Smart-Genossenschaft – eine „smarte“ Idee für freiberufliche Lehrkräfte?

Zwei Seiten einer Medaille

 

Seit einiger Zeit bietet die „Smart gGmbH“ bei vielen Weiterbildungseinrichtungen in Bremen und anderswo eine Art „Patentlösung“ für freiberufliche Lehrkräfte hinsichtlich Sozialversicherung und Steuern an: die Mitgliedschaft und  sozialversicherte Anstellung bei der Smart-Genossenschaft. Was ist davon zu halten? Welche Chancen und welche Risiken gibt es dabei?

 

Bei der Smart gGmbH handelt es sich um eine Art Dienstleistungsgenossenschaft für Soloselbstständige insbesondere im Kultur- und Weiterbildungsbereich in Form einer gemeinnützigen GmbH (gGmbH), die den Mitgliedern voll sozialversicherte Arbeitsverhältnisse anbietet. Die Unabhängigkeit z.B. der Dozent*innen bei Einwerbung von Aufträgen und der thematischen und methodischen Gestaltung des Unterrichts bleibt wie bei Soloselbstständigkeit erhalten. Allerdings hat dieses System nicht nur Vorteile sondern auch Nachteile, auf die in der Einschätzung genauereingegangen wird.

Was ist Smart genau? Damit jeder sich ein genaues Bild von Smart,

  • seinen positiven Zielen,
  • genauen Vorgehensweisen,
  • finanziellen und anderen Auswirkungen,
  • differenzierten Vor- und Nachteilen für verschiedene Soloselbstständigen-Gruppen sowie
  • individuelle Gestaltungsmöglichkeiten und
  • zukünftige Risiken für soloselbstständige Dozent*innen

machen kann, im Folgenden genauere Informationen.

(hk)

 

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ZQ BSK: ein vierter Erfahrungsbericht

Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay
Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay

Heute veröffentlichen wir unten einen vierten Bericht zur ZQ BSK. Wir, das Bündnis, bitten Euch um Erfahrungsberichte über Eure BSK-Zusatzqualifizierungen. Schickt uns bitte den Text in anonymisierter Form zu, und schreibt bitte gleich, ob Ihr mit einer Veröffentlichung einverstanden seid.  Wir werden dann eine Auswahl ans BAMF und BMAS schicken.

 

"Auch ich habe die ZQBSK absolviert und mich reichlich verschaukelt gefühlt. Auch wir hatten nette, mal mehr, mal weniger kompetente DozentInnen. Mit einigen KollegInnen gab es einen wertvollen Austausch. Nur, das habe ich bereits. Ich habe sehr nette UND kompetente KollegInnen, mit denen ich mich regelmäßig austausche. Sogar in der Pandemie haben wir uns regelmäßig auf zoom getroffen, Dinge ausprobiert und Tipps weitergegeben.

 

Selbst KollegInnenhospitation hat nicht das Bamf erfunden. Wir sind schon groß und können tatsächlich auch von selbst mal bei KollegInnen hospitieren. Ich habe das bereits gemacht, bevor ich wusste, dass das Bamf es von mir erwarten würde. Und zwar auch online. Wir geben uns danach sogar Feedback.

Was soll ich als Linguistin in 8 h Linguistik neu lernen? Und gibt es tatsächlich jemanden, der Sprache unterrichtet und noch nie von einem Rollenspiel gehört hat? (Der sollte tatsächlich eine Fortbildung machen.)

 

Wir alle arbeiten seit Jahren interkulturell und ärgern uns über die hinterherhinkenden Lehrwerke und die hinterherhinkenden BSK-Konzepte. Und von diesen Hinterherhinkern sollen wir uns jetzt was erklären lassen? Was genau? Das habe ich nach wie vor nicht verstanden. Auf DAX-Vorstandsebene haben wir ausländische Chefs, die kein Deutsch sprechen. Wir haben dunkelhäutige Deutsche, wir haben islamische Deutsche, wir haben Regenbogenfamilien. Wo ist die Vielfalt in den Lehrwerken? Dort gibt es keine Chefs mit Migrationserfahrung, keine Frauen mit Kopftuch in Arbeit, keine fließend Deutsch sprechenden ‚Brünetten‘ oder gar Dunkelhäutige, keine Regenbogenfamilien, selten Zugewanderte in hochqualifizierten Jobs etc. Die Lehrwerke reproduzieren die konstruierte Grenze zwischen Zugewanderten und Einheimischen im Kopf statt sie aufzubrechen. Diese Grenze hat in  vielen deutschen Regionen, vor allem den Metropolen, so nie in der Realität existiert, da sie über Jahrhunderte immer wieder Einwanderungsgebiete waren. 

 

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Arbeitsgericht Stuttgart: Anspruch auf Urlaub

Urlaub steht Arbeitnehmerähnlichen zu, urteilt das Arbeitsgericht Stuttgart am 15.07.2021. Somit muss die Volkshochschule Stuttgart zwei Dozentinnen Urlaub gestatten.

In der Pressemitteilung der GEW, die die beiden Kolleginnen vor Gericht vertritt, heißt es dazu: "Von richterlicher Seite wurde die Arbeitnehmerähnlichkeit, die für diesen Anspruch vorliegen muss, bejaht und damit auch die wirtschaftliche Abhängigkeit und die daraus folgende soziale Schutzbedürftigkeit, die sich für die Kläger*innen ergibt, festgestellt." Die baden-württembergische GEW-Vorsitzende Monika Stein sieht dies als einen Anfang: „Träger müssen zeitnah in die Lage versetzt und verpflichtet werden, feste tariflich geregelte Arbeitsverhältnisse für ihre Lehrkräfte zu schaffen“.

Urlaub steht den beiden Klägerinnen nach §2 BurlG zu. Für die Jahre 2016, 2017 und 2018 wären das bei den beiden Dozentinnen über 14 Tage. Die Kolleginnen hatten die Klage auf Urlaubsentgelt für die Jahre 2016 - 2018 eingereicht. Das Bündnis berichtete in einigen Beiträgen über den Prozess.

Wie die Volkshochschule zum Urteil des Arbeitsgerichts steht, weiß die Stuttgarter Zeitung: “Der Aufsichtsrat werde entscheiden, ob man Rechtsmittel einlegen werde. Mit der Politik wolle man „ausloten, wie wir zu einer Lösung gelangen, die den Interessen beider Seiten Rechnung trägt und finanzierbar ist.“

(chh)

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ZQ BSK: ein dritter Erfahrungsbericht

Liebe Kolleg*innen, wir, das Bündnis, bitten Euch um Erfahrungsberichte über Eure BSK-Zusatzqualifizierungen. Schickt uns bitte den Text in anonymisierter Form zu, und schreibt bitte gleich, ob Ihr mit einer Veröffentlichung einverstanden seid. Heute veröffentlichen wir unten einen dritten Bericht.

 

"Auch ich habe die ZQ BSK schon absolviert. Die ZQ fiel in die Lockdown-Zeit am Ende des Winters Anfang 2021, daher fanden alle Seminartage komplett online statt. Es war eine wertvolle Erfahrung, eine digitale Fortbildung in der Zeit des Distanzunterrichts selbst aus TeilnehmerInnensicht zu absolvieren. So erkennt man schnell, was man selbst nicht gut macht oder besser machen könnte, was digital funktioniert oder nicht.

 

Mit meiner ZQ bin ich sehr zufrieden. Ich hatte einen Platz bei einer qualifizierten Einrichtung bekommen, die mit erfahrenen, überaus kompetenten Dozentinnen punkten konnte. Mir war klar, dass das Lern- und Lesepensum umfangreich sein würde, daher stellte es mich vor die Herausforderung, dies auch neben meinen laufenden Kursen bewältigen zu können. Aber: Es war machbar und es hat sich gelohnt! Mir war von Anfang an klar, dass ich am meisten von der ZQ profitiere, wenn ich mich beteilige und einbringe. Und das habe ich auch umgesetzt.

 

Die Klagen über das Portfolio kann ich nur bedingt nachvollziehen. In meiner ZQ wurden die etwas schwammigen Aufgabenstellungen des BAMF von der Fortbildungseinrichtung konkret formuliert und pandemiekonform angepasst, so dass sie auch unter Distanzunterrichtsbedingungen durchführbar waren. Während der Seminartage wurde auch immer wieder auf die Aufgabe für das Portfolio, die aus dem Seminartag hervorgehen sollte, Bezug genommen. Insofern war es kein Hexenwerk, am Ende das Portfolio zusammenzustellen. 

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Schon den "Hamburger Appell" unterschrieben?

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte ruft alle Kolleg*innen dazu auf, den von der GEW Hamburg veröffentlichten "Hamburger Appell" zu unterzeichnen und unter Kolleg*innen, Freunden usw. zu verbreiten. Leitet bitte den Appell auch an Eure Träger weiter!

 

"Hamburger Appell" zur Lage in der Weiterbildung

 

Staatlich verantwortete Weiterbildung vor dem Abgrund - die Politik muss dringend handeln! 

                                                                    

Unser Ziel: Nachhaltige Verbesserung der Lage der Lehrenden und der Träger der staatlich verantworteten Weiterbildung, insbesondere der BAMF-finanzierten Sprach- und Integrationskurse für Geflüchtete

Aktuelle Situation: gesellschafts- und bildungs­politisch skandalöse Beschäftigungsbedingungen für die fast 20.000 Lehrenden in den Sprach- und Integrationskursen:

Bedingungen der Lehrenden:

Prekär Honorar-Beschäftigte erhalten 41 € pro Unterrichtsstunde (netto ca. 20 €), zahlen ihre gesamten Sozialversicherungsbeiträge selbst, haben kein Einkommen im Krankheitsfall, tragen das volle unternehmerisches Risiko – oder

Prekär Angestellte haben meist nur befristete Verträge, arbeiten häufig 40 oder mehr Unterrichtsstunden pro Woche bei Vollzeit, haben keine bezahlte Vor- und Nachbereitungszeit für den Unterricht, d.h. reale Arbeitszeiten von bis zu 60 Zeitstunden pro Woche, treiben Raubbau an ihrer Gesundheit / Bruttogehalt: oft nicht über 3000 €

Die aktuelle Corona-geprägte Situation hat die Lage sowohl der Lehrenden als auch der Weiterbildungs­betriebe noch einmal drastisch verschärft. Viele Betriebe haben ihre Rücklagen aufgezehrt. Viele  Lehrende sind überschuldet, in Existenznot geraten und müssen sich beruflich umorientieren.

Integration kann aber nur dann gut gelingen, wenn die Weiterbildungsträger in die Lage versetzt werden, menschenwürdige Arbeitsbedingungen anzubieten und in zukunftsfähige Ausstattung zu investieren. Die Pandemiepauschale ist hierfür viel zu niedrig und nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Wenn sich an der Finanzierung der Weiterbildung in den nächsten Monaten nichts ändert, wird ein erheblicher Teil der Träger die Pandemiezeit nicht überleben.

Die politischen Entscheidungsträger sind daher aufgefordert, massiv in eine bessere Finanzierung der Sprach- und Arbeitsintegrationskurse zu investieren. Hierzu gehören auch eine deutliche Verbesserung der Bezüge der Lehrenden und eine verbindliche Obergrenze der wöchentlich zu leistenden Unterrichtsstunden als Voraussetzung für gute Qualität von Weiterbildung.

 

Wir fordern deshalb von der großen Koalition auf Bundesebene noch für diese Legislatur:

Eine gesetzliche Verbesserung der Bedingungen in der staatlich verantworteten Weiterbildung mit:

1. Bundestariftreuegesetz (nur noch Träger mit Tarifverträgen bekommen Mittel aus der öffentlichen Hand)

- Eingruppierung entsprechend TVöD /Wettbewerb der Träger erfolgt über Qualität, nicht über den Preis

2. Deutlich längerfristige Finanzierungsstrukturen für die Träger

- unbefristete Festanstellungen der Lehrenden für Regelaufgaben

3. max. 25 UE (Unterrichtseinheiten zu 45 min) pro Woche bei Vollzeitstelle

4. 64 € Honorar pro UE bei allen bundesweiten Berufssprach- und Integrationskurse; 42 € Honorar für alle übrigen Weiterbildungsangebote

5. Träger werden befähigt, Weiterbildung der Lehrenden und kollegialen Austausch zu finanzieren

6. Innovations-Anschubfinanzierung für nachhaltige digitale Ergänzung der Lehre 

7. Durchführung einer Integrationskonferenz Weiterbildung mit den zuständigen Ministerien, der Wissenschaft, Vertretern der Träger, der Verbände und der Beschäftigten. Ziel: Zukunftspakt Weiterbildung 2020-25

Termin in Hannover

Zwei VertreterInnen der hannoverschen Gruppe des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte führten am 29.06.21  ein sehr gutes Gespräch mit Christine Strobelt vom niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.

 

Das Thema war die von der Integrationsministerkonferenz vor Kurzem  beschlossene Arbeitsgruppe „Digitalpakt Sprach- und Integrationsmaßnahmen“, die sich mit den BAMF-Kursen befassen soll. 

 

Es konnte auch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen thematisiert werden, vor allem die 40-UE-Verträge und Faktorisierung des Unterrichts für Festangestellte.

(as)

ZQ BSK: ein zweiter Erfahrungsbericht

Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay
Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay

Heute veröffentlichen wir unten einen zweiten Bericht zur ZQ BSK, den uns zwei Lehrkräfte zuschickten. Wir, das Bündnis, bitten Euch um Erfahrungsberichte über Eure BSK-Zusatzqualifizierungen. Schickt uns bitte den Text in anonymisierter Form zu, und schreibt bitte gleich, ob Ihr mit einer Veröffentlichung einverstanden seid.  Wir werden dann eine Auswahl ans BAMF und BMAS schicken.

 

Wir gehören auch zu den Glücklichen, die die ZQ bereits erfolgreich hinter sich gebracht haben – online und zu Zeiten, in denen so viele Coronabeschränkungen galten, dass eigentlich mehr Zeit für die ZQ blieb. Trotzdem war der Zeitaufwand immens und für die individuellen Arbeiten müssten deutlich mehr UE veranschlagt werden. Uns kam die ZQ oft eher wie ein Stresstest vor, als wie eine Qualifizierung, mit der wir auf die Umsetzung der Berufssprachkurse vorbereitet werden sollen.

 

 

Da alle Lehrkräfte gleichermaßen und in kürzester Zeit durch die Schulung geschleust werden müssen, sahen wir uns mit unseren Erfahrungen nicht wertgeschätzt (die Audio-Satire mit der Bäckeranalogie zu finden bei dafdaz-lehrkraefte.de ist hier sehr passend!). Ein ähnliches Gefühl haben vermutlich viele unserer Teilnehmer*innen, deren berufliche Erfahrungen oft auch nicht anerkannt werden. Hoffentlich war das Erzeugen dieser Abwertung nicht die Intention der ZQ. 

 

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Radiosendung zu Verbesserungen an Berliner VHS-en

Der Deutschlandfunk befasst sich in seiner Sendung "Mehr Geld und bessere Absicherung für VHS-Dozierende" mit den erkämpften Verbesserungen und interviewt Beate Strenge von der Berliner VHS-Dozvertretung.
Um die Sendung zu hören, scrolle man auf den 05.07.2021 runter und klicke auf "Berlin: Mehr Geld und bessere Absicherung für VHS-Dozierende (Audio)"
Das Bündnis hat darüber schon am 01.07.2021 hier auf der Webseite berichtet. 
(as)

Widerstand gegen "Zwangsfortbildung": ZQ BSK in der GEW-Zeitschrift

In seinem Artikel „Widerstand gegen Zwangsfortbildung“ in der „Erziehung und Wissenschaft“ 07-08/2021 (S- 40-41) geht der Journalist Holland-Letz auf die Zumutungen durch die „Additive Zusatzqualifizierung für Lehrkräfte in Berufssprachkursen“ ein. 

Weil diese ZQ-BSK ab 01/2022 obligatorisch für Lehrkräfte in BSK-Kursen ist, seien die relativ wenigen Plätze in Fortbildungen so gut wie  alle bis Jahresende ausgebucht, lange Wartelisten bestünden überall. Das BAMF weigere sich bislang, die Frist zu verlängern. Der Umfang der Fortbildung – 160 Präsenz- und Selbstlernstunden plus einer Abschlussarbeit von 15-20 Seiten  -  sei extrem aufwendig und parallel zur Berufstätigkeit fast nicht zu schaffen; die Teilnehmenden seien also genötigt, ihre Erwerbsarbeit einzuschränken und auf Einkommen zu verzichten. Bezahlt werde die Teilnahme an der ZQ-BSK vom BAMF nicht, im Gegenteil, viele Träger der ZQ verlangten einen Eigenanteil zwischen 30 und 200 €.

Besonders verärgert seien viele Teilnehmenden, dass ihre langjährige Erfahrung offenbar nichts wert sei, denn sie müssten die ZQ  komplett durchlaufen. Man kann als Beobachtende daraus schließen, dass in Präsenz-, Lese-  und Schreibphasen mit Selbstverständlichkeiten viel Zeit vergeudet wird. Nach Aussagen des BAMF hätten Fachleute mit „langjähriger Lehrerfahrung mitgewirkt“ die „Fragen der praktischen Umsetzbarkeit“  zu berücksichtigen und überhaupt: Die Lehrkräfte seien einer „der wichtigsten Einflussfaktoren für erfolgreichen Deutsch-Sprachunterricht.“

Außerhalb des Artikels sei noch ergänzt: Entwickelt hat das Konzept die telc gGmbH,  die selbst auch eine Reihe von ZQ-BSK durchführt, und die mit den durchführenden Landesverbänden der Volkshochschulen verbunden ist.

(hs)

ZQ BSK: eine Audio-Satire

Bild von vanleuven0 auf Pixabay
Bild von vanleuven0 auf Pixabay

Eine AUDIO SATIRE aus Göttingen zur geforderten Zusatzqualifizierung zu den BAMF BSK :

 

Wenn wir DaF/DaZ-Lehrkräfte Bäckerinnen wären....

Eine satirische Auseinandersetzung mit dem § 18 Abs. 5 DeuFöV

 

Eine Veröffentlichung und Weiterverbreitung der unten befindlichen Datei erwünscht. Eine kurze Nachricht an dazgoettingen@gmx.de dazu würde uns freuen.

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ZQ BSK: ein Erfahrungsbericht

Liebe Kolleg*innen, wir, das Bündnis, bitten Euch um Erfahrungsberichte über Eure BSK-Zusatzqualifizierungen. Schickt uns bitte den Text in anonymisierter Form zu, und schreibt bitte gleich, ob Ihr mit einer Veröffentlichung einverstanden seid. 

Heute veröffentlichen wir unten einen ersten Bericht, den uns eine Lehrkraft vor einigen Tagen zusandte.

 

"Ich gehöre zu den Glücklichen, die es schon hinter sich haben: die Zusatzqualifikation für Berufssprachkurse. Viele Kolleg*innen fragen mich, wie es denn so war. Interessant? Zeitaufwendig? Bereichernd? Ich möchte deshalb gern über meine Erfahrungen berichten.

 

Schon allein die Tatsache, dass man als erfahrene Kursleitung neuerdings eine ZQ absolvieren muss, wenn man auch auch in Zukunft weiter in Berufssprachkursen unterrichten möchte, ist nicht gerade motivierend. Dass die ZQ dann an mehreren Wochenenden stattfindet und zwar auch sonntags (siebeneinhalb Stunden), macht es nicht besser. Dazu kommt das Portfolio, also die schriftliche Bearbeitung verschiedener Aufgaben. Und zu guter Letzt durfte ich die ZQ auch noch zu einem Zeitpunkt absolvieren, an dem ich (wie viele andere auch) pandemiebedingt genug Stress mit der Vorbereitung und Durchführung des für mich neuen Onlineunterrichts hatte. Aber nun gut. Man kann ja immer etwas dazulernen. Oder etwa doch nicht?

 

Leider muss ich sagen, ich habe gelernt, wie man nicht unterrichten sollte. Zur Vor- und Nachbearbeitung der Wochenenden wurden wir mit so einer großen Menge an Material „versorgt“, dass es schwerfiel, den Überblick zu behalten. Oft war meiner Meinung nach einfach nicht erkennbar, worauf das alles hinauslaufen sollte oder was das Lernziel war. Manchmal wurde etwas davon an den Wochenenden aufgegriffen, manchmal spielte es einfach keine Rolle mehr. Die Dozent*innen wirkten oft unstrukturiert und nicht gut vorbereitet. Mehr als einmal haben sie selbst ihren Unmut über die ZQ geäußert, was auch nicht gerade zur Motivation beigetragen hat. In der Regel wurde sehr wenig Neues wirklich erklärt. Stattdessen gab es meistens Gruppenarbeit, in der oft Unklarheit über den Arbeitsauftrag und die Korrektheit der Lösungen herrschte.

 

Generell waren leider viele Arbeitsaufträge (auch für das Portfolio) nicht klar genug formuliert, es gab oft widersprüchliche Anweisungen. Das führte dazu, dass einige Teilnehmer*innen der ZQ viel Zeit und Mühe in die Bearbeitung von Aufgaben investiert haben, nur damit zwei Wochen später diese Aufgaben durch andere ersetzt wurden.

Ein großes Problem war meiner Meinung nach auch, dass die Aufgaben für das Portfolio nicht an aktuelle pandemiebedingte Auflagen angepasst wurden. Eine Person finden, mit der man ein  Interview über einen bestimmten Beruf führen kann? Eine Person einen ganzen Tag bei der Arbeit begleiten? Bei Kolleg*innen hospitieren? Alles nicht so einfach, wenn man Kontakte beschränken soll und kein Präsenzunterricht stattfindet.

 

 

Meinen Kolleg*innen und mir wurde erklärt, dass diese ZQ laut BAMF nötig sei, weil die Ergebnisse in den Berufssprachkursen nicht zufriedenstellend seien. Und woran könnte das nur liegen, wenn nicht an den unzureichend qualifizierten Kursleiter*innen? Über diese Logik könnte man sicherlich streiten, aber uns Dozent*innen fragt ja leider niemand. Ich für meinen Teil kann abschließend nur sagen, dass diese ZQ für mich eine Verschwendung von Zeit und Ressourcen bedeutet hat. Vielleicht sehen das andere Teilnehmer*innen der ZQ nicht so. Ich freue mich für alle, die zufrieden sind. Ich war es leider nicht."

Höhere Honorare und bessere soziale Absicherung an den Berliner VHS

Zusammen mit einer Delegation der Berliner-VHS-Dozent*innenvertretung hat ver.di mit dem Berliner Senat lange und konstruktive Gespräche geführt. Das Ergebnis ist ein Gesamtpaket mit deutlichen Verbesserungen sowohl in der Vergütung als auch in der  sozialen Absicherung.

 

Der Berliner Senat und ver.di haben am 24.6.2021 eine gemeinsame Pressemitteilung veröffentlicht. Das Ergebnis wird in der Ausführungsvorschrift VHS Honorare (AV) umgesetzt, die zum 01.01.2022 in Kraft treten soll.

 

(lg)

 

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Kein Unterricht, kein Honorar

Mit diesem Titel erschien in der Ausgabe 06/2021 in der Zeitschrift E&W (Seite 26) ein Artikel zur prekären Arbeitssituation der freiberuflichen Dozent*innen in der Weiterbildung generell, aber mit einem Teilfokus auf die Situation der Lehrkräfte im DaF/DaZ-Bereich.

