Warnung vor vielen Videokonferenzsystemen

Bild von Tumisu auf Pixabay
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Das Handelsblatt beschäftigt sich in seinem Beitrag "Microsoft Teams, Zoom, WebEx: Berliner Behörde warnt vor gängigen Videosystemen" mit dem Datenschutz bei Videodienstanbietern. Der Anlass ist ein Papier der Berliner Datenschutzbeauftragten - "Hinweise für Berliner Verantwortliche zu Anbietern von Videokonferenzdiensten"

Einerseits sei nach erneuter Prüfung bei den großen Anbietern keine wesentliche Besserung festgestellt worden, andererseits gebe es ausreichend viele rechtskonform nutzbare Dienste, sodass es keinen Grund gebe, für Videokonferenzen das Datenschutzrecht zu brechen. In dem Papier der Berliner Behörden befinden sich sowohl eine übersichtliche Tabelle mit den bewerteten Anbietern als auch Kleinberichte zu den einzelnen Firmen. 

Leider spielt das Thema Datenschutz bei Videokonferenzen bei sehr vielen Trägern und noch mehr bei selbstständigen Dozent*innen keine große Rolle. Die meisten wissen nicht, dass ihr Verhalten juristisch gesehen problematisch ist.

(as) 

 

 

Die Neustarthilfe startet

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat gestern bekannt gegeben, dass die Neustarthilfe beantragt werden kann. Ausführliche Infos und Links zum Antrag befinden sich auf der Webseite des Ministeriums.

 

Das Bundesministerium informiert auch über andere Coronahilfen.

(as)

 

Wie viel sollen wir arbeiten? Umfrage zur Faktorisierung des Unterrichts

Liebe Kolleg*innen,

viele DaF/DaZ-Lehrkräfte sind nach wie vor gezwungen, zwischen 40 bis 52 UE zu unterrichten. Dies hat nicht nur negativen Einfluss auf die Gesundheit, sondern auch auf die Unterrichtsqualität.  Um sowohl den Arbeitsschutz als auch die Qualität des Unterrichts zu verbessern und einen fairen Wettbewerb zwischen den Trägern zu erreichen, steht das  Bündnis deshalb mit dem BMAS im Austausch zu dem wichtigen Thema "Faktorisierung". Wir möchten im Zuge einer grundlegenden Verbesserung der Arbeitsbedingungen Tarifverträge mit 25 UE als Vollzeitstelle ermöglichen.  25 UE hat unser Bündnis schon vor 5 Jahren in seiner Erklärung gefordert, und das tut auch die GEW, z.B. im Hamburger Appell, unterstützt von Verdi und dem DGB.

 

Um zu zeigen, dass 25 UE tatsächlich einer Vollzeitstelle entsprechen, bitten wir euch, die Faktorisierungsliste, die aus Merkmalen der BAMF-Kurskonzepte besteht, auszufüllen und  bis spätestens zum 22. Februar 2021 an  sprecherteam@dafdaz-lehrkraefte.de zurückzusenden. Ihr findet unten zwei inhaltlich identische Faktorisierungslisten. In die odt Liste könnt ihr die Minuten direkt hineinschreiben. Falls ihr die odt Liste nicht öffnen könnt, benutzt die pdf. Version: druckt aus, füllt aus, scannt und versendet. Eure persönlichen Angaben zu eurer Arbeitszeit werden vertraulich behandelt und die Ergebnisse anonymisiert.

 

Das ist einfach und schnell gemacht:

Oben kreuzt ihr an, in welchen Kursen ihr tätig seid, wobei Mehrfachnennung möglich ist.

In der kleinen Spalte rechts tragt ihr die Minuten ein, die nach Eurer Einschätzung und aufgrund Eurer Erfahrung wöchentlich für eine Aufgabe benötigt werden, und rechnet am Ende die Summe der wöchentlich für alles benötigten Minuten aus. Achtung: Tragt bitte nicht ein, wie viel Zeit Ihr jetzt für diese Aufgabe braucht, sondern die Zeit, die Ihr für einen optimalen Unterricht unter optimalen Bedingungen (25 UE pro Woche als Vollzeit) für angemessen haltet. Warum? Weil viele 40 und mehr UE pro Woche unterrichten und verständlicherweise bezüglich der Vor- und Nachbereitung und anderer Aufgaben viel weniger machen können als eigentlich notwendig wäre. Wir wollen ja die Zustände nicht zementieren, sondern ändern.

Bitte teilt die Liste mit euren Kolleg*innen!

Mit besten Grüßen

Lioba Geier, Clarissa Haziri-Hagner, Dr. Claudia Liehr-Molwitz, Hedwig Schulte,  Artur Sieg, Monika Strauß-Rolke

SprecherInnenteam Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte

 

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Folgen der Pandemie für Dozierende

Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay
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Zu den Folgen der Pandemie erschien in "weiter.bilden", der Zeitschrift für Erwachsenenbildung des DIE, Ausgabe 04 2020, der lesenswerte Artikel: "Ausweitung des Prekariats? Die Folgen der Pandemie für selbstständige Kursleitende."

 

Pia Probst, die Autorin, beschreibt am Beispiel der Volkshochschulen die Folgeerscheinungen der Pandemie für soloselbstständige ErwachsenenbildnerInnen und die Antworten der Einrichtungen wie der Politik. Sie zeigt auch Probleme und Unzulänglichkeiten dieser Reaktionen auf.

Bei näherem Interesse am Artikel kann gerne der Kontakt zur Autorin hergestellt werden. Schreibt dazu bitte an redaktion@dafdaz-lehrkraefte.de

Folgen der Pandemie für die Teilnehmer*innen und Träger

Bild von vanleuven0 auf Pixabay
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Der Deutschlandfunk beschäftigt sich in seiner Sendung Campus & Karriere vom 13.02. ausführlich mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Integrationsprozess und das vor allem berufliche Leben der Migrant*innen. Ca. ab der 18. Minute kommt auch ein DaFZ-Dozent aus Münster zu Wort, der massive Kritik an der BAMF-Zusatzqualifizierung für die Berufssprachkurse übt. Er nennt sie eine Zwangsfortbildung.

 

Bereits am 12. Februar thematisierte "Campus & Karriere" in seinem Beitrag  Weniger Geld für Integrations- und Berufssprachkurse die (vor allem technischen) Probleme der Teilnehmenden und Träger bei der Umstellung der BAMF-Kurse auf das Virtuelle Klassenzimmer. In der Sendung wurde auch auf die schwierige Lage vieler Träger eingegangen. Christiane Carstensen vom BVIB kritisierte die verschärften Kriterien für das SodEG. Die geänderten Voraussetzungen würden eine Beantragung in hohem Maße erschweren.

(as)

Berliner Arbeitsgericht weist Klage ab

Das Berliner Arbeitsgericht hat auch in der zweiten Instanz die Klage unserer Kollegin Inez* abgewiesen und festgestellt, dass VHS-Dozent*innen mit ihrer abgestimmten Kursplanung keinerlei vertragliche Bindungen eingehen, selbst klare mündliche, gar per E-Mail getroffene Vereinbarungen oder auch die  (früher übliche) namentliche Nennung im VHS-Programm können der im öffentlichen Dienst gebotenen „Schriftform“ nicht genügen.

Daher muss jetzt der Berliner Senat die Honorarverträge endlich rechtlich absichern. Anscheinend „kann“ ein Gericht nicht heilen, was die Politik bislang versäumt hat.

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Petition an den Bundestag gegen das 5. Modell des BAMF

Bild von Gundula Vogel auf Pixabay
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Das Unterrichtsmodell 5 entwickelt sich allmählich zum Problem für das BAMF. Nicht nur Lehrer und Schüler geben an, große Probleme damit zu haben, nun schalten sich auch normale Steuerzahler ein, die sich darüber beschweren, dass das BAMF mit ihren Steuergeldern nicht richtig umgeht.

Die Steuerzahler kritisieren nun nicht nur offen, dass durch das Modell 5 des BAMF die Teilnehmenden sich sprachlich nicht weiterentwickeln können und somit auch in Zukunft mit großer Wahrscheinlichkeit auf ALG II angewiesen sein werden, sondern dass auch die deutsche Wirtschaft durch das Modell 5 in Zukunft Schäden erleiden wird, weil sich Menschen ohne Sprachkenntnisse nur sehr schwer zu Fachkräften ausbilden lassen können.

Um diese Art von Problemen endlich beheben zu können, wurde eine Petition gestartet, die der Deutsche Bundestag nun unter der Id-Nr.: Petition 118423 veröffentlicht hat.

Man ging sogar soweit, dass auch eine eigene Kampagne gegen das Modell 5 des BAMF ins Leben gerufen wurde und diese nun unter www.Petition118423.de aufzufinden ist.

(ir)

Ein Etappensieg der Berliner VHS-Dozent*innen

Die Aktion „Soziale Absicherung“ der Berliner VHS-Dozent*innen kommt voran. Die Hauptziele sind eine 100 % Ausfallzahlung bei Krankheit ab dem 1. Tag (aktuell ab dem 3. Krankheitstag) und die Erhaltung des Auftragsvolumens nach Elternzeit, Krankheit oder Pflege von Angehörigen. Diese Forderungen sollen in eine Rahmenvereinbarung festgeschrieben werden. Mit dem Parlamentsbeschluss vom Juni 2020 "Mehr soziale Sicherheit für Volkshochschul-Dozent*innen" hat das Abgeordnetenhaus den Senat aufgefordert, mit der Gewerkschaft (ver.di) die Verhandlungen zur Rahmenvereinbarung aufzunehmen. Ende Oktober hat der Senat diese Aufforderung abgelehnt.

 

Was am 21.01.21 im Bildungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses beschlossen wurde, war erfreulich und auch ungewöhnlich: der gesamte Bildungsausschuss hat mit allen Fraktionen einstimmig dafür votiert, den Parlamentsbeschluss vom Juni 2020 weiterzuverfolgen. Der Ausschuss hat diese Entscheidung an den Hauptausschuss des Parlaments übermittelt. Im Hauptausschuss wird am 17. Februar abgestimmt, ob die Senatsverwaltung sich auf Verhandlungen mit der Gewerkschaft (ver.di) über eine Rahmenvereinbarung zur sozialen Absicherung einlassen muss.

(lg)

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Hilfen für Selbstständige und Neues aus der Erwachsenenbildung

Die GEW Bayern informiert in ihrem Infoblatt "Hilfen für Selbstständige ab Dezember 2020" ausführlich und aktuell über alle möglichen Hilfen für Selbstständige, wie z.B. Neustarthilfe, SoDEG und ALG II.

 

In einem anderen Infoblatt der bayerischen GEW, "Neues aus der Weiterbildung", geht es z.B. um die Erhöhung des Freibetrags für nebenberuflich Tätige (Übungsleiterpauschale) und des Mindestlohns in der Weiterbildung (um 3,9 %), neue Werte der Sozialversicherung für Selbständige und Arbeitsschutz (FFP2-Masken). 

 

Viele oben erwähnte Verbesserungen, auch die 41 €, gehen auf die Arbeit von engagierten Kolleg*innen und Interessenvertretungen zurück. Von nix kommt nix, das gilt auch für Infoblätter oder diese Webseite. Auch (selbständige) Lehrkräfte in der  Erwachsenenbildung  brauchen eine starke Vertretung – und das ist beispielsweise die Bildungsgewerkschaft GEW im DGB. Eine Gewerkschaft oder eine andere Interessenvertretung (wie unser Bündnis) sind aber nur dann stark, wenn viele Kolleg*innen mitmachen: Mitgliedschaft, aktive Mitarbeit usw.

(as)

 

Engagement lohnt sich! Erfolge des Bremer Kursleiterrates

In ihrer aktuellen Ausgabe befasst sich die GEW-Zeitschrift "E&W" in dem Beitrag "Für faire Honorare" (Seite 24) mit der Arbeit des Kursleiterrates an der VHS-Bremen.

Dem Kursleiterrat ist vor einigen Monaten gelungen, Ausfallhonorare für alle Lehrkräfte auszuhandeln, deren Kurse coronabedingt nicht stattfinden konnten. Das 100%-Ausfallhonorar wurde bis August gezahlt, ab November  75%,  entsprechend der Höhe der Novemberhilfe der Bundesregierung. Die Einzelheiten sind auf der Webseite des Rates zu finden.

Es ist nicht der erste Erfolg des Kursleiterrates.  2019 wurde eine Rahmenvereinbarung erreicht, die unter anderem eine schrittweise Erhöhung der Mindesthonorare für die knapp 1.000 freiberuflichen Lehrkräfte auf 31 Euro pro Unterrichtsstunde bis 2023 vorsieht. Die arbeitnehmerähnlich beschäftigten Lehrkräfte bekommen außerdem seit Anfang dieses Jahres Zuschüsse zur Renten- und Krankenversicherung – und auch der Anspruch auf Urlaubsentgelt für vier Wochen pro Jahr wurde in der Vereinbarung schriftlich festgehalten.

Bereits 2016 und 2018 erreichte der Kursleiterrat nach 10 Jahren Stillstand zwei Honorarerhöhungen. Vor 2016 waren die Honorare der Lehrkräfte an der VHS Bremen extrem niedrig, nur 19 €. Dass es jetzt viel besser ist, ist engagierten Kolleg*innen, vor allem im Kursleiterrat, zu verdanken.

Hajo Kuckero (vom Kursleiterrat) betont, "dass es für eine Verbesserung der Bedingungen wichtig sei, sich zusammenzuschließen – und dabei idealerweise auch die Gewerkschaften mit ins Boot zu holen. So unterstützen in Bremen sowohl die GEW als auch ver.di die Arbeit des Kursleiterrats. Sei eine Interessenvertretung erst einmal gebildet, sollte diese nicht nur mit der Leitung der jeweiligen Einrichtung verhandeln, sondern sich auch direkt an die örtlichen Entscheidungsträger wenden. „Und im Zweifel: auf die Straße gehen und Öffentlichkeit herstellen“, rät Kuckero. Zwar gingen solche Initiativen zumeist mit nur wenigen Engagierten los: „Aber das macht nichts. Es werden mit der Zeit mehr, und dann lässt sich eine ganze Menge erreichen.“ 

(as)

 

 

Schon den "Hamburger Appell" unterschrieben?

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte ruft alle Kolleg*innen dazu auf, den von der GEW Hamburg veröffentlichten "Hamburger Appell" zu unterzeichnen und unter Kolleg*innen, Freunden usw. zu verbreiten. Leitet bitte den Appell auch an Eure Träger weiter!

 

"Hamburger Appell" zur Lage in der Weiterbildung

 

Staatlich verantwortete Weiterbildung vor dem Abgrund - die Politik muss dringend handeln! 

                                                                    

Unser Ziel: Nachhaltige Verbesserung der Lage der Lehrenden und der Träger der staatlich verantworteten Weiterbildung, insbesondere der BAMF-finanzierten Sprach- und Integrationskurse für Geflüchtete

Aktuelle Situation: gesellschafts- und bildungs­politisch skandalöse Beschäftigungsbedingungen für die fast 20.000 Lehrenden in den Sprach- und Integrationskursen:

Bedingungen der Lehrenden:

Prekär Honorar-Beschäftigte erhalten 41 € pro Unterrichtsstunde (netto ca. 20 €), zahlen ihre gesamten Sozialversicherungsbeiträge selbst, haben kein Einkommen im Krankheitsfall, tragen das volle unternehmerisches Risiko – oder

Prekär Angestellte haben meist nur befristete Verträge, arbeiten häufig 40 oder mehr Unterrichtsstunden pro Woche bei Vollzeit, haben keine bezahlte Vor- und Nachbereitungszeit für den Unterricht, d.h. reale Arbeitszeiten von bis zu 60 Zeitstunden pro Woche, treiben Raubbau an ihrer Gesundheit / Bruttogehalt: oft nicht über 3000 €

Die aktuelle Corona-geprägte Situation hat die Lage sowohl der Lehrenden als auch der Weiterbildungs­betriebe noch einmal drastisch verschärft. Viele Betriebe haben ihre Rücklagen aufgezehrt. Viele  Lehrende sind überschuldet, in Existenznot geraten und müssen sich beruflich umorientieren.

Integration kann aber nur dann gut gelingen, wenn die Weiterbildungsträger in die Lage versetzt werden, menschenwürdige Arbeitsbedingungen anzubieten und in zukunftsfähige Ausstattung zu investieren. Die Pandemiepauschale ist hierfür viel zu niedrig und nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Wenn sich an der Finanzierung der Weiterbildung in den nächsten Monaten nichts ändert, wird ein erheblicher Teil der Träger die Pandemiezeit nicht überleben.

Die politischen Entscheidungsträger sind daher aufgefordert, massiv in eine bessere Finanzierung der Sprach- und Arbeitsintegrationskurse zu investieren. Hierzu gehören auch eine deutliche Verbesserung der Bezüge der Lehrenden und eine verbindliche Obergrenze der wöchentlich zu leistenden Unterrichtsstunden als Voraussetzung für gute Qualität von Weiterbildung.

 

Wir fordern deshalb von der großen Koalition auf Bundesebene noch für diese Legislatur:

Eine gesetzliche Verbesserung der Bedingungen in der staatlich verantworteten Weiterbildung mit:

1. Bundestariftreuegesetz (nur noch Träger mit Tarifverträgen bekommen Mittel aus der öffentlichen Hand)

- Eingruppierung entsprechend TVöD /Wettbewerb der Träger erfolgt über Qualität, nicht über den Preis

2. Deutlich längerfristige Finanzierungsstrukturen für die Träger

- unbefristete Festanstellungen der Lehrenden für Regelaufgaben

3. max. 25 UE (Unterrichtseinheiten zu 45 min) pro Woche bei Vollzeitstelle

4. 64 € Honorar pro UE bei allen bundesweiten Berufssprach- und Integrationskurse; 42 € Honorar für alle übrigen Weiterbildungsangebote

5. Träger werden befähigt, Weiterbildung der Lehrenden und kollegialen Austausch zu finanzieren

6. Innovations-Anschubfinanzierung für nachhaltige digitale Ergänzung der Lehre 

7. Durchführung einer Integrationskonferenz Weiterbildung mit den zuständigen Ministerien, der Wissenschaft, Vertretern der Träger, der Verbände und der Beschäftigten. Ziel: Zukunftspakt Weiterbildung 2020-25

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Lehrkräfte im Bereich Alphabetisierung/Grundbildung für eine Onlinestudie gesucht

Screenshot Webseite des DIE
Screenshot Webseite des DIE

Das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE) sucht für eine Online-Interventionsstudie im Projekt KANSAS aktuell bundesweit Teilnehmer*innen. Es gibt dafür eine Aufwandsentschädigung von 105 €!

 

Was ist KANSAS?

 

KANSAS ist eine kompetenzadaptive, nutzerorientierte Suchmaschine für authentische Sprachlerntexte. Sie soll (angehende) Lehrkräfte bei der Recherche und Auswahl von Sprachlerntexten unterstützen und so die Unterrichtsvorbereitung einfacher machen. KANSAS wird im Rahmen der AlphaDekade durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

 

Worum geht es in der Studie?

 

In dieser Studie möchten wir herausfinden, wie gut KANSAS Lehrkräfte dabei unterstützen kann, passende und qualitative Sprachlerntexte zu finden und ob KANSAS somit hilfreich für die Unterrichtsvorbereitung ist. Dafür bitten wir Sie im Laufe der Studie, zwei Unterrichtsentwürfe mit KANSAS zu erstellen.

 

Einige Eckdaten für die Teilnahme:

 

•            Zielgruppe: Lehrkräfte aus dem Bereich Erwachsenen-Alphabetisierung und Grundbildung und DaZ

•            Für die Teilnahme gibt es eine Aufwandsentschädigung von 105€

•            Dauer: ca. 3 Stunden

•            Zeitraum: Januar bis März 2021

 

Wie wird die Studie durchgeführt?

 

Studienleitung und Teilnehmende bleiben während der gesamten Studie über eine Online-Kommunikationsplattform (Zoom) in Kontakt. Die Studienleitung leitet Sie Schritt für Schritt durch die Studie und ist durchgängig für Rückfragen ansprechbar.

 

Technische Voraussetzungen:

 

•            Google Chrome als Browser (kann vorab installiert werden)

•            Computer mit Lautsprecher und Mikrofon

•            Microsoft Office Word

•            Stabiler Internetzugang

 

Interesse?

Dann melden Sie sich unter dem Betreff „KANSAS“ per E-Mail bei Dr. Mareike Kholin: kholin@die-bonn.de.

(die)

Aktivitäten der Leipziger Kolleg*innen

Die "Initiative Leipziger Lehrkräfte gegen Prekarität in der Erwachsenen- und Weiterbildung" gehört zu den aktivsten Gruppen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte.

 

Die Leipziger Kolleg*innen waren im letzten Jahr sehr rührig und haben jetzt zu Ihren Aktivitäten einen schönen und  interessanten JAHRESRÜCKBLICK 2020 zusammengestellt. Die Gruppe blickt stolz auf das letzte Jahr zurück sowie mit Zuversicht und frohem Mut auf 2021! 

(as)

SOZIALE ABSICHERUNG: Protest vor dem Roten Rathaus, am Mittwoch 13.01., 10-12 Uhr

 

Vor der Sitzung vom  21. Januar des Bildungsausschusses  im Berliner Abgeordnetenhaus, der sich erneut mit dem Thema VHS beschäftigen wird, führen die Vertretung der Berliner VHS-Dozent*innen und ver.di zwei Protestaktionen durch. Die erste findet am Mittwoch 13.01., 10-12 Uhr vor dem Roten Rathaus statt. In "Neues Deutschland" befasst sich der Beitrag "Akademische Tagelöhnerei" mit diesem Thema.

 

Angesichts der Schwere der Corona-Pandemie ist es nicht möglich, eine Demo zu veranstalten, sondern wir werden eine Mahnwache von wenigen Kolleg*innen mit Masken und Abstand durchführen. Eine breitere Teilnahme ist nicht möglich.

 

Wir bitten aber alle Kolleg*innen und Interessierte, die Information über diese Aktion über die eigenen Verteiler, Kanäle und Bekanntenkreise zu verbreiten. Die Vertretung der Berliner VHS-Dozent*innen und ver.di engagieren sich, damit unsere Aktionen ein großes Presseecho haben werden. 

 

Macht mit, ihr könnt dazu beitragen.

 

Zur persönlichen Situation der VHS-Kolllg*innen bei Krankheit und Reha könnt ihr hier eine Auswahl aus den Briefen, die im Dezember 2020 VHS-Dozent*innen an Abgeordnete und Senator*innen geschrieben und der Vertretung der Berliner VHS-Dozent*innen mitgeteilt haben. Bezüglich der sozialen Absicherung bei Krankheit sieht die politische Situation forgendermaßen aus: Im Berliner Regierungsprogramm von SPD, Linken und Grünen 2017 haben wir einen verbalen Erfolg erzielt. Dort heißt es unter anderem: „Für arbeitnehmerähnliche Beschäftigte will die Koalition eine tarifvertragliche Regelung abschließen.“ Dazu kam es bisher nicht.

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Uni Marburg: digitale ZQ Alphabetisierung

Flyer Uni Marburg
Flyer Uni Marburg

 

Das BAMF hat die Durchführung der Zusatzqualifizierung  Alphabetisierung mit digitalen Anteilen von bis zu 100% bis Ende März 2021 genehmigt. Die Uni  Marburg  möchte dementsprechend im Februar und März eine komplett digitale Zusatzqualifizierung Alphabetisierung durchführen.

Ausführliche Informationen hierzu befinden sich auf der Webseite des Fachbereichs und im unten befindlichen Flyer.

"Wenn man in Alphabetisierungskursen unterrichten möchte, braucht man andere Herangehensweisen als in herkömmlichen Deutschkursen. Es wird nicht nur die Sprache vermittelt, sondern auch das Lesen und Schreiben. Zum Schriftspracherwerb müssen verschiedene Teilkompetenzen aufgebaut werden, dazu gehören das phonologische Bewusstsein, eine gute Lautwahrnehmung, motorische Fertigkeiten und vieles mehr. Die Lehrkraft muss unter anderem über unterschiedliche methodische Vermittlungsangebote verfügen, um die unterschiedlichen Lerntypen der Teilnehmer ansprechen zu können. In diesem Zertifikatskurs werden Sie auf diese besondere Arbeit und die Bedürfnisse dieser speziellen Zielgruppe vorbereitet."

