Aktuell


Politischer Termin des Bündnisses in Hannover

Ein Vertreter des Bündnisses und zwei Kolleginnen aus den Bereichen Italienisch und Gesundheitsbildung sprachen heute in Hannover mit Kerstin Tack, der Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion für Arbeit uns Soziales. Das war schon das dritte Treffen mit Frau Tack. 

Das Gespräch war sehr freundlich, offen und produktiv. Das Hauptthema bildete die Petition "Gebt der Erwachsenen- und Weiterbildung eine Zukunft!" bzw. die dort thematisierte prekäre Lage der Lehrkräfte in der Erwachsenenbildung. Die beiden Kolleginnen berichteten ausführlich über ihren Arbeitsalltag, ihr extrem niedriges Einkommen (22-25 € pro UE), die Perspektivlosigkeit in der Branche und die vorprogrammierte Altersarmut. Der Bündnis-Vertreter wies darauf hin, dass fast alle Lehrkräfte in der Erwachsenenbildung unter dem Mindestlohn in der Weiterbildung, also unter 38,05 € (in Honorar umgerechnet), bezahlt werden. Es wurde auch über die Notwendigkeit einer  Faktorisierung des Unterrichts gesprochen, um z.B. die 40-UE-Verträge zu verhindern.

Die KollegInnen wiesen darauf hin, dass die Einkommen der meisten Erwachsenenbildner seit Jahrzehnten praktisch ständig sinken. Sie betonten, dass in der Politik auf allen Ebenen endlich ein Umdenken bezüglich der Erwachsenenbildung stattfinden und das System reformiert werden müsse. Frau Tack sagte, dass die Erwachsenenbildung in der Tat von großer Bedeutung sei und noch ausgebaut werden müsse. Nachdem verschiedene Informationen, Ideen und Wege für eine Verbesserung der Lage ausgetauscht bzw. besprochen worden waren, sicherte Frau Tack zu, sich weiterhin für die DaFZ-Lehrkräfte und die Erwachsenenbildung einzusetzen und die zuständigen Politiker*innen für die Probleme dieser Branche zu sensibilisieren.  

(as)

Kleine Anfrage der CDU an den Hamburger Senat

Bild: Thomas Ulrich, Pixabay
Bild: Thomas Ulrich, Pixabay

Abgeordnete Franziska Rath (CDU) hat am 21.02.20 eine Kleine Anfrage an den Hamburger Senat gestellt: "Damit die Integration gelingt – Hat die prekäre Beschäftigung vieler DaZ-/DaF-Lehrkräfte Auswirkungen auf das Angebot an Deutschsprachkursen?"

Die Abgeordnete möchte vom Senat u.a. erfahren,  inwieweit für das Jahr 2020 die Honorare verbessert wurden oder unter welchen Voraussetzungen ein Urlaubsentgelt gezahlt wird beziehungsweise gezahlt werden soll. Sie fragt auch nach  eventueller Erhöhung der Honorare aller Kursleitenden auf 35 €.

Zum Schluss wird der Senat gefragt, inwieweit er sich bei den letzten Integrationsministerkonferenzen für eine Verbesserung der Arbeitssituation von DaF- und DaZ-Lehrkräften eingesetzt hat und ob der Senat plant, sich bei der nächsten Integrationsministerkonferenz im April 2020 für eine Verbesserung der Arbeitssituation von DaF- und DaZ-Lehrkräften einzusetzen.

Die Anfrage geht teilweise auf das „Tribunal Weiterbildung „Working poor“ für Lehrkräfte unter staatlicher Regie: Bestandsaufnahme – Was kann Hamburg tun?“ zurück,  auf dem es zum Kontakt der Hamburger CDU mit Mitgliedern des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte in der Hamburger GEW- Fachgruppe Erwachsenenbildung kam.

