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Aktuell


Keine Gesichtsfoto-Screenshots in Integrations- und Berufssprachkursen

Bild von Niek Verlaan auf Pixabay
Bild von Niek Verlaan auf Pixabay

Bei vielen Berliner Kolleg*innen löste die Vorgabe des BAMF, durch tägliches Fotografieren der Teilnehmenden die Anwesenheit in den Online-Kursen zu bestätigen, Unbehagen aus. Es werden bei den geforderten Screenshots nicht nur die Gesichter der Teilnehmenden, sondern auch ihre Privaträume im Bildhintergrund zigfach digital abgespeichert. Diese Kontrollpraxis in den Kursen empfinden viele Kursleitende in Berlin als grenzüberschreitend und datenschutzrechtlich bedenklich. Sie fürchten, dass der Schutz der Privatsphäre und des Persönlichkeitsrechts bei diesen geforderten Screenshots unter die Räder kommt.

 

Deshalb haben die Gruppen Berliner Initiative Deutschdozent*innen für Datenschutz, Freie Dozent*innen Berlin sowie die Berliner VHS-Dozent*innen-Vertretung einen Brief ans BAMF geschrieben mit der Aufforderung, diese Anweisung zurückzunehmen. Vorgeschlagen werden stattdessen tägliche Screenshots der Teilnahmeliste in der Video-Konferenz oder Screenshots mit ausgeschalteter Kamera, in denen nur die Klarnamen zu sehen sind.

 

Parallel dazu laufen Nachfragen zur Rechtmäßigkeit der geforderten Gesichtsfoto-Screenshots beim Bundesdatenschutzbeauftragten, beim Datenschutzbeauftragten des BAMF und bei ver.di.

 

Den Brief findet Ihr auf der Website der Berliner VHS-Dozent*innen-Vertretung unter: Keine Gesichtsfoto-Screenshots in Integrations- und Berufssprachkursen: Gerne würden wir erfahren, ob es schon andere Initiativen zu diesem Thema gibt. Bei Interesse meldet Euch unter dozvertretung-VHS-berlin@gmx.de zum Austausch und zur Vernetzung.

(in)

 

Impfungen: Lehrkräfte in der Weiterbildung nicht vergessen

Die GEW Schleswig-Holstein setzt sich laut ihrer Pressemitteilung "Lehrkräfte in der Weiterbildung nicht vergessen" für die Einbeziehung der Lehrkräfte aus der gesetzlich finanzierten Weiterbildung in die Impfgruppe 3 ein. "Die Kolleg*innen sollten den Lehrkräften an den weiterführenden Schulen beim Impfen gleichgestellt werden."

"Vor allem Lehrkräfte in Integrations- und Berufssprachkursen, die Geflüchtete sowie Migrantinnen und Migranten unterrichten, sind einem größeren Infektionsrisiko ausgesetzt.“

Das Bündnis hat bereits vor einigen Tagen in einem Beitrag darüber informiert, wie es in einzelnen Bundesländern bezüglich der Corona-Impfungen für Erwachsenenbildner*innen aussieht.

Das Bündnis wurde von einzelnen Kolleg*innen informiert, dass es in den Ländern ohne Priorisierung für die Erwachsenenbildung manchmal ganz schnell und unproblematisch, z.B. nur mit einem Honorarvertrag, möglich ist, sich früher impfen zu lassen. 

Dem Bündnis ist auch bekannt, dass in einigen Städten die großen Träger versuchen, auch bereits mit Erfolg, mit der Stadt zu verhandeln und wenigstens auf kommunaler Ebene die Erwachsenenbildner*innen zu piorisieren. Es lohnt sich also, seinen Träger darum zu bitten, diesbezüglich aktiv zu werden. Außerdem kann man mit seinem Hausarzt bzw. seiner Hausärztin über eine frühere Impfung sprechen.

(as)

Solidarität ist Zukunft

"Solidarität ist Zukunft"so lautete das diesjährige Motto der DGB-Gewerkschaften, dem in Stuttgart zum Internationalen Tag der Arbeit rund um den Stadtgarten unerwartet viele folgten: sowohl dem Zug durch die Innenstadt als auch der anschließenden Kundgebung.

Der 1. Mai ist der zentrale Tag im Jahr, an dem die Gewerkschaften für faire Arbeitsbedingungen eintreten. In Australien fanden am 1. Mai 1856 sog. Massendemonstrationen mit dem Ziel der Einführung eines Achtstundentags statt, und es dauerte 30 Jahre, bis in den USA im Jahre 1886 die nordamerikanische Arbeiterbewegung zum Generalstreik am 1. Mai aufrief, um den Achtstundentag durchzusetzen; bis dahin nämlich war ein 12-Stunden-Tag mit einem durchschnittlichen täglichen Verdienst von etwa 3 US-Dollar die Regel.  In den folgenden Tagen kam es in Chicago zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, die als "Haymarket Massacre" in die Geschichte eingingen, mit traurigen Folgen: mehrere Tote unter den Arbeitern und Polizisten, Hinrichtung von Organisatoren und Suizid.