(as)

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BAMF-Statistik: Schlechtere Prüfungsergebnisse

Vor einigen Tagen hat das BAMF den Bericht zur bundesweiten Integrationskursgeschäftsstatistik für das Jahr 2020 veröffentlicht. Auf Seite 13 geht es um Prüfungsergebnisse von 2012 bis erstes Halbjahr 2020.

Der Statistik lässt sich entnehmen, dass die B1-Erfolgsquote im ersten Halbjahr 2020 um 3 % gesunken ist. Natürlich ist dies auf die Corona-Krise zurückzuführen, denn im Lockdown hatten die meisten Teilnehmenden monate- oder wochenlang keinen Unterricht. Einige konnten zwar an Online-Tutorien und am Unterricht im virtuellen Klassenraum teilnehmen, aber diese Unterrichtsformen sind meistens kein vollwertiger Ersatz für den Präsenzunterricht. Einige Medien, wie z.B. der MDR und die Deutsche Welle, befassen sich mit den schlechteren Prüfungsergebnissen.

Bereits vor einigen Jahren haben die Medien ausführlich über die 2016-2018 drastisch gesunkenen Erfolgsquoten berichtet. Einige Artikel waren leider sehr undifferenziert. In Zusammenhang mit einem besonders unfairen Beitrag, den Die Welt veröffentlicht hatte, hat das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte einen Offenen Brief an die Redaktion dieser Zeitung gesandt.

In dem Brief hat das Bündnis die Gründe für die schlechteren Prüfungsergebnisse genannt. Das waren vor allem eine andere Zusammensetzung der Kurse und die schlechten Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte. In seinen Gesprächen mit dem BAMF und den beiden zuständigen Bundesministerien hat das Bündnis oft und deutlich viele Punkte genannt, die zu mehr Qualität in den BAMF-Kursen führen würden: bessere Einkommens- und Arbeitsverhältnisse der Lehrkräfte, kleinere Gruppen, mehr Unterrichtsstunden, bessere Einstufung, keine zentrale Zuweisung, höhere Qualifikationsstandards für die Lehrkräfte, kostenlose Fortbildungsangebote usw. 

(as)

Neues zu SodEG

Der BVIB (Berufsverband für Integrations- und Berufssprachkurse e.V) befasst sich in einem sehr interessanten Beitrag mit dem neuesten BAMF-Trägerrundschreiben zu SodEG ab 01.01.21 und den vom BAMF aktualisierten  FAQs zu SodEG.

 

Laut BVIB erschweren die neuen Rahmenbedingungen einen Bezug der Zuschüsse sowohl für Träger als auch für Lehrkräfte deutlich. In einem ersten Austauschtreffen unter BVIB-Trägern sei deutlich geworden, dass niemand der anwesenden Träger SodEG in der aktuellen Form ab 01.01.21 werde beantragen können und damit in Folge auch nicht für die Lehrkräfte.

(as)

Podcast "Auf Integrationskurs": ein Projekt zweier Leipziger Dozentinnen

Bild von vanleuven0 auf Pixabay
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In Leipzig gibt es ein neues Projekt: den Podcast "Auf Integrationskurs". Gestern hat der Deutschlandfunk in seiner Sendung "Campus & Karriere" darüber berichtet.

 

Zwei Leipziger Kolleginnen, Johanna Bender und Isabelle Wiedemeier, haben in den letzten Monaten einen Podcast auf die Beine gestellt: Gespräche mit ehemaligen Teilnehmer*innen unserer Kurse über ihr Ankommen und ihre Integration in Deutschland, Gründe für ihre Migration, Schönes, Lustiges, Diskriminierung, Verlust... und nicht zuletzt auch über die Integrationskurse und was man daran verbessern könnte. Die ersten sechs Folge sind jetzt online - mit eigener Website und natürlich bei Spotify, I-Podcasts und Amazon.

(as)

Politische Termine des Bündnisses

1. Am 16. Dezember nahmen drei VertreterInnen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte an einer Videokonferenz mit Leonie Gebers (Staatssekretärin im BMAS), Kerstin Tack (Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion für Arbeit und Soziales) und Dr. Gunilla Fincke (Leiterin des Referats für Grundsatzfragen der Migrations- und Integrationspolitik im BMAS, zuständig für Berufssprachkurse) teil. Das Bündnis wurde von Dr. Claudia Liehr-Molwitz (Hamburg), Monika Strauß-Rolke (Bonn) und Artur Sieg (Hannover) vertreten.

 

Das fast eineinhalbstündige Gespräch war sehr freundlich, offen und produktiv. Zuerst wurde über die prekäre Lage der Lehrkräfte in der gesamten Erwachsenenbildung gesprochen, wobei auch der Hamburger Appell zur Sprache kam. Dann wurde die Lage der Lehrkräfte im Bereich der Integrations- und Berufssprachkurse thematisiert. Besonders intensiv wurde über Verträge mit 40-50 UE pro Woche und die damit zusammenhängende Faktorisierung des Unterrichts diskutiert.

 

2. Auch am 16. Dezember nahm Clarissa Haziri-Hagner, eine der Sprecherinnen des Bündnisses, per Videokonferenz an einem von der Bundestagsfraktion der CDU/CSU veranstalteten Fachgespräch zum Thema "Rentenversicherungspflicht für Selbstständige" teil. Gastgeber war Peter Weiß, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Der Hintergrund: Arbeitsminister Heil will noch innerhalb dieser Legislaturperiode einen Gesetzesentwurf zur Altersvorsorgepflicht für Selbstständige vorlegen. Dabei sind eine Reform zum Statusfeststellungsverfahren und Erleichterungen zu den GKV-Beiträgen vorgesehen. An dem Fachgespräch beteiligten sich viele Verbände und Organisationen von Selbstständigen.

(as)

VGSD: "Hamburger Appell fordert faire Honorare und Arbeitsbedingungen für selbstständige Dozent/innen"

Screenshot Webseite des VGSG
Screenshot Webseite des VGSG

Der VGSD (Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland) befasst sich in seinem Beitrag "Hamburger Appell fordert faire Honorare und Arbeitsbedingungen für selbstständige Dozent/innen" ausführlich mit der Lage von selbstständigen und festangestellten Dozent*innen in der Erwachsenenbildung, besonders im Bereich DaF/DaZ. Der Anlass für den Artikel ist der Hamburger Appell der GEW Hamburg.

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte ruft alle Kolleg*innen dazu auf, den Appell zu unterzeichnen und zu verbreiten.

(as)

GEW: Mehr Sicherheit in Corona-Zeiten für Selbstständige

Die GEW NRW fordert in Ihrem Papier "Corona-Konzepte auch für die Erwachsenenbildung/Weiterbildung" ein nachhaltiges und kurzfristig wirksames Corona-Konzept für die Erwachsenenbildung, denn  wegen der Pandemie sind Existenzen vieler soloselbstständiger Lehrkräfte bedroht. Hier die wichtigsten Punkte: 

Für selbstständige fordert die GEW NRW  während einer Schließungsphase Leistungen analog dem Kurzarbeitergeld sowie die Honorarfortzahlung in einer angeordneten Quarantäne. 

Für bedürftige Lernende sollen Leihgeräten und WLAN (z.B. in Form mobiler Router/Sticks) zur Verfügungen gestellt werden. Für Dozent*innen sollen  kostenlose Schulungen für Onlineveranstaltungen angeboten werden.

Bezüglich des Arbeits- und Gesundheitsschutzes fordert die GEW kostenlose Masken und Luftfilter. "Benötigt werden aus Sicht der GEW NRW einheitliche Regelungen zum Infektionsschutz für alle Bildungseinrichtungen, explizit inklusive der Weiterbildungseinrichtungen, gemäß RKI-Empfehlungen vom 12.10.2020 für den Infektionsschutz an Schulen. Zudem fordert die GEW NRW kostenlose und regelmäßige Corona-Tests für Lehrende in der Weiter-bildung. Es sollte eine Einbeziehung von Integrationskursen in veränderte Teststrategien stattfinden, die im Moment für Schulen angedacht werden: Antigen-Schnelltests bei Verdachtsfällen auf eine Infektion, dadurch würden längere Ausfallzeiten für Lernende verhindert. • Die Verwendung der BAMF-Pandemie-Zulage soll von den Einrichtungen offengelegt werden."

(as)

41 € bereits für alle ab dem 01.01.2021 neu beginnenden Kurse

Das BAMF informiert in seinem heutigen Trägerrundschreiben und seiner Pressemitteilung, dass bereits zum 01.01.2021 der Kostenerstattungssatz auf 4,40 € (Integrationskurse) bzw. 4,64 € (Berufssprachkurse) pro Teilnehmenden und Unterrichtseinheit (UE) erhöht wird. Die untere Honorargrenze für freiberuflich tätige Lehrkräfte wird auf 41 € je UE angehoben. "Sie gilt in Kursen mit Kursbeginn ab 01.01.2021. Spätestens ab dem 01.02.2021 ist diese verbindlich zu zahlen." "Die Anhebung des Kostenerstattungssatzes erfolgt unabhängig vom aktuellen Pandemiegeschehen und gilt für alle neu beginnenden Kurse bzw. Kursabschnitte sowie in allen Kursarten und unabhängig von der Kursform (Präsenz, hybrid oder im "virtuellen Klassenzimmer")."

Es gibt noch etwas Neues. Bisher war es so, dass ein Träger, der das Mindesthonorar nicht zahlte, als einzige "Strafe" seine Zulassung jedes Jahr neu beantragen musste. Das scheint sich nun geändert zu haben: "Ein Unterschreiten der Vergütungsgrenze ab dem 01.02.2021 führt zu einer Verkürzung der Zulassungsdauer auf höchstens ein Jahr. Darüber hinaus wird bei fortlaufender Unterschreitung der Vergütungsgrenze die Folgezulassung nicht erteilt." Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte hat mehrmals das BAMF und die zuständigen Ministerien darum gebeten, dieses Schlupfloch (Folgezulassung bei fortlaufender Unterschreitung) zu schließen, was jetzt endlich passiert.

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte hat mit seinem jahrelangen Engagement und besonders mit seiner Aktivität in den letzten Wochen einen wesentlichen Beitrag zu der Erhöhung des Mindesthonorars geleistet.

(as)

 

FaDaF: Umfrage zur wirtschaftlichen Lage im Arbeitsfeld DaF/DaZ

Bild von Andreas Breitling auf Pixabay
Bild von Andreas Breitling auf Pixabay

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie mit ihren Grenz- und Schulschließungen ist für alle eine große Herausforderung und das nicht nur wegen der Umstellungen, die die damit verbundene Digitalisierung uns abverlangt. Zehn Monate unter Pandemiebedingungen zu arbeiten, hat gebührenfinanzierte Institutionen wie Sprachkursanbieter, vor allem aber auch Kolleginnen und Kollegen in wirtschaftliche Schwierigkeiten gebracht.

Mit der kurzen und anonymen Umfrage (Dauer ca. 1 Minute) möchte der FaDaF für Deutschland wie auch weltweit Daten zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise auf das Berufsfeld DaF/DaZ erheben, d.h. sowohl was gebührenfinanzierte Institutionen als auch was Individuen angeht, die in unserem Fach arbeiten.

Mit den Ergebnissen wollen wir einen Überblick erhalten, wie sehr derzeit Institutionen und Akteure im Bereich Deutschvermittlung Schaden nehmen, erst recht, wenn sie offensichtlich noch einige Monate länger durchhalten müssen und daher eventuell ganz aufgeben. Die Zahlen sollen uns dabei helfen, über unsere Pressearbeit auf die schwierige Lage des Faches aufmerksam zu machen und in den Gremien, in denen der FaDaF vertreten ist, gezielte Unterstützung zu fordern.

(fadaf)

Neues Mindesthonorar: 41 €

Am Freitag (27.11.) wurde das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte von einem Bundestagsabgeordneten informiert, dass die Haushaltsarbeitsgruppen der Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und SPD (auf Antrag der SPD) für die Bereinigungssitzung zum Bundeshaushaltsentwurf 2021 beantragt haben, den Mindestvergütungssatz für Honorarlehrkräfte (in Integrations- und Berufssprachkursen) entsprechend dem Mindestlohn für pädagogisches Personal in der beruflichen Weiterbildung auf 41 € und den Kostenerstattungssatz (Trägerpauschale) auf bis zu 4,90 pro Teilnehmer und Stunde zu erhöhen.

 

Wenn also alles gut läuft, bekommen die Lehrkräfte im Laufe des nächsten Jahres ein neues Mindesthonorar in Höhe von 41 €.  Das Bundesteam des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte war in den letzten Wochen sehr aktiv. Am Anfang standen nur 38 € zur Debatte. Das wäre nicht einmal der Mindestlohn in der Weiterbildung gewesen. Im November hat das Bündnis ca. 80 Abgeordnete aus dem Haushalts- und Innenausschuss des Bundestages angeschrieben. Es gab auch positive Rückmeldungen und Telefongespräche. Natürlich hat das Bündnis nicht nur darauf hingewiesen, dass 38 € unter dem Mindestlohn lägen, sondern auch mehr (60 €) gefordert. Bereits letztes Jahr war  der  ganze Haushaltsausschuss angeschrieben worden.

 

Marlis Tepe, die Vorsitzende der GEW, sagte zu dem Beschluss: „Dass für Honorarkräfte in Integrationskursen die Mindesthonorare von 35 Euro pro Unterrichtseinheit auf 41 Euro angehoben und damit an den Mindestlohn in der beruflichen Weiterbildung angepasst werden, war längst überfällig! Damit wird dem GEW-Vorschlag, dass sich die Honorare als untere Grenze an einem Mindestlohn orientieren müssen, Rechnung getragen. “Künftig müssten Integrationskurslehrkräfte jedoch entsprechend der Qualifikation, die sie mitbringen, entsprechend der Entgeltgruppe 11 des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst (TVöD) bezahlt werden.

(as)

Äußerst schwierige Tarifverhandlungen in der Erwachsenenbildung

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
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Die GEW berichtete in den letzten Wochen und Monaten mehrfach über Tarifverhandlungen mit einigen Trägern.

 

1. In dem Beitrag "Tarifkommission stimmt „schwierigem“ Verhandlungsergebnis zu" geht es um Verhandlungen mit dem Goethe-Institut. "Die GEW-Tarifkommission hat Anfang Januar 2020 nach schwerer Entscheidung dem in harten Verhandlungen mit dem Goethe-Institut (GI) erzielten Tarifkompromiss zugestimmt. Dieser sieht eine bis Ende 2021 befristete Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung auf 26 Unterrichtseinheiten (UE) sowie eine Streichung der fünf arbeitsfreien Tage bei gleichbleibender Wochenarbeitszeit von 39 Stunden für alle Lehrkräfte vor. Alle in diesen Zeitraum fallenden Tariferhöhungen aus dem TVöD werden indes übernommen, betriebsbedingte Kündigungen und Standortschließungen sind bis Ende 2021 tariflich ausgeschlossen." Mehr Einzelheiten lassen sich der Goethe-Info entnehmen.

 

2. In dem GEW-Artikel "Arbeitgeberangebot ist keine Verhandlungsgrundlage!" geht es um Verhandlungen mit dem Internationalen Bund. "Die gemeinsame Tarifkommission von GEW und Verdi hat die Verhandlungen über Tätigkeitsmerkmale beim Internationalen Bund am 9. November 2020 nach drei Verhandlungsterminen

(as)

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Die 6. Konferenz des Bündnisses

In einer Zoom-Konferenz fand diesjährig die 6. Bündniskonferenz am 07. November statt und wurde von 28 Vertreter*innen aus zahlreichen Regionen des Bundesgebiets durchgängig besucht. Dabei wurden die gesteckten Gesprächspunkte gezielt angesprochen, sodass ein pünktlicher Zeitplan eingehalten werden konnte. Ohne technische Pannen verlief das Zusammentreffen in freundlicher Atmosphäre.

 

Ein neues Thema war die Arbeitslosenversicherung für selbstständige Lehrkräfte. Mit dem   Lockdown verloren viele Lehrkräfte ihr Einkommen. Ein Ausweg aus der Notlage wäre Arbeitslosenhilfe 1, ALG 1, gewesen. Das Plenum diskutierte ausführlich, ob der Zugang zur AV für Honorarlehrkräfte (und andere Soloselbstständige) erstrebenswert ist und ob das  Bündnis sich dafür einsetzen will. Sollte eine AV freiwillig oder eine Pflichtversicherung sein? Seit August 2020 fordert der DGB die Öffnung der AV für Soloselbstständige.

(hs)

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Schlussbericht des Berliner Senats über "Mehr soziale Sicherheit für Volkshochschul-Dozent*innen"

Am 4.6..2020 hat das Berliner Abgeordnetenhaus den Antrag  „Mehr soziale Sicherheit für Volkshochschuldozent*innen“ angenommen. Damit wurde der Senat aufgefordert, mit der für die Dozent*innen der Berliner Volkshochschulen zuständigen Gewerkschaft eine Rahmenvereinbarung zur tarifvertragsähnlichen sozialen Absicherung auf Landesebene abzuschließen. Hierbei geht es um die Absicherung der arbeitnehmerähnlichen Dozent*innen. Der Berliner Senat, also die Landesregierung, hat dem Abgeordnetenhaus am 27.10.2020 darüber Bericht erstattet. Diesen Bericht ist enttäuschend und unschlüssig. Um dagegen zu protestieren, werden die VHS-Dozent*innen aufgefordert, an einige Berliner Politiker*innen zu schreiben. Diese Aktion läuft gerade.

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Neues vom BAMF: Zusatzqualifizierung (BSK) und Lehrwerke

Das BAMF hat seine Liste der anerkannten Hochschulabschlüsse und Fortbildungen für eine Direktzulassung als Lehrkraft in Berufssprachkursen ohne standardmäßige Zusatzqualifizierung ZQ BSK aktualisiert.

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte  hat sich beim BAMF und BMAS mehrfach und vehement für die Anerkennung von bereits gemachten Qualifizierungen und Fortbildungen eingesetzt.

 

Das BAMF hat auch seine Liste der zugelassenen Lehrwerke in Integrationskursen aktualisiert. Neu sind drei LMS-basierte Lehrwerke (Linie 1, Netzwerk, Netzwerk neu).

(as)

 

GEW veröffentlicht den Bericht „15 Jahre Integrationskurs: Prekäre Arbeitsbedingungen ..."

Anlässlich des fünfzehnjährigen Jubiläums der Integrationskurse  hat die GEW den Bericht „15 Jahre Integrationskurs: Prekäre Arbeitsbedingungen in Sprachkursen für Geflüchtete und Menschen mit Migrationshintergrund“ veröffentlicht.

 

Der Bericht, zu dem auch das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte einen Beitrag geleistet hat, befasst sich mit allen Aspekten der Kurse. Neben Politik und Trägern kommen vor allem die Lehrkräfte zu Wort und ermöglichen einen Einblick in das problematische, oft angstbesetzte Arbeitsklima. 

Der Bericht steht auf der Webseite der GEW zum Downloaden bereit. Bereits vor einigen Tagen hatte die GEW ihren Beschluss  "Beschäftigungsbedingungen  von DaF/DaZ-Lehrkräften in Integrationskursen" aktualisiert. 

(as)

Bericht aus der Vollversammlung der Berliner VHS-Dozent*innen

Dieses Jahr hat die Vollversammlung der Berliner VHS-Dozent*innen online stattgefunden. Das war am Samstag, den 07.11.2020, von 14 bis 17 Uhr. Die meisten Mitglieder der alten und neuen Vertretung - sowie André Pollmann (zuständiger ver.di-Bildungssekretär) und ein Kollege, der das Pay-Tool erstellte - waren in einem Raum bei ver.di, alle anderen Kolleg*innen waren online verbunden. Erfreulicherweise war die Teilnahme rege: zur besten Zeit (um circa 15:30 Uhr) waren 92 Kolleg*innen verbunden. Es gab keine nennenswerten technischen Pannen.

(lg)

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VHS Leipzig: "Wem sollen wir auf der Tasche liegen?"

Am Dienstag, den 17. November, fand in Leipzig am Rathaus eine Aktion von freiberuflichen Dozent*innen der VHS Leipzig statt.

Ziel der Aktion war es, auf die Anfang November erfolgte Schließung der VHS aufmerksam zu machen und Ausfallhonorare zu fordern. Deshalb belagerten mehrere Kolleg*innen die Rathaustreppe. Sie zeigten verschiedene Schilder und Transparente. Die Frage: "Wem sollen wir auf der Tasche liegen?" wurde mit der Forderung "Was uns zusteht, Ausfallhonorare!"  beantwortet.

Die zuständige Bürgermeisterin (Dezernat Kultur), Dr. Skadi Jennicke, hat die Protestierenden an der Rathauspforte besucht und ein Schreiben der Kolleg*innen persönlich entgegengenommen. 

Die Pressemitteilung und mehr Fotos zur Aktion befinden sich auf der ver.di-Webseite 

Der MDR hat in seinem "Sachsenspiegel" (ab Min. 18:30) kurz über die Aktion berichtet.

(as)

 

GEW fordert 64 € bzw. E 13 für Lehrkräfte in Integrationskursen

Die GEW hat ihren Beschluss "Beschäftigungsbedingungen von DaF/DaZ-Lehrkräften in Integrationskursen" (Beschluss des Geschäftsführenden Vorstands vom 07.12.2017) vor einigen Tagen an den TVöD-Abschluss vom Oktober 2020 angepasst und aktualisiert. Die GEW fordert jetzt 64 € Mindesthonorar in den Integrationskursen.

"DaF/DaZ-Lehrkräfte in allen Integrationskursen müssen grundsätzlich fest angestellt und tariflich - orientiert an der Entgeltgruppe 11 des Tarifvertrags des öffentlichen Dienstes entsprechend der Eingruppierung von Sprachlehrkräften im TVöD Bund u.a. mit einer 39- Stunden-Woche, 30 Tagen Urlaub - entlohnt werden. Die Anzahl der Unterrichtseinheiten (UE; 45 Minuten) pro Woche beträgt 25 bei einer Vollzeitstelle.

Solange eine Festanstellung nicht erreicht wird, müssen DaF/DaZ-Lehrkräfte entsprechende Stundensätze erhalten. Das Honorar für eine UE im Integrationskurs beträgt mindestens 64 Euro.(...)  

Langfristig fordert die GEW, dass die Qualifikationsanforderungen für Lehrkräfte in Sprach- und Integrationskursen eine professionsbildende Ausbildung begründen, die auf einem wissenschaftlichen Hochschulabschluss beruht und eine Eingruppierung nach E 13 ermöglichen. (...)"

(as)

Soloselbstständige erhalten Hilfe für Lebenshaltungskosten

Laut der Tagesschau haben sich das Bundeswirtschaftsministerium und das Bundesfinanzministerium auf die sogenannte „Neustarthilfe für Soloselbständige", eine Art Lebenshaltungskostenpauschale, geeinigt.

Es soll einen einmaligen Zuschuss von bis zu 5000 Euro für diesen Dezember und die ersten sechs Monate 2021 geben. ."Offiziell bekommen sie einen Zuschuss zu den Betriebskosten, davon sollen die Solo-Selbstständigen aber auch die Lebenshaltungskosten bestreiten dürfen. Die Summe soll als Einmalzahlung überwiesen werden. Das entspricht bei einem Jahresumsatz von 35.000 Euro ungefähr 714 Euro pro Monat. Dieser Betrag soll sich nicht auf die Ansprüche aus der Grundsicherung auswirken, sondern zusätzlich ausgezahlt werden." Man bekommt 25 Prozent des vergleichbaren Umsatzes aus dem Jahr 2019, wenn der Umsatz wegen der Corona-Pandemie um mehr als die Hälfte zurückgegangen ist. Der Zuschuss zählt wie eine Einnahme, so dass man Steuern und Abgaben darauf zahlen muss.  

Praktische Rechenbespiele befinden sich in einem Artikel des VGSD, der sich (wie auch das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte) in den letzten Monaten sehr intensiv für einen Unternehmerlohn einsetzte. Der VGSD nennt die neue Hilfe "ein Unternehmerlöhnchen" und weist darauf hin, dass es bei einigen Selbstständigen unter Umständen zu Problemen führen könnte: "Ein schlechter Tausch könnte die neue Hilfe für diejenigen sein, die in Baden-Württemberg, NRW oder Thüringen leben und bisher bis zu 1.200 Euro Unternehmerlohn und ggf. zusätzlich einen Zuschuss zu den Betriebskosten. Diese Hilfen werden wohl nicht in dieser Höhe fortbestehen, sondern gekürzt werden oder ganz wegfallen."