(as)

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Erwachsenenbildung demonstriert am 26.02. vor dem Landtag in Hannover

Am Mittwoch um 13:00 findet in Hannover vor dem Landtag eine Demonstration der niedersächsischen Erwachsenenbildung statt. Der Organisator ist der Niedersächsische Bund für freie Erwachsenenbildung (nbeb), dem z.B. der VHS-Landesverband angehört. Die Demo ist Teil einer Kampagne mit dem Motto "Erwachsenenbildung ist 1 % wert!" statt.  

"Das Motto knüpft an eine alte Forderung an: 1% vom Bildungshaushalt sollen der vierten Bildungssäule (Schule, Berufsausbildung, Wissenschaft, Erwachsenen- und Weiterbildung) zukommen." heißt es in der Pressemitteilung des nbeb. "Davon sind wir allerdings noch weit entfernt." Seit mehr als zwanzig Jahren seien die Zuwendungen des Landes nicht mehr erhöht worden. Sie stagnierten bei etwa 47 Millionen Euro im Jahr, was real einem beträchtlichen Rückgang an finanziellen Mitteln entspreche.

Das Aktionsbündnis DaF Hannover, die hannoverscher Gruppe des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte, unterstützt die Demo und ruft alle Kolleg*innen zur Teilnahme auf. Die Gruppe steht in Kontakt mit dem nbeb und VHS-Landesverband. Auch einzelne Träger haben ihre Lehrkräfte zu der Demo eingeladen.

Keine Umsatzsteuer für Weiterbildungskurse

Bild: Mohamed Hassan, Pixabay
Bild: Mohamed Hassan, Pixabay

Unter dem Titel "Aufgeschoben, nicht aufgehoben" berichtet am 22.1.2020 die GEW, dass bei der Besteuerung von Weiterbildungsangeboten vorerst alles beim Alten bleibt. Im Herbst kündigte die Bundesregierung an, in ihrem Jahressteuergesetzentwurf Änderungen an der Besteuerung von Bildungsangeboten vornehmen zu wollen, mit der Begründung, die Mehrwertsteuersystemrichtlinie (MwStSystRL) der Europäischen Union (EU) umsetzen zu müssen. Bildungsangebote wären nur dann von der Umsatzsteuer befreit, wenn diese einen beruflichen Bezug haben.

 

Dagegen regte sich ein erfolgreicher Widerstand von Seite von Bildungsträgern und Gewerkschaften, auch vom Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte. Im Jahressteuergesetz taucht die geplante Änderung nicht mehr auf. Doch das Thema ist damit noch nicht wirklich vom Tisch.

 

DaF/DaZ-Lehrkräfte für einen Medienbeitrag gesucht

Aktuell liegt unserem Bündnis eine öffentlich-rechtliche Medienanfrage vor: Gesucht werden DaF/DaZ-Lehrer*innen, die aktuell in einer oder mehreren der folgenden Situationen sind:

 

- nicht krankenversichert

- nicht rentenversichert

- scheinselbstständig beschäftigt

- kämpft vor Gericht um Urlaubsentgelt, Entfristung, Festanstellung o.ä.

- arbeitet mehr als 40 Stunden pro Woche (z.B. über 30 UE)

- muss aufstocken

 

Wir möchten die Berichterstattung über diese Themen unterstützen und würden uns freuen, wenn Betroffene Kontakt zu uns aufnehmen. Die Informationen werden streng vertraulich behandelt. Bei Interesse schreiben Sie bitte ans Bündnis (info@dafdaz-lehrkraefte.de), das dann den Kontakt zu dem Journalisten herstellt.

(ms)

 

Termin des Bündnisses bei Trägerverbänden in Hannover

Ein Vertreter des Aktionsbündnisses DaF Hannover, das dem Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte angehört, war am 11. Februar beim Landesverband der Volkshochschulen Niedersachsens zu Gast, wo er an einem Gespräch mit Berbel Unruh, der Direktorin des niedersächsischen VHS-Landesverbandes, und Prof. Dr. Gerhard Wegner, dem Vorsitzenden des Niedersächsischen Bundes für freie Erwachsenenbildung e.V. (nbeb), teilnahm.