Im Juli 1889 rief man dann im Zuge des Gründungskongresses der Zweiten Internationalen in Paris den 1.Mai als „Kampftag der Arbeiterbewegung“ aus und erinnerte an die Geschehnisse drei Jahre zuvor. Bereits ein Jahr darauf, am 1.Mai 1890, dem Protest- und Gedenktag, fanden die ersten weltweiten Massendemonstrationen und Massenstreiks für den Achtstundentag, faire Arbeitsbedingungen und höhere Löhne statt.  In der Weimarer Nationalversammlung fasste man 1919 den Beschluss, den 1.Mai zum gesetzlichen Feiertag zu machen, was einmalig auch gelang. In den nächsten zehn Jahren folgten parteibedingte diskrepante Auseinandersetzungen, die schließlich im Berliner Blutmai gipfelten.  Nach der Vereinnahmung des Arbeitertags durch die Nationalsozialisten für sich und ihre Propagandazwecke, wurden die Gewerkschaften entmachtet und gleichgeschaltet. 1946 bestätigten die Alliierten den 1. Mai als Feiertag.

In Deutschland Ost und West unterschiedlich begangen, und in den 80er Jahren als harter Kampftag zwischen Autonomen und Polizei hat der 1.Mai in heutigen Zeiten an seiner ursprünglichen Bedeutung verloren: ein arbeitsfreier Tag im Kalenderjahr ist wohlgelitten, ein Arbeiter:innenklassenbewusstsein im Kampf um höhere Löhne und faire Arbeitsbedingungen, verbunden mit dem Gedenken an diejenigen Anarchisten und Sozialisten, die dafür ihr Leben gaben, ist in den Hintergrund getreten, wenn nicht gar verschwunden.

2021 heißt es im Sinne der DGB-Gewerkschaften: Solidarität. Für faire Löhne, für gute Arbeitszeiten, für Wertschätzung. Gemeinsam für etwas kämpfen – dann wächst die Solidarität. Und mit ihr wachsen auch wir; wenn es nicht nur um uns, sondern auch um andere geht, dann wachsen wir über uns selbst hinaus, bis wir unaufhaltbar sind. (https://dgbmedia.de/dgb/Spotzum1Mai2021_lo.mp4)

(chh)

Uni Marburg: digitale ZQ Alphabetisierung

Flyer Uni Marburg
Flyer Uni Marburg

 

Das BAMF hat die Durchführung der Zusatzqualifizierung  Alphabetisierung mit digitalen Anteilen von bis zu 100% bis Ende Juni 2021 genehmigt. Die Uni  Marburg  möchte dementsprechend im Mai und Juni eine komplett digitale Zusatzqualifizierung Alphabetisierung durchführen.

Ausführliche Informationen hierzu befinden sich auf der Webseite des Fachbereichs und im unten befindlichen Flyer.

"Wenn man in Alphabetisierungskursen unterrichten möchte, braucht man andere Herangehensweisen als in herkömmlichen Deutschkursen. Es wird nicht nur die Sprache vermittelt, sondern auch das Lesen und Schreiben. Zum Schriftspracherwerb müssen verschiedene Teilkompetenzen aufgebaut werden, dazu gehören das phonologische Bewusstsein, eine gute Lautwahrnehmung, motorische Fertigkeiten und vieles mehr. Die Lehrkraft muss unter anderem über unterschiedliche methodische Vermittlungsangebote verfügen, um die unterschiedlichen Lerntypen der Teilnehmer ansprechen zu können. In diesem Zertifikatskurs werden Sie auf diese besondere Arbeit und die Bedürfnisse dieser speziellen Zielgruppe vorbereitet."

(as)

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Folgen der Bundes-Notbremse für die Erwachsenenbildung

Im Bundesgesetzblatt Teil 1 Nr. 18 (S. 804-805) steht folgendes zum Präsenzunterricht geschrieben: 

Überschreitet die 7-Tage-Inzidenz den Wert von 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen, so ist Präsenzunterricht ab dem übernächsten Tag für allgemeinbildende und berufsbildende Schulen, Hochschulen, außerschulische Einrichtungen der Erwachsenenbildung und ähnliche Einrichtungen nur in Form von Wechselunterricht *zulässig.

Bei einer Inzidenz über 165 an drei aufeinanderfolgenden Tagen, so ist ab dem übernächsten Tag Präsenzunterricht für die genannten Einrichtungen untersagt.

Ausnahmen für Abschlussklassen und Förderschulen sind möglich.

Zum Home-Office steht folgendes: "Der Arbeitgeber hat den Beschäftigten im Fall von Büroarbeit oder vergleichbaren Tätigkeiten anzubieten, diese Tätigkeiten in deren Wohnung auszuführen, wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen. Die Beschäftigten haben dieses Angebot anzunehmen, soweit ihrerseits keine Gründe entgegenstehen."

Hier muss betont werden, dass arbeitnehmerähnliche Selbstständige normalerweise wie Arbeitnehmer zu behandeln sind. Das müsste neben dem Heimbüro auch die Tests, die der Arbeitgeber zur Verfügung stellen muss, betreffen. Es lohnt sich, diesbezüglich nachzufragen.

(as) 

Corona-Impfungen für Lehrkräfte in der Erwachsenenbildung

In Baden-Württemberg ist es möglich, sich schon jetzt auch als  freiberufliche DaFZ-Lehrkraft gegen Corona impfen zu lassen. Unter welchen Voraussetzung dies möglich ist, lässt sich dieser Bescheinigung der Landesregierung entnehmen.

