
In einem Gruppengespräch diskutierten am 19. Mai 2026 fünf Personen (darunter eine Sprecherin des Bündnisses) über ihre Erfahrungen von KursleiterInnen-Vertretungen in der Erwachsenenbildung und über die erfolgreichen bzw. erfolglosen Bemühungen solche Vertretungen zu etablieren. Initiiert und moderiert wurde das Gespräch von Prof. i. R. Dr. Dieter Nittel, Frankfurt.
Die ursprüngliche Annahme, dass das Thema der demokratischen Partizipation in der Berufspraxis auf eine positive Resonanz stoßen würde – bürgerschaftliches Engagement in einem demokratisch gewählten Organ ist ja schließlich eine durch und durch ehrenwerte Sache –, hat sich schnell als unrealistisch erwiesen. Mehr noch: Die Existenz von Kurleiter*innen-Vertretungen in Einrichtungen der Erwachsenenbildung scheint eher die Ausnahme als die Regel zu sein. (Manchmal werden sie auch Dozenten*innen-Vertretungen, Kursräte usw. genannt.)
Fünf aktive Personen aus fünf unterschiedlichen Orten in Deutschland berichten in diesem Video von ihren Erfahrungen. Institutionalisierte Praktiken der wirkungsvollen demokratischen Mitsprache, der Mitbestimmung und des Geschätztwerdens sind offenbar eher rar. Das strukturell bedingte geringe Interesse der Organisationen an einem potenziell unbequemen Organ einerseits und die durchschnittlich geringe Motivation vieler Kursleiter*innen, sich (unbezahlt) für andere einzusetzen, andererseits gehen eine unheilvolle, ja bittere Melange ein. Obwohl das Fazit der fünf Berichte ernüchternd ist, gibt es aus der Sicht der Akteure keinen Grund, ihr achtbares Engagement zu reduzieren oder gar abzubrechen. Die Demokratie lebt im Kleinen und nicht (nur) auf der großen Bühne!
Die in diesem Video zum Ausdruck kommende Sprengkraft und die Brisanz der Erfahrungen von Kursleiter*innen-Vertretungen werden in der öffentlichen Weiterbildungsdebatte kaum wahrgenommen.
(lg, dn)