Neben den Forderungen der GEW nach längerfristigen Finanzierungsstrukturen für die Träger staatlich verantworteter Weiterbildung, äußert sich auch Prof. Nittel, Weiterbildungsexperte an der Uni Frankfurt/M. und der Fernuniversität Hagen zu den prekären Arbeitssituationen.

Zu Wort kommt auch eine Kollegin aus Mannheim, die dem Sprecherteam des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte angehört und über ein Projekt berichtet, das aus der Not heraus in Mannheim ins Leben gerufen wurde. „Wir nennen es Sozialkasse“, erklärt Lioba Geier, die in Mannheim im DaF/DaZ-Bereich tätig ist. Bei dieser Privatinitiative zahlen 13 Dozent*innen monatlich 20,-€ ein. Wer ernsthaft erkrankt, erhält bis zu 2000,00 €. Denn wer freiberuflich in der Weiterbildung unterrichtet, steht im Krankheitsfall ohne Einnahmen da. „Kein Unterricht, kein Honorar“, bringt es Geier auf den Punkt. Auch während der Covid-19-Lockdowns konnte auf dieses Geld zurückgegriffen werden.

(lge)

Arbeitsgericht Stuttgart: Urlaubsentgelt für Honorarlehrkräfte

Am geschichtsträchtigen 17.Juni (1953: Erhöhung der Arbeitsnorm um über 10%: mehr Arbeit zu gleichem Lohn) traf man sich vor dem Arbeitsgericht: Es war der 2. Kammertermin zur Güte. Drei Honorarlehrkräfte hatten die Klage auf Urlaubsentgelt für die Jahre 2016 – 2018 eingereicht. Der 1. Kammertermin war vor fast einem Jahr. Sie sehen sich über 50 % bei nur einem Auftraggeber beschäftigt, bei dem sie über die Hälfte ihres Einkommens erwerben und somit wirtschaftlich abhängig wie auch sozial schutzbedürftig. Die Stuttgarter Nachrichten berichteten.

 

Wie sieht das die Kammer? Eine Arbeitnehmerähnlichkeit sei weiterhin nicht in Frage gestellt und sie sei ziemlich sicher, dass diese vorliege. Indes besteht rein unionsrechtlich eine Überlagerung des Bundesurlaubsgesetzes. So können sich alle folgenden Ausführungen in jeder Instanz wieder verändern.

Hinsichtlich der wirtschaftlichen Abhängigkeit sei die Sicherung der wirtschaftlichen Grundlage offensichtlich. Anderweitige Annahmen und Durchführung von Beauftragungen, und damit weitere Verwertungen der Arbeitskraft, seien nicht bedeutend, so beruhigte die Kammer die Rechtsvertretung der Volkshochschule Stuttgart. Die Grenze zur Vollbeschäftigung sei erreicht.

Auch sieht die Kammer keine Unvereinbarkeit zum Bundesarbeitsgericht die soziale Schutzbedürftigkeit betreffend – was weitere Instanzen wieder anders sehen könnten.

 

Ein Urteil ist bis zum 15.07.2021 zu erwarten. Die Kammer sieht hier eine interessante Rechtsfrage mit offenem Ausgang. Ins Blickfeld gerückt bleibt der Hinweis, dass weitere Instanzen anders entscheiden mögen, so sei bei der Vorlage beim EuGH nicht sicher, wie hier die Arbeitnehmerähnlichkeit rein arbeitsrechtlich gesehen wird. Hier, im vorliegenden Fall, gehe es um ein konkretes Rechtsverhältnis, in dem eine wirtschaftliche Abhängigkeit vorliege.

 

Die Volkshochschule sieht sich zu keiner Zahlung bereit – ungeachtet der Tatsache, dass andere Volkshochschulen in der Republik schon Urlaubsentgelt auszahlen. Eine kleine Anerkennung der verwerteten Arbeitskraft und sicher eine Verbesserung der Qualität im Arbeitsablauf.

Vorerst lässt die Frage nach der Qualität Skeptiker die Stirn runzeln, denn nur dauerhafte und kontinuierliche Beschäftigungsverhältnisse mit einer finanziellen Verbesserung der Strukturen für die Träger wie für die Lehrkräfte, Festanstellungen unter Bindung an ein Tariftreuegesetz, adäquates Honorar und eine Festsetzung von max. 25 UE pro Woche werden der Qualität  in der staatl. finanzierten Weiterbildung DaF/DaZ Nachdruck verleihen. Siehe auch Hamburger Appell der GEW, der auch von ver.di unterstützt wird.

(chh)

Prüfungshandbuch - Deutsch-Tests für den Beruf veröffentlicht

Das BAMF hat vor einigen Tagen das Prüfungshandbuch. Deutsch-Tests für den Beruf. A2, B1, B2 und C1  veröffentlicht.

Das Handbuch gibt einen detaillierten Einblick in die einzelnen Komponenten und Phasen der Prüfungsentwicklung, der für viele Leser*innen, wie beispielsweise Lehrkräfte, Kursträger, Verlage aber auch Behörden, Ministerien, Forschungseinrichtungen und andere fachlich interessierte Personen interessant sein dürfte. "Das Handbuch kann wie ein Nachschlagewerk verwendet werden, so dass einzelne Kapitel, wie beispielsweise zum Kontext, zum Vorgehen, zu den Zielen, zur Validität und zu den Testformaten der vier Zertifikatsprüfungen für die Berufssprachkurse mit dem Zielniveau A2, B1, B2 und C1, separat Auskunft geben."

Über die Prüfungen selbst hat das Bündnis bereits vor über einem Jahr in diesem Beitrag berichtet. Wann die neuen Prüfungen eingeführt werden, ist immer noch nicht bekannt. Wahrscheinlich in einem Jahr.

 (as)

Integrationskurs-Lehrende und ihr Erfahrungswissen gesucht

Bild von Andreas Breitling auf Pixabay
Bild von Andreas Breitling auf Pixabay

Liebe Lehrkräfte in Integrationskursen! Ich führe eine Studie  durch, da mich brennend interessiert wie sich ihr Arbeitsalltag durch  Corona nach Ihrem Empfinden verändert hat, insbesondere wenn Sie  seitdem mit dem VHS Lernportal anstelle von Präsenzunterricht  arbeiten. Es geht mir hier zum Beispiel um Ihre Arbeitsbelastung,  Ihre Selbstwahrnehmung der Lehrerrolle und wie Sie sich organisiert  haben.

 

Sie würden mir sehr helfen, wenn Sie diesen Fragebogen ausfüllen. Da finden Sie auch weitere  Informationen. Ganz herzlichen Dank! 


Katrin Biebighäuser

Jun.Prof'in für Deutsch als Fremdsprache

PH Heidelberg

Neustarthilfe für Soloselbstständige wird verlängert und erhöht

Die Bundesregierung hat die Neustarthilfe für Soloselbstständige verlängert und von bis zu 1.250 Euro pro Monat für den Zeitraum von Januar bis Juni 2021 auf bis zu 1.500 Euro pro Monat für den Zeitraum von Juli bis September 2021 erhöht. Von Januar bis September 2021 können Soloselbstständige also bis zu 12.000 Euro erhalten.

 

Mehr Infos befinden sich auf der Webseite des Bundesfinanzministeriums.

(as)

Arbeitslosengeld I (ALG I) für selbstständige Lehrkräfte?

Die schlechte Info zuerst:  Nur in den ersten drei Monaten der Selbstständigkeit kann man in die Arbeitslosenversicherung eintreten und das auch nur, wenn man vorher einige Zeit (mindestens zwölf Monate innerhalb der vergangenen zwei Jahre vor Aufnahme der Selbstständigkeit) angestellt oder arbeitslos war. Also z.B. nicht nach dem Studium. Der monatliche Beitrag wird vom Arbeitseinkommen (Honorar minus Betriebskosten) berechnet, z.Zt. 2,4 %, in den ersten beiden Jahren nur die Hälfte davon.

 

Die Auszahlung aber berechnet sich  interessanterweise nach dem, was man gemäß seiner Qualifikation verdienen würde. Alleinstehende können 60 % bekommen. Ein weiterer Vorteil ist, dass man  über die Arbeitsagentur krankenversichert ist. Das ALG I wird  unabhängig vom Familienstand gezahlt.

Wenn man dann „vorübergehend erwerbslos“ ist, darf man dennoch in kleinem Umfang  arbeiten, um z.B. die Verbindung zu seinen Auftraggebern zu halten. Detaillierte Auskünfte kann die Agentur für Arbeit erteilen, das muss sie sogar. (Information erstellt nach einem Vortrag des VGSD e.V.  vom 26.05.21.)

(hs)

Protest wegen Statusfeststellungsverfahrens für Selbstständige

Am Mittwoch, den 19. Mai 2021 fand ein Gespräch zwischen dem BAGSV und der MdB Frau Poschmann (SPD) statt, an dem auch eine Vertreterin des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte teilnahm.

Neben einigen anderen Themen ging es um die Reform des "Statusfeststellungsverfahrens" für Selbstständige, bei dem es darum geht, wie Selbstständige in Sozialversicherungssysteme gebracht werden können. Hierzu gibt es viel Kritik von Seiten der Selbstständigenverbände. Vor allem das fragwürdige Vorgehen der Regierung bei der Reform dieses Verfahrens ist nur der Grund für einen Protestbrief an Herrn Heil, an die Fraktionsvorsitzenden der CDU/CSU, sowie an Mitglieder des Bundestagsausschusses für Arbeit und Soziales.

 

Die Vorgehensweise hat am Montag u. Mittwoch in den Sitzungen des Ausschusses für Arbeit und Soziales zum Protest der Oppositionspartner geführt, da man ihnen keine Möglichkeit gab eigene Sachverständige zu befragen. Außerdem wurde dieses Gesetz mit dem Barrierefreiheitsgesetz verknüpft, sodass es für die anderen Parteien nur schwer möglich ist, gegen die Änderung zu stimmen.

Das Bündnis hat sich diesem Protest angeschlossen und den Brief mitgezeichnet.

(lge)

DaZ-Lehrkräfte gesucht – Ihr Wissen für die Forschung

Im Rahmen eines wissenschaftlichen Projekts suchen das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung und das Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache zurzeit interessierte Lehrkräfte aus Schule und Erwachsenenbildung für zwei Studien (Bitte beachten Sie, dass Sie jeweils nur an einer der beiden Studien teilnehmen können):

 

• Sie unterrichten in Deutschland Deutsch als Zweitsprache in einer Vorbereitungsklasse der Sekundarstufe I einer weiterführenden Schule oder in einem allgemeinen Integrationskurs in der Erwachsenenbildung?

• Dann können Sie an einer ca. 90-minütigen OnlineBefragung teilnehmen und im Gegenzug 70,- Euro erhalten (nach Wahl als Überweisung, Zuschuss für die Klassenkasse oder als Büchergutschein).

• Die Teilnahme ist ab sofort möglich.

• Weitere Informationen und den Link zur Anmeldung finden Sie hier.

 

• Sie unterrichten in Nordrhein-Westfalen Deutsch als Zweitsprache in einer Vorbereitungsklasse der Sekundarstufe I einer weiterführenden Schule oder in einem allgemeinen Integrationskurs in der Erwachsenenbildung?

• Dann können Sie an unserer ca. sechs Stunden dauernden COLD-Videostudie teilnehmen und im Gegenzug 375,- Euro erhalten (nach Wahl als Überweisung, Zuschuss für die Klassenkasse oder als Büchergutschein).

• Die Videostudie wird durchgeführt, sobald der Präsenzunterricht in NRW wieder stattfindet.

• Weitere Informationen und den Link zur Anmeldung finden Sie hier.

 

Sollten Sie Fragen zum Studienablauf, zu den Teilnahmevoraussetzungen oder weitere Rückfragen haben, schreiben Sie uns bitte eine formlose E-Mail an cold@die-bonn.de. Wir setzen uns dann unverzüglich mit Ihnen in Verbindung

 

 

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NRW plant neues Weiterbildungsgesetz

Lehrkräfte sollen  auch zukünftig  soziale Wesen bleiben,  „die nebenamtlich oder nebenberuflich für die Einrichtung der Weiterbildung tätig sind.“ Sozusagen im Hobby, für das kleine finanzielle Extra,  keineswegs für den Lebensunterhalt.  Wie profan. Von einer leistungsgerechten  Bezahlung oder von echten Arbeitsverträgen findet sich nichts in der Novelle des Gesetzes.  Dafür heißen die Kurse nicht mehr  altmodisch „Lehrveranstaltungen“ sondern  ganz modern „Bildungsveranstaltungen“, das ist doch auch was wert, oder etwa  nicht?

Der Gesetzgeber in NRW plant jedoch nur Folgendes:  Mehr Geld für die Digitalisierung und für

die gestiegenen Schulabschlusskurse,  mehr Geld für Innovationen, verlässlich mehr Geld für das hauptberufliche, professionelle Personal, das sind die Highlights der Novelle.

So soll die Weiterbildung „zugleich zukunftsfähig und zukunftsfest“ werden.  Offensichtlich hat der Gesetzgeber nicht vor, die Rahmenbedingungen für Dozent:innen in  der öffentlich geförderten Weiterbildung ebenfalls zukunftsfest zu gestalten. 

Ausführlich informiert die GEW über diese Novelle des Weiterbildungsgesetzes auf ihrer Webseite. 

(hs)

Keine Gesichtsfoto-Screenshots in Integrations- und Berufssprachkursen

Bild von Niek Verlaan auf Pixabay
Bild von Niek Verlaan auf Pixabay

Bei vielen Berliner Kolleg*innen löste die Vorgabe des BAMF, durch tägliches Fotografieren der Teilnehmenden die Anwesenheit in den Online-Kursen zu bestätigen, Unbehagen aus. Es werden bei den geforderten Screenshots nicht nur die Gesichter der Teilnehmenden, sondern auch ihre Privaträume im Bildhintergrund zigfach digital abgespeichert. Diese Kontrollpraxis in den Kursen empfinden viele Kursleitende in Berlin als grenzüberschreitend und datenschutzrechtlich bedenklich. Sie fürchten, dass der Schutz der Privatsphäre und des Persönlichkeitsrechts bei diesen geforderten Screenshots unter die Räder kommt.

 

Deshalb haben die Gruppen Berliner Initiative Deutschdozent*innen für Datenschutz, Freie Dozent*innen Berlin sowie die Berliner VHS-Dozent*innen-Vertretung einen Brief ans BAMF geschrieben mit der Aufforderung, diese Anweisung zurückzunehmen. Vorgeschlagen werden stattdessen tägliche Screenshots der Teilnahmeliste in der Video-Konferenz oder Screenshots mit ausgeschalteter Kamera, in denen nur die Klarnamen zu sehen sind.

 

Parallel dazu laufen Nachfragen zur Rechtmäßigkeit der geforderten Gesichtsfoto-Screenshots beim Bundesdatenschutzbeauftragten, beim Datenschutzbeauftragten des BAMF und bei ver.di.

 

Den Brief findet Ihr auf der Website der Berliner VHS-Dozent*innen-Vertretung unter: Keine Gesichtsfoto-Screenshots in Integrations- und Berufssprachkursen: Gerne würden wir erfahren, ob es schon andere Initiativen zu diesem Thema gibt. Bei Interesse meldet Euch unter dozvertretung-VHS-berlin@gmx.de zum Austausch und zur Vernetzung.

(in)

 

Impfungen: Lehrkräfte in der Weiterbildung nicht vergessen

Die GEW Schleswig-Holstein setzt sich laut ihrer Pressemitteilung "Lehrkräfte in der Weiterbildung nicht vergessen" für die Einbeziehung der Lehrkräfte aus der gesetzlich finanzierten Weiterbildung in die Impfgruppe 3 ein. "Die Kolleg*innen sollten den Lehrkräften an den weiterführenden Schulen beim Impfen gleichgestellt werden."

"Vor allem Lehrkräfte in Integrations- und Berufssprachkursen, die Geflüchtete sowie Migrantinnen und Migranten unterrichten, sind einem größeren Infektionsrisiko ausgesetzt.“

Das Bündnis hat bereits vor einigen Tagen in einem Beitrag darüber informiert, wie es in einzelnen Bundesländern bezüglich der Corona-Impfungen für Erwachsenenbildner*innen aussieht.

Das Bündnis wurde von einzelnen Kolleg*innen informiert, dass es in den Ländern ohne Priorisierung für die Erwachsenenbildung manchmal ganz schnell und unproblematisch, z.B. nur mit einem Honorarvertrag, möglich ist, sich früher impfen zu lassen. 

Dem Bündnis ist auch bekannt, dass in einigen Städten die großen Träger versuchen, auch bereits mit Erfolg, mit der Stadt zu verhandeln und wenigstens auf kommunaler Ebene die Erwachsenenbildner*innen zu piorisieren. Es lohnt sich also, seinen Träger darum zu bitten, diesbezüglich aktiv zu werden. Außerdem kann man mit seinem Hausarzt bzw. seiner Hausärztin über eine frühere Impfung sprechen.

(as)

Solidarität ist Zukunft

"Solidarität ist Zukunft"so lautete das diesjährige Motto der DGB-Gewerkschaften, dem in Stuttgart zum Internationalen Tag der Arbeit rund um den Stadtgarten unerwartet viele folgten: sowohl dem Zug durch die Innenstadt als auch der anschließenden Kundgebung.

Der 1. Mai ist der zentrale Tag im Jahr, an dem die Gewerkschaften für faire Arbeitsbedingungen eintreten. In Australien fanden am 1. Mai 1856 sog. Massendemonstrationen mit dem Ziel der Einführung eines Achtstundentags statt, und es dauerte 30 Jahre, bis in den USA im Jahre 1886 die nordamerikanische Arbeiterbewegung zum Generalstreik am 1. Mai aufrief, um den Achtstundentag durchzusetzen; bis dahin nämlich war ein 12-Stunden-Tag mit einem durchschnittlichen täglichen Verdienst von etwa 3 US-Dollar die Regel.  In den folgenden Tagen kam es in Chicago zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, die als "Haymarket Massacre" in die Geschichte eingingen, mit traurigen Folgen: mehrere Tote unter den Arbeitern und Polizisten, Hinrichtung von Organisatoren und Suizid.

Im Juli 1889 rief man dann im Zuge des Gründungskongresses der Zweiten Internationalen in Paris den 1.Mai als „Kampftag der Arbeiterbewegung“ aus und erinnerte an die Geschehnisse drei Jahre zuvor. Bereits ein Jahr darauf, am 1.Mai 1890, dem Protest- und Gedenktag, fanden die ersten weltweiten Massendemonstrationen und Massenstreiks für den Achtstundentag, faire Arbeitsbedingungen und höhere Löhne statt.  In der Weimarer Nationalversammlung fasste man 1919 den Beschluss, den 1.Mai zum gesetzlichen Feiertag zu machen, was einmalig auch gelang. In den nächsten zehn Jahren folgten parteibedingte diskrepante Auseinandersetzungen, die schließlich im Berliner Blutmai gipfelten.  Nach der Vereinnahmung des Arbeitertags durch die Nationalsozialisten für sich und ihre Propagandazwecke, wurden die Gewerkschaften entmachtet und gleichgeschaltet. 1946 bestätigten die Alliierten den 1. Mai als Feiertag.

In Deutschland Ost und West unterschiedlich begangen, und in den 80er Jahren als harter Kampftag zwischen Autonomen und Polizei hat der 1.Mai in heutigen Zeiten an seiner ursprünglichen Bedeutung verloren: ein arbeitsfreier Tag im Kalenderjahr ist wohlgelitten, ein Arbeiter:innenklassenbewusstsein im Kampf um höhere Löhne und faire Arbeitsbedingungen, verbunden mit dem Gedenken an diejenigen Anarchisten und Sozialisten, die dafür ihr Leben gaben, ist in den Hintergrund getreten, wenn nicht gar verschwunden.

2021 heißt es im Sinne der DGB-Gewerkschaften: Solidarität. Für faire Löhne, für gute Arbeitszeiten, für Wertschätzung. Gemeinsam für etwas kämpfen – dann wächst die Solidarität. Und mit ihr wachsen auch wir; wenn es nicht nur um uns, sondern auch um andere geht, dann wachsen wir über uns selbst hinaus, bis wir unaufhaltbar sind. (https://dgbmedia.de/dgb/Spotzum1Mai2021_lo.mp4)

(chh)

Uni Marburg: digitale ZQ Alphabetisierung

Flyer Uni Marburg
Flyer Uni Marburg

 

Das BAMF hat die Durchführung der Zusatzqualifizierung  Alphabetisierung mit digitalen Anteilen von bis zu 100% bis Ende Juni 2021 genehmigt. Die Uni  Marburg  möchte dementsprechend im Mai und Juni eine komplett digitale Zusatzqualifizierung Alphabetisierung durchführen.

Ausführliche Informationen hierzu befinden sich auf der Webseite des Fachbereichs und im unten befindlichen Flyer.

"Wenn man in Alphabetisierungskursen unterrichten möchte, braucht man andere Herangehensweisen als in herkömmlichen Deutschkursen. Es wird nicht nur die Sprache vermittelt, sondern auch das Lesen und Schreiben. Zum Schriftspracherwerb müssen verschiedene Teilkompetenzen aufgebaut werden, dazu gehören das phonologische Bewusstsein, eine gute Lautwahrnehmung, motorische Fertigkeiten und vieles mehr. Die Lehrkraft muss unter anderem über unterschiedliche methodische Vermittlungsangebote verfügen, um die unterschiedlichen Lerntypen der Teilnehmer ansprechen zu können. In diesem Zertifikatskurs werden Sie auf diese besondere Arbeit und die Bedürfnisse dieser speziellen Zielgruppe vorbereitet."

(as)

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Folgen der Bundes-Notbremse für die Erwachsenenbildung

Im Bundesgesetzblatt Teil 1 Nr. 18 (S. 804-805) steht folgendes zum Präsenzunterricht geschrieben: 

Überschreitet die 7-Tage-Inzidenz den Wert von 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen, so ist Präsenzunterricht ab dem übernächsten Tag für allgemeinbildende und berufsbildende Schulen, Hochschulen, außerschulische Einrichtungen der Erwachsenenbildung und ähnliche Einrichtungen nur in Form von Wechselunterricht *zulässig.

Bei einer Inzidenz über 165 an drei aufeinanderfolgenden Tagen, so ist ab dem übernächsten Tag Präsenzunterricht für die genannten Einrichtungen untersagt.

Ausnahmen für Abschlussklassen und Förderschulen sind möglich.

Zum Home-Office steht folgendes: "Der Arbeitgeber hat den Beschäftigten im Fall von Büroarbeit oder vergleichbaren Tätigkeiten anzubieten, diese Tätigkeiten in deren Wohnung auszuführen, wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen. Die Beschäftigten haben dieses Angebot anzunehmen, soweit ihrerseits keine Gründe entgegenstehen."

Hier muss betont werden, dass arbeitnehmerähnliche Selbstständige normalerweise wie Arbeitnehmer zu behandeln sind. Das müsste neben dem Heimbüro auch die Tests, die der Arbeitgeber zur Verfügung stellen muss, betreffen. Es lohnt sich, diesbezüglich nachzufragen.

