Uni Marburg: ZQ Alphabetisierung mit digitalen Anteilen

Flyer Uni Marburg
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Das BAMF hat die Frist für die Durchführung der Zusatzqualifizierung  Alphabetisierung mit digitalen Anteilen nochmal bis Ende des Jahres  verlängert. Die Uni  Marburg  möchte  also gern im  November 2020  eine   weitere  

Zusatzqualifizierung Alphabetisierung mit Online-Modulen durchführen.

Ausführliche Informationen hierzu befinden sich auf der Webseite des Fachbereichs und im unten befindlichen Flyer.

"Wenn man in Alphabetisierungskursen unterrichten möchte, braucht man andere Herangehensweisen als in herkömmlichen Deutschkursen. Es wird nicht nur die Sprache vermittelt, sondern auch das Lesen und Schreiben. Zum Schriftspracherwerb müssen verschiedene Teilkompetenzen aufgebaut werden, dazu gehören das phonologische Bewusstsein, eine gute Lautwahrnehmung, motorische Fertigkeiten und vieles mehr. Die Lehrkraft muss unter anderem über unterschiedliche methodische Vermittlungsangebote verfügen, um die unterschiedlichen Lerntypen der Teilnehmer ansprechen zu können. In diesem Zertifikatskurs werden Sie auf diese besondere Arbeit und die Bedürfnisse dieser speziellen Zielgruppe vorbereitet."

(as)

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15 Jahre Integrationskurse: 15 Jahre prekäre Arbeit

Heute fand im Bundeskanzleramt der Festakt "15 Jahre Integrationskurse" statt. An dem Festakt nahm auch Dr. Claudia Liehr-Molwitz, einer der Sprecherinnen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte, teil. Sie konnte die Festgesellschaft über die  prekäre Arbeitssituation der DaF/DaZ-Lehrkräfte informieren sowie die Hauptforderungen des Bündnisses nennen.

Mit dem Jubiläum befasste sich heute ausführlich der Deutschlandfunk. In seiner Sendung "Campus und Karriere" (ab Min. 7:30) wurde über die schon am Dienstag stattgefundene Protestaktion der hannoverschen DaFZ-Lehrkräfte vor dem Niedersächsischen Landtag und über den Kursalltag einer Berliner Integrationskursleiterin berichtet.

 

Bereits am Montag hat das Bündnis folgende Pressemitteilung an die Medien und zur Kenntnisnahme an die für Integration zuständigen Politiker*innen (fast) aller Bundestagsfraktionen verschickt:

 

15 Jahre Integrationskurse: 15 Jahre prekäre Arbeit

 

Integrationskurse jähren sich zum 15. Mal. Aus diesem Anlass werden die Staatsministerin A. Widmann-Mauz und der Staatssekretär im BMI, Dr. Markus Kerber, würdigende Ansprachen halten und Ehrungen von herausragenden Kursteilnehmenden vornehmen. Informiert und diskutiert werden sollen der Stand und die Zukunft des Integrationssystems.

 

Auch das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte, eine bundesweite Vertretung von Lehrkräften für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache, ist eingeladen. Das Bündnis steht hinter den Integrationskursen, weist aber auf die großen Missstände im System hin und fordert Verbesserungen.

 

Clarissa Haziri-Hagner aus dem Sprecherteam des Bündnisses erläutert: „Die Lehrkräfte haben nicht viel zu feiern. Es sind aber vor allem sie, die eine erfolgreiche Integration ermöglichen, indem sie die gesellschaftlichen und kulturellen Werte vorleben, die Sprache Schritt für Schritt vermitteln und die Migrant*innen beratend begleiten. Dies geschieht für die Kursleitenden in den Integrationskursen unter prekären bis sittenwidrigen Bedingungen: Honorarstellen mit Honoraren unter dem Mindestlohn in der Weiterbildung, was nur ca. 1500 € netto pro Monat bedeutet, befristete feste Stellen mit bis 60 Stunden pro Woche, keine Honorarfortzahlung bei Krankheit, Vorenthaltung von Rechten (Urlaubsentgelt) usw."

 

Dr. Claudia Liehr-Molwitz aus dem Sprecherteam konkretisiert: „Wir fordern deshalb für Honorarkräfte wenigstens 60 Euro je Unterrichtseinheit und für Angestellte unbefristete Stellen mit Vergütung nach TVöD 12, langfristig 13. Gehalt und Honorar müssen entsprechend der Lohnentwicklung im öffentlichen Dienst dynamisiert und der Unterricht faktorisiert werden!“

 

Clarissa Haziri-Hagner fügt hinzu: „Träger müssen besser finanziert werden, damit sie in der Lage sind, ihre Lehrkräfte besser zu vergüten. Die Daueraufgabe Integration bedarf einer finanziellen wie wertachtenden Dauerstruktur!“ 

Medienberichte über die Protestaktion in Hannover

Der Deutschlandfunk berichtet  in seiner Sendung "Campus und Karriere" (ab Min. 7:30) ausführlich über die Protestaktion des Aktionsbündnisses DaF Hannover, die am Dienstag vor dem Niedersächsischen Landtag in Hannover stattfand. Auch h1, der lokale Sender aus Hannover, hat sich in seiner Nachrichtensendung "0511" (vom 16.09) mit der Aktion der hannoverschen Kolleg*innen befasst. In beiden Sendungen gelang es den interviewten Kolleginnen, die prekäre Lage in der DaFZ-Branche kurz und dennoch sehr überzeugend  zu skizzieren und einige Forderungen vorzustellen. In dem Bericht des Deutschlandfunks kommt auch Björn Thümler, der für die Erwachsenenbildung zuständige Minister für Wissenschaft und Kultur, zu Wort. An der Aktion vor dem Landtag beteiligten sich über 20 Kolleg*innen.

In der Presseeinladung der hannoverschen Gruppe des Aktionsbündnisses Hannover zur der Aktion stand u.a. geschrieben: "Entsprechend dem Motto „Unsere Taschen sind leer“ werden bei dieser Installation Lehrkräfte für Deutsch als Fremdsprache ihre im wahrsten Sinne des Wortes leeren Taschen vor dem Landtag präsentieren.

Kommende Woche findet im Bundeskanzleramt der Festakt „15 Jahre Integrationskurse“ statt. Doch leider haben die Lehrkräfte dieser Kurse nur wenig zu feiern. Die Corona-Krise hat ihre eh schon prekären Arbeitsbedingungen deutlich verschärft. Wer im Auftrag des Bundes Deutsch als Fremdsprache unterrichtet und damit das Fundament für eine gelungene Integration von Migrant*innen legt, wurde während des Lockdowns von der Politik im Stich gelassen. Die meisten Lehrkräfte hatten von heute auf morgen keine Einkünfte mehr und sind in Hartz 4 gerutscht. Das darf nicht sein, wenn man jahrelang im Auftrag des Bundes gesellschaftlich wertvolle Arbeitet geleistet hat.

Daher sieht das Aktionsbündnis DaF Hannover dringenden Handlungsbedarf vonseiten der Politik. Wir fordern eine Lebenshaltungskostenpauschale (wie es sie in anderen Bundesländern bereits gibt), damit auch DaF-Lehrkräfte von Soforthilfe profitieren, und endlich eine grundsätzliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen, um zukünftige Krisen überstehen zu können."

 (as)

Fotos:  

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GEW zum Festakt der Bundesregierung „15 Jahre Integrationskurse"

Die GEW fordert in ihrer Pressemitteilung zum heute im Bundeskanzleramt veranstalteten Festakt „15 Jahre Integrationskurse“ die Bundesregierung dazu auf, gerechte Arbeitsverhältnisse in den von ihr verantworteten Kursen der Integration zu schaffen. „Die Trägerinnen und Träger müssen in die Lage versetzt und verpflichtet werden, feste tariflich geregelte Arbeitsverhältnisse für ihre Lehrkräfte zu schaffen“, sagt Ansgar Klinger, Vorstandsmitglied für Berufliche Bildung und Weiterbildung beim GEW-Hauptvorstand.

"Wer in einem Festakt auf den Stand und die Zukunft des Integrationskurssystems blicken wolle, komme nicht daran vorbei, auf die skandalösen Beschäftigungsverhältnisse im öffentlichen Auftrag zu achten. Nach wie vor würden Honorarverträge unterhalb des Mindestlohnniveaus in der Weiterbildung anstelle einer Festanstellung in der Daueraufgabe Integrationskurs vergeben. Das bedeute kein Urlaubsgeld, keine Absicherung im Krankheitsfall und dass die Beiträge zur Sozialversicherung zu 100 Prozent alleine getragen werden müssten: „Für die Lehrkräfte in den Kursen ist Altersarmut heute schon programmiert“, so Klinger.

„Eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe – die Integration von Zugewanderten – wird von Menschen gestemmt, die ihre eigene Integration ins deutsche Sozialsystem als ungenügend erleben, ein Skandal in öffentlichem Auftrag!“, kritisiert der GEW-Weiterbildungsexperte. Jetzt sei die Zeit, eine der Qualifikation und Verantwortung der Lehrkräfte entsprechende tariflich gesicherte Beschäftigung herzustellen, die GEW sei zu entsprechenden Verhandlungen gesprächs- und vorschlagsbereit."

(as)

Berichte über Erfahrungen mit dem 5. Modell

Bild von Free-Photos auf Pixabay
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Das Sprecherteam des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte bittet Kolleg*innen darum, über ihre Erfahrungen mit dem 5. Modell zu berichten. Das Bündnis möchte die Berichte bzw. eine Auswahl dem BAMF, BMI, BMAS, der Bewertungskommission für Integrationskurse, den für Integration zuständigen Politiker*innen, Gewerkschaften und Medien zuschicken. Natürlich werden die Berichte anonymisiert, sodass weder der Name der Lehrkraft und des Trägers noch die Stadt bekannt werden. 

Das Sprecherteam bittet die Kolleg*innen folgende Punkte in ihrem Bericht zu berücksichtigen: Niveau des Kurses, Mehraufwand für Vor- und Nachbereitung, Unterrichtsqualität und Lernerfolg, Reaktion der TN, Folgen für die Gesundheit der Lehrkraft. Wichtig wäre es auch zu schreiben, ob man vom Träger einen Anteil an der Pandemiezulage für die Mehrarbeit bekommt sowie wie der Träger auf eventuelle Einwände der Lehrkräfte und eine eventuelle Bitte um ein höheres Honorar reagiert hat. Die Berichte können an sprecherteam@dafdaz-lehrkraefte.de geschickt werden.

Hier befindet sich als Beispiel der Bericht einer sehr erfahrenen Kollegin aus Süddeutschland:

 

"Erfahrungsbericht mit Modell 5 in Modul B1/1 und B1/2 – Schnelllerner

 

Seit 3 Wochen arbeite ich nach Modell 5. Für die Vorbereitung benötige ich ca. 1 Std., da ich versuche mit Hilfe eines genauen Zeitplans beide Gruppen mit demselben Lernstoff zu bedienen. Ein optimaler Zeitplan ist mir bisher noch nicht gelungen, ich feile jedes Mal von neuem daran. Das Problem ist, dass die beiden Gruppen nicht gleich lang brauchen um neues Wissen aufzunehmen. Die Fragestellungen, die sich ergeben, sind eben nicht identisch.

(as)

 

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Doku über einen Integrationskurs

Im ZDF ist ein Dokumentarfilm über einen Integrationskurs in Berlin zu sehen. Die Doku "Werden Sie Deutscher" begleitet Erwachsene aus 15 verschiedenen Nationen 10 Monate lang bei einem Integrationskurs an einer Berliner VHS. Der Film entstand bereits 2011.

(as)

SAVE THE DATE: 07.11.2020 digitale Bundeskonferenz

Am  07.11.2020  gibt es die  sechste  Bundeskonferenz  des   Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte. Ihr  seid alle herzlich eingeladen! Coronabedingt findet sie als Videokonferenz (auf Zoom) statt. Ihr  seid alle herzlich eingeladen!

 

Genaue Informationen folgen bald. Anmeldungen bitte unter:

 

Claudia Liehr-Molwitz

DaZ-Hamburg@gmx.de

 

 

"Modell 5" an der VHS-Friedrichshain-Kreuzberg zurückgezogen

Am 31.08.20 wurde an der Berliner VHS-Friedrichshain-Kreuzberg das Modell 5 in den Integrationskursen zurückgezogen: Dieses Modell sieht eine Lehrkraft in zwei Räumen vor.
Am 26.08.20 wurde in der BVV (Bezirksverordnetenversammlung)  Friedrichshain-Kreuzberg der Dringlichkeitsantrag „Respekt für die Dozent*innen an der VHS Friedrichshain-Kreuzberg – Durchführung von Deutschkursen als Bestandteil der Integration sichern!„ mit überwältigender Mehrheit angenommen. Die Initiator*innen (Linke und SPD) haben den Forderungskatalog der Dozent*innen-Vertretung, der am 19.8.20 im Bildungsausschuss der BVV vorgestellt wurde, fast vollständig übernommen. Auch die Grünen haben den Antrag unterstützt. Bis zur nächsten BVV-Sitzung am 23.09.20 muss das Bezirksamt bzw. die Bildungsstadträtin berichten, was bereits umgesetzt wurde und was nicht, und wenn nicht, begründen, warum nicht.

Über den Rückzug der "Verzichtserklärung" wurde hier berichtet.                                                                                                                                           

(lg)

Stuttgart: Termin des Bündnisses im Ministerium

Gestern führten Vertreterinnen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte im baden-württembergischen Ministerium für Soziales und Integration ein freundliches und gesonnenes Gespräch mit der Ministerialdirigentin der Abteilung 4, Integration, Frau Prof. Dr. Locher-Finke und dem Ministerialrat Herrn Lottermann. Dabei wurde das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte auf Landesebene durch die Sprecherinnen der lokalen Initiativen aus Ravensburg, Mannheim und Stuttgart vertreten.

Zum bevorstehenden Herbsttreffen der Integrationsminister*innen galt es, Impulse zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Honorarlehrkräfte mit auf den Weg zu geben.  Es wurde vom Bündnis nicht nur die Situation der Lehrkräfte unter den Pandemiebedingungen klar formuliert, sondern auch mit Beispielen aus der gelebten Praxis untermauert.

Unter dem Hinweis, dass das Bündnis in Niedersachsen schon seit Jahren in Kontakt mit dem zuständigen Ministerium steht und auch in NRW bereits ein einbringlicher Austausch mit dem dort für die Integration zuständigen Ministerium stattgefunden hatte, gaben die lokalen Vertreterinnen  bekannt, dass ein Sich-Einsetzen für die Lehrkräfte seitens des Landesministeriums sowohl auf Bundesebene, wie im Bundesrat als auch auf der Integrationsminister*innenkonferenz sehr erwünscht sei. Dabei wurde auf Hamburg hingewiesen, wo die die Koalitionspartner vor einigen Monaten vereinbart haben, sich "auf Bundesebene für eine Reform des Integrationskurssystems" einzusetzen, "die das Ziel hat, den Zugang zu Integrationskursen auszuweiten, die Lernbedingungen zu verbessern und für bessere Arbeitsbedingungen bei den Lehrkräften zu sorgen."

(chh)

Videokonferenzen sind extrem ermüdend

Bild von Tumisu auf Pixabay
Bild von Tumisu auf Pixabay

Das Handelsblatt befasst sich in seinem Beitrag "Zoom-Fatigue" mit der Frage, warum uns Videokonferenzen auslaugen.

Es geht zwar nicht direkt um Unterricht, trotzdem dürfte der Artikel für alle Kolleg*innen, die Online-Unterricht, in welcher Form auch immer, machen, von großem Interesse sein.

Woran liegt es also, dass die Videokonferenzen so anstrengend sind? "Dieses Problem – beobachtet, aber nicht angeschaut zu werden – ist systemimmanent und einer der Gründe, warum uns Videocalls so müde machen. Die Interaktion ist ungewohnt unnatürlich. Wir Menschen sind es gewohnt, in Konversationen auch nonverbale Hinweise unterbewusst wahrzunehmen, damit wir die Situation besser einschätzen können. In einem Interview mit der britischen BBC sagte der Verhaltensforscher und Professor an der Wirtschaftshochschule Insead, Gianpiero Petriglieri: „Videochats bedeuten, dass es uns schwerer fällt, nonverbale Hinweise wie Mimik, Stimmlage oder Körpersprache zu lesen. Darauf stärker achten zu müssen verbraucht eine Menge Energie.“ Gleichzeitig können wir nicht kurz unaufmerksam sein, weil wir immer die Sorge haben müssen, dass uns jemand dabei beobachtet."

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte hat bereits am 1. April in seinen beiden Telefonkonferenzen mit dem BMI, BMAS und BAMF den Verantwortlichen eine ausführliche Stellungnahme zum Online-Unterricht in BAMF-Kursen vorgelegt. Dort wird u.a. folgendes erklärt: "Der Online-Unterricht ist in Bezug auf Motivation, Konzentration und sogar Physis (Augen, Rücken) sehr anstrengend. (...) Mehr als 2-3 UE täglich sind nicht sinnvoll."

(as)

Gespräch des Bündnisses mit dem DVV

Am 13. August fand eine Telefonkonferenz zwischen dem DVV (Deutscher Volkshochschul-Verband) und dem Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte statt. Der DVV wurde von Julia von Westerholt, der (neuen) Verbandsdirektorin und Gundula Frieling, der Ständigen Stellvertretenden Verbandsdirektorin, vertreten. Für das Bündnis sprachen Dr. Claudia Liehr-Molwitz (Hamburg) und Artur Sieg (Hannover).

In dem sehr freundlichen und offenen Gespräch berichteten die Bündnis-VertreterInnen über die prekäre Lage der Lehrkräfte und die Aktivitäten des Bündnisses sowie seine Forderungen an die Politik (z.B. Erhöhung und Dynamisierung der Trägerpauschale und des Mindesthonorars, Verhinderung von 40-UE-Verträgen bei Festanstellungen, Faktorisierung des Unterrichts bei Festanstellungen).

Man einigte sich schnell darauf, dass das Grundübel in der chronischen Unterfinanzierung der Erwachsenenbildung und ihrer Vernachlässigung durch die Politik besteht. 

Ein anderes wichtiges Thema war natürlich die Corona-Krise. Der DVV wies auf die äußerst schwierige und teilweise sogar existenzgefährdende Lage vieler VHS-en hin. Das Bündnis betonte, dass dies auch für sehr viele Lehrkräfte zutrifft. 

Das Bündnis sprach die neuen Rahmenbedingungen für die BAMF-Kurse an, stellte seine Stellungnahme zu diesem Thema vor und bat Frau Frieling, die für den DVV in der Bewertungskommission des BAMF sitzt, diese Rahmenbedingungen, vor allem die zu niedrige Pandemiezulage und das fünfte Unterrichtsmodell, in der Bewertungskommission kritisch zu thematisieren.

Es wurden noch andere Themen, z.B. Digitalisierung des Unterrichts und ZQ für die Berufssprachkurse, diskutiert. Am Ende der 75 Minuten dauernden Telekonferenz wurde vereinbart, dass man in Kontakt bleibt und sich austauscht.

(as)

Unterrichten Lehrer mit Migrationshintergrund besser Deutsch?

Das Bildungsmagazin "News4Teachers" berichtet in einem Beitrag über die Ergebnisse einer Studie des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung aus Essen.

Das Fazit lautet: Die Lesefertigkeiten der Schüler, die von Lehrer*innen mit Migrationshintergrund unterrichtet werden,  entwickeln sich in der Regel besser als die der Schüler mit anderen Lehrkräften.

"Für die Studie nutzten die Forscher Daten der Sekundarstufe I (Klasse 5-9) des Nationalen Bildungspanels (NEPS). Anhand des Längsschnitts analysierten sie, ob der Leistungszuwachs der Schulkinder in Schuljahren größer war, in denen der Deutschunterricht von einer Lehrkraft mit Migrationshintergrund gegeben wurde im Vergleich zu Schuljahren, in denen der Deutschlehrer keinen Migrationshintergrund hatte.

Verglichen mit anderen Einflussfaktoren auf die Lesefertigkeit zeigte sich der Effekt des Einsatzes von Lehrkräften mit Migrationshintergrund beachtlich, so die Wissenschaftler: Er sei etwa doppelt so groß wie der Geschlechtereffekt – also der durchschnittliche Vorsprung von Mädchen gegenüber Jungen. Auch sei der Effekt deutlich größer als der Unterschied in der Lesefertigkeit zwischen Schulkindern mit und ohne Migrationshintergrund."

(as)

Uni Bielefeld: Weiterbildendes Studium DaZ

Screenshot, Flyer der Universität Bielefeld
Screenshot, Flyer der Universität Bielefeld

Die Universität Bielefeld bietet ein (kostenloses) Weiterbildendes Studium Deutsch als Zweitsprache (WBSDaZ) an. 

Das WBSDaZ richtet sich an Lehrkräfte, die als „Neulinge“ oder Quereinsteiger*innen oder auch als erfahrene Lehrkräfte Fachkenntnisse aufbauen oder auffrischen möchten, Impulse für ihre didaktische Praxis bekommen und den Erfahrungsaustausch mit anderen Kolleg*innen verschiedener Institutionen nutzen möchten.

Der unten befindliche Flyer bietet einen Überblick das Programm. Ausführlichere Informationen über WBSDaZ und die Kontaktdaten befinden sich unter dem Link: http://www.bised.uni-bielefeld.de/bi-connected/daz 

(as)

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DaFZ im ZDF

Gestern lief abends zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr  die Sendung "ZDF Zeit" mit dem Titel "Armes Deutschland, reiches Deutschland! Der Vermögenscheck". In der Sendung kam u.a. unsere Kollegin Ulrike Pfeiffer zu Wort, die bis zum Sommer 2019  in der Erwachsenenbildung an einer Volkshochschule in Integrationskursen DaZ als Honorarkraft unterrichtet hat.

Sie berichtete, dass sie zwar die Werte der deutschen Gesellschaft an Migrant*innen vermittele, aber selber am Rande dieser Gesellschaft stehe. Trotz abgeschlossenem Hochschulstudium könne man als DaZ-Lehrkraft hauptberuflich nicht mehr als 1300 - 1400 Euro netto verdienen. Mit diesem Lohn habe sie keinerlei Zukunftsperspektive. Keine Bank würde ihr bei solchem Lohn einen Kredit geben, um sich zum Beispiel eine 1-Zimmerwohnung kaufen zu können. Aus Armut habe sie auch jahrelang nicht in die Rentenversicherung zahlen können. Als sie sich später dann doch bei der Rentenversicherung gemeldet habe, bekam sie eine Nachzahlung von 16.000 Euro. Da drohte ihr die Privatinsolvenz, weil sie die Schulden von ihrem Lohn als Honorarkraft nicht abzahlen konnte.

Jetzt unterrichtet Ulrike befristet festangestellt Migrant*innen an einem Berufsschulzentrum  und verdient 3311 Euro brutto. Sie kann jetzt in kleinen monatlichen Raten ihre Schulden abzahlen und hofft, dass sie sich doch irgendwann ihren Traum von der 1-Zimmerwohnung erlauben kann. Leider ist ihre Festanstellung nur befristet, sodass dieser Traum vielleicht doch nicht in Erfüllung gehen wird.

Bedauerlicherweise wurde Ulrikes Bericht  in der Sendung ZDF Zeit als ein Beispiel gewählt, als   über die besondere Armut in Ostdeutschland berichtet wurde, sodass der Eindruck bei den Zuschauer*innen entstand, dass DaZ-Lehrkräfte nur in Ostdeutschland arm sind. Tatsache ist, dass die Armut der DaZ-Lehrkräfte alle Länder der Bundesrepublik gleichermaßen betrifft.

(clm)

Gute Nachrichten aus der VHS und der Musikschule in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg

Der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg verlangte seit Mitte Juli von den VHS-Kursleitenden und den Musikschullehrer*innen, dass sie unterschreiben, es werde grundsätzlich kein Honorar oder Ausfallhonorar fällig, „wenn die jeweils gültige SARS-COV-2-Eindämmungsverordnung den Präsenzunterricht (am Tag eines Kurses/Unterrichts) verbieten bzw. nicht zulassen“. Mit anderen Worten: Selbst wenn der Finanzsenator, wie vom 14. März bis 30. Juni geschehen, ermöglicht, dass die Dozent*innen Ausfallzahlungen erhalten können oder das BAMF Ausfallmittel durch SodEG (Sozialdienstleister-Einsatzgesetz) bereitstellt, hätten die Dozent*innen in Friedrichshain-Kreuzberg leer ausgehen. Eine solche Verzichtserklärung wurde nur von dieser Berliner VHS verlangt.
Die Verpflichtung, diesen  Verzicht zu unterschreiben, wurde am 10.08.20 von der Bildungsstadträtin und der Leiterin des Amtes für Weiterbildung und Kultur zurückgenommen. Der öffentliche Druck hat anscheinend was bewirkt.
(lg)

Arbeitsgericht Stuttgart: Harter Kampf ums Urlaubsentgelt

Die Stuttgarter Zeitung berichtet in ihrem Artikel "Fronten zwischen VHS und Lehrerinnen verhärtet" ausführlich über den Streit dreier Kolleginnen, die der GEW und dem Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte angehören, mit der VHS Stuttgart ums Urlaubsentgelt (das im Beitrag unkorrekterweise "Urlaubsgeld" genannt wird). 

