Aktuell


Petition des Bündnisses in der GEW-Presse

Die E&W Niedersachsen berichtet ausführlich über die seit sieben Monaten laufende Petition des Bündnisses. In dem Beitag heißt es u.a.: 

 

"Die zentrale Forderung der Petition ist eine Qualitätsoffensive für die Volkshochschulen, die konsequent beim Personal ansetzt: eine erhebliche Erhöhung der Honorare (orientiert an TVöD E 12) und grundsätzlich feste Stellen für alle Daueraufgaben in der VHS, bei Lehrkräften nach TVöD E 12.

 

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte lädt alle ein, sich mit ihrer Unterschrift für faire Arbeitsbedingungen in der Erwachsenen- und Weiterbildung einzusetzen, damit diese  ihre Hauptfunktion, die laut Adorno in der Aufklärung besteht, weiterhin erfüllen kann."

(as)

Die 5. Bundeskonferenz des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte

Zu seiner 5. Bundeskonferenz lädt das Bündnis dieses Jahr nach Mannheim ein. Die Konferenz findet am 09. November 2019 (11:00 bis 18:00) in der August-Bebel-Straße 3  (68199 Mannheim, Kath. Kirchengemeinde Mannheim/Pfarrei Maria Hilf) statt. Anmelden kann man sich mit einer E-Mail an Lioba-Geier@web.de Anmeldefrist: 31. Oktober

 

Programm: Berichte aus den Lokalgruppen und aus den einzelnen AGs; Zukunft des Bündnisses: Verhältnis Kreidefresser – DaF/DaZ-Bündnis; Sprecherwahl; Teilnahme an der FaDaF-Tagung im März in Marburg; Vertretung in der Bewertungskommission; des BAMF, Petition. In der Pause ist fürs Essen gesorgt.

 

Herzlich eingeladen sind aber auch neue Kolleg*innen, die noch nicht dem Bündnis angehören. Kommt zahlreich und bringt viele Ideen mit! 

(as)

Wo wäre die VHS ohne die (prekäre) Arbeit ihrer Lehrkräfte?

Die Zeit widmete sich vor einigen Tagen in ihrem Beitrag "Ich unterrichte für weniger als sieben Euro die Stunde" der prekären Lage vieler VHS-Dozent*innen.

Der Artikel befasst sich nicht nur mit den DaFZ-Lehrkräften. So kommt eine Kollegin aus Bremen zu Wort, die Kurse für Sport und Bewegung leitet:  "Ich unterrichte für weniger als sieben Euro die Stunde. Da bekommt man es schon mit Existenzängsten zu tun." Auch das versprochene Urlaubsentgelt bekomme sie nicht. "Honorarkräfte haben einfach keine Rechte. Doch wo wäre die Volkshochschule ohne uns?"

Eine DaFZ-lerin aus Berlin, Beate Strenge, weist darauf hin, dass sie mit ihrer Arbeit das ermögliche, was die Politik fordert - die Integration. Doch richtig honoriert werde sie nicht – zumindest nicht finanziell.

Ansgar Klinger (bei der GEW für Weiter- und Erwachsenenbildung zuständig) wird mit folgenden Worten zitiert "Das Honorar ist viel zu niedrig, die Arbeitgeberrisiken werden auf die Dozenten abgewälzt." Seine Gewerkschaft fordere deshalb feste Stellen für Dozierende, die dauerhaft unterrichten. "Für alle anderen braucht es einen Tarifvertrag mit angemessenen Bedingungen wie Urlaubsgeld und Ausgleich für die soziale Absicherung der Dozenten."

Ein Kollege aus Leipzig, der DaFZ und Englisch unterrichtet, ärgert sich darüber, dass die meisten VHS-en die Rechte ihrer arbeitnehmerähnlichen Dozent*innen ignorieren. Für eine Unterrichtseinheit bekomme er in Deutsch 33 Euro, in Englisch manchmal nur 22 Euro. "Hinzu kommt, dass ich auch ausschließlich nur die gehaltene Stunde bezahlt bekomme." Sei er krank oder werde ihm ein Kurs aufgrund einer zu geringen Anmeldezahl abgesagt, gehe er leer aus. Zuschüsse zu den Sozialversicherungen gebe es in Leipzig genauso wenig wie Festanstellungen. "Dabei bin ich nur auf dem Papier selbstständig." Sein Fazit: "Die Bezahlung ist gemessen an dem, was wir leisten, absolut lächerlich."