Zu Hessen, wo die DaFZ-ler die ganze Zeit in Präsenz unterrichten, liegen dem Bündnis widersprüchliche Informationen vor. Wir bitten Kolleg*innen, die mehr wissen, uns zu informieren.  In Bremen sind laut BVIB die Lehrkräfte in Integrations- und Berufssprachkursen unter § 4 der Coronavirus-Impfverordnung erfasst und damit Lehrern (bis auf die priorisierten Grund- und Förderschullehrer*innen, Kita etc.) gleichgestellt. Brandenburg hat laut einer Info der Landesregierung auch Lehrinnen und Lehrer an weiterführenden Schulen in die 3. Prioritätsgruppe aufgenommen. Ob auch DaFZ-ler darunter fallen, müsste (z.B. mit der in der Info angegebenen Person) noch geklärt werden.

In einigen Städten ist es oder wird bald möglich sein, sich auch als Lehrkraft in der Erwachsenenbildung impfen zu lassen. Laut Kölner Stadt-Anzeiger hat die Stadt Köln entschieden, "Lehrkräften an weiterführenden Schulen ein Impfangebot zu machen. Die Impfreihenfolge des Landes sieht die Beschäftigten an weiterführenden Schulen bislang noch nicht vor. Die Ethikkommission der Stadt hat jedoch beschlossen, den Mitarbeitenden in den weiterführenden Schulen ein Impfangebot aus überschüssigen Restimpfdosen zu machen." Die Kölner GEW hatte sich dafür bei der Stadt eingesetzt.

In Niedersachsen haben die niedersächsischen Gruppen des Bündnisses DaF/DaF-Lehrkräfte (Göttingen, Hannover, Lüneburg und Osnabrück) die Landesregierung angeschrieben und darum gebeten, bei den Impfpriorisierung wie die Lehrer*innen im Schuldienst behandelt zu werden. Auch der niedersächsische VHS-Landesverband soll sich dafür eingesetzt haben.

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte hat auch das BAMF um Einflussnahme bei der Impfpriorisierung gebeten. Das BAMF antwortete, dass es nicht zuständig sei. Für die Impfpolitik sind in der Tat die Länder verantwortlich.

(as)

Ergebnisse der Umfrage zur Faktorisierung ans BMAS-Expert*innengremium geschickt

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte befasst sich seit einigen Jahren mit dem Thema Faktorisierung und startete dazu im Februar eine dreiwöchige Umfrage, bei der die DaF/DaZ-Lehrkräfte nach ihrer Arbeitszeit befragt wurden. Dabei bestätigten sich die sowohl vom Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte wie auch von der Gewerkschaft GEW geforderten 25 UE als Vollzeit.

 

Die vom Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte gemachte Umfrage wurde mithilfe der vom BAMF erstellten Kurskonzepte und in den Qualitätskriterien für guten Unterricht geforderten Kriterien erstellt. Somit nutzte das Bündnis für die Umfrage die Vorgaben, die vonseiten der Politik und der Behörden schon jetzt gefordert werden.

 

Mitte April tagte bereits das Expert*innengremium des BMAS: Dieses trifft sich mit einer Laufzeit von 01.11.2020 - 31.10.2023 zur Bewertung von Lehrplänen, Lehr- und Lernmitteln, zur Entwicklung von Verfahren der Qualitätskontrolle sowie Fortentwicklung der berufsbezogenen Deutschsprachförderung und ist vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales eingerichtet worden. Innerhalb dieses Gremiums wurde bereits eine Untergruppe „Beschäftigungsbedingungen“, unter die auch die Faktorisierung fällt, gebildet.

 

Die Faktorisierungsliste wurde an die Lehrkräfte verschickt, damit diese ihren Arbeitsaufwand, den sie wöchentlich (gerechnet in Minuten) für die gelisteten Aufgaben benötigen, darin notieren konnten. Viele Lehrkräfte waren erstaunt, welcher Zeitaufwand tatsächlich notwendig ist und auch jetzt schon geleistet wird.

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte bedankt sich an dieser Stelle ausdrücklich und herzlich bei all denjenigen, die eifrig mitgewirkt haben!

Gleichermaßen gilt der Dank auch Herrn Prof. Dr. Dieter Nittel (Erwachsenen- und Weiterbildung) für seine Stellungnahme zu unserer Umfrage und unserem Positionspapier! Es sei hier mitgeteilt, dass er für uns 22 UE als Vollzeit empfiehlt.

 

Das Bündnis hat sein ausführliches Positionspapier (s. unten), die Auswertung der Umfrage und die Stellungnahme Prof. Nittels (s. unten) sowie andere Unterlagen,  bereits vor der ersten Sitzung des Expert*innengremiums an seine Mitglieder, das BMAS, BMI, BAMF, die integrationspolitischen Sprecher*innen (fast) aller Bundestagsfraktionen und einige andere Akteure verschickt.

 

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte erhebt für die Ergebnisse der Umfrage keinen Anspruch auf Repräsentativität. Es handelt sich hierbei um eine im Ehrenamt erhobene und durchgeführte Umfrage, die beispielhaft zeigt, wie viele Arbeitsstunden tatsächlich notwendig sind, um qualitativ hochwertigen Unterricht sowohl vor- als auch nachzubereiten und andere notwendige Aufgaben wahrzunehmen. Dies macht deutlich: Daueraufgaben benötigen tariflich abgesicherte Dauerstellen oder müssen mit einem Honorar von 64 Euro abgesichert sein (s. Hamburger Appell)

(st)

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SodEG wird verlängert

Das BAMF informiert in seinem aktuellen Trägerrundschreiben Berufssprachkurse (06/21), dass der besondere Sicherstellungsauftrag des SodEG bis zum 31.12.21 verlängert wurde.