Der Streit dauert schon lange. Heute wurde er erneut vor dem Arbeitsgericht ausgetragen. "Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unterstützt die Honorarkräfte. Magdalena Wille von der GEW sagt, bei 25 Wochenstunden habe man eine volle Stelle. Und das beinhalte die Zahlung von Urlaubsentgelt. „Der Ausgang dieses Rechtsstreits hat bundesweite Auswirkungen.“ In diesem Punkt scheint ihr auch der VHS-Anwalt zuzustimmen: „Das Verfahren wird bis zum Bundesarbeitsgericht gehen.“

Die VHS-Leitung streitet die wirtschaftliche Abhängigkeit der Deutsch-Dozentinnen von ihrer Arbeit an der VHS ab. Da die Kurse nicht nahtlos ineinander übergingen und es zwischen den Kursen Vertragspausen gebe, bestehe kein durchgängiges Beschäftigungsverhältnis der Frauen bei der Volkshochschule. Es gebe also keinen Anspruch auf Urlaubsentgelt, meint der Anwalt der VHS. „Das kann ich nicht ganz nachvollziehen“, sagt der Vorsitzende Richter Stefan Funk. Die Klägerinnen würden nahezu ihren kompletten Jahresverdienst durch die Arbeit bei der VHS erzielen. Damit seien diese Einkünfte existenzsichernd. „Da bleibt nicht viel an Fragen offen“, so der Richter. Es gehe wohl nur um die Höhe des Urlaubsgelds. „Zwei Juristen, zwei Meinungen“, so der VHS-Anwalt lapidar." Die Klägerinnen wiesen auch darauf hin, dass andere VHS-en, wie Hamburg und Heidelberg, Urlaubentgelt zahlen.

Da es zu keiner Einigung kam, wird es einen weiteren Termin vor dem Arbeitsgericht geben.

(as)

GEW: Bund und BAMF entziehen sich ihrer Verantwortung gegenüber den Lehrkräften

In den Trägerrundschreiben 09/2020 und 14/2020 gab das BAMF ein Maßnahmepaket bekannt, das für Integrations- und Berufssprachkurse die Flexibilisierung bei der Kursdurchführung sowie die Pandemie-Zulage in Höhe von 1.500 Euro je Kursabschnitt von 100 UE vorsieht.

Da die Infektionsschutz- und Hygienestandards infolge der Pandemie eingehalten werden müssen, entstehen den Trägern Mehraufwendungen, die eben durch jene Pandemie-Zulage gestützt und je Kursabschnitt beantragt werden sollen. Dabei ist auch dem BAMF nicht entgangen, dass den Lehrkräften didaktisch-methodische Mehrarbeit entsteht und diese vom Träger honoriert werden kann: mithilfe der Pandemie-Zulage.

Hier erfolgt der Einwand der GEW, dass "Bund und BAMF die Vergütung der Mehraufwände jedoch in das Ermessen der Träger" stellen. Daraus ist für Ansgar Klinger, dem GEW-Hauptvorstand im Organisationsbereich Berufliche Bildung und Weiterbildung, analog zu schließen: "Der Bund als Auftraggeber der Integrationskurse und das BAMF als organisierende Einrichtung entziehen sich wieder einmal ihrer Verantwortung gegenüber den Lehrkräften“. Deshalb sei es von Bedeutung, die Träger nicht nur mit einer auskömmlichen Finanzierung überhaupt in die Lage zu versetzen, die Lehrkräfte zu honorieren, sondern die Träger auch zu verpflichten, für ihre Lehrkräfte feste tariflich geregelte Arbeitsverhältnisse hervorzubringen.

(chh)

Arbeitslosenversicherung für Selbstständige?

Der MDR berichtet in seinem Beitrag "Volkshochschullehrer in Leipzig fordern Aufnahme in Arbeitslosen-Versicherung" über eine Aktion einiger Leipziger VHS-Kolleg*innen, die am Freitag  für eine Aufnahme in die Arbeitslosenversicherung demonstriert haben.

Vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen im Corona-Lockdown wollen die Lehrkräfte jetzt lieber monatlich in die Arbeitslosenversicherung einzahlen, um im Notfall abgesichert zu sein.

"Organisiert wurde die Demonstration von der Initiative "Lehrkräfte gegen Prekarität" mit Unterstützung der Gewerkschaft Ver.di. Mit Plakaten mit den Aufschriften "Wir wollen zahlen!" oder "Wir zahlen gerne für die Krise!" zog die kleine Gruppe Soloselbstständiger, die auf Honorarbasis beschäftigt ist, durch die Leipziger Innenstadt zur Agentur für Arbeit."

Die Leipziger Gruppe gehört nicht zum Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte. Das Bündnis hat sich bisher nicht mit dem Thema befasst. Es ist auch nicht klar, ob die Leipziger Gruppe eine Pflichtversicherung oder eine Erweiterung der bestehenden Regelung fordert. Soll sie für alle Soloselbstständigen gelten? Das Sprecherteam ist der Ansicht, dass ein so wichtiges und kontroverses Thema erst ausführlich unter den Lehrkräften bzw. im aus über 40 Gruppen bestehenden Bündnis diskutiert werden muss. Das kann schon am 7. November auf der in Hamburg stattfindenden Bundeskonferenz stattfinden.

Generell ist es schon jetzt möglich, dass Freiberufler*innen in die freiwillige Arbeitslosenversicherung aufgenommen werden. Einige Voraussetzungen können aber von vielen nicht erfüllt werden. Auf gruender.de oder selbststaendig.de befinden sich ausführliche Informationen zur freiwilligen Arbeitslosenversicherung und ihren Vor- und Nachteilen.

Vielleicht ist es jetzt für die Kolleg*innen, die einige Monate arbeitslos gemeldet waren und erst seit Kurzem wieder arbeiten, möglich, sich aufnehmen zu lassen, denn man könnte damit argumentieren, dass man erst jetzt selbstständig geworden ist. Ob das möglich ist, kann nur von der Arbeitsagentur beantwortet werden. 

(as)

VHS-Deutschdozentin verliert Prozess nach fristlosem Rauswurf

Vor dem Berliner Arbeitsgericht ist am 22. Juli 2020 die Klage einer freiberuflichen Deutschdozentin gegen die Volkshochschule Friedrichshain-Kreuzberg abgewiesen worden. Die Klägerin war im VHS-Jahresprogramm 2019 namentlich eingeplant und wollte nach einem fristlosen Rauswurf im Januar 2019 die ihr entgangenen Honorare von rund 18 000 € einfordern. Die klagende Kursleiterin wurde von ver.di Berlin-Brandenburg unterstützt. Sie war 27 Jahre als arbeitnehmerähnliche Deutschdozentin für Integration an der Berliner Volkshochschule Friedrichshain-Kreuzberg tätig. Nach einem Streitgespräch mit ihrem damals neuen Fachbereichsleiter über mangelnde Transparenz bei der Kursvergabe und Altersdiskriminierung hatte die damalige VHS-Direktorin der Dozentin per E-Mail jegliche weitere Zusammenarbeit aufgekündigt. Das Gericht entschied, dass weder die Nennung im Programmheft noch E-Mail-Absprachen einen wirksamen Vertrag darstellten.

 

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"Akademische Tagelöhnerei"

Deutschlandradio Kultur befasst sich in seinem Beitrag „Akademische Tagelöhnerei im öffentlichen Auftrag“ mit den Arbeitsbedingungen an den VHS-en.  Die Überschrift ist ein Zitat und stammt von der Vertretung der Berliner Volkshochschuldozent*innen.

Im Artikel kommen zwei DaFZ-Kollegen zu Wort. Joachim Lehmann weist auf die Bedeutung der Integrationskurse hin: „Diese Integrationsaufgabe, die könnte man heute auch als systemrelevant bezeichnen. Die wurde eben auch zu einem großen Teil von den Volkshochschulen geleistet.“

Dieter Hartmann von der Dozent*innen-Vertretung berichtet über die prekäre Lage:  „Es ist aufgrund der kurzen Arbeitsverträge – wir haben Honorarverträge in der Regel über vier Wochen – keinerlei Sicherheit darüber, wieviel ich im nächsten Monat arbeiten, obwohl ich mich im Programm zum Teil um bis zu einem Jahr vorher festlegen muss und auch keine andere Arbeit annehmen kann.“ Bei 25 Unterrichtsstunden pro Woche verdiene ein Kursleiter an der Volkshochschule etwa 1500 Euro netto im Monat. Aber nur, wenn man in einem BAMF-Kurs arbeitet, denn für die übrigen Kurse liegt der durchschnittliche Stundensatz nicht bei 35 €, sondern bei etwa 20 Euro.

Die Dozent*innen-Vertretung fordert höhere Honorare – nicht nur für Integrationskurse –, eine soziale Absicherung und eine tarifvertragliche Regelung. Das Berliner Abgeordnetenhaus forderte Anfang Juni den Senat auf, mit den Gewerkschaften über eine tarifvertragsähnliche  Rahmenvereinbarung zu verhandeln.

Im Beitrag kommt auch Juliane von Westerholt, die neue Direktorin des Deutschen Volkshochschul-Verbandes, zu Wort. Sie unterstützt im Prinzip die Ziele der Dozent*innen, betont aber auch, dass die VHS-Angebote für alle bezahlbar bleiben müssen. 

Bezüglich des Anspruchs der Dozentinnen und Dozenten auf normale Arbeitnehmerrechte meint sie: „Die Volkshochschule ist in ihrer Gründung auch eigentlich genau von dem Kompetenzgewinn ausgegangen, dass man die Menschen, die in ihrem Hauptberuf besondere Erfahrungen haben, engagieren kann, um ihre Kompetenz und ihre Problemnähe zu den Volkshochschulen vor Ort mit einzubringen und das sozusagen als nebenberufliche Tätigkeit zu machen.“
Kollege Hartmann weist darauf hin, dass die Zeiten sich geändert hätten. Heute sei der abendliche Kurs des Lateinlehrers an der Volkshochschule nicht mehr das typische Angebot: „Das mag nach dem Krieg, zu Beginn typisch gewesen sein für kleinere Volkshochschulen. Gibt es zum Teil immer noch, aber der wesentliche Stundenumfang, circa 70 Prozent der Stunden in Berlin, werden im Deutsch- und Integrationssprachkursbereich gemacht. Und es gibt über 800 Dozentinnen, die arbeitnehmerähnlich hier arbeiten.“

(as)

 

Berliner VHS-Deutschdozentin klagt nach fristlosem Rauswurf

Am Arbeitsgericht Berlin geht es am  22. Juli 2020 um eine Auseinandersetzung, die die prekäre freiberufliche Beschäftigung von Deutschdozent*innen an Berliner Volkshochschulen betrifft. Die Klage wird von ver.di Berlin-Brandenburg unterstützt. Die Deutschdozentin Inez S. (Name geändert) wurde Anfang 2019 nach 27-jähriger arbeitnehmerähnlicher Tätigkeit an der Volkshochschule Friedrichshain-Kreuzberg in Berlin von heute auf morgen per E-Mail rausgeworfen.  „Der Fall S. illustriert die Rechtlosigkeit von Honorarlehrkräften an den Berliner Volkshochschulen,“ sagt Beate Strenge, ver.di-Sprecherin in der VHS-Dozent*innenvertretung Berlin. „Das ist akademische Tagelöhnerei im öffentlichen Auftrag. Wir unterstützen unsere Kollegin, die eine Honorar-Erstattung und die Weiterbeschäftigung an der VHS verlangt“.

Über die Situation der Honorarlehrkräfte in der Pandemiekrise berichtet die taz am 21.7.2020. Im Deutschlandfunk-Radio wird am 22.7.20 um 14.35 in der Sendung "Campus und Karriere" über den Prozess berichtet.

(lg)

Wie hast du´s mit dem 5. Modell?

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte hat in seiner Stellungnahme die neuen Rahmenbedingungen für die BAMF-Kurse kritisiert. Auf die größte Ablehnung stößt das 5. Unterrichtsmodell: Präsenzunterricht mit einer Lehrkraft in zwei Kursräumen.

Das Bündnis empfiehlt allen  Kolleg*innen, sich nicht auf dieses Modell einzulassen oder, sollten sie sich dazu gezwungen fühlen, ein erheblich höheres Honorar zu verlangen.

Da wird von der Lehrkraft erwartet, dass sie zwei Gruppen in zwei Räumen betreut und sehr zeitaufwendige qualitative Mindeststandards einhält, ohne dass man ihr eine adäquate Zusatzvergütung in Aussicht stellt. Die Politik hätte nie gewagt, so etwas für die öffentlichen Schulen vorzuschlagen. Da wären die Lehrer*innen, Eltern, Gewerkschaften und Opposition auf die Barrikaden gegangen. Das passiert schon, und zu Recht, wenn die Lehrer eine Stunde mehr arbeiten sollen. Da sieht man zum wiederholten Male die Ungleichbehandlung der Erwachsenenbildung. Das BAMF selbst hatte ja noch im Mai einen Pendelunterricht ausgeschlossen.  Andere Argumente, z.B. Unvereinbarkeit mit dem Status als Freiberufler (Scheinselbstständigkeit), befinden sich   in der Stellungnahme des Bündnisses.

Was kann man also tun? Man könnte zusammen mit anderen Kolleg*innen einen Brief an seinen Träger schreiben und das 5. Modell anlehnen bzw. ein höheres Honorar verlangen, falls es wirklich nicht anders geht. Es gibt schon Träger, die z.B. 3 € oder 5 € mehr pro UE zahlen. Das Bündnis kann eine Vorlage für einen solchen Brief liefern. Man schreibe einfach an info@dafdaz-lehrkraefte.de Auch wenn der Brief nichts bringt, kann der Träger ihn in seinen Konferenzen mit dem BAMF thematisieren und darauf hinweisen, dass sich seine Lehrkräfte weigern, nach dem 5. Modell zu unterrichten. Wenn das viele Träger berichten, kann das BAMF es nicht ignorieren. Es geht auch darum. dass kein Präzedenzfall geschaffen wird, denn was wird als Nächstes passieren, wenn die Lehrkräfte das 5. Model schlucken?

Dann sollte man unbedingt die/den Integrationsbeauftragte/n seines Bundeslandes anschreiben und um ein persönliches Gespräch bitten. Da die neuen Rahmenbedingungen die Integration erschweren, sollten die Integrationsbeauftragten großes Interesse an dem Thema haben. Sie sollten gebeten werden, sich bei der Landesregierung dafür einzusetzen, auf die Integrationskurse Einfluss zu nehmen.  Das ist möglich über die Integrationsministerkonferenz und über den Bundesrat. Der Bundesrat hat sich schon mehrfach mit den Deutschkursen des Bundes beschäftigt. Das Bündnis kann ein Musterschreiben an die/den Integrationsbeauftragten zur Verfügung stellen. Sollte eine Gruppe des Bündnisses einen solchen Brief schreiben wollen, ist es wichtig, sich mit den anderen Gruppen seines Bundeslandes abzusprechen. Ein von vielen Gruppen unterzeichnetes Schreiben hat viel mehr Gewicht.

Es wäre noch denkbar, sich an das für die Integration zuständige Landesministerium wenden. Das ist in jedem Bundesland anders. In Niedersachsen ist das beispielsweise das Sozialministerium. Man kann jetzt auch endlich das tun, was das Bündnis schon seit Jahren empfiehlt: mit seiner/m Bundestagsabgeordneten sprechen, sie/ihn für unsere Probleme informieren und sensibilisieren sowie um Hilfe bitten. Seiner/ihrer Webseite lässt sich leicht entnehmen, wann die nächste Sprechstunde im Wahlkreis stattfindet.

Möglich wären natürlich auch Aktionen. In Leipzig, München, Köln und Mainz gab es schon welche, und es wurde über sie in den Medien berichtet. Wie wäre es mit der Beteiligung an der Foto-Aktion BAMF-FRUST der Leipziger Kolleg*innen?

Was kann noch getan werden? Man kann sich an die Medien wenden, vor allem an die lokalen. Es ist auch möglich, sich entsprechend auf der Facebook-Seite des BAMF zu äußern oder seine/n BAMF-ReKo anzuschreiben.

(as)

 

Stellungnahme zu den neuen Rahmenbedingungen für BAMF-Kurse

Bereits am 3. Juli hat das Sprecherteam des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte in einem Schreiben ans BAMF (und BMI sowie BMAS) Stellung zu den neuen Rahmenbedingungen des BAMF für die Integrations- und Berufssprachkurse genommen. Die Stellungnahme wurde einige Tage später an Integrationspolitiker*innen der CDU, FDP, Grünen und SPD, die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, den DVV, den FaDaF, die GEW und die meisten Mitglieder der Bewertungskommission des BAMF geschickt.

In der Stellungnahme steht u.a. folgendes geschrieben:

"mit großer Hoffnung haben die Lehrkräfte die neuen Rahmenbedingungen für Integrations- und Berufssprachkurse erwartet. Leider müssen wir feststellen, dass sie enttäuschend sind. (...)

Es ist auch aus unserer Sicht richtig, die Unterrichtsmodelle zu flexibilisieren. Leider hat das BAMF bzw. die Bundesregierung nicht für eine ausreichende Finanzierung einiger Modelle gesorgt.

Wir stimmen dem BAMF zu, dass das erste Modell (Präsenzunterricht in ausreichend großen Räumlichkeiten, Version Integrationskurse) die qualitativ beste Option ist. Wir verstehen aber nicht, warum das BAMF es den Trägern und Lehrkräften praktisch unmöglich macht, sich für diese Option zu entscheiden. Die Pandemie-Zulage in Höhe von 1500 € reicht nicht einmal aus, um bei einer Kursteilung eine zweite Lehrkraft für die im zweiten Raum zu unterrichtende Gruppe zu finanzieren. Allein für das Honorar wären mindestens 3500 € notwendig. Die Zulage ist auch zu niedrig, um einen neuen Kurs mit z.B. 10 TN zu finanzieren. Die meisten Räume bieten nicht mehr Menschen Platz, wenn der Abstand eingehalten werden muss. Da hätte, wie in den Alpha-Kursen auch, in allen anderen BAMF-Kursen die Mindestteilnehmendenzahl für die Garantievergütung auf 9-10 Personen gesenkt werden müssen.

Für eine Zumutung halten wir das fünfte Modell: Präsenzunterricht mit einer Lehrkraft in zwei Kursräumen. Da wird von der Lehrkraft erwartet, dass sie zwei Gruppen in zwei Räumen betreut und sehr zeitaufwendige qualitative Mindeststandards einhält, ohne dass man ihr eine Zusatzvergütung in Aussicht stellt. Das Bündnis empfiehlt den Kolleg*innen, sich nicht auf dieses Modell einzulassen oder, sollten sie sich dazu gezwungen fühlen, ein erheblich höheres Honorar zu verlangen.

(as)

 

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DaF/DaZ in der GEW-Presse: "Ohne Schutz"

Die GEW-Zeitschrift "E&W" befasst sich in ihrem Beitrag "Ohne Schutz" (Seite 30) mit der Lage der DaFZ-Lehrkräfte in der Corona-Krise. "In Zeiten von Pandemie, Abstandsregeln und digitalem Unterricht zeigt sich die lange bekannte prekäre Lage von Weiterbildnerinnen und Weiterbildnern besonders deutlich." 

Da die meisten Hilfen den Lehrkräften nichts oder wenig bringen, sind sie auf Hartz IV angewiesen. Ingo Langenbach von der Siegener Gruppe des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte hält es für politisch völlig verfehlt, Menschen wie ihn in die Grundsicherung  zu drängen: „Integration ist eine Daueraufgabe, Deutsch-Lehrkräfte gibt es nicht umsonst. Es muss sinnvolle Dauerlösungen und eine adäquate Entlohnung unserer Arbeit geben – anstatt der Gewissheit auf Altersarmut. Deshalb fordere ich, wie viele Kolleginnen und Kollegen, eine Gleichstellung mit Lehrkräften an öffentlichen Schulen.“

Laut Ansgar Klinger, im GEW-Hauptvorstand für Berufliche Bildung und Weiterbildung zuständig, zeigt sich aktuell „wie unter einem Brennglas“, was notwendig wäre: „Hauptberufliche Honorarkräfte, die Daueraufgaben erfüllen, sind unbefristet und qualifikationsadäquat anzustellen. Das gilt insbesondere, wenn es sich um Tätigkeiten im öffentlichen Auftrag handelt.“ 

Klinger übt scharfe Kritik am SodEG und an der Art und Weise, wie das BAMF den Präsenzunterricht wieder aufnimmt. Die GEW habe in einem Schreiben an das Bundesinnenministerium protestiert: „Wenn Gruppen geteilt werden, müssen auch die finanziellen Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass das stattfinden kann“

Lebenshaltungskostenpauschale auch in Thüringen und Bayern

Nach Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen zahlt nun auch Thüringen den Soloselbstständigen eine Lebenshaltungskostenpauschale.

 

Auf der Webseite des zuständigen Ministeriums steht geschrieben: "Außerdem sollen in Thüringen Soloselbständige, die die Zugangsvoraussetzungen zum Bundesprogramm erfüllen, zusätzlich einen Zuschuss zu den Lebenserhaltungskosten in Höhe von 1.180 Euro monatlich für maximal zwei Monate im Geltungszeitraum Juni bis August 2020 erhalten. Dafür stehen bis zu 20 Millionen Euro zur Verfügung."

 

In Bayern ist es möglich im Rahmen des Bayerischen Rettungsschirms Erwachsenenbildung bis zu 1000 € monatlich (für max. 3 Monate) zu erhalten. Es ist aber sehr kompliziert, und es können nicht viele Dozent*innen von dieser Hilfe profitieren. Einzelheiten gibt es in einem Infoblatt der GEW Bayern. Die Anträge sind bis zum 15. Juli über die Bildungsträger zu stellen.

(as)

Umfrage zu Sprachlern-Plattformen und Sprachlern-Apps

Das internationale, EU-finanzierte COST-Netzwerk „enetCollect“ („European Network for Combining Language Learning with Crowdsourcing Techniques“) führt aktuell eine Umfrage zu Sprachlern-Plattformen und Sprachlern-Apps durch! 

 

Ziel der Umfrage ist es, eine Bestandsaufnahme zu machen und einen umfassenden Überblick zu erhalten zu existierenden Plattformen und Apps fürs Sprachenlernen; vor allem weniger bekannte Seiten/Apps fürs Sprachenlernen sind gefragt! Die finale Liste wird im Anschluss der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

 

Es wäre natürlich wünschenswert, dass Personen aus Deutschland und Anwendungen zum Lernen der deutschen Sprache angemessen in der Umfrage repräsentiert sind.

Die Umfrage dauert lediglich ein paar Minuten und es gibt die Chance, Gutscheine im Wert von 20 bzw. 50 Euro zu gewinnen! Das es sich um ein internationales Netzwerk handelt, wird die Umfrage in diversen EU-Ländern durchgeführt und ist daher in englischer Sprache verfasst.

(tw)

Foto-Aktion: BAMF-FRUST

Die Initiative Leipziger Lehrkräfte gegen Prekarität, die nicht dem Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte angehört, hat vor einigen Tagen zu einer Foto-Aktion aufgerufen. Da es sich nicht um eine Aktion des Bündnisses handelt, sollten alle Einsendungen und eventuelle Fragen an die auf dem Flyer befindliche E-Mail-Adresse geschickt werden. 

 

𝑾𝒆𝒏𝒏 𝒅𝒂𝒔 𝒍𝒊𝒆𝒃𝒆 𝑩𝑨𝑴𝑭 𝒏𝒊𝒄𝒉𝒕 𝒘ä𝒓' ...

 

***𝗙𝗢𝗧𝗢-𝗔𝗞𝗧𝗜𝗢𝗡 : 𝗕𝗔𝗠𝗙-𝗙𝗥𝗨𝗦𝗧***

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen in BAMF-Kursen,

ihr kennt die derzeitige Misere: Als der Online-Unterricht im März begann, wurden uns vom BAMF zusätzliche Unterrichts-Einheiten in Höhe der abgeleisteten Online-UE für unseren Präsenz-Unterricht zugesichert. Dazu die Vorgabe, dass wir im virtuellen Klassenraum nur wiederholen und somit den Lernstand erhalten sollten. Nach ein paar Wochen hieß es von derselben Stelle, es gäbe Zusatz-Unterricht für den Präsenzunterricht nur nach gesonderter Antragstellung, und zwar bis zu 200 UE pro Kurs. Dazu kam nun die Info, dass die Zeit des Online-Unterrichts mit 125 bzw. 150 UE gedeckelt sei und wir jetzt gerne auch neues Wissen vermitteln könnten. Immerhin stand somit für alle ein Termin für das Ende des Onlineunterrichts fest. Zumindest bis es jetzt Ende Juni hieß, der Kurs könne bis zum Ende doch komplett online fortgeführt werden! Zusätzliche Unterrichts-Einheiten für den Präsenz-Unterricht gäbe es jetzt nur noch maximal 100 UE nach Antragstellung.

