartete Online-Befragung von Lehrkräften der Alphabetisierung und/oder Deutsch als Zweitsprache.

Es geht um die Recherche  nach geeigneten Lerntexten für den Unterricht und die Art der genutzten Medien. Die Ergebnisse der Umfrage sollen der Entwicklung von praxisgerechten und kostenfreien Recherchetools dienen.

"Die Befragung (circa 10 Minuten) findet im Rahmen einer Bachelorarbeit der Universität Tübingen in Zusammenarbeit mit dem Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache der Universität zu Köln und dem Deutschen Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e. V. (DIE) statt und wird durch das Projekt KANSAS unterstützt."

(as)