Laut des VGSD können die Anträge im Rahmen der Überbrückungshilfe III gestellt werden, die formal am 01.01.2021 beginnt. "Anträge können „einige Wochen nach Programmstart im neuen Jahr“ gestellt werden, also vermutlich Ende Januar oder Anfang Februar. Weitere Details zur Antragstellung sollen in den nächsten Wochen feststehen."

 

(as)

Antrag an den Hamburger Senat bezüglich prekärer Arbeit im DaFZ-Bereich

Bild: Thomas Ulrich, Pixabay
Bild: Thomas Ulrich, Pixabay

"Damit die Integration gelingt - Prekäre Beschäftigung im Bereich der Weiterbildung vor allem bei den DaZ-/DaF-Lehrkräften reduzieren." 

Nachdem die Hamburger CDU-Fraktion bereits im Februar und Juni zwei  Anfragen zum Thema "Prekäre Arbeitssituation der DaZ-Lehrkräfte" an den Senat gestellt hat, hat die Hamburger CDU dazu im Oktober einen Antrag an den Senat gestellt. Die Abgeordneten Andreas Grutzeck, Birgit Stöver, David Erkalp, Stephan Gamm, Silke Seif führen darin aus, dass durch die Corona-Pandemie "arbeitslos oder noch arbeitslos werdende Arbeitnehmer die Branche wechseln und über Weiterbildungsmaßnahmen auf neue Chancen am Arbeitsmarkt vorbereitet werden müssen".   Besonders Migrant*innen aus Afghanistan, der Türkei, aus Syrien und Polen seien von Arbeitslosigkeit aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse betroffen. Sie betonen in diesem Zusammenhang, dass jedoch auch die Weiterbildungsbranche unter dem Lockdown gelitten habe : "Vor allem die Lehrkräfte, die meist auf Honorarbasis tätig sind, mussten trotz ihres Wissens plötzlich als beschäftigungslose Solo-Selbstständige Hartz IV beantragen." Im Antrag werden dann die prekären Arbeitsbedingungen der DaZ-Lehrkräfte genannt und es werden die Worte  ""wie im 19. Jahrhundert"" zitiert.  Die Hamburger CDU-Fraktion beruft sich auf den Koalitionsvertrag, in dem der rot-grüne Senat zugesagt hat: "Zugang zu Integrationskursen auszuweiten, die Lernbedingungen zu verbessern und für bessere Arbeitsbedingungen bei den Lehrkräften zu sorgen".

"Die Hamburger CDU-Fraktion fordert den Senat auf:

1. sich für bessere Arbeitsbedingungen bei den Lehrkräften im Bereich der Weiterbildung einzusetzen;

2. diese auf Bundesebene, wie im Koalitionsvertrag von Rot-Grün zugesagt, noch in diesem Jahr vor allem für die DaZ-/DaF-Lehrkräfte umzusetzen;

3. sich auf Bundesebene zudem für inhaltlich überarbeitete und längere Integrationskurse mit einem breiten Themenangebot und unter Einsatz von gut ausgebildetem Personal einzusetzen. Vor allem das Themenfeld „Auseinandersetzung mit den Werten des Grundgesetzes“ sollte in den Kursplänen ein stärkeres Gewicht bekommen, wie von der Regierungskommission „Mehr Sicherheit für Nordrhein-Westfalen“ unter Leitung von Wolfgang Bosbach empfohlen;

4. sich dafür einzusetzen, dass Weiterbildungsträger wie die allgemeinbildenden Schulen mit digitalen Lehrmitteln ausgestattet werden;

5. der Bürgerschaft bis zum 31. Dezember 2020 Bericht zu erstatten."

(clm)

Kritik an Unterrichtsmodellen des BAMF

Der General-Anzeiger hat gestern in Zusammenhang mit dem Integrationsgipfel den Brief eines DaF/DaZ-Lehrers unter dem Titel "Ohne gute Deutschkurse keine Integration" veröffentlicht. Der Autor, Stephan Pabel, ist Gründer des Bonner Offenen Kreises (BOK). Die Bonner Kolleg*innen gehören dem Bündnis DaF/DaF-Lehrkräfte an. Stephans Brief liegt auch dem Bündnis vor:

 

„Deutsche Sprachkenntnisse sind der Schlüssel zur Integration“
Diese Erkenntnis hört man von allen politischen Verantwortlichen auch jetzt wieder. Recht haben sie!  Dass die Zuwanderer es wegen Corona derzeit besonders schwer haben, Deutsch zu lernen, mag für die Monate Mitte März bis Ende Juni 2020 gestimmt haben. Seitdem der Deutschunterricht Anfang Juli 2020 aber wieder bei VHS und vielen privaten Sprachschulträgern unter Hygienevorschriften stattfindet kann, trägt nicht das Virus die Schuld an schlechten Lernbedingungen, sondern das BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge).

 

Die jetzt geteilten Kurse mit je nach Raumgröße mit 10 bis 12 TN (Teilnehmer*innen) hätten gerade jetzt in der Corona-Zeit in diesen vergleichsweise kleinen Gruppen die Chance, besonders intensiv und effektiv Deutsch zu lernen und gute Prüfungen abzulegen. Doch das Gegenteil ist der Fall, denn das BAMF will das Geld für die dafür erforderlichen Lehrkräfte sparen und daher gilt für das BAMF auch ein geteilter Kurs als nur ein Kurs, den nur eine Lehrkraft unterrichten darf und die es mit dem Träger abrechnet. Nur diese eine Lehrkraft darf nämlich zur selben Unterrichtszeit den genau selben Stoff gleichzeitig in zwei Räumen „unterrichten“. Das bedeutet, dass nur die Hälfte des Stoffs in der bis zur Prüfung vorgegebenen Zeit vermittelt werden kann. Das bedeutet außerdem, dass auch für diese Hälfte die Unterrichtsqualität erheblich darunter leidet, da abwechselnd in einem Raum ohne qualifizierte Fachaufsicht die TN in 45min Schreibaufgaben erledigen sollen, während im anderen Raum die Lehrkraft zur selben Zeit die selben Schreibaufgaben grammatisch aufbereiten und vorbereitend erklären soll.

 

Die niedrige Anzahl der bestanden Prüfungen bei normalerweise bis zu 25 TN war schon immer für die TN und Lehrkräfte in diesen in vielerlei Hinsicht sehr heterogenen Deutschkursen sehr unbefriedigend, weil nicht zielführend. Unter den jetzigen BAMF-Bestimmungen können sie nur deutlich schlechter sein. Anders als gern behauptet und gar noch gefeiert wird, sind 15 Jahre Integrationskurse keine Erfolgsgeschichte. Man stelle sich vor, dass in öffentlichen Schulen bis zu 40% der Lernenden den Haupt- oder Realschulabschluss, das Abitur nicht bestehen. Von Erfolg würde da zurecht sicher niemand sprechen.

 

Virtuelle Online-Deutschkurse scheitern in aller Regel an mangelnder technischer digitaler Infrastruktur in den meisten Schulen und auch bei vielen Lehrkräften und berücksichtigen in keiner Weise die Wohnverhältnisse, bzw. Lernvoraussetzungen der TN, die sich ihre oft sehr beengten m mit vielen anwesenden Familienmitgliedern um sie herum teilen müssen und sich dort nicht in erforderlicher Dauer auf den virtuellen Unterricht konzentrieren können – mal angenommen, sie hätten die technische Ausstattung, daran überhaupt teilnehmen zu können. Deutschkurse als Schlüssel für Integration kosten Geld, wenn sie denn effektiv sein sollen. Solange seit Jahren und bis heute die erforderliche Finanzierung und vernünftige lernzielorientierte Konzepte vom BAMF verweigert werden, wird die deutsche Wirtschaft auf die dringend notwendige Besetzung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen mit Zuwanderern mit ausreichenden Deutschkenntnissen noch lange warten müssen.

 

(sp)

VHS Lüneburg: Zweiter Warnstreiktag

Screenshot Facebook-Seite, ver.di Niedersachsen-Bremen
Screenshot Facebook-Seite, ver.di Niedersachsen-Bremen

Die Landeszeitung berichtete in ihrem Beitrag "Wir müssen nochmal Druck machen" (und in einem kurzem Film) über den zweiten Warnstreiktag des öffentlichen Dienstes am 21.10 in Lüneburg. Die festangestellten VHS-Lehrkräfte haben sich erneut an der von ver.di organisierten Protestaktion beteiligt.  Auch diesmal haben sich wieder freiberufliche VHS-Lehrkräfte solidarisiert.

In dem Artikel der Landeszeitung wird ausführlich auf die VHS eingegangen. Die VHS-Mitarbeiter*innen würden derzeit nicht nach Tarif bezahlt, möchten aber dies erreichen. Laut Angela Schulz aus dem Integrationsbereich der VHS Lüneburg sind 80 % der Mitarbeiter gewerkschaftlich organisiert. "Vor 14 Jahren war die VHS an die Tarife des öffentlichen Dienstes angelehnt, das wurde dann nach und nach stillschweigend unter den Teppich gekehrt. Das führte dazu, das es bei uns immens unterschiedliche Arbeitsverträge und -bedingungen gibt. Das muss endlich ein Ende haben." Schließlich sei die VHS neben Schule, Ausbildung und Studium die vierte Säule der Bildung. "Wir sind wichtig für das gesellschaftliche Leben und wollen auch so behandelt werden." 

Laut Schulz haben die Gesellschafter der VHS, Landkreis und Stadt, am Montag einen ersten Schritt gemacht, indem sie Vorgespräche darüber angeboten haben, ob Tarifverträge an der VHS überhaupt sinnvoll sind. Das Gespräch würde aber erst Ende Januar stattfinden, und die Geschäftsführung der VHS habe das Angebot nicht unterschrieben. Schulz sagte: "Wir wollen alle an einen Tisch und bestimmt kein Vorgespräch über mögliche Verhandlungen. Wir wollen Verhandlungen und das noch in diesem Jahr." Notfalls seien noch einige Streiktage in diesem Jahr übrig. Zum Bericht über der ersten Streiktag

(as)

Leipziger Lehrkräfte beteiligen sich am Warnstreik des ÖD

Bericht unserer Leipziger Kolleg*innen:

"Die Leipziger Initiative Lehrkräfte gegen Prekarität hat sich am gestrigen Freitag, dem 16. Oktober, mit einem Redeauftritt und ihrem Transparent an einer Kundgebung der Gewerkschaft ver.di im Rahmen eines ganztägigen Warnstreiks des öffentlichen Dienstes beteiligt.

Uns war dieser Auftritt sehr wichtig, weil wir klarmachen wollten, dass der öffentliche Dienst (ÖD) mehr Mitarbeiter hat als die Beschäftigten, für die im Augenblick bundesweit Tarifverhandlungen laufen. Gleichzeitig prägen Vorurteile über den ÖD die Wahrnehmung der Kolleginnen und Kollegen: Dass sie wunderbar abgesichert seien und für wenig Arbeit viel Geld kassieren würden. Tatsächlich trifft diese Wahrnehmung höchstens noch auf die die obersten Ränge der Leitungsebenen im ÖD zu, während überall dort, wo täglich viel Arbeit erledigt werden muss, eine jahrzehntelange Sparpolitik zu Personalnot und Arbeitsverdichtung geführt hat. Exemplarisch kann man das bei der Größe der Kindergruppen in den Kitas oder bei dem Mangel an Pfleger*innen in den Krankenhäusern sehen. Uns ist es gelungen, zu verdeutlichen, dass es dieselbe Sparpolitik ist, die hier greift und der auch wir unsere äußerst prekären Arbeitsbedingungen und unser niedriges Einkommen zu verdanken haben. 

Für uns zeigt die Erfahrung, dass es lohnt, innerhalb der Gewerkschaften aktiv zu sein und ihre Strukturen zu nutzen. Wir sind auf die verantwortlichen Organisatoren des Streiks zugegangen und haben von uns aus angeboten, vor den Kolleg*innen aufzutreten, ihnen unsere Unterstützung zu erklären und auf unsere Situation hinzuweisen. Damit haben wir erreicht, dass Kämpfe, die normalerweise von der Öffentlichkeit als nebeneinander stattfinden und unverbunden wahrgenommen werden, als Angelegenheiten einer Gewerkschaft und eines öffentlichen Dienstes erscheinen. Auch die Presse hat in diesem Sinn berichtet und unserem Auftritt auf der Kundgebung gebührend Platz eingeräumt.

Wir möchten alle anderen Initiativen von Lehrkräften ausdrücklich ermuntern, unserem Beispiel zu folgen und mit zusammen mit ver.di oder der GEW aktiv die Kolleginnen und Kollegen des ÖD zu unterstützen."

 

Über den Streik berichtete auch die Leipziger Volkszeitung. In ihrem Beitrag wird auch auf die Rede unseres DaFZ-Kollegen eingegangen: "Einen von vielen anderen wunden Punkten berührt eine gute Stunde später Karl Kirsch vor dem Treffpunkt am Völkerschlachtdenkmal. Der an der Volkshochschule Arbeitende gehört zur Initiative „Lehrkräfte gegen Prekarität“, die als Freiberufler weder einen Tarifvertrag noch – überwiegend – Zugang zur Arbeitslosenversicherung haben und deren Lohn nicht über 1500 Euro netto liegt. „Dass wir outgesourced wurden, ist das Ergebnis der Einspar-Ideologie“, konstatiert er und appelliert eindringlich an die Warnstreikenden: „Von eurem Kampf hängt es ab, wie künftig die Arbeitsbedingungen aussehen.“ Er erntet Applaus und Trillerpfeifenpfiffe."

Wir veröffentlich hier unten Karls Rede, auch damit sie anderen Gruppen als Vorlage dienen kann.

(kk/as)

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Streik an der VHS Lüneburg

Die VHS Lüneburg wurde am 15. Oktober bestreikt. Auch die angestellten Deutschlehrkräfte haben sich beteiligt. Die freiberuflichen Kolleginnen und Kollegen haben sich solidarisch erklärt. Zu der von ver.di organisierten Protestaktion gibt es einen kurzen  Film. Ab Minute 12 ist auch eine festangestellte DaFZ-Kollegin zu hören. Sie hat u.a. auf die große Diskrepanz zwischen den VHS-Lehrkräften und den Lehrer*innen im Schuldienst bezüglich des Stundenpensums und des Einkommens hingewiesen.

Die VHS wurde bestreikt, weil die Geschäftsführung der VHS REGION Lüneburg (BuK)  Tarifverhandlungen, zu denen sie bereits im Sommer 2020 von der Gewerkschaft ver.di aufgefordert worden war, ablehnt.

Die Forderungen der ver.di lassen sich ihrem unten befindlichen Flyer entnehmen.  "Wir fordern Abschluss eines Tarifvertrages, der mindestens dem Entgeltniveau des Tarifvertrages des öffentlichen Dienstes der Kommunen (TVöD-VKA) entspricht und  Angleichung der allgemeinen Arbeitsbedingungen an die des öffentlichen Dienstes der Kommunen (tarifvertragliche Anwendung der manteltarifvertraglichen Regelungen des TVöD-VKA in der jeweils gültigen, diesen ändernden und ergänzenden Fassungen) mit folgenden Kernpunkten: Jahressonderzahlung, Zuschläge, Urlaubsregelungen, Betriebliche Altersvorsorge."

(as)

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Aktionswoche der Leipziger Kolleg*innen

Die Kolleg*innen der Leipziger Gruppe "Lehrkräfte gegen Prekarität" berichten auf ihrer Facebook-Seite über ihre Aktionswoche: 

"Wir sind von Schule zu Schule, von Integrationskursträger zu Integrationskursträger gegangen und haben dort mit Kollegen und Kolleginnen gesprochen. (...)

Für die Woche ab dem 5. Oktober, der Anlass gebende internationale Tag des Lehrers und der Lehrerin, hatten wir uns vier Schulen vorgenommen, Inlingua, Zuhause, Berlitz und die Volkshochschule. (...)

Die ersten Erfahrungen mit der Aktionsform waren gut. Und waren nicht so gut. Letzteres, weil uns schnell deutlich geworden ist, wie mühselig es ist, tatsächlich an die Kolleginnen und Kollegen heranzukommen. Geduld und Spucke ist gefragt. Man wartet lange vor Türen oder Aufzügen, fragt alle Herauskommenden oder Hineingehenden, ob sie Lehrkräfte seien … Es liegt auf der Hand, dass es mit einem Einsatz nicht getan sein wird. Das ist ein Dauerprojekt. Und schon am Mittwoch, beim zweiten Einsatz, sind wir, Privateigentum!, Privateigentum!, vom Gelände des Trägers auf die Straße verwiesen worden.

Ausgesprochen positiv waren die Reaktionen bei all denen, mit denen wir ins Gespräch gekommen sind. Der Eindruck ist, es tut den Kolleginnen und Kollegen sichtlich gut, dass wir als Kollegen und Gewerkschafter*innen zu ihnen gekommen sind, um nachzufragen, wie es ihnen geht, um Unterstützung und Perspektiven anzubieten. Das ermutigt uns sehr, weiter zu machen. Wir brauchen dazu allerdings viel Hilfe von Leuten, die mitmachen, und freuen uns über alle, die uns dabei unterstützen möchten."

(as) 

Neuigkeiten aus der VHS–Flensburg

In der zweiten Augusthälfte sind die Integrationskurse auch an der VHS-Flensburg wieder angelaufen. 

Die Dozentin*innen fühlten sich durch die Leitung unter Druck gesetzt, indem gefordert wurde, nach dem Modell 5 zu unterrichten, d.h. mit nur einer Lehrkraft und die Teilnehmenden auf zwei Unterrichtsräume verteilt. Tatsächlich wurden einige wenige Module, die im März unterbrochen wurden, so zu Ende gebracht. Bei anderen Modulen blieben viele Teilnehmende weg, so dass letztendlich nach Modul 1 (mit einer Lehrkraft und einem Raum) unterrichtet wird.

 

Selbst Integrationskurse auf Niveau A1.1 hätten nach Modul 5 beginnen sollen, wogegen sich die Dozent*innen wehrten. Auch hier hat die geringe Zahl der Teilnehmenden dazu geführt, dass nun in einem Raum unterrichtet werden kann. 

 

Insgesamt empfanden die Kursleitenden der VHS–Flensburg die Situation, die Kurse nach Modell 5 wieder aufzunehmen, ohne dass ihre berechtigten Bedenken berücksichtigt wurden, als sehr unbefriedigend. Auch die Frage, was das für folgende Module bedeuten würde, blieb unbeantwortet. 

 

Für den Moment erübrigt sich deren gestellte Forderung (kein Modul 5) durch die geringen Zahlen der Teilnehmenden. Inzwischen laufen, wenn auch zögerlich, wieder die Einstufungstests.     
(lg)

Warum ich das Handtuch hinschmeiße. Bericht einer Kollegin

Das Sprecherteam des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte bedankt sich herzlich bei den Kolleg*innen für die bisher zugeschickten Berichte über ihre Erfahrungen mit dem 5. Modell. Wie geplant hat das Bündnis einige Berichte u.a. dem BAMF, BMI, BMAS und der Bewertungskommission für Integrationskurse zugeschickt und die Zuständigen u.a. dazu aufgefordert, das 5. Modell zu stoppen. Hier veröffentlichen wir den erschütterndsten Bericht.

 

"Erfahrungen mit Unterrichts-Modell 5 (BAMF):  Warum ich das Handtuch hinschmeiße und meine DaZ-Tätigkeit ab sofort beende

 

Ich unterrichte die BAMF-Integrationskurse mit Alphabetisierung seit Aug. 2015 durchgehend beim Kursträger, von dem ich gleich berichte. Als der Kursträger mir im August mitgeteilt hat, dass ich meinen Alpha-Kurs, der in wenigen Monaten die B1 Prüfung schreibt, nach dem neuen Modell 5 von BAMF unterrichten soll, hatte ich schon ein schlechtes Gefühl im Bauch gehabt, denn mir war sehr bewusst, dass der Standort, an dem ich unterrichte, technisch gesehen überhaupt nicht dafür ausgerichtet ist.  Mir war von vornherein klar, was das bedeuten würde:  mein Unterricht in 2 getrennten Räumen ohne technische Verbindung zwischen den beiden Räumen - und damit Lernenden – durchführen, hin- und her pendeln im bestimmten Rhythmus zwischen beiden Gruppen.  Ich habe den Mund gehalten, habe es 2 Tage lang versucht...und nach der erlebten Verzweiflung der Lernenden (Alpha-Kurs TN) habe ich mich schriftlich per e-mail an den Kursträger gemeldet.  In meiner e-mail habe ich den Mitarbeiterinnen kurz und knapp mitgeteilt, dass der Unterricht für ALLE Beteiligten rundherum OHNE technische Verbindung zwischen den Räumen absolut unzumutbar sei, dass die TN so in der Form nicht lernen können und ich als solches den Unterricht auch nicht so durchführen kann.  Das habe ich am Freitag, 21.08.2020 per e-mail geschrieben. 

 

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Vom Fortschritt des Digitalen. Wie aus dem 3. Modell das 5. wurde

Bild von Free-Photos auf Pixabay
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Das Sprecherteam des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte bedankt sich herzlich bei den Kolleg*innen für die bisher zugeschickte Berichte über ihre Erfahrungen mit dem 5. Modell und bittet andere Kolleg*innen um weitere Berichte. Das Bündnis möchte die Berichte bzw. eine Auswahl dem BAMF, BMI, BMAS, der Bewertungskommission für Integrationskurse, den für Integration zuständigen Politiker*innen, Gewerkschaften und Medien zuschicken. Natürlich werden die Berichte anonymisiert, sodass weder der Name der Lehrkraft und des Trägers noch die Stadt bekannt werden. 

Das Sprecherteam bittet die Kolleg*innen folgende Punkte in ihrem Bericht zu berücksichtigen: Niveau des Kurses, Mehraufwand für Vor- und Nachbereitung, Unterrichtsqualität und Lernerfolg, eventuelle Assistenz, Reaktion der TN, Folgen für die Gesundheit der Lehrkraft. Wichtig wäre es auch zu schreiben, ob man vom Träger einen Anteil an der Pandemiezulage für die Mehrarbeit bekommt sowie wie der Träger auf eventuelle Einwände der Lehrkräfte und eine eventuelle Bitte um ein höheres Honorar reagiert hat. Die Berichte können an sprecherteam@dafdaz-lehrkraefte.de geschickt werden.

Hier befindet sich in Form einer Glosse der Bericht einer Kollegin aus Süddeutschland:

 

Vom Fortschritt des Digitalen

 

Juhuu, der Digitalpakt ist von der Regierung 2018 bekundet und vom Bundesrat 2019 beschlossen, innerhalb des gleichen Jahres, in dem die Volkshochschule ihre 100-Jahr-Feier beging. Bildung für alle – mit digitalem Whiteboard, VR-Brille und schnellem WLAN!

 

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15 Jahre Integrationskurse: 15 Jahre prekäre Arbeit

Heute fand im Bundeskanzleramt der Festakt "15 Jahre Integrationskurse" statt. An dem Festakt nahm auch Dr. Claudia Liehr-Molwitz, eine der Sprecherinnen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte, teil. Sie konnte die Festgesellschaft über die  prekäre Arbeitssituation der DaF/DaZ-Lehrkräfte informieren sowie die Hauptforderungen des Bündnisses nennen.

Mit dem Jubiläum befasste sich heute ausführlich der Deutschlandfunk. In seiner Sendung "Campus und Karriere" (ab Min. 7:30) wurde über die schon am Dienstag stattgefundene Protestaktion der hannoverschen DaFZ-Lehrkräfte vor dem Niedersächsischen Landtag und über den Kursalltag einer Berliner Integrationskursleiterin berichtet.

 

Bereits am Montag hat das Bündnis folgende Pressemitteilung an die Medien und zur Kenntnisnahme an die für Integration zuständigen Politiker*innen (fast) aller Bundestagsfraktionen verschickt:

 

15 Jahre Integrationskurse: 15 Jahre prekäre Arbeit

 

Integrationskurse jähren sich zum 15. Mal. Aus diesem Anlass werden die Staatsministerin A. Widmann-Mauz und der Staatssekretär im BMI, Dr. Markus Kerber, würdigende Ansprachen halten und Ehrungen von herausragenden Kursteilnehmenden vornehmen. Informiert und diskutiert werden sollen der Stand und die Zukunft des Integrationssystems.

 

Auch das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte, eine bundesweite Vertretung von Lehrkräften für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache, ist eingeladen. Das Bündnis steht hinter den Integrationskursen, weist aber auf die großen Missstände im System hin und fordert Verbesserungen.