Wir sind also in zwei Monaten von der Position "Aller online-Unterricht zählt extra und die Prüfungsvorbereitung wird in Präsenz gemacht " hin zu "Es gibt maximal 100 UE dazu und die Prüfungsvorbereitung kann auch online gemacht werden" gerutscht - ohne ein einziges Mal gefragt worden zu sein, wie es uns damit geht, welche Probleme das mit sich bringt und wie sich die ständig veränderten Aussagen und Informationen auf unseren Unterricht und den Einstieg in das Berufsleben unserer Teilnehmer auswirken. Wir finden das unverantwortlich!

𝗪𝗶𝗿 𝗵𝗮𝗯𝗲𝗻 𝘃𝗲𝗿𝘀𝘂𝗰𝗵𝘁, 𝗱𝗮𝘀 𝗕𝗔𝗠𝗙 𝘇𝘂 𝗸𝗼𝗻𝘁𝗮𝗸𝘁𝗶𝗲𝗿𝗲𝗻, 𝗮𝗯𝗲𝗿 𝗲𝘀 𝘄𝗮𝗿 𝗳ü𝗿 𝘂𝗻𝘀𝗲𝗿𝗲 𝗙𝗿𝗮𝗴𝗲𝗻 𝘂𝗻𝗱 𝗕𝗲𝘀𝗰𝗵𝘄𝗲𝗿𝗱𝗲𝗻 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗲𝗿𝗿𝗲𝗶𝗰𝗵𝗯𝗮𝗿. 𝗡𝘂𝗻 𝗺𝗮𝗰𝗵𝗲𝗻 𝘄𝗶𝗿 𝗱𝗶𝗲 𝗞𝗿𝗶𝘁𝗶𝗸 𝗲𝗯𝗲𝗻 ö𝗳𝗳𝗲𝗻𝘁𝗹𝗶𝗰𝗵!

𝗪𝗶𝗿 𝘀𝗮𝗺𝗺𝗲𝗹𝗻 𝗳𝗼𝘁𝗼𝗴𝗿𝗮𝗳𝗶𝗲𝗿𝘁𝗲 𝗦𝘁𝗮𝘁𝗲𝗺𝗲𝗻𝘁𝘀 𝘃𝗼𝗻 𝗲𝘂𝗿𝗲𝗻 𝗘𝗶𝗻𝗱𝗿ü𝗰𝗸𝗲𝗻 𝘂𝗻𝗱 𝗙𝗼𝗿𝗱𝗲𝗿𝘂𝗻𝗴𝗲𝗻. 𝗚𝗲𝗺𝗲𝗶𝗻𝘀𝗮𝗺 𝗺𝗶𝘁 𝗲𝗶𝗻𝗲𝗺 𝗛𝗶𝗻𝘁𝗲𝗿𝗴𝗿𝘂𝗻𝗱-𝗔𝗿𝘁𝗶𝗸𝗲𝗹 𝗺𝗮𝗰𝗵𝗲𝗻 𝘄𝗶𝗿 𝗲𝘂𝗿𝗲 𝗞𝗿𝗶𝘁𝗶𝗸 𝗽𝘂𝗯𝗹𝗶𝗸!

Auch die Teilnehmer/innen sind gefragt: In unseren Kursen können wir als Lehrkräfte damit (nochmal) die derzeitige Situation thematisieren, denn vor allem bei uns landet der berechtigte Frust und Unmut der Teilnehmenden. Ihr könnt in euren Kursen besprechen, dass auch ihr darunter leidet und nichts für die willkürlichen Entscheidungen könnt. Gemeinsam mit den Teilnehmenden könnt ihr so euren Unmut deutlich machen (und nebenbei je nach Niveau Nebensatz- oder Nominalstrukturen mit vorgegebenen Redemitteln üben 😉 ).

Wir haben ein Aktionspapier und Kopiervorlagen dazu verfasst, die wir euch zukommen lassen können, wenn ihr uns eine Mail schreibt. Ansonsten könnt ihr wie im Flyer beschrieben einfach ein Blatt Papier beschreiben.

𝗙𝗿𝘂𝘀𝘁 𝗮𝗯, 𝗞𝗮𝗺𝗲𝗿𝗮 𝗮𝗻!

𝗪𝗶𝗿 𝗳𝗿𝗲𝘂𝗲𝗻 𝘂𝗻𝘀 𝗮𝘂𝗳 𝗲𝘂𝗿𝗲 𝗘𝗶𝗻𝘀𝗲𝗻𝗱𝘂𝗻𝗴𝗲𝗻!

Viele Grüße aus Leipzig

 

Alexandra Byner, Karl Kirsch, Franziska Keiditsch, Navina Baader

Initiative Leipziger Lehrkräfte gegen Prekarität in der Erwachsenen- und Weiterbildung

facebook: Lehrkräfte gegen Prekarität

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40 Euro pro Stunde

40 € pro Stunde! Nein, leider nicht für die Lehrer*innen im DaFZ-Bereich oder in der Erwachsenenbildung. Wie NEWS4TEACHERS berichtet, geht es um ein Nachhilfeprogramm des baden-württembergischen Kultusministeriums. Zehntausende Schüler sollen in den Sommerferien Wissenslücken schließen, die in der Corona-Pandemie entstanden sind. Es geht vor allem um Grundkompetenzen in den Fächern Deutsch und Mathe.

Die Nachhilfe soll vorzugsweise von den Lehrern, die die jeweiligen Schüler bereits kennen, erteilt werden. "Der Einsatz ist freiwillig. Das Ministerium lockt allerdings mit 40 Euro «Aufwandsentschädigung» pro Stunde – zusätzlich zum Gehalt. «Als kleines Honorar oben drauf», sagt eine Sprecherin."

Dieses Programm zeigt eindrucksvoll die prekäre Lage in der Erwachsenenbildung, der vierten und laut der Politik gleichberechtigten Säule des Bildungssystems, und vor allem die brutale Ungleichbehandlung im Bildungswesen. Während die Lehrer*innen in der Erwachsenbildung 20-35 € (in den Alpa-Kursen des BAMF 40) pro Stunde erhalten, bekommen die Lehrer*innen im Schuldienst zusätzlich zu ihrem Gehalt 40 € «Als kleines Honorar oben drauf".

Es geht hier nicht um Neid! Das Geld sei den Schullehrern gegönnt. Es geht um die eklatante Ungleichbehandlung und die Vernachlässigung  der Erwachsenenbildung. Wenn das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte oder die Gewerkschaften die Politik auf allen drei Ebenen um eine bessere Finanzierung der Erwachsenenbildung bitten, damit die Lehrkräfte wenigstens ein Durchschnittseinkommen erzielen, heißt es immer, dass es keinerlei Mittel im Haushalt gebe. Wenn aber etwas der Politik wichtig ist, dann finden sich sehr schnell Milliarden.

An der Unterfinanzierung der Erwachsenenbildung ist nicht das fehlende Geld schuld, sondern der fehlende politische Wille.  Auch die Naivität und Passivität vieler in der Erwachsenenbildung tätiger Kolleg*innen spielen dabei eine Rolle.

(as)

GEW: Neues Hilfspaket für freie Lehrkräfte in der Erwachsenenbildung

In der Pressemitteilung der GEW Baden-Württemberg vom 01.07.2020 spricht die Landesvorsitzende Doro Moritz von einem notwendigen neuen Hilfspaket für Solo-Selbstständige in der Erwachsenenbildung. In diesem Hilfspaket gefestigt sollten die Lebenshaltungskosten wie die laufenden Betriebskosten sein.

Das Land sieht eine Regelung vor, die den fiktiven Unternehmerlohn in Höhe von bis zu 1180 Euro je Monat berücksichtigt; denn jenem (Unternehmerlohn) wurde vom Bund bei den förderfähigen Kosten die rote Karte gezeigt.

So verficht die Bildungsgewerkschaft die Idee eines Betrags von 80% des monatlichen Vorjahresdurchschnittseinkommens für die drei Monate, die dem Soforthilfeprogramm Corona folgen, als unterstützendes Hilfspaket.

 

Infolge der Pandemie und ihrer Abstandsregelungen kann der Unterricht nur zögernd wieder vonstattengehen und auch die hybride Lernform als smartes Weiterbildungskonzept begreift sich noch in der Entwicklung.

(chh)

ZQ Alpha mit Online-Modulen

Ausschnitt aus dem Flyer der Uni Marburg
Ausschnitt aus dem Flyer der Uni Marburg

Universität Marburg führt im August und September 2020 eine weitere Zusatzqualifizierung Alphabetisierung mit Online-Modulen durch.

 

Da diese Zusatzqualifizierung ohnehin einen beträchtlichen Anteil an digitalen Selbstlernmaterialien enthält, müssten Teilnehmende lediglich an zwei Wochenenden Präsenzveranstaltungen in Marburg absolvieren.

 

Einzelheiten lassen sich dem unten befindlichen Flyer und der Webseite des Fachbereichs entnehmen.

(as)

 

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Baden-Württemberg zahlt weiterhin die Lebenshaltungskosten

Die Stuttgarter Nachrichten berichten in ihrem Artikel "Land springt der Wirtschaft zur Seite" darüber, dass Baden-Württemberg die Überbrückungshilfe des Bundes ergänzen wird, um z.B. den Soloselbstständigen zu helfen: 

"Das Land wird die Überbrückungshilfe des Bundes um eine landesspezifische Förderkomponente ergänzen, um zum Erhalt von Jobs beizutragen. Der Bund schließe einen Unternehmerlohn bei den förderfähigen Kosten explizit aus, erklärte Hoffmeister-Kraut. Deshalb werde das Land diese Förderlücke schließen und – wie schon bei der Soforthilfe Corona – auf Antrag einen fiktiven Unternehmerlohn in Höhe von bis zu 1180 Euro pro Monat berücksichtigen und auszahlen. Damit werde vor allem Solo-Selbstständige geholfen, die nur geringe Fixkosten haben."

Auch in Nordrhein-Westfalen gibt es eine Pauschale für den Lebensunterhalt. Dort beträgt sie 1000 €.

(as)

Neue Rahmenbedingungen für BAMF-Kurse

Das BAMF informiert in seinen Trägerrundschreiben für Integrationskurse 14/20 und für Berufsprachkurse 09/20   über neue Rahmenbedingungen für die Kurse ab 1. Juli.

Die Träger erhalten eine Pandemie-Zulage in Höhe von 1500 € pro Kursabschnitt (100 UE), um die mit der Einhaltung der Hygienauflagen verbundenen Mehrkosten decken zu können.

 

Um die Durchführung der Kurse zu erleichtern, hat das BAMF die Unterrichtsmodelle flexibilisiert:

Modell 1 (Präsenzunterricht in ausreichend großen Räumlichkeiten)

Modell 2 (Virtuelles Klassenzimmer)

Modell 3 (Präsenzunterricht mit Livestream-Übertragung in zweiten Kursraum)

Modell 4 (Präsenzunterricht mit zugeschaltetem virtuellen Klassenzimmer)

Modell 5 (Präsenzunterricht mit einer Lehrkraft in zwei Kursräumen)

 

Damit die Alphabetisierungskurse leichter stattfinden können, hat das BAMF die Mindestteilnehmendenzahl für die Garantievergütung auf 10 bzw. 8 Personen gesenkt.

 

In Anlage 3 (zu 14/20) informiert das BAMF über Regelungen zu Online-Tutorien, Fahrtkosten, Fehlzeiten, Test- und Meldestellen usw. Zu den Online-Tutorien veröffentlichte das BAMF inzwischen ein neues Trägerrundschreiben (15/20).

(as)

Hamburg: Scharfe Kritik an Senatsantworten auf eine Anfrage zu Deutschkursen

Kein Bedarf für die Verbesserung der prekären Arbeitsbedingungen? 

GEW und DaZ DaF Bündnis kritisieren in ihrer Pressemitteilung Senatsantworten auf eine Anfrage der CDU-Fraktion zur Weiterbildung

 

Am 19.6.20 beantwortete der Senat eine schriftliche kleine Anfrage der CDU Fraktion der Bürgerschaft zum Thema „Damit die Integration gelingt – Hat die prekäre Beschäftigung vieler DaZ/DaF-Lehrkräfte Auswirkungen auf das Angebot an Deutschsprachkursen?“ (Drucksache 22/520).

 

Die Antworten lassen befürchten, dass die schönen Worte des frischen SPD/GRÜNE Koalitionsvertrages nur Papier bleiben werden. Im Vertrag heißt es: „Die Koalitionspartner werden sich daher auf Bundesebene für eine Reform des Integrationskurssystems einsetzen, die das Ziel hat, den Zugang zu Integrationskursen auszuweiten, die Lernbedingungen zu verbessern und für bessere Arbeitsbedingungen bei den Lehrkräften zu sorgen“ (S. 117).

In Hamburg im eigenen Verantwortungsbereich sieht der Senat dagegen keinen Bedarf für Veränderungen der prekären Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte in der Weiterbildung.

 

So heißt es beispielsweise auf die Frage 22: „Plant der Senat für Daueraufgaben auch Dauerstellen zu schaffen? Plant der Senat für DaZ-Lehrkräfte, die hauptberuflich in dem wichtigen Bereich der Integration tätig sind, unbefristete Verträge nach TVöD sowie eine Faktorisierung des Unterrichts in Erwägung zu ziehen?“ lapidar „Nein“, obwohl der Senat selbst in seinen Antworten zugibt, dass allein bei der VHS 7,8% der DozentInnen mehr als 25 Unterrichtseinheiten pro Woche unterrichten und damit Daueraufgaben erfüllen. Nicht einmal Krankengeld oder Zuschüsse zur Sozialversicherung sollen für die Honorarkräfte mit Daueraufgaben gezahlt werden, wie es VHS in anderen Bundesländern längst tun (Frage 6 und 12). Für die Fragen zu allen anderen Trägern liegen dem Senat „keine Erkenntnisse vor“, obwohl die Stadt einen Großteil der Integrationskurse privaten Anbietern überlässt. Allein die Honorare der VHS, so die Absichtserklärung, sollen erhöht werden: „Die für Bildung zuständige Behörde wird in den Folgejahren die Praxis der kontinuierlichen Honoraranhebung im landesfinanzierten VHS-Angebot fortsetzen.“ (Frage 15).

 

 

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Höhere Lebenshaltungskostenpauschale in NRW

Laut eines Beitrags in der Westdeutschen Zeitung will Nordrhein-Westfalen den Soloselbständigen einen Zuschuss in Höhe von 1000 € pro Monat für Lebenshaltungskosten zahlen.

Im NRW-Landesportal heißt es dazu: "Da der Bund keinen Zuschuss zum entgangenen Unternehmerlohn leistet und stattdessen auf die Grundsicherung verweist, ergänzt das Land Nordrhein-Westfalen die Überbrückungshilfe des Bundes um eine Pauschale für Lebenshaltungskosten von 1.000 Euro pro Monat für drei Monate für Solo-Selbstständige und Personengesellschaften und stellt dafür rund 300 Millionen Euro aus der Landeskasse bereit."

Rheinische Anzeigenblätter berichten nicht nur über die 1000 € für den Lebensunterhalt, sondern auch über den Aufruf der Landesregierung an die Empfänger der alten NRW-Soforthilfe, ihre Ausgaben bis Ende September zu überprüfen und überschüssiges Geld zurückzuzahlen. 

(as)

Klage auf Urlaubsentgelt erfolgreich!

Vor kurzem hat eine aus Norddeutschland stammende Kollegin dem Bündnis mitgeteilt, dass sie nach einem ca. 3 Monate dauernden Kampf das Urlaubsentgelt erstreiten konnte.

Als die Kollegin sich entschied, um das Urlaubsentgelt zu kämpfen, war sie nicht mehr für ihren Träger, eine private Bildungseinrichtung, tätig. Nachdem sich die Kollegin gründlich informiert hatte, z.B. mithilfe des vom Bündnis veröffentlichten Infoheftes Urlaubsentgelt, beantragte sie bei ihrem Träger das Urlaubsentgelt für 2017 und 2018. Der Antrag wurde erwartungsgemäß abgelehnt.

Nachdem die erste Rechtsberatung sehr enttäuschend verlaufen war, wandte sich die Kollegin an mediafon, die Beratung für Solo-Selbstständige von ver.di. Die Kollegin war und ist nämlich Mitglied bei ver.di.  Mediafon gab der Kollegin zahlreiche Tipps und vermittelte den Kontakt zu einem auf Arbeitsrecht spezialisierten Rechtsanwalt aus Bremen. 

Der Rechtsanwalt erhob Klage. Zum Prozess kam es nicht, weil man sich mithilfe des zuständigen Arbeitsgerichts einigen konnte. Es wurde nur über die Höhe des Urlaubsentgelts verhandelt. Im Nachhinein war die Kollegin darüber erstaunt, wie einfach und schnell alles gelaufen war. Sicherlich hat auch das Coronavirus dazu beigetragen, dass fast alles via Internet und am Telefon erledigt werden konnte.

(as)

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Weiterzahlung der Honorare: Jetzt auch an der VHS Düsseldorf

Das hat gedauert!

Auch für die Stadt Düsseldorf wäre es eine gute Gelegenheit gewesen, bereits zu Beginn des Lockdowns im März die derzeit allgegenwärtige Rede von „Solidarität“ in praktisches Handeln umzusetzen und für die Lehrkräfte der VHS eine Honorarfortzahlung zu beschließen. Einige Städte in NRW hatten schnell erkannt, dass sie die Dozentinnen und Dozenten ihrer Volkshochschulen nicht im Regen stehen lassen durften und beschlossen – mit kleineren Unterschieden – genau dies: die Weiterzahlung der Honorare auch für durch den Lockdown ausfallende Kurse. Köln war eine dieser Städte. Diejenigen Dozentinnen und Dozenten, deren Kurse auch zu einem späteren Zeitpunkt nicht nachgeholt werden können, erhielten ihre Honorare zu 60 bzw. 67 %, angelehnt an die Regelungen zum Kurzarbeitergeld.

Düsseldorf gehörte zunächst nicht dazu. Die GEW Düsseldorf forderte den Oberbürgermeister und den Rat der Stadt Düsseldorf mehrmals in Telefongesprächen sowie in mehreren Briefen zur Honorarfortzahlung auf, denn schnell war klar, dass aufgrund der weiterhin geltenden Hygiene- und Abstandsregeln zahlreiche Kurse nicht wiederaufgenommen bzw. nachgeholt werden konnten. Doch die Reaktion auf die Forderung war niederschmetternd:

Bekanntlich handele es sich bei den Honorarkräften der VHS um selbständig Tätige, die „als solche das unternehmerische Risiko tragen“. Wie schön, dass diese Tatsache mal wieder deutlich ausgesprochen wurde, und zwar vom Oberbürgermeister persönlich: Zwecks Kosteneinsparung werden Bildungsaufgaben an freiberuflich Tätige vergeben, feste Arbeitsverträge, von Tarifverträgen ganz zu schweigen, damit verweigert. Und man schien zu fürchten, damit nicht mehr durchzukommen: Honorarfortzahlungen könnten eine Klagewelle nach sich ziehen, so der OB in einer Telefonkonferenz mit Vertreterinnen der Gewerkschaften am 21.04.2020 und meinte damit Klagen auf Festanstellung.

(rj)

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Integration macht eine Pause

Am 16. Juni 2020 erschien in der Wochenzeitung „der Freitag“ ein sehr gut recherchierter Artikel mit dem Titel „Integration macht Pause“.

 

Aus drei Perspektiven aller Beteiligten in der sprachlichen Integrationsarbeit werden die Schwierigkeiten aufgezeigt, die auch, aber nicht nur, durch die Corona-Krise aufgetreten sind. Aus der Sicht einer somalischen Teilnehmerin, 2 VHS-Leitungen und einer Lehrkraft werden die Widrigkeiten, mit denen alle zu kämpfen haben, anschaulich auf den Punkt gebracht.

 

Lioba Geier, aktives Mitglied des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte, berichtet u. a. über Online-Unterricht in Zeiten der Krise. Ihre finanzielle Situation, die trotz der Unterstützung aus der Soforthilfe ab nächsten Monat wohl in der Grundversorgung münde, da sie immer noch nicht arbeiten könne, zeige einmal mehr die prekäre Arbeitssituation im DaFZ-Bereich bzw. in der Erwachsenenbildung.

(lg)

 

Siegen: Eine neue Gruppe im Bündnis

 Pressemitteilung: Aus der Not eine Tugend machen!

 Gründung der DaZ-Initiative Siegen-Wittgenstein

 

Im Zeichen der Corona-Pandemie ist in den letzten Monaten viel in Bewegung geraten. In vielen Berufsbranchen leider zum Negativen. So auch im Bereich der Integrationsarbeit, die scheinbar derzeit von der Politik aus den Augen verloren wurde. Seit dem 16. März kämpfen - im wahrsten Sinne des Wortes - viele Honorarlehrkräfte um ihre Existenz. Auch sie bekommen derzeit die Corona-Krise mit voller Wucht zu spüren. „Seit dem 16. März verdiene ich wie die meisten meiner Kolleg*innen € 0,00,-, weil unsere Kurse gestoppt worden sind. Lapidar höre ich dann immer: „Beantrage doch Hartz IV!“, aber für viele von uns kann das keine Lösung sein“, sagt Ingo Langenbach, Initiator der DaZ-Initiative in Siegen-Wittgenstein.

 

Aus der Not eine Tugend machen! So rief Herr Langenbach mit anderen ebenso engagierten Lehrkräften in unserem Kreis die „DaZ-Initiative Siegen-Wittgenstein“ ins Leben. Die Initiative versteht sich als Anlaufstelle für DaF/DaZ-Lehrkräfte, die aktiv mitarbeiten und Informationen erhalten wollen. „Wir suchen den Kontakt zu den Kolleg*innen in unserem Kreisgebiet und wollen uns vernetzen und über aktuelle Entwicklungen in unserem Beruf informieren. Wir verstehen uns als Interessenvertretung für unsere Berufsgruppe vor Ort. Mit Aktionen und Veranstaltungen wollen wir in Zukunft auf uns und unsere berufliche Situation aufmerksam machen“, erklärt Langenbach.

 

Für die Zukunft sind Vernetzungstreffen im virtuellen Raum und ganz persönlich geplant. Einen regelmäßig erscheinenden Newsletter gibt es bereits. Hierüber informiert die Initiative über Entwicklungen auf politischer und gewerkschaftlicher Seite und über die Arbeit des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte (www.dafdaz-lehrkraefte.de) bundesweit, dem auch die DaZ-Initiative Siegen-Wittgenstein angehört. „Wir freuen uns über jeden, der sich für und mit uns für bessere Arbeitsbedingungen und Angestelltenverhältnisse in unserer Berufsbranche einsetzen möchte. Interessierte können sich gerne per E-Mail an daz.si-wi@gmx.de melden. Jeder ist herzlich willkommen, der sich engagieren will“, so Ingo Langenbach.

 

Schon Jahre vor der Corona-Pandemie waren die Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte in Integrationskursen schwierig und von Befristungen und unsicheren Arbeitsverhältnissen geprägt. Aber seit dem 16. März 2020 ist die Misere wie durch ein Brennglas offen zu Tage getreten. „Wir wollen uns und unsere Anliegen ins Gespräch bringen. In der Regel werden wir mit Honorarverträgen abgespeist, die meistens befristet sind. Sozialversicherungs- und Krankenkassenbeiträge müssen wir trotz geringer Honorare zu 100% selbst zahlen und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gibt’s für uns auch nicht. Altersarmut ist damit unausweichlich. Wir Lehrkräfte müssen verstehen, dass wir alle im selben Boot sitzen. Wir müssen anfangen, uns zu organisieren, zusammen zu arbeiten und uns gegenseitig zu unterstützen, um auch nach der Corona-Pandemie für bessere Arbeitsverhältnisse in unserer Branche zu streiten“, schließt Langenbach.

Ergebnisse der Umfrage unter den Berliner VHS-Dozent*innen

397 Dozent*innen aus den Berliner VHS haben sich an der Umfrage zu ihrer beruflichen und sozialen Situation vom 14. bis zum 22.05.20 beteiligt. Die Zahl der Teilnehmenden ist schon ein toller Erfolg  und stellt eine breite Basis für die Auswertung dar.

Die Umfrage wurde von der Berliner Vertretung der VHS-Dozent*innen mit der Unterstützung von ver.di Berlin-Brandenburg initiiert: Vielen Dank an ver.di für die technische Realisierung, Auswertung und die inhaltliche Begleitung.

Viele Antworten auf die insgesamt 53 Fragen können in Schaubildern dargestellt werden, die hier mit kurzer Textbeschreibung zu finden sind. Daneben gab es auch 130 Seiten freie Kommentare. Gerade diese frei formulierten Antworten sind sehr wichtig, aber ihre Auswertung wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen.  Diese wird später in einer Langfassung veröffentlicht.

