Lehrkräfte aus der Erwachsenenbildung für Studie gesucht

Sehr geehrte Damen und Herren, vor einiger Zeit haben wir Weiterbildungseinrichtungen und weiterbildungsaktive Betriebe in ganz Deutschland für unsere TAEPS-Studie „Lehrpersonal in der Weiterbildung“ kontaktiert. Viele Einrichtungen und Betriebe haben uns bereits unterstützt, wofür wir uns ganz herzlich bedanken möchten!

 

Wir sind weiterhin auf der Suche nach Lehrenden aus der Erwachsenen- und Weiterbildung, die an unserer Studie teilnehmen möchten. Gesucht werden alle Lehrenden, die Kurse, Trainings, Seminare und Coachings oder ähnliches für Erwachsene anbieten oder angeboten haben. Das können sowohl festangestellte als auch freie Lehrkräfte sein.

 

Weitere Informationen zur Studie und der Link zur Anmeldung finden sich unter www.taeps.de. Hier finden Sie auch ein kurzes Video mit Erläuterungen zur Studie.

(DIE/infas/LlfBi)

Kritik an neuen BAMF-Trägerrundschreiben zur Lehrkräftezulassung

Der Berufsverband für Integrations- und Berufssprachkurse e.V. (BVIB) übt deutliche Kritik an der vom BAMF praktizierten Lehrkräftezulassung. Der Anlass sind die letzten Trägerrundschreiben des BAMF.

In dem Beitrag heißt es u.a.: "Statt Lehrkräfte zu stärken und zu entlasten, wo immer es geht und attraktive Beschäftigungsformen zu ermöglichen, werden die Anforderungen in der Lehrkräftezulassung lieber gesenkt. Dabei fischt man zu allem Überfluss in Teichen, die im Zuge des allgemeinen Fachkräftemangels ohnehin schon überfischt sind.

Die ersten Reaktionen von Lehrkräften auf die o.a. Trägerrundschreiben waren das Gefühl weiterer Entwertung ihres Berufes und der Impuls, nach Alternativen zu suchen. Der kontinuierliche Weggang von Kolleginnen und Kollegen aus dem Berufsfeld, der seit der Einführung der ZQ BSK vermehrt spürbar ist, wird so nicht gestoppt."

"Die Trägerrundschreiben regen Maßnahmen an, die den Trägern dabei helfen sollen, ihre Kapazitäten auszuweiten. Eine Reform der Kursraumzulassungen ist dringend nötig, aber ob sich Träger unter den gegebenen finanziellen Rahmenbedingungen darauf einlassen können, Mietverträge abzuschließen und weitere finanzielle Verpflichtungen einzugehen, wenn gleichzeitig der Eindruck vorherrscht, als Träger willkürlichen Entscheidungen des Bundes ausgeliefert zu sein und nie auch nur ansatzweise als Partner wahrgenommen zu werden, mag man bezweifeln. Sichere und belastbare finanzielle Rahmenbedingungen, Planungssicherheit und Transparenz sind Erwartungen der Träger, die bislang noch nicht vom Bamf eingelöst wurden."

 

 

Würdigung zum Tod von Stephan Pabel

Bild von Henryk Niestrój auf Pixabay
Bild von Henryk Niestrój auf Pixabay

Leider gab es im Dezember 2022 auch eine sehr, sehr traurige Nachricht: Stephan Pabel aus Bonn, der 2011 den Bonner Offenen Kreis (BOK) gegründet hat und federführend an der Gründung des Bündnisses DaF / DaZ-Lehrkräfte im Mai 2016 in Hannover beteiligt war, ist leider am 8. Dezember 2022 im Alter von 67 Jahren völlig überraschend verstorben. Nach einem wunderbaren Ballettabend erlitt er einen Sekundentod und hat dieses Leben hinter sich gelassen.

 

Stephan hat sich sehr für unser wichtiges Bündnis engagiert, gemeinsam mit Cornelia Trabandt aus Hannover ließ er sich bei der Gründung 2016 zum ersten SprecherInnen-Team wählen. Damals sagte er: „Heute geht ein Traum von mir in Erfüllung!“

 

Seine freundliche und besonnene Art Menschen zu begegnen und sie gut miteinander in Verbindung zu bringen, um gemeinsam unsere politische Vision von fairen Beschäftigungsverhältnissen im Bereich DaF / DaZ voranzubringen, war ein Geschenk für das Bündnis und hat uns enorm unterstützt.

 

Wir sind ihm unendlich dankbar und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Unsere herzliche Anteilnahme gilt seinen Angehörigen.

Einladung zur Konferenz des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

nachdem es uns während der Pandemiesituation zwei Jahre nicht möglich war ein Treffen in Präsenz zu organisieren, wollen wir dieses Jahr wieder eine Konferenz in Mannheim anbieten.

 

Termin: 11. Februar 2023 10.00 – ca. 17.00 Uhr

 

Voraussichtliche TOPs:

- Begrüßung

- Bericht über Aktivitäten des Bündnisses 2022

- Kassenbericht

- Personalsituation und Zukunft des Bündnisses

- Bericht aus den Lokalgruppen

- Sonstiges

 

Anmeldefrist: 25. Januar 2023. Bitte meldet euch über folgende Email-Adresse an: Lioba-Geier@web.de Adresse und Wegbeschreibung zum Veranstaltungsort folgen dann nach Anmeldung. Wir freuen uns über rege Beteiligung.

 

SprecherInnenteam des DaF/DaZ-Bündnisses

Umfrage der Uni Dortmund zu Schulleistungsstudien

Liebe Lehrkräfte,

Schulleistungsstudien, wie die internationale Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU) oder die PISA-Studie, erregen immer wieder große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und in der Politik. Ziel der Studienberichterstattung ist es unter anderem aufzuzeigen, welche Kinder einen besonders großen Förderbedarf haben.  Daher möchten wir, das Forschungsteam von IGLU-Transfer, dass die Ergebnisse von Lehrer:innen an allgemeinbildenden Schulen gut verstanden werden und die Kommunikation zwischen Wissenschaft und Praxis verbessern.

Sie können uns dabei helfen, indem Sie uns 10-15 Minuten Ihrer Zeit schenken und an unserer Umfrage teilnehmen. Dabei geht es um Ihre Einschätzung zu verschiedenen Darstellungsformen von Studienergebnissen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert. Jede:r 20. Teilnehmende kann dabei einen Gutschein gewinnen.

 

Wir würden uns freuen, wenn Sie uns bei unserem Vorhaben unterstützen können. Hier geht es zur Umfrage: https://umfragen.tu-dortmund.de/index.php/417536?lang=de

 

Mit freundlichen Grüßen

Das Team von IGLU-Transfer

Institut für Schulentwicklungsforschung, TU Dortmund

Weihnachtsgrüße

Für viele von uns war es wieder ein Jahr mit besonderen Anforderungen und Erschwernissen in der täglichen Arbeit.  Online- oder Präsenzunterricht, viele Vertretungen, Covid und der Krieg in der Ukraine mit seinen Folgen:  Flexibilität und grundlegender Optimismus waren angesagt. Wir alle  können auf unsere Leistungen stolz sein.

 

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte war auch in diesem Jahr fleißig und hat sich erfolgreich  an politische Institutionen und Medien gewandt und z. B. wesentlich dazu beigetragen, die Erhöhung auf 42,23 €  zu erreichen. Wir arbeiten weiterhin an der Faktorisierung des Unterrichts, damit die Verträge mit 40 UE pro Woche endlich der Geschichte angehören. Wir schaffen es aber nicht allein und erinnern  an unser Motto: "Nur gemeinsam sind wir stark und können etwas erreichen!" Unser Bündnis ist für alle offen und lebt von eurem Engagement.

 

Das SprecherInnenteam das Bündnisses wünscht euch allen ein frohes Weihnachtsfest bzw. schöne Feiertage und erholsame Ferien. 

Studentin sucht Interviewpartner für ihre Staatsarbeit

Für eine Staatsarbeit („Die Sicht von Lehrkräften auf mögliche  Herausforderungen von ukrainischen Schüler*innen beim Erwerb der  deutschen Sprache“) sucht eine Studentin Lehrkräfte an öffentlichen  Schulen  für Interviews.

 

Ziel der Staatsarbeit ist es, „mögliche Herausforderungen in der deutschen  Sprache, die häufig bei ukrainischen Deutschlerner*innen auftreten,  deutlich zu machen und Möglichkeiten aufzuzeigen diese bewusst im  Unterricht aufzugreifen...“

Die Interviewten  sollten übrigens keine ukrainischen Muttersprachler sein.

 

Das Bündnis legt den Blog-Abonnent*innen  und allen Leser*innen die Unterstützung des Nachwuchses ans Herz. Bitte meldet euch direkt bei der Studentin4puki@studserv.uni-leipzig.de

GEW-Demo zur Kampagne VHS Fair in Hamburg

Am 23.11. demonstrierten etwa 100 Kursleiter*innen der Hamburger Volkshochschule an der Sternschanze für bessere Arbeitsbedingungen Die Demo wurde von der Hamburger GEW-Fachgruppe Erwachsenenbildung zur Kampagne“ VHS Fair“ organisiert. Die Kampagne und Demo wurden durch Musik sowie Grußworte aus Berlin, Bremen und Baden-Württemberg unterstützt. Unser Dank gilt den Kolleg*innen aus Bremen, Baden-Württemberg und Berlin  sowie  Detlef Zunker und Dirk Mescher von der GEW-Hamburg für ihre großartige Unterstützung. 

Über die Demo haben der NDR (ab 16:45 Min.) und das Hamburger Abendblatt berichtet. Die GEW hat ein Video veröffentlicht.

 

Solidarisiert euch bitte mit den Kolleg*innen der VHS Hamburg! Unterschreibt bitte die Unterschriftenaktion VHS FAIR der Hamburger GEW! Organisiert Demos mit euren Fachgruppen vor Ort!

 

Das Berliner Grußwort befindet sich unten, das Grußwort aus Bremen hier:

 

Liebe Hamburger Kolleginnen und Kollegen in der Weiter- und Erwachsenenbildung,


wir vom Bremer VHS-Kursleitendenrat und dem Bereich Erwachsenen - und Weiterbildung der Bremer GEW wünschen euch viel Erfolg bei der heutigen Demonstration und eurem weiteren Kampf für bessere Beschäftigungsbedingungen, höhere Honorare und notwendige soziale Absicherung. Wir Bremer beobachten die Entwicklung in Hamburg sehr aufmerksam. Aktivitäten und Erfolge sind auch wichtig für Bremen, Berlin und anderswo. Wo auch immer Verbesserungen erreicht werden, haben sie auch für die anderen eine Ideengeber-, Anregungs- und Initiativfunktion. Die überregionale Information, Unterstützung und Solidarität ist für uns alle bundesweit wichtig, um mehr für uns Kolleginnen und Kollegen in der Erwachsenen- und Weiterbildung zu erreichen.
In diesem Sinne wünschen wir euch eine kraftvolle, geschickte und erfolgreiche Auseinandersetzung.


Solidarische Grüße aus Bremen,
Hajo Kuckero (Für den Bremer VHS-Kursleitendenrat und den Bereich Erwachsenen- und Weiterbildung der GEW Bremen)

(clm)

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Maßgabebeschluss des Haushaltsausschusses zu I-Kursen

Aufgabe für Regierung – substanzielle Weiterentwicklung des Integrationskurssystems

Auf der  Bereinigungssitzung am 10.11.22 hat der Haushaltsauschuss  wie berichtet die Mittel für Integrationskurse erhöht und den untenstehenden  Maßgabeschluss für die Regierung verfasst.

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte hat in zahlreichen Gesprächen und Schreiben mit Politiker*innen die prekären Arbeitsbedingungen bei Honorarkräften wie angestellten Lehrkräften erläutert und dargestellt, dass nur durch eine substanzielle Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Vergütung dem Fachkräftemangel im Gesamtprogramm Sprache entgegengewirkt werden kann.

Deshalb freuen wir uns sehr, dass „Gute Arbeitsbedingungen, eine der Tätigkeit angemessene Vergütung der Lehrkräfte sowie eine kostendeckende Finanzierung der Kursträger“ (alles Forderungen, die auch im Hamburger Appell der GEW formuliert sind),  als „Voraussetzungen“ für ein erfolgreiches Integrationskurssystem „angesichts des Fachkräftemangels bei geplanter gesetzlicher Ausweitung des Berechtigtenkreises“ genannt werden.

Zum ersten Mal fordert der Haushaltsausschuss „die Bundesregierung auf,  bis zum 30. September 2023 einen umfassenden Bericht zur substanziellen und zukunftsfähigen Weiterentwicklung des Integrationskurssystems vorzulegen.“ Besonders wichtig ist dabei, auf die Vermeidung eines künftigen Fachkräftemangels zu achten, wobei „gute Arbeitsbedingungen (einschließlich Befristung, Unterrichtszeiten, Entbürokratisierung und Vergütung) für die Lehrkräfte“ explizit aufgeführt werden.

Einschätzung des Bündnis DaF/DaZ:

Das Bündnis DaF/DaZ begrüßt die Erhöhung der Mittel für die Integrationskurse beim BMI.

Wir bedauern jedoch, dass die Mittel für die Berufssprachkurse des BMAS nicht erhöht worden sind, obwohl nicht nur die Integrationskurse, sondern auch die BSK zum Gesamtprogramm Sprache gehören und die meisten Lehrkräfte sowohl in Integrationskursen als auch in Berufssprachkursen arbeiten, die gleichermaßen das Ziel haben, die Integration von Migrant*innen zu ermöglichen.

Mit Sorge sehen wir auch, dass das BMI erst Ende September 2023 seinen Bericht vorlegen soll.

Wir sind der Meinung, dass der in dem Maßgabebeschluss genannte Zeitraum für die Umsetzung substanzieller Verbesserungen in der Weiterbildung zu weit gefasst ist, um weiteren Fachkräftemangel zu verhindern.

Nur eine zügige Umsetzung der geplanten substanziellen Verbesserungen könnte verhindern, dass Kolleg*innen nicht weiter in Tätigkeiten abwandern, die ihnen jetzt schon bessere Arbeitsbedingungen und berufliche Perspektiven bieten und dafür sorgen, dass sich genügend junge Leute für ein Hochschulstudium entscheiden, um als DaZ-Lehrkraft im Gesamtprogramm Sprache zu arbeiten.

(clm)

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Doch mehr Geld für Integrationskurse

Am 11.11. erhielten wir die gute Nachricht, dass in der Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses die Mittel für  Integrationskurse um 153 321 000 Euro auf 757 798 000 Euro im Haushalt 2023 erhöht wurden. Durch einen Maßgabebeschluss soll die Verbesserung der Situation von Lehrenden und Trägern langfristig sichergestellt werden. 

Im Haushaltsentwurf war noch geplant worden, die Mittel für die BAMF-Kurse um ca. 16 % zu senken. Daraufhin wandten sich die größten Trägerverbände mit einem Brief an die Politik, in dem u.a. geschrieben steht: "Setzen Sie sich für eine deutliche Erhöhung des Haushaltsansatzes ein, ohne innerhalb dieses Bereiches Mittel umzuschichten. Die Mittel müssen bedarfsgerecht sein und deutlich über die Planzahlen des Vorjahres hinausgehen."

Auch das Sprecherteam des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte hat sich in seinen letzten politischen Gesprächen, z.B. mit den BerichterstatterInnen der Regierungsparteien im Haushaltsausschuss, für eine bessere Finanzierung der Kurse eingesetzt.

(clm/as)

Politischer Termin des Bündnisses

Am 8.11.2022 führten drei Vertreterinnen des Sprecherteams des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte eine Videokonferenz mit Gülistan Yüksel (MdB, SPD) und ihrem Team.  Frau Yüksel ist ordentliches Mitglied des Ausschusses für Inneres und Heimat und Sprecherin der SPD-Arbeitsgruppe Migration/ Integration.

 

Dabei stellten die Vertreterinnen des Bündnisses die nach wie vor prekären Beschäftigungsbedingungen von DaZ-Lehrkräften, die im staatlichen Auftrag hauptberuflich im Gesamtprogramm Sprache tätig sind, dar. Sie forderten auch in Hinblick auf den zunehmenden Lehrkräftemangel im Gesamtprogramm Sprache, der Folge der prekären Beschäftigungsbedingungen ist,  eine Arbeitszeitbegrenzung auf 25 UE und eine Bezahlung nach TVöD und nicht mehr – wie bisher -  nach dem Mindestlohn. Hierzu wäre eine deutlich höhere Finanzierung der Träger sowie die Einführung eines Bundes-Tariftreuegesetzes notwendig, wie im "Hamburger Appell" der GEW beschrieben.

Das Gespräch verlief in freundlicher Atmosphäre und Frau Yüksel sagte zu, sich im Interesse einer gelingenden Integration für die grundsätzliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen der DaZ-Lehrkräfte einzusetzen.

(clm)

Harte Zahlen zum Einkommen im DaFZ-Bereich

ÜBERSICHT: Nur ehrenamtlich bringt weniger!

 

Die GEW-Hamburg stellt euch für eurer politisches Engagement  für bessere Arbeitsbedingungen unter dem Titel "Honorar für Kursleitende im Gesamtprogramm Sprache von BAMF und BMAS - nur ehrenamtlich bringt weniger" eine übersichtlich und anschaulich  gestaltete Graphik (s.u.)  zur Verfügung.

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Sehenswert! DaFZ in einer NDR-Doku

Bild von Holger Langmaier auf Pixabay
Bild von Holger Langmaier auf Pixabay

NDR-Doku über prekäre Arbeitsbedingungen als DaZ-Lehrkraft in der Erwachsenenbildung!

 

Unter dem Titel: "Die Krise der Mittelschicht: Viel Arbeit, wenig Geld" läuft am Montag, 07. November 2022, 22:00 bis 22:45 Uhr  (s.u. Link)  ein Bericht über die prekären Arbeitsbedingungen von DaZ-Lehrkräften am Beispiel einer Hamburger Kollegin (ab 9. Minute). Der Film ist bereits online zu sehen.