 

"Für die Beantragung von SodEG-Zuschüssen für den Zeitraum ab dem 01. April 2021 gilt Folgendes:

1. Falls für den Zeitraum zwischen dem 01.01.2021 und 31.03.2021 ein SodEG-Antrag gestellt wurde und sich keine oder nur geringfügige Änderungen in der Höhe der vorrangigen Mittel, bei der Angabe der monatlichen Zahlungen der anderen Leistungsträger und bei der Fortsetzung von Zahlungen an Honorarlehrkräfte ergeben haben, wird mit dem aktualisierten Antragsformular lediglich die Fortzahlung des bisher gewährten SodEG-Zuschusses beantragt. Damit wird das Antragsverfahren für diese Fälle deutlich vereinfacht.

2. Falls für den Zeitraum zwischen dem 01.01.2021 und 31.03.2021 ein SodEG-Antrag gestellt wurde und sich Änderungen ergeben haben, die nicht geringfügig sind, ist eine Neuberechnung der Höhe des SodEG-Zuschusses erforderlich.

Nicht geringfügig sind dabei die folgenden Änderungen:

- Änderungen an der voraussichtlichen Höhe der vorrangigen Mittel (Monatsdurchschnitt der nächsten drei Monate) im Umfang von mehr als 10 % im Vergleich zum Monatsdurchschnitt aller vorrangigen Mittel gemäß Anlage zum Bescheid über die Gewährung eines SodEG-Zuschusses (Zeile 29) für den Zeitraum 01.01.2021 bis 31.03.2021;

- Änderungen an der Gesamtsumme der monatlichen Zahlungen der anderen Leistungsträger im Umfang von mehr als 10 % im Vergleich zur ursprünglich angenommenen Gesamtsumme der monatlichen Zahlungen gemäß Anlage zum Bescheid über die Gewährung eines SodEG-Zuschusses (Zeile 17) für den Zeitraum 01.01.2021 bis 31.03.2021;

- Änderung der Entscheidung über die Fortsetzung der Zahlungen an die Honorarlehrkräfte."

(as)

GEW-Demo in Hamburg: Arbeitsbedingungen in der Erwachsenenbildung verbessern - jetzt!

Foto: fs
Foto: fs

Gestern fand in Hamburg eine von der Hamburger GEW organisierte Kundgebung statt, an der ca. 30 Kolleg*innen teilnahmen. Es gibt hierzu heute einen kurzen Bericht des lokalen Fernsehens.

Die taz hatte schon vor der Demo Detlef Zunker von der GEW interviewt. In dem Beitrag "Der Bereich ist extrem wenig geregelt" schildert Zunker das Hauptproblem: "Die große Mehrheit wird über Honorarverträge beschäftigt, wobei in den Sprach- und Integrationskursen immerhin geregelt ist, dass 41 Euro brutto bezahlt werden. Aber davon muss man eben alles finanzieren: die gesamte Sozialversicherung, das Einkommen im Krankheitsfall und selbst das Risiko, dass Kurse ausfallen. Dann bleiben netto knapp 20 Euro übrig. In den beruflichen Kursen, die von der Arbeitsagentur finanziert sind, werden zum Teil nur 20 bis 25 Euro brutto bezahlt."

Die GEW fordert vom Senat, dass er sich an seine Vereinbarung hält: "Die rot-grüne Koalition hat vereinbart, dass sie sich auf der Bundesebene dafür einsetzen wird, die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Wir haben auch mit den bildungspolitischen Sprechern der Koalitionsparteien geredet. Die haben sich das angehört und passiert ist nichts. "

In ihrem Bericht über die Kundgebung fasst die GEW noch einmal die Hauptforderungen zusammen:

- Festbeschäftigung bei Daueraufgaben

- max. 25 UE à 45 min/ Woche als Obergrenze bei einer Vollzeitstelle

- 42 € Mindesthonorar /UE

- 64 € Honorar bei den staatlich beauftragten Sprachkursen (orientiert an E11 TVöD)

- Zuschüsse zur Sozialversicherung und Ausfallhonorar für Krankheit

- Bundestariftreuegesetz (nur Träger mit Tarifverträgen entsprechend TVöD bekommen öffentliche Aufträge)

- DAZ/DAF als eigenständiges Unterrichtsfach (mit Einstiegsmöglichkeit) für den Schuldienst

Und speziell für Hamburg: ein eigenständiges Weiterbildungsgesetz mit Verbesserungen der finanziellen Ausstattung für die Hamburger VHS, Verbesserung der Bedingungen der VHS-Kursleiter*innen (wie oben) und Finanzierung dieser Verbesserungen aus dem Landeshaushalt.

Wer diese Forderungen unterstützt, unterschreibe bitte den Hamburger Appell! Nur gemeinsam können wir unsere Lage verbessern.

(as / fs)

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FaDaF: Umfrage zur wirtschaftlichen Lage im Arbeitsfeld DaF/DaZ

Bild von Andreas Breitling auf Pixabay
Bild von Andreas Breitling auf Pixabay

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie mit ihren Grenz- und Schulschließungen ist für alle eine große Herausforderung und das nicht nur wegen der Umstellungen, die die damit verbundene Digitalisierung uns abverlangt. Zehn Monate unter Pandemiebedingungen zu arbeiten, hat gebührenfinanzierte Institutionen wie Sprachkursanbieter, vor allem aber auch Kolleginnen und Kollegen in wirtschaftliche Schwierigkeiten gebracht.