Außerdem plant die Berliner Vertretung der VHS-Dozent*innen eine Zusammenfassung der Umfrage für die Gespräche in der Politik. Die Ergebnisse werden helfen, die Argumente für eine langfristige soziale Absicherung von VHS-Dozent*innen bei den anstehenden Verhandlungen zu einer VHS-Rahmenvereinbarung zu untermauern.

Neues Hilfsprogramm: Lebenshaltungskosten weieterhin nicht förderfähig

„Mit Überbrückungshilfe werfen wir den Mittelstandsmotor wieder an“ lautet die Überschrift der aktuellen Pressemitteilung des BMWI, in der die Eckpunkte für die „Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen, die ihren Geschäftsbetrieb im Zuge der Corona-Krise ganz oder zu wesentlichen Teilen einstellen müssen", vorgestellt werden.

Wenn man sich als Soloselbstständige/r die Eckpunkte anschaut. dann kann man über die vielversprechende Überschrift leider nur den Kopf schütteln. "Ziel der Überbrückungshilfe ist es daher, kleinen und mittelständischen Unternehmen aus Branchen, die unmittelbar oder mittelbar durch Corona-bedingte Auflagen oder Schließungen betroffen sind, für die Monate Juni bis August 2020 eine weitergehende Liquiditätshilfe zu gewähren und dadurch zu ihrer Existenzsicherung beizutragen." Wie bei der Soforthilfe des Bundes können leider viele Soloselbstständige genau das, was sie brauchen, nicht beantragen., denn  "Lebenshaltungskosten oder ein Unternehmerlohn sind nicht förderfähig". Die zahlreichen Schreiben, Gespräche und Aktionen von Selbstständigen und ihren Verbänden, Gewerkschaften, Bundesländern und einigen Parteien hatten leider keinen Erfolg. Möglicherweise kann  man nicht einmal sein häusliches Arbeitszimmer geltend machen, denn "Kosten für Privaträume sind nicht förderfähig".

Es bleibt zu hoffen, dass sich die Bundesländer etwas einfallen lassen. Allerdings gibt es schon jetzt viel Krach zwischen einigen Ländern und dem Bund, denn der letztere meint, die Länder seien zu großzügig bei der Coronahilfe gewesen und hätten die Gesetze falsch ausgelegt.  Erst vor einer Woche berichtete der Tagespiegel in seinem Beitrag "Bund fürchtet großen Corona-Betrug in Berlin" über den Streit zwischen Bund und Berlin.

Falls es mit den Aufträgen jetzt nicht besser aussieht, bleibt also den meisten Soloselbstständigen der Gang zum Jobcenter, um Hartz IV zu beantragen.  Die FAZ befasst sich in ihrem aktuellen Artikel "Die Krise der Selbständigen" mit dem Unmut der Selbständigen und der Entfremdung zwischen ihnen und der Politik. "Angestellte in Kurzarbeit bekommen mindestens zwei Drittel ihres Nettogehalts, Selbständige verweist die Politik hingegen auf die Grundsicherung."  Auch die FAZ berichtet über die Unsicherheit bezüglich der schon bezahlten Coronahilfen. Laut der Zeitung bittet die Investitionsbank Berlin Selbständige nun, zu Unrecht erhaltene Soforthilfe zurückzuzahlen. 

Die FAZ zitiert Andreas Lutz, den Chef des Verbands der Gründer und Selbständigen in Deutschland (VGSD):  „Die ganze Tonalität ist so, dass sich Selbständige wie Kriminelle fühlen“. Er kritisiert auch die Jobcenter. „Sie nehmen oft keine Rücksicht auf die Lebensrealität von Selbständigen. Da wird dann einem freien Fotografen geraten, er solle erst mal seine Kameras verkaufen, das sei doch verwertbares Vermögen.“ Besser macht es laut Lutz Großbritannien. Dort bekämen Selbständige 80 Prozent ihrer früheren Monatseinkünfte vom Finanzamt – bis zu 7500 Pfund (8400 Euro) für drei Monate.

(as)

Protestaktion der DaFZ-Lehrkräfte in Mainz

Am vorletzten Mittwoch (3.6.2020) haben DaF/DaZ-DozentInnen in Mainz vor dem Theater mit einer Papiertüten-Aktion auf ihre Situation aufmerksam gemacht, genauer gesagt auf die generellen schlechten Arbeitsbedingungen als freie Honorarkräfte und auf die Zuspitzung ihrer Lage, seitdem - bedingt durch die Corona-Pandemie - keine Kurse mehr stattfinden können.

Angeregt durch die Aktion der Initiative „Lehrkräfte gegen Prekarität“ aus Leipzig im April, fanden sich einige KollegInnen der VHS Mainz zusammen, die teilweise auch der Mainzer Gruppe des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte angehören, um eine ähnliche Aktion zu organisieren. Wie bei den KollegInnen aus Leipzig wurden jede Menge Papiertüten beschriftet oder mit Sprüchen beklebt wie etwa „Fair statt prekär“, „Das Leben wäre schöner, wärn wir nicht Tagelöhner“, „Rettungsnetze große Maschen, falln wir durch, nix inden Taschen“, „Bildungsvermittlung prekär, das geht gar nicht mehr“. Die Tüten wurden dann großflächig auf dem Theaterplatz aufgestellt. Zur einstündigen Aktion erschien dann ca. die Hälfte der Mainzer DaF/ DaZ-DozentInnen, viele ganz in Schwarz oder mit schwarzem Oberteil und einem aufgeklebten 'Namensschild', auf dem „Stundenlöhnerin“ bzw. „Stundenlöhner“ stand.

Nach den Auflagen des Ordnungsamtes war die Zahl der TeilnehmerInnen auf 30 begrenzt. Auf einigen großen Plakaten wurden zusätzlich Informationen zu uns, unserer Arbeit, unserer finanziellen Situation und unseren Forderungen präsentiert. Mitten in der Woche und zu Corona-Zeiten war der Publikumsverkehr überschaubar, doch die Aktion stieß beiden Vorbeigehenden meist auf Neugier und Interesse.

Außerdem hatten wir Besuch von der Mainzer Zeitung, die dann über uns einen kurzen Bericht veröffentlichte, und dem Fernsehen. Schon am Abend gab es einen kurzen Beitrag über uns im SWR (bei Minute 14:35). Und einen Tag vorher hatte einer unserer Kollegen ein Interview beim Radiosender SWR4 gegeben. In der Radiosendung kam auch Christian Rausch, der Direktor der VHS Mainz zu Wort. Er wünsche sich eine bessere Förderung der Integrationskurse durch das BAMF, damit den Lehrkräften bessere Honorare bezahlt werden könnten. "Unser Ziel muss eigentlich sein, (…) dass die Lehrer so bezahlt werden wie an staatlichen Schulen. (…) Sie leisten das Gleiche, aber bekommen weniger Geld". 

Alles in allem also eine gelungene Aktion, mit der wir alle zufrieden waren. Die Tüten und Plakate haben wir sorgfältig verstaut und stellen sie gerne anderen KollegInnen für weitere Aktionen zur Verfügung, getreu dem Motto „Steter Tropfen höhlt den Stein“.

(ar) 

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Weiterleitung von SodEG-Zuschüssen an Honorarlehrkräfte

Das BAMF hat die FAQ zum Gesetz für den erleichterten Zugang zu sozialer Sicherung und zum Einsatz und zur Absicherung sozialer Dienstleister (SodEG) aktualisiert. Neu und für die Lehrkräfte besonders interessant ist die Aufnahme von Fragen bezüglich der anteiligen Weiterleitung von Zuschüssen an Honorarlehrkräfte aufgenommen. Die detaillierten Infos und Beispiele hierzu befinden sich ab Frage 13 auf Seite 10. Der Antwort auf Frage 14 lässt sich entnehmen, wieviel genau an die Honorarkräfte weitergeleitet werden muss.

(as)

Kritik am staatlichen Vergabesystem von Sprachkursen

Doreen Bormann und Nikolai Huke stellen in ihrem Blog Das „Geiz ist geil-Vergabesystem“ ausführlich dar, wie die Sprachkurse und die weitergehenden Maßnahmen, die der Integration – insbesondere der Arbeitsmarktintegration - von MigrantInnen dienen sollen, von staatlicher Seite an private Träger weitergegeben werden und welche Folgen das hat.

Der in der Online-Ausgabe der Wochenzeitung "der Freitag" erschienene Blog vom 4.6.2020 basiert auf dem vom BMBF geförderten Forschungsprojekt „Willkommenskultur und Demokratie in Deutschland“ (Laufzeit 10/2017-11/2020).

Für dieses Projekt haben die AutorInnen mit zahlreichen Beteiligten bundesweitgesprochen. Seien es MitarbeiterInnen von Jobcentern oder Arbeitsagenturen, von Handwerks- oder Industrie- und Handelskammern, von verschiedenen Sprachkurs-oder Projektträgern oder von diversen Beratungsstellen: Die meisten sehen die Vergabepraxis vonseiten der staatlichen Institutionen eher skeptisch. Zum einen wird bemängelt, dass bei der Vergabe von Kursen/ Projekten und Maßnahmenhäufig finanzielle Faktoren den Ausschlag geben würden. Oft zähle nicht so sehr die Qualität, sondern eher das kostengünstigste Angebot, was weitreichende Folgen hat:

(ar)

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Integrationskurse: GEW schreibt an Horst Seehofer

Bezüglich der Wiederaufnahme der Integrations- und Berufssprachkurse fordert die GEW in einem Brief an Bundesinnenminister Horst Seehofer, ausreichend Mittel bereitzustellen, um Präsenzunterricht unter Einhaltung der Abstands- und Hygienevorgaben durchführen zu können, heißt es in einer GEW-Mitteilung.

Das BAMF hat es genehmigt, die Kurse in zwei oder mehrere Gruppen zu teilen. "Da jedoch die Abrechnung der durchgeführten Kurse auf der Grundlage der aktuell geltenden Abrechnungsrichtlinien erfolgt, wird der durch die Teilung der Gruppen erforderliche Mehrunterricht den Trägern nicht vergütet“, kritisierte der Leiter des Organisationsbereichs Berufliche Bildung und Weiterbildung der GEW, Ansgar Klinger. „Es müssen jetzt ausreichende Mittel bereitgestellt werden, um Präsenzunterricht unter Einhaltung der Abstands- und Hygienevorgaben durchführen zu können.“

Marlis Tepe, die Chefin der GEW, und Klinger wiesen in ihrem Brief auch darauf hin, dass die vorliegenden Finanzierungsregelungen dazu führen könnten, dass die Träger lediglich Kurse mit wenigen Teilnehmenden starteten und größere Kurse infolge der fehlenden Finanzierung weiterhin aussetzten. Damit würde für einen mehrmonatigen Zeitraum die wichtige Integrationsarbeit unterbrochen.

Die GEW betont in ihrem Brief,  dass die ohnehin prekäre Lage der Lehrkräfte durch die Corona-Pandemie verstärkt werde. Viele seien gezwungen, Arbeitslosengeld II zu beantragen oder aufzustocken. Die Corona-Krise lasse die Probleme der Integrationskursverordnung und der daraus resultierenden Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte wie unter einem Brennglas erkennen. Daher sei jetzt der richtige Zeitpunkt, gerechte Beschäftigungsverhältnisse in den Kursen zu schaffen. Laut Klinger müssen die Träger in die Lage versetzt und verpflichtet werden, feste tariflich geregelte Arbeitsverhältnisse für ihre Lehrkräfte zu schaffen. Die GEW sei dazu gesprächs- und verhandlungsbereit.

(as)

Hamburg will sich für bessere Arbeitsbedingungen in den I-Kursen einsetzen

Bild: Thomas Ulrich, Pixabay
Bild: Thomas Ulrich, Pixabay

In dem vor Kurzem veröffentlichten Hamburger Koalitionsvertrag (SPD und Grüne) befindet sich auf Seiten 119-120 eine Stelle, die für Lehrkräfte in BAMF-Kursen sehr interessant sein dürfte:

„Die Koalitionspartner werden sich daher auf Bundesebene für eine Reform des Integrationskurssystems einsetzen, die das Ziel hat, den Zugang zu Integrationskursen auszuweiten, die Lernbedingungen zu verbessern und für bessere Arbeitsbedingungen bei den Lehrkräften zu sorgen. Zudem sollten hierbei die Erfahrungen aus der Corona-Zeitberücksichtigt werden – z.B. durch die zunehmende Bereitstellung von Online-Angeboten oder zusätzlichen Tutorien.“

Diese Stelle hängt sicherlich mehr oder weniger mit dem von der Hamburger GEW mit Hilfe des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte veranstalteten Tribunal Weiterbildung zusammen, bei dem einige Politiker*innen versprachen, sich für die Lehrkräfte einzusetzen. Es gab danach auch eine diesbezügliche Anfrage der CDU an den Senat.

Die in der GEW und dem Bündnis engagierten Hamburger Kolleg*innen können sich also über einen Erfolg freuen. Natürlich ist es nur ein erster Schritt, aber auch in Berlin hat es vor einigen Jahren mit einigen Sätzen im Koalitionsvertrag angefangen. 

Es wäre wichtig, dass auch andere Bundesländer dem Hamburger Beispiel folgen. Das kann nur dann gelingen, wenn sich Kolleg*innen dafür einsetzen und in der GEW und dem Bündnis mitmachen. In einigen Ländern führten schon die Gruppen des Bündnisses entsprechende Beispiele. Der Hamburger Koalitionsvertrag ist eine große Hilfe. Die Bundesländer können über den Bundesrat und über die Innenministerkonferenz auf BAMF-Kurse Einfluss nehmen.

(as)

Bessere soziale Absicherung für die Berliner VHS-Dozent*innen und Musikschullehrer*innen

Für die VHS-Dozent*innen stellt der Beschluss des Berliner Abgeordnetenhauses (AH) vom  4.6.2020 einen Erfolg dar. Auf seiner 60. Plenarsitzung hat das Berliner AH den Antrag "Mehr soziale Sicherheit für Volkshochschul-Dozent*innen" angenommen, den die Koalitionsparteien eingebracht hatten. Damit fordert das Parlament den Senat auf, mit den Gewerkschaften und der Berliner Vertretung der VHS-Dozent*innen Verhandlungen zu einer Rahmenvereinbarung aufzunehmen. Damit wird es über die Arbeitsbedingungen, d.h. Honorare und soziale Absicherung, verhandelt. Bis jetzt werden sie über die Verordnungen, ein einseitiges Instrument, geregelt. Im Land Bremen ist eine Rahmenvereinbarung 2019 in Kraft getreten.

Die jetzt bewilligte Version des Antrags wurde im Vergleich zur Fassung der ersten parlamentarischen Lesung geändert: „gemäß Beschlussempfehlung des Hauptausschusses“. Damit wurde die Weiterzahlung der Honorare für laufende und geplante Kurse bis zur Eröffnung der VHS verlängert. Auf der Webseite des rbb gibt es  in der Rubrik "Soziale Sicherheit für VHS-DozentInnen" ein Video mit den Debatten in der Sitzung des AH vom 4.6.2020.

Die Berliner Vertretung der VHS-Dozent*innen und ver.di erwarten vom Senat, dass er noch vor der Sommerpause Sondierungsgespräche führt, damit schnellstmöglich mit der Ausformulierung der Rahmenvereinbarung begonnen werden kann.

(lg)

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Brandbrief eines Kollegen

Ingo Langenbach, ein Kollege aus Siegen, hat vor drei Wochen einen Brandbrief geschrieben, der an Medien, Gewerkschaften und vor allem Politiker*innen und das BAMF geschickt wurde. Der Kollege gehört der Bündnisgruppe Siegen-Wittgenstein an.

Langenbach beginnt mit dem Hinweis darauf, dass in unserer Branche  Tausende Lehrkräfte vor dem finanziellen und beruflichen Aus stünden. Die Lage sei generell miserabel und prekär. "Wir haben keine Planungssicherheit und arbeiten in ständiger Ungewissheit, ob unsere Träger weiter Kurse vom BAMF finanziert bekommen. Wir arbeiten mit dem Damokles-Schwert im Nacken und sehen einer unter den derzeit gegebenen Bedingungen unausweichlichen Altersarmut ins Gesicht. (…) In Deutschland gibt es rund 2.200 Träger für Integrations- und Berufssprachkurse. Derzeit arbeiten mehr als 15.000 Lehrkräfte in den Sprachkursen des Bundesamtes. Von Seiten der Bundesregierung wird immer wieder betont, wie wichtig unsere Arbeit doch sei. Aber ähnlich wie beim Pflegepersonal und den Ärzten in Krankenhäusern oder den Einzelhandelskaufleuten hilft auch unserer Branche kein Dankeschön!“. Integration ist eine Daueraufgabe für ein Einwanderungsland wie Deutschland und hier muss es sinnvolle und faire Dauerlösungen geben anstatt der Gewissheit auf Altersarmut."

Dann geht der Kollege auf die Corona-Krise und Soforthilfe ein. "Das Geld soll für drei Monate reichen, darf aber größtenteils nur für Betriebskosten genutzt werden, die wir als Solo-Selbstständige natürlich nur in geringem Maße haben. Jetzt haben wir Ende Mai 2020. Ich lebte schon vor dem Shutdown sehr sparsam. Der Gürtel war schon vor dem Shutdown zu eng geschnürt, Rücklagen konnten kaum angespart werden. Aber je länger dieser Zustand für uns anhält, je länger wir nicht arbeiten können, desto enger wird der Gürtel und die Luft knapper. Letzte Ausfahrt: Antrag auf ergänzende Hartz IV-Leistungen nach dem Sozialschutz-Paket -  Existenzsicherung á la Hartz IV“. (…)

(as)

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Demo in Köln

Am Freitag vor Pfingsten demonstrierten ca. 120 Lehrkräfte und Mitarbeiter der VHS Köln für die Öffnung aller Kursräume des VHS-Studienhauses. Hintergrund der Kundgebung war die Entscheidung der Stadtspitze, 34 von 44 Kursräumen im Studienhaus dem städtischen Gesundheitsamt für seine Dienste zur Verfolgung von Infektionsketten zu überlassen. Der Unterricht, der in NRW seit dem 4.Mai wieder erlaubt ist, kann daher nur in sehr begrenztem Umfang wieder aufgenommen werden.

In der Eröffnungsrede eines Sprechers des Dozierendenrates hieß es: „Das städtische Gesundheitsamt hat bei der Bewältigung dieser Pandemie eine außerordentliche Bedeutung. Das wollen wir nicht in Frage stellen. Aber wie kann man in der Stadtspitze auf die Idee kommen, dass ein großer Teil des kommunalen Bildungsangebots kurzerhand auf die Straße zu setzen ist? Fest steht, kommunale Weiterbildung ist eine gesetzliche Pflichtaufgabe und kann nicht einfach so zur Disposition gestellt werden.

Im Studienhaus findet ein großer Teil der Integrationskurse statt. Die Teilnehmer in diesen Kursen werden zurzeit in 20 Online-Tutorien betreut. Viele von ihnen wollen unbedingt wieder in den Präsenzunterricht wechseln. Für einen Teil der Lernenden ist der Distanzunterricht geeignet. Aber besonders für die Geflüchteten unter den Kursteilnehmern ist die Rückkehr in einen geregelten Unterrichtsbetrieb außerhalb der prekären Wohnsituation wichtig.

Die meisten DaF-Lehrkräfte im Studienhaus leben von der Unterrichtstätigkeit. Das fehlende Raumangebot macht es ihnen unmöglich, unter Bedingungen des Gesundheitsschutzes ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Geben Sie diesen Lehrkräften wieder eine Perspektive und öffnen Sie das gesamte Haus wieder für den Unterricht! (…) Gewähren Sie endlich die von uns schon seit Jahren geforderte Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Niemand kann ein Interesse daran haben, dass sich das Virus weiter ausbreitet, weil Lehrkräfte aus Existenzangst krank in den Unterricht gehen.“

An die Rede des Kollegen schlossen sich weitere Wortbeiträge von Lehrkräften an, die ihre Situation darstellten, die chronische Unterfinanzierung der kommunalen Bildung beklagten sowie die Politik des BAMF kritisierten, das Konzept für die Fortsetzung der Integrationskurse auf die lange Bank zu schieben. Die RednerInnen mahnten bei der Stadt ein entschlosseneres Vorgehen an, Ersatzräume zur Verfügung zu stellen, alle arbeitnehmerähnlichen Lehrkräfte in Ausfallregelungen einzubeziehen und dafür zu sorgen, dass die VHS Köln nicht schwer beschädigt aus der Corona-Krise hervorgeht.

(km)

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BAMF: Keine Honorarreduzierung und kein Pendelunterricht

In Zusammenhang mit dem Trägerrundschreiben, in dem die Kursteilung genehmigt wurde, hat sich das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte am 19. Mai ans BAMF, BMI und BMAS gewandt und einige Fragen gestellt.

Das Sprecherteam begrüßte die Kursteilung, um die es selbst in einem frühen Schreiben gebeten hatte, und fragte, wer die sich aus der Teilung der Kurse ergebende Verdoppelung der Unterrichtseinheiten bezahle. Das Bündnis wies darauf hin, dass die Gruppenteilung entweder zu Lasten der Träger oder zu Lasten der Lehrkräfte gehen müsste, weil die Abrechnungsrichtlinien bis zum 30. Juni unverändert blieben.

Das Bündnis sprach sich dagegen aus,  dass eventuell beide Gruppen in zwei Räumen von derselben Lehrkraft unterrichtet würden. Das wäre in methodisch-didaktischer Hinsicht sehr schwer, würde für die Lehrkraft mehr Arbeit bedeuten, die vergütet werden müsste, und würde sich höchstwahrscheinlich auf den Lernerfolg besonders negativ auswirken.

Am 26. Mai hat das BAMF geantwortet. In seinem Schreiben steht u.a. geschrieben: "Es gelten bis zum 30.06.2020 ausschließlich die bisherigen Rahmenbedingungen zur Durchführung der Kurse. Sofern Kursgruppen auf Teilgruppen aufgeteilt werden, muss z.B. jede Teilgruppe durch eine eigene Lehrkraft unterrichtet werden; ein „geteilter“ Unterricht mit einer Gruppe in Stillarbeit ist nicht vorgesehen. Eine Vergütung der Mehraufwände durch eine Teilung, z.B. für zusätzliche Lehrkräfte, ist derzeit nicht möglich. Das Mindesthonorar für Lehrkräfte muss selbstverständlich unverändert eingehalten werden. Es obliegt dem Kursträger zu entscheiden, ob unter diesen Bedingungen die Aufnahme eines Präsenzkurses rechtlich zulässig, wirtschaftlich möglich und praktikabel durchführbar ist."

Das BAMF hat auch die Frage des Bündnisses nach der Überprüfung der Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln beantwortet. Die Bundesregierung und die Länder hätten sich darauf verständigt, dass allein die Länder für diese Regeln zuständig seien. "Verletzt ein Träger die örtlich geltenden Regeln, so riskiert er eine Sanktionierung durch das zuständige Gesundheitsamt. Da die Regelungen meist bußgeld- oder strafbewehrt sind, würde ein Verstoß gleichzeitig auch eine Verletzung

der Zulassungsvoraussetzungen darstellen, die das Bundesamt durch Abmahnung und/oder Entzug der Zulassung ahnden könnte."

Dank des Antwortschreibens des BAMF ans Bündnis und auch durch Erläuterungen das BAMF zu den FAQ vom 25. Mai sind nun die Lehrkräfte gut informiert und können auf merkwürdige Vorschläge mancher Träger entsprechend reagieren und auf die geltenden Bestimmungen hinweisen. Einige Träger haben nämlich schon Honorarreduzierung, Pendelunterricht (eine Lehrkraft unterrichtet gleichzeitig zwei Gruppen in zwei Räumen) und noch abenteuerlichere Maßnahmen vorgeschlagen. Sollte die Leitung an das Verständnis der Lehrkräfte für Einschnitte in diesen besonderen Zeiten und an die Solidarität appellieren, könnte man sie fragen, auf welchen Teil ihres Gehalts die Leitung und Verwaltung verzichten, um den Träger zu retten. Man könnte auch fragen, warum denn die SoDEG-Zuschüsse nicht beantragt wurden, die sowohl dem Träger als auch den Lehrkräften eine bessere finanzielle Situation garantieren. Wobei man beim SoDEG zugeben muss, dass das BAMF es den Trägern nicht leicht gemacht hat. 

(as) 

Grüne fordern Lebenshaltungskostenpauschale für Selbstständige

Die Bundestagsfraktion der Grünen fordert in ihrem Antrag, dass die Bundesregierung bei der Corona-Hilfe für Selbstständige nachbessert und dass mindestens ein monatlicher Pauschalbetrag in Höhe von 1180 € zur Deckung des Lebensunterhalts genutzt werden darf.

Außerdem soll bei der ALG-II-Beantragung die Vermögensprüfung bis Ende 2020 vollständig ausgesetzt werden, um Altersvorsorge zu schützen und um zu verhindern, dass Selbstständige unter Umständen von ihren Lebenspartner*innen finanziert werden müssen.