Sascha Rex vom Dachverband der deutschen Volkshochschulen (DVV) ist sich der Problematik bewusst: "Wir wünschen uns faire Honorare in der Weiterbildung. Leider liegt das nicht in unserer Macht." Aber: "Jede Kommune kann ihre Entscheidungen selbst treffen, also auch darüber, wie viel sie den Kursleitern auszahlen kann."

Dass es sich loht, sich zu organisieren und Druck auszuüben, zeigt das Beispiel der Berliner VHS-Dozent*innen. Beate Strenge ist mit ihren Kolleg*innen seit vielen Jahren sehr aktiv: Demos, Postkarten, Petition, Gespräche. Die Zeit nennt die Erfolge: "Seit 2014 werden Volkshochschuldozenten in Berlin ab dem vierten Krankheitstag 80 Prozent der entfallenen Honorare bezahlt. Seit August 2019 erhalten in Berlin nun alle Dozenten für insgesamt 90 Minuten Unterricht und Vorbereitung eine Vergütung von 35 Euro. Dazu gibt es jetzt auch Zuschläge der Stadt, Dozenten kommen so auf 44 Euro für die Unterrichtseinheit."

(as) 

100 Jahre VHS: Glanz und Elend

Der SWR2 (GELD, MARKT, MEINUNG) befasst sich in seiner Reportage "Fürs Leben lernen - die Volkshochschulen werden Hundert" am Beispiel der VHS-en Baden-Baden, Mainz und Speyer mit der Geschichte, dem Kursalltag und der sozialpolitischen Bedeutung der VHS. Im Beitrag wird die VHS gewürdigt, und es kommen viele zufriedene Teilnehmer*innen zu Wort.

Am Ende wird aber auch auf die prekäre Lage der Dozent*innen eingegangen. Eine (dem Bündnis angehörende) DaFZ-Kollegin aus Speyer berichtet über ihre sehr niedrige Vergütung, die Bedeutung der fehlenden Lohnfortzahlung bei Krankheit oder die programmierte Altersarmut. 

(as)

Gespräch des Bündnisses mit der FDP

Zwei VertreterInnen des Bündnisses (aus Hamburg und Hannover) sprachen am 25.09. in Berlin mit Stephan Thomae, dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der FDP und Ljudmila Belkin, der FDP-Fraktionsreferentin für Migration und Einwanderungsgesellschaft.

 

Das einstündige Gespräch war sehr freundlich, offen und konstruktiv. Die VertreterInnen des Bündnisses thematisierten nicht nur die prekäre Lage der Lehrkräfte in den Integrations- und Berufssprachkursen, sondern auch die Qualität der BAMF-Kurse und Lernbedürfnisse der Teilnehmenden, vor allem in den Alpha-Kursen. Es wurden die Kernforderungen des Bündnisses erläutert: Erhöhung und Dynamisierung der Trägerpauschale bzw. des Honorars,  Faktorisierung des Unterrichts für Festangestellte, Mindestlohn für Festangestellte,  höhere Qualifikationsstandards für Lehrkräfte usw.

(as)

Schon die Petition unterschrieben?

Schon 5000 Menschen unterstützen die vor fünf Monaten gestartete Petition des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte "Gebt der Erwachsenen- und Weiterbildung eine Zukunft" .

 

Anlässlich des 100-Jubiläums der VHS fordert das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte neben einer besseren Finanzierung der Erwachsenen- und Weiterbildung auch eine Qualitätsoffensive für die Volkshochschulen, die konsequent beim Personal ansetzt:

 

- erhebliche Erhöhung der Honorare (orientiert an TVöD E 12)
- grundsätzlich feste Stellen für alle Daueraufgaben in der VHS, bei Lehrkräften nach TVöD E 12.

 

Kreidefresser bietet gutes Material zur Verbreitung der Petition an. 