 

Clarissa Haziri-Hagner aus dem Sprecherteam des Bündnisses erläutert: „Die Lehrkräfte haben nicht viel zu feiern. Es sind aber vor allem sie, die eine erfolgreiche Integration ermöglichen, indem sie die gesellschaftlichen und kulturellen Werte vorleben, die Sprache Schritt für Schritt vermitteln und die Migrant*innen beratend begleiten. Dies geschieht für die Kursleitenden in den Integrationskursen unter prekären bis sittenwidrigen Bedingungen: Honorarstellen mit Honoraren unter dem Mindestlohn in der Weiterbildung, was nur ca. 1500 € netto pro Monat bedeutet, befristete feste Stellen mit bis 60 Stunden pro Woche, keine Honorarfortzahlung bei Krankheit, Vorenthaltung von Rechten (Urlaubsentgelt) usw."

 

Dr. Claudia Liehr-Molwitz aus dem Sprecherteam konkretisiert: „Wir fordern deshalb für Honorarkräfte wenigstens 60 Euro je Unterrichtseinheit und für Angestellte unbefristete Stellen mit Vergütung nach TVöD 12, langfristig 13. Gehalt und Honorar müssen entsprechend der Lohnentwicklung im öffentlichen Dienst dynamisiert und der Unterricht faktorisiert werden!“

 

Clarissa Haziri-Hagner fügt hinzu: „Träger müssen besser finanziert werden, damit sie in der Lage sind, ihre Lehrkräfte besser zu vergüten. Die Daueraufgabe Integration bedarf einer finanziellen wie wertachtenden Dauerstruktur!“ 

Medienberichte über die Protestaktion in Hannover

Der Deutschlandfunk berichtet  in seiner Sendung "Campus und Karriere" (ab Min. 7:30) ausführlich über die Protestaktion des Aktionsbündnisses DaF Hannover, die am Dienstag vor dem Niedersächsischen Landtag in Hannover stattfand. Auch h1, der lokale Sender aus Hannover, hat sich in seiner Nachrichtensendung "0511" (vom 16.09) mit der Aktion der hannoverschen Kolleg*innen befasst. In beiden Sendungen gelang es den interviewten Kolleginnen, die prekäre Lage in der DaFZ-Branche kurz und dennoch sehr überzeugend  zu skizzieren und einige Forderungen vorzustellen. In dem Bericht des Deutschlandfunks kommt auch Björn Thümler, der für die Erwachsenenbildung zuständige Minister für Wissenschaft und Kultur, zu Wort. An der Aktion vor dem Landtag beteiligten sich über 20 Kolleg*innen.

In der Presseeinladung der hannoverschen Gruppe des Aktionsbündnisses Hannover zur der Aktion stand u.a. geschrieben: "Entsprechend dem Motto „Unsere Taschen sind leer“ werden bei dieser Installation Lehrkräfte für Deutsch als Fremdsprache ihre im wahrsten Sinne des Wortes leeren Taschen vor dem Landtag präsentieren.

Kommende Woche findet im Bundeskanzleramt der Festakt „15 Jahre Integrationskurse“ statt. Doch leider haben die Lehrkräfte dieser Kurse nur wenig zu feiern. Die Corona-Krise hat ihre eh schon prekären Arbeitsbedingungen deutlich verschärft. Wer im Auftrag des Bundes Deutsch als Fremdsprache unterrichtet und damit das Fundament für eine gelungene Integration von Migrant*innen legt, wurde während des Lockdowns von der Politik im Stich gelassen. Die meisten Lehrkräfte hatten von heute auf morgen keine Einkünfte mehr und sind in Hartz 4 gerutscht. Das darf nicht sein, wenn man jahrelang im Auftrag des Bundes gesellschaftlich wertvolle Arbeitet geleistet hat.

Daher sieht das Aktionsbündnis DaF Hannover dringenden Handlungsbedarf vonseiten der Politik. Wir fordern eine Lebenshaltungskostenpauschale (wie es sie in anderen Bundesländern bereits gibt), damit auch DaF-Lehrkräfte von Soforthilfe profitieren, und endlich eine grundsätzliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen, um zukünftige Krisen überstehen zu können."

 (as)

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GEW zum Festakt der Bundesregierung „15 Jahre Integrationskurse"

Die GEW fordert in ihrer Pressemitteilung zum heute im Bundeskanzleramt veranstalteten Festakt „15 Jahre Integrationskurse“ die Bundesregierung dazu auf, gerechte Arbeitsverhältnisse in den von ihr verantworteten Kursen der Integration zu schaffen. „Die Trägerinnen und Träger müssen in die Lage versetzt und verpflichtet werden, feste tariflich geregelte Arbeitsverhältnisse für ihre Lehrkräfte zu schaffen“, sagt Ansgar Klinger, Vorstandsmitglied für Berufliche Bildung und Weiterbildung beim GEW-Hauptvorstand.

"Wer in einem Festakt auf den Stand und die Zukunft des Integrationskurssystems blicken wolle, komme nicht daran vorbei, auf die skandalösen Beschäftigungsverhältnisse im öffentlichen Auftrag zu achten. Nach wie vor würden Honorarverträge unterhalb des Mindestlohnniveaus in der Weiterbildung anstelle einer Festanstellung in der Daueraufgabe Integrationskurs vergeben. Das bedeute kein Urlaubsgeld, keine Absicherung im Krankheitsfall und dass die Beiträge zur Sozialversicherung zu 100 Prozent alleine getragen werden müssten: „Für die Lehrkräfte in den Kursen ist Altersarmut heute schon programmiert“, so Klinger.

„Eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe – die Integration von Zugewanderten – wird von Menschen gestemmt, die ihre eigene Integration ins deutsche Sozialsystem als ungenügend erleben, ein Skandal in öffentlichem Auftrag!“, kritisiert der GEW-Weiterbildungsexperte. Jetzt sei die Zeit, eine der Qualifikation und Verantwortung der Lehrkräfte entsprechende tariflich gesicherte Beschäftigung herzustellen, die GEW sei zu entsprechenden Verhandlungen gesprächs- und vorschlagsbereit."

(as)

"Modell 5" an der VHS-Friedrichshain-Kreuzberg zurückgezogen

Am 31.08.20 wurde an der Berliner VHS-Friedrichshain-Kreuzberg das Modell 5 in den Integrationskursen zurückgezogen: Dieses Modell sieht eine Lehrkraft in zwei Räumen vor.
Am 26.08.20 wurde in der BVV (Bezirksverordnetenversammlung)  Friedrichshain-Kreuzberg der Dringlichkeitsantrag „Respekt für die Dozent*innen an der VHS Friedrichshain-Kreuzberg – Durchführung von Deutschkursen als Bestandteil der Integration sichern!„ mit überwältigender Mehrheit angenommen. Die Initiator*innen (Linke und SPD) haben den Forderungskatalog der Dozent*innen-Vertretung, der am 19.8.20 im Bildungsausschuss der BVV vorgestellt wurde, fast vollständig übernommen. Auch die Grünen haben den Antrag unterstützt. Bis zur nächsten BVV-Sitzung am 23.09.20 muss das Bezirksamt bzw. die Bildungsstadträtin berichten, was bereits umgesetzt wurde und was nicht, und wenn nicht, begründen, warum nicht.

Über den Rückzug der "Verzichtserklärung" wurde hier berichtet.                                                                                                                                           

(lg)

Stuttgart: Termin des Bündnisses im Ministerium

Gestern führten Vertreterinnen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte im baden-württembergischen Ministerium für Soziales und Integration ein freundliches und gesonnenes Gespräch mit der Ministerialdirigentin der Abteilung 4, Integration, Frau Prof. Dr. Locher-Finke und dem Ministerialrat Herrn Lottermann. Dabei wurde das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte auf Landesebene durch die Sprecherinnen der lokalen Initiativen aus Ravensburg, Mannheim und Stuttgart vertreten.

Zum bevorstehenden Herbsttreffen der Integrationsminister*innen galt es, Impulse zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Honorarlehrkräfte mit auf den Weg zu geben.  Es wurde vom Bündnis nicht nur die Situation der Lehrkräfte unter den Pandemiebedingungen klar formuliert, sondern auch mit Beispielen aus der gelebten Praxis untermauert.

Unter dem Hinweis, dass das Bündnis in Niedersachsen schon seit Jahren in Kontakt mit dem zuständigen Ministerium steht und auch in NRW bereits ein einbringlicher Austausch mit dem dort für die Integration zuständigen Ministerium stattgefunden hatte, gaben die lokalen Vertreterinnen  bekannt, dass ein Sich-Einsetzen für die Lehrkräfte seitens des Landesministeriums sowohl auf Bundesebene, wie im Bundesrat als auch auf der Integrationsminister*innenkonferenz sehr erwünscht sei. Dabei wurde auf Hamburg hingewiesen, wo die die Koalitionspartner vor einigen Monaten vereinbart haben, sich "auf Bundesebene für eine Reform des Integrationskurssystems" einzusetzen, "die das Ziel hat, den Zugang zu Integrationskursen auszuweiten, die Lernbedingungen zu verbessern und für bessere Arbeitsbedingungen bei den Lehrkräften zu sorgen."

(chh)

Gespräch des Bündnisses mit dem DVV

Am 13. August fand eine Telefonkonferenz zwischen dem DVV (Deutscher Volkshochschul-Verband) und dem Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte statt. Der DVV wurde von Julia von Westerholt, der (neuen) Verbandsdirektorin und Gundula Frieling, der Ständigen Stellvertretenden Verbandsdirektorin, vertreten. Für das Bündnis sprachen Dr. Claudia Liehr-Molwitz (Hamburg) und Artur Sieg (Hannover).

In dem sehr freundlichen und offenen Gespräch berichteten die Bündnis-VertreterInnen über die prekäre Lage der Lehrkräfte und die Aktivitäten des Bündnisses sowie seine Forderungen an die Politik (z.B. Erhöhung und Dynamisierung der Trägerpauschale und des Mindesthonorars, Verhinderung von 40-UE-Verträgen bei Festanstellungen, Faktorisierung des Unterrichts bei Festanstellungen).

Man einigte sich schnell darauf, dass das Grundübel in der chronischen Unterfinanzierung der Erwachsenenbildung und ihrer Vernachlässigung durch die Politik besteht. 

Ein anderes wichtiges Thema war natürlich die Corona-Krise. Der DVV wies auf die äußerst schwierige und teilweise sogar existenzgefährdende Lage vieler VHS-en hin. Das Bündnis betonte, dass dies auch für sehr viele Lehrkräfte zutrifft. 

Das Bündnis sprach die neuen Rahmenbedingungen für die BAMF-Kurse an, stellte seine Stellungnahme zu diesem Thema vor und bat Frau Frieling, die für den DVV in der Bewertungskommission des BAMF sitzt, diese Rahmenbedingungen, vor allem die zu niedrige Pandemiezulage und das fünfte Unterrichtsmodell, in der Bewertungskommission kritisch zu thematisieren.

Es wurden noch andere Themen, z.B. Digitalisierung des Unterrichts und ZQ für die Berufssprachkurse, diskutiert. Am Ende der 75 Minuten dauernden Telekonferenz wurde vereinbart, dass man in Kontakt bleibt und sich austauscht.

(as)

Gute Nachrichten aus der VHS und der Musikschule in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg

Der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg verlangte seit Mitte Juli von den VHS-Kursleitenden und den Musikschullehrer*innen, dass sie unterschreiben, es werde grundsätzlich kein Honorar oder Ausfallhonorar fällig, „wenn die jeweils gültige SARS-COV-2-Eindämmungsverordnung den Präsenzunterricht (am Tag eines Kurses/Unterrichts) verbieten bzw. nicht zulassen“. Mit anderen Worten: Selbst wenn der Finanzsenator, wie vom 14. März bis 30. Juni geschehen, ermöglicht, dass die Dozent*innen Ausfallzahlungen erhalten können oder das BAMF Ausfallmittel durch SodEG (Sozialdienstleister-Einsatzgesetz) bereitstellt, hätten die Dozent*innen in Friedrichshain-Kreuzberg leer ausgehen. Eine solche Verzichtserklärung wurde nur von dieser Berliner VHS verlangt.
Die Verpflichtung, diesen  Verzicht zu unterschreiben, wurde am 10.08.20 von der Bildungsstadträtin und der Leiterin des Amtes für Weiterbildung und Kultur zurückgenommen. Der öffentliche Druck hat anscheinend was bewirkt.
(lg)

Arbeitsgericht Stuttgart: Harter Kampf ums Urlaubsentgelt

Die Stuttgarter Zeitung berichtet in ihrem Artikel "Fronten zwischen VHS und Lehrerinnen verhärtet" ausführlich über den Streit dreier Kolleginnen, die der GEW und dem Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte angehören, mit der VHS Stuttgart ums Urlaubsentgelt (das im Beitrag unkorrekterweise "Urlaubsgeld" genannt wird). 

Der Streit dauert schon lange. Heute wurde er erneut vor dem Arbeitsgericht ausgetragen. "Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unterstützt die Honorarkräfte. Magdalena Wille von der GEW sagt, bei 25 Wochenstunden habe man eine volle Stelle. Und das beinhalte die Zahlung von Urlaubsentgelt. „Der Ausgang dieses Rechtsstreits hat bundesweite Auswirkungen.“ In diesem Punkt scheint ihr auch der VHS-Anwalt zuzustimmen: „Das Verfahren wird bis zum Bundesarbeitsgericht gehen.“

Die VHS-Leitung streitet die wirtschaftliche Abhängigkeit der Deutsch-Dozentinnen von ihrer Arbeit an der VHS ab. Da die Kurse nicht nahtlos ineinander übergingen und es zwischen den Kursen Vertragspausen gebe, bestehe kein durchgängiges Beschäftigungsverhältnis der Frauen bei der Volkshochschule. Es gebe also keinen Anspruch auf Urlaubsentgelt, meint der Anwalt der VHS. „Das kann ich nicht ganz nachvollziehen“, sagt der Vorsitzende Richter Stefan Funk. Die Klägerinnen würden nahezu ihren kompletten Jahresverdienst durch die Arbeit bei der VHS erzielen. Damit seien diese Einkünfte existenzsichernd. „Da bleibt nicht viel an Fragen offen“, so der Richter. Es gehe wohl nur um die Höhe des Urlaubsgelds. „Zwei Juristen, zwei Meinungen“, so der VHS-Anwalt lapidar." Die Klägerinnen wiesen auch darauf hin, dass andere VHS-en, wie Hamburg und Heidelberg, Urlaubentgelt zahlen.

Da es zu keiner Einigung kam, wird es einen weiteren Termin vor dem Arbeitsgericht geben.

(as)

GEW: Bund und BAMF entziehen sich ihrer Verantwortung gegenüber den Lehrkräften

In den Trägerrundschreiben 09/2020 und 14/2020 gab das BAMF ein Maßnahmepaket bekannt, das für Integrations- und Berufssprachkurse die Flexibilisierung bei der Kursdurchführung sowie die Pandemie-Zulage in Höhe von 1.500 Euro je Kursabschnitt von 100 UE vorsieht.

Da die Infektionsschutz- und Hygienestandards infolge der Pandemie eingehalten werden müssen, entstehen den Trägern Mehraufwendungen, die eben durch jene Pandemie-Zulage gestützt und je Kursabschnitt beantragt werden sollen. Dabei ist auch dem BAMF nicht entgangen, dass den Lehrkräften didaktisch-methodische Mehrarbeit entsteht und diese vom Träger honoriert werden kann: mithilfe der Pandemie-Zulage.

Hier erfolgt der Einwand der GEW, dass "Bund und BAMF die Vergütung der Mehraufwände jedoch in das Ermessen der Träger" stellen. Daraus ist für Ansgar Klinger, dem GEW-Hauptvorstand im Organisationsbereich Berufliche Bildung und Weiterbildung, analog zu schließen: "Der Bund als Auftraggeber der Integrationskurse und das BAMF als organisierende Einrichtung entziehen sich wieder einmal ihrer Verantwortung gegenüber den Lehrkräften“. Deshalb sei es von Bedeutung, die Träger nicht nur mit einer auskömmlichen Finanzierung überhaupt in die Lage zu versetzen, die Lehrkräfte zu honorieren, sondern die Träger auch zu verpflichten, für ihre Lehrkräfte feste tariflich geregelte Arbeitsverhältnisse hervorzubringen.

(chh)

Arbeitslosenversicherung für Selbstständige?

Der MDR berichtet in seinem Beitrag "Volkshochschullehrer in Leipzig fordern Aufnahme in Arbeitslosen-Versicherung" über eine Aktion einiger Leipziger VHS-Kolleg*innen, die am Freitag  für eine Aufnahme in die Arbeitslosenversicherung demonstriert haben.

Vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen im Corona-Lockdown wollen die Lehrkräfte jetzt lieber monatlich in die Arbeitslosenversicherung einzahlen, um im Notfall abgesichert zu sein.

"Organisiert wurde die Demonstration von der Initiative "Lehrkräfte gegen Prekarität" mit Unterstützung der Gewerkschaft Ver.di. Mit Plakaten mit den Aufschriften "Wir wollen zahlen!" oder "Wir zahlen gerne für die Krise!" zog die kleine Gruppe Soloselbstständiger, die auf Honorarbasis beschäftigt ist, durch die Leipziger Innenstadt zur Agentur für Arbeit."

Das Bündnis hat sich bisher nicht mit dem Thema befasst. Es ist auch nicht klar, ob die Leipziger Gruppe eine Pflichtversicherung oder eine Erweiterung der bestehenden Regelung fordert. Soll sie für alle Soloselbstständigen gelten? Das Sprecherteam ist der Ansicht, dass ein so wichtiges und kontroverses Thema erst ausführlich unter den Lehrkräften bzw. im aus über 40 Gruppen bestehenden Bündnis diskutiert werden muss. Das kann schon am 7. November auf der in Hamburg stattfindenden Bundeskonferenz stattfinden.

Generell ist es schon jetzt möglich, dass Freiberufler*innen in die freiwillige Arbeitslosenversicherung aufgenommen werden. Einige Voraussetzungen können aber von vielen nicht erfüllt werden. Auf gruender.de oder selbststaendig.de befinden sich ausführliche Informationen zur freiwilligen Arbeitslosenversicherung und ihren Vor- und Nachteilen.

Vielleicht ist es jetzt für die Kolleg*innen, die einige Monate arbeitslos gemeldet waren und erst seit Kurzem wieder arbeiten, möglich, sich aufnehmen zu lassen, denn man könnte damit argumentieren, dass man erst jetzt selbstständig geworden ist. Ob das möglich ist, kann nur von der Arbeitsagentur beantwortet werden. 

(as)

VHS-Deutschdozentin verliert Prozess nach fristlosem Rauswurf

Vor dem Berliner Arbeitsgericht ist am 22. Juli 2020 die Klage einer freiberuflichen Deutschdozentin gegen die Volkshochschule Friedrichshain-Kreuzberg abgewiesen worden. Die Klägerin war im VHS-Jahresprogramm 2019 namentlich eingeplant und wollte nach einem fristlosen Rauswurf im Januar 2019 die ihr entgangenen Honorare von rund 18 000 € einfordern. Die klagende Kursleiterin wurde von ver.di Berlin-Brandenburg unterstützt. Sie war 27 Jahre als arbeitnehmerähnliche Deutschdozentin für Integration an der Berliner Volkshochschule Friedrichshain-Kreuzberg tätig. Nach einem Streitgespräch mit ihrem damals neuen Fachbereichsleiter über mangelnde Transparenz bei der Kursvergabe und Altersdiskriminierung hatte die damalige VHS-Direktorin der Dozentin per E-Mail jegliche weitere Zusammenarbeit aufgekündigt. Das Gericht entschied, dass weder die Nennung im Programmheft noch E-Mail-Absprachen einen wirksamen Vertrag darstellten.

 

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"Akademische Tagelöhnerei"

Deutschlandradio Kultur befasst sich in seinem Beitrag „Akademische Tagelöhnerei im öffentlichen Auftrag“ mit den Arbeitsbedingungen an den VHS-en.  Die Überschrift ist ein Zitat und stammt von der Vertretung der Berliner Volkshochschuldozent*innen.

Im Artikel kommen zwei DaFZ-Kollegen zu Wort. Joachim Lehmann weist auf die Bedeutung der Integrationskurse hin: „Diese Integrationsaufgabe, die könnte man heute auch als systemrelevant bezeichnen. Die wurde eben auch zu einem großen Teil von den Volkshochschulen geleistet.“

Dieter Hartmann von der Dozent*innen-Vertretung berichtet über die prekäre Lage:  „Es ist aufgrund der kurzen Arbeitsverträge – wir haben Honorarverträge in der Regel über vier Wochen – keinerlei Sicherheit darüber, wieviel ich im nächsten Monat arbeiten, obwohl ich mich im Programm zum Teil um bis zu einem Jahr vorher festlegen muss und auch keine andere Arbeit annehmen kann.“ Bei 25 Unterrichtsstunden pro Woche verdiene ein Kursleiter an der Volkshochschule etwa 1500 Euro netto im Monat. Aber nur, wenn man in einem BAMF-Kurs arbeitet, denn für die übrigen Kurse liegt der durchschnittliche Stundensatz nicht bei 35 €, sondern bei etwa 20 Euro.

Die Dozent*innen-Vertretung fordert höhere Honorare – nicht nur für Integrationskurse –, eine soziale Absicherung und eine tarifvertragliche Regelung. Das Berliner Abgeordnetenhaus forderte Anfang Juni den Senat auf, mit den Gewerkschaften über eine tarifvertragsähnliche  Rahmenvereinbarung zu verhandeln.

Im Beitrag kommt auch Juliane von Westerholt, die neue Direktorin des Deutschen Volkshochschul-Verbandes, zu Wort. Sie unterstützt im Prinzip die Ziele der Dozent*innen, betont aber auch, dass die VHS-Angebote für alle bezahlbar bleiben müssen. 

Bezüglich des Anspruchs der Dozentinnen und Dozenten auf normale Arbeitnehmerrechte meint sie: „Die Volkshochschule ist in ihrer Gründung auch eigentlich genau von dem Kompetenzgewinn ausgegangen, dass man die Menschen, die in ihrem Hauptberuf besondere Erfahrungen haben, engagieren kann, um ihre Kompetenz und ihre Problemnähe zu den Volkshochschulen vor Ort mit einzubringen und das sozusagen als nebenberufliche Tätigkeit zu machen.“
Kollege Hartmann weist darauf hin, dass die Zeiten sich geändert hätten. Heute sei der abendliche Kurs des Lateinlehrers an der Volkshochschule nicht mehr das typische Angebot: „Das mag nach dem Krieg, zu Beginn typisch gewesen sein für kleinere Volkshochschulen. Gibt es zum Teil immer noch, aber der wesentliche Stundenumfang, circa 70 Prozent der Stunden in Berlin, werden im Deutsch- und Integrationssprachkursbereich gemacht. Und es gibt über 800 Dozentinnen, die arbeitnehmerähnlich hier arbeiten.“

(as)

 

Berliner VHS-Deutschdozentin klagt nach fristlosem Rauswurf

Am Arbeitsgericht Berlin geht es am  22. Juli 2020 um eine Auseinandersetzung, die die prekäre freiberufliche Beschäftigung von Deutschdozent*innen an Berliner Volkshochschulen betrifft. Die Klage wird von ver.di Berlin-Brandenburg unterstützt. Die Deutschdozentin Inez S. (Name geändert) wurde Anfang 2019 nach 27-jähriger arbeitnehmerähnlicher Tätigkeit an der Volkshochschule Friedrichshain-Kreuzberg in Berlin von heute auf morgen per E-Mail rausgeworfen.  „Der Fall S. illustriert die Rechtlosigkeit von Honorarlehrkräften an den Berliner Volkshochschulen,“ sagt Beate Strenge, ver.di-Sprecherin in der VHS-Dozent*innenvertretung Berlin. „Das ist akademische Tagelöhnerei im öffentlichen Auftrag. Wir unterstützen unsere Kollegin, die eine Honorar-Erstattung und die Weiterbeschäftigung an der VHS verlangt“.

Über die Situation der Honorarlehrkräfte in der Pandemiekrise berichtet die taz am 21.7.2020. Im Deutschlandfunk-Radio wird am 22.7.20 um 14.35 in der Sendung "Campus und Karriere" über den Prozess berichtet.

(lg)

Wie hast du´s mit dem 5. Modell?