In der Begründung heißt es u.a.: "Zum Zeitpunkt der Abstimmung im Bundestag schien es selbstverständlich, dass für Selbstständige eine Anrechnung eines Betrages für die Lebenshaltungskosten als Unternehmerlohn möglich sei, denn bei diesem Personenkreis ist die Trennung zwischen Betriebs- und Lebenshaltungskosten alltagsfremd. Viele Freiberufler, (Solo-)Selbstständige, Kunst- und Kulturschaffende sowie Honorarlehrkräfte haben keinerlei Büro oder hohe Betriebskosten. Ihre Betriebsmittel sind immateriell, nämlich ihre Ideen und ihre Fähigkeiten. Trotz vieler Appelle, Petitionen, offener Briefe und parlamentarischer Anträge besteht die schwarz-rote Bundesregierung darauf, dass Selbstständige für die Lebenshaltungskosten Arbeitslosengeld II beantragen sollen."

(as)

Rettungsschirm für Erwachsenenbildung und Dozent*innen in Bayern

Das bayeriche Staatsministerium für Unterricht und Kultus informiert in seiner Pressemitteilung darüber, dass die Volkshochschulen und andere Einrichtungen der Erwachsenenbildung unter Wahrung der vorgeschriebenen Hygieneregelungen ab dem 30. Mai teilweise wieder öffnen dürfen. Kultusminister Michael Piazolo begrüßt diesen Beschluss ausdrücklich: „ (…) Die Erwachsenenbildung ist wichtig für unsere Gesellschaft. Gerade in Zeiten der Pandemie kommt der Erwachsenenbildung große Bedeutung zu.“

Außerdem beschloss die Regierung einen Rettungsschirm von 30 Millionen € für die Einrichtungen der Erwachsenenbildung und für dort arbeitende Solo-Selbstständige. „Gerade für die Dozenten, die oft mit großem persönlichen Einsatz in der Erwachsenenbildung tätig sind, ist das ein wichtiges Signal: Wir nehmen sie wahr und helfen. Denn wir wissen, dass für viele der Solo-Selbstständigen die Situation wirtschaftlich außerordentlich schwierig ist“, sagt Minister Piazolo.

(as)

"Coronakrise trifft Honorarkräfte hart"

Die Westfälische Rundschau berichtete vor einigem Tagen in Ihrem Artikel "Integrationskurse müssen noch warten" auch über die  ungerechten Arbeitsverhältnisse der DaFZ-Lehrkräfte im allgemeinen und ihre Probleme in der Corona-Krise im besonderen.

Ingo Langenbach von der Bündnis-Gruppe Siegen-Wittgenstein kritisiert die Uneinheitlichkeit, denn von Land zu Land, von Institut zu Institut seien die Bedingungen unterschiedlich. Meistens bekämen die Honorarkräfte nur Verträge für einen Kurs, teilweise sogar nur für einen Monat.

In einem Einwanderungsland wie Deutschland werde Integrationsarbeit immer da sein. Aufgrund der Wichtigkeit der Arbeit könne er die "Verhältnisse, in denen wir leben, nicht nachvollziehen“.

Die Corona-Krise habe die Lage verschärft. „Der Gürtel war schon vor dem Shutdown zu eng geschnürt, Rücklagen konnten kaum angespart werden“. Jetzt seien für die Honorarkräfte die Einnahmen von jetzt auf gleich komplett weggebrochen. Die Soforthilfe des Landes sei größtenteils nur für Betriebsausgabenvorgesehen, die die Honorarkräfte so nicht hätten. Wann und wie das Geld zurückgezahlt werden müsse, sei ebenfalls unklar.

(as)

München: Demo "Aktion Soforthilfe"

Bild: Thomas Hümmler, https://huemmler.de
Bild: Thomas Hümmler, https://huemmler.de

Am Samstag (16.05.) veranstalteten Deutschdozent*innen eine kleine Demo in München, an der sich ca. 60 Kolleg*innen beteiligten.

Im Flyer hieß es: "Wir sind eine Gruppe von Deutschlehrern (DaF-Dozenten)in München und protestieren gegen die Art, wie wir in der Corona-Krise behandelt werden. (…)

Unter großer Medienaufmerksamkeit hat der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder angekündigt, kleinen Unternehmern und Solo-Selbstständigen in der Corona-Krise „schnell und unbürokratisch“ zu helfen. (…) Als dann die Unternehmer und Solo-Selbstständigen kamen und tatsächlich Unterstützung beantragten, hat sich die Landesregierung und später auch der Bund das anders überlegt. (…)

Wir dürfen jetzt seit dem 16.3.2020 unserer Arbeit nicht nachgehen, die wesentlich für die Integration der MigrantInnen in unserer Gesellschaft ist. Sollen wir von unseren Ersparnissen leben und unserer Gehälter entbehren? Wie lange noch? Wir glauben nicht, dass das die Anerkennung ist, die unsere Arbeit verdient.

Wir fordern daher, dass man die Honorare in Form von mindestens 75 % unseres durchschnittlichen Einkommens an uns weiterzahlt und für die Monate des Ausfalls erstattet. Der Ausgleich unseres Einkommensausfalls sollte verpflichtend sein und nicht unseren Auftraggebern als freie Option empfohlen werden, wie es das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge tut! Die Zeit vergeht und wir stehen mit leeren Händen da. Wir sind kein Spielball für Politiker-Willkür!"

(as)

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Offener Brief: Herr Altmaier, bitte wachen Sie auf und handeln Sie!

Screenshot des VGSD-Videos von Nico Aguirre auf Youtube
Screenshot des VGSD-Videos von Nico Aguirre auf Youtube

Der VGSD (Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland) hat heute einen Offenen Brief an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier gesandt. Passend zum Titel "Herr Altmaier, bitte wachen Sie auf und handeln Sie!" wurde dem Minister auch ein großer Wecker, der auf „5 nach 12“ steht und einem Video zu sehen ist, zugeschickt.

Der Offene Brief, mit dem sich das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte solidarisiert, ist relativ hart im Ton, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass die bisherigen Gespräche mit der Bunderegierung und Schreiben von zahlreichen Verbänden und Organisationen (auch vom Bündnis) wenig genützt haben und einige Versprechen der Bundesregierung gebrochen wurden.

Im Brief wird auf viele Punkte eingegangen. Für die DaFZ-ler wäre wohl folgendes am interessantesten:

"- Warum verknüpfen Sie Ihre „Soforthilfe“ mit Bedingungen, die dazu führen, dass die Bundesländer – gegen ihren ausdrücklichen Willen – nur einen kleinen Teil der tatsächlichen Kosten der Solo-Selbstständigen übernehmen dürfen? 

- Warum nehmen Sie uns die Möglichkeit, unser Geld selbst zu verdienen und verweisen uns dann zur Deckung unseres Existenzminimums auf Hartz IV – statt sich, wie versprochen, schnell und unbürokratisch an den im Interesse der Allgemeinheit herbeigeführten Schäden, zumindest teilweise, zu beteiligen? Damit wir nicht nur laufende Betriebskosten (die vielen Soloselbstständigen im Home-Office kaum entstehen), sondern auch ansatzweise Kosten für die Lebensführung decken können?

- Warum lassen Sie es zu, dass Bundesmittel in jedem Bundesland und je nach Antragszeitraum nach ganz unterschiedlichen Bedingungen vergeben werden? So dass Rechtsunsicherheit, Ungerechtigkeiten und Wettbewerbsverzerrungen programmiert sind? 

- Warum lassen Sie zu, dass wir als Leistungsträger der deutschen Wirtschaft in Hartz IV gedrängt werden?

- Warum versprechen Sie vor den Medien, es gäbe sechs Monate lang keine Vermögensprüfung bei der Grundsicherung? Um dann eine kleinteilige Prüfung zu etablieren, die dazu führt, dass Selbstständige und ihre Familien kurz vor der Rente ihre Altersvorsorge aufbrauchen müssen, statt unbürokratisch Hilfe zu erhalten?

- Warum sprechen Sie öffentlich von einer vereinfachten Antragstellung, die dann bei den betroffenen Selbstständigen inklusive der Anlagen 100 Seiten und mehr umfasst – spätere Prüfungen und Nachweise noch nicht eingeschlossen?

- Warum lassen Sie zu, dass ein Großteil der zuständigen Stellen noch nicht einmal diese „vereinfachte Prüfung“ praktiziert?"

Der Offene Brief endet mit der Aufforderung, sich an die Zusagen zu halten und die kleinen Selbstständigen mit demselben Respekt behandeln und ihnen die gleiche Priorität zu geben wie der Minderheit der großen Unternehmen. "Wenn  Sie uns die Hand reichen und ohne weiteren Zeitverlust für eine faire Teilung der Corona-Lasten sorgen, werden wir mit anpacken."

Der VGSD ruft dazu auf, seinen Offenen Brief zu verbreiten und ihn eventuell auch an seine Abgeordneten zu schicken.

(as)

GEW und Bündnis DaF/DaZ stellen Forderungen zum Start der Kurse auf

Die Hamburger GEW fordert zusammen mit dem Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte in einem Beitrag, endlich gerechte Arbeitsverhältnisse in der Erwachsenenbildung zu schaffen. 

Detlef Zunker, Sprecher der Fachgruppe Erwachsenbildung der GEW Hamburg, erklärt: "Etwa 70 % der Lehrenden in diesem Bereich arbeiten auf Honorarbasis. Bei einer Erkrankung haben sie keinerlei Absicherung oder Lohnfortzahlung. Das ist schon zu normalen Zeiten ein Skandal. Bei einer Corona-Erkrankung droht ihnen der berufliche Ruin. Dieses Risiko können die Lehrkräfte unmöglich alleine tragen. (…) Die Träger müssen jetzt feste tariflich geregelte Arbeitsverhältnisse für ihre Lehrkräfte schaffen! (…) Bis dahin muss gesichert werden, dass auch die Honorarkräfte eine hälftige Beteiligung an der Krankenversicherung erhalten sowie eine Weiterzahlung der Bezüge, analog der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall."

Dirk Mescher, Geschäftsführer der GEW Hamburg, fügt hinzu: "Da wegen der vielfach beengten Raumsituationen volle Kurse nicht abstandsgerecht durchzuführen sind, fordern wir von den staatlichen Finanzierern wie BAMF und Bundesagentur von Kursen die Verdopplung der Teilnehmer*innenzuschüsse. Nur so wird gesichert, dass Kurse unter Corona-Regeln stattfinden können und von den Trägern auch Unterricht in kleinen Gruppen wirtschaftlich durchführbar ist.“

Hierzu erläutert Dr. Claudia Liehr-Molwitz aus dem Sprecherteam des bundesweiten Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte: „Entgegen der Ankündigung der Bundesregierung prüft das Jobcenter minutiös, was freiberufliche Lehrkräfte auf dem Konto haben. Es dauert bis zu einem Monat, bis ALG II bewilligt wird. Einerseits wollen wir schnell wieder unterrichten, andererseits haben wir Angst vor Ansteckung, da viele Träger nur über kleine, enge Räume verfügen. Wovon sollen wir denn leben, wenn wir krank sind oder einfach wegen Husten oder Fieber von unseren Auftraggebern nach Hause geschickt werden? Deshalb unterstützen wir die Initiative der GEW Hamburg nach gerechten Tarifverträgen und einer Absicherung des Gesundheitsrisikos in der Coronazeit auch für die Honorarbeschäftigten.“

(as)

BAMF: Start der Präsenzkurse in drei Stufen

Das BAMF stellt im aktuellen Trägerrundschreiben einen Stufenplan zur Fortführung der unterbrochenen bzw. Start neuer Integrations- und Berufssprachkurse vor.

"1. In einem ersten Schritt können, soweit dies nach den jeweils geltenden landesrechtlichen und/oder kommunalen Regelungen zulässig ist, Präsenzkurse starten oder wiederaufgenommen werden, die unter Einhaltung der jeweils vor Ort geltenden Hygienebestimmungen durchgeführt werden können. (...)

2. In einem zweiten Schritt werden ab Mitte Juni 2020 die Wiederaufnahme des Deutschtests für Zuwanderer (DTZ) sowie des Tests Leben in Deutschland (LiD) ermöglicht – auch hier ist Voraussetzung, dass die jeweiligen landesrechtlichen Regelungen beachtet werden. Im Bereich der Berufssprachkurse sind ausschließlich die verschiedenen Prüfungsinstitute für die Wiederaufnahme des Prüfungsbetriebs zuständig.

3. In einem dritten Schritt wird das Bundesamt bis zum 01.07.20 auf der Basis des Rahmenkonzepts der Kultusministerkonferenz für die Wiederaufnahme von Unterricht in allgemeinbildenden Schulen (...) Anpassungen an den Vorgaben zur Kursdurchführung vornehmen."

In der den Berufssprachkursen gewidmeten Anlage befinden sich wichtige Einzelheiten: "Berufssprachkurse können weiterhin auch im virtuellen Klassenzimmer fortgeführt werden. Dies gilt ebenso für unterbrochene Berufssprachkurse, die bislang noch nicht im virtuellen Klassenzimmer durchgeführt werden. Zudem sind hybride Lernformen, also eine Kombination aus virtuellem Klassenzimmer und Präsenzunterricht in jeweils getrennten Teilgruppen, möglich. Darüber hinaus können Kurse der Kursart „akademischen Heilberufe“ auch weiterhin im virtuellen Klassenzimmer gestartet werden. In jenen Fällen, in denen der Präsenzunterricht aufgenommen werden soll, aber auf Grund der Vorschriften der Bundesländer zur Eindämmung der Corona-Pandemie (insbesondere von Regelungen zum einzuhaltenden Mindestabstand) der Kurs nicht in der ursprünglichen oder vorgesehenen Kursgröße im Präsenzunterricht durch- bzw. weitergeführt werden kann, kann dieser Kurs vom Kursträger in einzelne Teilgruppen geteilt werden."

(as)

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NRW: 2000 € der Soforthilfe für den Lebensunterhalt

Bis zu 2000 € der Soforthilfe können die Selbstständigen in NRW für den Lebensunterhalt verwenden. Das entschied das Land NRW am 12.05.2020. Die Solo-Selbstständigen, die ihren Antrag im März oder April gestellt haben, können einmalig 2.000 Euro der Corona-Soforthilfen nutzen, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Das Soforthilfeprogramm umfasst einen Zeitraum von drei Monaten.

Ursprünglich, bis zum 31.03., war das auch so vorgesehen und war auf der Webseite des NRW-Wirtschaftsministeriums so zu lesen. Wer als Solo-Selbständiger bereits im März die Corona-Soforthilfe des Landes beantragt hatte, der konnte davon ausgehen, einen Teil des Geldes auch für den Lebensunterhalt verwenden zu können.

Erst am 01.04.2020 erschien auf dieser Seite die Einschränkung, nur betriebliche Kosten dürften berücksichtigt werden, verantwortlich für die Einschränkung war der Bund. Viele Betroffene mussten befürchten, die Soforthilfe komplett zurückzahlen zu müssen, obendrein das Risiko eines Subventionsbetrugs einzugehen und nicht zu wissen, wovon sie ihren Lebensunterhalt bestreiten sollten.

Laut Bundesregierung sollten Betroffene, die auch Hilfen für den Lebensunterhalt benötigen, Grundsicherung beantragen, also Arbeitslosengeld II.

(hs)

Soforthilfe: Böses Erwachen?

Das Handelsblatt und die taz beschäftigen sich in ihren Beiträgen "Bund und Länder streiten über die Rechnung für die Soforthilfen" und "Unterstützung als Luftnummer" ausführlich mit dem Streit zwischen Bund und einigen Ländern über die Kosten der Corona-Hilfen.

Ende März einigten sich der Bund und die Länder darauf, dass das Geld vom Bund kommt, aber das Programm von den Ländern umgesetzt wird. Der Bund ist nun der Ansicht, dass einige Länder, vor allem NRW und Berlin, dabei jedoch teilweise großzügig über die Vorgaben des Bundes hinweggingen. Im Handelsblatt heißt es dazu: "Berlin, Nordrhein-Westfalen und einige weitere Bundesländer verzichteten auf eine tief gehende Prüfung, ob die Antragsteller alle Voraussetzungen für die Hilfen erfüllten. „Da ging es teilweise zu wie am Geldautomaten“, kritisiert ein hochrangiger Beamter aus der Bundesregierung. Es sei an fast jeden ausgezahlt worden."

Es geht vor allem darum, wofür die Soforthilfe verwendet werden darf. Während der Bund von Anfang an darauf hinwies, dass die Hilfe nur für Betriebskosten bestimmt ist und bei den Lebenshaltungskosten auf ALG II verwies, war das in einigen Bundeländern nicht klar, vor allem was die Zeit vor dem 1. April betrifft, als die Bundeshilfen mit den Länderhilfen zusammengelegt wurden. Laut der taz versprach Pinkwarts Wirtschaftsressort noch am 29. März im Internet, dass die Soforthilfe auch dazu dient, "das eigene Gehalt und somit den Lebensunterhalt zu finanzieren.“ In Baden-Württemberg wird auch heute ganz offiziell eine Pauschale für Lebenshaltungskosten in Höhe von 1180 € gezahlt.

(as)

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Freiberufler haben schlechte Karten

Die Main-Post befasste sich gestern in ihrem Beitrag "Freiberufler fallen durchs Raster" ausführlich mit der schwierigen Lage der Freiberufler in der Corona-Krise.

Zu Wort kommen zwei DaFZ-Lehrerinnen. Monika Schmidmeier und Ann-Kathrin Mahmoud sind Honorarlehrkräfte an der VHS Karlstadt (Bayern) und gehören dem Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte (Lokalgruppe Main-Spessart) an. Sie fühlen sich im Stich gelassen, denn von der Soforthilfe haben sie nichts. Gleichzeitig sehen sie aber, dass sich der Staat um andere Gruppen gut kümmert, indem er beispielsweise das Kurzarbeitergeld erhöht oder in Bayern die Künstler mit 1000 € unterstützt. "Das gönnen wir allen, nur wir Freiberufler werden vergessen." Das Beispiel Baden-Württemberg zeige auch, dass es möglich sei, im Rahmen der Soforthilfe auch Lebenshaltungskosten geltend zu machen. In ihrem fall bleibe leider nur Hartz IV.

Die beiden Kolleginnen haben sich schon vor einigen Wochen an den Landtag, Bundestag und die Bundeskanzlerin gewandt.

(as)

"Das ist würdelos!"

Bild von vanleuven0 auf Pixabay
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Umorientieren oder weitermachen? Wie gehen Freischaffende im Kultur- und Bildungsbereich mit der Corona-Krise um? Unter dieser Frage hörte man die DLF-Sendung „Bildungsmagazin“ in der Reihe Campus und Karriere am 02.05.2020. Zu hören waren u.a. Sascha Rex, Grundsatzreferent Schwerpunkt Gesellschaftspolitik beim Deutschen Volkshochschulverband (DVV, Geschäftsstelle Bonn), tätig in der Erwachsenenbildung an der Uni Köln , Sarah Krispin, freischaffende Sängerin in Berlin sowie Lilia Felderritz, ZVA-Künstlervermittlerin an der BfA Köln.

So sind laut Sascha Rex an den Volkshochschulen etwa 200.000 Honorarlehrkräfte zu zählen, von denen etwa die Hälfte ihren gesamten Erwerb aus vhs-Kursen bezieht. Davon wiederum „betreuen“ ungefähr 10.000 Online-Tutoren über das vhs-Lernportal knapp 200.000Teilnehmende aus Integrationssprachkursen. Da es seit 2Jahren die vhs-cloud gibt, sei es nun 800 Volkshochschulen möglich, Online-Kurse anzubieten, darunter auch Initiativen wie „vhs daheim“. Im Fazit geht also der Unterricht für den Weiterbildungsbereich in online-Präsenz weiter. Über das Fortsetzen der Integrationssprachkurse gibt es die Möglichkeit, eine Entlohnung der Lehrkräfte fortzusetzen. Auf Initiative des Bundesministeriums für Forschung wurden in kürzester Zeit 500 Fortbildungen für Online-Tutorien für bisher unerfahrene Lehrkräfte ins Leben gerufen. Auch wenn das Bundesland Berlin beispielsweise den Honorarlehrkräften die abgebrochenen Kurse weiterzahlt, oder die NRW-Landesregierung beschlossen habe, ab 04.05. den Präsenzbetrieb wieder aufzunehmen, stehen doch auch die Länder in der Verantwortung und da die Volkshochschulen letztlich kommunale Einrichtungen sind, können sie nicht einfach selbsttätig werden und eigene Entscheidungen treffen, ob Honorare ausgezahlt werden, sondern sind eben abhängig von den Entscheidungen Dritter. 

(chh)

         

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Interview mit einer der Sprecherinnen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte

Die am 10.3.2020 erschienene Ausgabe des WILA Arbeitsmarkt befasst sich unter anderem mit dem Berufsfeld der DaF/DaZ-Lehrkräfte. Unter der Überschrift "DaF/ DaZ-Lehrende sind prekär beschäftigt" ist ein zweiseitiges Interview mit Dr. Claudia Liehr-Molwitz aus dem Sprecherteam des Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte zu lesen. Das Interview wurde bereits vor einigen Monaten geführt, deshalb wird dort die Corona-Krise nicht thematisiert. 

In der ersten Hälfte des Interviews berichtet Claudia Liehr-Molwitz zunächst über das Bündnis, das 2016 als Interessenvertretung für hauptberuflich tätige DaF/ DaZ-Lehrkräfte gegründet wurde, um sich für die Verbesserung von deren Arbeitsbedingungen einzusetzen, und das mittlerweile bundesweit über vierzig regionale Gruppen hat.

Dann kommen ausführlich die aktuellen Arbeitsbedingungen von selbstständigen und angestellten DaF/DaZ-Lehrkräften zur Sprache, die für beide Gruppen gleichermaßen schlecht sind: Bei 25 Unterrichtseinheiten pro Woche - mit Vor- und Nachbereitung entspricht dies circa 39 Zeitstunden - verdient man brutto circa 3.000 Euro. "Davon zahlen die Selbstständigen 100 Prozent der Renten-, Kranken- und Pflegekassenbeiträge, im Krankheitsfall gibt es keine Lohnfortzahlung. Und wenn ein Träger keine Anschlusskurse für die Lehrkräfte hat, haben sie auch keine Einnahmen. Somit tragen die Honorarkräfte das volle Betriebsrisiko der Träger. Netto bleiben ungefähr 1.500 Euro übrig, Krankheit und Pausen zwischen den Kursen nicht einberechnet. (…) Bei den Angestellten überwiegen 

(ar)

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Homeschooling? Digitaler Unterricht?

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Zur FaDaF Auftaktveranstaltung vom 17.04.2020 und „Marburger digitalen FADaF-Thementagen“ am 24.-25.04.2020

Digitale Werkzeuge müssen im DaZ-Studium vermittelt werden, so die Bilanz der digitalen (!) Konferenz des FaDaF am 17.04.2020. Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte war unter fast 500 Teilnehmenden auch dabei!

Das brandaktuelle und zukunftsträchtige Thema "Digitalisierung" hängt in der Luft: In einer besseren Lage sind Einrichtungen und Lehrkräfte, die bereits vorhandene und laufende Online-Angebote und funktionierende Internetverbindungen zur Verfügung hatten, auch wenn sie früher weniger intensiv genutzt wurden, z.B. Lernplattformen. Der große Rest improvisiert digital aus der Not heraus. Man fühlt sich mit dem Problem Homeschooling ziemlich allein gelassen, so hörte man von den Lehrbeauftragten an Universitäten wie von den Lehrkräften im Schulbereich. Auch Wochen später gibt es wenig Verbindliches von den entsprechenden Gremien. In manchen Schulen wird im Kollegium zusammen überlegt und getestet im Rahmen dessen, was man weiß, was aus datenschutzrechtlichen Gründen in der jeweiligen Region X verboten ist. Wissenswertes aus dem Bereich erfährt man beim Deutschen Schulportal. Verbesserungsbedarf dort ist deutlich. DaF/DaZ-Lehrkräfte verbleiben größtenteils immer noch wie in Schockstarre, verfolgen Webinare zum Online-Unterricht oder warten ab, darüber nachdenkend, wie sie ihre Ausgaben in der nächsten Zeit noch sparsamer umplanen.

(sp)

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Soforthilfe: Kommt eine Klagewelle gegen Ungleichbehandlung?

Die SZ fragt sich in ihrem Beitrag "Was fällt denn nun unter "Betriebskosten"?", warum es noch keine Klagewelle gegen massive und offensichtliche Ungleichbehandlung von Selbstständigen gebe. "Während jeder Angestellte, und sei es ein Manager, mit den Kurzarbeithilfen des Staates seinen Lebensunterhalt finanziert bekommt, ist das bei den Soforthilfen für Selbständige kategorisch ausgeschlossen."