 

Die Journalistin Julia Friedrichs  ist bekannt durch die Bücher "Wir Erben. Was Geld mit Menschen macht" und "Working Class". Für ihre Arbeit erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Dr. Georg Schreiber-Medienpreis sowie den Grimme-Preis. Caroline Rollinger ist Fernsehautorin für Dokumentationen und Reportagen u.a. für Das Erste und den NDR.

(clm)

Mitmachen bei der Unterschriftenaktion VHS FAIR!

Quelle: https://www.gew-hamburg.de/themen/aktionen-und-kampagnen/unterschriftenaktion-vhs-fair
Quelle: https://www.gew-hamburg.de/themen/aktionen-und-kampagnen/unterschriftenaktion-vhs-fair

Solidarisiert euch bitte mit den Kolleg*innen der VHS Hamburg! Unterschreibt bitte die Unterschriftenaktion VHS FAIR der Hamburger GEW!

 

Die GEW-Hamburg fordert für alle VHS-Kursleiter*innen:

  • Honorarsatz von 41 Euro pro UE von 45 Min, auch für die Kursleiter*innen des offenen Angebots. Ausgleich des Mehraufwandes für Hybrid- und andere besonders aufwändige Kurse
  • Honorar für Teilnahme an Konferenzen etc.

zusätzlich für arbeitnehmerähnliche Kursleiter*innen:

  • Zuschüsse entsprechend den gesetzlichen Arbeitgeberanteilen für Sozialversicherungen (Kranken-, Pflege-, Rentenversicherung), Mutterschutz und Unfallversicherung
  • Urlaubsentgelt für 25 statt wie bisher 20 Tage (entspricht 9,6 % statt bisher 7,7% % des Jahres-Bruttohonorars)
  • Anspruch auf Bildungsurlaub
  • Erstattung des Umsatzsteueranteils bei den Kursleiter*innen, die die Obergrenze  von 22.000 Euro Jahreseinkommen überschreiten
  • Ausfallhonorar bei Krankheit: 90% für bis zu 6 Wochen
  • Einbeziehung in das Hamburger Personalvertretungsgesetz

ZEITENWENDE IN DER WEITERBILDUNG? - BUNDES-TARIFTREUEGESETZ SOLL KOMMEN!

Bild von Peter H auf Pixabay
Bild von Peter H auf Pixabay

Staatssekretär Dr. Rolf Schmachtenberg hat am 11. Oktober auf einer Podiumsdiskussion der Gewerkschaft ver.di zu dem Thema ,„Qualität, Professionalisierung und Bezahlung. Das Verhältnis von guter Arbeit und Rahmenbedingungen", zu der auch der BBB eingeladen war, erklärt, dass das Bundes-Tariftreuegesetz kommen werde.

 

Der Bundesverband der Träger beruflicher Bildung BBB "begrüßt das Inkrafttreten des geplanten Bundes-Tariftreuegesetz". Bedeutet das (bezüglich des Prekariats in der Weiterbildung) das Licht am Ende des Tunnels?

(clm)

Erfolge der Berliner VHS-Dozent*innen

Quelle: Christian v. Polentz/transitfoto.de
Quelle: Christian v. Polentz/transitfoto.de

 

Die neuen Ausführungsvorschriften des Berliner Senats, AV VHS Honorare, sind am 1.8.22 in Kraft getreten. Sie sind das Ergebnis von großen Aktionen im Winter 20/21 mit ver.di und der Unterstützung aus dem Parlament, dem Berliner Abgeordnetenhaus, von den Regierungsfraktionen Rot-Rot-Grün. Im Juni 2021 haben daraufhin ver.di und eine Delegation der Berliner VHS-Dozent*innen-Vertretung mit dem Senat über mehr soziale Absicherung für VHS-Dozent*innen verhandelt und Verbesserungen erzielt.

Einige Verbesserungen gelten für alle Berliner VHS-Dozent*innen. Dazu gehört die Honorar-Erhöhung für Sprachunterricht: ab 1.8.22 - 39,14 € , ab 1.8.23 - 41 € pro Unterrichtseinheit (UE)

Alle Berliner VHS-Kursleitenden in anderen Programbereichen bekommen entsprechend prozentual auch mehr Honorar. Siehe Honorartabelle

Arbeitnehmerähnliche Dozent*innen erhalten auf dieses Honorar hälftige Zuschüsse (Arbeitgeberanteil) zu Kranken, Renten- und neu auch zur Pflegeversicherung.

Zudem werden die Prüfungshonorare für alle erhöht und die Prüfungen nach Zeit und nicht mehr nach Anzahl der Kandidat*innen vergütet.

Ein Honorar bei von der VHS veranlassten Konferenzen (pro Sitzung: ab 1.8.22 - 28 €, ab 1.8.23 - 30 €) wird für alle Kolleg:innen bezahlt. Für die gesetzlich gewählten Kursleitenden-Vertretungen wird ein Honorar von 31 € pro Sitzung für Gespräche mit der VHS-Leitung eingeführt.

Für die arbeitnehmerähnlichen Kolleg:innen, die circa 900 von den insgesamt circa 3200 Kursleitenden sind, gibt es jetzt eine bessere soziale Absicherung.

Im Krankheitsfall - und auch bei der Reha - wird 90 Prozent Ausfallhonorar gezahlt nach zwei unbezahlten Karenztagen (bisher 80 Prozent nach drei Karenztagen und nichts bei Reha). Neu sind Zuschüsse im Mutterschutz.

Der Urlaubsanspruch beträgt 23 Tage (statt bisher 20 Tage) und bei Kursausfall wird zehn Prozent des Kurshonorars bezahlt (statt bisher zwei UE).

Nach Krankheit, Mutterschutz, Elternzeit oder Pflege naher Angehöriger prüft die VHS eine Weiterbeschäftigung mit dem Ziel, eine Wiederbeauftragung zu vereinbaren.

Dies sind unsere wichtigsten Errungenschaften. Nachverhandlungen haben wir mit dem Berliner Senat 2023 verabredet u.a. über mehr Urlaubstage und eine höhere Ausfallzahlung bei Kursausfall.

Bezüglich der Personalvertretung gibt es bis jetzt eine „Bemühenszusage“ des Senats für die Einbeziehung der arbeitnehmerähnlichen freien Mitarbeitenden des Landes ins Berliner Personalvertretungsgesetz.

Wir bleiben dran - die Berliner VHS-Dozent*innen-Vertretung

 

*Anmerkung zur Honorartabelle: Sprachdozent*innen sind in der Honorargruppe 1.2.. Für viele Honorare gibt es eine Bandbreite von... bis..., aber in der Regel zahlt die VHS nur den niedrigsten Satz.

(Berliner Doz-V.)

Erwachsenenbildung: Abbruch oder Aufbruch?

Quelle: hlz GEW Hamburg
Quelle: hlz GEW Hamburg

Die desaströse Situation in der Erwachsenenbildung, wie sie sich heute nicht nur in Hamburg, sondern bundesweit darstellt, ist der Aufmacher und das Schwerpunktthema in der aktuellen hlz der GEW und wird in vielen interessanten Beiträgen erörtert. 

 

Wie ein „Märchen“ aus uralten Zeiten kommt es uns heute vor, wenn wir lesen, dass 25 Unterrichtseinheiten und eine tarifliche Eingruppierung nach BAT IIa wie bei angestellten Lehrkräften im öffentlichen Schuldienst üblich waren, bis die rot-grüne Bundesregierung 2003/04 beschloss, das „Günstigkeitsprinzip“ einzuführen, nachdem der billigste Anbieter den Zuschlag erhalten sollte. Die 2003/4 erzwungenen Preissenkungen gingen zu Lasten der Weiterbildner*innen, deren Tarifverträge gekündigt wurden. Unter dem damals entstandenen Prekariat leidet, wie  wir nur zu gut wissen, die Erwachsenenbildung bis heute.

 

Soll der Fachkräftemangel begrenzt werden und die Einwanderung nach Deutschland gelingen, müssen Vergütung und Arbeitszeit der DaZ-Lehrkräfte endlich wieder an die der Lehrkräfte im öffentlichen Schuldienst angeglichen werden!

 

Auf Seiten 53-55 befindet sich ein Interview mit einer der SprecherInnen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte. Das SprecherInnenteam bittet Euch darum, die Beiträge zu lesen und Leserbriefe an die  hlz-Redaktion zu schreiben: Einsendeschluss 3.11., damit öfter über unser Thema berichtet wird. Und fordert bitte die Redaktionen Eurer regionalen Gewerkschaftszeitungen auf, wie die hlz unsere Vergütung und unsere Beschäftigungsbedingungen als Aufmacher und Schwerpunktthema zu bearbeiten!

(clm)

Welttag der Lehrenden: „Wissensproduzenten, reflektierende Praktiker und politische Partner“

Quelle (auch für die Galerie): GEW Baden-Württemberg
Quelle (auch für die Galerie): GEW Baden-Württemberg

«Heute, am Weltlehrendentag, feiern wir die entscheidende Rolle von Lehrenden bei der Umwandlung des Potenzials von Lernenden, indem wir ihnen die Werkzeuge geben, die sie brauchen, um Verantwortung für sich selbst, für andere und für den Planeten zu übernehmen. Wir fordern die Länder auf, dafür zu sorgen, dass Lehrkräfte als Wissensproduzenten, reflektierende Praktiker und politische Partner anerkannt werden.»

So lautet die gemeinsame Botschaft von Audrey Azoulay, Generaldirektorin der UNESCO, Gilbert F. Houngbo, Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation, Catherine Russell, Exekutivdirektorin von UNICEF, David Edwards, Generalsekretär der Internationalen Bildungsorganisation, zum Welttag der Lehrer, 5. Oktober 2022.

 

Schon 1966 sprachen die UNESCO und die IAO (Internationale Arbeitsorganisation) Empfehlungen zum Status der Lehrenden aus  und 1994 rief die UNESCO den 5.Oktober zum Weltlehrendentag aus, um den Blick auf die mit großer Verantwortung verbundene Aufgabe der Lehrenden zu lenken. 

 

Die GEW und der Verband Bildung und Erziehung (VBE) deuten in einer gemeinsamen Erklärung auf die zentrale Rolle der Lehrenden, die diese in unserer Gesellschaft spielen und fordern in Anbetracht des Lehrkräftemangels zu massiven Investitionen in den Bildungsbereich auf. 

 

Mit einem bundesweiten Aktionstag startete ver.di seine Weiterbildungskampagne „Nur mit uns geht Bildung weiter“ und setzt fest: Gute Weiterbildung braucht uns, die Fachleute. 

 

Und auch in Mannheim zeigte man am 5.Oktober, dass in der Erwachsenen- und Weiterbildung so einiges unter den Teppich gekehrt wird: fair bezahlte Arbeitszeit, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder bei Kursausfall, Festanstellung, Kündigungsschutz oder ganz einfach: Urlaub (sprich: bezahlten Erholungsurlaub).

 

Wie lautet doch gleich einer der Empfehlungen zum Status von Lehrkräften aus dem Jahr 1966? Die Bezahlung von Lehrenden sollte im Hinblick auf die wichtige soziale, politische und wirtschaftliche Arbeit, die sie leisten, angemessen sein. Verantwortung für das Wohl der Schüler*innen ist eins der wichtigsten Merkmale dieses Berufes und sollte dementsprechend entlohnt werden.

(chh)

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Studentin sucht Interviewpatner*innen für ihre Bachelorarbeit

Für eine Bachelorarbeit ("Interkulturelle Kompetenz zur Förderung geflüchteter Kinder im Kontext Schule") sucht eine Studierende eine Lehrkraft  für ein Interview. Thema ist die Arbeit mit geflüchteten Kindern und die interkulturelle Kompetenz.

 

Die Anfrage der Studierenden: „Das Ziel der Bachelorarbeit ist es durch qualitative Methoden, in Form von Interviews, Agierende aus der Arbeit mit geflüchteten Schulkindern bezüglich ihrer eigenen Handlungskonzepte, welche die Interkulturalität der Kinder berücksichtigt, zu befragen...“

 

Das Bündnis legt den Blog-Abonnent*innen  und allen Leser*innen die Unterstützung des Nachwuchses ans Herz. Bitte meldet euch direkt bei der Studentin: a.abeysekera@gmx.de

Politischer Termin des Bündnisses

Am 22. September 2022 führten drei VertreterInnen des Bündnisses eine Videokonferenz mit zwei Mitarbeiterinnen des Büros der Staatsministerin Reem Alabali-Radovan, der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, um auf die schwierigen Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte in Integrations- und Berufssprachkurse hinzuweisen.

Dabei verdeutlichten die VertreterInnen des Bündnisses vor allem, dass die geplante Strategie der Bundesregierung gegen den Fachkräftemangel, nämlich Zuwanderung aus dem Ausland nach Deutschland, nur gelingen kann, wenn im Bereich der Sprachkurse endlich geregelte tarifliche Verträge eingeführt werden und auch die Anzahl der Unterrichtsstunden für festangestellte Lehrkräfte auf 25 UE reduziert wird. Es wurden auch andere Themen, z.B. Urlaubsentgelt, angesprochen.

Das Gespräch verlief in freundlicher und konstruktiver Atmosphäre und beide Seiten zeigten sich interessiert an weiteren Gesprächen.

(msr)

Was ist dein Beitrag als Selbstständige/r zu Wirtschaft und Gesellschaft?

Der VGSD, mit dem unser Bündnis eng zusammenarbeitet, hat einen Aufruf gestartet, in dem er die Selbstständigen darum bittet, von ihrem Beitrag zu Gesellschaft und Wirtschaft zu erzählen. Das Sprecherteam des Bündnisses unterstützt diesen Aufruf und bittet die Kolleg*innen, sich zu beteiligen.

 

"Du arbeitest an einem Brennpunktthema? Dann melde dich bei uns!

Unsere Reihe soll daher die Selbstständigen in den Fokus rücken, deren Geschäftsmodell sich zum Beispiel mit einem der folgenden Punkten auseinandersetzt:

 

- Dekarbonisierung, Transformation der Energieversorgung

- Integration von Migranten und Migrantinnen

- Digitalisierung, Ersetzen bürokratischer Abläufe durch digitale Prozesse

- Sicherstellung der Gesundheitsversorgung und Pflege

- Hilfe bei Anpassung von Organisationen an veränderte, wirtschaftliche und technische Umstände

 

Wenn du in einem dieser oder einem anderen für Wirtschaft und Gesellschaft einen Beitrag leistest, dann schreibe es auf und teile es mit uns! Warum? Um dir selbst und uns allen zu zeigen, wie wichtig dein Einsatz als Selbstständige/r ist. Um uns und der Öffentlichkeit die Bedeutung der (Solo-)Selbstständigen zu verdeutlichen. Um anderen zu zeigen, warum Deutschland dich und uns braucht."

(as/vgsd)

Politischer Termin des Bündnisses

Drei VertreterInnen des Sprecherteams des Bündnisses führten am 07. September 2022 mit  drei Bundestagsabgeordneten   der Ampelkoalition  (SPD, Grüne und FDP), allesamt BerichterstatterInnen im Haushaltsausschuss, eine Videokonferenz zu den prekären Arbeitsbedingungen im Bereich der Integrations- und Berufssprachkurse.

Dabei stellten die VertreterInnen des Bündnisses die sehr schwere Lage der Lehrkräfte (und Träger) dar und erläuterten, dass auch die aktuelle minimale Erhöhung der Trägerpauschale und des Mindesthonorars nicht die notwendigen Veränderungen bewirken werde, sondern dass eine grundlegende Reform, den Forderungen des Hamburger Appells entsprechend, nötig sei, um zu erreichen, dass dieser sinnstiftende und wichtige Beruf auch für Nachwuchslehrkräfte interessant sein werde.

Das Gespräch war nicht nur sehr freundlich, sondern auch offen und konstruktiv, und die PolitikerInnen  zeigten sich außerdem interessiert an einem weiterführenden Austausch.

Herzlichen Dank Hedwig!

Bild von GLady auf Pixabay
Bild von GLady auf Pixabay

In persönlicher Sache: Hedwig Schulte aus Düsseldorf verlässt aus gesundheitlichen und Altersgründen das Sprecher:innen-Team. Sie ist seit der Gründung 2016 dabei. „Natürlich bleibe ich dem Bündnis eng verbunden,“ sagt Hedwig. „Es ist großartig, was die Kolleg:innen in den vergangenen sechs Jahren für die Lehrkräfte in BAMF-Kursen erreicht haben.“

 

Das Bündnis dankt an dieser Stelle für die vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit und das Sprecher:innen-Team honoriert die klugen und wichtigen Beiträge, die für das Gremium von großer Bedeutung waren. Gute Recherchearbeit und der Scharfsinn Hedwig Schultes waren für alle stets eine stärkende Bereicherung.

 

Wir wünschen für die kommende Lebensphase Wohlbefinden und viele noch zu entdeckende spannende Handlungsfelder.

Soloselbstständige sehen pessimistischer in die Zukunft

Der VGSD berichtet in einem Beitrag über die Ergebnisse der Juli-Befragung des ifo Instituts. Die Zukunftserwartungen der Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern hätten sich stark verschlechtert und seien von -11,7 auf -28,6 abgestürzt.

 

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte ruft erneut alle selbstständigen Kolleg*innen dazu auf, sich beim ifo Institut zu registrieren und an deren monatlichen Befragungen teilzunehmen. Wie das geht, wird in diesem Video erklärt.

(as)

Come together! Wie du eine Dozierendenvertretung gründest

Kursleitende an Volkshochschulen, Lehrkräfte an Musikschulen, Lehrbeauftrage an Universitäten und honorarbeschäftigte Dozierende an vielen anderen Bildungseinrichtungen stehen mit ihren Problemen oft alleine da: Seien es niedrige Honorare, kurze Vertragslaufzeiten, die Behandlung durch feste Mitarbeiter*innen oder die Ausstattung der Unterrichtsräume. Es fehlt an Kontakt zu anderen Dozierenden, an vertrauensvollen Ansprechpartner*innen und einer Interessenvertretung vor Ort.