In dem sehr freundlichen, offenen und produktiven Gespräch berichtete der Bündnis-Vertreter über die prekäre Lage der Lehrkräfte und die Aktivitäten des Bündnisses. In diesem Zusammenhang wurde auch die Bündnis-Petition "Gebt der Weiter- und Erwachsenenbildung eine Zukunft!" thematisiert. Im weiterem Verlauf des Gesprächs wurde darüber diskutiert, wo Gemeinsamkeiten bestehen und auf welche Weise die Träger und Lehrkräfte zusammenarbeiten könnten, um einige Ziele, vor allem eine bessere Finanzierung der Erwachsenenbildung, zu erreichen.

(as)

Prozess einer Kollegin gegen eine Berliner VHS

Die Berliner VHS-Dozent*innen-Vertretung unterstützt die Berliner Dozentin Inez (Pseudonym) im Prozess gegen die VHS-Friedrichshain-Kreuzberg.
Wann: Mittwoch, 15.4.2020, 12 Uhr
Wo: Arbeitsgericht Berlin (Magdeburger Platz 1, 10785 Berlin, Raum 513)
Die Anwesenheit vieler Kolleg*innen ist erwünscht.
Vorgeschichte und Details befinden sich in der taz, die sich mit dem Fall in ihrem Beitrag "VHS-DozentInnen sind arm dran" ausführlich befasst.
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Minister Heil wird über prekäre Arbeit der DaFZ-Lehrkräfte informiert

Straßentheater in Hannover, 2017
Straßentheater in Hannover, 2017

Zwei Vertreterinnen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte (aus Mannheim und Speyer) nahmen vorgestern an einer Veranstaltung mit Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil in Ludwigshafen teil. Bei der Veranstaltung handelte es sich um die Dialogtour Hin. Gehört. Ziel dieser Reihe ist eine Diskussion mit dem Minister darüber, wie Leben und Arbeit vor Ort verbessert werden können.

 

"Zunächst gab es in vier parallelen Dialoginseln die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen: Wie kann Arbeit geschaffen werden, die zum Leben passt? Wie bleibt man fit im Beruf? Und was kann der Sozialstaat heute und in Zukunft leisten?" Anschließend richteten die Bürger*innen konkrete Anliegen und Fragen an den Minister. 

 

Die beiden Vertreter*innen des Bündnisses bekamen die Gelegenheit, die prekäre Lage der DaF/DaZ-Lehrkräfte zu schildern. Sie konnten mehrfach sowohl mit Hubertus Heil als auch mit hohen Beamten aus seinem Ministerium sprechen. Den beiden Kolleginnen wurde ein Termin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Berlin versprochen.

(as)

Stuttgart: Supervisionsgruppe für freiberufliche DaFZ-Lehrkräfte

Screenshot: GEW Baden-Württemberg
Screenshot: GEW Baden-Württemberg

Die Stuttgarter Supervisionsgruppe beginnt am 21. Februar mit ihrer ersten Sitzung. Sie "bietet einen geschützten Raum, um im kollegialen Austausch herausfordernde oder belastende Situationen in Form der Fallbesprechung gemeinsam lösungsorientiert zu bearbeiten. Ziel der Supervision ist, sich selbst und andere bewusst wahrzunehmen, das eigene Handlungsrepertoire zu erweitern und dadurch kompetenter und gelassener mit beruflichen Konflikten umzugehen." Zur Anmeldung (nur bis 13.02.)

(as)

Deal des Goethe-Instituts mit der Rentenversicherung

Die GEW nimmt in ihrem Beitrag „Ein Schlag ins Gesicht der Lehrkräfte“ Stellung zur Einigung des Goethe-Instituts mit der Deutschen Rentenversicherung. Die Gewerkschaft nennt sie einen sozialpolitischen Skandal und „Ablasshandel“, denn den Honorarlehrkräften würden Nachzahlungen drohen, während sich der Arbeitgeber mit offiziellem Segen die Hände in Unschuld wasche.