Die SZ informiert auch darüber, dass die von Verbänden und Landesregierungen vorgeschlagene Lebenshaltungskostenpauschale von der Bundesregierung ohne richtige Begründung abgelehnt wurde. Es sei aber am vergangenen Donnerstag eine Videokonferenz der Länderminister mit Peter Altmaier einberufen worden, bei der noch einmal ausdrücklich auf die Probleme bei den Soforthilfen hingewiesen worden sei. Der Bundesminister habe zugesichert, "die Frage der Solo-Selbständigen, die von fast allen Bundesländern als dringlich bezeichnet wurde, in der Bundesregierung und mit dem Finanzminister zu diskutieren".

(as)

Petition zur Situation der Lehrbeauftragten der Berliner Hochschulen in der Corona-Krise

Auf Initiative von Professorinnen und Professoren der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) und der GEW BERLIN ist ein Offener Brief mit Forderungen zur Lehre und insbesondere zur Situation der Lehrbeauftragten der Berliner Hochschulen in der Corona-Krise veröffentlicht worden. Der Brief ist von insgesamt 31 Erstunterzeichner*innen unterschrieben worden. Ab sofort werden online Unterschriften von Unterstützer*innen hier gesammelt.

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Coronahilfe: Beschränkungen für Freiberufler ändern!

In der Petition "Corona Soforthilfen - Beschränkungen für Soloselbstständige und Freiberufler ändern" wird eine Lockerung der Regeln bezüglich der Verwendung der Corona-Soforthilfen für Soloselbständige gefordert:

"1. Ein klar definierter Teil der Soforthilfen muss zur Deckung der privaten Lebenshaltungskosten dienen dürfen. Es kann nicht sein, dass hier lediglich auf ALG2-Bezug, der nicht für alle möglich ist, verwiesen wird. (…) Weitere Verträge laufen weiter und müssen bedient werden, die nicht durch ALG2 abgedeckt sind. Diese Kosten lassen sich nicht wesentlich reduzieren.

2. Klare Definition von "zu viel gezahlten Beträgen". Einkommen und Ausgaben variieren bei den genannten Berufsgruppen stark und lassen sich vorab schlecht beziffern."

(as)

 

Ungleichbehandlung von Selbstständigen

Der MDR berichtet in seinem Beitrag "Soloselbsständige - Berliner im Glück, Leipziger in Not" über ungleiche Behandlung von Selbstständigen. Während Berliner nicht nur großzügige Soforthilfen, sondern auch Hilfe für den privaten Lebensunterhalt erhalten, müssen die Sachsen Hartz IV beantragen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Auch ein DaFZ-ler kommt zu Wort, der zusammen mit anderen Kolleg*innen im Zentrum Leipzigs eine sehr kreative Aktion, "Leere Tüte", veranstaltet hat.

Laut ver.di zahlen nur fünf Bundesländer Hilfe zum Lebensunterhalt. Ver.di fordert eine bundeseinheitliche Lösung.

Das fordert auch das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte. In seinem Schreiben an Olaf Scholz und Peter Altmaier werden die beiden Bundesminister darum gebeten, eine Lebenshaltungskostenpauschale für Selbstständige einzuführen. 

Das Bündnis wies darauf hin, dass viele Dozent*innen in der Erwachsenenbildung durch alle Raster fallen:  "Die Soforthilfe des Bundes ist an Betriebsausgaben gebunden, und diese sind in unserem Fall sehr gering. Das vom BAMF vorgelegte SodEG ist theoretisch hilfreich, aber praktisch kommen die Zuschüsse bei uns nicht an, weil allein die Träger bzw. unsere Auftraggeber darüber entscheiden, ob sie die Zuschüsse beantragen oder nicht. Die meisten Träger scheinen sich leider gegen eine Beantragung entschieden zu haben. Es bleibt uns also oft nur der Gang zum Jobcenter, um ALG II zu beantragen. Das ist sehr bitter, da wir im öffentlichen Auftrag in einem für unser Land sehr wichtigen Bereich (Integration und berufliche Bildung) tätig sind. Um es mit den Worten des bayerischen Ministerpräsidenten auszudrücken, ist es unzumutbar, uns auf Hartz IV zu verweisen."

Das Bündnis argumentiert auch mit der Ungleichbehandlung: "Darüber hinaus ist es schwer nachzuvollziehen, dass in einigen Bundesländern (z.B. Baden-Württemberg) oder in einigen Branchen (z.B. Zahnärzte) die Selbstständigen besser behandelt werden als die, die woanders wohnen oder arbeiten."

(as)

Bundesländer fordern eine Pauschale für Lebenshaltungskosten

Die FAZ berichtet in ihrem Beitrag "Bundesländer fordern neue Hilfen für Solo-Selbständige" über einen neuen Vorstoß der Länder in Sachen Pauschale für Lebenshaltungskosten für Selbstständige, die bei derzeitiger Corona-Hilfe mehr oder weniger leer ausgehen. Wirtschaftsminister von Nordrhein-Westfalen, Andreas Pinkwart (FDP), und Bremen, Kristina Vogt (Linke), haben sich erneut in einem Brief an  Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) gewandt. 

Auf das erste Schreiben hat die Bundesregierung nicht reagiert. Über den ersten Brief hat die FAZ in ihrem Beitrag "Wirksamere Hilfe für Solo-Selbständige"  informiert. Dort wurde gefordert, dass Solo-Selbstständige neben den bisherigen Zuschüssen maximal drei Monate lang eine Pauschalhilfe von bis zu 1000 Euro im Monat bekommen sollen, um ihre Umsatzeinbußen auszugleichen und den Lebensunterhalt zu sichern. Der Bremer Vorschlag soll von allen Bundesländern unterstützt worden sein. 

Die bisherigen Soforthilfen kommen leider für sehr viele Selbstständige, die wie z.B. Dozent*innen außer Haus und beim Kunden tätig sind, leider nicht in Frage, weil sie an Betriebsausgabe gebunden sind. Bei vielen Selbstständigen lassen sich jedoch Berufs- und Privatleben nicht trennen.

Der Bund verweist bisher auf einen erleichterten Zugang zum Arbeitslosengeld II. Laut FAZ sehen die Länder darin eine doppelte Bürokratie. "Wer in Not gerate, müsse sowohl Unterstützung der privaten Lebenshaltung wie auch die Soforthilfe für die betrieblichen kosten beantragen."

(as)

GEW schreibt an den bayerischen Ministerpräsidenten

Die GEW Bayern hat Markus Söder aufgefordert, bei der geplanten Pauschale für Lebenshaltungskosten auch an Selbständige in der Bildung zu denken. Im Landtag hatte der Ministerpräsident Bayerns ein Hilfsprogramm für bayerische Kunstschaffende angekündigt, da es unzumutbar sei sie auf Hartz IV zu verweisen.

„Die selbstständigen Lehrkräfte sind indirekt in den meisten Fällen im Auftrag öffentlicher Träger tätig, z.B. der Hochschulen, der kommunalen Volkshochschulen oder der Bundesagentur für Arbeit,“ steht im Brief des GEW-Landesvorsitzenden Anton Salzbrunn an den Ministerpräsidenten geschrieben.

In der GEW-Pressemitteilung zu dem Brief heißt es weiter: "Da sie fast immer nur Honorarverträge bekommen, haben sie keinen Anspruch auf Kurzarbeiter- oder Arbeitslosengeld. Und da sie meist in fremden Betriebsräumen unterrichten, entfällt bisher auch die Soforthilfe des Bundes und des Freistaates für Soloselbständige. Im Landtag nannte Söder die Regelung aus Baden-Württemberg als Vorbild. Dort können für Soloselbstständige in allen Berufen 1.180 Euro pro Monat berücksichtigt werden. Da selbstständige Lehrkräfte mit 1000 Euro Einkommen fast 400 Euro für die Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung bezahlen müssen, wäre das zwar auch kaum mehr als Arbeitslosengeld II. Aber, so die GEW, für viele eine große Hilfe. Denn „Hartz IV“ ist auch abhängig vom Einkommen des Ehepartners bzw. der Ehepartnerin und trotz erhöhter Grenzen von den Ersparnissen.

Die GEW erwartet, dass die Staatsregierung auch die bayerischen Lehrkräfte in der Erwachsenenbildung und die Lehrbeauftragten an den Hochschulen nicht wieder außen vorlässt."

Das Bündnis rät den bayerischen Kolleg*innen dazu, ein ähnliches Schreiben an Markus Söder zu schicken.

(as)

GEW: Selbst der Minister schämt sich

 

Unter dem Schwerpunkt prekäre Arbeitsbedingungen in Hochschule und Weiterbildung berichtet die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft in ihrem Artikel "Selbst der Minister schämt sich" über die Ausbeutung in der Erwachsenenbildung. Die beiden Kolleginnen aus dem Artikel gehören auch dem Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte an. In der aktuellen Ausgabe der GEW-Zeitschrift "E&W", die auch als Download zur Verfügung steht, befinden sich auf Seiten 6-19 auch andere Beiträge zu dem Thema.

Eine Bestandsaufnahme konstatiert die prekäre Arbeitssituation der DaF/DaZ-Lehrkräfte, welche direkt in die Altersarmut führt. Prekär beschäftigt sein, bedeutet nicht nur ein Mangel an Jobsicherheit, unregelmäßige Fortbildungsteilnahme in gänzlicher Eigenbeteiligung, sondern auch fehlende soziale Absicherung. Und das in einer Situation, in der viele hauptamtliche Honorarlehrkräfte vergleichbar einem Arbeitnehmer sozial schutzbedürftig sind. Einmal mehr zeigt sich das Prekäre in der Zeit der Corona-Krise: Soloselbstständige Lehrkräfte sind von Soforthilfen praktisch ausgeschlossen: Da verlangt die GEW grundlegende und dauerhafte Verbesserung der Finanzierung und Beschäftigung in der öffentlichen Weiterbildung.

Im Infoblatt Weiterbildung des Monats April 2020 vertritt der Vorstand Berufliche Bildung/Weiterbildung, Ansgar Klinger, abermals die GEW-Forderungen: Hauptberufliche Honorarkräfte, die Daueraufgaben in der Weiterbildung erfüllen, sind grundsätzlich unbefristet und qualifikationsadäquat anzustellen. Um die soziale Sicherung der Honorarlehrkräfte zu gewährleisten, tritt die GEW ferner dafür ein, das Bürgerliche Gesetzbuch im § 611a zu erweitern: „Persönlich abhängig sind auch Personen, die wirtschaftlich abhängig und vergleichbar einem Arbeitnehmer sozial schutzbedürftig sind.“ Diese an das Tarifvertragsrecht angelehnte Bestimmung würde endlich eine klare gesetzliche Abgrenzung zwischen Arbeitnehmereigenschaft und Selbstständigkeit schaffen. Die Länder können einen ersten einfachen Schritt unternehmen, wenn sie ihre Anstrengungen für die von ihnen verantwortete Erwachsenenbildung auf zunächst ein Prozent ihres Bildungsbudgets erhöhen. Ähnliche Verbesserungen und ein klares Bekenntnis zur öffentlich verantworteten Weiterbildung erwartet die GEW vom Bund.

(chh) 

FaDaF-Konferenz „Von 0 auf 100 digital?“

Bild von Tumisu auf Pixabay
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Da die 47. Jahrestagung DaF/DaZ coronabedingt abgesagt werden musste, führt der Fachverband Deutsch als Fremdsprache (FaDaF) die Tagung dieses Jahr in einem Online-Format durch und lädt zur digitalen Konferenz ein.

Die öffentliche und kostenlose Auftaktveranstaltung „Von 0 auf 100 digital? Beispiele, Konsequenzen, Perspektiven“ ist kostenlos. Die Teilnahme an dieser Veranstaltung kann aber nur für registrierte bzw. zahlende Teilnehmer*innen der „Marburger FaDaF-Thementage“ am 24./25.04.2020 garantiert werden. In allen anderen Fällen wird der Zugang in der Reihenfolge der Anmeldungen vergeben. Im Plenum stehen max. 1000 Plätze zur Verfügung, in den Untergruppen jeweils mindestens 100.

Um das Interesse für die Veranstaltung bzw. die einzelnen Foren und Workshops abschätzen und die Zahl der Plätze ggf. aufstocken zu können, sollte man sich HIER anmelden. Kurz vor Veranstaltungsbeginn, d.h. am Freitagvormittag kommt eine E-Mail mit Passwort und Zugangsdaten für den virtuellen Raum.

Alle weiteren Infos, auch zum Programm und weiteren Terminen, befinden sich auf der Webseite der Jahrestagung.

(as)

 

Ausfallhonorare sind möglich

Das BAMF informiert in seiner Pressemitteilung "BAMF setzt schnelle und flexible Lösungen für Träger, Lehrkräfte und Teilnehmende um" u.a. über das Sozialdienstleister-Einsatzgesetz (SodEG).

Für die Lehrkräfte dürfte die folgende Stelle am interessantesten sein: "Ab sofort können alle Kursträger für den Unterbrechungszeitraum Zuschüsse in Höhe von bis zu 75 Prozent der bisherigen monatlichen Zahlungen erhalten. Die rund 2.200 Träger für Integrations- und Berufssprachkurse können sich bei Antragstellung entscheiden, ob sie auch die freiberuflichen Lehrkräfte weiterhin anteilig vergüten. Fest angestellte Lehrkräfte haben grundsätzlich einen Anspruch auf Weiterzahlung des Entgelts. Insgesamt sind derzeit mehr als 15.000 Lehrkräfte in den Sprachkursen des Bundesamtes aktiv."

Mehr Hinweise auf die anteilige Vergütung von Honorarlehrkräften befinden sich in den drei Dokumenten in Anlage 1 zum BAMF-Trägerrundschreiben 11/2020.

Schon in den am 01.04. stattgefundenen Telekonferenzen des Bündnisses mit dem BMI und BMAS wurde auf die positiven Auswirkungen des SodEG auf die Lehrkräfte hingewiesen: "Das BMAS betonte auch, dass das sog. „Sozialdienstleister-Einsatzgesetz (SodEG)" auch für die Lehrkräfte hilfreich sei, denn die Integrations- und Berufssprachkursträger, die von den Maßnahmen zur Vermeidung von Ansteckungen betroffen seien, könnten einen Zuschuss erhalten, der grundsätzlich monatlich höchstens 75 Prozent des Durchschnittsbetrages der letzten 12 Monate entspreche. Diesen Zuschuss könnten die Träger anteilig an die Lehrkräfte weiterleiten. Ein grundsätzlich bestehender Anspruch auf Zuschüsse nach § 3 SodEG bleibt von der Entscheidung des Sprachkursträgers unberührt, Berufssprachkurse im virtuellen Klassenzimmer fortzusetzen und Online-Tutorien durchzuführen oder diese Möglichkeiten nicht zu nutzen."

Das Bündnis verfügt über keine weiteren Informationen diesbezüglich. Es rät den Lehrkräften dazu, ihre Träger auf das SodEG und die eventuelle anteilige Vergütung von Honorarlehrkräften anzusprechen.  Die bisherigen Anfragen bei Trägern ergaben, dass die Zuschüsse nach SodEG an Bedingungen geknüpft sind, die auch negative Folgen für Träger und Beschäftigte haben könnten. In einigen Tagen dürften aber viele Fragen bezüglich der Zuschüsse vom BAMF geklärt sein, sodass die Träger besser informiert sind.

Der DVV (Deutscher Volkshochschul-Verband) empfiehlt "allen Volkshochschulen – ungeachtet ihrer Rechtsform – ggf. nach Rücksprache mit dem Rechtsamt bzw. ihrem kommunalen Träger einen entsprechenden Antrag zu stellen."

Aktualisierung am 13.04.: Die GEW Bayern hat ein Infoblatt "Jetzt sind Ausfallhonorare möglich – aber nur, wenn die Träger wollen" veröffentlich, in dem vor allem darauf eingegangen wird, was das SodEG für Honorarkräfte bedeutet und was sie jetzt tun sollten. Es gibt sogar eine Vorlage für einen Brief an die Träger. Die GEW hatte sich für eine Weiterzahlung von Honoraren beim BAMF und der BA eigesetzt. 

(as)

Handeln lohnt sich! Mail-Aktion und andere Aktivitäten der DaFZ-ler in Mainz

Nachdem sich gezeigt hatte, dass auch in Rheinland-Pfalz die freiberuflichen DaF/ DaZ-Lehrkräfte nicht von den Bundes- und Länderhilfen profitieren, haben Dozentinnen und -Dozenten der VHS Mainz in einer abgestimmten Mail-Aktion am 1.4. Hilferufe an kommunale Stellen und Politikerinnen und Politiker abgeschickt. Der Text der Mail ist weiter unten zu lesen und greift im Prinzip die wesentlichen Punkte auf, die schon von DaF/DaZ-Lehrkräften anderer Bundesländer an die jeweils zuständigen Stellen gerichtet wurden.

Außerdem hat ein Kollege ein Statement auf Video aufgenommen und auf YouTube gestellt. Derselbe Kollege war auch in der ARD-Extra-Sendung (ab Min. 5:35) zu sehen.

Die Resonanz auf die Mail-Aktion war im Großen und Ganzen ermutigend. Zwar gab es meist die Hinweise auf die bekannten Hilfsmöglichkeiten und das Eingeständnis, dass bei erfolglosen Anträgen nur ALG II bleibe, aber viele Rückmeldungen zeigten doch, dass unsere Situation wahrgenommen wird und nicht auf Gleichgültigkeit stößt.

Zusammen mit den Mails, Briefen und Aktionen der Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Bundesländern scheint es möglich, dass die prekäre Situation unserer Berufsgruppe eine größere Aufmerksamkeit bekommt – und wir damit die Möglichkeit, diese unsäglichen Bedingungen endlich zum Besseren zu verändern. Auch wenn der derzeitige Anlass ein sehr trauriger ist.

 (ar)

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GEW Niedersachsen fordert von der Landesregierung Nachbesserungen bei der Soforthilfe

Die niedersächsische GEW hat die Landesregierung Niedersachsens dazu aufgefordert, auch sogenannten Solo-Selbständigen in der Erwachsenenbildung finanzielle Hilfen zu ermöglichen.  Die GEW  Niedersachsen hat auch die kommunalen Spitzenverbände und den Bund für freie Erwachsenbildung und den Landesverband der Volkshochschulen gebeten, sich für die Honorarlehrkräfte einzusetzen.

In der Pressemitteilung der GEW heißt es: „Bisher haben Bundes- und Landesregierung zwar Programme aufgelegt, um die Folgen der Corona-Pandemie für Unternehmen abzumildern. Die Honorarkräfte in Einrichtungen der Erwachsenenbildung und in Integrationskursen sind von diesen Maßnahmen bisher jedoch nicht erfasst“, konstatierte die GEW-Landesvorsitzende Laura Pooth. Für den aktuellen Fall von Betriebsschließungen existierten keine Regelungen. Lohnfortzahlung oder Kurzarbeitergeld gebe es für diesen Beschäftigtenkreis, juristisch als arbeitnehmerähnlich bezeichnet, nicht.

„Der überwiegende Teil der betroffenen Personen unterrichtet in Schulabschlusskursen, Kursen für Deutsch als Fremdsprache sowie in den Integrationskursen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, nimmt also wichtige gesellschaftliche Aufgaben wahr. Ziel muss es nun sein, die Förderprogramme der Corona-Krise für diesen Kreis von Solo-Selbständigen schleunigst zu öffnen. Damit sollte Niedersachsen Bundesländern wie NRW und Baden-Württemberg folgen“, forderte Pooth. Der GEW-Landesverband habe daher Ministerpräsident Stephan Weil sowie Wirtschaftsminister Bernd Althusmann und Wissenschaftsminister Björn Thümler angeschrieben. „Der Ausfall ihrer Kurse führt dazu, dass Honorar-Lehrkräfte in eine existenzgefährdende Notlage geraten. Ihre Einkommen liegen ohnehin im Bereich der Armutsgrenze, da sie als Solo-Selbständige ihre Sozialversicherungsbeiträge allein bezahlen müssen“, führte Pooth aus. Als letzte Möglichkeit bliebe ihnen derzeit nur das Arbeitslosengeld II (Hartz IV), was verhindert werden müsse.

Die  GEW, sowohl der Hauptvorstand als auch die Landesverbände, setzt sich schon seit Wochen für Solo-Selbstständige und DaFZ-Lehrkräfte ein. Was schon getan wurde, lässt sich dem unserem Beitrag "Das Engagement der GEW für die DaFZ-ler" entnehmen.

(as)

Unterstützung bei der Beantragung der Soforthilfe

Ab dem 01.04. sind die Länderprogramme mit der Bundeshilfe zusammengelegt, sodass sich die Bestimmungen geändert haben. Es ist auf jeden Fall notwendig, die Merkblätter und FAQs sorgfältig zu lesen und Hotlines anzurufen. Mehr Infos und vor allem die zuständigen Stellen der Länder, über die Beantragung und Auszahlung laufen, befinden sich in der Pressemitteilung des Bundesfinazministeriums.

Die alten Corona-Hilfe-Webseiten von z.B. Bayern, Berlin, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Thüringen,  Niedersachsen, Hamburg, Hessen werden ständig aktualisiert.

Die Anträge sind leider stellenweise nicht klar. Wie soll man denn "existenzbedrohliche Wirtschaftslage" bzw. "Liquiditätsengpass" verstehen und nachweisen? Wie steckt hinter der folgenden Voraussetzung: "Vor Inanspruchnahme der Soforthilfe ist verfügbares liquides Privat-/ Geschäftsvermögen einzusetzen."

Die Abdeckung der Lebenshaltungskosten ist in Niedersachsen und wohl in vielen anderen Bundesländern kein Bestandteil der Förderung. In Berlin und Baden-Württemberg scheint es aber möglich zu sein, auch für den Lebensunterhalt die Corona-Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es wäre wichtig danach zu fragen, ob man die Soforthilfe für Steuern und Sozialabgaben in Anspruch nehmen kann. 

Das Bündnis ermuntert einzelne Lehrkräfte oder besser Gruppen von Lehrkräften, sich an die Politiker*innen vor Ort zu wenden. Es ist nämlich möglich, dass eine Stadt ihre VHS anweist, z.B. die Honorare für alle abgesagten Kurse zu zahlen, als ob alle geplanten Stunden durchgeführt worden wären. Das machen schon einige VHS-en, z.B. in Leverkusen, Berlin, Hannover oder Frankfurt am Main. In Hannover hat die Stadt ihre eigene Soforthilfe gestartet, auch für die Freiberufler.

Mehr Infos findet man in den beiden Anhängen des von der GEW Bayern veröffentlichten, ausführlichem und ständig aktualisierten Infoblattes Honorardozent*innen und Lehrbeauftragte: Einkommensausfall wegen „Corona“. Der GEW-Experte Erwin Denzler beschäftigt sich dort zwar mit dem bayerischen Antrag, aber die Probleme sind in anderen Bundesländern ähnlich. Inzwischen sieht die bayerische GEW die Soforthilfe Bayerns sehr skeptisch und rät von ihr ab.

Einen sehr guten Überblick über die Programme mit Links und Adressen für Anträge bietet ver.di mit der Webseite "Corona FAQ für Solo-Selbstständige" . Wie die GEW befasst sich auch ver.di mit Arbeitsrecht, Sozialabgaben und Steuern.

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte rät dazu, nichts zu überstürzen, gut zu recherchieren, die Hotlines der zuständigen Stellen anzurufen und sich z.B. bei der IHK beraten zu lassen. Zurzeit ist kaum etwas klar, und nicht einmal Politiker*innen und Expert*innen wissen genau, wie einzelne Bestimmungen, die sich oft auch ändern oder einander widersprechen, auszulegen sind.

Leider können sehr viele DaFZ-ler nicht von den Soforthilfen profitieren. Es existieren aber noch andere Möglichkeiten (Steuervorauszahlungen stoppen, KV- und RV-Beiträge reduzieren oder stunden lassen, Wohngeld, Kinderzuschlag) und im Notfall die Grundsicherung (Hartz IV), die jetzt sechs Monate lang ohne Vermögensprüfung beantragt werden kann. Vorsichtshalber sollte aber bei der Beantragung der Grundsicherung nachgefragt werden, ob später nicht eine nachträgliche Vermögensprüfung vorgesehen ist. Das BMAS hat dem Bündnis versichert, dass es keine nachträgliche Prüfung geben wird.

 (as)

Zwei Telekonferenzen mit Bundesministerien

Am 01. April nahmen drei VertreterInnen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte an zwei Telekonferenzen teil, zuerst mit dem für Integrationskurse zuständigen Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat und danach mit dem für Berufssprachkurse verantwortlichen Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Eigentlich waren beide Treffen in Berlin geplant gewesen, aber wegen der Corona-Krise fanden sie als Telekonferenz statt.

 

Am zweieinhalbstündigen Gespräch mit dem BMI nahmen Dr. Juliane Rapp-Lücke (Leiterin des Referats Rechtsangelegenheiten und Maßnahmen der Integration) mit zwei MitarbeiterInnen und Uta Saumweber-Meyer (Leiterin der Abteilung Integration und gesellschaftlicher Zusammenhalt im BAMF) mit einem Mitarbeiter und für das Bündnis Dr. Claudia Liehr-Molwitz und Artur Sieg teil. Das zweistündige Gespräch im BMAS fand mit Frau Dr. Gunilla Fincke und zwei MitarbeiterInnen statt. Für das Bündnis waren Lioba Geier, Dr. Claudia Liehr-Molwitz und Artur Sieg dabei.