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte hat in seiner Stellungnahme die neuen Rahmenbedingungen für die BAMF-Kurse kritisiert. Auf die größte Ablehnung stößt das 5. Unterrichtsmodell: Präsenzunterricht mit einer Lehrkraft in zwei Kursräumen.

Das Bündnis empfiehlt allen  Kolleg*innen, sich nicht auf dieses Modell einzulassen oder, sollten sie sich dazu gezwungen fühlen, ein erheblich höheres Honorar zu verlangen.

Da wird von der Lehrkraft erwartet, dass sie zwei Gruppen in zwei Räumen betreut und sehr zeitaufwendige qualitative Mindeststandards einhält, ohne dass man ihr eine adäquate Zusatzvergütung in Aussicht stellt. Die Politik hätte nie gewagt, so etwas für die öffentlichen Schulen vorzuschlagen. Da wären die Lehrer*innen, Eltern, Gewerkschaften und Opposition auf die Barrikaden gegangen. Das passiert schon, und zu Recht, wenn die Lehrer eine Stunde mehr arbeiten sollen. Da sieht man zum wiederholten Male die Ungleichbehandlung der Erwachsenenbildung. Das BAMF selbst hatte ja noch im Mai einen Pendelunterricht ausgeschlossen.  Andere Argumente, z.B. Unvereinbarkeit mit dem Status als Freiberufler (Scheinselbstständigkeit), befinden sich   in der Stellungnahme des Bündnisses.

Was kann man also tun? Man könnte zusammen mit anderen Kolleg*innen einen Brief an seinen Träger schreiben und das 5. Modell anlehnen bzw. ein höheres Honorar verlangen, falls es wirklich nicht anders geht. Es gibt schon Träger, die z.B. 3 € oder 5 € mehr pro UE zahlen. Das Bündnis kann eine Vorlage für einen solchen Brief liefern. Man schreibe einfach an info@dafdaz-lehrkraefte.de Auch wenn der Brief nichts bringt, kann der Träger ihn in seinen Konferenzen mit dem BAMF thematisieren und darauf hinweisen, dass sich seine Lehrkräfte weigern, nach dem 5. Modell zu unterrichten. Wenn das viele Träger berichten, kann das BAMF es nicht ignorieren. Es geht auch darum. dass kein Präzedenzfall geschaffen wird, denn was wird als Nächstes passieren, wenn die Lehrkräfte das 5. Model schlucken?

Dann sollte man unbedingt die/den Integrationsbeauftragte/n seines Bundeslandes anschreiben und um ein persönliches Gespräch bitten. Da die neuen Rahmenbedingungen die Integration erschweren, sollten die Integrationsbeauftragten großes Interesse an dem Thema haben. Sie sollten gebeten werden, sich bei der Landesregierung dafür einzusetzen, auf die Integrationskurse Einfluss zu nehmen.  Das ist möglich über die Integrationsministerkonferenz und über den Bundesrat. Der Bundesrat hat sich schon mehrfach mit den Deutschkursen des Bundes beschäftigt. Das Bündnis kann ein Musterschreiben an die/den Integrationsbeauftragten zur Verfügung stellen. Sollte eine Gruppe des Bündnisses einen solchen Brief schreiben wollen, ist es wichtig, sich mit den anderen Gruppen seines Bundeslandes abzusprechen. Ein von vielen Gruppen unterzeichnetes Schreiben hat viel mehr Gewicht.

Es wäre noch denkbar, sich an das für die Integration zuständige Landesministerium wenden. Das ist in jedem Bundesland anders. In Niedersachsen ist das beispielsweise das Sozialministerium. Man kann jetzt auch endlich das tun, was das Bündnis schon seit Jahren empfiehlt: mit seiner/m Bundestagsabgeordneten sprechen, sie/ihn für unsere Probleme informieren und sensibilisieren sowie um Hilfe bitten. Seiner/ihrer Webseite lässt sich leicht entnehmen, wann die nächste Sprechstunde im Wahlkreis stattfindet.

Möglich wären natürlich auch Aktionen. In Leipzig, München, Köln und Mainz gab es schon welche, und es wurde über sie in den Medien berichtet. Wie wäre es mit der Beteiligung an der Foto-Aktion BAMF-FRUST der Leipziger Kolleg*innen?

Was kann noch getan werden? Man kann sich an die Medien wenden, vor allem an die lokalen. Es ist auch möglich, sich entsprechend auf der Facebook-Seite des BAMF zu äußern oder seine/n BAMF-ReKo anzuschreiben.

(as)

 

Stellungnahme zu den neuen Rahmenbedingungen für BAMF-Kurse

Bereits am 3. Juli hat das Sprecherteam des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte in einem Schreiben ans BAMF (und BMI sowie BMAS) Stellung zu den neuen Rahmenbedingungen des BAMF für die Integrations- und Berufssprachkurse genommen. Die Stellungnahme wurde einige Tage später an Integrationspolitiker*innen der CDU, FDP, Grünen und SPD, die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, den DVV, den FaDaF, die GEW und die meisten Mitglieder der Bewertungskommission des BAMF geschickt.

In der Stellungnahme steht u.a. folgendes geschrieben:

"mit großer Hoffnung haben die Lehrkräfte die neuen Rahmenbedingungen für Integrations- und Berufssprachkurse erwartet. Leider müssen wir feststellen, dass sie enttäuschend sind. (...)

Es ist auch aus unserer Sicht richtig, die Unterrichtsmodelle zu flexibilisieren. Leider hat das BAMF bzw. die Bundesregierung nicht für eine ausreichende Finanzierung einiger Modelle gesorgt.

Wir stimmen dem BAMF zu, dass das erste Modell (Präsenzunterricht in ausreichend großen Räumlichkeiten, Version Integrationskurse) die qualitativ beste Option ist. Wir verstehen aber nicht, warum das BAMF es den Trägern und Lehrkräften praktisch unmöglich macht, sich für diese Option zu entscheiden. Die Pandemie-Zulage in Höhe von 1500 € reicht nicht einmal aus, um bei einer Kursteilung eine zweite Lehrkraft für die im zweiten Raum zu unterrichtende Gruppe zu finanzieren. Allein für das Honorar wären mindestens 3500 € notwendig. Die Zulage ist auch zu niedrig, um einen neuen Kurs mit z.B. 10 TN zu finanzieren. Die meisten Räume bieten nicht mehr Menschen Platz, wenn der Abstand eingehalten werden muss. Da hätte, wie in den Alpha-Kursen auch, in allen anderen BAMF-Kursen die Mindestteilnehmendenzahl für die Garantievergütung auf 9-10 Personen gesenkt werden müssen.

Für eine Zumutung halten wir das fünfte Modell: Präsenzunterricht mit einer Lehrkraft in zwei Kursräumen. Da wird von der Lehrkraft erwartet, dass sie zwei Gruppen in zwei Räumen betreut und sehr zeitaufwendige qualitative Mindeststandards einhält, ohne dass man ihr eine Zusatzvergütung in Aussicht stellt. Das Bündnis empfiehlt den Kolleg*innen, sich nicht auf dieses Modell einzulassen oder, sollten sie sich dazu gezwungen fühlen, ein erheblich höheres Honorar zu verlangen.

(as)

 

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DaF/DaZ in der GEW-Presse: "Ohne Schutz"

Die GEW-Zeitschrift "E&W" befasst sich in ihrem Beitrag "Ohne Schutz" (Seite 30) mit der Lage der DaFZ-Lehrkräfte in der Corona-Krise. "In Zeiten von Pandemie, Abstandsregeln und digitalem Unterricht zeigt sich die lange bekannte prekäre Lage von Weiterbildnerinnen und Weiterbildnern besonders deutlich." 

Da die meisten Hilfen den Lehrkräften nichts oder wenig bringen, sind sie auf Hartz IV angewiesen. Ingo Langenbach von der Siegener Gruppe des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte hält es für politisch völlig verfehlt, Menschen wie ihn in die Grundsicherung  zu drängen: „Integration ist eine Daueraufgabe, Deutsch-Lehrkräfte gibt es nicht umsonst. Es muss sinnvolle Dauerlösungen und eine adäquate Entlohnung unserer Arbeit geben – anstatt der Gewissheit auf Altersarmut. Deshalb fordere ich, wie viele Kolleginnen und Kollegen, eine Gleichstellung mit Lehrkräften an öffentlichen Schulen.“

Laut Ansgar Klinger, im GEW-Hauptvorstand für Berufliche Bildung und Weiterbildung zuständig, zeigt sich aktuell „wie unter einem Brennglas“, was notwendig wäre: „Hauptberufliche Honorarkräfte, die Daueraufgaben erfüllen, sind unbefristet und qualifikationsadäquat anzustellen. Das gilt insbesondere, wenn es sich um Tätigkeiten im öffentlichen Auftrag handelt.“ 

Klinger übt scharfe Kritik am SodEG und an der Art und Weise, wie das BAMF den Präsenzunterricht wieder aufnimmt. Die GEW habe in einem Schreiben an das Bundesinnenministerium protestiert: „Wenn Gruppen geteilt werden, müssen auch die finanziellen Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass das stattfinden kann“

40 Euro pro Stunde

40 € pro Stunde! Nein, leider nicht für die Lehrer*innen im DaFZ-Bereich oder in der Erwachsenenbildung. Wie NEWS4TEACHERS berichtet, geht es um ein Nachhilfeprogramm des baden-württembergischen Kultusministeriums. Zehntausende Schüler sollen in den Sommerferien Wissenslücken schließen, die in der Corona-Pandemie entstanden sind. Es geht vor allem um Grundkompetenzen in den Fächern Deutsch und Mathe.

Die Nachhilfe soll vorzugsweise von den Lehrern, die die jeweiligen Schüler bereits kennen, erteilt werden. "Der Einsatz ist freiwillig. Das Ministerium lockt allerdings mit 40 Euro «Aufwandsentschädigung» pro Stunde – zusätzlich zum Gehalt. «Als kleines Honorar oben drauf», sagt eine Sprecherin."

Dieses Programm zeigt eindrucksvoll die prekäre Lage in der Erwachsenenbildung, der vierten und laut der Politik gleichberechtigten Säule des Bildungssystems, und vor allem die brutale Ungleichbehandlung im Bildungswesen. Während die Lehrer*innen in der Erwachsenbildung 20-35 € (in den Alpa-Kursen des BAMF 40) pro Stunde erhalten, bekommen die Lehrer*innen im Schuldienst zusätzlich zu ihrem Gehalt 40 € «Als kleines Honorar oben drauf".

Es geht hier nicht um Neid! Das Geld sei den Schullehrern gegönnt. Es geht um die eklatante Ungleichbehandlung und die Vernachlässigung  der Erwachsenenbildung. Wenn das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte oder die Gewerkschaften die Politik auf allen drei Ebenen um eine bessere Finanzierung der Erwachsenenbildung bitten, damit die Lehrkräfte wenigstens ein Durchschnittseinkommen erzielen, heißt es immer, dass es keinerlei Mittel im Haushalt gebe. Wenn aber etwas der Politik wichtig ist, dann finden sich sehr schnell Milliarden.

An der Unterfinanzierung der Erwachsenenbildung ist nicht das fehlende Geld schuld, sondern der fehlende politische Wille.  Auch die Naivität und Passivität vieler in der Erwachsenenbildung tätiger Kolleg*innen spielen dabei eine Rolle.

(as)

Neue Rahmenbedingungen für BAMF-Kurse

Das BAMF informiert in seinen Trägerrundschreiben für Integrationskurse 14/20 und für Berufsprachkurse 09/20   über neue Rahmenbedingungen für die Kurse ab 1. Juli.

Die Träger erhalten eine Pandemie-Zulage in Höhe von 1500 € pro Kursabschnitt (100 UE), um die mit der Einhaltung der Hygienauflagen verbundenen Mehrkosten decken zu können.

 

Um die Durchführung der Kurse zu erleichtern, hat das BAMF die Unterrichtsmodelle flexibilisiert:

Modell 1 (Präsenzunterricht in ausreichend großen Räumlichkeiten)

Modell 2 (Virtuelles Klassenzimmer)

Modell 3 (Präsenzunterricht mit Livestream-Übertragung in zweiten Kursraum)

Modell 4 (Präsenzunterricht mit zugeschaltetem virtuellen Klassenzimmer)

Modell 5 (Präsenzunterricht mit einer Lehrkraft in zwei Kursräumen)

 

Damit die Alphabetisierungskurse leichter stattfinden können, hat das BAMF die Mindestteilnehmendenzahl für die Garantievergütung auf 10 bzw. 8 Personen gesenkt.

 

In Anlage 3 (zu 14/20) informiert das BAMF über Regelungen zu Online-Tutorien, Fahrtkosten, Fehlzeiten, Test- und Meldestellen usw. Zu den Online-Tutorien veröffentlichte das BAMF inzwischen ein neues Trägerrundschreiben (15/20).

(as)

Hamburg: Scharfe Kritik an Senatsantworten auf eine Anfrage zu Deutschkursen

Kein Bedarf für die Verbesserung der prekären Arbeitsbedingungen? 

GEW und DaZ DaF Bündnis kritisieren in ihrer Pressemitteilung Senatsantworten auf eine Anfrage der CDU-Fraktion zur Weiterbildung

 

Am 19.6.20 beantwortete der Senat eine schriftliche kleine Anfrage der CDU Fraktion der Bürgerschaft zum Thema „Damit die Integration gelingt – Hat die prekäre Beschäftigung vieler DaZ/DaF-Lehrkräfte Auswirkungen auf das Angebot an Deutschsprachkursen?“ (Drucksache 22/520).

 

Die Antworten lassen befürchten, dass die schönen Worte des frischen SPD/GRÜNE Koalitionsvertrages nur Papier bleiben werden. Im Vertrag heißt es: „Die Koalitionspartner werden sich daher auf Bundesebene für eine Reform des Integrationskurssystems einsetzen, die das Ziel hat, den Zugang zu Integrationskursen auszuweiten, die Lernbedingungen zu verbessern und für bessere Arbeitsbedingungen bei den Lehrkräften zu sorgen“ (S. 117).

In Hamburg im eigenen Verantwortungsbereich sieht der Senat dagegen keinen Bedarf für Veränderungen der prekären Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte in der Weiterbildung.

 

So heißt es beispielsweise auf die Frage 22: „Plant der Senat für Daueraufgaben auch Dauerstellen zu schaffen? Plant der Senat für DaZ-Lehrkräfte, die hauptberuflich in dem wichtigen Bereich der Integration tätig sind, unbefristete Verträge nach TVöD sowie eine Faktorisierung des Unterrichts in Erwägung zu ziehen?“ lapidar „Nein“, obwohl der Senat selbst in seinen Antworten zugibt, dass allein bei der VHS 7,8% der DozentInnen mehr als 25 Unterrichtseinheiten pro Woche unterrichten und damit Daueraufgaben erfüllen. Nicht einmal Krankengeld oder Zuschüsse zur Sozialversicherung sollen für die Honorarkräfte mit Daueraufgaben gezahlt werden, wie es VHS in anderen Bundesländern längst tun (Frage 6 und 12). Für die Fragen zu allen anderen Trägern liegen dem Senat „keine Erkenntnisse vor“, obwohl die Stadt einen Großteil der Integrationskurse privaten Anbietern überlässt. Allein die Honorare der VHS, so die Absichtserklärung, sollen erhöht werden: „Die für Bildung zuständige Behörde wird in den Folgejahren die Praxis der kontinuierlichen Honoraranhebung im landesfinanzierten VHS-Angebot fortsetzen.“ (Frage 15).

 

 

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Klage auf Urlaubsentgelt erfolgreich!

Vor kurzem hat eine aus Norddeutschland stammende Kollegin dem Bündnis mitgeteilt, dass sie nach einem ca. 3 Monate dauernden Kampf das Urlaubsentgelt erstreiten konnte.

Als die Kollegin sich entschied, um das Urlaubsentgelt zu kämpfen, war sie nicht mehr für ihren Träger, eine private Bildungseinrichtung, tätig. Nachdem sich die Kollegin gründlich informiert hatte, z.B. mithilfe des vom Bündnis veröffentlichten Infoheftes Urlaubsentgelt, beantragte sie bei ihrem Träger das Urlaubsentgelt für 2017 und 2018. Der Antrag wurde erwartungsgemäß abgelehnt.

Nachdem die erste Rechtsberatung sehr enttäuschend verlaufen war, wandte sich die Kollegin an mediafon, die Beratung für Solo-Selbstständige von ver.di. Die Kollegin war und ist nämlich Mitglied bei ver.di.  Mediafon gab der Kollegin zahlreiche Tipps und vermittelte den Kontakt zu einem auf Arbeitsrecht spezialisierten Rechtsanwalt aus Bremen. 

Der Rechtsanwalt erhob Klage. Zum Prozess kam es nicht, weil man sich mithilfe des zuständigen Arbeitsgerichts einigen konnte. Es wurde nur über die Höhe des Urlaubsentgelts verhandelt. Im Nachhinein war die Kollegin darüber erstaunt, wie einfach und schnell alles gelaufen war. Sicherlich hat auch das Coronavirus dazu beigetragen, dass fast alles via Internet und am Telefon erledigt werden konnte.

(as)

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Weiterzahlung der Honorare: Jetzt auch an der VHS Düsseldorf

Das hat gedauert!

Auch für die Stadt Düsseldorf wäre es eine gute Gelegenheit gewesen, bereits zu Beginn des Lockdowns im März die derzeit allgegenwärtige Rede von „Solidarität“ in praktisches Handeln umzusetzen und für die Lehrkräfte der VHS eine Honorarfortzahlung zu beschließen. Einige Städte in NRW hatten schnell erkannt, dass sie die Dozentinnen und Dozenten ihrer Volkshochschulen nicht im Regen stehen lassen durften und beschlossen – mit kleineren Unterschieden – genau dies: die Weiterzahlung der Honorare auch für durch den Lockdown ausfallende Kurse. Köln war eine dieser Städte. Diejenigen Dozentinnen und Dozenten, deren Kurse auch zu einem späteren Zeitpunkt nicht nachgeholt werden können, erhielten ihre Honorare zu 60 bzw. 67 %, angelehnt an die Regelungen zum Kurzarbeitergeld.

Düsseldorf gehörte zunächst nicht dazu. Die GEW Düsseldorf forderte den Oberbürgermeister und den Rat der Stadt Düsseldorf mehrmals in Telefongesprächen sowie in mehreren Briefen zur Honorarfortzahlung auf, denn schnell war klar, dass aufgrund der weiterhin geltenden Hygiene- und Abstandsregeln zahlreiche Kurse nicht wiederaufgenommen bzw. nachgeholt werden konnten. Doch die Reaktion auf die Forderung war niederschmetternd:

Bekanntlich handele es sich bei den Honorarkräften der VHS um selbständig Tätige, die „als solche das unternehmerische Risiko tragen“. Wie schön, dass diese Tatsache mal wieder deutlich ausgesprochen wurde, und zwar vom Oberbürgermeister persönlich: Zwecks Kosteneinsparung werden Bildungsaufgaben an freiberuflich Tätige vergeben, feste Arbeitsverträge, von Tarifverträgen ganz zu schweigen, damit verweigert. Und man schien zu fürchten, damit nicht mehr durchzukommen: Honorarfortzahlungen könnten eine Klagewelle nach sich ziehen, so der OB in einer Telefonkonferenz mit Vertreterinnen der Gewerkschaften am 21.04.2020 und meinte damit Klagen auf Festanstellung.

(rj)

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Integration macht eine Pause

Am 16. Juni 2020 erschien in der Wochenzeitung „der Freitag“ ein sehr gut recherchierter Artikel mit dem Titel „Integration macht Pause“.

 

Aus drei Perspektiven aller Beteiligten in der sprachlichen Integrationsarbeit werden die Schwierigkeiten aufgezeigt, die auch, aber nicht nur, durch die Corona-Krise aufgetreten sind. Aus der Sicht einer somalischen Teilnehmerin, 2 VHS-Leitungen und einer Lehrkraft werden die Widrigkeiten, mit denen alle zu kämpfen haben, anschaulich auf den Punkt gebracht.

 

Lioba Geier, aktives Mitglied des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte, berichtet u. a. über Online-Unterricht in Zeiten der Krise. Ihre finanzielle Situation, die trotz der Unterstützung aus der Soforthilfe ab nächsten Monat wohl in der Grundversorgung münde, da sie immer noch nicht arbeiten könne, zeige einmal mehr die prekäre Arbeitssituation im DaFZ-Bereich bzw. in der Erwachsenenbildung.

(lg)

 

Siegen: Eine neue Gruppe im Bündnis

 Pressemitteilung: Aus der Not eine Tugend machen!

 Gründung der DaZ-Initiative Siegen-Wittgenstein

 

Im Zeichen der Corona-Pandemie ist in den letzten Monaten viel in Bewegung geraten. In vielen Berufsbranchen leider zum Negativen. So auch im Bereich der Integrationsarbeit, die scheinbar derzeit von der Politik aus den Augen verloren wurde. Seit dem 16. März kämpfen - im wahrsten Sinne des Wortes - viele Honorarlehrkräfte um ihre Existenz. Auch sie bekommen derzeit die Corona-Krise mit voller Wucht zu spüren. „Seit dem 16. März verdiene ich wie die meisten meiner Kolleg*innen € 0,00,-, weil unsere Kurse gestoppt worden sind. Lapidar höre ich dann immer: „Beantrage doch Hartz IV!“, aber für viele von uns kann das keine Lösung sein“, sagt Ingo Langenbach, Initiator der DaZ-Initiative in Siegen-Wittgenstein.

 

Aus der Not eine Tugend machen! So rief Herr Langenbach mit anderen ebenso engagierten Lehrkräften in unserem Kreis die „DaZ-Initiative Siegen-Wittgenstein“ ins Leben. Die Initiative versteht sich als Anlaufstelle für DaF/DaZ-Lehrkräfte, die aktiv mitarbeiten und Informationen erhalten wollen. „Wir suchen den Kontakt zu den Kolleg*innen in unserem Kreisgebiet und wollen uns vernetzen und über aktuelle Entwicklungen in unserem Beruf informieren. Wir verstehen uns als Interessenvertretung für unsere Berufsgruppe vor Ort. Mit Aktionen und Veranstaltungen wollen wir in Zukunft auf uns und unsere berufliche Situation aufmerksam machen“, erklärt Langenbach.

 

Für die Zukunft sind Vernetzungstreffen im virtuellen Raum und ganz persönlich geplant. Einen regelmäßig erscheinenden Newsletter gibt es bereits. Hierüber informiert die Initiative über Entwicklungen auf politischer und gewerkschaftlicher Seite und über die Arbeit des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte (www.dafdaz-lehrkraefte.de) bundesweit, dem auch die DaZ-Initiative Siegen-Wittgenstein angehört. „Wir freuen uns über jeden, der sich für und mit uns für bessere Arbeitsbedingungen und Angestelltenverhältnisse in unserer Berufsbranche einsetzen möchte. Interessierte können sich gerne per E-Mail an daz.si-wi@gmx.de melden. Jeder ist herzlich willkommen, der sich engagieren will“, so Ingo Langenbach.

 

Schon Jahre vor der Corona-Pandemie waren die Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte in Integrationskursen schwierig und von Befristungen und unsicheren Arbeitsverhältnissen geprägt. Aber seit dem 16. März 2020 ist die Misere wie durch ein Brennglas offen zu Tage getreten. „Wir wollen uns und unsere Anliegen ins Gespräch bringen. In der Regel werden wir mit Honorarverträgen abgespeist, die meistens befristet sind. Sozialversicherungs- und Krankenkassenbeiträge müssen wir trotz geringer Honorare zu 100% selbst zahlen und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gibt’s für uns auch nicht. Altersarmut ist damit unausweichlich. Wir Lehrkräfte müssen verstehen, dass wir alle im selben Boot sitzen. Wir müssen anfangen, uns zu organisieren, zusammen zu arbeiten und uns gegenseitig zu unterstützen, um auch nach der Corona-Pandemie für bessere Arbeitsverhältnisse in unserer Branche zu streiten“, schließt Langenbach.

Protestaktion der DaFZ-Lehrkräfte in Mainz

Am vorletzten Mittwoch (3.6.2020) haben DaF/DaZ-DozentInnen in Mainz vor dem Theater mit einer Papiertüten-Aktion auf ihre Situation aufmerksam gemacht, genauer gesagt auf die generellen schlechten Arbeitsbedingungen als freie Honorarkräfte und auf die Zuspitzung ihrer Lage, seitdem - bedingt durch die Corona-Pandemie - keine Kurse mehr stattfinden können.