"Am 16. Januar 2020 verkündete der Vorstand des Goethe-Instituts in einer Rundmail, dass die Betriebsprüfung durch die Deutsche Rentenversicherung (DRV) abgeschlossen sei - nach drei Jahren zähen Verhandelns. Das überraschende Ergebnis: Entgegen der ursprünglichen Annahme der DRV, dass nahezu alle Honorarlehrkräfte „scheinselbständig“ gewesen seien, kommt sie nun zum gegenteiligen Urteil. Kurz darauf flatterten den ehemaligen Lehrkräften entsprechende Mitteilungen der Rentenversicherung ins Haus. Jetzt droht ihnen eine individuelle Überprüfung, ob sie ihrer Versicherungspflicht als selbständige Lehrkräfte nachgekommen sind – mit womöglich hohen Beitragsforderungen. Die GEW bewertet das Prüfergebnis als fragwürdig und wirft der DRV „Tatsachenverdrehung“ und „Realitätsverleugnung“ vor – zu Lasten der Honorarlehrkräfte."

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte hatte die Kolleg*innen vom Goethe-Institut schon im Februar 2017 mit einer Presseerklärung und einem Offenen Brief an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. unterstützt. Das Bündnis kritisierte in seinen politischen Gesprächen den Umgang des GI mit seinen Lehrkräften, die zuerst keine Aufträge bekamen und dann Verträge zu unterschreiben hatten, die, um einen möglichen Verdacht der Scheinselbstständigkeit zu verhindern, Bedingungen und Bestimmungen enthielten, die praktisch Schikanen bedeuteten.

(as)

Hamburg: Die GEW fordert 58 € für Lehrkräfte in Integrationskursen

Während sich das im November stattgefundene "Tribunal Weiterbildung" an die Hamburger Politik richtete, wurden zur GEW-Veranstaltung "Bündnis für gute Weiterbildung" am 3. Februar Bundespolitiker*innen eingeladen. 

Anwesend waren Petra Densborn (BBB, Vorstandsmitglied des Bundesverband der Träger beruflicher Bildung e.V.), Ansgar Klinger (OB Berufliche Bildung und Weiterbildung, GEW Hauptvorstand), Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn (MdB, Bündnis 90 / DIE GRÜNEN), Sabine Zimmermann (MdB, DIE LINKE), Dirk Mescher (Geschäftsführer GEW Hamburg),  Detlef Zunker (Hamburger GEW Fachgruppe Erwachsenenbildung), Dr. Claudia Liehr-Molwitz (Sprecherteam Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte) sowie zahlreiche  weitere DaZ-Lehrkräfte und Dozent*innen aus der Weiterbildung. 

Nach der Begrüßung durch den Moderator, Dirk Mescher,  erhielt Detlef Zunker  das Wort und nannte  einige Namen  von Bundespolitikern der großen Koalition vom Bundesarbeitsminister Heil angefangen, aber auch der FDP, die  der Einladung nicht gefolgt waren. Von der Hamburger SPD waren auch Bundestagsabgeordnete eingeladen, die alle abgesagt haben. Detlef Zunker schloss daraus, dass die Abwesenden wohl doch nicht „Die ganze Stadt im Blick“ (Wahlkampfmotto der Hamburger SPD) haben würden.

(clm)

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Neue GEW-Bezirksfachgruppe Erwachsenenbildung

Am 30. Januar 2020 haben sich im DGB-Haus in Köln verschiedene Mitglieder der GEW aus dem Bereich Erwachsenenbildung getroffen. Der Bezirk umfasst die Städte Köln, Bonn, Aachen, Leverkusen und die umliegenden Kreise und Regionen.

Einstimmig wurde der Gründung einer GEW-Bezirksfachgruppe Erwachsenenbildung zugestimmt und Sandra Langer, Köln, und Stephan Pabel, Bonn, haben sich zu einem Leitungsteam zusammengeschlossen, wobei Sandra Langer aus Köln den Vorsitz übernimmt. Sandra Langer ist auch dem Bündnis DaF / DaZ-Lehrkräfte zugehörig und moderierte das Bündnistreffen in Köln im Jahr 2018, Stephan Pabel gehört dem Bonner Offenen Kreis ( BOK)  an, hat den BOK im Jahr 2011 gegründet und war auch Gründungsmitglied des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte im Jahr 2016 in Hannover.