 

Zuerst wurde den beiden Ministerien die Petition "Gebt der Erwachsenen- und Weiterbildung eine Zukunft!" übergeben und über die prekäre Lage der Lehrkräfte in diesem Bereich gesprochen, die jetzt durch die Corona-Krise noch verschärft wurde. Die KollegInnen betonten, dass die Situation der Erwachsenbildung jetzt nicht so katastrophal wäre, wenn die Politik (auf allen Ebenen) auf das gehört hätte, was die Gewerkschaften, die Verbände (z.B. DVV) und die Lehrkräfte seit Jahrzehnten fordern und vorschlagen, wie z.B. eine bessere und nachhaltige Finanzierung der Erwachsenenbildung und soziale Standards.

(as)

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TV-Berichte über DaFZ-Lehrkräfte in der Corona-Krise

Der BR berichtet in seinem Beitrag "Keine Corona-Soforthilfe für freiberufliche Lehrer und Dozenten" über die besonders schwere Lage der DaFZ-Lehrkräfte in der Corona-Krise. Der Anlass ist ein Brief von Nürnberger Dozent*innen an den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. 
"Wir haben als Deutschtrainerinnen die Flüchtlingskrise geschultert", heißt es im Brief "Wir haben dazu beigetragen, Pflegerinnen aus dem Ausland in den Arbeitsmarkt zu integrieren, die jetzt die aktuelle Krise mittragen."

Diese Kolleg*innen fühlen sich nun vom Staat im Stich gelassen, denn die Corona-Soforthilfe Bayerns und des Bundes scheint für die meisten freiberuflichen Dozent*innen nicht zu greifen. 

Das Bayerische Wirtschaftsministerium teilte dem BR mit, die Corona-Soforthilfe sei in erster Linie als Hilfe bei betrieblichen Liquiditätsengpässen wie Mietzahlungen, Pacht oder Mitarbeiter-Gehältern gedacht.  "Wenn es hauptsächlich um die Bestreitung des persönlichen Lebensunterhaltes geht, halten wir das vom Bund beschlossene Sozialschutz-Paket für die geeignetere Unterstützungsleistung." Mit dem Paket ist der Zugang zur Grundsicherung (Hartz IV) vereinfacht worden. Wegen der Corona-Krise gibt es in den nächsten sechs Monaten keine Vermögensprüfung. 

Die Kolleg*innen aus Nürnberg fordern Nachbesserung bei der Corona-Soforthilfe und werden dabei von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unterstützt.

Ausführlicher befasst sich mit diesem Fall die Bayerische Staatszeitung. Dort kommt auch der GEW-Sekretär Erwin Denzler zu Wort, der es kritisch sieht, dass die Förderung nur laufende Betriebsausgaben wie Mieten für Geschäftsräume betrifft: „Aber der eigene Lebensunterhalt und die Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung müssen trotzdem bezahlt werden.“ Laut Denzler haben einige Bundesländer, etwa Baden-Württemberg und Berlin, deshalb bei der Soforthilfe bestimmte Beträge für den Lebensunterhalt anerkannt.

Auch das Erste berichtet in seinem ARD EXTRA (ab Min. 5:35) über die DaFZ-ler, und zwar über einen Kollegen aus Mainz, dem nicht anderes übrigbleibt, als Hartz IV zu beantragen, weil Rheinland-Pfalz die Soforthilfe nur dann gewährt, wenn man laufende Betriebskosten hat. Der Kollege hatte vorgestern einen Hilferuf an Politiker*innen auf YouTube veröffentlicht.

(as)

BAMF verlegt Berufssprachkurse in virtuelle Klassenzimmer

Bild von Jan Vašek auf Pixabay
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Im aktuellen Trägerrundschreiben (5/2020 für BSK) des BAMF steht geschrieben, dass  für den Unterbrechungszeitraum möglichst alle Berufssprachkurse in virtuellen Klassenzimmern stattfinden sollen. "Für Teilnehmende, deren Kurs nicht im virtuellen Klassenzimmer fortgeführt wird, besteht die Möglichkeit, an den vom BAMF geförderten OnlineTutorien teilzunehmen. Darüber hinaus soll allen Teilnehmenden empfohlen werden, verstärkt die im Internet kostenfrei zur Verfügung gestellten Selbstlernangebote zu nutzen."

Die Anlage 1 befasst sich mit der Umsetzung. Der Unterricht im virtuellen Klassenzimmer soll in Teilzeit stattfinden, damit sich die TN und Lehrkräfte daran gewöhnen können. Das BAMF empfiehlt nicht mehr als 3 Unterrichtseinheiten am Tag. "Ausnahmen sind auf höheren Sprachniveaus möglich (z. B. Kurse im Anerkennungsverfahren für akademische Heilberufe).  Zu Kursende sollen die prüfungsvorbereitenden Unterrichtseinheiten (UE) wieder im Rahmen eines Präsenzunterrichts durchgeführt werden. Hierfür können die Kurse um einen angemessenen Zeitraum, verlängert werden." 

Das BAMF erwartet von der Lehrkraft, dass sie auf einen ausreichenden Sprachanteil der Teilnehmenden im virtuellen Klassenzimmer achtet. Sie aktiviere die Teilnehmenden, verschriftliche Fragen, Erklärungen und schwierige Punkte wie üblich und protokolliere den jeweiligen Lernfortschritt.

Zu Vergütung , Konzept, Konferenzplattformen, Fortbildung, technischer Ausstattung und Vorkenntnissen der Lehrkräfte steht nichts in den acht Anlagen des Trägerrundschreibens. Der vierten Anlage, die sich mit den Tutorien befasst, ist allerdings zu entnehmen, dass die Lehrkräfte für ihre Arbeit als Tutor 35 € pro UE erhalten.

Es ist zweifellos richtig vom BAMF, in der Corona-Krise über digitale Lernformen und sogar über Online-Unterricht nachzudenken. Es muss zuerst abgewartet werden, was noch vom BAMF kommt. Wenn aber nichts oder wenig kommt,  dann wird es allein wegen nicht ausreichender technischer Ausstattung und Kompetenz der TN, Lehrkräfte und auch der Träger nicht gelingen, viele Berufssprachkurse in virtuelle Klassenräume zu verlegen. Zu begrüßen sind auf jeden Fall die Online-Tutorien, für deren Betreuung die Lehrkräfte bezahlt werden.

(as)

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Lehrkräfte schreiben Politik an

Die Corona-Krise hat die prekäre Lage der Lehrkräfte in der Erwachsenenbildung nicht nur gnadenlos offengelegt, sondern sie so verschärft, dass viele Kolleg*innen in unserer Branche vor dem finanziellen Ruin stehen. Hätten die Politik und auch mehr Lehrkräfte auf unser Bündnis und die GEW oder ver.di gehört,  wäre jetzt die Lage der Lehrkräfte und der ganzen Erwachsenbildung nicht katastrophal.

In dieser Situation wenden sich nicht nur Verbände, Gewerkschaften und unser Bündnis an die Politik mit der Bitte um sofortige Hilfe, sondern auch viele Lehrkräfte, einzeln oder als Gruppe. 

Unser Bündnis hat schon einige Bundes- und Landesministerien, das BAMF, die Gewerkschaften, Medien und einzelne Behörden kontaktiert. Das Bündnis ermuntert aber auch einzelne Lehrkräfte oder besser Gruppen von Lehrkräften, sich an die Politiker*innen vor Ort zu wenden. Es ist nämlich möglich, dass eine Stadt ihre VHS anweist, z.B. die Honorare für alle abgesagten Kurse zu zahlen, als ob alle geplanten Stunden durchgeführt worden wären. Das machen schon einige VHS-en, z.B. in Leverkusen oder Frankfurt am Main.

In den letzten Tagen haben einige Gruppen und Kolleg*innen aus unserem Bündnis ihre Städte angeschrieben, auf ihre Verantwortung hingewiesen und um Hilfe gebeten, auch nach der Corona-Krise. Wir veröffentlich unten die Schreiben der Honorarkräfte Köln, des Bonner Offenen Kreises und einer bayerischen Gruppe als Muster bzw. Vorlage für eventuelle weitere Briefe.

In Leipzig ist vor einigen Tagen eine neue Gruppe entstanden: Lehrkräfte gegen Prekarität. Wir veröffentlichen auch ihren Offenen Brief. Die Gruppe hat einen Auftritt  auf Facebook.

(as)

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Das Engagement der GEW für die DaFZ-ler

Die GEW informiert in ihrer Pressemitteilung  „Regierung muss Honorarlehrkräfte finanziell absichern“ über ihren Brief (16.04.) an Bundeskanzlerin Merkel, in dem die finanzielle Absicherung der Honorarlehrkräfte in Deutschland angemahnt wird.

Laut Ansgar Klinger, GEW-Vorstandsmitglied für Berufliche Bildung und Weiterbildung, muss der Bund als öffentlicher Auftraggeber das Risiko der höheren Gewalt für den Ausfall von Unterricht durch die Corona-Krise in der von ihm verantworteten Weiterbildung übernehmen. „Der Unterricht, der durch die Corona-Krise ausfällt, gefährdet die Existenz der Lehrkräfte und der Träger. Die Bundesregierung muss sie unter den ‚Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen stellen.“

Das betrifft die Integrationskurse, für die die Bundesministerien zuständig sind, die Berufssprachkurse, die „Arbeitsmarktdienstleistungen“ im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit und die Sprachkurse des Goethe-Instituts. „Die Lehrkräfte in diesen Kursen sind zum großen Teil sogenannte Soloselbstständige, die ihren Lebensunterhalt überwiegend aus den Honoraren ihrer Lehrtätigkeit bestreiten. Sie geraten in eine Notlage, wenn es keinen Ausgleich für den Honorarausfall gibt“, betonte Klinger. „Ihre Einkommen sind ohnehin nahe der Armutsgrenze, da sie als Selbstständige ihre Sozialversicherung allein bezahlen müssen. Rücklagen haben sie keine, um die Zeit des Unterrichtsausfalls zu überbrücken.“

Auch die Länder und Kommunen, die beispielsweise für die Volkshochschulen verantwortlich sind, forderte Klinger auf, die Lehrkräfte und Bildungsstätten abzusichern.  Schon am Mittwoch setzte sich die GEW Baden-Württemberg in einem Schreiben an die Oberbürgermeister*innen und Bürgermeister*innen im Land dafür ein, dass die Kommunen den Lehrkräften in diesem Notfall zur Seite stehen und den Ausfall der Honorareinkünfte für die Schließzeit ausgleichen. Viele Honorarkräfte würden arbeitsrechtlich als arbeitnehmerähnlich bezeichnet und daher als „sozial schutzbedürftig“ (Tarifvertragsgesetz § 12 a und Bundesurlaubsgesetz) bewertet. Für den aktuellen Fall von Betriebsschließungen gebe es für sie jedoch (noch) keine Regelung. "Die soziale Schutzbedürftigkeit dieser Personengruppe und der Stellenwert der Arbeit gebietet, das Risiko der höheren Gewalt in dieser Situation nicht dem schwächsten Glied in der Kette aufzuladen. Dieses Risiko sollte der Auftraggeber übernehmen." 

Auch die GEW Niedersachsen engagiert sich für die Erwachsenenbildner*innen. Auch ihrer Webseite heißt es: „Honorarkräfte an Volkshochschulen und andere Einrichtungen der Erwachsenenbildung verfügen oft nur über gering bezahlte Lehraufträge. Wenn diese in Zeiten von Corona wegfallen, verlieren die Betroffenen vielfach sämtliche Einkommensquellen. Hier sollte das Land Niedersachsen einspringen und nicht rückzahlbare Finanzhilfen gewähren. Die zumeist prekären Arbeitsverhältnisse in der Erwachsenenbildung sind bereits schlimm genug, nun darf die Landespolitik die Betroffenen nicht vollends im Regen stehen lassen.“ Ähnliches müsse auch für Lehrbeauftragte an den Hochschulen sowie für die in Integrations- und Sprachkursen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Tätigen gelten. „Das Land Niedersachsen sollte den Bund auffordern, die in ihrer Existenz bedrohten Beschäftigten mit Finanzhilfen zu unterstützen-"

Die GEW Bayern veröffentlichte  schon vor einer Woche ein sehr ausführliches und ständig aktualisiertes Infoblatt: Honorardozent*innen und Lehrbeauftragte: Einkommensausfall wegen „Corona“

(as)

Was tun, wenn das Honorar wochenlang ausfällt

Die meisten von uns werden jetzt 4-5 Wochen keinen Verdienst haben. Bis bzw. falls Nothilfen der Regierung kommen, kann es lange dauern. Trotzdem ist es wichtig, sich ständig über Hilfsprogramme der Länder und des Bundes zu informieren. Zurzeit macht wohl Bayern die beste Arbeit. Sein "Soforthilfe Corona" richtet sich auch an Freiberufler, "die durch die Corona-Krise in eine existenzbedrohliche wirtschaftliche Schieflage und in Liquiditätsengpässe geraten sind."

Auch die Bundesregierung hat schnelle Hilfen zugesagt, schon erste Hilfspakete gestartet und arbeitet an weiteren. Laut Sozial- und Arbeitsminister Hubertus Heil wird es für Solo-Selbstständige "auch einen Nothilfefonds geben, durch den existenziell Gefährdete wie Kleinstselbständige ein soziales Sicherungsnetz erhalten sollen." Aktuelle Infos befinden sich auf der Webseite des BMAS.

 

Unabhängig von staatlichen Hilfsprogrammen kann man aber auch selbst schnell einiges unternehmen:

1. Es wäre gut, das Finanzamt zu kontaktieren und zu versuchen, die Vorauszahlungen auf 0 € setzen zu lassen.

2. Man kann versuchen, die Beiträge für RV und vor allem für die KV neu berechnen zu lassen, damit sie niedriger sind. Normalerweise geht das erst nach einigen Monaten mit viel niedrigerem Verdienst, aber jetzt ist Ausnahmesituation. Je mehr von uns es versuchen, desto schnell sieht die Politik ein, dass Regeln anders ausgelegt werden müssen.

3. Man kann sich arbeitslos melden. Auf ALG I dürften nicht viele von uns Anspruch haben, aber beim ALG II (Hartz 4) sieht es wohl anders aus. Normalerweise muss man aber bis auf ein kleines Schonvermögen fast alles aufbrauchen, was man hat, bis man vom Staat unterstützt wird. Hartz IV bzw. Grundsicherung kann man auch ergänzend beantragen, also aufstocken. Laut Bundesregierung soll das Verfahren jetzt schnell und unbürokratisch sein.

4. Es ist auch möglich, Wohngeld zu beantragen, auch für Eigentumswohnungen. Anders als beim Hartz IV wird das Wohngeld auch bei vorhandenem Vermögen in den meisten Fällen gewährt , weil die Freigrenzen sehr hoch angesetzt sind.

5. Man kann seinen Träger um einen Vorschuss auf künftige Honorare bitten. Es gibt schon welche, die es von sich aus angeboten haben. Wenn man aber einen Vorschuss annimmt, wird es wahrscheinlich schwierig, ALG II oder Soforthilfe zu erhalten.

6. Es wird wohl sehr schwierig sein, schnell einen anderen Job zu finden. Aber es wäre zweifellos gut, auch für die Zeit nach Corona, sich mit dem Thema Online-Unterricht auseinanderzusetzen. Wenn die Krise länger dauert, werden wir wohl alle online unterrichten müssen. Zurzeit ist der Online-Unterricht im den BAMF-Kursen nicht erlaubt, aber das BAMF denkt über Alternativen nach.

 

Das wären alles Schritte, die auf der persönlichen Ebene unternommen werden können. Nicht weniger wichtig ist aber die politische Ebene. Da gibt es auch vieles. womit wir Druck machen können:

1. Man sollte an die Rechtsstelle seiner Gewerkschaft oder an seine Rechtsschutzversicherung schreiben und fragen, welche Rechte man hat. Sind unsere laufenden Verträge jetzt automatisch ungültig? Auf welche Gesetze muss ich mich berufen, um entschädigt zu werden? Da meistens der Wortlaut des Vertrags entscheidend ist, sollte ma sich auch persönlich um seinen Fall kümmern. Erste Info lassen sich in dem Infoblatt der GEW Bayern finden: Honorardozent*innen und Lehrbeauftragte: Einkommensausfall wegen „Corona“

2. Es wäre wichtig, die Behörden (Stadtverwaltung, Gesundheitsamt) anzuschreiben und nach Entschädigung zu fragen. Die ersten Behörden haben zwar schon Anträge auf Entschädigung nach § 56 IfSG abgelehnt, aber die Situation ändert sich ständig. Was gestern abgelehnt wurde, kann morgen gebilligt werden. Wenn wir still sitzen, werden wir wie schon oft einfach ignoriert. Wenn man schreibt, dann wäre es wichtig, dies gemeinsam mit anderen Kolleg*innen zu tun, auch um die Behörden zu schonen. 

3. Es wäre gut, einen kleinen Bericht über seine persönliche Situation und darüber, welche finanziellen Folgen die Corona-Krise hat, zu verfassen und ihn an den Träger, die Gewerkschaften, die lokale Politik, das BMAS und die Medien zu schicken. Die Zeit hat die Selbstständigen sogar in ihrem Artikel "Bedroht Corona Ihre Existenz?" dazu aufgerufen.  Auch ver.di bittet um Fallbeispiele. Man möchte an selbststaendige@verdi.de schreiben. Die Hamburger Kolleg*innen können ihre Berichte an die Hamburger GEW-Fachgruppe Erwachsenenbildung (detlef.zunker@gmx.de) senden.
4. Wer möchte, kann auch Politiker*innen persönlich anschreiben, auch die Bundeskanzlerin. Unten befindet sich als Beispiel bzw. Formulierungshilfe ein Brief, den heute zwei Kolleginnen aus Bayern an viele Politiker*innen verschickt haben. Je mehr Kolleg*innen solch einen Brief mit unterzeichnen, desto besser. 

5. Wer es noch nicht getan hat, sollte bitte die Petitionen  Hilfen für Freiberufler und Künstler während des "#Corona-Shutdowns"  und  Rettungsschirm für Honorarkräfte in Deutschkursen unterzeichnen und für sie werben.

6. Wer etwas Neues weiß (oder eine Idee hat), die/der möge das Bündnis informieren, damit es dann auf unserer Webseite für alle erscheint.

7. Generell wäre es hilfreich, auch für dei Zeit nach Corona, darüber nachzudenken, ob es nicht sinnvoll wäre, endlich einer Gewerkschaft, unserem Bündnis oder einer anderen Organisation beizutreten. Nur gemeinsam sind wir stark und können was erreichen. Unsere Einzelkämpfermentalität, Selbstisolierung und Passivität haben uns als Branchs bis jetzt nichts gebracht und nur den Trägern sowie der Politik genützt.

(as)

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Urlaubsentgelt: Gütetermin beim Arbeitsgericht

Vor dem Arbeitsgericht Stuttgart fand Anfang März der Gütetermin zum Thema Urlaubsentgelt an der Volkshochschule Stuttgart statt. Drei Honorarlehrkräfte hatten Klage eingereicht und gingen der im Oktober 2018 vom damaligen Sozialbürgermeister im Namen der Aufsichtsratsmitglieder der VHS Stuttgart ausgesprochenen Empfehlung nach, sich doch juristische Klarheit zu verschaffen: Besteht ein Anspruch auf Urlaubsentgelt oder nicht? Wo sich doch die Volkshochschule in erster Linie die Frage der Refinanzierbarkeit stellen müsse, da sie nicht wisse, aus und mit welchen Mitteln sie die Auszahlung des Urlaubsentgelts bestreiten solle. Von richterlicher Seite wurde die Arbeitnehmerähnlichkeit nicht in Frage gestellt und damit auch die wirtschaftliche Abhängigkeit und die daraus folgende soziale Schutzbedürftigkeit , die sich für die Klägerinnen ergibt, nicht angezweifelt. Schließlich hatten sie dauerhaft und ohne Unterbrechungen mehr als 50% ihrer Einkünfte bei ihrem Auftraggeber erworben. Damit erinnerte der Richter an das Urteil des Bundesarbeitsgerichtes vom 17.01.2006, in dem arbeitnehmerähnliche Personen Selbstständige sind und einen Anspruch auf Zahlung des Urlaubsentgelts haben, siehe §2 Abs.2 BUrlG. In den kommenden Tagen besteht für die Beklagte eine letzte Möglichkeit der außergerichtlichen Einigung zur Zahlung; sollte es dazu nicht kommen, wird das Gericht einen (Kammer-) Termin bestimmen. Unterstützung im Gerichtssaal erfuhren die drei Klägerinnen, obgleich zur üblichen Arbeitszeit am Vormittage, nicht nur von Kolleg*innen, sondern auch von Mitgliedern zweier Fraktionen des Gemeinderats, zwei Mitgliedern des Aufsichtsrats der VHS und freilich der GEW: der Referentin für Weiterbildung sowie der Rechtsschutzstelle.

Erwachsenenbildung demonstriert vor dem Landtag in Hannover

Gestern fand in Hannover vor dem Landtag eine Demonstration (Video) der niedersächsischen Erwachsenenbildung statt. Organisator war der Niedersächsische Bund für freie Erwachsenenbildung (nbeb), dem z.B. der VHS-Landesverband angehört. Die Demo war Teil einer Kampagne mit dem Motto "Erwachsenenbildung ist 1 % wert!" statt.  "Das Motto knüpft an eine alte Forderung an: 1% vom Bildungshaushalt sollen der vierten Bildungssäule (Schule, Berufsausbildung, Wissenschaft, Erwachsenen- und Weiterbildung) zukommen." hieß es in der Pressemitteilung des nbeb.

Prof. Dr. Gerhard Wegner (nbeb) forderte in seiner Rede eine deutliche Erhöhung und Verstetigung der Ausgaben des Landes für die Erwachsenenbildung. "Wir können nicht damit leben, dass seit 20 Jahren die Erwachsenenbildung nie mehr Geld bekommen hat." Es müsse endlich in Sachen Erwachsenenbildung ein Ruck durch den Landtag gehen.

Dr. Marie Kajewski (Katholische Erwachsenenbildung) betonte den großen Wert der Erwachsenenbildung für den sozialen Frieden und die Demokratie. Dr. Verena Kirchner (VHS Wolfsburg) ging auf die prekäre Lage der Lehrkräfte in der Erwachsenbildung ein. Sie kritisierte beispielweise die extrem niedrigen Honorare. Ihre Worte wurden noch von den in der Nähe stehenden DozentIinnen lautstark ergänzt, die z.B. auf Probleme im Krankheitsfall hinwiesen. Dr. Kirchner betonte auch, dass man bei der Erwachsenenbildung nicht nur darauf schauen müsse, was sie koste. sondern vor allem darauf, was sie einbringe, wenn z.B. Schulabschlüsse nachgeholt würden, junge Menschen Arbeit fänden oder Migrant*innen sich schnell und gut integrierten.

Zu den Demonstranten kamen viele für die Erwachsenenbildung zuständige Politiker*innen heraus: Björn Thümler (Minister für Wissenschaft und Kultur, CDU), Reinhold Hilbers (Finanzminister, CDU), Dr. Silke Lesemann (SPD-Sprecherin für Wissenschaft und Kultur), Jörg Hillmer (CDU-Sprecher für Wissenschaft und Kultur), Kurt Neubert (zuständig für Erwachsenen- und Weiterbildung im MWK), Ulf Thiele (CDU-Sprecher für Haushalt und Finanzen) u.a. Die beiden Minister und die beiden SprecherInnen für Wissenschaft und Kultur kamen auch zu Wort. 

An der Demo nahmen ca. 100 Personen, darunter ca. 30 Lehrkräfte, teil. Das Aktionsbündnis DaF Hannover, die hannoversche Gruppe des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte,  hatte die Demo unterstützt. Präsent waren vor allem viele Vertreter*innen verschiedener Verbände der niedersächsischen Erwachsenenbildung, z.B. Berbel Unruh, die Direktorin des niedersächsischen VHS-Landesverbandes. Auch einzelne Träger, vor allem der Bildungsverein, beteiligten sich an der Kundgebung.

(as)

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Politischer Termin des Bündnisses in Hannover

Ein Vertreter des Bündnisses und zwei Kolleginnen aus den Bereichen Italienisch und Gesundheitsbildung sprachen heute in Hannover mit Kerstin Tack, der Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion für Arbeit uns Soziales. Das war schon das dritte Treffen mit Frau Tack. 