Mit der kurzen und anonymen Umfrage (Dauer ca. 1 Minute) möchte der FaDaF für Deutschland wie auch weltweit Daten zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise auf das Berufsfeld DaF/DaZ erheben, d.h. sowohl was gebührenfinanzierte Institutionen als auch was Individuen angeht, die in unserem Fach arbeiten.

Mit den Ergebnissen wollen wir einen Überblick erhalten, wie sehr derzeit Institutionen und Akteure im Bereich Deutschvermittlung Schaden nehmen, erst recht, wenn sie offensichtlich noch einige Monate länger durchhalten müssen und daher eventuell ganz aufgeben. Die Zahlen sollen uns dabei helfen, über unsere Pressearbeit auf die schwierige Lage des Faches aufmerksam zu machen und in den Gremien, in denen der FaDaF vertreten ist, gezielte Unterstützung zu fordern.

(fadaf)

Bundesregierung beantwortet die Anfrage der Grünen zur aktuellen Lage der Integrationskurse

Vor einigen Tagen hat die Bundesregierung die Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen beantwortet. Die Anfrage thematisiert die Situation der Sprach- und Integrationskurse während der COVID-19-Pandemie. Die Antwort enthält sehr viele interessante Informationen und Zahlen.

Die Grünen fragten beispielsweise, ob die Bundesregierung plane, die Finanzierung von Gruppen mit einer maximalen Anzahl der Teilnehmenden von zehn Personen für die Dauer der COVID-19-Pandemie zu ermöglichen (u. a. von Analphabeten, Risikopatienten und Menschen ohne Endgeräte oder WLAN). Die Antwort: "Das BAMF hat bereits am 1. Juli 2020 ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Unterstützung der Träger der Integrationskurse während der COVID-19- Pandemie auf den Weg gebracht. Dieses gilt weiterhin. Im Bereich der Alphabetisierungskurse wurde zusätzlich die Mindestteilnehmendenzahl zur Gewährung der speziellen Garantievergütung auf zehn Teilnehmende abgesenkt. Ziel ist es, den Trägern unbürokratisch größtmögliche Flexibilität bei der pandemiegerechten Durchführung von Integrationskursen zu gewähren. Dabei kann die Pandemiezulage beispielsweise auch eingesetzt werden, um wirtschaftliche Nachteile einer möglicherweise kleineren Kursgruppe zu kompensieren. Dementsprechend sieht die Bundesregierung keinen Bedarf für darüberhinausgehende Maßnahmen."

Die Grünen interessierten sich auch für das SodEG (ab Seite 8). Sie wollten beispielsweise wissen, wie viele Träger  die SodEG-Hilfen an die Honorarlehrkräfte weitergeleitet haben. Die Antwort: "Bislang haben 68,7 Prozent der Träger von Integrationskursen, die SodEG-Zuschüsse beantragt haben, auch die Weiterleitung des Zuschusses an die Honorarlehrkräfte im Antrag zugesichert. Kursträger können jedoch nicht zur Weitergabe von SodEG-Zuschüssen an Honorarlehrkräfte verpflichtet werden. Die Ausgestaltung des Vertragsverhältnisses obliegt dem Träger und der einzelnen Honorarlehrkraft. Die Bundesregierung hat auf die Entscheidung des Kursträgers keinen Einfluss. Mangels eigener Rechtsbeziehungen zum BAMF als zuständigem Leistungsträger fallen Honorarlehrkräfte nicht unter die Anwendung des SodEG. Eine unmittelbare Gewährung von Zuschüssen an Honorarlehrkräfte ist daher ausgeschlossen. Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 13 verwiesen. Ob und in welcher Höhe der vergebene Betrag auch tatsächlich weitergeleitet wurde, kann erst im Rahmen des Erstattungsverfahrens gem. § 4 SodEG geprüft werden. Schlüsse für das Antragsverfahren können daher derzeit nicht gezogen werden."

(as)

Kritik der GEW an der ZQ BSK

Die GEW hat gestern eine "Stellungnahme der GEW zur Konzeption der additiven Zusatzqualifizierung für Lehrkräfte in Berufssprachkursen"  veröffentlicht.

Die GEW stellt die ZQ nicht in Frage und beschreibt die sehr hohen Anforderungen an die Lehrkräfte. Sie spricht sogar von der überforderten Lehrkraft. 

Die GEW kritisiert, "dass es für die bis Ende 2021 verpflichtend zu absolvierende Zusatzqualifizierung keine verkürzte Variante gibt, die die Vorkenntnisse und Kompetenzen erfahrener Lehrkräfte in den BSK als besondere Lernvoraussetzung berücksichtigt."

Die GEW weist auf den großen Aufwand der ZQ hin. Er sei  im Rahmen der gegebenen Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte berufsbegleitend schlichtweg nicht zu bewältigen. "Zu den 80 UE in Präsenz werden weitere 80 UE für die Selbstlernphasen veranschlagt, wobei dies bei der Fülle der zu bearbeitenden Literatur und Materialien stark untertrieben erscheint. Nicht gezählt wird die für die Erledigung der Portfolioaufgaben aufzuwendende Zeit, die der ZQ einen ebenso umfangreichen dritten Block hinzufügen dürfte."