Eine Bezirksfachgruppe dient der Vernetzung der GEW-Mitglieder und bietet den Vorteil, dass sie Städtegruppen  und regionale Gruppen vernetzt, aber nicht so lange Anfahrten zu Treffen und Tagungen mit sich bringt, wie dies auf Bundeslandebene oft der Fall ist. Zudem erhält eine Bezirksfachgruppe finanzielle Mittel durch die  GEW und hat Antragsrecht innerhalb der GEW. In unserer neu gegründeten Bezirksfachgruppe haben wir uns auf Treffen zweimal im Jahr geeinigt  und möchten vor allem Kontakt zu GEW-Mitgliedern aufbauen, die bisher noch vereinzelt sind, um ihnen die Möglichkeit zu bieten, gemeinsam politisch aktiv zu werden, um unsere derzeit prekären Arbeitsbedingungen auf den Stand der Arbeitsbedingungen, die  auf dem regulären tarifgebundenen Arbeitsmarkt  im Jahr 2020 gültig sind, zu bringen.

(msr)

3. Februar, Hamburg: GEW-Veranstaltung „Working poor“ für Lehrkräfte unter staatlicher Regie

Nach dem im November stattgefundenen "Tribunal Weiterbildung" lädt die Hamburger GEW zu einer zweiten Veranstaltung ein: "Bündnis für gute Weiterbildung" am 3. Februar 2020, 19.00 - 21.00 Uhr im Curiohaus, Rothenbaumchaussee 15, Raum ABC"

Dieses Mal wird der Blick auf die Bundesebene und Bundespolitik gerichtet. "Denn viele Rahmenbedingungen für die Arbeit in der Erwachsenenbildung werden auf Bundesebene entschieden: Honorarhöhen von BAMF-finanzierten Kursen oder in Maßnahmen der Arbeitsagentur. Deshalb ist unsere Frage, welche Schritte wir auf Bundesebene tun und anschieben können, um aus dem „working poor“ herauszukommen. Lässt sich ein Bündnis für Weiterbildung organisieren, das die Arbeitsbedingungen deutlich verbessert?

Kernforderungen der GEW: Honorar 58 € pro Unterrichtseinheit, 38 € Mindesthonorar, max. 25 Unterrichtsstunden/Vollzeitstelle, Festbeschäftigung bei Regelaufgaben, Tarifpflicht bei Unternehmen, die öffentliche Aufträge erhalten."

Podium:

Petra Densborn, BBB,  Bundesverband der Träger beruflicher Bildung e. V.

Ansgar Klinger, OB Berufliche Bildung und Weiterbildung, GEW Hauptvorstand

Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn  (BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN)

Birke Bull-Bischoff (DIE LINKE)

N. N. (SPD)

N. N. (CDU)

Moderation:

Dirk Mescher, Geschäftsführer GEW Hamburg

Umgang mit traumatisierten Teilnehmer*innen

Bericht eines Kollegen aus Österreich:

Für manche Dinge gibt es keine guten Worte. Auch nicht auf Deutsch.

Eine syrische Teilnehmerin erzählt im Deutschkurs, dass sie gestern vom Tod ihres Cousins erfahren hat. Er ist auf der Flucht über das Mittelmeer vor der griechischen Küste ertrunken.

Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Mit der Adjektivdeklination kann ich schlecht weitermachen. Ich habe einen „Panic Button“ im Kursraum für den Fall, dass Teilnehmer*innen aggressiv werden, aber keinen für solche Situationen. Also ziehe ich die Pause vor und beende die Einheit.

Von den Kolleg*innen im Pausenraum können fast alle ähnliche Geschichten von Kursteilnehmer*innen erzählen – Menschen aus Tschetschenien, Afghanistan, Uganda und anderen Teilen der Welt, die wir hauptsächlich aus Kriegs- und Katastrophenmeldungen in den Nachrichten kennen.