Das Gespräch war sehr freundlich, offen und produktiv. Das Hauptthema bildete die Petition "Gebt der Erwachsenen- und Weiterbildung eine Zukunft!" bzw. die dort thematisierte prekäre Lage der Lehrkräfte in der Erwachsenenbildung. Die beiden Kolleginnen berichteten ausführlich über ihren Arbeitsalltag, ihr extrem niedriges Einkommen (22-25 € pro UE), die Perspektivlosigkeit in der Branche und die vorprogrammierte Altersarmut. Der Bündnis-Vertreter wies darauf hin, dass fast alle Lehrkräfte in der Erwachsenenbildung unter dem Mindestlohn in der Weiterbildung, also unter 38,05 € (in Honorar umgerechnet), bezahlt werden. Es wurde auch über die Notwendigkeit einer  Faktorisierung des Unterrichts gesprochen, um z.B. die 40-UE-Verträge zu verhindern.

Die KollegInnen wiesen darauf hin, dass die Einkommen der meisten Erwachsenenbildner seit Jahrzehnten praktisch ständig sinken. Sie betonten, dass in der Politik auf allen Ebenen endlich ein Umdenken bezüglich der Erwachsenenbildung stattfinden und das System reformiert werden müsse. Frau Tack sagte, dass die Erwachsenenbildung in der Tat von großer Bedeutung sei und noch ausgebaut werden müsse. Nachdem verschiedene Informationen, Ideen und Wege für eine Verbesserung der Lage ausgetauscht bzw. besprochen worden waren, sicherte Frau Tack zu, sich weiterhin für die DaFZ-Lehrkräfte und die Erwachsenenbildung einzusetzen und die zuständigen Politiker*innen für die Probleme dieser Branche zu sensibilisieren.  

(as)

Kleine Anfrage der CDU an den Hamburger Senat

Bild: Thomas Ulrich, Pixabay
Bild: Thomas Ulrich, Pixabay

Abgeordnete Franziska Rath (CDU) hat am 21.02.20 eine Kleine Anfrage an den Hamburger Senat gestellt: "Damit die Integration gelingt – Hat die prekäre Beschäftigung vieler DaZ-/DaF-Lehrkräfte Auswirkungen auf das Angebot an Deutschsprachkursen?"

Die Abgeordnete möchte vom Senat u.a. erfahren,  inwieweit für das Jahr 2020 die Honorare verbessert wurden oder unter welchen Voraussetzungen ein Urlaubsentgelt gezahlt wird beziehungsweise gezahlt werden soll. Sie fragt auch nach  eventueller Erhöhung der Honorare aller Kursleitenden auf 35 €.

Zum Schluss wird der Senat gefragt, inwieweit er sich bei den letzten Integrationsministerkonferenzen für eine Verbesserung der Arbeitssituation von DaF- und DaZ-Lehrkräften eingesetzt hat und ob der Senat plant, sich bei der nächsten Integrationsministerkonferenz im April 2020 für eine Verbesserung der Arbeitssituation von DaF- und DaZ-Lehrkräften einzusetzen.

Die Anfrage geht teilweise auf das „Tribunal Weiterbildung „Working poor“ für Lehrkräfte unter staatlicher Regie: Bestandsaufnahme – Was kann Hamburg tun?“ zurück,  auf dem es zum Kontakt der Hamburger CDU mit Mitgliedern des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte in der Hamburger GEW- Fachgruppe Erwachsenenbildung kam.

(as)

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Termin des Bündnisses bei Trägerverbänden in Hannover

Ein Vertreter des Aktionsbündnisses DaF Hannover, das dem Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte angehört, war am 11. Februar beim Landesverband der Volkshochschulen Niedersachsens zu Gast, wo er an einem Gespräch mit Berbel Unruh, der Direktorin des niedersächsischen VHS-Landesverbandes, und Prof. Dr. Gerhard Wegner, dem Vorsitzenden des Niedersächsischen Bundes für freie Erwachsenenbildung e.V. (nbeb), teilnahm.

In dem sehr freundlichen, offenen und produktiven Gespräch berichtete der Bündnis-Vertreter über die prekäre Lage der Lehrkräfte und die Aktivitäten des Bündnisses. In diesem Zusammenhang wurde auch die Bündnis-Petition "Gebt der Weiter- und Erwachsenenbildung eine Zukunft!" thematisiert. Im weiterem Verlauf des Gesprächs wurde darüber diskutiert, wo Gemeinsamkeiten bestehen und auf welche Weise die Träger und Lehrkräfte zusammenarbeiten könnten, um einige Ziele, vor allem eine bessere Finanzierung der Erwachsenenbildung, zu erreichen.

(as)

Minister Heil wird über prekäre Arbeit der DaFZ-Lehrkräfte informiert

Straßentheater in Hannover, 2017
Straßentheater in Hannover, 2017

Zwei Vertreterinnen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte (aus Mannheim und Speyer) nahmen vorgestern an einer Veranstaltung mit Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil in Ludwigshafen teil. Bei der Veranstaltung handelte es sich um die Dialogtour Hin. Gehört. Ziel dieser Reihe ist eine Diskussion mit dem Minister darüber, wie Leben und Arbeit vor Ort verbessert werden können.

 

"Zunächst gab es in vier parallelen Dialoginseln die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen: Wie kann Arbeit geschaffen werden, die zum Leben passt? Wie bleibt man fit im Beruf? Und was kann der Sozialstaat heute und in Zukunft leisten?" Anschließend richteten die Bürger*innen konkrete Anliegen und Fragen an den Minister. 

 

Die beiden Vertreter*innen des Bündnisses bekamen die Gelegenheit, die prekäre Lage der DaF/DaZ-Lehrkräfte zu schildern. Sie konnten mehrfach sowohl mit Hubertus Heil als auch mit hohen Beamten aus seinem Ministerium sprechen. Den beiden Kolleginnen wurde ein Termin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Berlin versprochen.

(as)

Deal des Goethe-Instituts mit der Rentenversicherung

Die GEW nimmt in ihrem Beitrag „Ein Schlag ins Gesicht der Lehrkräfte“ Stellung zur Einigung des Goethe-Instituts mit der Deutschen Rentenversicherung. Die Gewerkschaft nennt sie einen sozialpolitischen Skandal und „Ablasshandel“, denn den Honorarlehrkräften würden Nachzahlungen drohen, während sich der Arbeitgeber mit offiziellem Segen die Hände in Unschuld wasche.

"Am 16. Januar 2020 verkündete der Vorstand des Goethe-Instituts in einer Rundmail, dass die Betriebsprüfung durch die Deutsche Rentenversicherung (DRV) abgeschlossen sei - nach drei Jahren zähen Verhandelns. Das überraschende Ergebnis: Entgegen der ursprünglichen Annahme der DRV, dass nahezu alle Honorarlehrkräfte „scheinselbständig“ gewesen seien, kommt sie nun zum gegenteiligen Urteil. Kurz darauf flatterten den ehemaligen Lehrkräften entsprechende Mitteilungen der Rentenversicherung ins Haus. Jetzt droht ihnen eine individuelle Überprüfung, ob sie ihrer Versicherungspflicht als selbständige Lehrkräfte nachgekommen sind – mit womöglich hohen Beitragsforderungen. Die GEW bewertet das Prüfergebnis als fragwürdig und wirft der DRV „Tatsachenverdrehung“ und „Realitätsverleugnung“ vor – zu Lasten der Honorarlehrkräfte."

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte hatte die Kolleg*innen vom Goethe-Institut schon im Februar 2017 mit einer Presseerklärung und einem Offenen Brief an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. unterstützt. Das Bündnis kritisierte in seinen politischen Gesprächen den Umgang des GI mit seinen Lehrkräften, die zuerst keine Aufträge bekamen und dann Verträge zu unterschreiben hatten, die, um einen möglichen Verdacht der Scheinselbstständigkeit zu verhindern, Bedingungen und Bestimmungen enthielten, die praktisch Schikanen bedeuteten.

(as)

Hamburg: Die GEW fordert 58 € für Lehrkräfte in Integrationskursen

Während sich das im November stattgefundene "Tribunal Weiterbildung" an die Hamburger Politik richtete, wurden zur GEW-Veranstaltung "Bündnis für gute Weiterbildung" am 3. Februar Bundespolitiker*innen eingeladen. 

Anwesend waren Petra Densborn (BBB, Vorstandsmitglied des Bundesverband der Träger beruflicher Bildung e.V.), Ansgar Klinger (OB Berufliche Bildung und Weiterbildung, GEW Hauptvorstand), Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn (MdB, Bündnis 90 / DIE GRÜNEN), Sabine Zimmermann (MdB, DIE LINKE), Dirk Mescher (Geschäftsführer GEW Hamburg),  Detlef Zunker (Hamburger GEW Fachgruppe Erwachsenenbildung), Dr. Claudia Liehr-Molwitz (Sprecherteam Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte) sowie zahlreiche  weitere DaZ-Lehrkräfte und Dozent*innen aus der Weiterbildung. 

Nach der Begrüßung durch den Moderator, Dirk Mescher,  erhielt Detlef Zunker  das Wort und nannte  einige Namen  von Bundespolitikern der großen Koalition vom Bundesarbeitsminister Heil angefangen, aber auch der FDP, die  der Einladung nicht gefolgt waren. Von der Hamburger SPD waren auch Bundestagsabgeordnete eingeladen, die alle abgesagt haben. Detlef Zunker schloss daraus, dass die Abwesenden wohl doch nicht „Die ganze Stadt im Blick“ (Wahlkampfmotto der Hamburger SPD) haben würden.

(clm)

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3. Februar, Hamburg: GEW-Veranstaltung „Working poor“ für Lehrkräfte unter staatlicher Regie

Nach dem im November stattgefundenen "Tribunal Weiterbildung" lädt die Hamburger GEW zu einer zweiten Veranstaltung ein: "Bündnis für gute Weiterbildung" am 3. Februar 2020, 19.00 - 21.00 Uhr im Curiohaus, Rothenbaumchaussee 15, Raum ABC"

Dieses Mal wird der Blick auf die Bundesebene und Bundespolitik gerichtet. "Denn viele Rahmenbedingungen für die Arbeit in der Erwachsenenbildung werden auf Bundesebene entschieden: Honorarhöhen von BAMF-finanzierten Kursen oder in Maßnahmen der Arbeitsagentur. Deshalb ist unsere Frage, welche Schritte wir auf Bundesebene tun und anschieben können, um aus dem „working poor“ herauszukommen. Lässt sich ein Bündnis für Weiterbildung organisieren, das die Arbeitsbedingungen deutlich verbessert?

Kernforderungen der GEW: Honorar 58 € pro Unterrichtseinheit, 38 € Mindesthonorar, max. 25 Unterrichtsstunden/Vollzeitstelle, Festbeschäftigung bei Regelaufgaben, Tarifpflicht bei Unternehmen, die öffentliche Aufträge erhalten."

Podium:

Petra Densborn, BBB,  Bundesverband der Träger beruflicher Bildung e. V.

Ansgar Klinger, OB Berufliche Bildung und Weiterbildung, GEW Hauptvorstand

Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn  (BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN)

Birke Bull-Bischoff (DIE LINKE)

N. N. (SPD)

N. N. (CDU)

Moderation:

Dirk Mescher, Geschäftsführer GEW Hamburg

Umgang mit traumatisierten Teilnehmer*innen

Bericht eines Kollegen aus Österreich:

Für manche Dinge gibt es keine guten Worte. Auch nicht auf Deutsch.

Eine syrische Teilnehmerin erzählt im Deutschkurs, dass sie gestern vom Tod ihres Cousins erfahren hat. Er ist auf der Flucht über das Mittelmeer vor der griechischen Küste ertrunken.

Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Mit der Adjektivdeklination kann ich schlecht weitermachen. Ich habe einen „Panic Button“ im Kursraum für den Fall, dass Teilnehmer*innen aggressiv werden, aber keinen für solche Situationen. Also ziehe ich die Pause vor und beende die Einheit.

Von den Kolleg*innen im Pausenraum können fast alle ähnliche Geschichten von Kursteilnehmer*innen erzählen – Menschen aus Tschetschenien, Afghanistan, Uganda und anderen Teilen der Welt, die wir hauptsächlich aus Kriegs- und Katastrophenmeldungen in den Nachrichten kennen.

Wir arbeiten mit Menschen, die schwere traumatische Erfahrungen gemacht haben und noch immer machen. Meine Kursteilnehmerin kommt, wie einige andere in meinen Kursen, aus Syrien. Assad hat gerade eine Militäroffensive gestartet, um ihre Heimatstadt einzunehmen. Wie sollen diese Menschen sich die korrekte Verwendung von Präpositionaladverbien konzentrieren, wenn in diesen Stunden das, was von ihrer Heimatstadt noch steht, von der Armee eines Diktators auf der einen Seite und islamistischen Milizen auf der anderen in Schutt und Asche gelegt wird?

Ein Deutschkurs dauert knapp 4 Monate: 5 Tage die Woche, täglich 3 Stunden. Wir verbringen während dieser Dauer mit diesen Menschen wohl so viel Zeit wie viele Beschäftigte im Sozialbereich mit ihren Klient*innen. In vielen Berufen, die im Arbeitsalltag mit denselben oder ähnlichen Situationen konfrontiert sind, gehört Supervision zur Arbeitszeit: in Ruhe über alles reden, das eigene Verhalten beobachten und ändern lernen, um einigermaßen professionell damit umgehen zu können anstatt auszubrennen oder einzufrieren. Bei uns gibt es alle zwei Monate einen Supervisions-Termin – außerhalb der Arbeitszeit.

Heute wurde ich in der Arbeit gefragt, was ich brauche, um besser arbeiten zu können. Neben ausreichender bezahlter Vor- und Nachbereitungszeit für meine Kursstunden sowie einem anständigen Gehalt für die Arbeit, die wir leisten, ist Supervision in der Arbeitszeit dafür das absolut Mindeste, um nicht daran zu zerbrechen.

Ich habe ihr an dem Tag nur zeigen können, dass man auf Deutsch „mein Beileid“ sagt, wenn man ausdrücken möchte, dass man ebenfalls trauert. Und das ist so unendlich viel zu wenig.

(sk)

Qualität der BAMF-Kurse

Der Deutschlandfunk Kultur befasst sich in seinem Beitrag "Wie gut sind die Deutschkurse" mit der Qualität der BAMF-Kurse.

Ein Kollege weist darauf hin, dass es in den Kursen zu unterschiedliche Lerner-Typen gibt und dass 300 UE oft nicht genug für die Alphabetisierung sind. Der Unterricht durch Ehrenamtliche schade nicht selten den Lernenden. "Das, was die bei Ehrenamtlern gelernt hatten, mussten wir wieder zurückschrauben, weil wir lautieren müssen."

Auch Professor Henning Lobin, der Direktor des IDS in Mannheim übt Kritik an der zu großen Heterogenität er Lern-Gruppen. „Unsere Aussage ist ja nicht die, diese Kurse sind schlecht. (...) Unsere Aussage ist die, dass diese Kurse besser werden könnten, wenn man stärker auf die Eigenschaften der Teilnehmer schauen würde, wenn man also ein bisschen mehr differenzieren würde. Denn es gibt zwei wesentliche Parameter, nach denen sich die Gruppen klar unterscheiden lassen, im Hinblick auf ihre Entwicklungspotentiale: Das eine ist das Alter und das andere ist der Bildungshintergrund.“  Das BAMF hat Prof. Lobin und einige andere Wissenschaftler eingeladen, um mit ihnen über die Konzeption der Kurse zu diskutieren.

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte hat sich bereits ausführlich dem BAMF und den zuständigen Politiker*innen gegenüber zu diesem Thema geäußert und vieles vorgeschlagen, um die Qualität der Kurse und Ergebnisse der TN zu verbessern: deutliche Verbesserung der Lage der Lehrkräfte, Einbeziehung der Expertise der Lehrkräfte, bessere Einstufungstests, differenziertere Kursformate, mehr Unterrichtsstunden für die TN, einfachere Möglichkeiten, die TN schon früh zurückzustufen, keine zentrale Zuweisung der TN und kein Trägerwechselverbot, C2 als Voraussetzung für Lehrkräfte, kostenlose Fortbildungen, technische Standards für Träger usw.  Das Bündnis hat auch darauf hingewiesen, dass der DTZ (Deutschtest für Zuwanderer) in vielerlei Hinsicht nicht ganz dem B1-Niveau des GER entspricht und dass die Lösung nicht in der Vereinfachung der Abschlussprüfung liegen kann.

(as)

 

 

Erstorientierungskurse. Bericht einer Kollegin

Erstorientierungskurse für Asylbewerber*innen mit unklarer Bleibeperspektive (EOK) sind für solche Menschen, die wenig Chancen auf Asyl und auf einen Integrationskurs haben. Solange ihr Asylverfahren läuft, sollen sie sich in Deutschland zurechtfinden können.  Die Kurse umfassen 300 UE und enthalten auch Exkursionen. Das BAMF lässt die Kurse über die Länder in Projekten durchführen. 

In einem solchen Kurs habe ich unterrichtet. Unsere Teilnehmenden waren schon länger – alle mindestens ein Jahr – in Deutschland und warteten eigentlich auf einen Deutschkurs – das sollten wir aber ja gerade nicht machen. Deshalb waren viele TN frustriert und blieben wieder weg. 

Wir konnten viele Exkursionen machen, Fahrtkosten und Eintrittsgelder wurden übernommen. Das war sehr schön, kostet aber in der Vorbereitung viel (unbezahlte) Zeit.

Zum Glück hatten wir TN, die für die anderen übersetzt haben. Sonst wäre es gar nicht gegangen. Ich habe immer Material in den Sprachen der TN gesucht und damit gearbeitet, zum Straßenverkehr, zur Ernährung usw. gibt es viel – wenn man Zeit zum Suchen hat.

Es gibt 11 Module, davon darf ich aber nur 6 auswählen, um sie zu unterrichten. Mehr Infos gibt es im Curriculum. Tatsächlich  wollte ich aber auf alle Themen eingehen, um die Fragen der TN beantworten zu können. Noch ist der Aufbau des Kurses sehr starr, das wird sich aber hoffentlich in Zukunft ändern.

Allerdings ist die Gruppe mit 20 Personen zu groß für einen Besuch im Supermarkt oder auf der Bank. Maximal 10 TN können mich hören und meinen Erläuterungen folgen. Das wird sich wohl nicht ändern.

Die Stunden und das Geld hätte ich gern während oder nach einem Integrationskurs, um dann genug Sprache zur Verfügung zu haben, um die anspruchsvollen Themen zu meistern.

Grundsätzlich finde ich die Idee, einen Kurs vor dem IK zu haben, sehr gut. Der sollte aber dann direkt nach der Ankunft der Menschen angeboten werden .

(lm)

Hamburger Bürgermeister Tschentscher leugnet prekäre Arbeit in BAMF-Kursen!

Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) leugnet die Notwendigkeit der Verbesserung prekärer Arbeit in der Weiterbildung. Auf der Wahlkampfveranstaltung  „Peter Tschentscher Live in Hamburg-Mitte“ am Donnerstag, den 16. Januar, wurde der Bürgermeister von einer Sprecherin des „Bündnisses  DaF/DaZ-Lehrkräfte“ gefragt, warum seine Regierung nichts gegen die prekären Arbeitsbedingungen  von  Lehrkräften unternimmt, die hauptberuflich Deutsch als Zweitsprache in Integrations- und Berufssprachkursen unterrichten und damit einen entscheidenden Beitrag zur Integration  von Migrant*innen leisten, obwohl er über die prekären Arbeitsbedingungen   schon vor einem Jahr im Rahmen der Veranstaltung „Tschentscher im Gespräch“  informiert worden sei. 

Tschentscher entgegnete, dass er die Informationen an die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration BASFI weitergeleitet habe. Die Antwort des Referenten habe ergeben, dass eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen nicht notwendig sei und in anderen Bundesländern würden die Arbeitsbedingungen der DaZ-Lehrkräfte ja auch nicht verbessert.

(clm)

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GEW: "Unhaltbare Zustände in den Volkshochschulen"

Die GEW berichtet in ihrem Beitrag „Unhaltbare Zustände in den Volkshochschulen“ über ein kurz vor Weihnachten in Karlsruhe stattgefundenes Treffen der GEW-Vorsitzenden Marlis Tepe und der baden-württembergischen GEW-Landesvorsitzenden Doro Moritz mit vier DaFZ-Lehrerinnen, die  von Magdalena Wille aus der Stuttgarter GEW-Zentrale Landesgeschäftsstelle der GEW Baden-Württembergs begleitet wurden. Die vier Kolleginnen, Marianne Althoff-Hanke, Lioba Geier, Clarissa Haziri-Hagner und Christiane von Schilling, gehören einerseits dem baden-württembergischen GEW-Landesarbeitskreis DaF/DaZ-Lehrkräfte, andererseits aber auch dem bundesweiten Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte an.

Die aus Mannheim und Stuttgart stammenden Kolleginnen berichteten über ihren Arbeitsalltag. „Der DaF/DaZ-Bereich stützt sich trotz vollmundiger politischer Bekenntnisse zur Wichtigkeit der Sprachförderung bei Geflüchteten und Zuwanderern auf Menschen, die mit viel Idealismus und Engagement unterrichten. Und die zum Dank mit prekären Beschäftigungsverhältnissen abgespeist werden.“ In dem über eine Stunde dauernden Gespräch wurden u.a. die Erhöhung des Mindesthonorars bzw. der Trägerpauschale, Mindeststandards für Festangestellte (z.B. Faktorisierung des Unterrichts), Urlaubsentgelt, Krankengeld und Altersarmut thematisiert. Bündnis-Sprecherin Haziri-Hagner fasste die prekären Beschäftigungsverhältnisse zusammen: „Kein Arbeitslosengeld, kein Krankengeld, kein Urlaubsentgelt. Und auf die 35 Euro, die wir pro Unterrichtsstunde bekommen, gehen über die Hälfte für Steuern und Abgaben drauf.“

(as)

 

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2020: Neue Regelungen für Selbstständige

Wie jedes Jahr gibt es auch 2020 neue Regelungen. Der VGSD (Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland) berichtet darüber auf seiner Webseite. Einige Regelungen betreffen auch selbstständige Dozent*innen.

Sehr wichtig ist die Erhöhung der Kleinunternehmergrenze von 17500 € auf 22000 €. Wer weniger umsetzt, braucht keine Umsatzsteuer zu zahlen. Es sind nämlich nicht alle Kurse davon befreit. Es gibt aber einen Haken: "Umsatztsteuerrechliche Kleinunternehmer können im Gegenzug die von ihnen auf Einkäufe bezahlte Umsatzsteuer (Vorsteuer) nicht geltend machen. Wenn also hohe mit Umsatzsteuer belastete Ausgaben anfallen, lohnt sich die Regelung nicht, entsprechend kann man auch formlos gegenüber dem Finanzamt auf sie verzichten."

Es gibt neue Rechengrößen in der KV und PV.  Die Mindestbemessungsgröße beträgt 1.061,67 Euro. "Diese ist für freiwillig (gesetzlich) versicherte Selbstständige von großer Bedeutung, weil sie auf diese mindestens Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge entrichten müssen – auch wenn sie tatsächlich weniger verdienen." Die Pflegeversicherung kostet jetzt 3,05 % bzw. 3,3 % für Kinderlose.

Für Dozent*innen, die viel geschäftlich unterwegs sind, ist die Erhöhung der Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwendungen wichtig. "Bei einer eintägigen Abwesenheit von mindestens 8 Stunden sowie am Anreise- und Abreisetag bei einer mehrtägigen Reise (keine Mindestabwesenheitsdauer erforderlich) beträgt der Pauschbetrag künftig 14 (statt bisher 12) Euro. Für Tage mit einer Abwesenheit von 24 Stunden gilt im Rahmen mehrtägiger Reisen künftig ein Pauschbetrag von 28 (statt bisher 24) Euro."

 (as)

"Dozent frisst Teilnehmer auf"

Der Tagesspiegel hat am 20.12.19 unter dem Titel "Dozent frisst Teilnehmer auf" ein Interview mit Frau Roggenhofer und Herr Bruns, Sprecherin und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Berliner VHS-Direktor*innen, veröffentlicht. Die Interviewpartner*innen wollen in erster Linie das Bild der 100 Jahre alten VHS auffrischen und betonen ihre zahlreichen innovativen Angebote.

Ihr Interview ist aber auch für die Dozent*innen interessant.

 

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Das Bündnis schreibt drei Bundesministerien an

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte hat Mitte Dezember das Bundesministerium des Inneren, das Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie das Bundesbildungsministerium angeschrieben und um Termine gebeten, um den zuständigen Politiker*innen die Petition "Gebt der Erwachsenen- und Weiterbildung eine Zukunft" zu übergeben. Das Bündnis wird bald auch einige Landesministerien anschreiben.

 

Die Petition wurde am 30. März 2019 anlässlich des 100-Jubiläums der VHS gestartet und am 30. November geschlossen. Sie wurden von 5637 Personen unterzeichnet. In der Petition fordert das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte neben einer besseren Finanzierung der Erwachsenen- und Weiterbildung auch eine Qualitätsoffensive für die Volkshochschulen, die konsequent beim Personal ansetzt:

- erhebliche Erhöhung der Honorare (orientiert an TVöD E 12)
- grundsätzlich feste Stellen für alle Daueraufgaben in der VHS, bei Lehrkräften nach TVöD E 12.

(as)