"Die GEW ist weit davon entfernt, das Erfordernis einer auf wissenschaftlicher Grundlage beruhenden unterrichtspraktischen Ausbildungsphase für die Integrations- und Berufssprachkurse zu leugnen. Dazu bedarf es jedoch einer Professionalisierung, die sich nicht einseitig darauf beschränkt, berufliche Kompetenz auf wissenschaftlicher Basis zu entwickeln, sondern ebenso den adäquaten Status und die Entschädigungschancen dieser Profession von Lehrenden sowie faire Ausbildungsbedingungen garantiert.

Das Modell der Zusatzqualifikation für die BSK ist eine Qualifizierung auf dem Rücken der Lehrkräfte, ein Modell, das ihren Unmut erregen muss und sie demotiviert, anstatt zu motivieren. Wer von den Lehrkräften die Fähigkeit erwartet, „die KTN für das Lernen zu begeistern und sie (auch in schwierigen Phasen) zu motivieren“ , sollte zunächst einmal faire Rahmenbedingungen schaffen. Der geforderte „Enthusiasmus“ kann sich erst dann entfalten, wenn die Arbeits- und Fortbildungsbedingungen gerecht und angemessen gestaltet sind. Dazu gehört die Festanstellung der Lehrkräfte und ihre tariforientierte Vergütung."

 

In ihren Schlussfolgerungen fordert die GEW bezüglich der ZQ BSK, "dass diese ZQ

▪ im Dialog mit den Lehrkräften und der GEW inhaltlich überarbeitet wird.

▪ stofflich entlastet wird, so dass sie berufsbegleitend geleistet werden kann.

▪ in einem verkürzten Format für erfahrene Lehrkräfte angeboten wird.

Außerdem soll den Honorarkräften der entstehende Honorarausfall vergütet werden, und eine entsprechend lange Übergangsfrist muss sicherzustellen, dass alle BewerberInnen die ZQ absolvieren können.

(as)

 

Inwiefern sind Integrationskurs-Lehrkräfte ausreichend auf ihre Tätigkeit vorbereitet?

Das Bündnis DaF/DaZ Lehrkräfte unterstützt Studierende, indem Umfragen o.ä. im Rahmen des Studiums  verbreitet werden. Hier findet sich eine Anfrage einer Studierenden aus Potsdam. Diese Umfrage hat nichts zu tun mit unserer Faktorisierungsumfrage im Februar.

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist Miriam Pappert und ich bin Studentin an der Universität Potsdam. Ich studiere im vierten Mastersemester Deutsch und Politik auf Lehramt und möchte im kommenden Semester meine Masterarbeit schreiben. In dieser sollen die verschiedenen Ausbildungen von Integrationskurs-Lehrkräften im Mittelpunkt stehen und ich gehe der Fragestellung nach: "Inwiefern sind Integrationskurs-Lehrkräfte ausreichend auf ihre Tätigkeit vorbereitet?". Zur Erhebung der Daten habe ich mich für einen Fragebogen entschieden. Dieser setzt sich zusammen aus geschlossenen sowie offenen Fragen und beansprucht in etwa 10 Minuten Zeit. Bei den offenen Fragen bitte ich Sie, eine kurze Antwort oder Begründung in die vorgesehenen Felder zu schreiben. Die Befragung ist anonym und Ihre Daten werden anonymisiert ausgewertet.

Ich freue mich, wenn Sie mich mit Ihrer Teilnahme unterstützen und bedanke mich recht herzlich!

Mit freundlichen Grüßen, Miriam Pappert

GEW: Wir brauchen eine neue Weiterbildungskultur!

Die GEW fordert in ihrer anlässlich des Deutschen Weiterbildungstages veröffentlichten Presseerklärung „Weiterbildung stärken!“ ein Bundesgesetz für die Weiterbildung, einen Digitalpakt und bessere Beschäftigungsbedingungen.

 

Die GEW setzt sich für einen bundesgesetzlichen Rahmen für die Weiterbildung ein. "In dem Gesetz müssten Regelungen zu Information und Beratung, Lernzeiten und zur Finanzierung der Weiterbildung verankert werden. Die Länder seien gefordert, die Förderung der allgemeinen, politischen und kulturellen Weiterbildung auf ein Prozent ihres Bildungsbudgets zu erhöhen."

„Wir brauchen eine neue ‚Weiterbildungskultur‘. Dafür muss die ‚Nationale Weiterbildungsstrategie‘ um die allgemeine und politische Weiterbildung ergänzt werden. Sich auf berufliche Themen zu konzentrieren, greift viel zu kurz“, sagte Ansgar Klinger, der in der GEW für Berufliche Bildung und Weiterbildung zuständig ist. Weiterbildung müsse den engen Raum der Funktionskompetenzen verlassen und in einer neuen Integration von beruflicher und politischer Bildung die Menschen befähigen, Hintergründe und Zusammenhänge zu verstehen und sie zu einer an Humanität und Gerechtigkeit orientierten Gestaltung von Arbeitswelt und Gesellschaft ermutigen.