(as)

Fünf Bundesländer wollen die BAMF-Kurse reformieren. Kein Wort über die Lehrkräfte

Screenshot: bundesrat.de
Screenshot: bundesrat.de

Berlin, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Thüringen haben am 20. September einen Entschließungsantrag im Bundesrat gestellt: "Deutschkurse für Migrantinnen und Migranten erneuern“

Die fünf Bundesländer schlagen u.a. folgendes vor:

-  Öffnung der Integrationskurse für alle geflüchteten Menschen,

- Für Teilnehmende ohne Schulabschluss oder Berufsausbildung sollte eine grundsätzliche Anhebung der Stundenzahl der Integrationskurse auf 900 Unterrichtsstunden erfolgen. entsprechend zu überarbeiten und zu erweitern.

-  Stärkere Flexibilisierung und weitere Modularisierung der Kurse.

-  Die Mindestteilnehmerzahl in den allgemeinen Integrationskursen sollte auf 10 und die Höchstteilnehmerzahl auf 22 reduziert werden.

- Die Einführung verbindlicher Zwischentests, die Durchführung obligatorischer Feedback-Gespräche und die Einführung flexibel einsetzbarer Auffangmodule innerhalb der Integrationskurse.

(as) 

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Bundesrat ist gegen die Aufhebung der Umsatzsteuerbefreiung für bestimmte Kurse

Screenshot: bundesrat.de
Screenshot: bundesrat.de

Der Bundesrat wendet sich in seiner Stellungnahme vom 20.09.2019 gegen die Pläne des Bundesfinanzministeriums, die Umsatzsteuerbefreiung für bestimmte Bildungsangebote aufzuheben.

"Der Bundesrat weist darauf hin, dass gerade die allgemeinbildenden Angebote der Weiterbildung einen wesentlichen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten. Das Spektrum reicht hier zum Beispiel von Kursen zur Demokratiebildung, zur Grundbildung und zur Integration über Digitalisierungskurse für Seniorinnen und Senioren, Angebote der Familien- und Jugendbildung, der Gesundheitsfürsorge, der Selbsthilfe und Schulungshilfen für Menschen mit Behinderung bis zu Fortbildungsangeboten für ehrenamtlich Tätige. Der Wegfall der Steuerbefreiung und daraus resultierende Gebührenerhöhungen würden den Zugang zu Weiterbildung – insbesondere für Bevölkerungsgruppen, die nicht aktiv oder nur eingeschränkt im Erwerbsleben stehen – deutlich erschweren oder verstellen. 

Der Bundesrat fordert daher, im weiteren Gesetzgebungsverfahren die Neuregelung der Umsatzsteuerbefreiung für die Bereiche der Erwachsenen-, Familien- und Jugendbildung, der allgemeinen Weiterbildung und der Angebote im sozialen Bereich zu überprüfen. Er fordert, alle auf nationaler Ebene vorhandenen Spielräume zu nutzen, um sicherzustellen, dass unabhängig von der unmittelbaren beruflichen Verwertbarkeit eines Bildungsangebots der Zugang zum lebenslangen Lernen – und damit Teilhabechancen am sozialen, politischen und wirtschaftlichen Leben – ohne neue steuerliche Belastungen und diskriminierungsfrei möglich bleibt."

Der Deutsche Volkshochschul-Verband und andere Trägerverbände, z.B. "Arbeit und Leben", äußerten sich schon am 12. August in ihrer Stellungnahme "Keine neuen Steuern für die Weiterbildung!"  sehr kritisch zu den Plänen der Bundesregierung.

(as)

Das Gesetz gegen Scheinselbstständigkeit kann auch nach hinten losgehen

Screenshot: brandeins.de
Screenshot: brandeins.de

Mit der „brand eins“ hat vor zwei Wochen ein meinungsbildendes Medium das Thema Scheinselbstständigkeit und Rechtssicherheit kritisch aufgegriffen. 

 

In dem Beitrag „Ich bin nicht schutzbedürftig“ berichten Freiberufler, aus welchen Gründen sie gern selbstständig arbeiten und welche Probleme ihnen die aktuelle Rechtsunsicherheit bereitet.  