 

Bei dieser hybriden Veranstaltung wollen wir darüber informieren und diskutieren, wie man eine Vertretung bzw. Initiative von Dozierenden gründet und wie man sie am Leben hält: Wie findet man Mitstreiter*innen? Wie motiviert man Dozent*innen an Treffen teilzunehmen? Wo trifft man sich? Wie findet man einen gemeinsamen Termin? Welche Rechte hat man? Und: Wie geht es dann weiter, wenn ein erstes Treffen stattgefunden hat?

 

Hajo Kuckero vom Kursleiterrat der VHS-Bremen und Karl Kirsch von den Lehrkräften gegen Prekarität Leipzig werden in kurzen Inputs von ihren Erfahrungen berichten. Danach haben wir eine Stunde Zeit für Nachfragen, Erfahrungsaustausch und vielleicht sogar zum Pläne schmieden!

 

Diese Veranstaltung schließt an das Vernetzungstreffen von Honorarlehrkräften im Haus der Selbständigen Ende April 2022 an. Ihr sollen weitere Veranstaltungen folgen, die wir gerne mit euch zusammen organisieren möchten. Darüber erfahrt ihr mehr bei der Veranstaltung selbst.

 

Zeit: 22.09.2022, 18-20 Uhr

Ort: Haus der Selbständigen, Jacobstraße 5, 04105 Leipzig und Online (Anmeldung: hier)

Um Anmeldung wird gebeten! Der Veranstaltungslink wird vor Beginn der Veranstaltung verschickt.

(hds)

Smart eG - Die Genossenschaft für Selbständige

Die Smart Genossenschaft und das Smart Bildungswerk gGmbH bieten die Möglichkeit, Lehrpersonal sozial verträglich zu beschäftigen und den Lehrenden damit eine bessere soziale Absicherung gegen Arbeitslosigkeit, Unfall und Altersarmut zu ermöglichen. 

Unsere Mitglieder sind Solo-Selbständige aus den unterschiedlichsten Branchen und ein großer Teil von Ihnen ist im Bildungsbereich tätig. Die Smart Genossenschaft bietet ein innovatives Arbeitsmodell für Solo-Selbständige, in dem Selbständige zu Angestellten unserer Genossenschaft werden. Unsere genossenschaftliche Lösung ermöglicht Solo-Selbständigen, ein monatliches Gehalt sowie Zugang zu den Sozialversicherungen (Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung) zu bekommen. Außerdem übernehmen wir die bürokratische und administrative Arbeit der Mitglieder, damit sie sich vollkommen auf Ihre Arbeit konzentrieren können. Hier unser Erklärvideo: https://www.youtube.com/watch?v=HFbsiD2GOks 

 

Für mehr Informationen über Smart Bildungswerk können Sie die angehängte Datei herunterladen und/oder unsere Infoveranstaltungen besuchen. Die nächsten Termine sind:

 

01.09.2022, um 11 Uhr (Englisch)

08.09.2022, um 11 Uhr (Deutsch)

14.09.2022, um 17 Uhr (Englisch)

 

Registrieren Sie sich bitte über unsere Webseite https://smart-eg.de/: Klicken Sie einfach auf "Komm zur Infosession".

 

Achtung: Wir raten VHS-Lehrkräften mit einem arbeitnehmerähnlichen Status davon ab, unsere Angestellten zu werden, da sie in den meisten Fällen über die VHS eine finanziell attraktivere Möglichkeit zur sozialen Absicherung haben als über das Smart-Modell. 

(smart)

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GEW: Diskussionsveranstaltung über die Berufssprachkurse

Die Fachgruppe Erwachsenenbildung der GEW- Berlin lädt herzlich zu einer Diskussionsveranstaltung über die Berufssprachkurse des BAMF und ihre Reformierung durch ein neues Curriculum und die obligatorische Zusatzqualifikation ein.

Was wird anders für uns nach der Zusatzqualifikation für die Berufssprachkurse? Welche Auswirkungen gibt es auf den Unterricht?

 

Zeit: Freitag, 26. August, 18 - 20:30 Uhr.

Ort: In hybrider Form

a) im GEW-Haus, Ahornstr. 5, 10787 Berlin-Schöneberg, Raum 33 oder

b) online unter https://gewberlin.webex.com/gewberlinde/j.php?MTID=mf9fa0b521f1117121927060d964ee298 Meeting-Kennnummer: 2552 674 8089; Passwort: UtFp5kMWF65

Mehr Infos in der Einladung unten.

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Höhere Honorare in den BAMF-Kursen

Das BAMF informiert in seinem Trägerrundschreiben 15/22 für Berufssprachkurse über die Erhöhung der Kostenerstattungssätze für Integrations- und Berufssprachkurse zum 1. August 2022. 

"Im Bereich der Berufssprachkurse erhöht sich der Kostenerstattungssatz von 4,64 € auf 4,84 € pro Teilnehmenden und Unterrichtseinheit (UE). Es wird auch die untere Honorargrenze für freiberuflich tätige Lehrkräfte von 41 € auf 42,23 € je UE angehoben. Des Weiteren werden die Pauschalen für die sozialpädagogische Begleitung und für Fachdozentinnen und Fachdozenten erhöht."

"Für alle ab dem 01.08.2022 neu beginnenden Berufssprachkurse wird der Kostenerstattungssatz nach § 25 Absatz 1 DeuFöV von derzeit 4,64 Euro auf 4,84 Euro pro teilnehmende Person und Unterrichtseinheit angehoben."  Unterrichtseinheit vergütet. 

"Bei bereits laufenden Berufssprachkursen erfolgt die Anpassung des Kostenerstattungssatzes stichtagsgenau zum 01.08.2022. D.h. Unterrichtseinheiten vor dem 01.08.2022 werden mit dem bisherigen Kostenerstattungssatz in Höhe von 4,64 Euro und Unterrichtseinheiten ab dem 01.08.2022 werden mit dem neuen Kostenerstattungssatz in Höhe von 4,84 Euro pro teilnehmende Person und Unterrichtseinheit vergütet."

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GEW-Demo vor der Hamburger VHS

Am 29. Juni fand in Hamburg vor der VHS Mitte eine von der GEW organisierte Kundgebung statt. Fotos und ein kleiner Film sind auf der Webseite der Hamburger GEW zu sehen.

Die GEW und Dozent*innen forderten nachhaltige und faire Bezahlung sowie mehr soziale Sicherheit für VHS-Dozent*innen, besonders für die arbeitnehmerähnlichen. "Konkret sind das u. a. Honorarerhöhungen und Beteiligung der VHS an den Sozialversicherungsbeiträgen entsprechend den gesetzlichen Arbeitgeberanteilen für Sozialversicherungen (Kranken-, Pflege-, Rentenversicherung), Mutterschutz und Unfallversicherung. Diese Versicherungen werden bisher von den arbeitnehmerähnlichen Kursleitungen allein getragen. Volkshochschulen in anderen Städten wie Bremen und Berlin haben dies längst umgesetzt oder mit ihren Kursleitungen vereinbart."

Die Forderungen der GEW für alle VHS-Kursleiter*innen:

- Honorarsatz von 41 Euro pro UE von 45 Min, auch für die Kursleiter*innen des offenen Angebots

- Ausgleich des Mehraufwandes für Hybrid- und andere besonders aufwändige Kurse

- Honorar für Teilnahme an Konferenzen etc.

Zusätzliche Forderungen für arbeitnehmerähnliche Kursleiter*- innen:

- Zuschüsse entsprechend den gesetzlichen Arbeitgeberanteilen für Sozialversicherungen (Kranken-,   Pflege-, Rentenversicherung), Mutterschutz und Unfallversicherung

- Urlaubsentgelt für 25 statt wie bisher 20 Tage (entspricht 9,6 % statt bisher 7,7% % des Jahres-Bruttohonorars)

- Anspruch auf Bildungsurlaub

- Erstattung des Umsatzsteueranteils bei den Kursleiter*innen, die die Obergrenze von 22.000 Euro Jahreseinkommen überschreiten

- Ausfallhonorar bei Krankheit: 90% für bis zu 6 Wochen

- Einbeziehung in das Hamburger Personalvertretungsgesetz

(as)

"Beliebigkeit oder Qualitätsstandards?" Kritik an der aktuellen BAMF-Politik

Im Migazin erschien gestern ein ausführlicher und aussagekräftiger Beitrag von Christiane Carstensen (BVIB) zum aktuellen Umgang des BAMF mit den BSK-Lehrkräften. In ihrem Artikel "Mit Berufen spielt man nicht" übt Frau Carstensen massive Kritik an der aktuellen BSK-Politik des BAMF.

"Seit dem 24.02.22 zeichnet sich mit dem Überfall auf die Ukraine und dem Anstieg der Geflüchteten wieder einmal ein Lehrkräftemangel ab. Während Härtefallregelungen bisher unmöglich waren, hat das Bamf die Zugangsbeschränkungen für die Zusatzqualifizierung nun doch geändert und die Kollegen, die bisher ausgeschlossen wurden, können sich nun für die Bamf-Zusatzqualifizierung anmelden. Zusätzlich gibt es Ausnahmegenehmigungen für die Kollegen im Rentenalter. Gleichzeitig berichten Bamf-Mitarbeiter, dass man im Bamf überlege, die Zugangsbeschränkungen für Lehrkräfte generell zu senken, weil es einfach zu wenig Lehrkräfte gäbe.

Unabhängig davon, wie man zu den einzelnen Entscheidungen des Bamf steht, erweckt dieses irrlichternde Agieren kein Vertrauen in eine langfristige berufliche Perspektive. Warum sollte sich eine Uni-Absolventin mit einem Masterabschluss für Deutsch als Zweitsprache dafür entscheiden, in Bamf-Kursen zu unterrichten, wenn sie damit rechnen muss, dass ihr jederzeit von heute auf morgen trotz Abschluss und Berufserfahrung ihre berufliche Qualifikation abgesprochen werden kann und gleichzeitig ein paar Monate später darüber nachgedacht wird, die Zugangsbeschränkungen wieder zu senken?

Wie will man dem Lehrkräftemangel begegnen, wenn man Perspektiven nur für den Moment bietet?

Rein in die Kartoffel oder raus aus den Kartoffeln? Beliebigkeit oder Qualitätsstandards? Diese Frage will ich hier gar nicht beantworten. Aber ich will Sie fragen, wie man es verantworten kann, die Entscheidung über die berufliche Existenz von Menschen einer Bundesbehörde zu überlassen, die sich das Recht herausnimmt, über einen ganzen Berufsstand eruptiv nach dem eigenen tagesaktuellen Bedarf zu entscheiden. In jedem anderen Berufsfeld werden Fragen der Beruflichkeit in langen und mühevollen Aushandelsprozessen unter Beteiligung der relevanten Akteure wie Gewerkschaften, Berufsverbände, Universitäten etc. geregelt.

Für Lehrkräfte in Integrations- und Berufssprachkursen – immerhin 55.000 Menschen – gilt dieses Recht nicht. Sie sind in ihrer Beruflichkeit als überwiegend akademisch qualifizierte Lehrkräfte den eruptiven, kurzfristigen und nicht paritätisch getragenen Entscheidungen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge ausgeliefert. Und sich dann über den Lehrkräftemangel wundern!"

GEW-Studie zur Arbeitszeit der Lehrkräfte in BSK

Die GEW Hamburg hat gestern eine Studie vorgestellt, die für alle in den BAMF-Kursen beschäftigten Lehrkräfte, vor allem die Festangestellten, von enormer Bedeutung ist. In der Studie geht es um die Arbeitszeit bzw. die sog. Zusammenhangtätigkeiten, also all dies, was zum Unterricht gehört, aber außerhalb der Unterrichtsstunden liegt.

 

"Hintergrund der von Detlef Zunker im Auftrag der GEW Hamburg erstellten Studie „Unterrichtsbezogene Zusammenhangstätigkeiten bei der Durchführung von Berufssprachkursen – Untersuchung der Konzepte für ihre Durchführung“ ist die überwiegend prekäre Beschäftigung im Bereich der staatlich verantworteten, aber meist privatwirtschaftlich durchgeführten Kurse der Arbeitsmarktdienstleistungen nach SGB II/SGB III sowie der Sprach- und Integrationskurse. Ein wesentlicher Sektor innerhalb dieses Kurs- und Angebotssystems sind Berufssprachkurse (BSK), die sich der wichtigen Arbeit der Integration von Geflüchteten und Menschen mit Migrationshintergrund in den Arbeitsmarkt widmen.

 

Seit Jahren wird von den zuständigen Gewerkschaften ver.di und GEW gefordert, dass die Beschäftigten in diesem Bereich tariflich entlohnt werden, und deutlich gemacht, dass nur mit einer Obergrenze von 25 UE pro Woche bei einer Vollzeitstelle die Qualität der Ergebnisse, die die Teilnehmenden erzielen, und die Arbeitsbedingungen für die Kursleitenden verbessert werden können. In den Betrieben unterrichten derzeit viele abhängig beschäftigte Kursleitende häufig 40, teilweise sogar mehr, UE pro Vollzeitstelle. Dies wird von den zuständigen Ministerien zwar kritisch gesehen, aber eine nachhaltige Verbesserung dieser Strukturen wird bisher mit Begründungen wie „stark standardisierte Lernformate“ nicht in Aussicht gestellt.

 

Hier entsteht jetzt Bewegung. Im April 2021 hat sich auf Einladung des BMAS unter Beteiligung der GEW ein „Expertengremium Berufssprachkurse“ konstituiert mit der Aufgabe, die Durchführung der BSK zu evaluieren und Vorschläge für eine Weiterentwicklung ihres Systems zu entwickeln. Betrachtet werden soll auch die maximale Anzahl von Unterrichtseinheiten, die bei einer Vollzeitstelle pro Woche abzuleisten sind, und das im Kontext ihrer unterrichtlichen „Zusammenhangstätigkeiten“.

 

Diese Untersuchung macht nach der dort bereits vorgelegten qualitativen Befragung des Bündnisses DAF/DAZ-Lehrkräfte einen nächsten Schritt zur Erlangung einer überprüfbaren Faktenbasis. Grundlage sind die im Auftrag von BMAS und BAMF erstellten Konzepte, in denen die Durchführungsvorgaben für die BSK festgelegt worden sind."

 

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Befragung von Lehrkräften in BSK zur Evaluation der DeuFöV/BSK

Im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) führt das Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) eine Befragung von Lehrkräften für Berufssprachkurse im Rahmen der Evaluation der DeuFöV durch.

 

Mit der Evaluation sollen die Perspektiven möglichst vieler beteiligter Akteure eingeholt werden, um daraus Gelingensbedingungen zu identifizieren und Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Berufssprachkurse abzuleiten. In der Befragung geht es um Ihre Erfahrungen und Einschätzungen, die Sie in Ihrer Tätigkeit als Lehrkraft gesammelt haben, aber auch um Einschätzung zu Punkten, die gut oder aber weniger gut laufen. Daher bitten wir Sie um Ihre Unterstützung und um die Beantwortung der Onlinebefragung (ca. 25 Minuten). Die Befragung erreichen Sie über folgenden Link: https://umfragen.f-bb.de/index.php/782197?lang=de

 

Wichtige Infos: Es kann sein, dass Sie den Zugang zur Befragung über einen Träger erhalten und bereits teilgenommen haben. In diesem Fall nehmen Sie bitte NICHT noch einmal teil. Selbstverständlich ist die Teilnahme an der Befragung freiwillig und die Daten werden nur in anonymisierter Form ausgewertet.

 

Hier finden Sie die Informationen zum Datenschutz und Datensicherheit. Für Ihr Engagement und Ihre Zeit danken wir Ihnen ganz herzlich. Eine Teilnahme ist noch bis 4. Juli 2022 möglich.

(f-bb)

Das Bündnis hat jetzt eine Gruppe für Studierende!

Hallo! 

Wir sind die DaF/DaZ Studis und wir organisieren Gespräche mit DaF/DaF-Studierenden, die in den Beruf einsteigen wollen und noch offene Fragen bezüglich der DaF/DaZ-Branche haben. 

 

Gerne können wir uns in Präsenz im Ruhrgebiet treffen oder doch online über Zoom. Wir möchten solche Gespräche ermöglichen, um Tabus zu brechen, über Gehalt zu sprechen und über Arbeitsbedingungen und -chancen zu diskutieren. 

 

Gerade im Studium können viele Fragen in Bezug auf die beruflichen Perspektiven auftauchen: Wie viel verdient man als DaF/DaZ-Lehrkraft? Wie sieht es bei der sozialen Lage aus? Welche Arbeitsmöglichkeiten gibt es überhaupt? und viele mehr. Weil wir uns für unsere finanzielle und berufliche Zukunft nach dem Studium sehr interessieren, wollen wir DaF/DaZ-Studierende über unsere Branche so gut wie möglich informieren. Den Austausch mit anderen Studierenden halten wir für essentiell, wenn es um den Berufseinstieg geht. Jede*r von uns sollte sich mit dem Thema intensiver auseinandersetzen und genau deswegen organisieren wir informative Gespräche zu Austausch und Diskussion. Seid dabei und sprecht uns an, um ein Gespräch mit euren KommilitonInnen zu ermöglichen!

 

Falls ihr an einem Austausch interessiert sein solltet, dann schreibt uns an dafdaz-studis@mailo.com, um ein Treffen mit uns zu veranstalten. Wir freuen uns auf euch! 

 

Liebe Grüße

Delphine und Sandra

Schon den "Hamburger Appell" unterschrieben?

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte ruft alle Kolleg*innen dazu auf, den von der GEW Hamburg veröffentlichten "Hamburger Appell" zu unterzeichnen und unter Kolleg*innen, Freunden usw. zu verbreiten. Leitet bitte den Appell auch an Eure Träger weiter!

 

"Hamburger Appell" zur Lage in der Weiterbildung

 

Staatlich verantwortete Weiterbildung vor dem Abgrund - die Politik muss dringend handeln! 