Wir arbeiten mit Menschen, die schwere traumatische Erfahrungen gemacht haben und noch immer machen. Meine Kursteilnehmerin kommt, wie einige andere in meinen Kursen, aus Syrien. Assad hat gerade eine Militäroffensive gestartet, um ihre Heimatstadt einzunehmen. Wie sollen diese Menschen sich die korrekte Verwendung von Präpositionaladverbien konzentrieren, wenn in diesen Stunden das, was von ihrer Heimatstadt noch steht, von der Armee eines Diktators auf der einen Seite und islamistischen Milizen auf der anderen in Schutt und Asche gelegt wird?

Ein Deutschkurs dauert knapp 4 Monate: 5 Tage die Woche, täglich 3 Stunden. Wir verbringen während dieser Dauer mit diesen Menschen wohl so viel Zeit wie viele Beschäftigte im Sozialbereich mit ihren Klient*innen. In vielen Berufen, die im Arbeitsalltag mit denselben oder ähnlichen Situationen konfrontiert sind, gehört Supervision zur Arbeitszeit: in Ruhe über alles reden, das eigene Verhalten beobachten und ändern lernen, um einigermaßen professionell damit umgehen zu können anstatt auszubrennen oder einzufrieren. Bei uns gibt es alle zwei Monate einen Supervisions-Termin – außerhalb der Arbeitszeit.

Heute wurde ich in der Arbeit gefragt, was ich brauche, um besser arbeiten zu können. Neben ausreichender bezahlter Vor- und Nachbereitungszeit für meine Kursstunden sowie einem anständigen Gehalt für die Arbeit, die wir leisten, ist Supervision in der Arbeitszeit dafür das absolut Mindeste, um nicht daran zu zerbrechen.

Ich habe ihr an dem Tag nur zeigen können, dass man auf Deutsch „mein Beileid“ sagt, wenn man ausdrücken möchte, dass man ebenfalls trauert. Und das ist so unendlich viel zu wenig.

(sk)

Qualität der BAMF-Kurse

Der Deutschlandfunk Kultur befasst sich in seinem Beitrag "Wie gut sind die Deutschkurse" mit der Qualität der BAMF-Kurse.

Ein Kollege weist darauf hin, dass es in den Kursen zu unterschiedliche Lerner-Typen gibt und dass 300 UE oft nicht genug für die Alphabetisierung sind. Der Unterricht durch Ehrenamtliche schade nicht selten den Lernenden. "Das, was die bei Ehrenamtlern gelernt hatten, mussten wir wieder zurückschrauben, weil wir lautieren müssen."

Auch Professor Henning Lobin, der Direktor des IDS in Mannheim übt Kritik an der zu großen Heterogenität er Lern-Gruppen. „Unsere Aussage ist ja nicht die, diese Kurse sind schlecht. (...) Unsere Aussage ist die, dass diese Kurse besser werden könnten, wenn man stärker auf die Eigenschaften der Teilnehmer schauen würde, wenn man also ein bisschen mehr differenzieren würde. Denn es gibt zwei wesentliche Parameter, nach denen sich die Gruppen klar unterscheiden lassen, im Hinblick auf ihre Entwicklungspotentiale: Das eine ist das Alter und das andere ist der Bildungshintergrund.“  Das BAMF hat Prof. Lobin und einige andere Wissenschaftler eingeladen, um mit ihnen über die Konzeption der Kurse zu diskutieren.

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte hat sich bereits ausführlich dem BAMF und den zuständigen Politiker*innen gegenüber zu diesem Thema geäußert und vieles vorgeschlagen, um die Qualität der Kurse und Ergebnisse der TN zu verbessern: deutliche Verbesserung der Lage der Lehrkräfte, Einbeziehung der Expertise der Lehrkräfte, bessere Einstufungstests, differenziertere Kursformate, mehr Unterrichtsstunden für die TN, einfachere Möglichkeiten, die TN schon früh zurückzustufen, keine zentrale Zuweisung der TN und kein Trägerwechselverbot, C2 als Voraussetzung für Lehrkräfte, kostenlose Fortbildungen, technische Standards für Träger usw.  Das Bündnis hat auch darauf hingewiesen, dass der DTZ (Deutschtest für Zuwanderer) in vielerlei Hinsicht nicht ganz dem B1-Niveau des GER entspricht und dass die Lösung nicht in der Vereinfachung der Abschlussprüfung liegen kann.