 

In dem Artikel "Risikogruppe: Freiberufler" wird darüber berichtet, wie das Gesetz gegen die Scheinselbstständigkeit, das Niedriglöhner schützen soll, und seine enge Auslegung durch die Deutsche Rentenversicherung vielen IT-Fachleuten das Leben schwer machen. Laut Andreas Lutz, Vorstandsvorsitzender des Verbands der Gründer und Selbstständigen Deutschland e. V., .haben das Gesetz zur Änderung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes und die restriktive Praxis der DRV unter den Auftraggebern zu einer großen Verunsicherung geführt, im Mittelstand, in Konzernen und bei Selbstständigen. Er kenne viele Fälle, in denen der Verdacht auf Scheinselbstständigkeit für die Betroffenen zum bürokratischen Albtraum geworden sei.

(as)

Gespräch des Bündnisses mit drei CDU-Abgeordneten

Von links: Stephan Albani (MdB), Nina Warken (MdB), Artur Sieg (Bündnis), Dr. Astrid Mannes (MdB), Linda Guzzetti (Bündnis), Clarissa Haziri-Hagner (Bündnis)
Von links: Stephan Albani (MdB), Nina Warken (MdB), Artur Sieg (Bündnis), Dr. Astrid Mannes (MdB), Linda Guzzetti (Bündnis), Clarissa Haziri-Hagner (Bündnis)

Am 13. September trafen sich drei Vertreter/innen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte zu einem im Bundestag stattfindenden Gespräch mit drei CDU-Abgeordneten. Gastgeber waren Dr. Astrid Mannes (Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung), Nina Warken (Integrationsbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion) und Stephan Albani (Berichterstatter für berufliche Bildung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion).

 

Das einstündige Gespräch war sehr freundlich, offen und konstruktiv. Themen waren die Probleme der Weiter- und Erwachsenenbildung und vor allem die prekäre Lage der Lehrkräfte in den BAMF-Kursen. Bezüglich der Situation der Lehrkräfte wurde u.a. folgendes thematisiert: Erhöhung des Mindesthonorars bzw. der Trägerpauschale, Mindeststandards für Festangestellte (z.B. Faktorisierung des Unterrichts, um Verträge mit 40 UE pro Woche zu verhindern), Urlaubsentgelt und Qualifikation der Lehrkräfte.

 

Hinsichtlich der Weiter- und Erwachsenenbildung wurde vor allem über ihre Jahrzehnte dauernde Unterfinanzierung und Vernachlässigung durch die Politik und die Gleichberechtigung der allgemeinbildenden Weiterbildung mit der beruflichen gesprochen. Auch auf die vom Finanzministerium geplante Aufhebung der Umsatzsteuerbefreiung für bestimmte Bildungsangebote wurde eingegangen.

(as)

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Die taz berichtet über die prekäre Lage der Lehrkräfte, auch für DaFZ, an der VHS

Unter dem Motto "God save the Volkshochschule" widmet sich heute die taz dem 100-jährigen Jubiläum der VHS. In dem auf der Titelseite befindlichen Beitrag "Fördern statt feiern!" wird die VHS zwar gewürdigt, aber es wird auch gleich auf die prekäre Arbeit der Lehrkräfte, rückläufige Teilnehmer*innenzahlen und die schlechte Finanzierung durch die Politik hingewiesen.

In dem sehr ausführlichen Artikel "Der Geist ist hungrig, die Kasse leer" wird einerseits auf die Geschichte der VHS, ihre ehrwürdigen Ziele und die gute Arbeit eingegangen. Andererseits berichtet der Beitrag über eine schon Jahrzehnte dauernde finanzielle Vernachlässigung der VHS-en durch die Politik, wegbleibende Teilnehmer*innen und die drohende Aufhebung der Umsatzsteuerbefreiung für viele Kurse.

Der Artikel befasst sich jedoch in erster Linie ausführlich mit der prekären Lage der VHS-Dozent*innen. Drei Kolleg*innen, die alle dem Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte angehören, berichten über ihre sehr niedrige Vergütung, das ständige Risiko eines Kursausfalls, die Bedeutung der fehlenden Lohnfortzahlung bei Krankheit oder das Urlaubsentgelt, auf das man oft Anspruch hat, es aber fast nie bekommt. Auch die Petition des Bündnisses wird erwähnt.

(as)

Befragung von DaZ-Lehrenden

wb-web berichtet über eine vor kurzem anlässlich des Weltalphabetisierungstages gestartete Online-Befragung von Lehrkräften der Alphabetisierung und/oder Deutsch als Zweitsprache.