                                                                    

Unser Ziel: Nachhaltige Verbesserung der Lage der Lehrenden und der Träger der staatlich verantworteten Weiterbildung, insbesondere der BAMF-finanzierten Sprach- und Integrationskurse für Geflüchtete

Aktuelle Situation: gesellschafts- und bildungs­politisch skandalöse Beschäftigungsbedingungen für die fast 20.000 Lehrenden in den Sprach- und Integrationskursen:

Bedingungen der Lehrenden:

Prekär Honorar-Beschäftigte erhalten 41 € pro Unterrichtsstunde (netto ca. 20 €), zahlen ihre gesamten Sozialversicherungsbeiträge selbst, haben kein Einkommen im Krankheitsfall, tragen das volle unternehmerisches Risiko – oder

Prekär Angestellte haben meist nur befristete Verträge, arbeiten häufig 40 oder mehr Unterrichtsstunden pro Woche bei Vollzeit, haben keine bezahlte Vor- und Nachbereitungszeit für den Unterricht, d.h. reale Arbeitszeiten von bis zu 60 Zeitstunden pro Woche, treiben Raubbau an ihrer Gesundheit / Bruttogehalt: oft nicht über 3000 €

Die aktuelle Corona-geprägte Situation hat die Lage sowohl der Lehrenden als auch der Weiterbildungs­betriebe noch einmal drastisch verschärft. Viele Betriebe haben ihre Rücklagen aufgezehrt. Viele  Lehrende sind überschuldet, in Existenznot geraten und müssen sich beruflich umorientieren.

Integration kann aber nur dann gut gelingen, wenn die Weiterbildungsträger in die Lage versetzt werden, menschenwürdige Arbeitsbedingungen anzubieten und in zukunftsfähige Ausstattung zu investieren. Die Pandemiepauschale ist hierfür viel zu niedrig und nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Wenn sich an der Finanzierung der Weiterbildung in den nächsten Monaten nichts ändert, wird ein erheblicher Teil der Träger die Pandemiezeit nicht überleben.

Die politischen Entscheidungsträger sind daher aufgefordert, massiv in eine bessere Finanzierung der Sprach- und Arbeitsintegrationskurse zu investieren. Hierzu gehören auch eine deutliche Verbesserung der Bezüge der Lehrenden und eine verbindliche Obergrenze der wöchentlich zu leistenden Unterrichtsstunden als Voraussetzung für gute Qualität von Weiterbildung.

 

Wir fordern deshalb von der großen Koalition auf Bundesebene noch für diese Legislatur:

Eine gesetzliche Verbesserung der Bedingungen in der staatlich verantworteten Weiterbildung mit:

1. Bundestariftreuegesetz (nur noch Träger mit Tarifverträgen bekommen Mittel aus der öffentlichen Hand)

- Eingruppierung entsprechend TVöD /Wettbewerb der Träger erfolgt über Qualität, nicht über den Preis

2. Deutlich längerfristige Finanzierungsstrukturen für die Träger

- unbefristete Festanstellungen der Lehrenden für Regelaufgaben

3. max. 25 UE (Unterrichtseinheiten zu 45 min) pro Woche bei Vollzeitstelle

4. 64 € Honorar pro UE bei allen bundesweiten Berufssprach- und Integrationskurse; 42 € Honorar für alle übrigen Weiterbildungsangebote

5. Träger werden befähigt, Weiterbildung der Lehrenden und kollegialen Austausch zu finanzieren

6. Innovations-Anschubfinanzierung für nachhaltige digitale Ergänzung der Lehre 

7. Durchführung einer Integrationskonferenz Weiterbildung mit den zuständigen Ministerien, der Wissenschaft, Vertretern der Träger, der Verbände und der Beschäftigten. Ziel: Zukunftspakt Weiterbildung 2020-25

DaFZ-Lehrkräfte am 1. Mai

Deutschlehrkräfte des Bonner Offenen Kreises (BOK), einer lokalen Initiative des Bündnisses DaF / DaZ-Lehrkräfte haben gestern zum Tag der Arbeit am Bonner Demonstrationszug teilgenommen, um auf ihre prekären Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen. Die Fotos befinden sich unten in der Galerie.

Da alle Lehrkräfte dieser Basisinitiative auch GEW- Mitglied sind, geschah dies auf Einladung der Bonner GEW und mit deren guter Unterstützung.

Auf dem Bonner Marktplatz gab es eine Abschlusskundgebung, bei der auch Mitglieder des BOK die Möglichkeit hatten, über ihre derzeitigen ungesicherten Beschäftigungsverhältnisse zu berichten und Forderungen an die Politik nach fairen Arbeitsbedingungen auf lokaler Ebene, als auch Landes- und Bundesebene zu stellen:

Diese sind vor allem Vergütung nach TVÖD und eine Begrenzung der zu leistenden Unterrichtseinheiten für Festangestellte auf 25 UE pro Woche.

Da in zwei Wochen in NRW die Landtagwahlen stattfinden, hatten sich auch KandidatInnen der verschiedenen Parteien zur Kundgebung eingefunden und wurden somit über unsere Lage informiert.

 

Eines ist klar: Nur durch weitere gemeinsame Aktivitäten der Deutschlehrkräfte bundesweit wird sich unsere Lage wirklich verbessern! 

 

In dem Beitrag "Honorarkräfte fordern Absicherung" des Bonner General-Anzeigers kommt auch unsere Kollegin zu Wort: "Auch beim Arbeitgeber von Monika Strauß-Rolke sind die wenigsten fest angestellt. Die Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache ist an einer Bonner Sprachschule tätig. „Seit 20 Jahren bekommen wir nur Fünf-Wochen-Verträge, obwohl wir im staatlichen Auftrag tätig sind“, sagte Strauß-Rolke und forderte eine Absicherung für Lehrkräfte."

 

Auch in Hamburg (s. Foto oben) haben unsere Kolleg*innen aus dem Bündnis zusammen mit der GEW demonstriert.

(BOK)

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Einladung zu einem bundesweiten Vernetzungstreffen

"Das Haus der Selbständigen in Leipzig lädt Honorarlehrkräfte zu einem bundesweiten Vernetzungstreffen ein! Es findet am 27. April, 18-20.30 Uhr sowohl online als auch vor Ort (hybrid) statt.

 

Das Vernetzungstreffen dient dem Austausch von Erfahrungen darüber, wie kollektives Handeln um verbindliche Vereinbarungen mit (öffentlich-rechtlichen) Auftraggeber*innen gelingen kann. Die Einladung richtet sich in erster Linie an die Honorarlehrkräfte selbst. Wir laden aber auch explizit hauptamtliche Gewerkschaftssekretär*innen von ver.di und der GEW ein, ebenfalls teilzunehmen und sich dieser Mitgliedergruppe stärker anzunehmen sowie ihre Erfahrungen zu teilen.

 

Unter diesem Link  findet ihr die Veranstaltungsankündiung und könnt euch anmelden. Wir freuen uns auf eure Teilnahme!"

(pp)

Mindestlohn in der Weiterbildung steigt kräftig

Die GEW informiert in ihrer Pressemitteilung über das Ergebnis der Tarifverhandlungen von ver.di und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft  mit der Zweckgemeinschaft des Bundesverbandes der Träger beruflicher Bildung e.V. (BBB). Der Mindestlohn für das pädagogische Personal in der Weiterbildung werde in den kommenden Jahren kräftig steigen.

"Die Tarifeinigung sieht vier Erhöhungsschritte vor: Ab dem 1. Januar 2023 um 4 Prozent, ab dem 1. Januar 2024 um weitere 4 Prozent, ab dem 1. Januar 2025 um weitere 4,25 Prozent, ab dem 1. Januar 2026 um weitere 4,5 Prozent."

Dieser Mindestlohn ist auch für die Lehrkräfte in den BAMF-Kursen sehr wichtig, denn die Festangestellten werden meistens nach ihm bezahlt, leider ohne eine Faktorisierung des Unterrichts, sodass sie meistens weit unter diesem Mindestlohn liegen, wenn man Vor- und Nachbereitung sowie andere Aufgaben berücksichtigt.

Auch für die Honorarkräfte ist der Mindestlohn entscheidend, weil er in Honorar umgerechnet wird und als Orientierung für das BAMF-Mindesthonorar dient. 2020 hat der Haushaltsausschuss des Bundestages beschlossen, dass das Mindesthonorar an die Erhöhungen des Mindestlohns in der Weiterbildung angepasst wird. Diese Dynamisierung hatte das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte jahrelang gefordert. Das Bündnis ist der Auffassung, dass bereits am 1. Januar 2022 das Mindesthonorar hätte angepasst und auf ca. 43 €  erhöht werden müssen. Diesbezügliche Schreiben des Bündnisses ans BAMF, BMI und BMAS sind bis jetzt nicht klar beantwortet worden. Das Bündnis kann nur noch einmal an alle Lehrkräfte appellieren, sich im Bündnis zu engagieren, in die Gewerkschaften einzutreten und den Hamburger Appell zu unterschreiben. Die Passivität, Ignoranz und Indolenz sehr vieler Kolleg*innen scheinen mit- wenn nicht sogar hauptverantwortlich für die schlechte Lage in unserer Branche zu sein.

(as)

ZQ BSK: Stellungnahme einer Kollegin

Es ist geschafft, beim zweiten Anlauf, 22 von 30 Punkten. Wie viele haben es nicht geschafft, die jahrelang als BSK-Dozent:innen tätig waren? Vielleicht aus Zeitmangel, vielleicht aus anderen (wirtschaftlichen) Gründen. Denn zu den veranschlagten 160 UE für Modul-Seminare und Selbstlernphase kam mindestens noch eine Woche für das auszuarbeitende Portfolio hinzu. Also fünf, vielleicht sechs Wochen Arbeits- und Einkommensausfall oder entgangener Erholungsurlaub. Wäre dies möglich, wenn wir beim BAMF angestellt gewesen wären?

 

Laut § 3 (Fn 2) AwbG hat ein Arbeitnehmer einen Anspruch auf Arbeitnehmerweiterbildung von fünf Arbeitstagen im Kalenderjahr. Der Anspruch von zwei Kalenderjahren kann zusammengefasst werden. Diesen Vorzug haben die freiberuflichen BSK-Dozent:innen nicht. Sie tragen die Last des Verdienstausfalls durch die vom BAMF auferlegte Weiterbildung selbst. Für die ZQ-Anbieter ein Segen, für die teilnehmenden Dozent:innen eine schwere Last, die mit Sicherheit nicht jede/r tragen konnte.

 

Nach diesem dreiviertel Jahr war ich erschöpft, dazu kam Corona mit vielen Umbrüchen und (finanziellen) Unsicherheiten. Auch ohne Corona, wäre diese Zusatzqualifizierung eine Tortur gewesen. Und man fragt sich am Ende: Für was? Was haben wir dazugelernt? In der Einstiegsreflexion wird gefragt, ob wir Probleme hätten bei der Erklärung der Syntax? Das musste ich 5x lesen und konnte nicht glauben, dass man dies bezweifeln könnten? Als frage man einen Bäcker, ob er den Unterschied zwischen Hefe- und Sauerteig kenne. Was haben wir gelernt? Die Anwendung von verschiedenen digitalen Apps. Wobei die Vorbereitung dieser netten Einlagen sehr zeitaufwändig ist und die Frage bleibt: Haben wir diese im Unterricht? Und die Szenariotechnik, sie war es wert, die ZQ zu belegen. Doch der Rest? Mir schien es, als würde in einem Rundumschlag die gesamte DaF/Z-Ausbildung inklusive einem versteckten (nachträglichen) Einstellungsgespräch, in dem persönlichste Dinge in Erfahrung gebracht werden sollten (Einstiegsreflexion) nochmals abgefragt.

 

Ist das BAMF unser direkter Arbeitgeber oder sind es die Kursträger? Oder sind diese die Subunternehmer des BAMF? Liegt hier eventuell Scheinselbständigkeit vor? Nein, soweit wollen wir nicht denken … Wir lieben unsere Freiheit. Doch die Auflagen (mehrwöchige Schulungen bei Verdienstausfall) haben ein Limit, die im selben Rahmen wie bei Festangestellten mit bezahltem Bildungsurlaub abgeglichen werden müssen.

 

Außerdem hätte ich mir gewünscht, dass vorab, wie in jedem modernen Unternehmen, erst einmal in einer Diskussionsrunde eruiert worden wäre, was die Dozent:innen selbst für einen Fundus an Verbesserungsvorschlägen vortragen können. Ich hätte da folgende:

- Berufspraktika während des Kurses (z. B. 1x wöchentlich), da die TN meist völlig isoliert zu Hause lernen und keinen Kontakt zu Deutsch-Muttersprachlern finden.

- Nach jedem Modul einen Kurztest mit Antwortbogen, der extern maschinell korrigiert wird, zur Entlastung der Dozent:innen. Ich z. B. komme in meinem Zeitrahmen nicht hinterher mit der Korrektur von Kurztests.

 

Abschließend hoffe ich, dass uns Selbiges nicht noch einmal widerfährt: Fast ein Jahr kein Erholungsurlaub oder ein Verdienstausfall von mehreren Tausend Euro, der nicht einfach so kompensiert werden kann.

Claudia Müller

Volkshochschule fordert mehr Geld für Integrationskurse

Die Onetz-Zeitung berichtet in einem Beitrag über Harald Krämer, einen VHS-Fachbereichsleiter, der für Integrationskurse zuständig ist.

Er fordert .einen Abbau des bürokratischen Aufwands bei der Durchführung der Kurse und eine Erhöhung des finanziellen Erstattung. Es gebe zwar eine große Nachfrage an Integrationskursen, aber mittlerweile keine Lehrkräfte mehr. "Krämer wünscht sich Pädagogen einzusetzen, die in anderen Ländern eine Lehrbefugnis erworben hätten. Die werde aber oft in Deutschland nicht anerkannt und er könne sie deshalb nicht einsetzen." 

"Stand heute, sind wir dicht. Wir haben keine Lehrkraft mehr, um bis Mai weitere Integrationskurse anzubieten. Die Bedingungen, die an eine Lehrkraft gestellt würden, seien hoch. Wenn das Anforderungsprofil heruntergeschraubt würde, auch ohne den Qualitätsstandard zu gefährden, könnte man noch die eine oder andere finden."

"Die Stundenhonorare hätten sich verdoppelt, rechnet Krämer vor. Aber die Sätze, die wir pro Unterrichtseinheit und Teilnehmer erhalten, sind nur marginal angehoben worden. Dabei sei der Aufwand, solche Lehrgänge abzuwickeln, inzwischen enorm."

(as)

ZQ BSK: ein vierzehnter Erfahrungsbericht

Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay
Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay

Heute veröffentlichen wir unten einen vierzehnten Bericht zur ZQ BSK. Schickt uns bitte keinen weiteren  Texte! Wir, das Bündnis, werden dann in einigen Wochen eine Auswahl ans BAMF und BMAS schicken.

 

Die etwas andere Abschlussreflexion

 

Ein Teil Lebenszeit und -qualität gestohlen - so sehe ich das. Mehrere Monate hat mich dieser Wahnsinn mit all seinen Widersprüchen in der Zwangsmaßnahme gekostet. Und ich hatte noch das "Glück", von meinem Arbeitgeber freigestellt worden zu sein - zumindest für die Onlinepräsenz (natürlich nicht für die Vor-, Nachbereitungs- und die Zeit, die man für das Portfolio aufbringen musste). Das wäre jedoch zwingend notwendig. Aber dieses "Glück" haben eben nicht viele, wenn man freiberuflich tätig ist.

 

Und wo gibt es überhaupt sowas, dass Lehrer:innen an öffentlichen Schulen nachgeprüft werden mit einem immensen zweifelhaften Aufwand, der seinesgleichen sucht. Mit der Mutmaßung, dass wir demnächst alle toll ausgebildete BSK'ler in die Prüfungen entlassen, da wir als Lehrkräfte ja jetzt sooooooooo viel gelernt hätten (wozu wir vorher NICHT fähig waren). Was für ein Schmu - der Fisch stinkt vom Kopf. Könnte es vielleicht sein, dass das dahinterstehende System sowohl der Integrations- als auch der Berufssprachkurse einfach völlig realitätsfremd ist? Haha ... "Erfolgsgeschichte". Wo erfahrenes Lehrpersonal dann zum Wohle unserer Kursteilnehmer:innen mit ihrem über Jahrzehnte entwickelten Stil von jungen Fortbildner:innen unterrichtet werden, die noch nicht einmal das Zitieren beherrschen, deren links ins Leere führen und das BAMF heilig sprechen. Man wisse ja, dass das alles viel zu viel sei blablabla, kamen dann pseudosozial in Gutmenschenmanier Sprechblasen daher. Ausgefüllt mit Inhalt oder wenigstens mal leichtem Gegenwind wurden diese Allgemeinplätze nicht, waren sie doch nur der Tatsache geschuldet, uns ein wenig zu befrieden und Gleichheit vorzutäuschen, wo keine war. Auch die Möglichkeit nur in Erwägung zu ziehen, dass weniger manchmal mehr ist bei der Fülle an Material, wurde noch nicht einmal im Ansatz verwirklicht. Ständig sollen wir kritisch und v.a. hochreflektiert sein, gleichzeitig mit Quellenverzeichnissen arbeiten, während die Fortbildner:innen Kritik von sich gewiesen haben (begründet zum Teil mit Zeitmangel; ein Schelm, wer Böses dabei denkt).

 

Das BAMF an sich stellt ebenfalls das Konzept nicht in Frage, wie man nachlesen kann. Welche Konzeption diesem Sammelsurium an mehreren tausend Seiten zugrundeliegt, die allein vom BAMF zur Verfügung gestellt werden und die zu lesen sind an Durchführungshinweisen, Konzepten, Lernzielen etc., erschließt sich mir bis heute nicht. Pure nicht anlassbezogene Theorie. Während wir als als Moderator:innen in unseren Kursen damit beschäftigt sind, mit hohem Aufwand immer mehr Verwaltungstechnisches für das BAMF, die Jobcenter und die Träger zu erledigen oder Sozialarbeit zu betreiben. 

  

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Lüneburger Appell und Petition: Für gute Erwachsenenbildung mit fairen Tariflöhnen in der VHS Lüneburg!

Screenshot von ver.di-Info
Screenshot von ver.di-Info

Ver.di hat einen Lüneburger Appell veröffentlicht und eine Petition gestartet. Im Appell wird ein Tarifvertrag mit fairen Arbeitsbedingungen und gerechter Bezahlung für alle Beschäftigten der VHS REGION Lüneburg gefordert.