(as)

 

 

Interviewpartner*innen für Forschungsarbeit gesucht

Wer kann und möchte helfen?  Eine Kollegin sucht Interviewpartner*innen für ihre Abschlussarbeit:

"Mit meiner Forschung werden die Integrationskurse im Zusammenhang mit der transformativen Lerntheorie von Mezirow untersucht. Dabei werden unterschiedliche Aspekte beleuchtet, z.B. die Wirksamkeit im Zuge der Integration, Verbesserungsmöglichkeiten usw.

Die untersuchte Zielgruppe sind Flüchtlinge, insbesondere mit traumatischen Erfahrungen. BAMF bietet hier eine Weiterbildung. Wie wirksam ist diese? Stellung der DaZ-Lehrkräfte? 

Gesucht werden DaZ-LehrerInnen, die mit Flüchtlingen arbeiten. Interviews können persönlich oder über digitale Medien erfolgen. Fragen sind semistrukturiert mit Open End. Dabei soll eine tiefgründige Erforschung erfolgen. Auch Themen, welche durch die Fragen nicht angesprochen werden, können sehr gerne erläutert werden. 

Ich benötige 10 InterviewpartnerInnen, wobei die Zahl nicht fix ist. Am besten wäre eine Mischung aus männlich aus weiblich. Mit BAMF-Weiterbildung zur Trauma und ohne.  Vielen Dank im Voraus!

Herzlichst, Ivana Benyamin (benyamin@gmx.eu)"

Erstorientierungskurse. Bericht einer Kollegin

Erstorientierungskurse für Asylbewerber*innen mit unklarer Bleibeperspektive (EOK) sind für solche Menschen, die wenig Chancen auf Asyl und auf einen Integrationskurs haben. Solange ihr Asylverfahren läuft, sollen sie sich in Deutschland zurechtfinden können.  Die Kurse umfassen 300 UE und enthalten auch Exkursionen. Das BAMF lässt die Kurse über die Länder in Projekten durchführen. 

In einem solchen Kurs habe ich unterrichtet. Unsere Teilnehmenden waren schon länger – alle mindestens ein Jahr – in Deutschland und warteten eigentlich auf einen Deutschkurs – das sollten wir aber ja gerade nicht machen. Deshalb waren viele TN frustriert und blieben wieder weg. 

Wir konnten viele Exkursionen machen, Fahrtkosten und Eintrittsgelder wurden übernommen. Das war sehr schön, kostet aber in der Vorbereitung viel (unbezahlte) Zeit.

Zum Glück hatten wir TN, die für die anderen übersetzt haben. Sonst wäre es gar nicht gegangen. Ich habe immer Material in den Sprachen der TN gesucht und damit gearbeitet, zum Straßenverkehr, zur Ernährung usw. gibt es viel – wenn man Zeit zum Suchen hat.

Es gibt 11 Module, davon darf ich aber nur 6 auswählen, um sie zu unterrichten. Mehr Infos gibt es im Curriculum. Tatsächlich  wollte ich aber auf alle Themen eingehen, um die Fragen der TN beantworten zu können. Noch ist der Aufbau des Kurses sehr starr, das wird sich aber hoffentlich in Zukunft ändern.

Allerdings ist die Gruppe mit 20 Personen zu groß für einen Besuch im Supermarkt oder auf der Bank. Maximal 10 TN können mich hören und meinen Erläuterungen folgen. Das wird sich wohl nicht ändern.

Die Stunden und das Geld hätte ich gern während oder nach einem Integrationskurs, um dann genug Sprache zur Verfügung zu haben, um die anspruchsvollen Themen zu meistern.

Grundsätzlich finde ich die Idee, einen Kurs vor dem IK zu haben, sehr gut. Der sollte aber dann direkt nach der Ankunft der Menschen angeboten werden .