Es geht um die Recherche  nach geeigneten Lerntexten für den Unterricht und die Art der genutzten Medien. Die Ergebnisse der Umfrage sollen der Entwicklung von praxisgerechten und kostenfreien Recherchetools dienen.

"Die Befragung (circa 10 Minuten) findet im Rahmen einer Bachelorarbeit der Universität Tübingen in Zusammenarbeit mit dem Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache der Universität zu Köln und dem Deutschen Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e. V. (DIE) statt und wird durch das Projekt KANSAS unterstützt."

(as)

Aufhebung der Umsatzsteuerbefreiung für viele Bildungsangebote kann Dozent*innen schaden

Einige Medien berichten über eine vom Finanzministerium in Angriff genommene Neuregelung der Umsatzsteuerbefreiung für Bildungsangebote. Laut "SPIEGEL ONLINE" soll die bisherige weitgehende Befreiung von Weiterbildungsangeboten  für zahlreiche Kurse wegfallen. Die Steuerbefreiung solle nur noch für Angebote gelten, mit denen Bildungsabschlüsse nachgeholt werden können oder die direkt dem beruflichen Fortkommen dienen. Die Neuregelung hängt laut der Bundesregierung mit einer Anpassung an europäisches Recht zusammen.  

Der Deutsche Volkshochschul-Verband und andere Trägerverbände, z.B. "Arbeit und Leben", äußerten sich schon am 12. August in ihrer Stellungnahme "Keine neuen Steuern für die Weiterbildung!"  sehr kritisch zu den Plänen der Bundesregierung. Die Verbände warnen nicht nur vor steigenden Kursgebühren und damit verbundener Benachteiligung einiger Gruppen, sondern halten auch ein leidenschaftliches Plädoyer für die wachsende Bedeutung der Weiterbildung und die Gleichberechtigung der beruflichen mit der allgemeinbildenden Weiterbildung. Die Geringschätzung der letzteren durch die Bundesregierung wird von den Verbänden deutlich kritisiert. 

Was bedeuten die Pläne der Bundesregierung für die Dozent*innen?

(as)

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Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte schreibt an den Haushaltsausschuss des Bundestages

Das Sprecherteam des Bündnisses hat vor einer Woche alle 44 Mitglieder des Haushaltsausschusses des Bundestages angeschrieben.

Die Abgeordneten werden gebeten, sich bei den aktuellen Haushaltsberatungen für eine Erhöhung der Trägerpauschale für die Integrations- und Berufssprachkurse und für eine damit zusammenhängende Erhöhung des Mindesthonorars für die in diesen Kursen tätigen Lehrkräfte einzusetzen. Das Bündnis weist darauf hin, dass das aktuelle Mindesthonorar in Höhe von 35 € unter dem seit April geltenden Mindestlohn in der Weiterbildung liege. Laut der GEW betrage heute der Mindestlohn in der Weiterbildung 38,05 €, deswegen müsste das Mindesthonorar wenigstens an diesen Mindestlohn angepasst werden. Das Bündnis betonte aber, dass nicht der Mindestlohn das Ziel sein könne, sondern eine Vergütung, die sich am Einkommen anderer Lehrkräfte mit vergleichbarer Qualifikation orientiere. Das Bündnis hält ein Honorar in Höhe von 60 € für angemessen. Die GEW fordert 57 €. Für Festangestellte wären Gehälter, die E12/E13 entsprechen, angebracht. Der DVV fordert eine Erhöhung der Trägerpauschale von jetzt 3,90 € auf 5 €.

Im zweiten Teil des Schreibens wird auf die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Grünen zu den Integrationskursen eingegangen. Dort wurde von der Bundesregierung ein Brutto-Einkommen der Lehrkräfte in den I-Kursen vorgelegt, das unmöglich ist. Die Bundesregierung geht bei ihrer Berechnung (3790 €) davon aus, dass die Lehrkräfte sogar an Feiertagen arbeiten, nie krank werden, keinen Urlaub machen und keine Betriebsausgaben haben. Das Bündnis weist in seinem Schreiben diese Zahlen zurück und legt eine detaillierte Berechnung vor, laut deren das Bruttoeinkommen ca. 3000 € und das Netto ca. 1500 in Vollzeit (25 UE pro Woche) beträgt.