(as) 

Corona-Impfungen für Lehrkräfte in der Erwachsenenbildung

In Baden-Württemberg ist es möglich, sich schon jetzt auch als  freiberufliche DaFZ-Lehrkraft gegen Corona impfen zu lassen. Unter welchen Voraussetzung dies möglich ist, lässt sich dieser Bescheinigung der Landesregierung entnehmen.

Zu Hessen, wo die DaFZ-ler die ganze Zeit in Präsenz unterrichten, liegen dem Bündnis widersprüchliche Informationen vor. Wir bitten Kolleg*innen, die mehr wissen, uns zu informieren.  In Bremen sind laut BVIB die Lehrkräfte in Integrations- und Berufssprachkursen unter § 4 der Coronavirus-Impfverordnung erfasst und damit Lehrern (bis auf die priorisierten Grund- und Förderschullehrer*innen, Kita etc.) gleichgestellt. Brandenburg hat laut einer Info der Landesregierung auch Lehrinnen und Lehrer an weiterführenden Schulen in die 3. Prioritätsgruppe aufgenommen. Ob auch DaFZ-ler darunter fallen, müsste (z.B. mit der in der Info angegebenen Person) noch geklärt werden.

In einigen Städten ist es oder wird bald möglich sein, sich auch als Lehrkraft in der Erwachsenenbildung impfen zu lassen. Laut Kölner Stadt-Anzeiger hat die Stadt Köln entschieden, "Lehrkräften an weiterführenden Schulen ein Impfangebot zu machen. Die Impfreihenfolge des Landes sieht die Beschäftigten an weiterführenden Schulen bislang noch nicht vor. Die Ethikkommission der Stadt hat jedoch beschlossen, den Mitarbeitenden in den weiterführenden Schulen ein Impfangebot aus überschüssigen Restimpfdosen zu machen." Die Kölner GEW hatte sich dafür bei der Stadt eingesetzt.

In Niedersachsen haben die niedersächsischen Gruppen des Bündnisses DaF/DaF-Lehrkräfte (Göttingen, Hannover, Lüneburg und Osnabrück) die Landesregierung angeschrieben und darum gebeten, bei den Impfpriorisierung wie die Lehrer*innen im Schuldienst behandelt zu werden. Auch der niedersächsische VHS-Landesverband soll sich dafür eingesetzt haben.

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte hat auch das BAMF um Einflussnahme bei der Impfpriorisierung gebeten. Das BAMF antwortete, dass es nicht zuständig sei. Für die Impfpolitik sind in der Tat die Länder verantwortlich.

(as)

Ergebnisse der Umfrage zur Faktorisierung ans BMAS-Expert*innengremium geschickt

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte befasst sich seit einigen Jahren mit dem Thema Faktorisierung und startete dazu im Februar eine dreiwöchige Umfrage, bei der die DaF/DaZ-Lehrkräfte nach ihrer Arbeitszeit befragt wurden. Dabei bestätigten sich die sowohl vom Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte wie auch von der Gewerkschaft GEW geforderten 25 UE als Vollzeit.

 

Die vom Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte gemachte Umfrage wurde mithilfe der vom BAMF erstellten Kurskonzepte und in den Qualitätskriterien für guten Unterricht geforderten Kriterien erstellt. Somit nutzte das Bündnis für die Umfrage die Vorgaben, die vonseiten der Politik und der Behörden schon jetzt gefordert werden.

 

Mitte April tagte bereits das Expert*innengremium des BMAS: Dieses trifft sich mit einer Laufzeit von 01.11.2020 - 31.10.2023 zur Bewertung von Lehrplänen, Lehr- und Lernmitteln, zur Entwicklung von Verfahren der Qualitätskontrolle sowie Fortentwicklung der berufsbezogenen Deutschsprachförderung und ist vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales eingerichtet worden. Innerhalb dieses Gremiums wurde bereits eine Untergruppe „Beschäftigungsbedingungen“, unter die auch die Faktorisierung fällt, gebildet.

 

Die Faktorisierungsliste wurde an die Lehrkräfte verschickt, damit diese ihren Arbeitsaufwand, den sie wöchentlich (gerechnet in Minuten) für die gelisteten Aufgaben benötigen, darin notieren konnten. Viele Lehrkräfte waren erstaunt, welcher Zeitaufwand tatsächlich notwendig ist und auch jetzt schon geleistet wird.

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte bedankt sich an dieser Stelle ausdrücklich und herzlich bei all denjenigen, die eifrig mitgewirkt haben!

Gleichermaßen gilt der Dank auch Herrn Prof. Dr. Dieter Nittel (Erwachsenen- und Weiterbildung) für seine Stellungnahme zu unserer Umfrage und unserem Positionspapier! Es sei hier mitgeteilt, dass er für uns 22 UE als Vollzeit empfiehlt.

 

Das Bündnis hat sein ausführliches Positionspapier (s. unten), die Auswertung der Umfrage und die Stellungnahme Prof. Nittels (s. unten) sowie andere Unterlagen,  bereits vor der ersten Sitzung des Expert*innengremiums an seine Mitglieder, das BMAS, BMI, BAMF, die integrationspolitischen Sprecher*innen (fast) aller Bundestagsfraktionen und einige andere Akteure verschickt.

 

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte erhebt für die Ergebnisse der Umfrage keinen Anspruch auf Repräsentativität. Es handelt sich hierbei um eine im Ehrenamt erhobene und durchgeführte Umfrage, die beispielhaft zeigt, wie viele Arbeitsstunden tatsächlich notwendig sind, um qualitativ hochwertigen Unterricht sowohl vor- als auch nachzubereiten und andere notwendige Aufgaben wahrzunehmen. Dies macht deutlich: Daueraufgaben benötigen tariflich abgesicherte Dauerstellen oder müssen mit einem Honorar von 64 Euro abgesichert sein (s. Hamburger Appell)

(st)

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SodEG wird verlängert

Das BAMF informiert in seinem aktuellen Trägerrundschreiben Berufssprachkurse (06/21), dass der besondere Sicherstellungsauftrag des SodEG bis zum 31.12.21 verlängert wurde.

 

"Für die Beantragung von SodEG-Zuschüssen für den Zeitraum ab dem 01. April 2021 gilt Folgendes:

1. Falls für den Zeitraum zwischen dem 01.01.2021 und 31.03.2021 ein SodEG-Antrag gestellt wurde und sich keine oder nur geringfügige Änderungen in der Höhe der vorrangigen Mittel, bei der Angabe der monatlichen Zahlungen der anderen Leistungsträger und bei der Fortsetzung von Zahlungen an Honorarlehrkräfte ergeben haben, wird mit dem aktualisierten Antragsformular lediglich die Fortzahlung des bisher gewährten SodEG-Zuschusses beantragt. Damit wird das Antragsverfahren für diese Fälle deutlich vereinfacht.

2. Falls für den Zeitraum zwischen dem 01.01.2021 und 31.03.2021 ein SodEG-Antrag gestellt wurde und sich Änderungen ergeben haben, die nicht geringfügig sind, ist eine Neuberechnung der Höhe des SodEG-Zuschusses erforderlich.

Nicht geringfügig sind dabei die folgenden Änderungen:

- Änderungen an der voraussichtlichen Höhe der vorrangigen Mittel (Monatsdurchschnitt der nächsten drei Monate) im Umfang von mehr als 10 % im Vergleich zum Monatsdurchschnitt aller vorrangigen Mittel gemäß Anlage zum Bescheid über die Gewährung eines SodEG-Zuschusses (Zeile 29) für den Zeitraum 01.01.2021 bis 31.03.2021;

- Änderungen an der Gesamtsumme der monatlichen Zahlungen der anderen Leistungsträger im Umfang von mehr als 10 % im Vergleich zur ursprünglich angenommenen Gesamtsumme der monatlichen Zahlungen gemäß Anlage zum Bescheid über die Gewährung eines SodEG-Zuschusses (Zeile 17) für den Zeitraum 01.01.2021 bis 31.03.2021;

- Änderung der Entscheidung über die Fortsetzung der Zahlungen an die Honorarlehrkräfte."

(as)

GEW-Demo in Hamburg: Arbeitsbedingungen in der Erwachsenenbildung verbessern - jetzt!

Foto: fs
Foto: fs

Gestern fand in Hamburg eine von der Hamburger GEW organisierte Kundgebung statt, an der ca. 30 Kolleg*innen teilnahmen. Es gibt hierzu heute einen kurzen Bericht des lokalen Fernsehens.

Die taz hatte schon vor der Demo Detlef Zunker von der GEW interviewt. In dem Beitrag "Der Bereich ist extrem wenig geregelt" schildert Zunker das Hauptproblem: "Die große Mehrheit wird über Honorarverträge beschäftigt, wobei in den Sprach- und Integrationskursen immerhin geregelt ist, dass 41 Euro brutto bezahlt werden. Aber davon muss man eben alles finanzieren: die gesamte Sozialversicherung, das Einkommen im Krankheitsfall und selbst das Risiko, dass Kurse ausfallen. Dann bleiben netto knapp 20 Euro übrig. In den beruflichen Kursen, die von der Arbeitsagentur finanziert sind, werden zum Teil nur 20 bis 25 Euro brutto bezahlt."

Die GEW fordert vom Senat, dass er sich an seine Vereinbarung hält: "Die rot-grüne Koalition hat vereinbart, dass sie sich auf der Bundesebene dafür einsetzen wird, die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Wir haben auch mit den bildungspolitischen Sprechern der Koalitionsparteien geredet. Die haben sich das angehört und passiert ist nichts. "

In ihrem Bericht über die Kundgebung fasst die GEW noch einmal die Hauptforderungen zusammen:

- Festbeschäftigung bei Daueraufgaben

- max. 25 UE à 45 min/ Woche als Obergrenze bei einer Vollzeitstelle

- 42 € Mindesthonorar /UE

- 64 € Honorar bei den staatlich beauftragten Sprachkursen (orientiert an E11 TVöD)

- Zuschüsse zur Sozialversicherung und Ausfallhonorar für Krankheit

- Bundestariftreuegesetz (nur Träger mit Tarifverträgen entsprechend TVöD bekommen öffentliche Aufträge)

- DAZ/DAF als eigenständiges Unterrichtsfach (mit Einstiegsmöglichkeit) für den Schuldienst

Und speziell für Hamburg: ein eigenständiges Weiterbildungsgesetz mit Verbesserungen der finanziellen Ausstattung für die Hamburger VHS, Verbesserung der Bedingungen der VHS-Kursleiter*innen (wie oben) und Finanzierung dieser Verbesserungen aus dem Landeshaushalt.

Wer diese Forderungen unterstützt, unterschreibe bitte den Hamburger Appell! Nur gemeinsam können wir unsere Lage verbessern.

(as / fs)

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FaDaF: Umfrage zur wirtschaftlichen Lage im Arbeitsfeld DaF/DaZ

Bild von Andreas Breitling auf Pixabay
Bild von Andreas Breitling auf Pixabay

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie mit ihren Grenz- und Schulschließungen ist für alle eine große Herausforderung und das nicht nur wegen der Umstellungen, die die damit verbundene Digitalisierung uns abverlangt. Zehn Monate unter Pandemiebedingungen zu arbeiten, hat gebührenfinanzierte Institutionen wie Sprachkursanbieter, vor allem aber auch Kolleginnen und Kollegen in wirtschaftliche Schwierigkeiten gebracht.

Mit der kurzen und anonymen Umfrage (Dauer ca. 1 Minute) möchte der FaDaF für Deutschland wie auch weltweit Daten zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise auf das Berufsfeld DaF/DaZ erheben, d.h. sowohl was gebührenfinanzierte Institutionen als auch was Individuen angeht, die in unserem Fach arbeiten.

Mit den Ergebnissen wollen wir einen Überblick erhalten, wie sehr derzeit Institutionen und Akteure im Bereich Deutschvermittlung Schaden nehmen, erst recht, wenn sie offensichtlich noch einige Monate länger durchhalten müssen und daher eventuell ganz aufgeben. Die Zahlen sollen uns dabei helfen, über unsere Pressearbeit auf die schwierige Lage des Faches aufmerksam zu machen und in den Gremien, in denen der FaDaF vertreten ist, gezielte Unterstützung zu fordern.

(fadaf)

Bundesregierung beantwortet die Anfrage der Grünen zur aktuellen Lage der Integrationskurse

Vor einigen Tagen hat die Bundesregierung die Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen beantwortet. Die Anfrage thematisiert die Situation der Sprach- und Integrationskurse während der COVID-19-Pandemie. Die Antwort enthält sehr viele interessante Informationen und Zahlen.

Die Grünen fragten beispielsweise, ob die Bundesregierung plane, die Finanzierung von Gruppen mit einer maximalen Anzahl der Teilnehmenden von zehn Personen für die Dauer der COVID-19-Pandemie zu ermöglichen (u. a. von Analphabeten, Risikopatienten und Menschen ohne Endgeräte oder WLAN). Die Antwort: "Das BAMF hat bereits am 1. Juli 2020 ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Unterstützung der Träger der Integrationskurse während der COVID-19- Pandemie auf den Weg gebracht. Dieses gilt weiterhin. Im Bereich der Alphabetisierungskurse wurde zusätzlich die Mindestteilnehmendenzahl zur Gewährung der speziellen Garantievergütung auf zehn Teilnehmende abgesenkt. Ziel ist es, den Trägern unbürokratisch größtmögliche Flexibilität bei der pandemiegerechten Durchführung von Integrationskursen zu gewähren. Dabei kann die Pandemiezulage beispielsweise auch eingesetzt werden, um wirtschaftliche Nachteile einer möglicherweise kleineren Kursgruppe zu kompensieren. Dementsprechend sieht die Bundesregierung keinen Bedarf für darüberhinausgehende Maßnahmen."

Die Grünen interessierten sich auch für das SodEG (ab Seite 8). Sie wollten beispielsweise wissen, wie viele Träger  die SodEG-Hilfen an die Honorarlehrkräfte weitergeleitet haben. Die Antwort: "Bislang haben 68,7 Prozent der Träger von Integrationskursen, die SodEG-Zuschüsse beantragt haben, auch die Weiterleitung des Zuschusses an die Honorarlehrkräfte im Antrag zugesichert. Kursträger können jedoch nicht zur Weitergabe von SodEG-Zuschüssen an Honorarlehrkräfte verpflichtet werden. Die Ausgestaltung des Vertragsverhältnisses obliegt dem Träger und der einzelnen Honorarlehrkraft. Die Bundesregierung hat auf die Entscheidung des Kursträgers keinen Einfluss. Mangels eigener Rechtsbeziehungen zum BAMF als zuständigem Leistungsträger fallen Honorarlehrkräfte nicht unter die Anwendung des SodEG. Eine unmittelbare Gewährung von Zuschüssen an Honorarlehrkräfte ist daher ausgeschlossen. Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 13 verwiesen. Ob und in welcher Höhe der vergebene Betrag auch tatsächlich weitergeleitet wurde, kann erst im Rahmen des Erstattungsverfahrens gem. § 4 SodEG geprüft werden. Schlüsse für das Antragsverfahren können daher derzeit nicht gezogen werden."

(as)

Kritik der GEW an der ZQ BSK

Die GEW hat gestern eine "Stellungnahme der GEW zur Konzeption der additiven Zusatzqualifizierung für Lehrkräfte in Berufssprachkursen"  veröffentlicht.

Die GEW stellt die ZQ nicht in Frage und beschreibt die sehr hohen Anforderungen an die Lehrkräfte. Sie spricht sogar von der überforderten Lehrkraft. 

Die GEW kritisiert, "dass es für die bis Ende 2021 verpflichtend zu absolvierende Zusatzqualifizierung keine verkürzte Variante gibt, die die Vorkenntnisse und Kompetenzen erfahrener Lehrkräfte in den BSK als besondere Lernvoraussetzung berücksichtigt."

Die GEW weist auf den großen Aufwand der ZQ hin. Er sei  im Rahmen der gegebenen Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte berufsbegleitend schlichtweg nicht zu bewältigen. "Zu den 80 UE in Präsenz werden weitere 80 UE für die Selbstlernphasen veranschlagt, wobei dies bei der Fülle der zu bearbeitenden Literatur und Materialien stark untertrieben erscheint. Nicht gezählt wird die für die Erledigung der Portfolioaufgaben aufzuwendende Zeit, die der ZQ einen ebenso umfangreichen dritten Block hinzufügen dürfte."

"Die GEW ist weit davon entfernt, das Erfordernis einer auf wissenschaftlicher Grundlage beruhenden unterrichtspraktischen Ausbildungsphase für die Integrations- und Berufssprachkurse zu leugnen. Dazu bedarf es jedoch einer Professionalisierung, die sich nicht einseitig darauf beschränkt, berufliche Kompetenz auf wissenschaftlicher Basis zu entwickeln, sondern ebenso den adäquaten Status und die Entschädigungschancen dieser Profession von Lehrenden sowie faire Ausbildungsbedingungen garantiert.

Das Modell der Zusatzqualifikation für die BSK ist eine Qualifizierung auf dem Rücken der Lehrkräfte, ein Modell, das ihren Unmut erregen muss und sie demotiviert, anstatt zu motivieren. Wer von den Lehrkräften die Fähigkeit erwartet, „die KTN für das Lernen zu begeistern und sie (auch in schwierigen Phasen) zu motivieren“ , sollte zunächst einmal faire Rahmenbedingungen schaffen. Der geforderte „Enthusiasmus“ kann sich erst dann entfalten, wenn die Arbeits- und Fortbildungsbedingungen gerecht und angemessen gestaltet sind. Dazu gehört die Festanstellung der Lehrkräfte und ihre tariforientierte Vergütung."

 

In ihren Schlussfolgerungen fordert die GEW bezüglich der ZQ BSK, "dass diese ZQ

▪ im Dialog mit den Lehrkräften und der GEW inhaltlich überarbeitet wird.

▪ stofflich entlastet wird, so dass sie berufsbegleitend geleistet werden kann.

▪ in einem verkürzten Format für erfahrene Lehrkräfte angeboten wird.

Außerdem soll den Honorarkräften der entstehende Honorarausfall vergütet werden, und eine entsprechend lange Übergangsfrist muss sicherzustellen, dass alle BewerberInnen die ZQ absolvieren können.

(as)

 

Inwiefern sind Integrationskurs-Lehrkräfte ausreichend auf ihre Tätigkeit vorbereitet?

Das Bündnis DaF/DaZ Lehrkräfte unterstützt Studierende, indem Umfragen o.ä. im Rahmen des Studiums  verbreitet werden. Hier findet sich eine Anfrage einer Studierenden aus Potsdam. Diese Umfrage hat nichts zu tun mit unserer Faktorisierungsumfrage im Februar.

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist Miriam Pappert und ich bin Studentin an der Universität Potsdam. Ich studiere im vierten Mastersemester Deutsch und Politik auf Lehramt und möchte im kommenden Semester meine Masterarbeit schreiben. In dieser sollen die verschiedenen Ausbildungen von Integrationskurs-Lehrkräften im Mittelpunkt stehen und ich gehe der Fragestellung nach: "Inwiefern sind Integrationskurs-Lehrkräfte ausreichend auf ihre Tätigkeit vorbereitet?". Zur Erhebung der Daten habe ich mich für einen Fragebogen entschieden. Dieser setzt sich zusammen aus geschlossenen sowie offenen Fragen und beansprucht in etwa 10 Minuten Zeit. Bei den offenen Fragen bitte ich Sie, eine kurze Antwort oder Begründung in die vorgesehenen Felder zu schreiben. Die Befragung ist anonym und Ihre Daten werden anonymisiert ausgewertet.

Ich freue mich, wenn Sie mich mit Ihrer Teilnahme unterstützen und bedanke mich recht herzlich!

Mit freundlichen Grüßen, Miriam Pappert

GEW: Wir brauchen eine neue Weiterbildungskultur!

Die GEW fordert in ihrer anlässlich des Deutschen Weiterbildungstages veröffentlichten Presseerklärung „Weiterbildung stärken!“ ein Bundesgesetz für die Weiterbildung, einen Digitalpakt und bessere Beschäftigungsbedingungen.

 

Die GEW setzt sich für einen bundesgesetzlichen Rahmen für die Weiterbildung ein. "In dem Gesetz müssten Regelungen zu Information und Beratung, Lernzeiten und zur Finanzierung der Weiterbildung verankert werden. Die Länder seien gefordert, die Förderung der allgemeinen, politischen und kulturellen Weiterbildung auf ein Prozent ihres Bildungsbudgets zu erhöhen."

„Wir brauchen eine neue ‚Weiterbildungskultur‘. Dafür muss die ‚Nationale Weiterbildungsstrategie‘ um die allgemeine und politische Weiterbildung ergänzt werden. Sich auf berufliche Themen zu konzentrieren, greift viel zu kurz“, sagte Ansgar Klinger, der in der GEW für Berufliche Bildung und Weiterbildung zuständig ist. Weiterbildung müsse den engen Raum der Funktionskompetenzen verlassen und in einer neuen Integration von beruflicher und politischer Bildung die Menschen befähigen, Hintergründe und Zusammenhänge zu verstehen und sie zu einer an Humanität und Gerechtigkeit orientierten Gestaltung von Arbeitswelt und Gesellschaft ermutigen.

(as)

Youtube-Diskussion über die aktuelle Lage in der Erwachsenenbildung und dem DaFZ-Bereich

Screenshot, Dialog Erwachsenenbildung, Youtube
Screenshot, Dialog Erwachsenenbildung, Youtube

Unter dem Titel "Bildungsqualität unter Corona: Praktiker*innen der Erwachsenenbildung berichten" erschien vor einigen Tagen auf Youtube eine  sehr aufschlussreiche und lebhafte Diskussion. Prof. Dr. Dieter Nittel spricht im Rahmen der Reihe "Dialog Erwachsenenbildung" mit  VertreterInnen dreier VHS-Kursleiterräte (Bremen, Hamburg, Hanau) und zwei SprecherInnen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte über die aktuelle Situation der Erwachsenenbildner*innen und DaFZ-Lehrkräfte.

In der Diskussion geht es nicht nur darum, wie es jetzt ist, sondern vor allem darum, was man dagegen tun kann und wie man es machen soll. Es wurden Beispiele für positive Veränderungen genannt, wie die Bremer Rahmenvereinbarung, konkrete Wünsche und Forderungen an Träger und die Politik gestellt und Wege aufgezeigt, wie die Lehrkräfte, Wissenschaft, Verbände, Gewerkschaften die Lage verbessern können. 

Zu den wichtigsten Erkenntnissen des Austausches zählen folgende Punkte: 

"1. Die sich erst durch die Corona-Krise verdichtende Einsicht, dass Kursleiter*innen sehr wohl mit negativen Reaktionen seitens der Weiterbildungsorganisation rechnen können, wenn sie berechtigte berufliche Anliegen artikulieren, wird von den hier anwesenden Fachkräften geteilt. Selbst dann, wenn dies vereinzelte Phänomene sein sollten, wirken diese insbesondere mit Blick auf jene Organisationen der Erwachsenenbildung irritierend, die sich eines intakten Wertefundaments rühmen. 2. Immer dann, wenn sich frei- und nebenberufliche Fachkräfte zusammenschließen, steigt die Wahrscheinlichkeit beträchtlich, dass sie ihre vitalen Interessen erfolgreich durchsetzen können."

(as)

Interview mit einer DaFZ-Dozentin

Bild von NikolayFrolochkin auf Pixabay
Bild von NikolayFrolochkin auf Pixabay

In einem Interview mit "Business Insider" berichtet eine Kollegin aus dem Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte über die prekäre Arbeitssituation der Lehrkräfte im DaF/DaZ-Bereich und in der Erwachsenenbildung.