(as)

Youtube-Diskussion über die aktuelle Lage in der Erwachsenenbildung und dem DaFZ-Bereich

Screenshot, Dialog Erwachsenenbildung, Youtube
Screenshot, Dialog Erwachsenenbildung, Youtube

Unter dem Titel "Bildungsqualität unter Corona: Praktiker*innen der Erwachsenenbildung berichten" erschien vor einigen Tagen auf Youtube eine  sehr aufschlussreiche und lebhafte Diskussion. Prof. Dr. Dieter Nittel spricht im Rahmen der Reihe "Dialog Erwachsenenbildung" mit  VertreterInnen dreier VHS-Kursleiterräte (Bremen, Hamburg, Hanau) und zwei SprecherInnen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte über die aktuelle Situation der Erwachsenenbildner*innen und DaFZ-Lehrkräfte.

In der Diskussion geht es nicht nur darum, wie es jetzt ist, sondern vor allem darum, was man dagegen tun kann und wie man es machen soll. Es wurden Beispiele für positive Veränderungen genannt, wie die Bremer Rahmenvereinbarung, konkrete Wünsche und Forderungen an Träger und die Politik gestellt und Wege aufgezeigt, wie die Lehrkräfte, Wissenschaft, Verbände, Gewerkschaften die Lage verbessern können. 

Zu den wichtigsten Erkenntnissen des Austausches zählen folgende Punkte: 

"1. Die sich erst durch die Corona-Krise verdichtende Einsicht, dass Kursleiter*innen sehr wohl mit negativen Reaktionen seitens der Weiterbildungsorganisation rechnen können, wenn sie berechtigte berufliche Anliegen artikulieren, wird von den hier anwesenden Fachkräften geteilt. Selbst dann, wenn dies vereinzelte Phänomene sein sollten, wirken diese insbesondere mit Blick auf jene Organisationen der Erwachsenenbildung irritierend, die sich eines intakten Wertefundaments rühmen. 2. Immer dann, wenn sich frei- und nebenberufliche Fachkräfte zusammenschließen, steigt die Wahrscheinlichkeit beträchtlich, dass sie ihre vitalen Interessen erfolgreich durchsetzen können."

(as)

Interview mit einer DaFZ-Dozentin

Bild von NikolayFrolochkin auf Pixabay
Bild von NikolayFrolochkin auf Pixabay

In einem Interview mit "Business Insider" berichtet eine Kollegin aus dem Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte über die prekäre Arbeitssituation der Lehrkräfte im DaF/DaZ-Bereich und in der Erwachsenenbildung.

 

Sie weist vor allem auf die Situation unter den Corona-Maßnahmen hin, unter denen viele Lehrkräfte existentiell an den Rand gefahren werden. Diese Ausnahmesituation zeigt einmal mehr wie wichtig eine grundsätzliche Reformierung der Erwachsenenbildung, insbesondere im Integrationsbereich ist, wo "Bildung als ein Produkt unter Wert" verkauft wird.

(lge)

Zum Frauentag

Liebe alle, die ihr sitzt und lest, stellt euch vor, vor zwei Jahren durfte ich als Erwachsenenbildnerin anlässlich des Frauentags schon mal mit meinen Worten zu euch sprechen. Und?

 

Nichts hat sich geändert seit dem letzten Redebeitrag 2019: Bildung ist noch immer eine Ware, die unter Wert gekauft und verkauft wird.

 

Dazu gibt es Kaufverträge: Die Lehrkraft bietet die Arbeitskraft an und der Vertragspartner kauft diese, so billig wie möglich, ein. Gleichzeitig steht er staatlich unter Vertrag und bekommt für die weitere Bildungsvermittlung Geld. Die Bildungsvermittlerin Lehrkraft bildet Anfang und Ende der Kette und macht dabei keinen Gewinn. Angebot und Billigvergütung regeln den Markt: Wer nicht mitmacht, erhält keinen Auftrag mehr! Und wer mitmacht, steuert zielsicher und schnurstracks in die Altersarmut. Rücklagen lassen sich nun mal nicht bilden. Wovon?

 

Die Arbeitskraft der Lehrkräfte wird verwertet: zu einem Honorar , das noch immer unter dem vergleichbaren Mindestlohn in der Weiterbildung liegt. Verwertung passiert über Veräußerung. Die Lehrkraft gibt ihre Kenntnis als Bildungsvermittlerin in fremden Besitz. Eigentum an Wissen wird - per Vertrag – übertragen: auf Bildungsempfangende. Dies geschieht in staatlichem Auftrag. Verwertung zum Niedrigpreis.

 

Verwertung passiert über Ent-Wertung. Bildungsvermittlung wird allgemein gering geschätzt. Dass mehrheitlich Frauen die Weiter-Bildung leisten und mitteln, wird gesamtgesellschaftlich verschwiegen. Frauen sind so schön multi-tasking, bewältigen all die vielen Anforderungen, die Bildungsvermittlung mit sich bringt und vergessen auch mal, das Maul aufzumachen und Zähne zu zeigen: Lockdown für die strukturelle Diskriminierung von Frauenerwerbsarbeit!

 

Wir wollen keine Verwertung.

Wir wollen nicht länger ausgebeutet, mit unserer Bildungsarbeit verwendet und veräußert werden.

Wir wollen keine Entwertung unser selbst.

 

Was wir wollen, ist die Auf-Wertung unserer Erwerbsarbeit!

Was wir wollen, ist Wert-Schätzung und: Hoch-Schätzung !

 

Fair, fair und sicher nicht prekär!