Im Schreiben werden auch die das Mindesthonorar umgehenden 40-UE-Verträge der festangestellten Lehrkräfte thematisiert. Das Bündnis schlägt eine Faktorisierung des Unterrichts (1,56) vor, um das Verhältnis von Unterrichtszeit und Vor- und Nachbereitung zu regeln. Das Bündnis und die GEW vertreten den Standpunkt, dass 25 UE einer Vollzeitstelle entsprechen.

(as)

Aufruf zur Langen Nacht der VHS-Dozent*innen

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte unterstützt den Aufruf zur “LANGEN NACHT DER VHS-DOZENTEN” von Kreidefresser. In dem Aufruf heißt es u.a.:

 

"Anlässlich des 100jährigen VHS-Jubiläums ruft der Deutsche Volkshochschulverband zu einer “Langen Nacht der Volkshochschulen” am 20.09.2019 auf. An diesem Abend sollen sich die Volkshochschulen bundesweit mit Veranstaltungen und Schnupperangeboten in der Öffentlichkeit präsentieren. Das Motto lautet “Gesellschaftlicher Zusammenhalt”.

 

Diese Veranstaltung ist ein guter Anlass, um auf die Belange der Dozentinnen und Dozenten aufmerksam zu machen. Einige ermutigende Beispiele lieferten bereits die KollegInnen in Köln, Stuttgart und Hamburg. Und für eine einfache Aktion braucht ihr im Prinzip nur wenige Dinge:

 

-  Ein paar Gleichgesinnte: Eventuell findet ihr welche auf der Vernetzungskarte.

- Flyer, zum Beispiel den Flyer zur VHS-Petition (PDF). Wer den Flyer als Word-Vorlage zum Anpassen haben möchte, meldet euch einfach bei info(at)kreidefresser.org.

-  Eine Genehmigung vom Ordnungsamt für einen Infostand. Gewerkschaften können euch ggf. dabei helfen.

- Eine Kamera, mit der ihr viele schöne Fotos macht. (Wenn niemand auf dem Bild sein möchte: Auch Fotos von den Materialien oder Personenaufnahmen von hinten können gut wirken.)"

Der DVV fordert Trägerpauschale in Höhe von 5 €

 

Die Berliner Morgenpost berichtet in ihrem Beitrag "Sprachkurse: Warum viele Flüchtlinge daran scheitern" ausführlich über die Integrationskurse und andere Bundeskurse.

In dem sehr informativen  Artikel steht beispielsweise geschrieben, dass die Sprachkurse des Bundes 1,2 Milliarden € kosten würden und dass 2018 fast 90 Prozent aller Kursträger kontrolliert worden seien.

Für die Lehrkräfte dürfte vor allem die Äußerung von Dr. Kay Sulk (Deutscher Volkshochschul-Verband, DVV) interessant und neu sein, der vom BAMF eine höhere Trägerpauschale fordert: "Der Volkshochschul-Verband fordert eine Erhöhung der Bamf-Pauschale von 3,90 Euro auf 5 Euro. „Fünf Euro wären angebracht, um die Bürokratie zu bewältigen und zugleich eine bessere soziale Absicherung der Lehrkräfte zu gewährleisten.“

Außerdem wird im Artikel u.a. noch über die niedrigen Erfolgsquoten beim DTZ und den hohen Anteil der Lehrkräfte mit Migrationshintergrund berichtet.

(as)

 

Integrationskurse: neue Zusatzqualifizierung und Neues zur Zulassung von Lehrkräften

In seinem Trägerrundschreiben vom 02. August gab das BAMF eine neue additive Zusatzqualifizierung bekannt: "Lernschwierigkeiten im Unterricht mit Schwerpunkt Trauma".

 

Schon vor einem Monat verkündete das BAMF in einem anderen Trägerrundschreiben, dass Anträge auf Zulassung als Lehrkraft in Integrationskursen auch wieder direkt von den Lehrkräften beim BAMF gestellt werden können. Die Antragstellung kann auch weiterhin über einen Träger erfolgen. Bei Engpässen werden die Anträge über einen Träger bevorzugt behandelt. 