 

Sie weist vor allem auf die Situation unter den Corona-Maßnahmen hin, unter denen viele Lehrkräfte existentiell an den Rand gefahren werden. Diese Ausnahmesituation zeigt einmal mehr wie wichtig eine grundsätzliche Reformierung der Erwachsenenbildung, insbesondere im Integrationsbereich ist, wo "Bildung als ein Produkt unter Wert" verkauft wird.

(lge)

Zum Frauentag

Liebe alle, die ihr sitzt und lest, stellt euch vor, vor zwei Jahren durfte ich als Erwachsenenbildnerin anlässlich des Frauentags schon mal mit meinen Worten zu euch sprechen. Und?

 

Nichts hat sich geändert seit dem letzten Redebeitrag 2019: Bildung ist noch immer eine Ware, die unter Wert gekauft und verkauft wird.

 

Dazu gibt es Kaufverträge: Die Lehrkraft bietet die Arbeitskraft an und der Vertragspartner kauft diese, so billig wie möglich, ein. Gleichzeitig steht er staatlich unter Vertrag und bekommt für die weitere Bildungsvermittlung Geld. Die Bildungsvermittlerin Lehrkraft bildet Anfang und Ende der Kette und macht dabei keinen Gewinn. Angebot und Billigvergütung regeln den Markt: Wer nicht mitmacht, erhält keinen Auftrag mehr! Und wer mitmacht, steuert zielsicher und schnurstracks in die Altersarmut. Rücklagen lassen sich nun mal nicht bilden. Wovon?

 

Die Arbeitskraft der Lehrkräfte wird verwertet: zu einem Honorar , das noch immer unter dem vergleichbaren Mindestlohn in der Weiterbildung liegt. Verwertung passiert über Veräußerung. Die Lehrkraft gibt ihre Kenntnis als Bildungsvermittlerin in fremden Besitz. Eigentum an Wissen wird - per Vertrag – übertragen: auf Bildungsempfangende. Dies geschieht in staatlichem Auftrag. Verwertung zum Niedrigpreis.

 

Verwertung passiert über Ent-Wertung. Bildungsvermittlung wird allgemein gering geschätzt. Dass mehrheitlich Frauen die Weiter-Bildung leisten und mitteln, wird gesamtgesellschaftlich verschwiegen. Frauen sind so schön multi-tasking, bewältigen all die vielen Anforderungen, die Bildungsvermittlung mit sich bringt und vergessen auch mal, das Maul aufzumachen und Zähne zu zeigen: Lockdown für die strukturelle Diskriminierung von Frauenerwerbsarbeit!

 

Wir wollen keine Verwertung.

Wir wollen nicht länger ausgebeutet, mit unserer Bildungsarbeit verwendet und veräußert werden.

Wir wollen keine Entwertung unser selbst.

 

Was wir wollen, ist die Auf-Wertung unserer Erwerbsarbeit!

Was wir wollen, ist Wert-Schätzung und: Hoch-Schätzung !

 

Fair, fair und sicher nicht prekär!

 

zum 08.März 2021, Clarissa Haziri-Hagner

Brief ans BAMF wegen ZQ BSK und Priorisierung bei Impfungen

Das Sprecherteam des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte hat vor ca. einer Woche das BAMF angeschrieben und darum gebeten, die Frist für die additive Zusatzqualifikation  für Lehrkräfte in Berufssprachkursen über den 01.01.2022 hinaus um ein Jahr zu verlängern. 

 

Ein anderer Punkt war die Coronaschutzimpfung. Das Bündnis hat das BAMF gebeten, sich bei den Verantwortlichen in der Politik dafür einsetzen, auch Lehrkräften in BAMF-Kursen zu erlauben, sich früher impfen zu lassen.

Wegen des Gesundheitsschutzes hat sich das Bündnis bereits am 12. Januar an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gewandt, das ja nicht nur für die Berufssprachkurse, sondern auch für den Arbeitsschutz zuständig ist. Das Bündnis hat folgendes vorgeschlagen bzw. gefordert:

 

- Träger stellen kostenlose Masken (FFP 2) zur Verfügung und kostenlose Tests 

- Priorisierung von DaZ-Lehrkräften bei der Impfung (Gleichbehandlung mit Lehrenden im Schuldienst)

- bei angeordneter Quarantäne bezahlte Freistellung bzw. bei Honorarkräften einfacher Zugang zu Ausfallhonoraren

- verbindliche Vorgaben zum Schutz von Lehrkräften, die zur Risikogruppe gehören

- Das Recht, dass diese o.g. Lehrkräfte ihre Teilnehmenden zum durchgängigen Tragen von Masken verpflichten können

- Das Recht auf Home-Office oder auf unbezahlte Freistellung bzw. Ausfallhonorar, falls Lehrkräfte aus der Risikogruppe im Präsenzunterricht aus medizinischen Gründen keine Masken tragen können

(as)

Lehrkräfte im Bereich Alphabetisierung/Grundbildung für eine Onlinestudie gesucht

Screenshot Webseite des DIE
Screenshot Webseite des DIE

Das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE) sucht für eine Online-Interventionsstudie im Projekt KANSAS aktuell bundesweit Teilnehmer*innen. Es gibt dafür eine Aufwandsentschädigung von 105 €!

 

Was ist KANSAS?

 

KANSAS ist eine kompetenzadaptive, nutzerorientierte Suchmaschine für authentische Sprachlerntexte. Sie soll (angehende) Lehrkräfte bei der Recherche und Auswahl von Sprachlerntexten unterstützen und so die Unterrichtsvorbereitung einfacher machen. KANSAS wird im Rahmen der AlphaDekade durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

 

Worum geht es in der Studie?

 

In dieser Studie möchten wir herausfinden, wie gut KANSAS Lehrkräfte dabei unterstützen kann, passende und qualitative Sprachlerntexte zu finden und ob KANSAS somit hilfreich für die Unterrichtsvorbereitung ist. Dafür bitten wir Sie im Laufe der Studie, zwei Unterrichtsentwürfe mit KANSAS zu erstellen.

 

Einige Eckdaten für die Teilnahme:

 

•            Zielgruppe: Lehrkräfte aus dem Bereich Erwachsenen-Alphabetisierung und Grundbildung und DaZ

•            Für die Teilnahme gibt es eine Aufwandsentschädigung von 105€

•            Dauer: ca. 3 Stunden

•            Zeitraum: Januar bis März 2021

 

Wie wird die Studie durchgeführt?

 

Studienleitung und Teilnehmende bleiben während der gesamten Studie über eine Online-Kommunikationsplattform (Zoom) in Kontakt. Die Studienleitung leitet Sie Schritt für Schritt durch die Studie und ist durchgängig für Rückfragen ansprechbar.

 

Technische Voraussetzungen:

 

•            Google Chrome als Browser (kann vorab installiert werden)

•            Computer mit Lautsprecher und Mikrofon

•            Microsoft Office Word

•            Stabiler Internetzugang

 

Interesse?

Dann melden Sie sich unter dem Betreff „KANSAS“ per E-Mail bei Dr. Mareike Kholin: kholin@die-bonn.de.

(die)

Gute Nachrichten aus dem Hauptausschuss im Berliner Abgeordnetenhaus

Auch der Hauptausschuss im Berliner Abgeordnetenhaus unterstützt das Anliegen „Mehr soziale Sicherheit für Volkshochschul-Dozent*innen"! Am 17.02.2021 hat er damit den vorherigen einstimmigen Beschluss des Bildungsausschusses bekräftigt. Der Senat hat jetzt die Aufgabe, bis Mitte April und in Teilbereichen bis Mitte Mai unsere Themen zu bearbeiten und einen Lösungsweg vorzuschlagen. 

Die Berliner VHS-Dozent*innenvertretung und ver.di setzen weiterhin auf eine Verhandlungslösung zwischen dem Senat und der Gewerkschaft ver.di für eine bessere soziale Absicherung. Es soll ein Rahmenvertrag wie in Bremen vereinbart werden, wenn auch vorerst unterhalb des Tarifvertragsniveaus. In dem Beschluss des Hauptausschusses heißt es dazu ergänzend: „Für den Fall, dass eine Rahmenvereinbarung nicht möglich ist – welche anderen Lösungsinstrumente sieht der Senat, um die unter III. genannten Vorschläge mit der Gewerkschaft umsetzen zu können?“  Die Berliner VHS-Dozent*innenvertretung und ver.di wollen alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen und uns nicht weiter auf die lange Bank schieben lassen.  (lg)

Warnung vor vielen Videokonferenzsystemen

Bild von Tumisu auf Pixabay
Bild von Tumisu auf Pixabay

Das Handelsblatt beschäftigt sich in seinem Beitrag "Microsoft Teams, Zoom, WebEx: Berliner Behörde warnt vor gängigen Videosystemen" mit dem Datenschutz bei Videodienstanbietern. Der Anlass ist ein Papier der Berliner Datenschutzbeauftragten - "Hinweise für Berliner Verantwortliche zu Anbietern von Videokonferenzdiensten"

Einerseits sei nach erneuter Prüfung bei den großen Anbietern keine wesentliche Besserung festgestellt worden, andererseits gebe es ausreichend viele rechtskonform nutzbare Dienste, sodass es keinen Grund gebe, für Videokonferenzen das Datenschutzrecht zu brechen. In dem Papier der Berliner Behörden befinden sich sowohl eine übersichtliche Tabelle mit den bewerteten Anbietern als auch Kleinberichte zu den einzelnen Firmen. 

Leider spielt das Thema Datenschutz bei Videokonferenzen bei sehr vielen Trägern und noch mehr bei selbstständigen Dozent*innen keine große Rolle. Die meisten wissen nicht, dass ihr Verhalten juristisch gesehen problematisch ist.

(as) 

 

 

Die Neustarthilfe startet

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat gestern bekannt gegeben, dass die Neustarthilfe beantragt werden kann. Ausführliche Infos und Links zum Antrag befinden sich auf der Webseite des Ministeriums.

 

Das Bundesministerium informiert auch über andere Coronahilfen.

(as)

 

Folgen der Pandemie für Dozierende

Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay
Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay

Zu den Folgen der Pandemie erschien in "weiter.bilden", der Zeitschrift für Erwachsenenbildung des DIE, Ausgabe 04 2020, der lesenswerte Artikel: "Ausweitung des Prekariats? Die Folgen der Pandemie für selbstständige Kursleitende."

 

Pia Probst, die Autorin, beschreibt am Beispiel der Volkshochschulen die Folgeerscheinungen der Pandemie für soloselbstständige ErwachsenenbildnerInnen und die Antworten der Einrichtungen wie der Politik. Sie zeigt auch Probleme und Unzulänglichkeiten dieser Reaktionen auf.

Bei näherem Interesse am Artikel kann gerne der Kontakt zur Autorin hergestellt werden. Schreibt dazu bitte an redaktion@dafdaz-lehrkraefte.de

Folgen der Pandemie für die Teilnehmer*innen und Träger

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Der Deutschlandfunk beschäftigt sich in seiner Sendung Campus & Karriere vom 13.02. ausführlich mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Integrationsprozess und das vor allem berufliche Leben der Migrant*innen. Ca. ab der 18. Minute kommt auch ein DaFZ-Dozent aus Münster zu Wort, der massive Kritik an der BAMF-Zusatzqualifizierung für die Berufssprachkurse übt. Er nennt sie eine Zwangsfortbildung.

 

Bereits am 12. Februar thematisierte "Campus & Karriere" in seinem Beitrag  Weniger Geld für Integrations- und Berufssprachkurse die (vor allem technischen) Probleme der Teilnehmenden und Träger bei der Umstellung der BAMF-Kurse auf das Virtuelle Klassenzimmer. In der Sendung wurde auch auf die schwierige Lage vieler Träger eingegangen. Christiane Carstensen vom BVIB kritisierte die verschärften Kriterien für das SodEG. Die geänderten Voraussetzungen würden eine Beantragung in hohem Maße erschweren.

(as)

Berliner Arbeitsgericht weist Klage ab

Das Berliner Arbeitsgericht hat auch in der zweiten Instanz die Klage unserer Kollegin Inez* abgewiesen und festgestellt, dass VHS-Dozent*innen mit ihrer abgestimmten Kursplanung keinerlei vertragliche Bindungen eingehen, selbst klare mündliche, gar per E-Mail getroffene Vereinbarungen oder auch die  (früher übliche) namentliche Nennung im VHS-Programm können der im öffentlichen Dienst gebotenen „Schriftform“ nicht genügen.

Daher muss jetzt der Berliner Senat die Honorarverträge endlich rechtlich absichern. Anscheinend „kann“ ein Gericht nicht heilen, was die Politik bislang versäumt hat.

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Ein Etappensieg der Berliner VHS-Dozent*innen

Die Aktion „Soziale Absicherung“ der Berliner VHS-Dozent*innen kommt voran. Die Hauptziele sind eine 100 % Ausfallzahlung bei Krankheit ab dem 1. Tag (aktuell ab dem 3. Krankheitstag) und die Erhaltung des Auftragsvolumens nach Elternzeit, Krankheit oder Pflege von Angehörigen. Diese Forderungen sollen in eine Rahmenvereinbarung festgeschrieben werden. Mit dem Parlamentsbeschluss vom Juni 2020 "Mehr soziale Sicherheit für Volkshochschul-Dozent*innen" hat das Abgeordnetenhaus den Senat aufgefordert, mit der Gewerkschaft (ver.di) die Verhandlungen zur Rahmenvereinbarung aufzunehmen. Ende Oktober hat der Senat diese Aufforderung abgelehnt.

 

Was am 21.01.21 im Bildungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses beschlossen wurde, war erfreulich und auch ungewöhnlich: der gesamte Bildungsausschuss hat mit allen Fraktionen einstimmig dafür votiert, den Parlamentsbeschluss vom Juni 2020 weiterzuverfolgen. Der Ausschuss hat diese Entscheidung an den Hauptausschuss des Parlaments übermittelt. Im Hauptausschuss wird am 17. Februar abgestimmt, ob die Senatsverwaltung sich auf Verhandlungen mit der Gewerkschaft (ver.di) über eine Rahmenvereinbarung zur sozialen Absicherung einlassen muss.

(lg)

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Hilfen für Selbstständige und Neues aus der Erwachsenenbildung

Die GEW Bayern informiert in ihrem Infoblatt "Hilfen für Selbstständige ab Dezember 2020" ausführlich und aktuell über alle möglichen Hilfen für Selbstständige, wie z.B. Neustarthilfe, SoDEG und ALG II.

 

In einem anderen Infoblatt der bayerischen GEW, "Neues aus der Weiterbildung", geht es z.B. um die Erhöhung des Freibetrags für nebenberuflich Tätige (Übungsleiterpauschale) und des Mindestlohns in der Weiterbildung (um 3,9 %), neue Werte der Sozialversicherung für Selbständige und Arbeitsschutz (FFP2-Masken). 

 

Viele oben erwähnte Verbesserungen, auch die 41 €, gehen auf die Arbeit von engagierten Kolleg*innen und Interessenvertretungen zurück. Von nix kommt nix, das gilt auch für Infoblätter oder diese Webseite. Auch (selbständige) Lehrkräfte in der  Erwachsenenbildung  brauchen eine starke Vertretung – und das ist beispielsweise die Bildungsgewerkschaft GEW im DGB. Eine Gewerkschaft oder eine andere Interessenvertretung (wie unser Bündnis) sind aber nur dann stark, wenn viele Kolleg*innen mitmachen: Mitgliedschaft, aktive Mitarbeit usw.

(as)

 

Engagement lohnt sich! Erfolge des Bremer Kursleiterrates

In ihrer aktuellen Ausgabe befasst sich die GEW-Zeitschrift "E&W" in dem Beitrag "Für faire Honorare" (Seite 24) mit der Arbeit des Kursleiterrates an der VHS-Bremen.

Dem Kursleiterrat ist vor einigen Monaten gelungen, Ausfallhonorare für alle Lehrkräfte auszuhandeln, deren Kurse coronabedingt nicht stattfinden konnten. Das 100%-Ausfallhonorar wurde bis August gezahlt, ab November  75%,  entsprechend der Höhe der Novemberhilfe der Bundesregierung. Die Einzelheiten sind auf der Webseite des Rates zu finden.

Es ist nicht der erste Erfolg des Kursleiterrates.  2019 wurde eine Rahmenvereinbarung erreicht, die unter anderem eine schrittweise Erhöhung der Mindesthonorare für die knapp 1.000 freiberuflichen Lehrkräfte auf 31 Euro pro Unterrichtsstunde bis 2023 vorsieht. Die arbeitnehmerähnlich beschäftigten Lehrkräfte bekommen außerdem seit Anfang dieses Jahres Zuschüsse zur Renten- und Krankenversicherung – und auch der Anspruch auf Urlaubsentgelt für vier Wochen pro Jahr wurde in der Vereinbarung schriftlich festgehalten.

Bereits 2016 und 2018 erreichte der Kursleiterrat nach 10 Jahren Stillstand zwei Honorarerhöhungen. Vor 2016 waren die Honorare der Lehrkräfte an der VHS Bremen extrem niedrig, nur 19 €. Dass es jetzt viel besser ist, ist engagierten Kolleg*innen, vor allem im Kursleiterrat, zu verdanken.

Hajo Kuckero (vom Kursleiterrat) betont, "dass es für eine Verbesserung der Bedingungen wichtig sei, sich zusammenzuschließen – und dabei idealerweise auch die Gewerkschaften mit ins Boot zu holen. So unterstützen in Bremen sowohl die GEW als auch ver.di die Arbeit des Kursleiterrats. Sei eine Interessenvertretung erst einmal gebildet, sollte diese nicht nur mit der Leitung der jeweiligen Einrichtung verhandeln, sondern sich auch direkt an die örtlichen Entscheidungsträger wenden. „Und im Zweifel: auf die Straße gehen und Öffentlichkeit herstellen“, rät Kuckero. Zwar gingen solche Initiativen zumeist mit nur wenigen Engagierten los: „Aber das macht nichts. Es werden mit der Zeit mehr, und dann lässt sich eine ganze Menge erreichen.“ 

(as)

 

 

Aktivitäten der Leipziger Kolleg*innen

Die "Initiative Leipziger Lehrkräfte gegen Prekarität in der Erwachsenen- und Weiterbildung" gehört zu den aktivsten Gruppen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte.

 

Die Leipziger Kolleg*innen waren im letzten Jahr sehr rührig und haben jetzt zu Ihren Aktivitäten einen schönen und  interessanten JAHRESRÜCKBLICK 2020 zusammengestellt. Die Gruppe blickt stolz auf das letzte Jahr zurück sowie mit Zuversicht und frohem Mut auf 2021! 

(as)

SOZIALE ABSICHERUNG: Protest vor dem Roten Rathaus, am Mittwoch 13.01., 10-12 Uhr

 

Vor der Sitzung vom  21. Januar des Bildungsausschusses  im Berliner Abgeordnetenhaus, der sich erneut mit dem Thema VHS beschäftigen wird, führen die Vertretung der Berliner VHS-Dozent*innen und ver.di zwei Protestaktionen durch. Die erste findet am Mittwoch 13.01., 10-12 Uhr vor dem Roten Rathaus statt. In "Neues Deutschland" befasst sich der Beitrag "Akademische Tagelöhnerei" mit diesem Thema.

 

Angesichts der Schwere der Corona-Pandemie ist es nicht möglich, eine Demo zu veranstalten, sondern wir werden eine Mahnwache von wenigen Kolleg*innen mit Masken und Abstand durchführen. Eine breitere Teilnahme ist nicht möglich.

 

Wir bitten aber alle Kolleg*innen und Interessierte, die Information über diese Aktion über die eigenen Verteiler, Kanäle und Bekanntenkreise zu verbreiten. Die Vertretung der Berliner VHS-Dozent*innen und ver.di engagieren sich, damit unsere Aktionen ein großes Presseecho haben werden. 

 

Macht mit, ihr könnt dazu beitragen.

 

Zur persönlichen Situation der VHS-Kolllg*innen bei Krankheit und Reha könnt ihr hier eine Auswahl aus den Briefen, die im Dezember 2020 VHS-Dozent*innen an Abgeordnete und Senator*innen geschrieben und der Vertretung der Berliner VHS-Dozent*innen mitgeteilt haben. Bezüglich der sozialen Absicherung bei Krankheit sieht die politische Situation forgendermaßen aus: Im Berliner Regierungsprogramm von SPD, Linken und Grünen 2017 haben wir einen verbalen Erfolg erzielt. Dort heißt es unter anderem: „Für arbeitnehmerähnliche Beschäftigte will die Koalition eine tarifvertragliche Regelung abschließen.“ Dazu kam es bisher nicht.

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BAMF-Statistik: Schlechtere Prüfungsergebnisse

Vor einigen Tagen hat das BAMF den Bericht zur bundesweiten Integrationskursgeschäftsstatistik für das Jahr 2020 veröffentlicht. Auf Seite 13 geht es um Prüfungsergebnisse von 2012 bis erstes Halbjahr 2020.

Der Statistik lässt sich entnehmen, dass die B1-Erfolgsquote im ersten Halbjahr 2020 um 3 % gesunken ist. Natürlich ist dies auf die Corona-Krise zurückzuführen, denn im Lockdown hatten die meisten Teilnehmenden monate- oder wochenlang keinen Unterricht. Einige konnten zwar an Online-Tutorien und am Unterricht im virtuellen Klassenraum teilnehmen, aber diese Unterrichtsformen sind meistens kein vollwertiger Ersatz für den Präsenzunterricht. Einige Medien, wie z.B. der MDR und die Deutsche Welle, befassen sich mit den schlechteren Prüfungsergebnissen.

Bereits vor einigen Jahren haben die Medien ausführlich über die 2016-2018 drastisch gesunkenen Erfolgsquoten berichtet. Einige Artikel waren leider sehr undifferenziert. In Zusammenhang mit einem besonders unfairen Beitrag, den Die Welt veröffentlicht hatte, hat das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte einen Offenen Brief an die Redaktion dieser Zeitung gesandt.

In dem Brief hat das Bündnis die Gründe für die schlechteren Prüfungsergebnisse genannt. Das waren vor allem eine andere Zusammensetzung der Kurse und die schlechten Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte. In seinen Gesprächen mit dem BAMF und den beiden zuständigen Bundesministerien hat das Bündnis oft und deutlich viele Punkte genannt, die zu mehr Qualität in den BAMF-Kursen führen würden: bessere Einkommens- und Arbeitsverhältnisse der Lehrkräfte, kleinere Gruppen, mehr Unterrichtsstunden, bessere Einstufung, keine zentrale Zuweisung, höhere Qualifikationsstandards für die Lehrkräfte, kostenlose Fortbildungsangebote usw. 

(as)

Neues zu SodEG

Der BVIB (Berufsverband für Integrations- und Berufssprachkurse e.V) befasst sich in einem sehr interessanten Beitrag mit dem neuesten BAMF-Trägerrundschreiben zu SodEG ab 01.01.21 und den vom BAMF aktualisierten  FAQs zu SodEG.

 

Laut BVIB erschweren die neuen Rahmenbedingungen einen Bezug der Zuschüsse sowohl für Träger als auch für Lehrkräfte deutlich. In einem ersten Austauschtreffen unter BVIB-Trägern sei deutlich geworden, dass niemand der anwesenden Träger SodEG in der aktuellen Form ab 01.01.21 werde beantragen können und damit in Folge auch nicht für die Lehrkräfte.