 

Die wichtigsten Kernforderungen für den Tarifvertrag sind:

- Anwendung des TVöD für alle Beschäftigten: keine schlechtere Bezahlung für die Kursleiter:innen

- Einführung einer jährlichen Sonderzahlung für alle Beschäftigten

- Gerechte Eingruppierung für die anspruchsvollen Tätigkeiten in der VHS: Gute Arbeit – Gute Leute – Gutes Geld!

- Faire Überleitung aller Beschäftigten in den neuen Tarifvertrag

(as)

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Ver.di fordert Tarifverträge für Solo-Selbstständige

Ver.di will Tarifverträge für alle Solo-Selbstständigen abschließen und Arbeitsbedingungen notfalls über Honorarempfehlungen verbessern

 

Am 24.2.2022 hat ver.di der EU-Kommission eine Stellungnahme vorgelegt, aus der hervorgeht, dass kollektive Tarifverhandlungen mit den Auftraggebern ausnahmslos für alle Solo-Selbstständigen legalisiert werden müssten, um die prekären Arbeitsverhältnisse in einzelnen Branchen zu verbessern.

(lg)

Tacheles reden bei der Evaluation der BSK!

Im März wird Kantar eine Telefonbefragung bei den Kursträgern durchführen.  Im Rahmen der Telefoninterviews wird das Evaluationsteam die Träger ebenfalls um Informationen zur Befragung der Lehrkräfte bitten (Online-Befragung durch das f-bb). 

Das SprecherInnenteam des Bündnisses appelliert an die befragten Träger und vor allem an die befragten Lehrkräfte, auch die prekären Arbeits- und Einkommensverhältnisse zu thematisieren, denn sie haben einen enormen Einfluss auf die Qualität des Unterrichts. Man denke nur an die Arbeitsbelastung, wenn man 40 UE um mehr pro Woche unterrichtet. Denkbar wäre auch andere Themen, z.B. die Qualität der neuem Lehrwerke, Auswahl der Themen oder die neuen Prüfungen mit ihrer fast ausschließlichen Fixierung auf die beruflichen Themen.

(as)

5 Jahre Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstständigenverbände

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstständigenverbände (BAGSV), der auch das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte angehört, feiert ihr fünftes Jubiläum.

In dem Beitrag "5 Jahre BAGSV": „Die Politik kommt nicht mehr an uns vorbei“ wird nicht über die Gründung und Struktur des Dachverbandes gesprochen, sondern natürlich auch über seine Erfolge. Der größte war bis jetzt die Senkung der GKV-Mindestbeiträge für Selbstständige. "Am 01.01.2019 wurde im Rahmen des GKV-Versichertenentlastungsgesetze die Mindestbeiträge für Selbstständige um 57 Prozent gesenkt, eine Ersparnis von rund 750 Millionen Euro, die Soloselbstständige mit niedrigem Verdienst zuvor zu viel bezahlt hatten." Gerade die Lehrkräfte in der Erwachsenenbildung, darunter auch viele DaFZ-ler, profitieren davon.

(as)

 

Wie hast du es mit der Integration?

Das MiGAZIN  befasst sich in seinem Beitrag "Noch Luft nach oben bei der Integration" mit dem Bericht des Sachverständigenrates für Integration und Migration. Der Anlass ist der zehnte Jahrestag des Nationales Aktionsplans Integration.

(as)

 

Umfrage der Uni Osnabrück: Wie hat sich unsere Arbeit verändert?

Corona hat unser Leben durchgeschüttelt, doch wie hat sich die Arbeit in der Krise verändert?  Online-Unterricht, größtmögliche Distanz in den Räumen,  Wegbrechen von Kursen, finanzielle Sorgen.  Zu diesen Themen führt die „Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften“  zusammen mit der Universität Osnabrück  eine Umfrage bei Soloselbstständigen durch.

„In der Befragung geht es um Infektionsrisiken und Schutzmaßnahmen, den Umgang des Arbeitgebers mit der Pandemie, wirtschaftliche Folgen, Mitbestimmung, Kinderbetreuung und die Einschätzung der Politik“.

Gerade hat die nächste Befragungsrunde des Arbeitswelt-Monitors „Arbeiten in der Corona-Krise“ begonnen. Eine Teilnahme ist bis zum 15. März 2022 möglich.

Die Startseite der Befragung lautet: www.arbeit-corona.uni-osnabrueck.de

Wir, das SprecherInnenteam des Bündnisses, empfehlen diese Umfrage, damit auch die DaF/DaZ-Lehrkräfte gehört werden. 

(hs)

 

Vier neue Zertifikatsprüfungen „Deutsch-Test für den Beruf“

In seinem aktuellen Trägerrundschreiben Berufssprachkurse 02/22 (hier unten) informiert das BAMF über die Einführung von vier neuen Zertifikatsprüfungen „Deutsch-Test für den Beruf“ (DTB).

"1. Als erster bundesweiter Prüfungstermin für die DTB sind Freitag und Samstag, der 1. und 2. Juli 2022 vorgesehen. Danach finden die DTB alle 14 Tage freitags und samstags im Wechsel mit den DTZ-Terminen (Deutsch-Test für Zuwanderer) statt.

2. Die Anmeldung zu den ersten DTB wird ab Anfang Mai online möglich sein.

3. Alle Berufssprachkurse mit dem Sprachniveauziel A2, B1, B2 und C1, • die am 15. Februar 2022 oder später beginnen und • deren letzter Kurstag laut Kursbeginnmeldung nach dem 20. Juni 2022 geplant ist, müssen die neuen DTB zum nächstmöglichen Prüfungstermin verwenden.

4. Für Berufssprachkurse, die bereits vor dem 15. Februar 2022 begonnen haben und deren geplantes Kursende nach dem 20. Juni 2022 liegt, können die Träger nach eigenem Ermessen entweder den entsprechenden DTB oder eine entsprechende DTB-alternative Zertifikatsprüfung auswählen. 5. Für Berufssprachkurse, die vor dem 20. Juni 2022 enden, wählen die Träger so wie bisher nach eigenem Ermessen eine entsprechende DTBalternative Zertifikatsprüfung aus."

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Deutsch-Dozenten gesucht. Aber zu welchen Bedingungen?

„Deutsch-Dozenten gesucht. Europa-Universität: Mehr als 100 Studenten aus dem Ausland sind auf Sprachkurse angewiesen / doch Lehrkräfte sind schwer zu finden – offenbar auch wegen der schlechten Bezahlung“ heißt es im Flensburger Tageblatt vom 26.01.2022.

 

In dem Artikel wird endlich öffentlich die Höhe der Vergütung der Honorarkräfte (Lehrbeauftragten) an der Universität thematisiert. Man erhält dort nur 25,68 € pro UE. Zeitgleich wird aber auch um Deutsch-Dozenten geworben. Denn die formalen Anforderungen an der Uni seien dabei nicht besonders hoch, wie es heißt. „Eine Ausbildung als DaZ-Lehrkraft oder eine Zulassung durch das BAMF, wie sie für Integrationskurse oder Berufssprachkurse vorgeschrieben sind, sind zwar erwünscht, aber nicht zwingend erforderlich.“ Trotzdem kann die Europa-Universität Flensburg fünf von sieben Lehraufträgen nicht besetzen. Die für DaFZ Zuständige macht die Corona-Pandemie dafür verantwortlich. Die Uni weist jedoch auch auf die mit der generellen Unterfinanzierung verbundenen schlechten Arbeitsbedingungen der Dozent*innen hin.

 

Zur Lage an der Flensburger Uni hat sich spontan eine norddeutsche Kollegin geäußert: „Kommt alle her, wenig Lohn für wenig Ausbildung.“ Da gratulieren wir doch den Studierenden, dass sie so einen „qualitativen“ Unterricht bekommen. Das Studium an der Uni lohnt sich! Alles easy! Wo ist der Qualitätsanspruch geblieben? Wo die Würdigung der Dozenten für qualitative Arbeit? Wie bitter. Akademische Bildung adé. Und Corona ist nicht an allem Schuld – nicht am Dozentenmangel.

(gb/as)

ifo Geschäftsklimaindex: Existenzbedrohung aufgrund Pandemie

„Die Kleinstunternehmen leiden besonders stark unter dem aktuellen Pandemieverlauf“, sagt Dr.Klaus Wohlrabe, stellv.Leiter des ifo Zentruns für Makroökonomik und Befragungen sowie Leiter Befragungen in einer Pressemitteilung. „Für viele kleine Unternehmen wird das wirtschaftliche Überleben immer schwieriger, je länger die Pandemie dauert“

 

Tatsächlich habe sich das Geschäftsklima für Kleinstunternehmen (weniger als 9 Mitarbeitende) und Soloselbstständige im Dezember 2021 verschlechtert, denn der aktuelle Index (die Januarbefragung läuft derzeit) sank deutlich unter den der Gesamtwirtschaft. So bildet der statistische Messwert zu Jahresende laut Konjunkturumfrage eine desolate Stimmung in der Geschäftslage ab, während gleichzeitig die Erwartungen der Kleinstunternehmenden und Selbstständigen ein wenig steigen und zarte Hoffnung auf bessere Zeiten widerspiegeln. 

 

Eine Existenzbedrohung sähen rund ein Viertel der Kleinstunternehmen und Selbstständigen, beantworteten sie doch die Frage „Würden Sie sagen, dass Ihr Unternehmen durch die aktuellen coronabedingten Beeinträchtigungen in seiner Existenz bedroht ist?" (ifo) zu 24,9% mit ja. In der Gesamtwirtschaft (= Gesamtheit aller Unternehmen) fiel die Antwort mit 14,4% deutlich niedriger aus.

 

Das Bündnis hatte im November aufgerufen, monatlich an der Befragung teilzunehmen. Es ist wichtig, weiterhin mitzumachen, damit das ifo Institut in den monatlichen Konjunkturumfragen auch die Lehrkräfte als Soloselbstständige berücksichtigen kann. Umso besser, wenn möglichst viele und viele kontinuierlich dabei sind!  Da das sog. Segment Kleinstunternehmende und Soloselbstständige nämlich erst im August 2021 an den Start ging, sind noch keine Saisonbereinigungen möglich.

 

Für das ifo bleibt die künftige Entwicklung spannend. Davon wollen wir uns doch anregen lassen und mitmachen.

(chh)

Rückzahlungen von Corona-Soforthilfen

Die WirtschaftsWoche befasst sich in ihrem Beitrag "Die Corona-Soforthilfen sind eine tickende Bombe" auch mit der Lage der DaFZ-Lehrkräfte.

„Es war damals nicht klar, ob die Soforthilfen nur für die Betriebskosten oder auch für den Lebensunterhalt genutzt werden durften“, sagt Hedwig Schulte vom Bündnis DaF/DaZ Lehrkräfte. Viele Honorarlehrkräfte seien durch die Pandemie in finanzielle Notlagen geraten und hätten deshalb im März 2020 Corona-Soforthilfen beantragt. Nun drohe ihnen eine nahezu vollständige Rückzahlung. 

Mit den Corona-Soforthilfen habe die alte Bundesregierung der neuen Regierung eine tickende Zeitbombe hinterlassen, meint Andreas Lutz vom Verband Gründer und Selbstständige (VGSD). "Selbstständige, deren Geschäft bereits im März 2020 unter der Pandemie gelitten hätte, seien nun auch durch die Rückzahlung wieder schwer betroffen. Besonders prekär ist die Lage der Soloselbstständigen. Diese haben oft kein Büro und deshalb auch keine Fixkosten, für die sie die Soforthilfe hätten beantragen können. Für Lebenshaltungskosten wie Wohnungsmiete, Lebensmittel oder Krankenkasse durfte das Geld nicht verwendet werden. Stattdessen wurde Soloselbstständigen empfohlen, die Grundsicherung in Anspruch zu nehmen." „Vorher hätten Sie aber noch Ihre Altersvorsorge aufbrauchen müssen“, sagt Lutz.

(as)

ZQ BSK-Angebote des IIK: online und hybrid

Wir - das Institut für Internationale Kommunikation e.V. (IIK) in Düsseldorf und Berlin, haben jetzt unsere ZQs 2022 freigeschaltet. Wir setzen die vom BAMF vorgegebenen Inhalte möglichst praxisrelevant um und nehmen dabei auf die große Belastung der Lehrkräfte durch die ZQ große Rücksicht. Das fängt schon bei den Formaten an: Zur Auswahl stehen (bei Beginn vor dem 19.3.2022) zwei besonders lehrkräftefreundliche reine Online-Formate und nach dem 19.3. ein möglichst lehrkräftefreundliche Präsenzformat (mit den dann noch max. zugelassenen 25% Online-Anteil) an zwei Standorten.

Alle ZQs, die im ersten Quartal 2022 beginnen, sind so konzipiert, dass man noch bis zum Stichtag 30.6.22 die erweiterte Zulassung für BSK-Kurse in Händen halten kann. Hier wird es ganz gewiss keine Verlängerung mehr von Seiten des BAMF geben. Und wer sich zu einer dieser ZQs verbindlich anmeldet, kann außerdem noch vor dem 30.6. begonnenen Kurse zu Ende führen, auch wenn das Enddatum erst in der zweiten Jahreshälfte liegt. Das ist vor allem für neue Kolleg:innen wichtig, die erst im Laufe des 1. Halbjahres ihre 300 UE in BAMF-Kursen zusammenbekommen, die ja die Voraussetzung für die Zulassung zu einer ZQ sind.

Hier die Formate im Überblick:

1. 100%-Online

a) fünf Wochenenden à durchschnittlich 16 UE

b) 9 Wochen mit 2 festen Nachmittagen oder Vormittagen à 4-6 UE

Wie empfehlen eigentlich vor allem die Variante b) weil sie sich nach unseren Erfahrungen am besten berufsbegleitend erledigen lässt und die Selbstlernphasen vorwiegend am Wochenende gestaltet werden können.

2. 75% Präsenz und 25% Online

- Standorte Düsseldorf und Berlin

- insgesamt 5 Wochenenden, davon eines rein Online

- Auftakt jeweils freitags mit 2 UE online + Samstagnachmittag und Sonntagvormittag in Präsenz

- bei weiterer Anreise nur eine Übernachtung erforderlich

Generell zeigt unsere Erfahrung mit über 30 abgeschlossenen Online-ZQs, dass es sich allgemein und gerade bei der Online-Variante empfiehlt, die ZQ "am Stück" zu machen, damit man sich nicht immer wieder neu eindenken muss und die notwendigen (Arbeits- und Online)-Routinen entwickelt. Das ist auch für das Portfolio sehr hilfreich, dass ZQ-begleitend von uns unterstützt wird, und zum Ende der ZQ dann auch "fertig" sein kann. Das ist mit der näher rückenden endgültigen Frist besonders wichtig.

Generell stehen wir auch gerne für Rückmeldungen zu den Erfahrungen mit der ZQ-Durchführung aus Sicht eines ZQ-Anbietenden, speziell in der Online-Variante, zur Verfügung. Kolleginnen und Kollegen, die sich online unsicher fühlen, bieten wir nicht nur ein generelles "Onboarding" an, sondern leisten auch sehr viel individuellen Support durch unser IT-Team, das schon vielen weitergeholfen hat, die dann die ZQ auch geschafft haben.

(ikk)

ZQ BSK: ein dreizehnter Erfahrungsbericht

Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay
Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay

Heute veröffentlichen wir unten einen dreizehnten Bericht zur ZQ BSK. Wir, das Bündnis, bitten Euch um Erfahrungsberichte über Eure BSK-Zusatzqualifizierungen. Schickt uns bitte den Text in anonymisierter Form zu, und schreibt bitte gleich, ob Ihr mit einer Veröffentlichung einverstanden seid.  Wir werden dann in einigen Wochen eine Auswahl ans BAMF und BMAS schicken.

 

Ich habe in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 an einer ZQBSK teilgenommen, damit ich weiterhin unterrichten darf. Zu mir: Habe 35 Jahre Deutsch und Englisch an einer Hauptschule unterrichtet und mittlerweile auch mehr als 3000 UE in BSKs.  Die Unterstellung, dass die schlechten Ergebnisse der Teilnehmende an diesen Kursen auf die Dozenten

zurückzuführen sind, ist zunächst schon mal inakzeptabel. Hier fehlt es an der Reflektion des eigenen Handelns beim Bamf und bei telc. Welche Ziele, welche Aufgaben, welche Standards in Prüfungen, Aufbau von Prüfungen, Bewertung etc.. Die Dozenten werden ständig zur Selbstreflektion aufgefordert, was offensichtlich das Bamf und telc im eigenen Hause nicht für notwendig halten.

 

Die Fortbildung war vonseiten des Trägers und der Dozenten so gut es ging vorbereitet. Sie müssen den von "oben" kommenden Vorgaben folgen, und das ist nicht immer einfach. Trotzdem blieben Fragen offen wie z.B. genaue und eindeutige Aufgabenstellungen für das Portfolio oder eindeutige Vorgaben zum Umgang mit Fehlzeiten. Die zeitliche Aufteilung der einzelnen Module war m.E. nicht immer logisch, denn es kam vor, dass ein Thema bearbeitet wurde, aber nicht schriftlich beendet werden konnte, weil der entscheidende Teil erst 4 Wochen später dran kam. Alle Dozenten, die ich kennenlernte, versuchten ihr Bestes und konnten einem

auch den Druck, unter dem man stand, etwas nehmen. Es entwickelte sich trotz online-Vermittlung ein angenehmes Arbeitsklima zwischen Dozenten und Teilnehmenden sowie zwischen den Teilnehmenden untereinander. Trotzdem sehnte man das Ende herbei, denn inhaltlich ist die gesamte Fortbildung viel zu umfangreich und für Teilnehmer, die "nebenher" noch einen Kurs leiten, eine Zumutung. Die einzelnen Vorbereitungen für jedes Modul waren nicht zu bewältigen.