(lm)

Hamburger Bürgermeister Tschentscher leugnet prekäre Arbeit in BAMF-Kursen!

Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) leugnet die Notwendigkeit der Verbesserung prekärer Arbeit in der Weiterbildung. Auf der Wahlkampfveranstaltung  „Peter Tschentscher Live in Hamburg-Mitte“ am Donnerstag, den 16. Januar, wurde der Bürgermeister von einer Sprecherin des „Bündnisses  DaF/DaZ-Lehrkräfte“ gefragt, warum seine Regierung nichts gegen die prekären Arbeitsbedingungen  von  Lehrkräften unternimmt, die hauptberuflich Deutsch als Zweitsprache in Integrations- und Berufssprachkursen unterrichten und damit einen entscheidenden Beitrag zur Integration  von Migrant*innen leisten, obwohl er über die prekären Arbeitsbedingungen   schon vor einem Jahr im Rahmen der Veranstaltung „Tschentscher im Gespräch“  informiert worden sei. 

Tschentscher entgegnete, dass er die Informationen an die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration BASFI weitergeleitet habe. Die Antwort des Referenten habe ergeben, dass eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen nicht notwendig sei und in anderen Bundesländern würden die Arbeitsbedingungen der DaZ-Lehrkräfte ja auch nicht verbessert.

(clm)

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100 Jahre VHS in Berlin

Am 10.1.2020 wurden die 100 Jahre der Berliner VHS im Roten Rathaus gefeiert. Genau vor 100 Jahren wurde die Volkshochschule für Groß-Berlin an der Friedrich-Wilhelm-Universität – der heutigen Humboldt-Universität – offiziell gegründet.

Die ganztägige Veranstaltung vom 10.1.2020, an der sich zahlreiche Mitarbeitende, Kursleitende und Leiter*innen der Berliner Volkshochschulen sowie das Personalder Bildungsverwaltung beteiligt haben, bestand aus einer Fachtagung und einem Festakt.

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GEW: "Unhaltbare Zustände in den Volkshochschulen"

Die GEW berichtet in ihrem Beitrag „Unhaltbare Zustände in den Volkshochschulen“ über ein kurz vor Weihnachten in Karlsruhe stattgefundenes Treffen der GEW-Vorsitzenden Marlis Tepe und der baden-württembergischen GEW-Landesvorsitzenden Doro Moritz mit vier DaFZ-Lehrerinnen, die  von Magdalena Wille aus der Stuttgarter GEW-Zentrale Landesgeschäftsstelle der GEW Baden-Württembergs begleitet wurden. Die vier Kolleginnen, Marianne Althoff-Hanke, Lioba Geier, Clarissa Haziri-Hagner und Christiane von Schilling, gehören einerseits dem baden-württembergischen GEW-Landesarbeitskreis DaF/DaZ-Lehrkräfte, andererseits aber auch dem bundesweiten Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte an.

Die aus Mannheim und Stuttgart stammenden Kolleginnen berichteten über ihren Arbeitsalltag. „Der DaF/DaZ-Bereich stützt sich trotz vollmundiger politischer Bekenntnisse zur Wichtigkeit der Sprachförderung bei Geflüchteten und Zuwanderern auf Menschen, die mit viel Idealismus und Engagement unterrichten. Und die zum Dank mit prekären Beschäftigungsverhältnissen abgespeist werden.“ In dem über eine Stunde dauernden Gespräch wurden u.a. die Erhöhung des Mindesthonorars bzw. der Trägerpauschale, Mindeststandards für Festangestellte (z.B. Faktorisierung des Unterrichts), Urlaubsentgelt, Krankengeld und Altersarmut thematisiert. Bündnis-Sprecherin Haziri-Hagner fasste die prekären Beschäftigungsverhältnisse zusammen: „Kein Arbeitslosengeld, kein Krankengeld, kein Urlaubsentgelt. Und auf die 35 Euro, die wir pro Unterrichtsstunde bekommen, gehen über die Hälfte für Steuern und Abgaben drauf.“

(as)

 

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