 

zum 08.März 2021, Clarissa Haziri-Hagner

Brief ans BAMF wegen ZQ BSK und Priorisierung bei Impfungen

Das Sprecherteam des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte hat vor ca. einer Woche das BAMF angeschrieben und darum gebeten, die Frist für die additive Zusatzqualifikation  für Lehrkräfte in Berufssprachkursen über den 01.01.2022 hinaus um ein Jahr zu verlängern. 

 

Ein anderer Punkt war die Coronaschutzimpfung. Das Bündnis hat das BAMF gebeten, sich bei den Verantwortlichen in der Politik dafür einsetzen, auch Lehrkräften in BAMF-Kursen zu erlauben, sich früher impfen zu lassen.

Wegen des Gesundheitsschutzes hat sich das Bündnis bereits am 12. Januar an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gewandt, das ja nicht nur für die Berufssprachkurse, sondern auch für den Arbeitsschutz zuständig ist. Das Bündnis hat folgendes vorgeschlagen bzw. gefordert:

 

- Träger stellen kostenlose Masken (FFP 2) zur Verfügung und kostenlose Tests 

- Priorisierung von DaZ-Lehrkräften bei der Impfung (Gleichbehandlung mit Lehrenden im Schuldienst)

- bei angeordneter Quarantäne bezahlte Freistellung bzw. bei Honorarkräften einfacher Zugang zu Ausfallhonoraren

- verbindliche Vorgaben zum Schutz von Lehrkräften, die zur Risikogruppe gehören

- Das Recht, dass diese o.g. Lehrkräfte ihre Teilnehmenden zum durchgängigen Tragen von Masken verpflichten können

- Das Recht auf Home-Office oder auf unbezahlte Freistellung bzw. Ausfallhonorar, falls Lehrkräfte aus der Risikogruppe im Präsenzunterricht aus medizinischen Gründen keine Masken tragen können

(as)

Lehrkräfte im Bereich Alphabetisierung/Grundbildung für eine Onlinestudie gesucht

Screenshot Webseite des DIE
Screenshot Webseite des DIE

Das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE) sucht für eine Online-Interventionsstudie im Projekt KANSAS aktuell bundesweit Teilnehmer*innen. Es gibt dafür eine Aufwandsentschädigung von 105 €!

 

Was ist KANSAS?

 

KANSAS ist eine kompetenzadaptive, nutzerorientierte Suchmaschine für authentische Sprachlerntexte. Sie soll (angehende) Lehrkräfte bei der Recherche und Auswahl von Sprachlerntexten unterstützen und so die Unterrichtsvorbereitung einfacher machen. KANSAS wird im Rahmen der AlphaDekade durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

 

Worum geht es in der Studie?

 

In dieser Studie möchten wir herausfinden, wie gut KANSAS Lehrkräfte dabei unterstützen kann, passende und qualitative Sprachlerntexte zu finden und ob KANSAS somit hilfreich für die Unterrichtsvorbereitung ist. Dafür bitten wir Sie im Laufe der Studie, zwei Unterrichtsentwürfe mit KANSAS zu erstellen.

 

Einige Eckdaten für die Teilnahme:

 

•            Zielgruppe: Lehrkräfte aus dem Bereich Erwachsenen-Alphabetisierung und Grundbildung und DaZ

•            Für die Teilnahme gibt es eine Aufwandsentschädigung von 105€

•            Dauer: ca. 3 Stunden

•            Zeitraum: Januar bis März 2021

 

Wie wird die Studie durchgeführt?

 

Studienleitung und Teilnehmende bleiben während der gesamten Studie über eine Online-Kommunikationsplattform (Zoom) in Kontakt. Die Studienleitung leitet Sie Schritt für Schritt durch die Studie und ist durchgängig für Rückfragen ansprechbar.

 

Technische Voraussetzungen:

 

•            Google Chrome als Browser (kann vorab installiert werden)

•            Computer mit Lautsprecher und Mikrofon

•            Microsoft Office Word

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(die)

Gute Nachrichten aus dem Hauptausschuss im Berliner Abgeordnetenhaus

Auch der Hauptausschuss im Berliner Abgeordnetenhaus unterstützt das Anliegen „Mehr soziale Sicherheit für Volkshochschul-Dozent*innen"! Am 17.02.2021 hat er damit den vorherigen einstimmigen Beschluss des Bildungsausschusses bekräftigt. Der Senat hat jetzt die Aufgabe, bis Mitte April und in Teilbereichen bis Mitte Mai unsere Themen zu bearbeiten und einen Lösungsweg vorzuschlagen. 

Die Berliner VHS-Dozent*innenvertretung und ver.di setzen weiterhin auf eine Verhandlungslösung zwischen dem Senat und der Gewerkschaft ver.di für eine bessere soziale Absicherung. Es soll ein Rahmenvertrag wie in Bremen vereinbart werden, wenn auch vorerst unterhalb des Tarifvertragsniveaus. In dem Beschluss des Hauptausschusses heißt es dazu ergänzend: „Für den Fall, dass eine Rahmenvereinbarung nicht möglich ist – welche anderen Lösungsinstrumente sieht der Senat, um die unter III. genannten Vorschläge mit der Gewerkschaft umsetzen zu können?“  Die Berliner VHS-Dozent*innenvertretung und ver.di wollen alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen und uns nicht weiter auf die lange Bank schieben lassen.  (lg)