 

Für mich waren nur wenige Inhalte neu. Ich konnte meine Kompetenz bezüglich des online-Lernens etwas verbessern und ich bin etwas sicherer in der Bewertung von Leistungen geworden, die ich allerdings auch schon vorher zu 98% richtig einschätzen konnte. Einige fachspezifische Ausdrücke haben sich geändert. Mein Unterricht wird sich nach dieser Fortbildung aber nicht wesentlich ändern oder verbessern. - Ich halte eine Differenzierung bezüglich der Vorkenntnisse der Lehrkräfte für wichtig. Es ist ein Unterschied, ob ich aus einem kaufmännischen Beruf komme und gerade 300 UE in einem BSK absolviert habe, oder ob ich mich

schon viele Jahre mit Pädagogik, Sprache und Unterricht beschäftige.

 

Die Fortbildung hatte zu viele Aufgaben, die fast allen Teilnehmern mehr oder weniger bekannt waren. Ausbildung oder Studium, Berufserfahrung, Umgang mit Menschen, Deutschkenntnisse und Vermittlung der deutschen Sprache kann jeder Teilnehmer nachweisen. Insgesamt wäre weniger mehr gewesen. Die meisten Fragen bezogen sich auf das Portfolio, den Schlüssel für die Fortsetzung der Arbeit,  um hier nichts falsch zu machen.

 

Ich bin froh, den enormen Zeitaufwand und die Fleißarbeit des Portfolios hinter mir zu haben! Und ich bin sehr gespannt auf die Argumentation des Bamf, wenn sich trotz dieser Zwangsmaßnahme keine besseren Ergebnisse der BSK-Teilnehmer eistellen!

  (BzD)  

ZQ BSK: Ein zwölfter Erfahrungsbericht

Heute veröffentlichen wir unten einen zwölften Bericht zur ZQ BSK. Wir, das Bündnis, bitten Euch um Erfahrungsberichte über Eure BSK-Zusatzqualifizierungen. Schickt uns bitte den Text in anonymisierter Form zu, und schreibt bitte gleich, ob Ihr mit einer Veröffentlichung einverstanden seid.  Wir werden dann in einigen Wochen eine Auswahl ans BAMF und BMAS schicken.

 

Zurzeit schreibe ich am Portfolio der ZQ BSK, und es kostet mich regelrecht Überwindung, dafür Zeitfenster in meinem Alltag freizuschaufeln. Das liegt daran, dass diese ZQ in keiner Hinsicht rund oder gut durchdacht ist, denn wenn das so wäre, so würde ich sehr gern daran arbeiten.

 

Meine Kritikpunkte sind folgende:

Inhaltliche Überfrachtung: Den kompakten Inhalten wird zu wenig Zeit gegeben. Ich frage mich auch, wie man all die Aufgaben neben einer Erwerbstätigkeit noch leisten soll. Ich selbst bin an einer Berufsschule beschäftigt. Klausuren und Halbjahresnoten können nicht geparkt werden.

Reines Online-Format: Es ist kein Geheimnis, dass Online-Unterricht weniger effektiv ist als Unterricht im Klassenraum. Gerade diese Inhalte, ob nützlich oder nicht, erfordern eine gründliche Durcharbeitung, die in diesem Format schwierig bis unmöglich ist. Ich bin mir sicher, dass diese ZQ nicht so dringend ist, dass man damit nicht bis zu einer Normalisierung der Pandemiesituation hätte warten können, um wenigstens teilweise in Klassenraumpräsenz zu unterrichten.

Unterschiedliche Medienkompetenz der TN: Während einigen TN Zoom-Knöpfe erklärt wurden, blieb dem Rest nichts weiter übrig, als diese Erklärungen untätig abzuwarten. Dies war zu Beginn des Kurses sehr lästig und zog sich über das erste Wochenende.

Organisation: Ich habe es als harschen Eingriff in mein Privatleben empfunden, dass fünf ganze Wochenenden von der Zusatzqualifikation belegt wurden. Auch am Sonntag der Bundestagswahl war Kurszeit! Zudem beträgt die Bildschirmzeit je Kurstag 6 Stunden (Pausen bereits abgezogen). Dieser Wochenendeinsatz hatte zur Folge, dass ich montags geistig kaum einsatzfähig war, da die Erholungszeit fehlte. Nach dem letzten Kurswochenende streikte mein Rücken durch so viel Sitzzeit. Vier Tage lang musste ich Schmerzmedikamente nehmen, um mich wenigstens langsam bewegen zu können.

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Der letzte Baustein im GPS: das Pilotkonzept für einen Basiskurs C2

Mit dem Trägerrundschreiben (TRS) 21 im Jahr 2021 ist es nun da: das bisher fehlende Konzept für den berufsfeldübergreifenden Basiskurs C2 gemäß der DeuFö-Verordnung.

Im TRS 21 21 sind in Anlage 2 die berufsfeldübergreifenden Deutschkenntnisse unter dem Erwerb sprachlich-kommunikativer Kompetenzen vermöge berufsbezogenen Inhalten formvollendet ausgeführt. An der Volkshochschule Berlin Mitte erprobt, ist in der Vorbemerkung zu erfahren, kann es nun bundesweit unter pädagog. Begleitung umgesetzt werden – dank des Verfassens zweier Kursleitenden, deren langjährige Erfahrungen sowie Erkenntnisse aus den beiden Kursen an der Volkshochschule Berlin Mitte in das Konzept eingeflossen sind“ und welche in „maßgeblichen Teilen (insbesondere hinsichtlich der Lernziele, Lerninhalte und Methoden)“ mitgewirkt haben.

 Wir gratulieren zum umfangreichen Elaborat!

„Darüber hinaus wurde der Konzeptentwurf mit einem Gremium von Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis intensiv diskutiert und unter Berücksichtigung ihrer Anmerkungen finalisiert. Das Bundesamt dankt der Volkshochschule Berlin Mitte, dem Kursleitenden- und Autorenteam Gudrun Carl und Dieter Hartmann sowie den beratenden Expertinnen und Experten Prof. Dr. Olaf Bärenfänger (Universität Leipzig), Stefanie Dengler (Goethe-Institut e.V.), Prof. Dr. Christian Efing (RWTH Aachen University), Dr. Olga Haber (Fachstelle Berufsbezogenes Deutsch im Förderprogramm IQ), Dr. Christina Kuhn (Friedrich-Schiller-Universität Jena) und Gaby Wegscheider (Volkshochschule Berlin Mitte).“  

 

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Anbindung an die Selbstständigenverbände

Zum Adventstreffen lud die BAGSV (Bundesarbeitsgemeinschaft der Selbstständigenverbände) am 8.Dezember 2021 ein. Dabei tauschte man die bisherigen Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen aus. Unser Bündnis gehört der BAGSV an.

 

Der VGSD e.V. spricht in seinem Blogbeitrag vom wertschätzenden Ton des Koalitionsvertrags  und lobt dabei u.a. die Senkung der Mindestbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung sowie den kleinen Schritt der Verbesserung des Zugangs zur freiwilligen Arbeitslosenversicherung. Die Themen Statusfeststellungs-verfahren und Altersvorsorgepflicht werden weiterhin kritisch verfolgt.

 

Jimdo-Geschäftsführer und -Mitgründer Matthias Henze und Vice President Marketing bei Jimdo Stefanie Hämmerle setzen sich für www.wir-im-ifo.de, den Geschäftsklimaindex und die Sichtbarkeit von Kleinstunternehmenden und Selbstständigen ein. Um in der Politik und den Medien sichtbar zu werden, rufen sie auf, bei der monatlichen Umfrage kostenfrei mitzumachen. Nicht nur, dass Kleinstunternehmende und Selbstständige als Gruppe 81 % aller Unternehmen im Land ausmachten, so sei bisher eine hohe Anzahl an Registrierungen von der genannten Gruppe zu verzeichnen. Eine Überraschung – für das ifo!

Heißt für uns: Fleißig daran beteiligen!

Zum Hinweis: Auch für die Veranstaltungswirtschaft generierte das ifo den statistischen Messwert des ifo-index und mit dessen Hilfe gelang nun endlich die Sichtbarkeit der Branche. Nicht zuletzt befasste man sich an der TU Chemnitz mit der Herstellung einer Landkarte der Veranstaltungswirtschaft, vorgestellt von Geschäftsführerin eventleader Nicole Behr.

 

Ein weiteres Thema war der Stand der Neustarthilfe-Schlussabrechnung. Es wird auf die Frist des 31.12.2021 zur Abgabe hingewiesen. Sollte jemand die Frist versäumen, könnte es teuer werden: Die gänzliche Rückzahlung droht!

 

Auch angesprochen wurden die neuen Richtlinien der EU hinsichtlich der Plattformarbeit. Dazu hatte sich übrigens der DGB in seinem Positionspapier Plattformarbeit im März 2021 Gedanken gemacht, siehe insbesondere Seite 3f zur Stärkung der Tarifbindung und den §12a TVG.

 

Dem Presseartikel der Europäischen Kommission vom 09.12.2021 ist zu entnehmen, dass Menschen, die über digitale Arbeitsplattformen arbeiten, die ihnen zustehenden Arbeitnehmerrechte und Sozialleistungen in Anspruch nehmen können. Darüber hinaus erhalten sie zusätzlichen Schutz bei der Verwendung des so genannten algorithmischen Managements, also automatisierten Systemen, die Managementfunktionen bei der Arbeit unterstützen oder ersetzen. Das bedarf freilich der Zustimmung des EU-Parlaments und des Europäischen Rats.

(chh) 

Neue Online-ZQ-BSK der Uni Marburg

Die Uni Marburg bietet im ersten Quartal 2022 mehrere ZQs BSK online an. Wer eine ZQ für die Berufssprachkurse machen möchte/muss, kann sich  jetzt melden. 

 

Die Uni schreibt: "das BAMF hat die Genehmigung der Durchführung der Zusatzqualifizierung für Lehrkräfte in Berufssprachkursen (ZQ BSK) mit digitalen Anteilen von bis zu 100% noch mal bis März 2022 verlängert. Wir werden also Februar und März 2022 mehrere komplett digitale Zusatzqualifizierungen (ZQ BSK) durchführen.

Die Termine sowie alle Informationen rund um die Zusatzqualifizierung finden Sie zudem auf unserer Internetseite unter folgendem Link"

(hs)

 

 

Gesprächsforum des Bündnisses und sein Tätigkeitsbericht

Für den 20. November 2021 hatte das SprecherInnenteam des Bündnisses  DaF/DaZ-Lehrkräfte zu einem Gesprächsforum auf virtueller Basis eingeladen.

Etwa 40 KollegInnen aus der ganzen Bundesrepublik nahmen diese Einladung gerne an, sodass es zu einem regen Austausch kam. Eines wurde deutlich: Der Bedarf an Austausch miteinander ist sehr hoch!

 

Die Themen waren durch die Tagesordnung bestimmt: Nach einer allgemeinen Vorstellungsrunde berichtete das SprecherInnenteam über die vielfältigen Aktivitäten des Bündnisses zur Verbesserung unserer Arbeitsbedingungen im Bereich Deutsch als Fremdsprache/ Zweitsprache im Laufe des letzten Jahres: Diesen Tätigkeitbericht findet ihr auch unter diesem Beitrag zum Nachlesen.

 

Weitere wichtige Themen waren die ZQ für die Berufssprachkurse und die Corona-Situation.

 

Weiterhin freuen wir uns sehr, wenn ihr euch lokal vernetzt und in gutem Kontakt mit uns bleibt. Auch freuen wir uns über Rückmeldungen aus dem Teilnehmendenkreis zu diesem Gesprächsforum: Wie hat es euch gefallen? Was sollte verbessert werden? Welche Aktivitäten möchtet ihr nun lokal in Angriff nehmen? Und wer von euch wäre bereit, eine weitere Ansprechperson in eurer Region für das Bündnis zu sein, was bedeutet, wenn sich Personen bei uns melden, die sich vernetzen wollen, können wir hierzu Hilfestellung leisten. Denn eine wichtige Schlussfolgerung ist sonnenklar: Unser Zusammenhalt stärkt und bringt uns voran!

 

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Neues Working Paper des BAMF-Forschungszentrums befasst sich mit digitalem Unterricht in den Integrationskursen

Das Working Paper „Digitales Lehren und Lernen im Integrationskurs“ des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge befasst sich mit den Potenzialen und Herausforderungen digitaler Unterrichtsformen in den Integrationskursen. Die Studie basiert auf einer qualitativen Befragung von Lehrkräften der Integrationskurse, die während der Covid-19-Pandemie Erfahrungen mit der Verwendung digitaler Medien und Unterrichtsformen in den Integrationskursen sammelten. Die Studienergebnisse geben Aufschluss darüber, welche Vor- und Nachteile digitaler Unterrichtselemente von den Lehrkräften wahrgenommen wurden und welche Voraussetzungen aus ihrer Sicht bestehen müssen, um digitale Medien und virtuelle Unterrichtsformate erfolgreich in den Integrationskursen anwenden zu können. Die Studie ist Teil des Forschungsprojekts „Evaluation der Integrationskurse (EvIk)“, welches das Ziel verfolgt, die Integrationskurse aus verschiedensten Perspektiven auf den Prüfstand zu stellen, um Anhaltspunkte zur Weiterentwicklung des Integrationskurssystems zu gewinnen.

 

Wesentliche Ergebnisse:

 

Befürwortung der Verwendung digitaler Medien: Fast alle befragten Lehrkräfte empfinden digitale Medien und Unterrichtsformate als Bereicherung in ihrem Unterricht und sprechen sich für eine weitere zukünftige Nutzung aus, bei der analoge und digitale Unterrichtselemente häufiger kombiniert werden können.

 

Erfahrungen mit digitalem Unterricht abhängig von der schriftsprachlichen Kompetenz und dem Bildungshintergrund der Teilnehmenden: Die Nutzungs-möglichkeiten digitaler Lernprogramme und anderer Medien sind abhängig von den Voraussetzungen, welche die Teilnehmenden mitbringen. Teilnehmende mit einem vergleichsweise hohen Bildungsniveau und Erfahrungen im Umgang mit Internetanwendungen können digitale Medien und Unterrichtsformate leichter nutzen als Teil-nehmende aus Alphabetisierungskursen, die sich häufig nur mit der Unterstützung an-derer in digitalen Angeboten zurückfinden.

 

Spezifische Vorteile des digitalen Unterrichtens: Diese bestehen aus Sicht der Lehrkräfte darin, dass sich Partner- und Gruppenarbeiten sehr schnell organisieren und umstrukturieren lassen. Ein weiterer Vorteil des digitalen Unterrichts ist die Vermittlung von Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien und Internetanwendungen.

 

Negative Auswirkungen digitaler Unterrichtsformate: Ein bedeutsamer Nachteil rein virtueller Unterrichtsformen ist aus Sicht der Lehrkräfte hingegen das Fehlen der persönlichen Begegnungen vor und nach dem Unterricht, was zu einer Schwächung der sozial-integrativen Funktion der Integrationskurse führt, da diese auch Orte der interkulturellen Begegnung, der gegenseitigen Unterstützung, des Erfahrungsaustauschs und der Entstehung persönlicher Beziehungen sind.

 

Didaktische Unterstützung bei der Nutzung von digitalen Medien und Unterrichtsformaten: Die Lehrkräfte wünschen sich bei der Aufgabe der flexiblen und situationsgerechten Einbindung digitaler Elemente in die Unterrichtspraxis Unterstützung durch vorbereitende Schulungen. Dies unterstreicht die Bedeutung von Initiativen des BAMF zum Ausbau digitaler Kompetenzen bei den Integrationskurslehrkräften wie die Erweiterung der Zusatzqualifizierung für Integrationskurslehrkräfte um das Wahlpflichtmodul „Medienkompetenz“.

 

Das Working Paper wurde von Ramona Kay, Dr. Jan Eckhard und Dr. Anna Tissot verfasst.

(BAMF)

Der Koalitionsvertrag – womit können wir rechnen?

Zitat: „Selbstständige sind wesentlicher Teil unserer Gesellschaft und Wirtschaft“. Selbstständige werden anerkannt, laufen nicht mehr unter ferner. Wir sitzen also nicht mehr am Katzentisch.

 

Soloselbstständige:

1. Eine sehr wichtige Verbesserung: In der gesetzlichen Krankenversicherung will man  den Beitrag für kleinere Einkommen reduzieren. Wer wenig verdient, soll dann auch weniger zahlen, jetzt beginnen die Beiträge bei ca. 170 €/Monat, in Zukunft würden sie bei der Hälfte beginnen. Schon oberhalb der Minijobgrenze (z.Zt. 450 €/Monat) soll vom tatsächlichen  Einkommen berechnet werden, nicht mehr von einem fiktiven von derzeit 1096 €.

2. Die Arbeitslosenversicherung soll auch Soloselbstständigen offenstehen.

3. Das Statusfeststellungsverfahren will man verbessern. Die Frage ist: Ist jemand scheinselbstständig oder tatsächlich selbstständig?

4. Zumindest für Künstler:innen will man Mindesthonorare zum Thema machen, das könnte Schwung für andere Tätigkeiten im staatlichen Auftrag geben.

 

Weiterbildung

Die Aussagen sind eher  mager: Nur die Digitalisierung von Volkshochschulen und ähnlichen Institutionen sowie die Angebote  zur politischen Bildung will man fördern, die  allgemeine Unterfinanzierung wird aber gar nicht erwähnt. Das bedeutet, die Arbeitsbedingungen der  (Honorar-) Lehrkräfte sind  kein Thema. Berufliche Weiterbildung soll ebenfalls gefördert und Angebote zur Alphabetisierung sollen ausgebaut werden. Enorm wichtig für die ganze Erwachsenenbildung ist die folgende Stelle. „Die Umsatzsteuerbefreiung für gemeinwohlorientierte Bildungsdienstleistungen wollen wir europarechtskonform beibehalten.“

 

Integration

Zitat: “Für eine möglichst rasche Integration wollen wir für alle Menschen, die nach Deutschland kommen von Anfang an Integrationskurse anbieten. Die Kurse müssen passgenau und erreichbar sein. Die Bedingungen für Kursträger, Lehrende und Teilnehmende wollen wir verbessern.“ D.h., es wird für Lehrkräfte viel zu tun geben. Der Begriff „Bedingungen“ kann sich auf die  Höhe der Honorare, aber auch auf die Stundenzahl der Arbeitsverträge beziehen. Außerdem: Zuwanderer sollen leichter ihre Berufe und Kompetenzen anerkannt bekommen und beim Zugang in die Arbeitswelt unterstützt werden. Einbürgerung soll erleichtert werden.