(as)

Podcast "Auf Integrationskurs": ein Projekt zweier Leipziger Dozentinnen

Bild von vanleuven0 auf Pixabay
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In Leipzig gibt es ein neues Projekt: den Podcast "Auf Integrationskurs". Gestern hat der Deutschlandfunk in seiner Sendung "Campus & Karriere" darüber berichtet.

 

Zwei Leipziger Kolleginnen, Johanna Bender und Isabelle Wiedemeier, haben in den letzten Monaten einen Podcast auf die Beine gestellt: Gespräche mit ehemaligen Teilnehmer*innen unserer Kurse über ihr Ankommen und ihre Integration in Deutschland, Gründe für ihre Migration, Schönes, Lustiges, Diskriminierung, Verlust... und nicht zuletzt auch über die Integrationskurse und was man daran verbessern könnte. Die ersten sechs Folge sind jetzt online - mit eigener Website und natürlich bei Spotify, I-Podcasts und Amazon.

(as)

Politische Termine des Bündnisses

1. Am 16. Dezember nahmen drei VertreterInnen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte an einer Videokonferenz mit Leonie Gebers (Staatssekretärin im BMAS), Kerstin Tack (Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion für Arbeit und Soziales) und Dr. Gunilla Fincke (Leiterin des Referats für Grundsatzfragen der Migrations- und Integrationspolitik im BMAS, zuständig für Berufssprachkurse) teil. Das Bündnis wurde von Dr. Claudia Liehr-Molwitz (Hamburg), Monika Strauß-Rolke (Bonn) und Artur Sieg (Hannover) vertreten.

 

Das fast eineinhalbstündige Gespräch war sehr freundlich, offen und produktiv. Zuerst wurde über die prekäre Lage der Lehrkräfte in der gesamten Erwachsenenbildung gesprochen, wobei auch der Hamburger Appell zur Sprache kam. Dann wurde die Lage der Lehrkräfte im Bereich der Integrations- und Berufssprachkurse thematisiert. Besonders intensiv wurde über Verträge mit 40-50 UE pro Woche und die damit zusammenhängende Faktorisierung des Unterrichts diskutiert.

 

2. Auch am 16. Dezember nahm Clarissa Haziri-Hagner, eine der Sprecherinnen des Bündnisses, per Videokonferenz an einem von der Bundestagsfraktion der CDU/CSU veranstalteten Fachgespräch zum Thema "Rentenversicherungspflicht für Selbstständige" teil. Gastgeber war Peter Weiß, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Der Hintergrund: Arbeitsminister Heil will noch innerhalb dieser Legislaturperiode einen Gesetzesentwurf zur Altersvorsorgepflicht für Selbstständige vorlegen. Dabei sind eine Reform zum Statusfeststellungsverfahren und Erleichterungen zu den GKV-Beiträgen vorgesehen. An dem Fachgespräch beteiligten sich viele Verbände und Organisationen von Selbstständigen.

(as)

VGSD: "Hamburger Appell fordert faire Honorare und Arbeitsbedingungen für selbstständige Dozent/innen"

Screenshot Webseite des VGSG
Screenshot Webseite des VGSG

Der VGSD (Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland) befasst sich in seinem Beitrag "Hamburger Appell fordert faire Honorare und Arbeitsbedingungen für selbstständige Dozent/innen" ausführlich mit der Lage von selbstständigen und festangestellten Dozent*innen in der Erwachsenenbildung, besonders im Bereich DaF/DaZ. Der Anlass für den Artikel ist der Hamburger Appell der GEW Hamburg.

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte ruft alle Kolleg*innen dazu auf, den Appell zu unterzeichnen und zu verbreiten.

(as)

GEW: Mehr Sicherheit in Corona-Zeiten für Selbstständige

Die GEW NRW fordert in Ihrem Papier "Corona-Konzepte auch für die Erwachsenenbildung/Weiterbildung" ein nachhaltiges und kurzfristig wirksames Corona-Konzept für die Erwachsenenbildung, denn  wegen der Pandemie sind Existenzen vieler soloselbstständiger Lehrkräfte bedroht. Hier die wichtigsten Punkte: 

Für selbstständige fordert die GEW NRW  während einer Schließungsphase Leistungen analog dem Kurzarbeitergeld sowie die Honorarfortzahlung in einer angeordneten Quarantäne. 

Für bedürftige Lernende sollen Leihgeräten und WLAN (z.B. in Form mobiler Router/Sticks) zur Verfügungen gestellt werden. Für Dozent*innen sollen  kostenlose Schulungen für Onlineveranstaltungen angeboten werden.

Bezüglich des Arbeits- und Gesundheitsschutzes fordert die GEW kostenlose Masken und Luftfilter. "Benötigt werden aus Sicht der GEW NRW einheitliche Regelungen zum Infektionsschutz für alle Bildungseinrichtungen, explizit inklusive der Weiterbildungseinrichtungen, gemäß RKI-Empfehlungen vom 12.10.2020 für den Infektionsschutz an Schulen. Zudem fordert die GEW NRW kostenlose und regelmäßige Corona-Tests für Lehrende in der Weiter-bildung. Es sollte eine Einbeziehung von Integrationskursen in veränderte Teststrategien stattfinden, die im Moment für Schulen angedacht werden: Antigen-Schnelltests bei Verdachtsfällen auf eine Infektion, dadurch würden längere Ausfallzeiten für Lernende verhindert. • Die Verwendung der BAMF-Pandemie-Zulage soll von den Einrichtungen offengelegt werden."

(as)

41 € bereits für alle ab dem 01.01.2021 neu beginnenden Kurse

Das BAMF informiert in seinem heutigen Trägerrundschreiben und seiner Pressemitteilung, dass bereits zum 01.01.2021 der Kostenerstattungssatz auf 4,40 € (Integrationskurse) bzw. 4,64 € (Berufssprachkurse) pro Teilnehmenden und Unterrichtseinheit (UE) erhöht wird. Die untere Honorargrenze für freiberuflich tätige Lehrkräfte wird auf 41 € je UE angehoben. "Sie gilt in Kursen mit Kursbeginn ab 01.01.2021. Spätestens ab dem 01.02.2021 ist diese verbindlich zu zahlen." "Die Anhebung des Kostenerstattungssatzes erfolgt unabhängig vom aktuellen Pandemiegeschehen und gilt für alle neu beginnenden Kurse bzw. Kursabschnitte sowie in allen Kursarten und unabhängig von der Kursform (Präsenz, hybrid oder im "virtuellen Klassenzimmer")."

Es gibt noch etwas Neues. Bisher war es so, dass ein Träger, der das Mindesthonorar nicht zahlte, als einzige "Strafe" seine Zulassung jedes Jahr neu beantragen musste. Das scheint sich nun geändert zu haben: "Ein Unterschreiten der Vergütungsgrenze ab dem 01.02.2021 führt zu einer Verkürzung der Zulassungsdauer auf höchstens ein Jahr. Darüber hinaus wird bei fortlaufender Unterschreitung der Vergütungsgrenze die Folgezulassung nicht erteilt." Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte hat mehrmals das BAMF und die zuständigen Ministerien darum gebeten, dieses Schlupfloch (Folgezulassung bei fortlaufender Unterschreitung) zu schließen, was jetzt endlich passiert.

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte hat mit seinem jahrelangen Engagement und besonders mit seiner Aktivität in den letzten Wochen einen wesentlichen Beitrag zu der Erhöhung des Mindesthonorars geleistet.

(as)

 

Neues Mindesthonorar: 41 €

Am Freitag (27.11.) wurde das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte von einem Bundestagsabgeordneten informiert, dass die Haushaltsarbeitsgruppen der Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und SPD (auf Antrag der SPD) für die Bereinigungssitzung zum Bundeshaushaltsentwurf 2021 beantragt haben, den Mindestvergütungssatz für Honorarlehrkräfte (in Integrations- und Berufssprachkursen) entsprechend dem Mindestlohn für pädagogisches Personal in der beruflichen Weiterbildung auf 41 € und den Kostenerstattungssatz (Trägerpauschale) auf bis zu 4,90 pro Teilnehmer und Stunde zu erhöhen.

 

Wenn also alles gut läuft, bekommen die Lehrkräfte im Laufe des nächsten Jahres ein neues Mindesthonorar in Höhe von 41 €.  Das Bundesteam des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte war in den letzten Wochen sehr aktiv. Am Anfang standen nur 38 € zur Debatte. Das wäre nicht einmal der Mindestlohn in der Weiterbildung gewesen. Im November hat das Bündnis ca. 80 Abgeordnete aus dem Haushalts- und Innenausschuss des Bundestages angeschrieben. Es gab auch positive Rückmeldungen und Telefongespräche. Natürlich hat das Bündnis nicht nur darauf hingewiesen, dass 38 € unter dem Mindestlohn lägen, sondern auch mehr (60 €) gefordert. Bereits letztes Jahr war  der  ganze Haushaltsausschuss angeschrieben worden.

 

Marlis Tepe, die Vorsitzende der GEW, sagte zu dem Beschluss: „Dass für Honorarkräfte in Integrationskursen die Mindesthonorare von 35 Euro pro Unterrichtseinheit auf 41 Euro angehoben und damit an den Mindestlohn in der beruflichen Weiterbildung angepasst werden, war längst überfällig! Damit wird dem GEW-Vorschlag, dass sich die Honorare als untere Grenze an einem Mindestlohn orientieren müssen, Rechnung getragen. “Künftig müssten Integrationskurslehrkräfte jedoch entsprechend der Qualifikation, die sie mitbringen, entsprechend der Entgeltgruppe 11 des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst (TVöD) bezahlt werden.

(as)

Äußerst schwierige Tarifverhandlungen in der Erwachsenenbildung

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
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Die GEW berichtete in den letzten Wochen und Monaten mehrfach über Tarifverhandlungen mit einigen Trägern.

 

1. In dem Beitrag "Tarifkommission stimmt „schwierigem“ Verhandlungsergebnis zu" geht es um Verhandlungen mit dem Goethe-Institut. "Die GEW-Tarifkommission hat Anfang Januar 2020 nach schwerer Entscheidung dem in harten Verhandlungen mit dem Goethe-Institut (GI) erzielten Tarifkompromiss zugestimmt. Dieser sieht eine bis Ende 2021 befristete Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung auf 26 Unterrichtseinheiten (UE) sowie eine Streichung der fünf arbeitsfreien Tage bei gleichbleibender Wochenarbeitszeit von 39 Stunden für alle Lehrkräfte vor. Alle in diesen Zeitraum fallenden Tariferhöhungen aus dem TVöD werden indes übernommen, betriebsbedingte Kündigungen und Standortschließungen sind bis Ende 2021 tariflich ausgeschlossen." Mehr Einzelheiten lassen sich der Goethe-Info entnehmen.

 

2. In dem GEW-Artikel "Arbeitgeberangebot ist keine Verhandlungsgrundlage!" geht es um Verhandlungen mit dem Internationalen Bund. "Die gemeinsame Tarifkommission von GEW und Verdi hat die Verhandlungen über Tätigkeitsmerkmale beim Internationalen Bund am 9. November 2020 nach drei Verhandlungsterminen

(as)

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Die 6. Konferenz des Bündnisses

In einer Zoom-Konferenz fand diesjährig die 6. Bündniskonferenz am 07. November statt und wurde von 28 Vertreter*innen aus zahlreichen Regionen des Bundesgebiets durchgängig besucht. Dabei wurden die gesteckten Gesprächspunkte gezielt angesprochen, sodass ein pünktlicher Zeitplan eingehalten werden konnte. Ohne technische Pannen verlief das Zusammentreffen in freundlicher Atmosphäre.

 

Ein neues Thema war die Arbeitslosenversicherung für selbstständige Lehrkräfte. Mit dem   Lockdown verloren viele Lehrkräfte ihr Einkommen. Ein Ausweg aus der Notlage wäre Arbeitslosenhilfe 1, ALG 1, gewesen. Das Plenum diskutierte ausführlich, ob der Zugang zur AV für Honorarlehrkräfte (und andere Soloselbstständige) erstrebenswert ist und ob das  Bündnis sich dafür einsetzen will. Sollte eine AV freiwillig oder eine Pflichtversicherung sein? Seit August 2020 fordert der DGB die Öffnung der AV für Soloselbstständige.

(hs)

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Schlussbericht des Berliner Senats über "Mehr soziale Sicherheit für Volkshochschul-Dozent*innen"

Am 4.6..2020 hat das Berliner Abgeordnetenhaus den Antrag  „Mehr soziale Sicherheit für Volkshochschuldozent*innen“ angenommen. Damit wurde der Senat aufgefordert, mit der für die Dozent*innen der Berliner Volkshochschulen zuständigen Gewerkschaft eine Rahmenvereinbarung zur tarifvertragsähnlichen sozialen Absicherung auf Landesebene abzuschließen. Hierbei geht es um die Absicherung der arbeitnehmerähnlichen Dozent*innen. Der Berliner Senat, also die Landesregierung, hat dem Abgeordnetenhaus am 27.10.2020 darüber Bericht erstattet. Diesen Bericht ist enttäuschend und unschlüssig. Um dagegen zu protestieren, werden die VHS-Dozent*innen aufgefordert, an einige Berliner Politiker*innen zu schreiben. Diese Aktion läuft gerade.

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Neues vom BAMF: Zusatzqualifizierung (BSK) und Lehrwerke

Das BAMF hat seine Liste der anerkannten Hochschulabschlüsse und Fortbildungen für eine Direktzulassung als Lehrkraft in Berufssprachkursen ohne standardmäßige Zusatzqualifizierung ZQ BSK aktualisiert.

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte  hat sich beim BAMF und BMAS mehrfach und vehement für die Anerkennung von bereits gemachten Qualifizierungen und Fortbildungen eingesetzt.

 

Das BAMF hat auch seine Liste der zugelassenen Lehrwerke in Integrationskursen aktualisiert. Neu sind drei LMS-basierte Lehrwerke (Linie 1, Netzwerk, Netzwerk neu).

(as)

 

GEW veröffentlicht den Bericht „15 Jahre Integrationskurs: Prekäre Arbeitsbedingungen ..."

Anlässlich des fünfzehnjährigen Jubiläums der Integrationskurse  hat die GEW den Bericht „15 Jahre Integrationskurs: Prekäre Arbeitsbedingungen in Sprachkursen für Geflüchtete und Menschen mit Migrationshintergrund“ veröffentlicht.

 

Der Bericht, zu dem auch das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte einen Beitrag geleistet hat, befasst sich mit allen Aspekten der Kurse. Neben Politik und Trägern kommen vor allem die Lehrkräfte zu Wort und ermöglichen einen Einblick in das problematische, oft angstbesetzte Arbeitsklima. 

Der Bericht steht auf der Webseite der GEW zum Downloaden bereit. Bereits vor einigen Tagen hatte die GEW ihren Beschluss  "Beschäftigungsbedingungen  von DaF/DaZ-Lehrkräften in Integrationskursen" aktualisiert. 

(as)

Bericht aus der Vollversammlung der Berliner VHS-Dozent*innen

Dieses Jahr hat die Vollversammlung der Berliner VHS-Dozent*innen online stattgefunden. Das war am Samstag, den 07.11.2020, von 14 bis 17 Uhr. Die meisten Mitglieder der alten und neuen Vertretung - sowie André Pollmann (zuständiger ver.di-Bildungssekretär) und ein Kollege, der das Pay-Tool erstellte - waren in einem Raum bei ver.di, alle anderen Kolleg*innen waren online verbunden. Erfreulicherweise war die Teilnahme rege: zur besten Zeit (um circa 15:30 Uhr) waren 92 Kolleg*innen verbunden. Es gab keine nennenswerten technischen Pannen.

(lg)

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VHS Leipzig: "Wem sollen wir auf der Tasche liegen?"

Am Dienstag, den 17. November, fand in Leipzig am Rathaus eine Aktion von freiberuflichen Dozent*innen der VHS Leipzig statt.

Ziel der Aktion war es, auf die Anfang November erfolgte Schließung der VHS aufmerksam zu machen und Ausfallhonorare zu fordern. Deshalb belagerten mehrere Kolleg*innen die Rathaustreppe. Sie zeigten verschiedene Schilder und Transparente. Die Frage: "Wem sollen wir auf der Tasche liegen?" wurde mit der Forderung "Was uns zusteht, Ausfallhonorare!"  beantwortet.

Die zuständige Bürgermeisterin (Dezernat Kultur), Dr. Skadi Jennicke, hat die Protestierenden an der Rathauspforte besucht und ein Schreiben der Kolleg*innen persönlich entgegengenommen. 

Die Pressemitteilung und mehr Fotos zur Aktion befinden sich auf der ver.di-Webseite 

Der MDR hat in seinem "Sachsenspiegel" (ab Min. 18:30) kurz über die Aktion berichtet.

(as)

 

GEW fordert 64 € bzw. E 13 für Lehrkräfte in Integrationskursen

Die GEW hat ihren Beschluss "Beschäftigungsbedingungen von DaF/DaZ-Lehrkräften in Integrationskursen" (Beschluss des Geschäftsführenden Vorstands vom 07.12.2017) vor einigen Tagen an den TVöD-Abschluss vom Oktober 2020 angepasst und aktualisiert. Die GEW fordert jetzt 64 € Mindesthonorar in den Integrationskursen.

"DaF/DaZ-Lehrkräfte in allen Integrationskursen müssen grundsätzlich fest angestellt und tariflich - orientiert an der Entgeltgruppe 11 des Tarifvertrags des öffentlichen Dienstes entsprechend der Eingruppierung von Sprachlehrkräften im TVöD Bund u.a. mit einer 39- Stunden-Woche, 30 Tagen Urlaub - entlohnt werden. Die Anzahl der Unterrichtseinheiten (UE; 45 Minuten) pro Woche beträgt 25 bei einer Vollzeitstelle.

Solange eine Festanstellung nicht erreicht wird, müssen DaF/DaZ-Lehrkräfte entsprechende Stundensätze erhalten. Das Honorar für eine UE im Integrationskurs beträgt mindestens 64 Euro.(...)  

Langfristig fordert die GEW, dass die Qualifikationsanforderungen für Lehrkräfte in Sprach- und Integrationskursen eine professionsbildende Ausbildung begründen, die auf einem wissenschaftlichen Hochschulabschluss beruht und eine Eingruppierung nach E 13 ermöglichen. (...)"

(as)

Soloselbstständige erhalten Hilfe für Lebenshaltungskosten

Laut der Tagesschau haben sich das Bundeswirtschaftsministerium und das Bundesfinanzministerium auf die sogenannte „Neustarthilfe für Soloselbständige", eine Art Lebenshaltungskostenpauschale, geeinigt.

Es soll einen einmaligen Zuschuss von bis zu 5000 Euro für diesen Dezember und die ersten sechs Monate 2021 geben. ."Offiziell bekommen sie einen Zuschuss zu den Betriebskosten, davon sollen die Solo-Selbstständigen aber auch die Lebenshaltungskosten bestreiten dürfen. Die Summe soll als Einmalzahlung überwiesen werden. Das entspricht bei einem Jahresumsatz von 35.000 Euro ungefähr 714 Euro pro Monat. Dieser Betrag soll sich nicht auf die Ansprüche aus der Grundsicherung auswirken, sondern zusätzlich ausgezahlt werden." Man bekommt 25 Prozent des vergleichbaren Umsatzes aus dem Jahr 2019, wenn der Umsatz wegen der Corona-Pandemie um mehr als die Hälfte zurückgegangen ist. Der Zuschuss zählt wie eine Einnahme, so dass man Steuern und Abgaben darauf zahlen muss.  

Praktische Rechenbespiele befinden sich in einem Artikel des VGSD, der sich (wie auch das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte) in den letzten Monaten sehr intensiv für einen Unternehmerlohn einsetzte. Der VGSD nennt die neue Hilfe "ein Unternehmerlöhnchen" und weist darauf hin, dass es bei einigen Selbstständigen unter Umständen zu Problemen führen könnte: "Ein schlechter Tausch könnte die neue Hilfe für diejenigen sein, die in Baden-Württemberg, NRW oder Thüringen leben und bisher bis zu 1.200 Euro Unternehmerlohn und ggf. zusätzlich einen Zuschuss zu den Betriebskosten. Diese Hilfen werden wohl nicht in dieser Höhe fortbestehen, sondern gekürzt werden oder ganz wegfallen."

Laut des VGSD können die Anträge im Rahmen der Überbrückungshilfe III gestellt werden, die formal am 01.01.2021 beginnt. "Anträge können „einige Wochen nach Programmstart im neuen Jahr“ gestellt werden, also vermutlich Ende Januar oder Anfang Februar. Weitere Details zur Antragstellung sollen in den nächsten Wochen feststehen."

 

(as)

Antrag an den Hamburger Senat bezüglich prekärer Arbeit im DaFZ-Bereich

Bild: Thomas Ulrich, Pixabay
Bild: Thomas Ulrich, Pixabay

"Damit die Integration gelingt - Prekäre Beschäftigung im Bereich der Weiterbildung vor allem bei den DaZ-/DaF-Lehrkräften reduzieren." 

Nachdem die Hamburger CDU-Fraktion bereits im Februar und Juni zwei  Anfragen zum Thema "Prekäre Arbeitssituation der DaZ-Lehrkräfte" an den Senat gestellt hat, hat die Hamburger CDU dazu im Oktober einen Antrag an den Senat gestellt. Die Abgeordneten Andreas Grutzeck, Birgit Stöver, David Erkalp, Stephan Gamm, Silke Seif führen darin aus, dass durch die Corona-Pandemie "arbeitslos oder noch arbeitslos werdende Arbeitnehmer die Branche wechseln und über Weiterbildungsmaßnahmen auf neue Chancen am Arbeitsmarkt vorbereitet werden müssen".   Besonders Migrant*innen aus Afghanistan, der Türkei, aus Syrien und Polen seien von Arbeitslosigkeit aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse betroffen. Sie betonen in diesem Zusammenhang, dass jedoch auch die Weiterbildungsbranche unter dem Lockdown gelitten habe : "Vor allem die Lehrkräfte, die meist auf Honorarbasis tätig sind, mussten trotz ihres Wissens plötzlich als beschäftigungslose Solo-Selbstständige Hartz IV beantragen." Im Antrag werden dann die prekären Arbeitsbedingungen der DaZ-Lehrkräfte genannt und es werden die Worte  ""wie im 19. Jahrhundert"" zitiert.  Die Hamburger CDU-Fraktion beruft sich auf den Koalitionsvertrag, in dem der rot-grüne Senat zugesagt hat: "Zugang zu Integrationskursen auszuweiten, die Lernbedingungen zu verbessern und für bessere Arbeitsbedingungen bei den Lehrkräften zu sorgen".