Angeregt durch die Aktion der Initiative „Lehrkräfte gegen Prekarität“ aus Leipzig im April, fanden sich einige KollegInnen der VHS Mainz zusammen, die teilweise auch der Mainzer Gruppe des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte angehören, um eine ähnliche Aktion zu organisieren. Wie bei den KollegInnen aus Leipzig wurden jede Menge Papiertüten beschriftet oder mit Sprüchen beklebt wie etwa „Fair statt prekär“, „Das Leben wäre schöner, wärn wir nicht Tagelöhner“, „Rettungsnetze große Maschen, falln wir durch, nix inden Taschen“, „Bildungsvermittlung prekär, das geht gar nicht mehr“. Die Tüten wurden dann großflächig auf dem Theaterplatz aufgestellt. Zur einstündigen Aktion erschien dann ca. die Hälfte der Mainzer DaF/ DaZ-DozentInnen, viele ganz in Schwarz oder mit schwarzem Oberteil und einem aufgeklebten 'Namensschild', auf dem „Stundenlöhnerin“ bzw. „Stundenlöhner“ stand.

Nach den Auflagen des Ordnungsamtes war die Zahl der TeilnehmerInnen auf 30 begrenzt. Auf einigen großen Plakaten wurden zusätzlich Informationen zu uns, unserer Arbeit, unserer finanziellen Situation und unseren Forderungen präsentiert. Mitten in der Woche und zu Corona-Zeiten war der Publikumsverkehr überschaubar, doch die Aktion stieß beiden Vorbeigehenden meist auf Neugier und Interesse.

Außerdem hatten wir Besuch von der Mainzer Zeitung, die dann über uns einen kurzen Bericht veröffentlichte, und dem Fernsehen. Schon am Abend gab es einen kurzen Beitrag über uns im SWR (bei Minute 14:35). Und einen Tag vorher hatte einer unserer Kollegen ein Interview beim Radiosender SWR4 gegeben. In der Radiosendung kam auch Christian Rausch, der Direktor der VHS Mainz zu Wort. Er wünsche sich eine bessere Förderung der Integrationskurse durch das BAMF, damit den Lehrkräften bessere Honorare bezahlt werden könnten. "Unser Ziel muss eigentlich sein, (…) dass die Lehrer so bezahlt werden wie an staatlichen Schulen. (…) Sie leisten das Gleiche, aber bekommen weniger Geld". 

Alles in allem also eine gelungene Aktion, mit der wir alle zufrieden waren. Die Tüten und Plakate haben wir sorgfältig verstaut und stellen sie gerne anderen KollegInnen für weitere Aktionen zur Verfügung, getreu dem Motto „Steter Tropfen höhlt den Stein“.

(ar) 

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Weiterleitung von SodEG-Zuschüssen an Honorarlehrkräfte

Das BAMF hat die FAQ zum Gesetz für den erleichterten Zugang zu sozialer Sicherung und zum Einsatz und zur Absicherung sozialer Dienstleister (SodEG) aktualisiert. Neu und für die Lehrkräfte besonders interessant ist die Aufnahme von Fragen bezüglich der anteiligen Weiterleitung von Zuschüssen an Honorarlehrkräfte aufgenommen. Die detaillierten Infos und Beispiele hierzu befinden sich ab Frage 13 auf Seite 10. Der Antwort auf Frage 14 lässt sich entnehmen, wieviel genau an die Honorarkräfte weitergeleitet werden muss.

(as)

Integrationskurse: GEW schreibt an Horst Seehofer

Bezüglich der Wiederaufnahme der Integrations- und Berufssprachkurse fordert die GEW in einem Brief an Bundesinnenminister Horst Seehofer, ausreichend Mittel bereitzustellen, um Präsenzunterricht unter Einhaltung der Abstands- und Hygienevorgaben durchführen zu können, heißt es in einer GEW-Mitteilung.

Das BAMF hat es genehmigt, die Kurse in zwei oder mehrere Gruppen zu teilen. "Da jedoch die Abrechnung der durchgeführten Kurse auf der Grundlage der aktuell geltenden Abrechnungsrichtlinien erfolgt, wird der durch die Teilung der Gruppen erforderliche Mehrunterricht den Trägern nicht vergütet“, kritisierte der Leiter des Organisationsbereichs Berufliche Bildung und Weiterbildung der GEW, Ansgar Klinger. „Es müssen jetzt ausreichende Mittel bereitgestellt werden, um Präsenzunterricht unter Einhaltung der Abstands- und Hygienevorgaben durchführen zu können.“

Marlis Tepe, die Chefin der GEW, und Klinger wiesen in ihrem Brief auch darauf hin, dass die vorliegenden Finanzierungsregelungen dazu führen könnten, dass die Träger lediglich Kurse mit wenigen Teilnehmenden starteten und größere Kurse infolge der fehlenden Finanzierung weiterhin aussetzten. Damit würde für einen mehrmonatigen Zeitraum die wichtige Integrationsarbeit unterbrochen.

Die GEW betont in ihrem Brief,  dass die ohnehin prekäre Lage der Lehrkräfte durch die Corona-Pandemie verstärkt werde. Viele seien gezwungen, Arbeitslosengeld II zu beantragen oder aufzustocken. Die Corona-Krise lasse die Probleme der Integrationskursverordnung und der daraus resultierenden Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte wie unter einem Brennglas erkennen. Daher sei jetzt der richtige Zeitpunkt, gerechte Beschäftigungsverhältnisse in den Kursen zu schaffen. Laut Klinger müssen die Träger in die Lage versetzt und verpflichtet werden, feste tariflich geregelte Arbeitsverhältnisse für ihre Lehrkräfte zu schaffen. Die GEW sei dazu gesprächs- und verhandlungsbereit.

(as)

Hamburg will sich für bessere Arbeitsbedingungen in den I-Kursen einsetzen

Bild: Thomas Ulrich, Pixabay
Bild: Thomas Ulrich, Pixabay

In dem vor Kurzem veröffentlichten Hamburger Koalitionsvertrag (SPD und Grüne) befindet sich auf Seiten 119-120 eine Stelle, die für Lehrkräfte in BAMF-Kursen sehr interessant sein dürfte:

„Die Koalitionspartner werden sich daher auf Bundesebene für eine Reform des Integrationskurssystems einsetzen, die das Ziel hat, den Zugang zu Integrationskursen auszuweiten, die Lernbedingungen zu verbessern und für bessere Arbeitsbedingungen bei den Lehrkräften zu sorgen. Zudem sollten hierbei die Erfahrungen aus der Corona-Zeitberücksichtigt werden – z.B. durch die zunehmende Bereitstellung von Online-Angeboten oder zusätzlichen Tutorien.“

Diese Stelle hängt sicherlich mehr oder weniger mit dem von der Hamburger GEW mit Hilfe des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte veranstalteten Tribunal Weiterbildung zusammen, bei dem einige Politiker*innen versprachen, sich für die Lehrkräfte einzusetzen. Es gab danach auch eine diesbezügliche Anfrage der CDU an den Senat.

Die in der GEW und dem Bündnis engagierten Hamburger Kolleg*innen können sich also über einen Erfolg freuen. Natürlich ist es nur ein erster Schritt, aber auch in Berlin hat es vor einigen Jahren mit einigen Sätzen im Koalitionsvertrag angefangen. 

Es wäre wichtig, dass auch andere Bundesländer dem Hamburger Beispiel folgen. Das kann nur dann gelingen, wenn sich Kolleg*innen dafür einsetzen und in der GEW und dem Bündnis mitmachen. In einigen Ländern führten schon die Gruppen des Bündnisses entsprechende Beispiele. Der Hamburger Koalitionsvertrag ist eine große Hilfe. Die Bundesländer können über den Bundesrat und über die Innenministerkonferenz auf BAMF-Kurse Einfluss nehmen.

(as)

Bessere soziale Absicherung für die Berliner VHS-Dozent*innen und Musikschullehrer*innen

Für die VHS-Dozent*innen stellt der Beschluss des Berliner Abgeordnetenhauses (AH) vom  4.6.2020 einen Erfolg dar. Auf seiner 60. Plenarsitzung hat das Berliner AH den Antrag "Mehr soziale Sicherheit für Volkshochschul-Dozent*innen" angenommen, den die Koalitionsparteien eingebracht hatten. Damit fordert das Parlament den Senat auf, mit den Gewerkschaften und der Berliner Vertretung der VHS-Dozent*innen Verhandlungen zu einer Rahmenvereinbarung aufzunehmen. Damit wird es über die Arbeitsbedingungen, d.h. Honorare und soziale Absicherung, verhandelt. Bis jetzt werden sie über die Verordnungen, ein einseitiges Instrument, geregelt. Im Land Bremen ist eine Rahmenvereinbarung 2019 in Kraft getreten.

Die jetzt bewilligte Version des Antrags wurde im Vergleich zur Fassung der ersten parlamentarischen Lesung geändert: „gemäß Beschlussempfehlung des Hauptausschusses“. Damit wurde die Weiterzahlung der Honorare für laufende und geplante Kurse bis zur Eröffnung der VHS verlängert. Auf der Webseite des rbb gibt es  in der Rubrik "Soziale Sicherheit für VHS-DozentInnen" ein Video mit den Debatten in der Sitzung des AH vom 4.6.2020.

Die Berliner Vertretung der VHS-Dozent*innen und ver.di erwarten vom Senat, dass er noch vor der Sommerpause Sondierungsgespräche führt, damit schnellstmöglich mit der Ausformulierung der Rahmenvereinbarung begonnen werden kann.

(lg)

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Brandbrief eines Kollegen

Ingo Langenbach, ein Kollege aus Siegen, hat vor drei Wochen einen Brandbrief geschrieben, der an Medien, Gewerkschaften und vor allem Politiker*innen und das BAMF geschickt wurde. Der Kollege gehört der Bündnisgruppe Siegen-Wittgenstein an.

Langenbach beginnt mit dem Hinweis darauf, dass in unserer Branche  Tausende Lehrkräfte vor dem finanziellen und beruflichen Aus stünden. Die Lage sei generell miserabel und prekär. "Wir haben keine Planungssicherheit und arbeiten in ständiger Ungewissheit, ob unsere Träger weiter Kurse vom BAMF finanziert bekommen. Wir arbeiten mit dem Damokles-Schwert im Nacken und sehen einer unter den derzeit gegebenen Bedingungen unausweichlichen Altersarmut ins Gesicht. (…) In Deutschland gibt es rund 2.200 Träger für Integrations- und Berufssprachkurse. Derzeit arbeiten mehr als 15.000 Lehrkräfte in den Sprachkursen des Bundesamtes. Von Seiten der Bundesregierung wird immer wieder betont, wie wichtig unsere Arbeit doch sei. Aber ähnlich wie beim Pflegepersonal und den Ärzten in Krankenhäusern oder den Einzelhandelskaufleuten hilft auch unserer Branche kein Dankeschön!“. Integration ist eine Daueraufgabe für ein Einwanderungsland wie Deutschland und hier muss es sinnvolle und faire Dauerlösungen geben anstatt der Gewissheit auf Altersarmut."

Dann geht der Kollege auf die Corona-Krise und Soforthilfe ein. "Das Geld soll für drei Monate reichen, darf aber größtenteils nur für Betriebskosten genutzt werden, die wir als Solo-Selbstständige natürlich nur in geringem Maße haben. Jetzt haben wir Ende Mai 2020. Ich lebte schon vor dem Shutdown sehr sparsam. Der Gürtel war schon vor dem Shutdown zu eng geschnürt, Rücklagen konnten kaum angespart werden. Aber je länger dieser Zustand für uns anhält, je länger wir nicht arbeiten können, desto enger wird der Gürtel und die Luft knapper. Letzte Ausfahrt: Antrag auf ergänzende Hartz IV-Leistungen nach dem Sozialschutz-Paket -  Existenzsicherung á la Hartz IV“. (…)

(as)

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Demo in Köln

Am Freitag vor Pfingsten demonstrierten ca. 120 Lehrkräfte und Mitarbeiter der VHS Köln für die Öffnung aller Kursräume des VHS-Studienhauses. Hintergrund der Kundgebung war die Entscheidung der Stadtspitze, 34 von 44 Kursräumen im Studienhaus dem städtischen Gesundheitsamt für seine Dienste zur Verfolgung von Infektionsketten zu überlassen. Der Unterricht, der in NRW seit dem 4.Mai wieder erlaubt ist, kann daher nur in sehr begrenztem Umfang wieder aufgenommen werden.

In der Eröffnungsrede eines Sprechers des Dozierendenrates hieß es: „Das städtische Gesundheitsamt hat bei der Bewältigung dieser Pandemie eine außerordentliche Bedeutung. Das wollen wir nicht in Frage stellen. Aber wie kann man in der Stadtspitze auf die Idee kommen, dass ein großer Teil des kommunalen Bildungsangebots kurzerhand auf die Straße zu setzen ist? Fest steht, kommunale Weiterbildung ist eine gesetzliche Pflichtaufgabe und kann nicht einfach so zur Disposition gestellt werden.

Im Studienhaus findet ein großer Teil der Integrationskurse statt. Die Teilnehmer in diesen Kursen werden zurzeit in 20 Online-Tutorien betreut. Viele von ihnen wollen unbedingt wieder in den Präsenzunterricht wechseln. Für einen Teil der Lernenden ist der Distanzunterricht geeignet. Aber besonders für die Geflüchteten unter den Kursteilnehmern ist die Rückkehr in einen geregelten Unterrichtsbetrieb außerhalb der prekären Wohnsituation wichtig.

Die meisten DaF-Lehrkräfte im Studienhaus leben von der Unterrichtstätigkeit. Das fehlende Raumangebot macht es ihnen unmöglich, unter Bedingungen des Gesundheitsschutzes ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Geben Sie diesen Lehrkräften wieder eine Perspektive und öffnen Sie das gesamte Haus wieder für den Unterricht! (…) Gewähren Sie endlich die von uns schon seit Jahren geforderte Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Niemand kann ein Interesse daran haben, dass sich das Virus weiter ausbreitet, weil Lehrkräfte aus Existenzangst krank in den Unterricht gehen.“

An die Rede des Kollegen schlossen sich weitere Wortbeiträge von Lehrkräften an, die ihre Situation darstellten, die chronische Unterfinanzierung der kommunalen Bildung beklagten sowie die Politik des BAMF kritisierten, das Konzept für die Fortsetzung der Integrationskurse auf die lange Bank zu schieben. Die RednerInnen mahnten bei der Stadt ein entschlosseneres Vorgehen an, Ersatzräume zur Verfügung zu stellen, alle arbeitnehmerähnlichen Lehrkräfte in Ausfallregelungen einzubeziehen und dafür zu sorgen, dass die VHS Köln nicht schwer beschädigt aus der Corona-Krise hervorgeht.

(km)

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BAMF: Keine Honorarreduzierung und kein Pendelunterricht

In Zusammenhang mit dem Trägerrundschreiben, in dem die Kursteilung genehmigt wurde, hat sich das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte am 19. Mai ans BAMF, BMI und BMAS gewandt und einige Fragen gestellt.

Das Sprecherteam begrüßte die Kursteilung, um die es selbst in einem frühen Schreiben gebeten hatte, und fragte, wer die sich aus der Teilung der Kurse ergebende Verdoppelung der Unterrichtseinheiten bezahle. Das Bündnis wies darauf hin, dass die Gruppenteilung entweder zu Lasten der Träger oder zu Lasten der Lehrkräfte gehen müsste, weil die Abrechnungsrichtlinien bis zum 30. Juni unverändert blieben.

Das Bündnis sprach sich dagegen aus,  dass eventuell beide Gruppen in zwei Räumen von derselben Lehrkraft unterrichtet würden. Das wäre in methodisch-didaktischer Hinsicht sehr schwer, würde für die Lehrkraft mehr Arbeit bedeuten, die vergütet werden müsste, und würde sich höchstwahrscheinlich auf den Lernerfolg besonders negativ auswirken.

Am 26. Mai hat das BAMF geantwortet. In seinem Schreiben steht u.a. geschrieben: "Es gelten bis zum 30.06.2020 ausschließlich die bisherigen Rahmenbedingungen zur Durchführung der Kurse. Sofern Kursgruppen auf Teilgruppen aufgeteilt werden, muss z.B. jede Teilgruppe durch eine eigene Lehrkraft unterrichtet werden; ein „geteilter“ Unterricht mit einer Gruppe in Stillarbeit ist nicht vorgesehen. Eine Vergütung der Mehraufwände durch eine Teilung, z.B. für zusätzliche Lehrkräfte, ist derzeit nicht möglich. Das Mindesthonorar für Lehrkräfte muss selbstverständlich unverändert eingehalten werden. Es obliegt dem Kursträger zu entscheiden, ob unter diesen Bedingungen die Aufnahme eines Präsenzkurses rechtlich zulässig, wirtschaftlich möglich und praktikabel durchführbar ist."

Das BAMF hat auch die Frage des Bündnisses nach der Überprüfung der Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln beantwortet. Die Bundesregierung und die Länder hätten sich darauf verständigt, dass allein die Länder für diese Regeln zuständig seien. "Verletzt ein Träger die örtlich geltenden Regeln, so riskiert er eine Sanktionierung durch das zuständige Gesundheitsamt. Da die Regelungen meist bußgeld- oder strafbewehrt sind, würde ein Verstoß gleichzeitig auch eine Verletzung

der Zulassungsvoraussetzungen darstellen, die das Bundesamt durch Abmahnung und/oder Entzug der Zulassung ahnden könnte."

Dank des Antwortschreibens des BAMF ans Bündnis und auch durch Erläuterungen das BAMF zu den FAQ vom 25. Mai sind nun die Lehrkräfte gut informiert und können auf merkwürdige Vorschläge mancher Träger entsprechend reagieren und auf die geltenden Bestimmungen hinweisen. Einige Träger haben nämlich schon Honorarreduzierung, Pendelunterricht (eine Lehrkraft unterrichtet gleichzeitig zwei Gruppen in zwei Räumen) und noch abenteuerlichere Maßnahmen vorgeschlagen. Sollte die Leitung an das Verständnis der Lehrkräfte für Einschnitte in diesen besonderen Zeiten und an die Solidarität appellieren, könnte man sie fragen, auf welchen Teil ihres Gehalts die Leitung und Verwaltung verzichten, um den Träger zu retten. Man könnte auch fragen, warum denn die SoDEG-Zuschüsse nicht beantragt wurden, die sowohl dem Träger als auch den Lehrkräften eine bessere finanzielle Situation garantieren. Wobei man beim SoDEG zugeben muss, dass das BAMF es den Trägern nicht leicht gemacht hat. 

(as) 

München: Demo "Aktion Soforthilfe"

Bild: Thomas Hümmler, https://huemmler.de
Bild: Thomas Hümmler, https://huemmler.de

Am Samstag (16.05.) veranstalteten Deutschdozent*innen eine kleine Demo in München, an der sich ca. 60 Kolleg*innen beteiligten.

Im Flyer hieß es: "Wir sind eine Gruppe von Deutschlehrern (DaF-Dozenten)in München und protestieren gegen die Art, wie wir in der Corona-Krise behandelt werden. (…)

Unter großer Medienaufmerksamkeit hat der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder angekündigt, kleinen Unternehmern und Solo-Selbstständigen in der Corona-Krise „schnell und unbürokratisch“ zu helfen. (…) Als dann die Unternehmer und Solo-Selbstständigen kamen und tatsächlich Unterstützung beantragten, hat sich die Landesregierung und später auch der Bund das anders überlegt. (…)

Wir dürfen jetzt seit dem 16.3.2020 unserer Arbeit nicht nachgehen, die wesentlich für die Integration der MigrantInnen in unserer Gesellschaft ist. Sollen wir von unseren Ersparnissen leben und unserer Gehälter entbehren? Wie lange noch? Wir glauben nicht, dass das die Anerkennung ist, die unsere Arbeit verdient.

Wir fordern daher, dass man die Honorare in Form von mindestens 75 % unseres durchschnittlichen Einkommens an uns weiterzahlt und für die Monate des Ausfalls erstattet. Der Ausgleich unseres Einkommensausfalls sollte verpflichtend sein und nicht unseren Auftraggebern als freie Option empfohlen werden, wie es das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge tut! Die Zeit vergeht und wir stehen mit leeren Händen da. Wir sind kein Spielball für Politiker-Willkür!"

(as)

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GEW und Bündnis DaF/DaZ stellen Forderungen zum Start der Kurse auf

Die Hamburger GEW fordert zusammen mit dem Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte in einem Beitrag, endlich gerechte Arbeitsverhältnisse in der Erwachsenenbildung zu schaffen. 

Detlef Zunker, Sprecher der Fachgruppe Erwachsenbildung der GEW Hamburg, erklärt: "Etwa 70 % der Lehrenden in diesem Bereich arbeiten auf Honorarbasis. Bei einer Erkrankung haben sie keinerlei Absicherung oder Lohnfortzahlung. Das ist schon zu normalen Zeiten ein Skandal. Bei einer Corona-Erkrankung droht ihnen der berufliche Ruin. Dieses Risiko können die Lehrkräfte unmöglich alleine tragen. (…) Die Träger müssen jetzt feste tariflich geregelte Arbeitsverhältnisse für ihre Lehrkräfte schaffen! (…) Bis dahin muss gesichert werden, dass auch die Honorarkräfte eine hälftige Beteiligung an der Krankenversicherung erhalten sowie eine Weiterzahlung der Bezüge, analog der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall."

Dirk Mescher, Geschäftsführer der GEW Hamburg, fügt hinzu: "Da wegen der vielfach beengten Raumsituationen volle Kurse nicht abstandsgerecht durchzuführen sind, fordern wir von den staatlichen Finanzierern wie BAMF und Bundesagentur von Kursen die Verdopplung der Teilnehmer*innenzuschüsse. Nur so wird gesichert, dass Kurse unter Corona-Regeln stattfinden können und von den Trägern auch Unterricht in kleinen Gruppen wirtschaftlich durchführbar ist.“

Hierzu erläutert Dr. Claudia Liehr-Molwitz aus dem Sprecherteam des bundesweiten Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte: „Entgegen der Ankündigung der Bundesregierung prüft das Jobcenter minutiös, was freiberufliche Lehrkräfte auf dem Konto haben. Es dauert bis zu einem Monat, bis ALG II bewilligt wird. Einerseits wollen wir schnell wieder unterrichten, andererseits haben wir Angst vor Ansteckung, da viele Träger nur über kleine, enge Räume verfügen. Wovon sollen wir denn leben, wenn wir krank sind oder einfach wegen Husten oder Fieber von unseren Auftraggebern nach Hause geschickt werden? Deshalb unterstützen wir die Initiative der GEW Hamburg nach gerechten Tarifverträgen und einer Absicherung des Gesundheitsrisikos in der Coronazeit auch für die Honorarbeschäftigten.“

(as)

Soforthilfe: Böses Erwachen?

Das Handelsblatt und die taz beschäftigen sich in ihren Beiträgen "Bund und Länder streiten über die Rechnung für die Soforthilfen" und "Unterstützung als Luftnummer" ausführlich mit dem Streit zwischen Bund und einigen Ländern über die Kosten der Corona-Hilfen.

Ende März einigten sich der Bund und die Länder darauf, dass das Geld vom Bund kommt, aber das Programm von den Ländern umgesetzt wird. Der Bund ist nun der Ansicht, dass einige Länder, vor allem NRW und Berlin, dabei jedoch teilweise großzügig über die Vorgaben des Bundes hinweggingen. Im Handelsblatt heißt es dazu: "Berlin, Nordrhein-Westfalen und einige weitere Bundesländer verzichteten auf eine tief gehende Prüfung, ob die Antragsteller alle Voraussetzungen für die Hilfen erfüllten. „Da ging es teilweise zu wie am Geldautomaten“, kritisiert ein hochrangiger Beamter aus der Bundesregierung. Es sei an fast jeden ausgezahlt worden."

Es geht vor allem darum, wofür die Soforthilfe verwendet werden darf. Während der Bund von Anfang an darauf hinwies, dass die Hilfe nur für Betriebskosten bestimmt ist und bei den Lebenshaltungskosten auf ALG II verwies, war das in einigen Bundeländern nicht klar, vor allem was die Zeit vor dem 1. April betrifft, als die Bundeshilfen mit den Länderhilfen zusammengelegt wurden. Laut der taz versprach Pinkwarts Wirtschaftsressort noch am 29. März im Internet, dass die Soforthilfe auch dazu dient, "das eigene Gehalt und somit den Lebensunterhalt zu finanzieren.“ In Baden-Württemberg wird auch heute ganz offiziell eine Pauschale für Lebenshaltungskosten in Höhe von 1180 € gezahlt.