 

Coronahilfen: Die Hilfen sollen bestehen bleiben, auch den Bedarf für den Lebensunterhalt will man beachten.  

 

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte hat bereits zu Beginn der Koalitionsverhandlungen ca. 30 Politiker''innen aus den für uns relevanten AG-en angeschrieben und sich für die Interessen unserer Branche eingesetzt. 

(hs)

ZQ BSK: Ein elfter Erfahrungsbericht

Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay
Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay

Dieser Bericht erschien in der E&W, 10/2021, Mitgliederforum, Seite 45 von einer Bonner Kollegin und wurde uns zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.
 

"Ich mache zurzeit die in dem Artikel beschriebene „Zwangsfortbildung“. In meinem Fall bedeutet, dass ich für zehn Tage Fortbildung neun Tage meines Urlaubs opfern muss. Diese Fortbildung ist eine Farce und sehr zeitaufwändig. Neben den 80 Unterrichtseinheiten (UE) Präsenzunterricht gibt es viele Aufgaben, die die 80 UE Selbstlernphase überschreiten. Dazu kommt noch das zeitintensive Portfolio das nicht nur eine Reflexion über die Fortbildung ist, sondern zudem zusätzliche Aufgaben beinhaltet.

 

Mir wird eine UE mit rund 21 Euro brutto vergütet.Das bedeutet, dass ich 40 UE/Woche brauche, um ein einigermaßen angemessenes Monatsgehalt zu verdienen. Ich bin alleinerziehend mit drei Kindern. Wie soll man neben 40 UE / Woche noch so eine zeitaufwändige Fortbildung bewerkstelligen? Um den Aufgaben der Fortbildung und des Portfolio nachkommen zu können, habe ich trotzdem meine UE auf 20 reduziert, was einen enormen Gehaltsverlust bedeutet.

 

Eine Fortbildung ist sicherlich sinnvoll, aber nicht in diesem Ausmaß. Außerdem sehe ich nicht den Mehrwert für meinen Unterricht. Viele Module der Fortbildung sind viel zu theoretisch und realitätsfern. In den Spezialkursen sitzen Teilnehmende, die nicht alphabetisiert sind, nicht lesen können, es nicht gewohnt sind zu reflektieren, noch nie in ihrem Leben gearbeitet haben. Wie soll ich mit solchen Teilnehmenden Mediation durchführen, digitale Tools einbeziehen und über Teammeetings sprechen? Insofern widerspreche ich Herrn Christoph Sander, dem Pressesprecher des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge( BAMF) heftig. Natürlich gehören Fortbildungen in jedem Beruf dazu. Aber meines Erachtens rechtfertigen 21 Euro pro UE diesen Zeit- und Nervenaufwand nicht. Ich habe viele Kollegen und Kolleginnen am Rande des Nervenzusammenbruchs erlebt und auch ich sehe mich vor dem Kollaps. Ich bitte euch als GEW: Sprecht dieses Problem beim BAMF und den entsprechenden Ministerien an. Ich bin gerade an einem Punkt, an dem ich diese Arbeit, die ich immer gern gemacht habe, nicht mehr machen möchte, weil ich mich nicht gesehen und überfordert fühle."

Beim Geschäftsklima-Index mitmachen!

Wird’s besser oder schlechter auf  unserem persönlichen Konto?  Welches Einkommen erwarten wir in den nächsten Monaten? Diese Fragen waren bisher nur unsere persönlichen Überlegungen. Doch ab jetzt kann jede/r von uns an den veröffentlichten Zahlen mitwirken. Unsere Stimme zählt. Ab sofort  fragt das IFO-Institut auch  uns DaF/DaZ-Lehrkräfte und andere Soloselbstständige und Kleinunternehmer*innen, was wir für die nähere Zukunft erwarten. Aus allen Zahlen bildet das IFO-Institut den Geschäftsklima-Index,  nicht mehr nur mittlere und Großunternehmen werden befragt. Auf der Grundlage des Geschäftsklima-Indexes werden wirtschaftspolitische Entscheidungen getroffen.

 

Jede/r kann mitmachen, jede/r kann ein Teil des großen Ganzen sein. Einmal im Monat füllt ihr einen kurzen Fragebogen aus  - und schon zählt ihr mit. Meldet euch direkt beim IFO-Institut.

ifo Konjunkturumfrage | ifo Institut

Hier gibt’s ein Video zur Information: Auch du kannst mitmachen: ifo-Index wird um Solo- und Kleinstunternehmer erweitert – und gibt uns auf diese Weise mehr Sichtbarkeit (vgsd.de)

 

Unsichtbar in der Politik waren wir lange genug.

(hs)

 

Neustarthilfe I/2021 für Soloselbstständige ab sofort abrechnen

Habt ihr Neustarthilfe für das erste Halbjahr 2021 bekommen? Dann müsst ihr jetzt vor dem 31.12. 2021  aktiv werden, damit ihr eure Kosten erstattet bekommen könnt. Der Verband der Gründer und Selbstständigen VGSD e.V. erinnert an diese Frist. Vergesslichkeit wäre sehr teuer, denn die gesamtem 7500 € müssten dann zurückgezahlt werden.

 

Näheres findet man auf der Homepage des VGSD e.V. 

(hs)

BSK: Verbesserungsvorschläge bleiben ungehört

Bild von vanleuven0 auf Pixabay
Bild von vanleuven0 auf Pixabay

Der Deutschlandfunk befasst sich in einem Beitrag ausführlich mit den Berufssprachkursen.

 

"Das BAMF finanziert die Sprachkurse und beauftragt private Träger mit dem Unterricht für die Geflüchteten. Die Kursleiter müssen die Ergebnisse für jeden Teilnehmer hochbürokratisch und zeitintensiv dokumentieren. Aber diese Dokumentation führe nicht zu Qualitätsverbesserungen, findet Carstensen. Sie und ihre Kolleginnen und Kollegen machen seit Jahren Verbesserungsvorschläge – etwa geänderte Zugangsvoraussetzungen. Sie fordern ein strengeres Qualitätsmanagement. Vergeblich, sagt die Geschäftsführerin des Verbandes für Integrations- und Berufssprachkurse."

 

"Wenn Carstensen an das BAMF denkt, dann denkt sie als erstes: „Ein Bürokratiemoloch! In vielen Bereichen vermissen wir Transparenz und Teilhabe.“  Carstensen hat eine Anfrage an das BAMF gestellt, um genauere Daten zu den Absolventen der Berufssprachkurse zu erhalten. Doch das Bundesamt mauert. Auch die Interviewanfrage des Deutschlandfunks lehnt das BAMF ab. Man werde die Fragen schriftlich beantworten. Das ist bis heute nicht geschehen."

ZQ BSK-Bericht mal anders

Liebe Kolleg*innen, heute veröffentlichen wir einen ein bisschen anderen Bericht. 

 

"Was meckern eigentlich alle über die Zusatzqualifizierung? Ich bin total zufrieden! Nicht nur habe ich drei Kilo abgenommen – bei ursprünglich 54 Kilo und 1,65m ein echter Gewinn. Nein, ich hatte auch ausreichend Gelegenheit, meinen derzeit laufenden Kurs zu vernachlässigen, denn mehr als 24 Stunden hat auch mein Tag nicht. Prima, wirklich.

 

Super fand ich auch das Gefühl, wieder in meine Studienzeit zurückversetzt worden zu sein – Tag und Nacht dreht sich alles um Deutsch. Allerdings hatte ich vor dreißig Jahren weder Familie noch Haushalt noch Beruf, worum ich mich - nebenbei - kümmern musste. Und am Ende des Studiums hatte ich tatsächlich einen Titel erworben, das bleibt mir aktuell ja komplett erspart. Alles, was ich bekomme, ist ein Blatt Papier mit einem „Bestanden“ – wenn es gut läuft. Dafür bringt man doch gerne Opfer! Ich werde das Papier rahmen lassen und neben meine unzähligen Honorarverträge hängen, da passt es hervorragend.

 

Und bevor ich es vergesse: Danke an meinen lieben Mann, der mich als verbeamteter Lehrer seit 15 Jahren mitfinanziert – jeder hat ja so sein Hobby."

ZQ BSK: ein zehnter Erfahrungsbericht

Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay
Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay

Heute veröffentlichen wir unten einen zehnten Bericht zur ZQ BSK. Wir, das Bündnis, bitten Euch um Erfahrungsberichte über Eure BSK-Zusatzqualifizierungen. Schickt uns bitte den Text in anonymisierter Form zu, und schreibt bitte gleich, ob Ihr mit einer Veröffentlichung einverstanden seid.  Wir werden dann eine Auswahl ans BAMF und BMAS schicken.

 

Ich unterrichte seit 25 Jahren DaZ/DaF. Früher habe ich an Fortbildungen beim Sprachverband und beim Goethe Institut teilgenommen, wobei ich vor allem bei den Fortbildungen vom GI sehr viel gelernt habe. Grundsätzlich finde ich es gut und notwendig, dass Lehrkräfte sich kontinuierlich weiterbilden und die Fortbildungen, bei denen ich am meisten gelernt habe, waren diejenigen, bei denen Kolleg*Innen ihre Unterrichtsideen und -erfahrungen geteilt haben. Meine Erfahrungen mit der DaZ Zusatzqualifizierung möchte ich hier teilen:

 

Bevor wir zu der ZQ verpflichtet wurden, hat keine Bedarfserhebung stattgefunden. Einige von den teilnehmenden Lehrkräften unterrichten schon seit vielen Jahren in berufs- oder ausbildungsbegleitenden Deutschkursen und haben offensichtlich mehr Erfahrung in diesem Bereich als die Lehrkäfte, die in der ZQ unterrichten. Unser Vorwissen wurde in keiner Weise berücksichtigt. Uns wurde nicht die Möglichkeit gegeben, unseren eigenen Bedarf zu ermitteln und uns einzelne Module auszusuchen, so dass einige Inhalte für  LK wie mich seit 25 Jahren in jeder Fortbildung wiederholt werden. Gleichzeitig hat man uns in der ZQ darauf hingewiesen, wie demotivierend es für unsere TN ist, wenn sie ständig die gleichen Themen wiederholen müssen. Hier stellt sich die Frage, warum in der ZQ keine Binnendifferenzierung stattfindet.

 

Es gab noch keine Lehrwerke für die Berufssprachkurse. Die Materialien, mit denen wir in der ZQ gearbeitet haben, waren zum größten Teil schon einige Jahre alt, teilweise arbeiten wir in den DeuföV-Kursen schon längst damit. Die theoretischen Materialien, mit denen wir gearbeitet, waren auch auch nicht neu und wurden zum Teil schon in der letzten Zusatzqualifikation verwendet.

 

 

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Liste der zugelassenen Lehrwerke für die BSK veröffentlicht

Das BAMF hat vor einigen Tagen auf seiner Webseite die Liste der zugelassenen Lehrwerke für die Berufssprachkurse veröffentlicht.

"Hinweis: Der Einsatz von Lehrwerken von der Liste der zugelassenen Lehrwerke ist bis auf weiteres nicht obligatorisch. Die Kursträger können Lehrwerke im eigenen Ermessen einsetzen."

WeltlehrerInnentag in Stuttgart: Kritik an prekärer Situation der DaFZ-Lehrkräfte

Die Stuttgarter Zeitung berichtet in einem Beitrag über die Aktion „Fair statt prekär“ mit der Dozierende und GEW-Vertreterinnen zum „Weltlehrer*innentag“ auf die prekäre Situation der Lehrkräfte für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache aufmerksam gemacht haben.

Die freiberuflichen Lehrer*innen zahlen selbst volle Beiträge zu Renten- und Krankenversicherung, haben kein Einkommen bei Urlaub, Unfall oder Krankheit, nach allen Abzügen bleiben ihnen je nach Kursart 1500 € netto. 

"Mit den Volkshochschuldozentinnen Raffaella Marini und Diana Bax sowie Clarissa Haziri-Hagner, Sprecherin des GEW-Landesarbeitskreis für DaZ- und DaF-Lehrkräfte, machte Wille zum „Weltlehrer*innentag“ auf die unterschiedlichen Lagen der Lehrkräfte im Land aufmerksam, insbesondere auf die prekäre Beschäftigungssituation der Lehrkräfte für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache. Das Motto der symbolischen Aktion: „Fair statt prekär“. „Die Integrationskurse sind fast vollständig auf Honorarbasis organisiert“, so Haziri-Hagner. Die Dozierenden hangelten sich – wie das Beispiel Hannah Hoffnungslos – ohne Kündigungsschutz von Vertrag zu Vertrag." Clarissa Haziri-Hagner ist auch eine der Sprecherinnen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte.

In der Pressemitteilung des GEW-Landesverbandes Baden-Württemberg, der die Aktion organisiert hat, steht geschrieben, dass die Sprachvermittlung und -förderung eine Daueraufgabe sei und bleibe und Dauerstellen benötige.

  (as) 

ZQ BSK: ein neunter Erfahrungsbericht

Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay
Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay

Heute veröffentlichen wir unten einen neunten Bericht zur ZQ BSK. Wir, das Bündnis, bitten Euch um Erfahrungsberichte über Eure BSK-Zusatzqualifizierungen. Schickt uns bitte den Text in anonymisierter Form zu, und schreibt bitte gleich, ob Ihr mit einer Veröffentlichung einverstanden seid.  Wir werden dann eine Auswahl ans BAMF und BMAS schicken.

 

In unserer ZQ BSK waren wir 16 Personen, von denen 15 bis zum Schluss durchgehalten haben. Alle Module waren inhaltlich sehr dünn angelegt, es war spürbar, dass es einen Leitfaden vom BAMF mit den entsprechenden Folien und extrem engen Vorgaben gab, und der musste nun „nachunterrichtet“ werden. Was leider nur in einigen Fällen als gelungen zu bezeichnen ist. Vorbereitend zu lesen hatten wir insgesamt 1500 Seiten und dazu die Beschreibung der einzelnen Referenzstufen. Kein*e Dozent*in konnte uns die jeweilige Portfolioaufgabe hinreichend erklären, wir bekamen dazu 2 oder 3 Sprechstunden zur Verfügung gestellt. Jedes Modul ließ uns ratlos zurück.

 

Was haben wir inhaltlich mitgenommen: Wie recherchiere ich Berufe im Netz, welche Art von Text kann ich für einen bestimmten Beruf didaktisieren, wie konzipiere ich ein Rollenspiel, wie prüfe ich einen Text auf B2 Tauglichkeit, Digitale Kompetenz, hier wurden unzählige Apps vorgestellt, fast alle in der Vollversion kostenpflichtig und datenschutzrechtlich – naja… Wir haben die alten Prüfungen „kennengelernt“- zum Thema testen, prüfen, evaluieren – nichts Neues, wir haben ein Szenario erstellt und einen Teil davon vorgestellt und am Ende eine Lehrwerksanalyse zum Thema critical incidents – im Prinzip auch nichts Neues.

 

Alle Module und Aufgaben sind darauf ausgelegt, uns selbst zu reflektieren – für mich persönlich kann ich meinen Erfolg als Dozentin dran messen, wie die Stimmung in meinen Kursen ist und wie viele Leute am Ende die Prüfung schaffen (auf den Punkt gebracht). Sinnvoll wäre es doch gewesen, diese ganze Zeit für „Fremdreflexionen“ zu nutzen, mal reflektiert zu werden. Selbst in der Abschlussreflektion wurde noch weiter selbstreflektiert, und es wurde nicht einmal die Frage gestellt, vermutlich aus gutem Grund, „was werden Sie in Zukunft in Ihrem B2 Kurs anders machen?“ oder „was haben Sie für den Unterricht an Erkenntnissen hinzugewonnen?“

 

Die Portfolioaufgaben, die wir nur durch zahlloses Fragen und mit Hilfe unserer „Kurskollegen“ irgendwie verstehen konnten, waren natürlich für alle das zentrale Thema, weil das ja neben der körperlichen Anwesenheit dann das Kriterium fürs Bestehen ist.

 

Unsere Gruppe war sich ziemlich einig, diese ZQ ist eine Lebenszeitvergeudung, die niemanden von uns inhaltlich bereichert hat. Gut war, dass wir eine wirklich tolle Gruppe waren, wir haben untereinander viel kommuniziert, und wir werden sicher in Verbindung bleiben. Das ist halt tatsächlich daraus entstanden, dass wir echte „Leidensgefährten“ waren. Von der Praxis für die Praxis.

 

Mein Fazit: „gut gewollt und inhaltlich extrem schwach umgesetzt!“ und ich habe sehr sehr großen Respekt vor jedem, der sich in seiner Freizeit diese Fortbildung antut und jede Kritik an dieser Fortbildung folgt dem Eisbergmodell. 

Fünf Jahre Berufssprachkurse

"Spracherwerb ist eine der tragenden Säulen der Integrationsarbeit" heißt es in der Pressemitteilung des BAMF zum fünften Jahrestag der Berufssprachkurse. Unten befindet sich zu diesem in der Tat wichtigen Jubiläum ein Kommentar des SprecherInnenteams des Bündnisses DaF/DaF-Lehrkräfte.

 

Den Migrantinnen und Migranten auch Kurse auf B2 und C1 anzubieten, war eine sehr gute Idee, denn die Integrationskurse gehen nur bis B1, was zu wenig ist, um einen guten Job zu finden oder eine Ausbildung zu machen. Unser Bündnis hat dies von Anfang an gefordert.

 

Zuerst hatten die Berufssprachkurse zu wenige Stunden, dann hat das BAMF auf die schlechten Bestehensquoten der abschließenden Prüfungen reagiert und das Stundenvolumen erhöht. Die Prüfungsergebnisse sind weiterhin nicht gut, aber leider veröffentlicht das BAMF hierzu keine Statistik mit den Ergebnissen. 

 

Warum sind die Ergebnisse nicht gut? Ein Grundproblem ist nach unserer Ansicht, dass die Teilnehmenden oft nicht wirklich das geforderte B1-Niveau haben. Das liegt vor allem daran, dass die Integrationskurse zu wenige Stunden haben, was nicht nur die Lehrkräfte so sehen, sondern auch der Bundesrat.