"Die Hamburger CDU-Fraktion fordert den Senat auf:

1. sich für bessere Arbeitsbedingungen bei den Lehrkräften im Bereich der Weiterbildung einzusetzen;

2. diese auf Bundesebene, wie im Koalitionsvertrag von Rot-Grün zugesagt, noch in diesem Jahr vor allem für die DaZ-/DaF-Lehrkräfte umzusetzen;

3. sich auf Bundesebene zudem für inhaltlich überarbeitete und längere Integrationskurse mit einem breiten Themenangebot und unter Einsatz von gut ausgebildetem Personal einzusetzen. Vor allem das Themenfeld „Auseinandersetzung mit den Werten des Grundgesetzes“ sollte in den Kursplänen ein stärkeres Gewicht bekommen, wie von der Regierungskommission „Mehr Sicherheit für Nordrhein-Westfalen“ unter Leitung von Wolfgang Bosbach empfohlen;

4. sich dafür einzusetzen, dass Weiterbildungsträger wie die allgemeinbildenden Schulen mit digitalen Lehrmitteln ausgestattet werden;

5. der Bürgerschaft bis zum 31. Dezember 2020 Bericht zu erstatten."

(clm)

Kritik an Unterrichtsmodellen des BAMF

Der General-Anzeiger hat gestern in Zusammenhang mit dem Integrationsgipfel den Brief eines DaF/DaZ-Lehrers unter dem Titel "Ohne gute Deutschkurse keine Integration" veröffentlicht. Der Autor, Stephan Pabel, ist Gründer des Bonner Offenen Kreises (BOK). Die Bonner Kolleg*innen gehören dem Bündnis DaF/DaF-Lehrkräfte an. Stephans Brief liegt auch dem Bündnis vor:

 

„Deutsche Sprachkenntnisse sind der Schlüssel zur Integration“
Diese Erkenntnis hört man von allen politischen Verantwortlichen auch jetzt wieder. Recht haben sie!  Dass die Zuwanderer es wegen Corona derzeit besonders schwer haben, Deutsch zu lernen, mag für die Monate Mitte März bis Ende Juni 2020 gestimmt haben. Seitdem der Deutschunterricht Anfang Juli 2020 aber wieder bei VHS und vielen privaten Sprachschulträgern unter Hygienevorschriften stattfindet kann, trägt nicht das Virus die Schuld an schlechten Lernbedingungen, sondern das BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge).

 

Die jetzt geteilten Kurse mit je nach Raumgröße mit 10 bis 12 TN (Teilnehmer*innen) hätten gerade jetzt in der Corona-Zeit in diesen vergleichsweise kleinen Gruppen die Chance, besonders intensiv und effektiv Deutsch zu lernen und gute Prüfungen abzulegen. Doch das Gegenteil ist der Fall, denn das BAMF will das Geld für die dafür erforderlichen Lehrkräfte sparen und daher gilt für das BAMF auch ein geteilter Kurs als nur ein Kurs, den nur eine Lehrkraft unterrichten darf und die es mit dem Träger abrechnet. Nur diese eine Lehrkraft darf nämlich zur selben Unterrichtszeit den genau selben Stoff gleichzeitig in zwei Räumen „unterrichten“. Das bedeutet, dass nur die Hälfte des Stoffs in der bis zur Prüfung vorgegebenen Zeit vermittelt werden kann. Das bedeutet außerdem, dass auch für diese Hälfte die Unterrichtsqualität erheblich darunter leidet, da abwechselnd in einem Raum ohne qualifizierte Fachaufsicht die TN in 45min Schreibaufgaben erledigen sollen, während im anderen Raum die Lehrkraft zur selben Zeit die selben Schreibaufgaben grammatisch aufbereiten und vorbereitend erklären soll.

 

Die niedrige Anzahl der bestanden Prüfungen bei normalerweise bis zu 25 TN war schon immer für die TN und Lehrkräfte in diesen in vielerlei Hinsicht sehr heterogenen Deutschkursen sehr unbefriedigend, weil nicht zielführend. Unter den jetzigen BAMF-Bestimmungen können sie nur deutlich schlechter sein. Anders als gern behauptet und gar noch gefeiert wird, sind 15 Jahre Integrationskurse keine Erfolgsgeschichte. Man stelle sich vor, dass in öffentlichen Schulen bis zu 40% der Lernenden den Haupt- oder Realschulabschluss, das Abitur nicht bestehen. Von Erfolg würde da zurecht sicher niemand sprechen.

 

Virtuelle Online-Deutschkurse scheitern in aller Regel an mangelnder technischer digitaler Infrastruktur in den meisten Schulen und auch bei vielen Lehrkräften und berücksichtigen in keiner Weise die Wohnverhältnisse, bzw. Lernvoraussetzungen der TN, die sich ihre oft sehr beengten m mit vielen anwesenden Familienmitgliedern um sie herum teilen müssen und sich dort nicht in erforderlicher Dauer auf den virtuellen Unterricht konzentrieren können – mal angenommen, sie hätten die technische Ausstattung, daran überhaupt teilnehmen zu können. Deutschkurse als Schlüssel für Integration kosten Geld, wenn sie denn effektiv sein sollen. Solange seit Jahren und bis heute die erforderliche Finanzierung und vernünftige lernzielorientierte Konzepte vom BAMF verweigert werden, wird die deutsche Wirtschaft auf die dringend notwendige Besetzung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen mit Zuwanderern mit ausreichenden Deutschkenntnissen noch lange warten müssen.

 

(sp)

VHS Lüneburg: Zweiter Warnstreiktag

Screenshot Facebook-Seite, ver.di Niedersachsen-Bremen
Screenshot Facebook-Seite, ver.di Niedersachsen-Bremen

Die Landeszeitung berichtete in ihrem Beitrag "Wir müssen nochmal Druck machen" (und in einem kurzem Film) über den zweiten Warnstreiktag des öffentlichen Dienstes am 21.10 in Lüneburg. Die festangestellten VHS-Lehrkräfte haben sich erneut an der von ver.di organisierten Protestaktion beteiligt.  Auch diesmal haben sich wieder freiberufliche VHS-Lehrkräfte solidarisiert.

In dem Artikel der Landeszeitung wird ausführlich auf die VHS eingegangen. Die VHS-Mitarbeiter*innen würden derzeit nicht nach Tarif bezahlt, möchten aber dies erreichen. Laut Angela Schulz aus dem Integrationsbereich der VHS Lüneburg sind 80 % der Mitarbeiter gewerkschaftlich organisiert. "Vor 14 Jahren war die VHS an die Tarife des öffentlichen Dienstes angelehnt, das wurde dann nach und nach stillschweigend unter den Teppich gekehrt. Das führte dazu, das es bei uns immens unterschiedliche Arbeitsverträge und -bedingungen gibt. Das muss endlich ein Ende haben." Schließlich sei die VHS neben Schule, Ausbildung und Studium die vierte Säule der Bildung. "Wir sind wichtig für das gesellschaftliche Leben und wollen auch so behandelt werden." 

Laut Schulz haben die Gesellschafter der VHS, Landkreis und Stadt, am Montag einen ersten Schritt gemacht, indem sie Vorgespräche darüber angeboten haben, ob Tarifverträge an der VHS überhaupt sinnvoll sind. Das Gespräch würde aber erst Ende Januar stattfinden, und die Geschäftsführung der VHS habe das Angebot nicht unterschrieben. Schulz sagte: "Wir wollen alle an einen Tisch und bestimmt kein Vorgespräch über mögliche Verhandlungen. Wir wollen Verhandlungen und das noch in diesem Jahr." Notfalls seien noch einige Streiktage in diesem Jahr übrig. Zum Bericht über der ersten Streiktag

(as)

Leipziger Lehrkräfte beteiligen sich am Warnstreik des ÖD

Bericht unserer Leipziger Kolleg*innen:

"Die Leipziger Initiative Lehrkräfte gegen Prekarität hat sich am gestrigen Freitag, dem 16. Oktober, mit einem Redeauftritt und ihrem Transparent an einer Kundgebung der Gewerkschaft ver.di im Rahmen eines ganztägigen Warnstreiks des öffentlichen Dienstes beteiligt.

Uns war dieser Auftritt sehr wichtig, weil wir klarmachen wollten, dass der öffentliche Dienst (ÖD) mehr Mitarbeiter hat als die Beschäftigten, für die im Augenblick bundesweit Tarifverhandlungen laufen. Gleichzeitig prägen Vorurteile über den ÖD die Wahrnehmung der Kolleginnen und Kollegen: Dass sie wunderbar abgesichert seien und für wenig Arbeit viel Geld kassieren würden. Tatsächlich trifft diese Wahrnehmung höchstens noch auf die die obersten Ränge der Leitungsebenen im ÖD zu, während überall dort, wo täglich viel Arbeit erledigt werden muss, eine jahrzehntelange Sparpolitik zu Personalnot und Arbeitsverdichtung geführt hat. Exemplarisch kann man das bei der Größe der Kindergruppen in den Kitas oder bei dem Mangel an Pfleger*innen in den Krankenhäusern sehen. Uns ist es gelungen, zu verdeutlichen, dass es dieselbe Sparpolitik ist, die hier greift und der auch wir unsere äußerst prekären Arbeitsbedingungen und unser niedriges Einkommen zu verdanken haben. 

Für uns zeigt die Erfahrung, dass es lohnt, innerhalb der Gewerkschaften aktiv zu sein und ihre Strukturen zu nutzen. Wir sind auf die verantwortlichen Organisatoren des Streiks zugegangen und haben von uns aus angeboten, vor den Kolleg*innen aufzutreten, ihnen unsere Unterstützung zu erklären und auf unsere Situation hinzuweisen. Damit haben wir erreicht, dass Kämpfe, die normalerweise von der Öffentlichkeit als nebeneinander stattfinden und unverbunden wahrgenommen werden, als Angelegenheiten einer Gewerkschaft und eines öffentlichen Dienstes erscheinen. Auch die Presse hat in diesem Sinn berichtet und unserem Auftritt auf der Kundgebung gebührend Platz eingeräumt.

Wir möchten alle anderen Initiativen von Lehrkräften ausdrücklich ermuntern, unserem Beispiel zu folgen und mit zusammen mit ver.di oder der GEW aktiv die Kolleginnen und Kollegen des ÖD zu unterstützen."

 

Über den Streik berichtete auch die Leipziger Volkszeitung. In ihrem Beitrag wird auch auf die Rede unseres DaFZ-Kollegen eingegangen: "Einen von vielen anderen wunden Punkten berührt eine gute Stunde später Karl Kirsch vor dem Treffpunkt am Völkerschlachtdenkmal. Der an der Volkshochschule Arbeitende gehört zur Initiative „Lehrkräfte gegen Prekarität“, die als Freiberufler weder einen Tarifvertrag noch – überwiegend – Zugang zur Arbeitslosenversicherung haben und deren Lohn nicht über 1500 Euro netto liegt. „Dass wir outgesourced wurden, ist das Ergebnis der Einspar-Ideologie“, konstatiert er und appelliert eindringlich an die Warnstreikenden: „Von eurem Kampf hängt es ab, wie künftig die Arbeitsbedingungen aussehen.“ Er erntet Applaus und Trillerpfeifenpfiffe."

Wir veröffentlich hier unten Karls Rede, auch damit sie anderen Gruppen als Vorlage dienen kann.

(kk/as)

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Streik an der VHS Lüneburg

Die VHS Lüneburg wurde am 15. Oktober bestreikt. Auch die angestellten Deutschlehrkräfte haben sich beteiligt. Die freiberuflichen Kolleginnen und Kollegen haben sich solidarisch erklärt. Zu der von ver.di organisierten Protestaktion gibt es einen kurzen  Film. Ab Minute 12 ist auch eine festangestellte DaFZ-Kollegin zu hören. Sie hat u.a. auf die große Diskrepanz zwischen den VHS-Lehrkräften und den Lehrer*innen im Schuldienst bezüglich des Stundenpensums und des Einkommens hingewiesen.

Die VHS wurde bestreikt, weil die Geschäftsführung der VHS REGION Lüneburg (BuK)  Tarifverhandlungen, zu denen sie bereits im Sommer 2020 von der Gewerkschaft ver.di aufgefordert worden war, ablehnt.

Die Forderungen der ver.di lassen sich ihrem unten befindlichen Flyer entnehmen.  "Wir fordern Abschluss eines Tarifvertrages, der mindestens dem Entgeltniveau des Tarifvertrages des öffentlichen Dienstes der Kommunen (TVöD-VKA) entspricht und  Angleichung der allgemeinen Arbeitsbedingungen an die des öffentlichen Dienstes der Kommunen (tarifvertragliche Anwendung der manteltarifvertraglichen Regelungen des TVöD-VKA in der jeweils gültigen, diesen ändernden und ergänzenden Fassungen) mit folgenden Kernpunkten: Jahressonderzahlung, Zuschläge, Urlaubsregelungen, Betriebliche Altersvorsorge."

(as)

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Aktionswoche der Leipziger Kolleg*innen

Die Kolleg*innen der Leipziger Gruppe "Lehrkräfte gegen Prekarität" berichten auf ihrer Facebook-Seite über ihre Aktionswoche: 

"Wir sind von Schule zu Schule, von Integrationskursträger zu Integrationskursträger gegangen und haben dort mit Kollegen und Kolleginnen gesprochen. (...)

Für die Woche ab dem 5. Oktober, der Anlass gebende internationale Tag des Lehrers und der Lehrerin, hatten wir uns vier Schulen vorgenommen, Inlingua, Zuhause, Berlitz und die Volkshochschule. (...)

Die ersten Erfahrungen mit der Aktionsform waren gut. Und waren nicht so gut. Letzteres, weil uns schnell deutlich geworden ist, wie mühselig es ist, tatsächlich an die Kolleginnen und Kollegen heranzukommen. Geduld und Spucke ist gefragt. Man wartet lange vor Türen oder Aufzügen, fragt alle Herauskommenden oder Hineingehenden, ob sie Lehrkräfte seien … Es liegt auf der Hand, dass es mit einem Einsatz nicht getan sein wird. Das ist ein Dauerprojekt. Und schon am Mittwoch, beim zweiten Einsatz, sind wir, Privateigentum!, Privateigentum!, vom Gelände des Trägers auf die Straße verwiesen worden.

Ausgesprochen positiv waren die Reaktionen bei all denen, mit denen wir ins Gespräch gekommen sind. Der Eindruck ist, es tut den Kolleginnen und Kollegen sichtlich gut, dass wir als Kollegen und Gewerkschafter*innen zu ihnen gekommen sind, um nachzufragen, wie es ihnen geht, um Unterstützung und Perspektiven anzubieten. Das ermutigt uns sehr, weiter zu machen. Wir brauchen dazu allerdings viel Hilfe von Leuten, die mitmachen, und freuen uns über alle, die uns dabei unterstützen möchten."

(as) 

Neuigkeiten aus der VHS–Flensburg

In der zweiten Augusthälfte sind die Integrationskurse auch an der VHS-Flensburg wieder angelaufen. 

Die Dozentin*innen fühlten sich durch die Leitung unter Druck gesetzt, indem gefordert wurde, nach dem Modell 5 zu unterrichten, d.h. mit nur einer Lehrkraft und die Teilnehmenden auf zwei Unterrichtsräume verteilt. Tatsächlich wurden einige wenige Module, die im März unterbrochen wurden, so zu Ende gebracht. Bei anderen Modulen blieben viele Teilnehmende weg, so dass letztendlich nach Modul 1 (mit einer Lehrkraft und einem Raum) unterrichtet wird.

 

Selbst Integrationskurse auf Niveau A1.1 hätten nach Modul 5 beginnen sollen, wogegen sich die Dozent*innen wehrten. Auch hier hat die geringe Zahl der Teilnehmenden dazu geführt, dass nun in einem Raum unterrichtet werden kann. 

 

Insgesamt empfanden die Kursleitenden der VHS–Flensburg die Situation, die Kurse nach Modell 5 wieder aufzunehmen, ohne dass ihre berechtigten Bedenken berücksichtigt wurden, als sehr unbefriedigend. Auch die Frage, was das für folgende Module bedeuten würde, blieb unbeantwortet. 

 

Für den Moment erübrigt sich deren gestellte Forderung (kein Modul 5) durch die geringen Zahlen der Teilnehmenden. Inzwischen laufen, wenn auch zögerlich, wieder die Einstufungstests.     
(lg)

Warum ich das Handtuch hinschmeiße. Bericht einer Kollegin

Das Sprecherteam des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte bedankt sich herzlich bei den Kolleg*innen für die bisher zugeschickten Berichte über ihre Erfahrungen mit dem 5. Modell. Wie geplant hat das Bündnis einige Berichte u.a. dem BAMF, BMI, BMAS und der Bewertungskommission für Integrationskurse zugeschickt und die Zuständigen u.a. dazu aufgefordert, das 5. Modell zu stoppen. Hier veröffentlichen wir den erschütterndsten Bericht.

 

"Erfahrungen mit Unterrichts-Modell 5 (BAMF):  Warum ich das Handtuch hinschmeiße und meine DaZ-Tätigkeit ab sofort beende

 

Ich unterrichte die BAMF-Integrationskurse mit Alphabetisierung seit Aug. 2015 durchgehend beim Kursträger, von dem ich gleich berichte. Als der Kursträger mir im August mitgeteilt hat, dass ich meinen Alpha-Kurs, der in wenigen Monaten die B1 Prüfung schreibt, nach dem neuen Modell 5 von BAMF unterrichten soll, hatte ich schon ein schlechtes Gefühl im Bauch gehabt, denn mir war sehr bewusst, dass der Standort, an dem ich unterrichte, technisch gesehen überhaupt nicht dafür ausgerichtet ist.  Mir war von vornherein klar, was das bedeuten würde:  mein Unterricht in 2 getrennten Räumen ohne technische Verbindung zwischen den beiden Räumen - und damit Lernenden – durchführen, hin- und her pendeln im bestimmten Rhythmus zwischen beiden Gruppen.  Ich habe den Mund gehalten, habe es 2 Tage lang versucht...und nach der erlebten Verzweiflung der Lernenden (Alpha-Kurs TN) habe ich mich schriftlich per e-mail an den Kursträger gemeldet.  In meiner e-mail habe ich den Mitarbeiterinnen kurz und knapp mitgeteilt, dass der Unterricht für ALLE Beteiligten rundherum OHNE technische Verbindung zwischen den Räumen absolut unzumutbar sei, dass die TN so in der Form nicht lernen können und ich als solches den Unterricht auch nicht so durchführen kann.  Das habe ich am Freitag, 21.08.2020 per e-mail geschrieben. 

 

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Vom Fortschritt des Digitalen. Wie aus dem 3. Modell das 5. wurde

Bild von Free-Photos auf Pixabay
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Das Sprecherteam des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte bedankt sich herzlich bei den Kolleg*innen für die bisher zugeschickte Berichte über ihre Erfahrungen mit dem 5. Modell und bittet andere Kolleg*innen um weitere Berichte. Das Bündnis möchte die Berichte bzw. eine Auswahl dem BAMF, BMI, BMAS, der Bewertungskommission für Integrationskurse, den für Integration zuständigen Politiker*innen, Gewerkschaften und Medien zuschicken. Natürlich werden die Berichte anonymisiert, sodass weder der Name der Lehrkraft und des Trägers noch die Stadt bekannt werden. 

Das Sprecherteam bittet die Kolleg*innen folgende Punkte in ihrem Bericht zu berücksichtigen: Niveau des Kurses, Mehraufwand für Vor- und Nachbereitung, Unterrichtsqualität und Lernerfolg, eventuelle Assistenz, Reaktion der TN, Folgen für die Gesundheit der Lehrkraft. Wichtig wäre es auch zu schreiben, ob man vom Träger einen Anteil an der Pandemiezulage für die Mehrarbeit bekommt sowie wie der Träger auf eventuelle Einwände der Lehrkräfte und eine eventuelle Bitte um ein höheres Honorar reagiert hat. Die Berichte können an sprecherteam@dafdaz-lehrkraefte.de geschickt werden.

Hier befindet sich in Form einer Glosse der Bericht einer Kollegin aus Süddeutschland:

 

Vom Fortschritt des Digitalen

 

Juhuu, der Digitalpakt ist von der Regierung 2018 bekundet und vom Bundesrat 2019 beschlossen, innerhalb des gleichen Jahres, in dem die Volkshochschule ihre 100-Jahr-Feier beging. Bildung für alle – mit digitalem Whiteboard, VR-Brille und schnellem WLAN!

 

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15 Jahre Integrationskurse: 15 Jahre prekäre Arbeit

Heute fand im Bundeskanzleramt der Festakt "15 Jahre Integrationskurse" statt. An dem Festakt nahm auch Dr. Claudia Liehr-Molwitz, eine der Sprecherinnen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte, teil. Sie konnte die Festgesellschaft über die  prekäre Arbeitssituation der DaF/DaZ-Lehrkräfte informieren sowie die Hauptforderungen des Bündnisses nennen.

Mit dem Jubiläum befasste sich heute ausführlich der Deutschlandfunk. In seiner Sendung "Campus und Karriere" (ab Min. 7:30) wurde über die schon am Dienstag stattgefundene Protestaktion der hannoverschen DaFZ-Lehrkräfte vor dem Niedersächsischen Landtag und über den Kursalltag einer Berliner Integrationskursleiterin berichtet.

 

Bereits am Montag hat das Bündnis folgende Pressemitteilung an die Medien und zur Kenntnisnahme an die für Integration zuständigen Politiker*innen (fast) aller Bundestagsfraktionen verschickt:

 

15 Jahre Integrationskurse: 15 Jahre prekäre Arbeit

 

Integrationskurse jähren sich zum 15. Mal. Aus diesem Anlass werden die Staatsministerin A. Widmann-Mauz und der Staatssekretär im BMI, Dr. Markus Kerber, würdigende Ansprachen halten und Ehrungen von herausragenden Kursteilnehmenden vornehmen. Informiert und diskutiert werden sollen der Stand und die Zukunft des Integrationssystems.

 

Auch das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte, eine bundesweite Vertretung von Lehrkräften für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache, ist eingeladen. Das Bündnis steht hinter den Integrationskursen, weist aber auf die großen Missstände im System hin und fordert Verbesserungen.

 

Clarissa Haziri-Hagner aus dem Sprecherteam des Bündnisses erläutert: „Die Lehrkräfte haben nicht viel zu feiern. Es sind aber vor allem sie, die eine erfolgreiche Integration ermöglichen, indem sie die gesellschaftlichen und kulturellen Werte vorleben, die Sprache Schritt für Schritt vermitteln und die Migrant*innen beratend begleiten. Dies geschieht für die Kursleitenden in den Integrationskursen unter prekären bis sittenwidrigen Bedingungen: Honorarstellen mit Honoraren unter dem Mindestlohn in der Weiterbildung, was nur ca. 1500 € netto pro Monat bedeutet, befristete feste Stellen mit bis 60 Stunden pro Woche, keine Honorarfortzahlung bei Krankheit, Vorenthaltung von Rechten (Urlaubsentgelt) usw."

 

Dr. Claudia Liehr-Molwitz aus dem Sprecherteam konkretisiert: „Wir fordern deshalb für Honorarkräfte wenigstens 60 Euro je Unterrichtseinheit und für Angestellte unbefristete Stellen mit Vergütung nach TVöD 12, langfristig 13. Gehalt und Honorar müssen entsprechend der Lohnentwicklung im öffentlichen Dienst dynamisiert und der Unterricht faktorisiert werden!“

 

Clarissa Haziri-Hagner fügt hinzu: „Träger müssen besser finanziert werden, damit sie in der Lage sind, ihre Lehrkräfte besser zu vergüten. Die Daueraufgabe Integration bedarf einer finanziellen wie wertachtenden Dauerstruktur!“ 

Medienberichte über die Protestaktion in Hannover

Der Deutschlandfunk berichtet  in seiner Sendung "Campus und Karriere" (ab Min. 7:30) ausführlich über die Protestaktion des Aktionsbündnisses DaF Hannover, die am Dienstag vor dem Niedersächsischen Landtag in Hannover stattfand. Auch h1, der lokale Sender aus Hannover, hat sich in seiner Nachrichtensendung "0511" (vom 16.09) mit der Aktion der hannoverschen Kolleg*innen befasst. In beiden Sendungen gelang es den interviewten Kolleginnen, die prekäre Lage in der DaFZ-Branche kurz und dennoch sehr überzeugend  zu skizzieren und einige Forderungen vorzustellen. In dem Bericht des Deutschlandfunks kommt auch Björn Thümler, der für die Erwachsenenbildung zuständige Minister für Wissenschaft und Kultur, zu Wort. An der Aktion vor dem Landtag beteiligten sich über 20 Kolleg*innen.