(as)

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Freiberufler haben schlechte Karten

Die Main-Post befasste sich gestern in ihrem Beitrag "Freiberufler fallen durchs Raster" ausführlich mit der schwierigen Lage der Freiberufler in der Corona-Krise.

Zu Wort kommen zwei DaFZ-Lehrerinnen. Monika Schmidmeier und Ann-Kathrin Mahmoud sind Honorarlehrkräfte an der VHS Karlstadt (Bayern) und gehören dem Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte (Lokalgruppe Main-Spessart) an. Sie fühlen sich im Stich gelassen, denn von der Soforthilfe haben sie nichts. Gleichzeitig sehen sie aber, dass sich der Staat um andere Gruppen gut kümmert, indem er beispielsweise das Kurzarbeitergeld erhöht oder in Bayern die Künstler mit 1000 € unterstützt. "Das gönnen wir allen, nur wir Freiberufler werden vergessen." Das Beispiel Baden-Württemberg zeige auch, dass es möglich sei, im Rahmen der Soforthilfe auch Lebenshaltungskosten geltend zu machen. In ihrem fall bleibe leider nur Hartz IV.

Die beiden Kolleginnen haben sich schon vor einigen Wochen an den Landtag, Bundestag und die Bundeskanzlerin gewandt.

(as)

"Das ist würdelos!"

Bild von vanleuven0 auf Pixabay
Bild von vanleuven0 auf Pixabay

Umorientieren oder weitermachen? Wie gehen Freischaffende im Kultur- und Bildungsbereich mit der Corona-Krise um? Unter dieser Frage hörte man die DLF-Sendung „Bildungsmagazin“ in der Reihe Campus und Karriere am 02.05.2020. Zu hören waren u.a. Sascha Rex, Grundsatzreferent Schwerpunkt Gesellschaftspolitik beim Deutschen Volkshochschulverband (DVV, Geschäftsstelle Bonn), tätig in der Erwachsenenbildung an der Uni Köln , Sarah Krispin, freischaffende Sängerin in Berlin sowie Lilia Felderritz, ZVA-Künstlervermittlerin an der BfA Köln.

So sind laut Sascha Rex an den Volkshochschulen etwa 200.000 Honorarlehrkräfte zu zählen, von denen etwa die Hälfte ihren gesamten Erwerb aus vhs-Kursen bezieht. Davon wiederum „betreuen“ ungefähr 10.000 Online-Tutoren über das vhs-Lernportal knapp 200.000Teilnehmende aus Integrationssprachkursen. Da es seit 2Jahren die vhs-cloud gibt, sei es nun 800 Volkshochschulen möglich, Online-Kurse anzubieten, darunter auch Initiativen wie „vhs daheim“. Im Fazit geht also der Unterricht für den Weiterbildungsbereich in online-Präsenz weiter. Über das Fortsetzen der Integrationssprachkurse gibt es die Möglichkeit, eine Entlohnung der Lehrkräfte fortzusetzen. Auf Initiative des Bundesministeriums für Forschung wurden in kürzester Zeit 500 Fortbildungen für Online-Tutorien für bisher unerfahrene Lehrkräfte ins Leben gerufen. Auch wenn das Bundesland Berlin beispielsweise den Honorarlehrkräften die abgebrochenen Kurse weiterzahlt, oder die NRW-Landesregierung beschlossen habe, ab 04.05. den Präsenzbetrieb wieder aufzunehmen, stehen doch auch die Länder in der Verantwortung und da die Volkshochschulen letztlich kommunale Einrichtungen sind, können sie nicht einfach selbsttätig werden und eigene Entscheidungen treffen, ob Honorare ausgezahlt werden, sondern sind eben abhängig von den Entscheidungen Dritter. 

(chh)

         

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Interview mit einer der Sprecherinnen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte

Die am 10.3.2020 erschienene Ausgabe des WILA Arbeitsmarkt befasst sich unter anderem mit dem Berufsfeld der DaF/DaZ-Lehrkräfte. Unter der Überschrift "DaF/ DaZ-Lehrende sind prekär beschäftigt" ist ein zweiseitiges Interview mit Dr. Claudia Liehr-Molwitz aus dem Sprecherteam des Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte zu lesen. Das Interview wurde bereits vor einigen Monaten geführt, deshalb wird dort die Corona-Krise nicht thematisiert. 

In der ersten Hälfte des Interviews berichtet Claudia Liehr-Molwitz zunächst über das Bündnis, das 2016 als Interessenvertretung für hauptberuflich tätige DaF/ DaZ-Lehrkräfte gegründet wurde, um sich für die Verbesserung von deren Arbeitsbedingungen einzusetzen, und das mittlerweile bundesweit über vierzig regionale Gruppen hat.

Dann kommen ausführlich die aktuellen Arbeitsbedingungen von selbstständigen und angestellten DaF/DaZ-Lehrkräften zur Sprache, die für beide Gruppen gleichermaßen schlecht sind: Bei 25 Unterrichtseinheiten pro Woche - mit Vor- und Nachbereitung entspricht dies circa 39 Zeitstunden - verdient man brutto circa 3.000 Euro. "Davon zahlen die Selbstständigen 100 Prozent der Renten-, Kranken- und Pflegekassenbeiträge, im Krankheitsfall gibt es keine Lohnfortzahlung. Und wenn ein Träger keine Anschlusskurse für die Lehrkräfte hat, haben sie auch keine Einnahmen. Somit tragen die Honorarkräfte das volle Betriebsrisiko der Träger. Netto bleiben ungefähr 1.500 Euro übrig, Krankheit und Pausen zwischen den Kursen nicht einberechnet. (…) Bei den Angestellten überwiegen 

(ar)

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Ungleichbehandlung von Selbstständigen

Der MDR berichtet in seinem Beitrag "Soloselbsständige - Berliner im Glück, Leipziger in Not" über ungleiche Behandlung von Selbstständigen. Während Berliner nicht nur großzügige Soforthilfen, sondern auch Hilfe für den privaten Lebensunterhalt erhalten, müssen die Sachsen Hartz IV beantragen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Auch ein DaFZ-ler kommt zu Wort, der zusammen mit anderen Kolleg*innen im Zentrum Leipzigs eine sehr kreative Aktion, "Leere Tüte", veranstaltet hat.

Laut ver.di zahlen nur fünf Bundesländer Hilfe zum Lebensunterhalt. Ver.di fordert eine bundeseinheitliche Lösung.

Das fordert auch das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte. In seinem Schreiben an Olaf Scholz und Peter Altmaier werden die beiden Bundesminister darum gebeten, eine Lebenshaltungskostenpauschale für Selbstständige einzuführen. 

Das Bündnis wies darauf hin, dass viele Dozent*innen in der Erwachsenenbildung durch alle Raster fallen:  "Die Soforthilfe des Bundes ist an Betriebsausgaben gebunden, und diese sind in unserem Fall sehr gering. Das vom BAMF vorgelegte SodEG ist theoretisch hilfreich, aber praktisch kommen die Zuschüsse bei uns nicht an, weil allein die Träger bzw. unsere Auftraggeber darüber entscheiden, ob sie die Zuschüsse beantragen oder nicht. Die meisten Träger scheinen sich leider gegen eine Beantragung entschieden zu haben. Es bleibt uns also oft nur der Gang zum Jobcenter, um ALG II zu beantragen. Das ist sehr bitter, da wir im öffentlichen Auftrag in einem für unser Land sehr wichtigen Bereich (Integration und berufliche Bildung) tätig sind. Um es mit den Worten des bayerischen Ministerpräsidenten auszudrücken, ist es unzumutbar, uns auf Hartz IV zu verweisen."

Das Bündnis argumentiert auch mit der Ungleichbehandlung: "Darüber hinaus ist es schwer nachzuvollziehen, dass in einigen Bundesländern (z.B. Baden-Württemberg) oder in einigen Branchen (z.B. Zahnärzte) die Selbstständigen besser behandelt werden als die, die woanders wohnen oder arbeiten."

(as)

GEW: Selbst der Minister schämt sich

 

Unter dem Schwerpunkt prekäre Arbeitsbedingungen in Hochschule und Weiterbildung berichtet die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft in ihrem Artikel "Selbst der Minister schämt sich" über die Ausbeutung in der Erwachsenenbildung. Die beiden Kolleginnen aus dem Artikel gehören auch dem Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte an. In der aktuellen Ausgabe der GEW-Zeitschrift "E&W", die auch als Download zur Verfügung steht, befinden sich auf Seiten 6-19 auch andere Beiträge zu dem Thema.

Eine Bestandsaufnahme konstatiert die prekäre Arbeitssituation der DaF/DaZ-Lehrkräfte, welche direkt in die Altersarmut führt. Prekär beschäftigt sein, bedeutet nicht nur ein Mangel an Jobsicherheit, unregelmäßige Fortbildungsteilnahme in gänzlicher Eigenbeteiligung, sondern auch fehlende soziale Absicherung. Und das in einer Situation, in der viele hauptamtliche Honorarlehrkräfte vergleichbar einem Arbeitnehmer sozial schutzbedürftig sind. Einmal mehr zeigt sich das Prekäre in der Zeit der Corona-Krise: Soloselbstständige Lehrkräfte sind von Soforthilfen praktisch ausgeschlossen: Da verlangt die GEW grundlegende und dauerhafte Verbesserung der Finanzierung und Beschäftigung in der öffentlichen Weiterbildung.

Im Infoblatt Weiterbildung des Monats April 2020 vertritt der Vorstand Berufliche Bildung/Weiterbildung, Ansgar Klinger, abermals die GEW-Forderungen: Hauptberufliche Honorarkräfte, die Daueraufgaben in der Weiterbildung erfüllen, sind grundsätzlich unbefristet und qualifikationsadäquat anzustellen. Um die soziale Sicherung der Honorarlehrkräfte zu gewährleisten, tritt die GEW ferner dafür ein, das Bürgerliche Gesetzbuch im § 611a zu erweitern: „Persönlich abhängig sind auch Personen, die wirtschaftlich abhängig und vergleichbar einem Arbeitnehmer sozial schutzbedürftig sind.“ Diese an das Tarifvertragsrecht angelehnte Bestimmung würde endlich eine klare gesetzliche Abgrenzung zwischen Arbeitnehmereigenschaft und Selbstständigkeit schaffen. Die Länder können einen ersten einfachen Schritt unternehmen, wenn sie ihre Anstrengungen für die von ihnen verantwortete Erwachsenenbildung auf zunächst ein Prozent ihres Bildungsbudgets erhöhen. Ähnliche Verbesserungen und ein klares Bekenntnis zur öffentlich verantworteten Weiterbildung erwartet die GEW vom Bund.

(chh) 

FaDaF-Konferenz „Von 0 auf 100 digital?“

Bild von Tumisu auf Pixabay
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Da die 47. Jahrestagung DaF/DaZ coronabedingt abgesagt werden musste, führt der Fachverband Deutsch als Fremdsprache (FaDaF) die Tagung dieses Jahr in einem Online-Format durch und lädt zur digitalen Konferenz ein.

Die öffentliche und kostenlose Auftaktveranstaltung „Von 0 auf 100 digital? Beispiele, Konsequenzen, Perspektiven“ ist kostenlos. Die Teilnahme an dieser Veranstaltung kann aber nur für registrierte bzw. zahlende Teilnehmer*innen der „Marburger FaDaF-Thementage“ am 24./25.04.2020 garantiert werden. In allen anderen Fällen wird der Zugang in der Reihenfolge der Anmeldungen vergeben. Im Plenum stehen max. 1000 Plätze zur Verfügung, in den Untergruppen jeweils mindestens 100.

Um das Interesse für die Veranstaltung bzw. die einzelnen Foren und Workshops abschätzen und die Zahl der Plätze ggf. aufstocken zu können, sollte man sich HIER anmelden. Kurz vor Veranstaltungsbeginn, d.h. am Freitagvormittag kommt eine E-Mail mit Passwort und Zugangsdaten für den virtuellen Raum.

Alle weiteren Infos, auch zum Programm und weiteren Terminen, befinden sich auf der Webseite der Jahrestagung.

(as)

 

Ausfallhonorare sind möglich

Das BAMF informiert in seiner Pressemitteilung "BAMF setzt schnelle und flexible Lösungen für Träger, Lehrkräfte und Teilnehmende um" u.a. über das Sozialdienstleister-Einsatzgesetz (SodEG).

Für die Lehrkräfte dürfte die folgende Stelle am interessantesten sein: "Ab sofort können alle Kursträger für den Unterbrechungszeitraum Zuschüsse in Höhe von bis zu 75 Prozent der bisherigen monatlichen Zahlungen erhalten. Die rund 2.200 Träger für Integrations- und Berufssprachkurse können sich bei Antragstellung entscheiden, ob sie auch die freiberuflichen Lehrkräfte weiterhin anteilig vergüten. Fest angestellte Lehrkräfte haben grundsätzlich einen Anspruch auf Weiterzahlung des Entgelts. Insgesamt sind derzeit mehr als 15.000 Lehrkräfte in den Sprachkursen des Bundesamtes aktiv."

Mehr Hinweise auf die anteilige Vergütung von Honorarlehrkräften befinden sich in den drei Dokumenten in Anlage 1 zum BAMF-Trägerrundschreiben 11/2020.

Schon in den am 01.04. stattgefundenen Telekonferenzen des Bündnisses mit dem BMI und BMAS wurde auf die positiven Auswirkungen des SodEG auf die Lehrkräfte hingewiesen: "Das BMAS betonte auch, dass das sog. „Sozialdienstleister-Einsatzgesetz (SodEG)" auch für die Lehrkräfte hilfreich sei, denn die Integrations- und Berufssprachkursträger, die von den Maßnahmen zur Vermeidung von Ansteckungen betroffen seien, könnten einen Zuschuss erhalten, der grundsätzlich monatlich höchstens 75 Prozent des Durchschnittsbetrages der letzten 12 Monate entspreche. Diesen Zuschuss könnten die Träger anteilig an die Lehrkräfte weiterleiten. Ein grundsätzlich bestehender Anspruch auf Zuschüsse nach § 3 SodEG bleibt von der Entscheidung des Sprachkursträgers unberührt, Berufssprachkurse im virtuellen Klassenzimmer fortzusetzen und Online-Tutorien durchzuführen oder diese Möglichkeiten nicht zu nutzen."

Das Bündnis verfügt über keine weiteren Informationen diesbezüglich. Es rät den Lehrkräften dazu, ihre Träger auf das SodEG und die eventuelle anteilige Vergütung von Honorarlehrkräften anzusprechen.  Die bisherigen Anfragen bei Trägern ergaben, dass die Zuschüsse nach SodEG an Bedingungen geknüpft sind, die auch negative Folgen für Träger und Beschäftigte haben könnten. In einigen Tagen dürften aber viele Fragen bezüglich der Zuschüsse vom BAMF geklärt sein, sodass die Träger besser informiert sind.

Der DVV (Deutscher Volkshochschul-Verband) empfiehlt "allen Volkshochschulen – ungeachtet ihrer Rechtsform – ggf. nach Rücksprache mit dem Rechtsamt bzw. ihrem kommunalen Träger einen entsprechenden Antrag zu stellen."

Aktualisierung am 13.04.: Die GEW Bayern hat ein Infoblatt "Jetzt sind Ausfallhonorare möglich – aber nur, wenn die Träger wollen" veröffentlich, in dem vor allem darauf eingegangen wird, was das SodEG für Honorarkräfte bedeutet und was sie jetzt tun sollten. Es gibt sogar eine Vorlage für einen Brief an die Träger. Die GEW hatte sich für eine Weiterzahlung von Honoraren beim BAMF und der BA eigesetzt. 

(as)

Zwei Telekonferenzen mit Bundesministerien

Am 01. April nahmen drei VertreterInnen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte an zwei Telekonferenzen teil, zuerst mit dem für Integrationskurse zuständigen Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat und danach mit dem für Berufssprachkurse verantwortlichen Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Eigentlich waren beide Treffen in Berlin geplant gewesen, aber wegen der Corona-Krise fanden sie als Telekonferenz statt.

 

Am zweieinhalbstündigen Gespräch mit dem BMI nahmen Dr. Juliane Rapp-Lücke (Leiterin des Referats Rechtsangelegenheiten und Maßnahmen der Integration) mit zwei MitarbeiterInnen und Uta Saumweber-Meyer (Leiterin der Abteilung Integration und gesellschaftlicher Zusammenhalt im BAMF) mit einem Mitarbeiter und für das Bündnis Dr. Claudia Liehr-Molwitz und Artur Sieg teil. Das zweistündige Gespräch im BMAS fand mit Frau Dr. Gunilla Fincke und zwei MitarbeiterInnen statt. Für das Bündnis waren Lioba Geier, Dr. Claudia Liehr-Molwitz und Artur Sieg dabei.

 

Zuerst wurde den beiden Ministerien die Petition "Gebt der Erwachsenen- und Weiterbildung eine Zukunft!" übergeben und über die prekäre Lage der Lehrkräfte in diesem Bereich gesprochen, die jetzt durch die Corona-Krise noch verschärft wurde. Die KollegInnen betonten, dass die Situation der Erwachsenbildung jetzt nicht so katastrophal wäre, wenn die Politik (auf allen Ebenen) auf das gehört hätte, was die Gewerkschaften, die Verbände (z.B. DVV) und die Lehrkräfte seit Jahrzehnten fordern und vorschlagen, wie z.B. eine bessere und nachhaltige Finanzierung der Erwachsenenbildung und soziale Standards.

(as)

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TV-Berichte über DaFZ-Lehrkräfte in der Corona-Krise

Der BR berichtet in seinem Beitrag "Keine Corona-Soforthilfe für freiberufliche Lehrer und Dozenten" über die besonders schwere Lage der DaFZ-Lehrkräfte in der Corona-Krise. Der Anlass ist ein Brief von Nürnberger Dozent*innen an den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. 
"Wir haben als Deutschtrainerinnen die Flüchtlingskrise geschultert", heißt es im Brief "Wir haben dazu beigetragen, Pflegerinnen aus dem Ausland in den Arbeitsmarkt zu integrieren, die jetzt die aktuelle Krise mittragen."

Diese Kolleg*innen fühlen sich nun vom Staat im Stich gelassen, denn die Corona-Soforthilfe Bayerns und des Bundes scheint für die meisten freiberuflichen Dozent*innen nicht zu greifen. 

Das Bayerische Wirtschaftsministerium teilte dem BR mit, die Corona-Soforthilfe sei in erster Linie als Hilfe bei betrieblichen Liquiditätsengpässen wie Mietzahlungen, Pacht oder Mitarbeiter-Gehältern gedacht.  "Wenn es hauptsächlich um die Bestreitung des persönlichen Lebensunterhaltes geht, halten wir das vom Bund beschlossene Sozialschutz-Paket für die geeignetere Unterstützungsleistung." Mit dem Paket ist der Zugang zur Grundsicherung (Hartz IV) vereinfacht worden. Wegen der Corona-Krise gibt es in den nächsten sechs Monaten keine Vermögensprüfung. 

Die Kolleg*innen aus Nürnberg fordern Nachbesserung bei der Corona-Soforthilfe und werden dabei von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unterstützt.

Ausführlicher befasst sich mit diesem Fall die Bayerische Staatszeitung. Dort kommt auch der GEW-Sekretär Erwin Denzler zu Wort, der es kritisch sieht, dass die Förderung nur laufende Betriebsausgaben wie Mieten für Geschäftsräume betrifft: „Aber der eigene Lebensunterhalt und die Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung müssen trotzdem bezahlt werden.“ Laut Denzler haben einige Bundesländer, etwa Baden-Württemberg und Berlin, deshalb bei der Soforthilfe bestimmte Beträge für den Lebensunterhalt anerkannt.

Auch das Erste berichtet in seinem ARD EXTRA (ab Min. 5:35) über die DaFZ-ler, und zwar über einen Kollegen aus Mainz, dem nicht anderes übrigbleibt, als Hartz IV zu beantragen, weil Rheinland-Pfalz die Soforthilfe nur dann gewährt, wenn man laufende Betriebskosten hat. Der Kollege hatte vorgestern einen Hilferuf an Politiker*innen auf YouTube veröffentlicht.

(as)

Was tun, wenn das Honorar wochenlang ausfällt

Die meisten von uns werden jetzt 4-5 Wochen keinen Verdienst haben. Bis bzw. falls Nothilfen der Regierung kommen, kann es lange dauern. Trotzdem ist es wichtig, sich ständig über Hilfsprogramme der Länder und des Bundes zu informieren. Zurzeit macht wohl Bayern die beste Arbeit. Sein "Soforthilfe Corona" richtet sich auch an Freiberufler, "die durch die Corona-Krise in eine existenzbedrohliche wirtschaftliche Schieflage und in Liquiditätsengpässe geraten sind."

Auch die Bundesregierung hat schnelle Hilfen zugesagt, schon erste Hilfspakete gestartet und arbeitet an weiteren. Laut Sozial- und Arbeitsminister Hubertus Heil wird es für Solo-Selbstständige "auch einen Nothilfefonds geben, durch den existenziell Gefährdete wie Kleinstselbständige ein soziales Sicherungsnetz erhalten sollen." Aktuelle Infos befinden sich auf der Webseite des BMAS.

 

Unabhängig von staatlichen Hilfsprogrammen kann man aber auch selbst schnell einiges unternehmen:

1. Es wäre gut, das Finanzamt zu kontaktieren und zu versuchen, die Vorauszahlungen auf 0 € setzen zu lassen.

2. Man kann versuchen, die Beiträge für RV und vor allem für die KV neu berechnen zu lassen, damit sie niedriger sind. Normalerweise geht das erst nach einigen Monaten mit viel niedrigerem Verdienst, aber jetzt ist Ausnahmesituation. Je mehr von uns es versuchen, desto schnell sieht die Politik ein, dass Regeln anders ausgelegt werden müssen.

3. Man kann sich arbeitslos melden. Auf ALG I dürften nicht viele von uns Anspruch haben, aber beim ALG II (Hartz 4) sieht es wohl anders aus. Normalerweise muss man aber bis auf ein kleines Schonvermögen fast alles aufbrauchen, was man hat, bis man vom Staat unterstützt wird. Hartz IV bzw. Grundsicherung kann man auch ergänzend beantragen, also aufstocken. Laut Bundesregierung soll das Verfahren jetzt schnell und unbürokratisch sein.

4. Es ist auch möglich, Wohngeld zu beantragen, auch für Eigentumswohnungen. Anders als beim Hartz IV wird das Wohngeld auch bei vorhandenem Vermögen in den meisten Fällen gewährt , weil die Freigrenzen sehr hoch angesetzt sind.

5. Man kann seinen Träger um einen Vorschuss auf künftige Honorare bitten. Es gibt schon welche, die es von sich aus angeboten haben. Wenn man aber einen Vorschuss annimmt, wird es wahrscheinlich schwierig, ALG II oder Soforthilfe zu erhalten.

6. Es wird wohl sehr schwierig sein, schnell einen anderen Job zu finden. Aber es wäre zweifellos gut, auch für die Zeit nach Corona, sich mit dem Thema Online-Unterricht auseinanderzusetzen. Wenn die Krise länger dauert, werden wir wohl alle online unterrichten müssen. Zurzeit ist der Online-Unterricht im den BAMF-Kursen nicht erlaubt, aber das BAMF denkt über Alternativen nach.

 

Das wären alles Schritte, die auf der persönlichen Ebene unternommen werden können. Nicht weniger wichtig ist aber die politische Ebene. Da gibt es auch vieles. womit wir Druck machen können:

1. Man sollte an die Rechtsstelle seiner Gewerkschaft oder an seine Rechtsschutzversicherung schreiben und fragen, welche Rechte man hat. Sind unsere laufenden Verträge jetzt automatisch ungültig? Auf welche Gesetze muss ich mich berufen, um entschädigt zu werden? Da meistens der Wortlaut des Vertrags entscheidend ist, sollte ma sich auch persönlich um seinen Fall kümmern. Erste Info lassen sich in dem Infoblatt der GEW Bayern finden: Honorardozent*innen und Lehrbeauftragte: Einkommensausfall wegen „Corona“

2. Es wäre wichtig, die Behörden (Stadtverwaltung, Gesundheitsamt) anzuschreiben und nach Entschädigung zu fragen. Die ersten Behörden haben zwar schon Anträge auf Entschädigung nach § 56 IfSG abgelehnt, aber die Situation ändert sich ständig. Was gestern abgelehnt wurde, kann morgen gebilligt werden. Wenn wir still sitzen, werden wir wie schon oft einfach ignoriert. Wenn man schreibt, dann wäre es wichtig, dies gemeinsam mit anderen Kolleg*innen zu tun, auch um die Behörden zu schonen. 