(as)

Bundesregierung beschränkt den Zugang zu Integrationskursen

Die Frankfurter Rundschau befasst sich in ihrem Artikel "Iraker, Iraner und Somalier aus Sprachkursen ausgegrenzt" mit der Einschränkung des Zugangs zu den Integrationskursen. Da der Irak, der Iran und Somalia aufgrund einer Neubewertung des Bundesinnenministeriums nicht mehr als Herkunftsstaaten mit „guter Bleibeperspektive“ gelten, werden  die ab dem 01.08. einreisenden Asylsuchenden aus diesen drei Ländern nicht frühzeitig (also nicht während ihres Asylverfahrens) Zugang zum Integrationskurs erhalten. Während des Asylverfahrens können sie aber laut BAMF bereits an Maßnahmen zur Wertevermittlung und Orientierung teilnehmen.

Laut der Frankfurter Rundschau nannte der Vorsitzende des Paritätischen Gesamtverbands, Rolf Rosenbrock, die Einschränkung des Zugangs „eine integrationspolitische Katastrophe“, die die Integration verhindert und teure Folgeprobleme verursacht.

(as)

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Freiberufliche Lehrer*innen: "Altersarmut ist programmiert"

Foto: Stefan Hermes
Foto: Stefan Hermes

Der Bonner General-Anzeiger befasste sich gestern in seinem Artikel "Armut ist programmiert" ausführlich mit den prekären Verhältnissen der freiberuflichen Lehrer*innen.

Zu Wort kamen die Kolleginnen und Kollegen vom Bonner Offenen Kreis, der sich seit 2011 für faire Arbeitsbedingungen einsetzt und dem Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte angehört.

Im Beitrag heißt es u.a.: "Wir müssen unseren Teilnehmern erklären, wie das Sozialversicherungssystem funktioniert", sagt Monika Strauß-Rolke (...), "obwohl wir uns selber in prekären Arbeitsverhältnissen befinden." Gerade habe sie noch den Deutschlernenden erklärt (...), dass es  bezahlten Urlaub und bezahlte Krankheitstage gebe und Arbeitgeber sich an der Sozialversicherung beteiligen: "Ein super System", finden die meisten ihrer Zuhörer. "Ein Hohn ist das", sagt ihre Kollegin Ulrike Wefers, um die Ironie der Zusammenfassung nicht unkommentiert stehen zu lassen: "Wir sind im staatlichen Auftrag tätig und fallen durch das System."

Katrin Brunotte, Uta Kalwa und Stephan Pabel wiesen auf den Widerspruch hin, in dem ihre Arbeitssituation zu dem in Politik und Gesellschaft gern geäußerten Bekenntnis der "hohen Bedeutung der Integration durch Deutschkenntnisse" stehe. Sie würden in Vollzeit nur ca. 1500 € erhalten, Lohnfortzahlung bei Krankheit gebe es nicht und ihre Verträge seien nur auf einige Wochen befristet.

Was sich ändern muss, haben die Bonner zusammen mit anderen Kolleg*innen aus ganz Deutschland in einer Petition formuliert.

(as)

 

FAZ: "Das schreckliche Deutsch. Wie Unterricht die sprachliche Integration erschwert"

Winfried Thielmann, Professor für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache an der TU Chemnitz, beschäftigt sich in seinem am 11.07. in der FAZ veröffentlichten Beitrag "Das schreckliche Deutsch. Wie Unterricht die sprachliche Integration erschwert" mit der nach seiner Meinung falschen Didaktik in den Integrationskursen.

Er sieht darin einen der Gründe für die schlechten Ergebnisse bei dem Integrationskurse abschließenden Deutschtest für Zuwanderer. Die Inhalte dieser Kurse seien so geartet, dass sie das Erlernen der deutschen Sprache nicht erleichtern, sondern erschweren würden.

"Denn die Didaktik der Kurse und vieles, worum es im „Deutschtest für Zuwanderer“ geht, sind aus wissenschaftlicher Sicht nicht auf das Können ausgerichtet, das von einem Deutsch-Lerner sinnvollerweise im Rahmen der zur Verfügung stehenden Unterrichtszeit zu erwarten wäre."

 

(as)

 

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