In der Presseeinladung der hannoverschen Gruppe des Aktionsbündnisses Hannover zur der Aktion stand u.a. geschrieben: "Entsprechend dem Motto „Unsere Taschen sind leer“ werden bei dieser Installation Lehrkräfte für Deutsch als Fremdsprache ihre im wahrsten Sinne des Wortes leeren Taschen vor dem Landtag präsentieren.

Kommende Woche findet im Bundeskanzleramt der Festakt „15 Jahre Integrationskurse“ statt. Doch leider haben die Lehrkräfte dieser Kurse nur wenig zu feiern. Die Corona-Krise hat ihre eh schon prekären Arbeitsbedingungen deutlich verschärft. Wer im Auftrag des Bundes Deutsch als Fremdsprache unterrichtet und damit das Fundament für eine gelungene Integration von Migrant*innen legt, wurde während des Lockdowns von der Politik im Stich gelassen. Die meisten Lehrkräfte hatten von heute auf morgen keine Einkünfte mehr und sind in Hartz 4 gerutscht. Das darf nicht sein, wenn man jahrelang im Auftrag des Bundes gesellschaftlich wertvolle Arbeitet geleistet hat.

Daher sieht das Aktionsbündnis DaF Hannover dringenden Handlungsbedarf vonseiten der Politik. Wir fordern eine Lebenshaltungskostenpauschale (wie es sie in anderen Bundesländern bereits gibt), damit auch DaF-Lehrkräfte von Soforthilfe profitieren, und endlich eine grundsätzliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen, um zukünftige Krisen überstehen zu können."

 (as)

Fotos:  

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GEW zum Festakt der Bundesregierung „15 Jahre Integrationskurse"

Die GEW fordert in ihrer Pressemitteilung zum heute im Bundeskanzleramt veranstalteten Festakt „15 Jahre Integrationskurse“ die Bundesregierung dazu auf, gerechte Arbeitsverhältnisse in den von ihr verantworteten Kursen der Integration zu schaffen. „Die Trägerinnen und Träger müssen in die Lage versetzt und verpflichtet werden, feste tariflich geregelte Arbeitsverhältnisse für ihre Lehrkräfte zu schaffen“, sagt Ansgar Klinger, Vorstandsmitglied für Berufliche Bildung und Weiterbildung beim GEW-Hauptvorstand.

"Wer in einem Festakt auf den Stand und die Zukunft des Integrationskurssystems blicken wolle, komme nicht daran vorbei, auf die skandalösen Beschäftigungsverhältnisse im öffentlichen Auftrag zu achten. Nach wie vor würden Honorarverträge unterhalb des Mindestlohnniveaus in der Weiterbildung anstelle einer Festanstellung in der Daueraufgabe Integrationskurs vergeben. Das bedeute kein Urlaubsgeld, keine Absicherung im Krankheitsfall und dass die Beiträge zur Sozialversicherung zu 100 Prozent alleine getragen werden müssten: „Für die Lehrkräfte in den Kursen ist Altersarmut heute schon programmiert“, so Klinger.

„Eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe – die Integration von Zugewanderten – wird von Menschen gestemmt, die ihre eigene Integration ins deutsche Sozialsystem als ungenügend erleben, ein Skandal in öffentlichem Auftrag!“, kritisiert der GEW-Weiterbildungsexperte. Jetzt sei die Zeit, eine der Qualifikation und Verantwortung der Lehrkräfte entsprechende tariflich gesicherte Beschäftigung herzustellen, die GEW sei zu entsprechenden Verhandlungen gesprächs- und vorschlagsbereit."

(as)

"Modell 5" an der VHS-Friedrichshain-Kreuzberg zurückgezogen

Am 31.08.20 wurde an der Berliner VHS-Friedrichshain-Kreuzberg das Modell 5 in den Integrationskursen zurückgezogen: Dieses Modell sieht eine Lehrkraft in zwei Räumen vor.
Am 26.08.20 wurde in der BVV (Bezirksverordnetenversammlung)  Friedrichshain-Kreuzberg der Dringlichkeitsantrag „Respekt für die Dozent*innen an der VHS Friedrichshain-Kreuzberg – Durchführung von Deutschkursen als Bestandteil der Integration sichern!„ mit überwältigender Mehrheit angenommen. Die Initiator*innen (Linke und SPD) haben den Forderungskatalog der Dozent*innen-Vertretung, der am 19.8.20 im Bildungsausschuss der BVV vorgestellt wurde, fast vollständig übernommen. Auch die Grünen haben den Antrag unterstützt. Bis zur nächsten BVV-Sitzung am 23.09.20 muss das Bezirksamt bzw. die Bildungsstadträtin berichten, was bereits umgesetzt wurde und was nicht, und wenn nicht, begründen, warum nicht.

Über den Rückzug der "Verzichtserklärung" wurde hier berichtet.                                                                                                                                           

(lg)

Stuttgart: Termin des Bündnisses im Ministerium

Gestern führten Vertreterinnen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte im baden-württembergischen Ministerium für Soziales und Integration ein freundliches und gesonnenes Gespräch mit der Ministerialdirigentin der Abteilung 4, Integration, Frau Prof. Dr. Locher-Finke und dem Ministerialrat Herrn Lottermann. Dabei wurde das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte auf Landesebene durch die Sprecherinnen der lokalen Initiativen aus Ravensburg, Mannheim und Stuttgart vertreten.

Zum bevorstehenden Herbsttreffen der Integrationsminister*innen galt es, Impulse zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Honorarlehrkräfte mit auf den Weg zu geben.  Es wurde vom Bündnis nicht nur die Situation der Lehrkräfte unter den Pandemiebedingungen klar formuliert, sondern auch mit Beispielen aus der gelebten Praxis untermauert.

Unter dem Hinweis, dass das Bündnis in Niedersachsen schon seit Jahren in Kontakt mit dem zuständigen Ministerium steht und auch in NRW bereits ein einbringlicher Austausch mit dem dort für die Integration zuständigen Ministerium stattgefunden hatte, gaben die lokalen Vertreterinnen  bekannt, dass ein Sich-Einsetzen für die Lehrkräfte seitens des Landesministeriums sowohl auf Bundesebene, wie im Bundesrat als auch auf der Integrationsminister*innenkonferenz sehr erwünscht sei. Dabei wurde auf Hamburg hingewiesen, wo die die Koalitionspartner vor einigen Monaten vereinbart haben, sich "auf Bundesebene für eine Reform des Integrationskurssystems" einzusetzen, "die das Ziel hat, den Zugang zu Integrationskursen auszuweiten, die Lernbedingungen zu verbessern und für bessere Arbeitsbedingungen bei den Lehrkräften zu sorgen."

(chh)

Gespräch des Bündnisses mit dem DVV

Am 13. August fand eine Telefonkonferenz zwischen dem DVV (Deutscher Volkshochschul-Verband) und dem Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte statt. Der DVV wurde von Julia von Westerholt, der (neuen) Verbandsdirektorin und Gundula Frieling, der Ständigen Stellvertretenden Verbandsdirektorin, vertreten. Für das Bündnis sprachen Dr. Claudia Liehr-Molwitz (Hamburg) und Artur Sieg (Hannover).

In dem sehr freundlichen und offenen Gespräch berichteten die Bündnis-VertreterInnen über die prekäre Lage der Lehrkräfte und die Aktivitäten des Bündnisses sowie seine Forderungen an die Politik (z.B. Erhöhung und Dynamisierung der Trägerpauschale und des Mindesthonorars, Verhinderung von 40-UE-Verträgen bei Festanstellungen, Faktorisierung des Unterrichts bei Festanstellungen).

Man einigte sich schnell darauf, dass das Grundübel in der chronischen Unterfinanzierung der Erwachsenenbildung und ihrer Vernachlässigung durch die Politik besteht. 

Ein anderes wichtiges Thema war natürlich die Corona-Krise. Der DVV wies auf die äußerst schwierige und teilweise sogar existenzgefährdende Lage vieler VHS-en hin. Das Bündnis betonte, dass dies auch für sehr viele Lehrkräfte zutrifft. 

Das Bündnis sprach die neuen Rahmenbedingungen für die BAMF-Kurse an, stellte seine Stellungnahme zu diesem Thema vor und bat Frau Frieling, die für den DVV in der Bewertungskommission des BAMF sitzt, diese Rahmenbedingungen, vor allem die zu niedrige Pandemiezulage und das fünfte Unterrichtsmodell, in der Bewertungskommission kritisch zu thematisieren.

Es wurden noch andere Themen, z.B. Digitalisierung des Unterrichts und ZQ für die Berufssprachkurse, diskutiert. Am Ende der 75 Minuten dauernden Telekonferenz wurde vereinbart, dass man in Kontakt bleibt und sich austauscht.

(as)

Gute Nachrichten aus der VHS und der Musikschule in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg

Der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg verlangte seit Mitte Juli von den VHS-Kursleitenden und den Musikschullehrer*innen, dass sie unterschreiben, es werde grundsätzlich kein Honorar oder Ausfallhonorar fällig, „wenn die jeweils gültige SARS-COV-2-Eindämmungsverordnung den Präsenzunterricht (am Tag eines Kurses/Unterrichts) verbieten bzw. nicht zulassen“. Mit anderen Worten: Selbst wenn der Finanzsenator, wie vom 14. März bis 30. Juni geschehen, ermöglicht, dass die Dozent*innen Ausfallzahlungen erhalten können oder das BAMF Ausfallmittel durch SodEG (Sozialdienstleister-Einsatzgesetz) bereitstellt, hätten die Dozent*innen in Friedrichshain-Kreuzberg leer ausgehen. Eine solche Verzichtserklärung wurde nur von dieser Berliner VHS verlangt.
Die Verpflichtung, diesen  Verzicht zu unterschreiben, wurde am 10.08.20 von der Bildungsstadträtin und der Leiterin des Amtes für Weiterbildung und Kultur zurückgenommen. Der öffentliche Druck hat anscheinend was bewirkt.
(lg)

Arbeitsgericht Stuttgart: Harter Kampf ums Urlaubsentgelt

Die Stuttgarter Zeitung berichtet in ihrem Artikel "Fronten zwischen VHS und Lehrerinnen verhärtet" ausführlich über den Streit dreier Kolleginnen, die der GEW und dem Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte angehören, mit der VHS Stuttgart ums Urlaubsentgelt (das im Beitrag unkorrekterweise "Urlaubsgeld" genannt wird). 

Der Streit dauert schon lange. Heute wurde er erneut vor dem Arbeitsgericht ausgetragen. "Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unterstützt die Honorarkräfte. Magdalena Wille von der GEW sagt, bei 25 Wochenstunden habe man eine volle Stelle. Und das beinhalte die Zahlung von Urlaubsentgelt. „Der Ausgang dieses Rechtsstreits hat bundesweite Auswirkungen.“ In diesem Punkt scheint ihr auch der VHS-Anwalt zuzustimmen: „Das Verfahren wird bis zum Bundesarbeitsgericht gehen.“

Die VHS-Leitung streitet die wirtschaftliche Abhängigkeit der Deutsch-Dozentinnen von ihrer Arbeit an der VHS ab. Da die Kurse nicht nahtlos ineinander übergingen und es zwischen den Kursen Vertragspausen gebe, bestehe kein durchgängiges Beschäftigungsverhältnis der Frauen bei der Volkshochschule. Es gebe also keinen Anspruch auf Urlaubsentgelt, meint der Anwalt der VHS. „Das kann ich nicht ganz nachvollziehen“, sagt der Vorsitzende Richter Stefan Funk. Die Klägerinnen würden nahezu ihren kompletten Jahresverdienst durch die Arbeit bei der VHS erzielen. Damit seien diese Einkünfte existenzsichernd. „Da bleibt nicht viel an Fragen offen“, so der Richter. Es gehe wohl nur um die Höhe des Urlaubsgelds. „Zwei Juristen, zwei Meinungen“, so der VHS-Anwalt lapidar." Die Klägerinnen wiesen auch darauf hin, dass andere VHS-en, wie Hamburg und Heidelberg, Urlaubentgelt zahlen.

Da es zu keiner Einigung kam, wird es einen weiteren Termin vor dem Arbeitsgericht geben.

(as)

GEW: Bund und BAMF entziehen sich ihrer Verantwortung gegenüber den Lehrkräften

In den Trägerrundschreiben 09/2020 und 14/2020 gab das BAMF ein Maßnahmepaket bekannt, das für Integrations- und Berufssprachkurse die Flexibilisierung bei der Kursdurchführung sowie die Pandemie-Zulage in Höhe von 1.500 Euro je Kursabschnitt von 100 UE vorsieht.

Da die Infektionsschutz- und Hygienestandards infolge der Pandemie eingehalten werden müssen, entstehen den Trägern Mehraufwendungen, die eben durch jene Pandemie-Zulage gestützt und je Kursabschnitt beantragt werden sollen. Dabei ist auch dem BAMF nicht entgangen, dass den Lehrkräften didaktisch-methodische Mehrarbeit entsteht und diese vom Träger honoriert werden kann: mithilfe der Pandemie-Zulage.

Hier erfolgt der Einwand der GEW, dass "Bund und BAMF die Vergütung der Mehraufwände jedoch in das Ermessen der Träger" stellen. Daraus ist für Ansgar Klinger, dem GEW-Hauptvorstand im Organisationsbereich Berufliche Bildung und Weiterbildung, analog zu schließen: "Der Bund als Auftraggeber der Integrationskurse und das BAMF als organisierende Einrichtung entziehen sich wieder einmal ihrer Verantwortung gegenüber den Lehrkräften“. Deshalb sei es von Bedeutung, die Träger nicht nur mit einer auskömmlichen Finanzierung überhaupt in die Lage zu versetzen, die Lehrkräfte zu honorieren, sondern die Träger auch zu verpflichten, für ihre Lehrkräfte feste tariflich geregelte Arbeitsverhältnisse hervorzubringen.

(chh)

Arbeitslosenversicherung für Selbstständige?

Der MDR berichtet in seinem Beitrag "Volkshochschullehrer in Leipzig fordern Aufnahme in Arbeitslosen-Versicherung" über eine Aktion einiger Leipziger VHS-Kolleg*innen, die am Freitag  für eine Aufnahme in die Arbeitslosenversicherung demonstriert haben.

Vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen im Corona-Lockdown wollen die Lehrkräfte jetzt lieber monatlich in die Arbeitslosenversicherung einzahlen, um im Notfall abgesichert zu sein.

"Organisiert wurde die Demonstration von der Initiative "Lehrkräfte gegen Prekarität" mit Unterstützung der Gewerkschaft Ver.di. Mit Plakaten mit den Aufschriften "Wir wollen zahlen!" oder "Wir zahlen gerne für die Krise!" zog die kleine Gruppe Soloselbstständiger, die auf Honorarbasis beschäftigt ist, durch die Leipziger Innenstadt zur Agentur für Arbeit."

Das Bündnis hat sich bisher nicht mit dem Thema befasst. Es ist auch nicht klar, ob die Leipziger Gruppe eine Pflichtversicherung oder eine Erweiterung der bestehenden Regelung fordert. Soll sie für alle Soloselbstständigen gelten? Das Sprecherteam ist der Ansicht, dass ein so wichtiges und kontroverses Thema erst ausführlich unter den Lehrkräften bzw. im aus über 40 Gruppen bestehenden Bündnis diskutiert werden muss. Das kann schon am 7. November auf der in Hamburg stattfindenden Bundeskonferenz stattfinden.

Generell ist es schon jetzt möglich, dass Freiberufler*innen in die freiwillige Arbeitslosenversicherung aufgenommen werden. Einige Voraussetzungen können aber von vielen nicht erfüllt werden. Auf gruender.de oder selbststaendig.de befinden sich ausführliche Informationen zur freiwilligen Arbeitslosenversicherung und ihren Vor- und Nachteilen.

Vielleicht ist es jetzt für die Kolleg*innen, die einige Monate arbeitslos gemeldet waren und erst seit Kurzem wieder arbeiten, möglich, sich aufnehmen zu lassen, denn man könnte damit argumentieren, dass man erst jetzt selbstständig geworden ist. Ob das möglich ist, kann nur von der Arbeitsagentur beantwortet werden. 

(as)

VHS-Deutschdozentin verliert Prozess nach fristlosem Rauswurf

Vor dem Berliner Arbeitsgericht ist am 22. Juli 2020 die Klage einer freiberuflichen Deutschdozentin gegen die Volkshochschule Friedrichshain-Kreuzberg abgewiesen worden. Die Klägerin war im VHS-Jahresprogramm 2019 namentlich eingeplant und wollte nach einem fristlosen Rauswurf im Januar 2019 die ihr entgangenen Honorare von rund 18 000 € einfordern. Die klagende Kursleiterin wurde von ver.di Berlin-Brandenburg unterstützt. Sie war 27 Jahre als arbeitnehmerähnliche Deutschdozentin für Integration an der Berliner Volkshochschule Friedrichshain-Kreuzberg tätig. Nach einem Streitgespräch mit ihrem damals neuen Fachbereichsleiter über mangelnde Transparenz bei der Kursvergabe und Altersdiskriminierung hatte die damalige VHS-Direktorin der Dozentin per E-Mail jegliche weitere Zusammenarbeit aufgekündigt. Das Gericht entschied, dass weder die Nennung im Programmheft noch E-Mail-Absprachen einen wirksamen Vertrag darstellten.

 

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"Akademische Tagelöhnerei"

Deutschlandradio Kultur befasst sich in seinem Beitrag „Akademische Tagelöhnerei im öffentlichen Auftrag“ mit den Arbeitsbedingungen an den VHS-en.  Die Überschrift ist ein Zitat und stammt von der Vertretung der Berliner Volkshochschuldozent*innen.

Im Artikel kommen zwei DaFZ-Kollegen zu Wort. Joachim Lehmann weist auf die Bedeutung der Integrationskurse hin: „Diese Integrationsaufgabe, die könnte man heute auch als systemrelevant bezeichnen. Die wurde eben auch zu einem großen Teil von den Volkshochschulen geleistet.“

Dieter Hartmann von der Dozent*innen-Vertretung berichtet über die prekäre Lage:  „Es ist aufgrund der kurzen Arbeitsverträge – wir haben Honorarverträge in der Regel über vier Wochen – keinerlei Sicherheit darüber, wieviel ich im nächsten Monat arbeiten, obwohl ich mich im Programm zum Teil um bis zu einem Jahr vorher festlegen muss und auch keine andere Arbeit annehmen kann.“ Bei 25 Unterrichtsstunden pro Woche verdiene ein Kursleiter an der Volkshochschule etwa 1500 Euro netto im Monat. Aber nur, wenn man in einem BAMF-Kurs arbeitet, denn für die übrigen Kurse liegt der durchschnittliche Stundensatz nicht bei 35 €, sondern bei etwa 20 Euro.

Die Dozent*innen-Vertretung fordert höhere Honorare – nicht nur für Integrationskurse –, eine soziale Absicherung und eine tarifvertragliche Regelung. Das Berliner Abgeordnetenhaus forderte Anfang Juni den Senat auf, mit den Gewerkschaften über eine tarifvertragsähnliche  Rahmenvereinbarung zu verhandeln.

Im Beitrag kommt auch Juliane von Westerholt, die neue Direktorin des Deutschen Volkshochschul-Verbandes, zu Wort. Sie unterstützt im Prinzip die Ziele der Dozent*innen, betont aber auch, dass die VHS-Angebote für alle bezahlbar bleiben müssen. 

Bezüglich des Anspruchs der Dozentinnen und Dozenten auf normale Arbeitnehmerrechte meint sie: „Die Volkshochschule ist in ihrer Gründung auch eigentlich genau von dem Kompetenzgewinn ausgegangen, dass man die Menschen, die in ihrem Hauptberuf besondere Erfahrungen haben, engagieren kann, um ihre Kompetenz und ihre Problemnähe zu den Volkshochschulen vor Ort mit einzubringen und das sozusagen als nebenberufliche Tätigkeit zu machen.“
Kollege Hartmann weist darauf hin, dass die Zeiten sich geändert hätten. Heute sei der abendliche Kurs des Lateinlehrers an der Volkshochschule nicht mehr das typische Angebot: „Das mag nach dem Krieg, zu Beginn typisch gewesen sein für kleinere Volkshochschulen. Gibt es zum Teil immer noch, aber der wesentliche Stundenumfang, circa 70 Prozent der Stunden in Berlin, werden im Deutsch- und Integrationssprachkursbereich gemacht. Und es gibt über 800 Dozentinnen, die arbeitnehmerähnlich hier arbeiten.“

(as)

 

Berliner VHS-Deutschdozentin klagt nach fristlosem Rauswurf

Am Arbeitsgericht Berlin geht es am  22. Juli 2020 um eine Auseinandersetzung, die die prekäre freiberufliche Beschäftigung von Deutschdozent*innen an Berliner Volkshochschulen betrifft. Die Klage wird von ver.di Berlin-Brandenburg unterstützt. Die Deutschdozentin Inez S. (Name geändert) wurde Anfang 2019 nach 27-jähriger arbeitnehmerähnlicher Tätigkeit an der Volkshochschule Friedrichshain-Kreuzberg in Berlin von heute auf morgen per E-Mail rausgeworfen.  „Der Fall S. illustriert die Rechtlosigkeit von Honorarlehrkräften an den Berliner Volkshochschulen,“ sagt Beate Strenge, ver.di-Sprecherin in der VHS-Dozent*innenvertretung Berlin. „Das ist akademische Tagelöhnerei im öffentlichen Auftrag. Wir unterstützen unsere Kollegin, die eine Honorar-Erstattung und die Weiterbeschäftigung an der VHS verlangt“.

Über die Situation der Honorarlehrkräfte in der Pandemiekrise berichtet die taz am 21.7.2020. Im Deutschlandfunk-Radio wird am 22.7.20 um 14.35 in der Sendung "Campus und Karriere" über den Prozess berichtet.

(lg)

Wie hast du´s mit dem 5. Modell?

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte hat in seiner Stellungnahme die neuen Rahmenbedingungen für die BAMF-Kurse kritisiert. Auf die größte Ablehnung stößt das 5. Unterrichtsmodell: Präsenzunterricht mit einer Lehrkraft in zwei Kursräumen.

Das Bündnis empfiehlt allen  Kolleg*innen, sich nicht auf dieses Modell einzulassen oder, sollten sie sich dazu gezwungen fühlen, ein erheblich höheres Honorar zu verlangen.