3. Es wäre gut, einen kleinen Bericht über seine persönliche Situation und darüber, welche finanziellen Folgen die Corona-Krise hat, zu verfassen und ihn an den Träger, die Gewerkschaften, die lokale Politik, das BMAS und die Medien zu schicken. Die Zeit hat die Selbstständigen sogar in ihrem Artikel "Bedroht Corona Ihre Existenz?" dazu aufgerufen.  Auch ver.di bittet um Fallbeispiele. Man möchte an selbststaendige@verdi.de schreiben. Die Hamburger Kolleg*innen können ihre Berichte an die Hamburger GEW-Fachgruppe Erwachsenenbildung (detlef.zunker@gmx.de) senden.
4. Wer möchte, kann auch Politiker*innen persönlich anschreiben, auch die Bundeskanzlerin. Unten befindet sich als Beispiel bzw. Formulierungshilfe ein Brief, den heute zwei Kolleginnen aus Bayern an viele Politiker*innen verschickt haben. Je mehr Kolleg*innen solch einen Brief mit unterzeichnen, desto besser. 

5. Wer es noch nicht getan hat, sollte bitte die Petitionen  Hilfen für Freiberufler und Künstler während des "#Corona-Shutdowns"  und  Rettungsschirm für Honorarkräfte in Deutschkursen unterzeichnen und für sie werben.

6. Wer etwas Neues weiß (oder eine Idee hat), die/der möge das Bündnis informieren, damit es dann auf unserer Webseite für alle erscheint.

7. Generell wäre es hilfreich, auch für dei Zeit nach Corona, darüber nachzudenken, ob es nicht sinnvoll wäre, endlich einer Gewerkschaft, unserem Bündnis oder einer anderen Organisation beizutreten. Nur gemeinsam sind wir stark und können was erreichen. Unsere Einzelkämpfermentalität, Selbstisolierung und Passivität haben uns als Branchs bis jetzt nichts gebracht und nur den Trägern sowie der Politik genützt.

(as)

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Urlaubsentgelt: Gütetermin beim Arbeitsgericht

Vor dem Arbeitsgericht Stuttgart fand Anfang März der Gütetermin zum Thema Urlaubsentgelt an der Volkshochschule Stuttgart statt. Drei Honorarlehrkräfte hatten Klage eingereicht und gingen der im Oktober 2018 vom damaligen Sozialbürgermeister im Namen der Aufsichtsratsmitglieder der VHS Stuttgart ausgesprochenen Empfehlung nach, sich doch juristische Klarheit zu verschaffen: Besteht ein Anspruch auf Urlaubsentgelt oder nicht? Wo sich doch die Volkshochschule in erster Linie die Frage der Refinanzierbarkeit stellen müsse, da sie nicht wisse, aus und mit welchen Mitteln sie die Auszahlung des Urlaubsentgelts bestreiten solle. Von richterlicher Seite wurde die Arbeitnehmerähnlichkeit nicht in Frage gestellt und damit auch die wirtschaftliche Abhängigkeit und die daraus folgende soziale Schutzbedürftigkeit , die sich für die Klägerinnen ergibt, nicht angezweifelt. Schließlich hatten sie dauerhaft und ohne Unterbrechungen mehr als 50% ihrer Einkünfte bei ihrem Auftraggeber erworben. Damit erinnerte der Richter an das Urteil des Bundesarbeitsgerichtes vom 17.01.2006, in dem arbeitnehmerähnliche Personen Selbstständige sind und einen Anspruch auf Zahlung des Urlaubsentgelts haben, siehe §2 Abs.2 BUrlG. In den kommenden Tagen besteht für die Beklagte eine letzte Möglichkeit der außergerichtlichen Einigung zur Zahlung; sollte es dazu nicht kommen, wird das Gericht einen (Kammer-) Termin bestimmen. Unterstützung im Gerichtssaal erfuhren die drei Klägerinnen, obgleich zur üblichen Arbeitszeit am Vormittage, nicht nur von Kolleg*innen, sondern auch von Mitgliedern zweier Fraktionen des Gemeinderats, zwei Mitgliedern des Aufsichtsrats der VHS und freilich der GEW: der Referentin für Weiterbildung sowie der Rechtsschutzstelle.

Erwachsenenbildung demonstriert vor dem Landtag in Hannover

Gestern fand in Hannover vor dem Landtag eine Demonstration (Video) der niedersächsischen Erwachsenenbildung statt. Organisator war der Niedersächsische Bund für freie Erwachsenenbildung (nbeb), dem z.B. der VHS-Landesverband angehört. Die Demo war Teil einer Kampagne mit dem Motto "Erwachsenenbildung ist 1 % wert!" statt.  "Das Motto knüpft an eine alte Forderung an: 1% vom Bildungshaushalt sollen der vierten Bildungssäule (Schule, Berufsausbildung, Wissenschaft, Erwachsenen- und Weiterbildung) zukommen." hieß es in der Pressemitteilung des nbeb.

Prof. Dr. Gerhard Wegner (nbeb) forderte in seiner Rede eine deutliche Erhöhung und Verstetigung der Ausgaben des Landes für die Erwachsenenbildung. "Wir können nicht damit leben, dass seit 20 Jahren die Erwachsenenbildung nie mehr Geld bekommen hat." Es müsse endlich in Sachen Erwachsenenbildung ein Ruck durch den Landtag gehen.

Dr. Marie Kajewski (Katholische Erwachsenenbildung) betonte den großen Wert der Erwachsenenbildung für den sozialen Frieden und die Demokratie. Dr. Verena Kirchner (VHS Wolfsburg) ging auf die prekäre Lage der Lehrkräfte in der Erwachsenbildung ein. Sie kritisierte beispielweise die extrem niedrigen Honorare. Ihre Worte wurden noch von den in der Nähe stehenden DozentIinnen lautstark ergänzt, die z.B. auf Probleme im Krankheitsfall hinwiesen. Dr. Kirchner betonte auch, dass man bei der Erwachsenenbildung nicht nur darauf schauen müsse, was sie koste. sondern vor allem darauf, was sie einbringe, wenn z.B. Schulabschlüsse nachgeholt würden, junge Menschen Arbeit fänden oder Migrant*innen sich schnell und gut integrierten.

Zu den Demonstranten kamen viele für die Erwachsenenbildung zuständige Politiker*innen heraus: Björn Thümler (Minister für Wissenschaft und Kultur, CDU), Reinhold Hilbers (Finanzminister, CDU), Dr. Silke Lesemann (SPD-Sprecherin für Wissenschaft und Kultur), Jörg Hillmer (CDU-Sprecher für Wissenschaft und Kultur), Kurt Neubert (zuständig für Erwachsenen- und Weiterbildung im MWK), Ulf Thiele (CDU-Sprecher für Haushalt und Finanzen) u.a. Die beiden Minister und die beiden SprecherInnen für Wissenschaft und Kultur kamen auch zu Wort. 

An der Demo nahmen ca. 100 Personen, darunter ca. 30 Lehrkräfte, teil. Das Aktionsbündnis DaF Hannover, die hannoversche Gruppe des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte,  hatte die Demo unterstützt. Präsent waren vor allem viele Vertreter*innen verschiedener Verbände der niedersächsischen Erwachsenenbildung, z.B. Berbel Unruh, die Direktorin des niedersächsischen VHS-Landesverbandes. Auch einzelne Träger, vor allem der Bildungsverein, beteiligten sich an der Kundgebung.

(as)

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Politischer Termin des Bündnisses in Hannover

Ein Vertreter des Bündnisses und zwei Kolleginnen aus den Bereichen Italienisch und Gesundheitsbildung sprachen heute in Hannover mit Kerstin Tack, der Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion für Arbeit uns Soziales. Das war schon das dritte Treffen mit Frau Tack. 

Das Gespräch war sehr freundlich, offen und produktiv. Das Hauptthema bildete die Petition "Gebt der Erwachsenen- und Weiterbildung eine Zukunft!" bzw. die dort thematisierte prekäre Lage der Lehrkräfte in der Erwachsenenbildung. Die beiden Kolleginnen berichteten ausführlich über ihren Arbeitsalltag, ihr extrem niedriges Einkommen (22-25 € pro UE), die Perspektivlosigkeit in der Branche und die vorprogrammierte Altersarmut. Der Bündnis-Vertreter wies darauf hin, dass fast alle Lehrkräfte in der Erwachsenenbildung unter dem Mindestlohn in der Weiterbildung, also unter 38,05 € (in Honorar umgerechnet), bezahlt werden. Es wurde auch über die Notwendigkeit einer  Faktorisierung des Unterrichts gesprochen, um z.B. die 40-UE-Verträge zu verhindern.

Die KollegInnen wiesen darauf hin, dass die Einkommen der meisten Erwachsenenbildner seit Jahrzehnten praktisch ständig sinken. Sie betonten, dass in der Politik auf allen Ebenen endlich ein Umdenken bezüglich der Erwachsenenbildung stattfinden und das System reformiert werden müsse. Frau Tack sagte, dass die Erwachsenenbildung in der Tat von großer Bedeutung sei und noch ausgebaut werden müsse. Nachdem verschiedene Informationen, Ideen und Wege für eine Verbesserung der Lage ausgetauscht bzw. besprochen worden waren, sicherte Frau Tack zu, sich weiterhin für die DaFZ-Lehrkräfte und die Erwachsenenbildung einzusetzen und die zuständigen Politiker*innen für die Probleme dieser Branche zu sensibilisieren.  

(as)

Kleine Anfrage der CDU an den Hamburger Senat

Bild: Thomas Ulrich, Pixabay
Bild: Thomas Ulrich, Pixabay

Abgeordnete Franziska Rath (CDU) hat am 21.02.20 eine Kleine Anfrage an den Hamburger Senat gestellt: "Damit die Integration gelingt – Hat die prekäre Beschäftigung vieler DaZ-/DaF-Lehrkräfte Auswirkungen auf das Angebot an Deutschsprachkursen?"

Die Abgeordnete möchte vom Senat u.a. erfahren,  inwieweit für das Jahr 2020 die Honorare verbessert wurden oder unter welchen Voraussetzungen ein Urlaubsentgelt gezahlt wird beziehungsweise gezahlt werden soll. Sie fragt auch nach  eventueller Erhöhung der Honorare aller Kursleitenden auf 35 €.

Zum Schluss wird der Senat gefragt, inwieweit er sich bei den letzten Integrationsministerkonferenzen für eine Verbesserung der Arbeitssituation von DaF- und DaZ-Lehrkräften eingesetzt hat und ob der Senat plant, sich bei der nächsten Integrationsministerkonferenz im April 2020 für eine Verbesserung der Arbeitssituation von DaF- und DaZ-Lehrkräften einzusetzen.

Die Anfrage geht teilweise auf das „Tribunal Weiterbildung „Working poor“ für Lehrkräfte unter staatlicher Regie: Bestandsaufnahme – Was kann Hamburg tun?“ zurück,  auf dem es zum Kontakt der Hamburger CDU mit Mitgliedern des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte in der Hamburger GEW- Fachgruppe Erwachsenenbildung kam.

(as)

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Termin des Bündnisses bei Trägerverbänden in Hannover

Ein Vertreter des Aktionsbündnisses DaF Hannover, das dem Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte angehört, war am 11. Februar beim Landesverband der Volkshochschulen Niedersachsens zu Gast, wo er an einem Gespräch mit Berbel Unruh, der Direktorin des niedersächsischen VHS-Landesverbandes, und Prof. Dr. Gerhard Wegner, dem Vorsitzenden des Niedersächsischen Bundes für freie Erwachsenenbildung e.V. (nbeb), teilnahm.

In dem sehr freundlichen, offenen und produktiven Gespräch berichtete der Bündnis-Vertreter über die prekäre Lage der Lehrkräfte und die Aktivitäten des Bündnisses. In diesem Zusammenhang wurde auch die Bündnis-Petition "Gebt der Weiter- und Erwachsenenbildung eine Zukunft!" thematisiert. Im weiterem Verlauf des Gesprächs wurde darüber diskutiert, wo Gemeinsamkeiten bestehen und auf welche Weise die Träger und Lehrkräfte zusammenarbeiten könnten, um einige Ziele, vor allem eine bessere Finanzierung der Erwachsenenbildung, zu erreichen.

(as)

Minister Heil wird über prekäre Arbeit der DaFZ-Lehrkräfte informiert

Straßentheater in Hannover, 2017
Straßentheater in Hannover, 2017

Zwei Vertreterinnen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte (aus Mannheim und Speyer) nahmen vorgestern an einer Veranstaltung mit Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil in Ludwigshafen teil. Bei der Veranstaltung handelte es sich um die Dialogtour Hin. Gehört. Ziel dieser Reihe ist eine Diskussion mit dem Minister darüber, wie Leben und Arbeit vor Ort verbessert werden können.

 

"Zunächst gab es in vier parallelen Dialoginseln die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen: Wie kann Arbeit geschaffen werden, die zum Leben passt? Wie bleibt man fit im Beruf? Und was kann der Sozialstaat heute und in Zukunft leisten?" Anschließend richteten die Bürger*innen konkrete Anliegen und Fragen an den Minister. 

 

Die beiden Vertreter*innen des Bündnisses bekamen die Gelegenheit, die prekäre Lage der DaF/DaZ-Lehrkräfte zu schildern. Sie konnten mehrfach sowohl mit Hubertus Heil als auch mit hohen Beamten aus seinem Ministerium sprechen. Den beiden Kolleginnen wurde ein Termin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Berlin versprochen.

(as)

Deal des Goethe-Instituts mit der Rentenversicherung

Die GEW nimmt in ihrem Beitrag „Ein Schlag ins Gesicht der Lehrkräfte“ Stellung zur Einigung des Goethe-Instituts mit der Deutschen Rentenversicherung. Die Gewerkschaft nennt sie einen sozialpolitischen Skandal und „Ablasshandel“, denn den Honorarlehrkräften würden Nachzahlungen drohen, während sich der Arbeitgeber mit offiziellem Segen die Hände in Unschuld wasche.

"Am 16. Januar 2020 verkündete der Vorstand des Goethe-Instituts in einer Rundmail, dass die Betriebsprüfung durch die Deutsche Rentenversicherung (DRV) abgeschlossen sei - nach drei Jahren zähen Verhandelns. Das überraschende Ergebnis: Entgegen der ursprünglichen Annahme der DRV, dass nahezu alle Honorarlehrkräfte „scheinselbständig“ gewesen seien, kommt sie nun zum gegenteiligen Urteil. Kurz darauf flatterten den ehemaligen Lehrkräften entsprechende Mitteilungen der Rentenversicherung ins Haus. Jetzt droht ihnen eine individuelle Überprüfung, ob sie ihrer Versicherungspflicht als selbständige Lehrkräfte nachgekommen sind – mit womöglich hohen Beitragsforderungen. Die GEW bewertet das Prüfergebnis als fragwürdig und wirft der DRV „Tatsachenverdrehung“ und „Realitätsverleugnung“ vor – zu Lasten der Honorarlehrkräfte."

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte hatte die Kolleg*innen vom Goethe-Institut schon im Februar 2017 mit einer Presseerklärung und einem Offenen Brief an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. unterstützt. Das Bündnis kritisierte in seinen politischen Gesprächen den Umgang des GI mit seinen Lehrkräften, die zuerst keine Aufträge bekamen und dann Verträge zu unterschreiben hatten, die, um einen möglichen Verdacht der Scheinselbstständigkeit zu verhindern, Bedingungen und Bestimmungen enthielten, die praktisch Schikanen bedeuteten.

(as)

3. Februar, Hamburg: GEW-Veranstaltung „Working poor“ für Lehrkräfte unter staatlicher Regie

Nach dem im November stattgefundenen "Tribunal Weiterbildung" lädt die Hamburger GEW zu einer zweiten Veranstaltung ein: "Bündnis für gute Weiterbildung" am 3. Februar 2020, 19.00 - 21.00 Uhr im Curiohaus, Rothenbaumchaussee 15, Raum ABC"

Dieses Mal wird der Blick auf die Bundesebene und Bundespolitik gerichtet. "Denn viele Rahmenbedingungen für die Arbeit in der Erwachsenenbildung werden auf Bundesebene entschieden: Honorarhöhen von BAMF-finanzierten Kursen oder in Maßnahmen der Arbeitsagentur. Deshalb ist unsere Frage, welche Schritte wir auf Bundesebene tun und anschieben können, um aus dem „working poor“ herauszukommen. Lässt sich ein Bündnis für Weiterbildung organisieren, das die Arbeitsbedingungen deutlich verbessert?

Kernforderungen der GEW: Honorar 58 € pro Unterrichtseinheit, 38 € Mindesthonorar, max. 25 Unterrichtsstunden/Vollzeitstelle, Festbeschäftigung bei Regelaufgaben, Tarifpflicht bei Unternehmen, die öffentliche Aufträge erhalten."

Podium:

Petra Densborn, BBB,  Bundesverband der Träger beruflicher Bildung e. V.

Ansgar Klinger, OB Berufliche Bildung und Weiterbildung, GEW Hauptvorstand

Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn  (BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN)

Birke Bull-Bischoff (DIE LINKE)

N. N. (SPD)

N. N. (CDU)

Moderation:

Dirk Mescher, Geschäftsführer GEW Hamburg

Qualität der BAMF-Kurse

Der Deutschlandfunk Kultur befasst sich in seinem Beitrag "Wie gut sind die Deutschkurse" mit der Qualität der BAMF-Kurse.

Ein Kollege weist darauf hin, dass es in den Kursen zu unterschiedliche Lerner-Typen gibt und dass 300 UE oft nicht genug für die Alphabetisierung sind. Der Unterricht durch Ehrenamtliche schade nicht selten den Lernenden. "Das, was die bei Ehrenamtlern gelernt hatten, mussten wir wieder zurückschrauben, weil wir lautieren müssen."

Auch Professor Henning Lobin, der Direktor des IDS in Mannheim übt Kritik an der zu großen Heterogenität er Lern-Gruppen. „Unsere Aussage ist ja nicht die, diese Kurse sind schlecht. (...) Unsere Aussage ist die, dass diese Kurse besser werden könnten, wenn man stärker auf die Eigenschaften der Teilnehmer schauen würde, wenn man also ein bisschen mehr differenzieren würde. Denn es gibt zwei wesentliche Parameter, nach denen sich die Gruppen klar unterscheiden lassen, im Hinblick auf ihre Entwicklungspotentiale: Das eine ist das Alter und das andere ist der Bildungshintergrund.“  Das BAMF hat Prof. Lobin und einige andere Wissenschaftler eingeladen, um mit ihnen über die Konzeption der Kurse zu diskutieren.

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte hat sich bereits ausführlich dem BAMF und den zuständigen Politiker*innen gegenüber zu diesem Thema geäußert und vieles vorgeschlagen, um die Qualität der Kurse und Ergebnisse der TN zu verbessern: deutliche Verbesserung der Lage der Lehrkräfte, Einbeziehung der Expertise der Lehrkräfte, bessere Einstufungstests, differenziertere Kursformate, mehr Unterrichtsstunden für die TN, einfachere Möglichkeiten, die TN schon früh zurückzustufen, keine zentrale Zuweisung der TN und kein Trägerwechselverbot, C2 als Voraussetzung für Lehrkräfte, kostenlose Fortbildungen, technische Standards für Träger usw.  Das Bündnis hat auch darauf hingewiesen, dass der DTZ (Deutschtest für Zuwanderer) in vielerlei Hinsicht nicht ganz dem B1-Niveau des GER entspricht und dass die Lösung nicht in der Vereinfachung der Abschlussprüfung liegen kann.

(as)

 

 

Hamburger Bürgermeister Tschentscher leugnet prekäre Arbeit in BAMF-Kursen!

Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) leugnet die Notwendigkeit der Verbesserung prekärer Arbeit in der Weiterbildung. Auf der Wahlkampfveranstaltung  „Peter Tschentscher Live in Hamburg-Mitte“ am Donnerstag, den 16. Januar, wurde der Bürgermeister von einer Sprecherin des „Bündnisses  DaF/DaZ-Lehrkräfte“ gefragt, warum seine Regierung nichts gegen die prekären Arbeitsbedingungen  von  Lehrkräften unternimmt, die hauptberuflich Deutsch als Zweitsprache in Integrations- und Berufssprachkursen unterrichten und damit einen entscheidenden Beitrag zur Integration  von Migrant*innen leisten, obwohl er über die prekären Arbeitsbedingungen   schon vor einem Jahr im Rahmen der Veranstaltung „Tschentscher im Gespräch“  informiert worden sei. 

Tschentscher entgegnete, dass er die Informationen an die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration BASFI weitergeleitet habe. Die Antwort des Referenten habe ergeben, dass eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen nicht notwendig sei und in anderen Bundesländern würden die Arbeitsbedingungen der DaZ-Lehrkräfte ja auch nicht verbessert.

(clm)

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GEW: "Unhaltbare Zustände in den Volkshochschulen"

Die GEW berichtet in ihrem Beitrag „Unhaltbare Zustände in den Volkshochschulen“ über ein kurz vor Weihnachten in Karlsruhe stattgefundenes Treffen der GEW-Vorsitzenden Marlis Tepe und der baden-württembergischen GEW-Landesvorsitzenden Doro Moritz mit vier DaFZ-Lehrerinnen, die  von Magdalena Wille aus der Stuttgarter GEW-Zentrale Landesgeschäftsstelle der GEW Baden-Württembergs begleitet wurden. Die vier Kolleginnen, Marianne Althoff-Hanke, Lioba Geier, Clarissa Haziri-Hagner und Christiane von Schilling, gehören einerseits dem baden-württembergischen GEW-Landesarbeitskreis DaF/DaZ-Lehrkräfte, andererseits aber auch dem bundesweiten Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte an.

Die aus Mannheim und Stuttgart stammenden Kolleginnen berichteten über ihren Arbeitsalltag. „Der DaF/DaZ-Bereich stützt sich trotz vollmundiger politischer Bekenntnisse zur Wichtigkeit der Sprachförderung bei Geflüchteten und Zuwanderern auf Menschen, die mit viel Idealismus und Engagement unterrichten. Und die zum Dank mit prekären Beschäftigungsverhältnissen abgespeist werden.“ In dem über eine Stunde dauernden Gespräch wurden u.a. die Erhöhung des Mindesthonorars bzw. der Trägerpauschale, Mindeststandards für Festangestellte (z.B. Faktorisierung des Unterrichts), Urlaubsentgelt, Krankengeld und Altersarmut thematisiert. Bündnis-Sprecherin Haziri-Hagner fasste die prekären Beschäftigungsverhältnisse zusammen: „Kein Arbeitslosengeld, kein Krankengeld, kein Urlaubsentgelt. Und auf die 35 Euro, die wir pro Unterrichtsstunde bekommen, gehen über die Hälfte für Steuern und Abgaben drauf.“

(as)

 

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"Dozent frisst Teilnehmer auf"

Der Tagesspiegel hat am 20.12.19 unter dem Titel "Dozent frisst Teilnehmer auf" ein Interview mit Frau Roggenhofer und Herr Bruns, Sprecherin und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Berliner VHS-Direktor*innen, veröffentlicht. Die Interviewpartner*innen wollen in erster Linie das Bild der 100 Jahre alten VHS auffrischen und betonen ihre zahlreichen innovativen Angebote.

Ihr Interview ist aber auch für die Dozent*innen interessant.

 

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Das Bündnis schreibt drei Bundesministerien an

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte hat Mitte Dezember das Bundesministerium des Inneren, das Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie das Bundesbildungsministerium angeschrieben und um Termine gebeten, um den zuständigen Politiker*innen die Petition "Gebt der Erwachsenen- und Weiterbildung eine Zukunft" zu übergeben. Das Bündnis wird bald auch einige Landesministerien anschreiben.

 

Die Petition wurde am 30. März 2019 anlässlich des 100-Jubiläums der VHS gestartet und am 30. November geschlossen. Sie wurden von 5637 Personen unterzeichnet. In der Petition fordert das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte neben einer besseren Finanzierung der Erwachsenen- und Weiterbildung auch eine Qualitätsoffensive für die Volkshochschulen, die konsequent beim Personal ansetzt:

- erhebliche Erhöhung der Honorare (orientiert an TVöD E 12)
- grundsätzlich feste Stellen für alle Daueraufgaben in der VHS, bei Lehrkräften nach TVöD E 12.

(as)