Da wird von der Lehrkraft erwartet, dass sie zwei Gruppen in zwei Räumen betreut und sehr zeitaufwendige qualitative Mindeststandards einhält, ohne dass man ihr eine adäquate Zusatzvergütung in Aussicht stellt. Die Politik hätte nie gewagt, so etwas für die öffentlichen Schulen vorzuschlagen. Da wären die Lehrer*innen, Eltern, Gewerkschaften und Opposition auf die Barrikaden gegangen. Das passiert schon, und zu Recht, wenn die Lehrer eine Stunde mehr arbeiten sollen. Da sieht man zum wiederholten Male die Ungleichbehandlung der Erwachsenenbildung. Das BAMF selbst hatte ja noch im Mai einen Pendelunterricht ausgeschlossen.  Andere Argumente, z.B. Unvereinbarkeit mit dem Status als Freiberufler (Scheinselbstständigkeit), befinden sich   in der Stellungnahme des Bündnisses.

Was kann man also tun? Man könnte zusammen mit anderen Kolleg*innen einen Brief an seinen Träger schreiben und das 5. Modell anlehnen bzw. ein höheres Honorar verlangen, falls es wirklich nicht anders geht. Es gibt schon Träger, die z.B. 3 € oder 5 € mehr pro UE zahlen. Das Bündnis kann eine Vorlage für einen solchen Brief liefern. Man schreibe einfach an info@dafdaz-lehrkraefte.de Auch wenn der Brief nichts bringt, kann der Träger ihn in seinen Konferenzen mit dem BAMF thematisieren und darauf hinweisen, dass sich seine Lehrkräfte weigern, nach dem 5. Modell zu unterrichten. Wenn das viele Träger berichten, kann das BAMF es nicht ignorieren. Es geht auch darum. dass kein Präzedenzfall geschaffen wird, denn was wird als Nächstes passieren, wenn die Lehrkräfte das 5. Model schlucken?

Dann sollte man unbedingt die/den Integrationsbeauftragte/n seines Bundeslandes anschreiben und um ein persönliches Gespräch bitten. Da die neuen Rahmenbedingungen die Integration erschweren, sollten die Integrationsbeauftragten großes Interesse an dem Thema haben. Sie sollten gebeten werden, sich bei der Landesregierung dafür einzusetzen, auf die Integrationskurse Einfluss zu nehmen.  Das ist möglich über die Integrationsministerkonferenz und über den Bundesrat. Der Bundesrat hat sich schon mehrfach mit den Deutschkursen des Bundes beschäftigt. Das Bündnis kann ein Musterschreiben an die/den Integrationsbeauftragten zur Verfügung stellen. Sollte eine Gruppe des Bündnisses einen solchen Brief schreiben wollen, ist es wichtig, sich mit den anderen Gruppen seines Bundeslandes abzusprechen. Ein von vielen Gruppen unterzeichnetes Schreiben hat viel mehr Gewicht.

Es wäre noch denkbar, sich an das für die Integration zuständige Landesministerium wenden. Das ist in jedem Bundesland anders. In Niedersachsen ist das beispielsweise das Sozialministerium. Man kann jetzt auch endlich das tun, was das Bündnis schon seit Jahren empfiehlt: mit seiner/m Bundestagsabgeordneten sprechen, sie/ihn für unsere Probleme informieren und sensibilisieren sowie um Hilfe bitten. Seiner/ihrer Webseite lässt sich leicht entnehmen, wann die nächste Sprechstunde im Wahlkreis stattfindet.

Möglich wären natürlich auch Aktionen. In Leipzig, München, Köln und Mainz gab es schon welche, und es wurde über sie in den Medien berichtet. Wie wäre es mit der Beteiligung an der Foto-Aktion BAMF-FRUST der Leipziger Kolleg*innen?

Was kann noch getan werden? Man kann sich an die Medien wenden, vor allem an die lokalen. Es ist auch möglich, sich entsprechend auf der Facebook-Seite des BAMF zu äußern oder seine/n BAMF-ReKo anzuschreiben.

(as)

 

Stellungnahme zu den neuen Rahmenbedingungen für BAMF-Kurse

Bereits am 3. Juli hat das Sprecherteam des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte in einem Schreiben ans BAMF (und BMI sowie BMAS) Stellung zu den neuen Rahmenbedingungen des BAMF für die Integrations- und Berufssprachkurse genommen. Die Stellungnahme wurde einige Tage später an Integrationspolitiker*innen der CDU, FDP, Grünen und SPD, die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, den DVV, den FaDaF, die GEW und die meisten Mitglieder der Bewertungskommission des BAMF geschickt.

In der Stellungnahme steht u.a. folgendes geschrieben:

"mit großer Hoffnung haben die Lehrkräfte die neuen Rahmenbedingungen für Integrations- und Berufssprachkurse erwartet. Leider müssen wir feststellen, dass sie enttäuschend sind. (...)

Es ist auch aus unserer Sicht richtig, die Unterrichtsmodelle zu flexibilisieren. Leider hat das BAMF bzw. die Bundesregierung nicht für eine ausreichende Finanzierung einiger Modelle gesorgt.

Wir stimmen dem BAMF zu, dass das erste Modell (Präsenzunterricht in ausreichend großen Räumlichkeiten, Version Integrationskurse) die qualitativ beste Option ist. Wir verstehen aber nicht, warum das BAMF es den Trägern und Lehrkräften praktisch unmöglich macht, sich für diese Option zu entscheiden. Die Pandemie-Zulage in Höhe von 1500 € reicht nicht einmal aus, um bei einer Kursteilung eine zweite Lehrkraft für die im zweiten Raum zu unterrichtende Gruppe zu finanzieren. Allein für das Honorar wären mindestens 3500 € notwendig. Die Zulage ist auch zu niedrig, um einen neuen Kurs mit z.B. 10 TN zu finanzieren. Die meisten Räume bieten nicht mehr Menschen Platz, wenn der Abstand eingehalten werden muss. Da hätte, wie in den Alpha-Kursen auch, in allen anderen BAMF-Kursen die Mindestteilnehmendenzahl für die Garantievergütung auf 9-10 Personen gesenkt werden müssen.

Für eine Zumutung halten wir das fünfte Modell: Präsenzunterricht mit einer Lehrkraft in zwei Kursräumen. Da wird von der Lehrkraft erwartet, dass sie zwei Gruppen in zwei Räumen betreut und sehr zeitaufwendige qualitative Mindeststandards einhält, ohne dass man ihr eine Zusatzvergütung in Aussicht stellt. Das Bündnis empfiehlt den Kolleg*innen, sich nicht auf dieses Modell einzulassen oder, sollten sie sich dazu gezwungen fühlen, ein erheblich höheres Honorar zu verlangen.

(as)

 

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DaF/DaZ in der GEW-Presse: "Ohne Schutz"

Die GEW-Zeitschrift "E&W" befasst sich in ihrem Beitrag "Ohne Schutz" (Seite 30) mit der Lage der DaFZ-Lehrkräfte in der Corona-Krise. "In Zeiten von Pandemie, Abstandsregeln und digitalem Unterricht zeigt sich die lange bekannte prekäre Lage von Weiterbildnerinnen und Weiterbildnern besonders deutlich." 

Da die meisten Hilfen den Lehrkräften nichts oder wenig bringen, sind sie auf Hartz IV angewiesen. Ingo Langenbach von der Siegener Gruppe des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte hält es für politisch völlig verfehlt, Menschen wie ihn in die Grundsicherung  zu drängen: „Integration ist eine Daueraufgabe, Deutsch-Lehrkräfte gibt es nicht umsonst. Es muss sinnvolle Dauerlösungen und eine adäquate Entlohnung unserer Arbeit geben – anstatt der Gewissheit auf Altersarmut. Deshalb fordere ich, wie viele Kolleginnen und Kollegen, eine Gleichstellung mit Lehrkräften an öffentlichen Schulen.“

Laut Ansgar Klinger, im GEW-Hauptvorstand für Berufliche Bildung und Weiterbildung zuständig, zeigt sich aktuell „wie unter einem Brennglas“, was notwendig wäre: „Hauptberufliche Honorarkräfte, die Daueraufgaben erfüllen, sind unbefristet und qualifikationsadäquat anzustellen. Das gilt insbesondere, wenn es sich um Tätigkeiten im öffentlichen Auftrag handelt.“ 

Klinger übt scharfe Kritik am SodEG und an der Art und Weise, wie das BAMF den Präsenzunterricht wieder aufnimmt. Die GEW habe in einem Schreiben an das Bundesinnenministerium protestiert: „Wenn Gruppen geteilt werden, müssen auch die finanziellen Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass das stattfinden kann“

40 Euro pro Stunde

40 € pro Stunde! Nein, leider nicht für die Lehrer*innen im DaFZ-Bereich oder in der Erwachsenenbildung. Wie NEWS4TEACHERS berichtet, geht es um ein Nachhilfeprogramm des baden-württembergischen Kultusministeriums. Zehntausende Schüler sollen in den Sommerferien Wissenslücken schließen, die in der Corona-Pandemie entstanden sind. Es geht vor allem um Grundkompetenzen in den Fächern Deutsch und Mathe.

Die Nachhilfe soll vorzugsweise von den Lehrern, die die jeweiligen Schüler bereits kennen, erteilt werden. "Der Einsatz ist freiwillig. Das Ministerium lockt allerdings mit 40 Euro «Aufwandsentschädigung» pro Stunde – zusätzlich zum Gehalt. «Als kleines Honorar oben drauf», sagt eine Sprecherin."

Dieses Programm zeigt eindrucksvoll die prekäre Lage in der Erwachsenenbildung, der vierten und laut der Politik gleichberechtigten Säule des Bildungssystems, und vor allem die brutale Ungleichbehandlung im Bildungswesen. Während die Lehrer*innen in der Erwachsenbildung 20-35 € (in den Alpa-Kursen des BAMF 40) pro Stunde erhalten, bekommen die Lehrer*innen im Schuldienst zusätzlich zu ihrem Gehalt 40 € «Als kleines Honorar oben drauf".

Es geht hier nicht um Neid! Das Geld sei den Schullehrern gegönnt. Es geht um die eklatante Ungleichbehandlung und die Vernachlässigung  der Erwachsenenbildung. Wenn das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte oder die Gewerkschaften die Politik auf allen drei Ebenen um eine bessere Finanzierung der Erwachsenenbildung bitten, damit die Lehrkräfte wenigstens ein Durchschnittseinkommen erzielen, heißt es immer, dass es keinerlei Mittel im Haushalt gebe. Wenn aber etwas der Politik wichtig ist, dann finden sich sehr schnell Milliarden.

An der Unterfinanzierung der Erwachsenenbildung ist nicht das fehlende Geld schuld, sondern der fehlende politische Wille.  Auch die Naivität und Passivität vieler in der Erwachsenenbildung tätiger Kolleg*innen spielen dabei eine Rolle.

(as)

Neue Rahmenbedingungen für BAMF-Kurse

Das BAMF informiert in seinen Trägerrundschreiben für Integrationskurse 14/20 und für Berufsprachkurse 09/20   über neue Rahmenbedingungen für die Kurse ab 1. Juli.

Die Träger erhalten eine Pandemie-Zulage in Höhe von 1500 € pro Kursabschnitt (100 UE), um die mit der Einhaltung der Hygienauflagen verbundenen Mehrkosten decken zu können.

 

Um die Durchführung der Kurse zu erleichtern, hat das BAMF die Unterrichtsmodelle flexibilisiert:

Modell 1 (Präsenzunterricht in ausreichend großen Räumlichkeiten)

Modell 2 (Virtuelles Klassenzimmer)

Modell 3 (Präsenzunterricht mit Livestream-Übertragung in zweiten Kursraum)

Modell 4 (Präsenzunterricht mit zugeschaltetem virtuellen Klassenzimmer)

Modell 5 (Präsenzunterricht mit einer Lehrkraft in zwei Kursräumen)

 

Damit die Alphabetisierungskurse leichter stattfinden können, hat das BAMF die Mindestteilnehmendenzahl für die Garantievergütung auf 10 bzw. 8 Personen gesenkt.

 

In Anlage 3 (zu 14/20) informiert das BAMF über Regelungen zu Online-Tutorien, Fahrtkosten, Fehlzeiten, Test- und Meldestellen usw. Zu den Online-Tutorien veröffentlichte das BAMF inzwischen ein neues Trägerrundschreiben (15/20).

(as)

Hamburg: Scharfe Kritik an Senatsantworten auf eine Anfrage zu Deutschkursen

Kein Bedarf für die Verbesserung der prekären Arbeitsbedingungen? 

GEW und DaZ DaF Bündnis kritisieren in ihrer Pressemitteilung Senatsantworten auf eine Anfrage der CDU-Fraktion zur Weiterbildung

 

Am 19.6.20 beantwortete der Senat eine schriftliche kleine Anfrage der CDU Fraktion der Bürgerschaft zum Thema „Damit die Integration gelingt – Hat die prekäre Beschäftigung vieler DaZ/DaF-Lehrkräfte Auswirkungen auf das Angebot an Deutschsprachkursen?“ (Drucksache 22/520).

 

Die Antworten lassen befürchten, dass die schönen Worte des frischen SPD/GRÜNE Koalitionsvertrages nur Papier bleiben werden. Im Vertrag heißt es: „Die Koalitionspartner werden sich daher auf Bundesebene für eine Reform des Integrationskurssystems einsetzen, die das Ziel hat, den Zugang zu Integrationskursen auszuweiten, die Lernbedingungen zu verbessern und für bessere Arbeitsbedingungen bei den Lehrkräften zu sorgen“ (S. 117).

In Hamburg im eigenen Verantwortungsbereich sieht der Senat dagegen keinen Bedarf für Veränderungen der prekären Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte in der Weiterbildung.

 

So heißt es beispielsweise auf die Frage 22: „Plant der Senat für Daueraufgaben auch Dauerstellen zu schaffen? Plant der Senat für DaZ-Lehrkräfte, die hauptberuflich in dem wichtigen Bereich der Integration tätig sind, unbefristete Verträge nach TVöD sowie eine Faktorisierung des Unterrichts in Erwägung zu ziehen?“ lapidar „Nein“, obwohl der Senat selbst in seinen Antworten zugibt, dass allein bei der VHS 7,8% der DozentInnen mehr als 25 Unterrichtseinheiten pro Woche unterrichten und damit Daueraufgaben erfüllen. Nicht einmal Krankengeld oder Zuschüsse zur Sozialversicherung sollen für die Honorarkräfte mit Daueraufgaben gezahlt werden, wie es VHS in anderen Bundesländern längst tun (Frage 6 und 12). Für die Fragen zu allen anderen Trägern liegen dem Senat „keine Erkenntnisse vor“, obwohl die Stadt einen Großteil der Integrationskurse privaten Anbietern überlässt. Allein die Honorare der VHS, so die Absichtserklärung, sollen erhöht werden: „Die für Bildung zuständige Behörde wird in den Folgejahren die Praxis der kontinuierlichen Honoraranhebung im landesfinanzierten VHS-Angebot fortsetzen.“ (Frage 15).

 

 

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Klage auf Urlaubsentgelt erfolgreich!

Vor kurzem hat eine aus Norddeutschland stammende Kollegin dem Bündnis mitgeteilt, dass sie nach einem ca. 3 Monate dauernden Kampf das Urlaubsentgelt erstreiten konnte.

Als die Kollegin sich entschied, um das Urlaubsentgelt zu kämpfen, war sie nicht mehr für ihren Träger, eine private Bildungseinrichtung, tätig. Nachdem sich die Kollegin gründlich informiert hatte, z.B. mithilfe des vom Bündnis veröffentlichten Infoheftes Urlaubsentgelt, beantragte sie bei ihrem Träger das Urlaubsentgelt für 2017 und 2018. Der Antrag wurde erwartungsgemäß abgelehnt.

Nachdem die erste Rechtsberatung sehr enttäuschend verlaufen war, wandte sich die Kollegin an mediafon, die Beratung für Solo-Selbstständige von ver.di. Die Kollegin war und ist nämlich Mitglied bei ver.di.  Mediafon gab der Kollegin zahlreiche Tipps und vermittelte den Kontakt zu einem auf Arbeitsrecht spezialisierten Rechtsanwalt aus Bremen. 

Der Rechtsanwalt erhob Klage. Zum Prozess kam es nicht, weil man sich mithilfe des zuständigen Arbeitsgerichts einigen konnte. Es wurde nur über die Höhe des Urlaubsentgelts verhandelt. Im Nachhinein war die Kollegin darüber erstaunt, wie einfach und schnell alles gelaufen war. Sicherlich hat auch das Coronavirus dazu beigetragen, dass fast alles via Internet und am Telefon erledigt werden konnte.

(as)

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Weiterzahlung der Honorare: Jetzt auch an der VHS Düsseldorf

Das hat gedauert!

Auch für die Stadt Düsseldorf wäre es eine gute Gelegenheit gewesen, bereits zu Beginn des Lockdowns im März die derzeit allgegenwärtige Rede von „Solidarität“ in praktisches Handeln umzusetzen und für die Lehrkräfte der VHS eine Honorarfortzahlung zu beschließen. Einige Städte in NRW hatten schnell erkannt, dass sie die Dozentinnen und Dozenten ihrer Volkshochschulen nicht im Regen stehen lassen durften und beschlossen – mit kleineren Unterschieden – genau dies: die Weiterzahlung der Honorare auch für durch den Lockdown ausfallende Kurse. Köln war eine dieser Städte. Diejenigen Dozentinnen und Dozenten, deren Kurse auch zu einem späteren Zeitpunkt nicht nachgeholt werden können, erhielten ihre Honorare zu 60 bzw. 67 %, angelehnt an die Regelungen zum Kurzarbeitergeld.

Düsseldorf gehörte zunächst nicht dazu. Die GEW Düsseldorf forderte den Oberbürgermeister und den Rat der Stadt Düsseldorf mehrmals in Telefongesprächen sowie in mehreren Briefen zur Honorarfortzahlung auf, denn schnell war klar, dass aufgrund der weiterhin geltenden Hygiene- und Abstandsregeln zahlreiche Kurse nicht wiederaufgenommen bzw. nachgeholt werden konnten. Doch die Reaktion auf die Forderung war niederschmetternd:

Bekanntlich handele es sich bei den Honorarkräften der VHS um selbständig Tätige, die „als solche das unternehmerische Risiko tragen“. Wie schön, dass diese Tatsache mal wieder deutlich ausgesprochen wurde, und zwar vom Oberbürgermeister persönlich: Zwecks Kosteneinsparung werden Bildungsaufgaben an freiberuflich Tätige vergeben, feste Arbeitsverträge, von Tarifverträgen ganz zu schweigen, damit verweigert. Und man schien zu fürchten, damit nicht mehr durchzukommen: Honorarfortzahlungen könnten eine Klagewelle nach sich ziehen, so der OB in einer Telefonkonferenz mit Vertreterinnen der Gewerkschaften am 21.04.2020 und meinte damit Klagen auf Festanstellung.

(rj)

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Integration macht eine Pause

Am 16. Juni 2020 erschien in der Wochenzeitung „der Freitag“ ein sehr gut recherchierter Artikel mit dem Titel „Integration macht Pause“.

 

Aus drei Perspektiven aller Beteiligten in der sprachlichen Integrationsarbeit werden die Schwierigkeiten aufgezeigt, die auch, aber nicht nur, durch die Corona-Krise aufgetreten sind. Aus der Sicht einer somalischen Teilnehmerin, 2 VHS-Leitungen und einer Lehrkraft werden die Widrigkeiten, mit denen alle zu kämpfen haben, anschaulich auf den Punkt gebracht.

 

Lioba Geier, aktives Mitglied des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte, berichtet u. a. über Online-Unterricht in Zeiten der Krise. Ihre finanzielle Situation, die trotz der Unterstützung aus der Soforthilfe ab nächsten Monat wohl in der Grundversorgung münde, da sie immer noch nicht arbeiten könne, zeige einmal mehr die prekäre Arbeitssituation im DaFZ-Bereich bzw. in der Erwachsenenbildung.

(lg)

 

Siegen: Eine neue Gruppe im Bündnis

 Pressemitteilung: Aus der Not eine Tugend machen!

 Gründung der DaZ-Initiative Siegen-Wittgenstein

 

Im Zeichen der Corona-Pandemie ist in den letzten Monaten viel in Bewegung geraten. In vielen Berufsbranchen leider zum Negativen. So auch im Bereich der Integrationsarbeit, die scheinbar derzeit von der Politik aus den Augen verloren wurde. Seit dem 16. März kämpfen - im wahrsten Sinne des Wortes - viele Honorarlehrkräfte um ihre Existenz. Auch sie bekommen derzeit die Corona-Krise mit voller Wucht zu spüren. „Seit dem 16. März verdiene ich wie die meisten meiner Kolleg*innen € 0,00,-, weil unsere Kurse gestoppt worden sind. Lapidar höre ich dann immer: „Beantrage doch Hartz IV!“, aber für viele von uns kann das keine Lösung sein“, sagt Ingo Langenbach, Initiator der DaZ-Initiative in Siegen-Wittgenstein.

 

Aus der Not eine Tugend machen! So rief Herr Langenbach mit anderen ebenso engagierten Lehrkräften in unserem Kreis die „DaZ-Initiative Siegen-Wittgenstein“ ins Leben. Die Initiative versteht sich als Anlaufstelle für DaF/DaZ-Lehrkräfte, die aktiv mitarbeiten und Informationen erhalten wollen. „Wir suchen den Kontakt zu den Kolleg*innen in unserem Kreisgebiet und wollen uns vernetzen und über aktuelle Entwicklungen in unserem Beruf informieren. Wir verstehen uns als Interessenvertretung für unsere Berufsgruppe vor Ort. Mit Aktionen und Veranstaltungen wollen wir in Zukunft auf uns und unsere berufliche Situation aufmerksam machen“, erklärt Langenbach.

 

Für die Zukunft sind Vernetzungstreffen im virtuellen Raum und ganz persönlich geplant. Einen regelmäßig erscheinenden Newsletter gibt es bereits. Hierüber informiert die Initiative über Entwicklungen auf politischer und gewerkschaftlicher Seite und über die Arbeit des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte (www.dafdaz-lehrkraefte.de) bundesweit, dem auch die DaZ-Initiative Siegen-Wittgenstein angehört. „Wir freuen uns über jeden, der sich für und mit uns für bessere Arbeitsbedingungen und Angestelltenverhältnisse in unserer Berufsbranche einsetzen möchte. Interessierte können sich gerne per E-Mail an daz.si-wi@gmx.de melden. Jeder ist herzlich willkommen, der sich engagieren will“, so Ingo Langenbach.

 

Schon Jahre vor der Corona-Pandemie waren die Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte in Integrationskursen schwierig und von Befristungen und unsicheren Arbeitsverhältnissen geprägt. Aber seit dem 16. März 2020 ist die Misere wie durch ein Brennglas offen zu Tage getreten. „Wir wollen uns und unsere Anliegen ins Gespräch bringen. In der Regel werden wir mit Honorarverträgen abgespeist, die meistens befristet sind. Sozialversicherungs- und Krankenkassenbeiträge müssen wir trotz geringer Honorare zu 100% selbst zahlen und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gibt’s für uns auch nicht. Altersarmut ist damit unausweichlich. Wir Lehrkräfte müssen verstehen, dass wir alle im selben Boot sitzen. Wir müssen anfangen, uns zu organisieren, zusammen zu arbeiten und uns gegenseitig zu unterstützen, um auch nach der Corona-Pandemie für bessere Arbeitsverhältnisse in unserer Branche zu streiten“, schließt Langenbach.