Der zweite Grund ist das niedrige Niveau der vor einigen Jahren neu eingeführten Prüfung DTZ. Dort kann man mit einem sehr schwachen Brief (unter A2) die Prüfung schaffen, wenn z.B. die mündlichen Leistungen sehr gut sind. Man wollte wohl bessere Statistiken haben und hat die alte Prüfung, die wirklich auf B1-Niveau war, durch eine leichtere ersetzt.

Ein ganz anderer Grund für die schlechten Prüfungsergebnisse bei der B2-Prüfung ist die Tatsache, dass das B2-Niveau sehr schwer zu erreichen ist. Der Sprung von B1 auf B2 ist nun einmal ein sehr großer, der auch oft nur zu erreichen ist, wenn sich die Teilnehmenden auch im privaten Umfeld in Kontakt mit der deutschen Sprache befinden. 

Angesichts dieser Grundprobleme ist es praktisch unmöglich, die in den Konzepten und Katalogen des BAMF enthaltenen 60 Groblernziele und 344 Feinlernziele zu erreichen. Dies wäre sogar unter optimalen Bedingungen sehr schwer. Es wäre besser gewesen, wenn an der Entwicklung der Konzepte auch bzw. mehr in den BSK aktive Lehrkräfte beteiligt gewesen wären. 

 

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ZQ BSK: ein achter Erfahrungsbericht

Liebe Kolleg*innen, wir, das Bündnis, bitten Euch um Erfahrungsberichte über Eure BSK-Zusatzqualifizierungen. Schickt uns bitte den Text in anonymisierter Form zu, und schreibt bitte gleich, ob Ihr mit einer Veröffentlichung einverstanden seid. Heute veröffentlichen wir unten einen achten Bericht.

 

"Ich hatte bisher vor allem Integrationskurse unterrichtet und war froh darüber, dass eine Fortbildung für Berufssprachkurse eingerichtet wurde. Tatsächlich hatte ich davor schon überlegt, einige (freiwillige) Fortbildungen dazu zu besuchen. Beste Voraussetzungen also. Dieser Frohmut verging mir aber schnell, als ich die Themenliste der ZQ las. Ich kann mich den meisten der bisherigen Berichte anschließen: Die BSK-ZQ ist inhaltlich total überfrachtet und in sozialer Hinsicht (Verdienstausfall) eine Zumutung. Mir hat aber ein Aspekt bei den bisherigen Berichten gefehlt: Das Portfolio. Auf rund 20 Seiten sollen dort Dozent*innen eine Selbstreflexion verfassen.

 

Grundsätzlich meine ich, dass es allen gut täte, sich zu reflektieren und Lehrkräften ganz besonders: Schließlich sind wir alle mehr oder weniger eingefahren in unserer Unterrichtsgestaltung. Seit dieser ZQ spüre ich aber eine gewisse Aggression in mir aufkeimen, sobald ich den Begriff „Selbstreflexion“ höre. Für mich besteht Selbstreflexion darin, einen kritischen Blick auf sich selbst zu richten und den eigenen Trott zu durchbrechen. Das verlangt einen solidarisch-kritischen Austausch in freier Atmosphäre, Muße und eine selbstbestimmte Wahl von Zeitpunkt und Themen.

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Anfrage zur App „Ein Tag Deutsch in der Pflege“.

Unterrichten Sie Deutsch für Pflegekräfte und möchten dem wissenschaftlichen Nachwuchs aus Ihrem Unterrichtsalltag  berichten?

 

Hier ist eine Interview-Anfrage einer Wiener Masterstudentin, Sandra Kaiser, die Lerntheorien und Serious Games am Beispiel der App „Ein Tag Deutsch in der Pflege“ untersucht. Sie sucht Interviews mit Lehrpersonen  bzw. Lernenden, die diese App verwenden. Zu den relevanten Informationen zählen vor allem Ziele, Gründe und Gedanken bei der Entscheidung für die Verwendung der App, die gemachten Erfahrungen, Wünsche und Anregungen.

 

Wenn Sie der Studentin helfen wollen, dann schreiben Sie bitte an a01446061@unet.univie.ac.at

FDP beantwortet Wahlprüfsteine des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte

Vor einigen Wochen hat das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte allen im Bundestag vertretenen Parteien, mit Ausnahme der AfD, seine Wahlprüfsteine zugeschickt.

Alle angeschriebenen Parteien haben uns bereits geantwortet. Wir veröffentlichen die Antworten in der Reihenfolge ihres Eingangs. Unten befinden sich die Antworten der FDP.

 

"Setzt sich Ihre Partei dafür ein, dass es auch im Bereich der Weiterbildung ein Bundestariftreuegesetz gibt, d. h. nur noch Träger mit Tarifverträgen entsprechend TVöD bekommen Mittel aus der öffentlichen Hand?

Die Weiterbildung wird in den nächsten Jahrzehnten der entscheidende Schlüssel für ein selbstbestimmtes Leben sein. Die Finanzierung öffentlich geförderter Bildungsangebote muss so ausgestattet sein, dass den Trägern Investitionen in qualifiziertes Lehrpersonal und neue Lehrformate möglich sind.

 

Setzt sich Ihre Partei für eine Eingruppierung entsprechend TVöD 12 u. 13 für Lehrkräfte im Bereich Deutsch als Fremdsprache ein, sodass der Wettbewerb der Träger über Qualität erfolgt und nicht über den Preis?

Wir Freie Demokraten fordern eine Stärkung des Lehrerberufs. Dazu braucht es attraktive Arbeitsbedingungen, eine hochwertige Aus- und Fortbildung, transparente und anspruchsvolle Aufstiegsmöglichkeiten, immaterielle Wertschätzung sowie eine Bezahlung, die individuelles Engagement belohnt. Die Länder sollten im Beamten- und Besoldungsrecht flächendeckend die Grundlage für einen solchen stärkeren Leistungs- und Engagementbezug bei der Bezahlung von Lehrerinnen und Lehrern schaffen.

Es gibt sehr viele innovative Lehrkräfte. Wir wollen ihr Engagement sichtbar machen. Statt der reinen Dienstjahre soll daher auch das Engagement der Lehrerinnen und Lehrer belohnt werden. Wir wollen, dass absolvierte Fortbildungen und gute Unterrichtsqualität beim Stufenaufstieg stärker berücksichtigt werden. Und: Exzellente Lehrkräfte sollen Prämien erhalten, etwa für herausragende Leistungen an Brennpunktschulen. 

 

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ZQ BSK: ein siebter Erfahrungsbericht

Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay
Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay

Heute veröffentlichen wir unten einen siebten Bericht zur ZQ BSK. Wir, das Bündnis, bitten Euch um Erfahrungsberichte über Eure BSK-Zusatzqualifizierungen. Schickt uns bitte den Text in anonymisierter Form zu, und schreibt bitte gleich, ob Ihr mit einer Veröffentlichung einverstanden seid.  Wir werden dann eine Auswahl ans BAMF und BMAS schicken.

 

Schwarze Pädagogik des BAMF – eine Abrechnung

von Wolfgang Koch

 

„Realisierung von Gefühlen, Haltungen und Meinungen“ lautet das übergreifende Handlungsfeld C im Lernzielkatalog des BAMF. Es soll unsere Schutzbefohlenen auf das Leben in der Demokratie vorbereiten. Genau dieses Handlungsfeld nehme ich nun für mich selber in Anspruch, um an dieser Stelle meine Meinung zur Rolle des BAMF in der gerade überstandenen ZQ zu artikulieren. Die empfohlene Anonymität (auf die ich bewusst verzichte) ist allerdings ein Zeichen für die Befürchtung, dass selbst in unserer Demokratie die Äußerung von öffentlicher Kritik negative Folgen haben kann. Darin kommt eine Widersprüchlichkeit zum Ausdruck, welche die ZQ im Kern betrifft, wie zu zeigen sein wird.

 

Die Materialien des BAMF zeugen nach meiner Einschätzung für eine geballte pädagogisch-didaktische Kompetenz. Das gilt weitgehend für die Konzepte der einzelnen BSK-Typen, vor allem aber für den Lernzielkatalog, der schlüssig gestaltet ist und eine schnelle Orientierung ermöglicht. Hilfreich waren in unserer ZQ zudem zahlreiche didaktische Anregungen und methodische Tools. Am wichtigsten waren mir die Inhalte zur Berufsschulpädagogik und zum berufsbezogenen Deutsch, von denen ich als ursprünglicher Gymnasialpädagoge so gut wie gar nichts gewusst hatte. Ich habe den damit verbundenen Auftrag, unsere KTN frühestmöglich für die Integration in den Arbeitsmarkt vorzubereiten, verstanden und verinnerlicht. Wir sind uns im Ziel einig, auch über den Weg dahin, für den die ZQ viel geboten hat. In dieser Hinsicht war und ist die ZQ eine dankenswerte Investition in unsere berufliche Handlungsfähigkeit als BSK-Dozenten.  

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SPD beantwortet Wahlprüfsteine des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte

Vor einigen Wochen hat das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte allen im Bundestag vertretenen Parteien, mit Ausnahme der AfD, seine Wahlprüfsteine zugeschickt.

 

Einige Parteien haben uns bereits geantwortet. Wir veröffentlichen die Antworten in der Reihenfolge ihres Eingangs.

 

Unten befinden sich die Antworten der SPD.

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Die Linke beantwortet Wahlprüfsteine des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte

Vor einigen Wochen hat das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte allen im Bundestag vertretenen Parteien, mit Ausnahme der AfD, seine Wahlprüfsteine zugeschickt.

 

Einige Parteien haben uns bereits geantwortet. Wir veröffentlichen die Antworten in der Reihenfolge ihres Eingangs.

 

Unten befinden sich die Antworten der Linken.

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CDU/CSU beantwortet Wahlprüfsteine des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte

Vor einigen Wochen hat das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte allen im Bundestag vertretenen Parteien, mit Ausnahme der AfD, seine Wahlprüfsteine zugeschickt.

 

Einige Parteien haben uns bereits geantwortet. Wir veröffentlichen die Antworten in der Reihenfolge ihres Eingangs.

 

Unten befinden sich die Antworten der CDU/CSU.

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Grüne beantworten Wahlprüfsteine des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte

Vor einigen Wochen hat das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte allen im Bundestag vertretenen Parteien, mit Ausnahme der AfD, seine Wahlprüfsteine zugeschickt.

 

Einige Parteien haben uns bereits geantwortet. Wir veröffentlichen die Antworten in der Reihenfolge ihres Eingangs.

 

Unten befinden sich die Antworten von Bündnis 90/Die Grünen, die uns zuerst geantwortet haben.

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Keine Gesichts-Screenshots mehr in BAMF-Kursen notwendig

Gute Nachrichten vom BAMF: Screenshots mit Gesichtsfotos als Teilnahme-Nachweis in Onlinekursen sind ab 1. Juli 2021 nicht mehr erforderlich. Es besteht jetzt auch die Möglichkeit, Screenshots mit schwarzen Kacheln zu übermitteln. Wichtig ist nach wie vor, dass die Klarnamen in lateinischer Schrift gut lesbar sind. Was bei den Alternativen zu den Gesichts-Screenshots zu beachten ist, wird aus dem  Traegerrundschreiben  vom 24.06.21 Anlage 2 ersichtlich.

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Lehrkräfte dürfen bis 30.06.22 ohne BSK-ZQ in den BSK arbeiten

Im aktuellen BSK-Trägerrundschreiben des BAMF steht folgendes geschrieben:

 

"Um den pandemiebedingten Herausforderungen zu begegnen und Lehrkräften auch im Jahr 2022 einen möglichst reibungslosen Übergang zur regulären Unterrichtstätigkeit gemäß § 18 Abs.5 DeuFöV zu ermöglichen und um die Durchführung aller ab 01.01.2022 geplanten BSK sicherzustellen, verlängert das BAMF hiermit im Rahmen einer Ausnahmegenehmigung die Möglichkeit für Lehrkräfte, auch ohne eine erweiterte Zulassung nach § 18 Abs. 5 DeuFöV in Berufssprachkursen zu unterrichten, bis zum 30.06.2022."

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte hatte bereits vor einigen Monaten das BAMF um eine solche Verlängerung gebeten.

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Uni Bielefeld: Weiterbildendes Studium DaZ

Screenshot, Flyer der Universität Bielefeld
Screenshot, Flyer der Universität Bielefeld

Die Universität Bielefeld bietet ein (kostenloses) Weiterbildendes Studium Deutsch als Zweitsprache (WBSDaZ) an. 

Das WBSDaZ richtet sich an Lehrkräfte, die als „Neulinge“ oder Quereinsteiger*innen oder auch als erfahrene Lehrkräfte Fachkenntnisse aufbauen oder auffrischen möchten, Impulse für ihre didaktische Praxis bekommen und den Erfahrungsaustausch mit anderen Kolleg*innen verschiedener Institutionen nutzen möchten.

Der unten befindliche Flyer bietet einen Überblick das Programm. Ausführlichere Informationen über WBSDaZ und die Kontaktdaten befinden sich unter diesem Link. Die Bewerbungsfrist wird bis Anfang September verlängert.

(as)

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ZQ BSK: ein sechster Erfahrungsbericht

Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay
Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay

Heute veröffentlichen wir unten einen sechsten Bericht zur ZQ BSK. Wir, das Bündnis, bitten Euch um Erfahrungsberichte über Eure BSK-Zusatzqualifizierungen. Schickt uns bitte den Text in anonymisierter Form zu, und schreibt bitte gleich, ob Ihr mit einer Veröffentlichung einverstanden seid.  Wir werden dann eine Auswahl ans BAMF und BMAS schicken.

 

Die Fortbildung war interessant und hat Anregungen gebracht. Die Ansprache war allerdings z. T. herablassend bis selbstvergessen-autoritär. Das Tempo war enorm, sodass ich auch den Eindruck eines Stresstestes hatte, dem manche nicht gewachsen waren. Darauf wurde keine Rücksicht genommen. In den Fragen und Aufgaben des Portfolios wurde stets intensive Selbstkritik gefordert, bei gleichzeitiger Aufforderung, den Teilnehmenden Enthusiasmus nahe zu bringen.

 

 

In dieser Fortbildung schlägt einem erneut die Ignoranz und Arroganz organsierter institutioneller Machtstrukturen entgegen, mit der man in einer Situation der Vereinzelung und Prekarisierung konfrontiert ist. Zweifelhaft sind die Umstände, in denen die Fortbildung stattfindet, die von den Machern der Fortbildung ohne Not ignoriert werden können: Mein Träger hat sich nicht um die Rekrutierung von Berufssprachkursen bemüht, obwohl das m. E. in der hiesigen Region geboten wäre. Aus meinen IK-Kursen kenne ich einige Teilnehmende, die einen BSK gut gebrauchen könnten. Es gibt aber in der Nähe keinen erreichbaren Kurs, der von einem Träger mit gutem Ruf angeboten wird.

 

Ich selbst habe kaum bzw. allenfalls minimal eine Chance, mit der ZQ vor Ort Geld zu verdienen bzw. muss gegebenenfalls lange Wege in Kauf nehmen. Angesichts rückläufiger Integrationskurse verspricht die Teilnahme an der ZQ BSK eine kleine Aussicht, meinen Lebensunterhalt auch in Zukunft sichern zu können. Die Motivation, eine aufwendige Fortbildung zu machen, liegt in der Berufswelt z. T. auch darin, den nächsten Karriereschritt zu planen. Im krassen Gegensatz dazu ist meine Erfahrung, dass Fortbildungen im Bereich Deutsch als Fremdsprache sich nicht wirklich lohnen. Ich habe eine Reihe von Fortbildungen gemacht, was sich für mich nie wirklich ausgezahlt hat, denn Kurse und Prüfungen werden auf die immer gleiche, undurchsichtige Art und Weise vergeben. Die prekäre Situation mit all ihren verheerenden Schattenseiten – ständige ökonomische Unsicherheit, psychischer Verschleiß, kurz- und langfristige Planungsunsicherheit, Altersarmut – bleibt für uns DozentInnen auch nach der ZQ bestehen.

 

 

Die berufliche Situation, in der sich AkademikerInnen wiederfinden, kann nur als nachhaltige Unverschämtheit adäquat bezeichnet werden. Über die zunehmende Unzufriedenheit der BürgerInnen, Politikverdrossenheit und entsprechende (Protest-)Wahlergebnisse müssen sich die Verantwortlichen im Amt nicht wundern. 

Uni Marburg: digitale ZQ Alphabetisierung

Flyer Uni Marburg
Flyer Uni Marburg

 

Das BAMF hat die Durchführung der Zusatzqualifizierung  Alphabetisierung mit digitalen Anteilen von bis zu 100% bis Ende 2021 genehmigt. Die Uni  Marburg  möchte dementsprechend im September eine komplett digitale Zusatzqualifizierung Alphabetisierung durchführen.

Ausführliche Informationen hierzu befinden sich auf der Webseite des Fachbereichs und im unten befindlichen Flyer.

"Wenn man in Alphabetisierungskursen unterrichten möchte, braucht man andere Herangehensweisen als in herkömmlichen Deutschkursen. Es wird nicht nur die Sprache vermittelt, sondern auch das Lesen und Schreiben. Zum Schriftspracherwerb müssen verschiedene Teilkompetenzen aufgebaut werden, dazu gehören das phonologische Bewusstsein, eine gute Lautwahrnehmung, motorische Fertigkeiten und vieles mehr. Die Lehrkraft muss unter anderem über unterschiedliche methodische Vermittlungsangebote verfügen, um die unterschiedlichen Lerntypen der Teilnehmer ansprechen zu können. In diesem Zertifikatskurs werden Sie auf diese besondere Arbeit und die Bedürfnisse dieser speziellen Zielgruppe vorbereitet."

(as)

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ZQ BSK: ein fünfter Erfahrungsbericht

Liebe Kolleg*innen, wir, das Bündnis, bitten Euch um Erfahrungsberichte über Eure BSK-Zusatzqualifizierungen. Schickt uns bitte den Text in anonymisierter Form zu, und schreibt bitte gleich, ob Ihr mit einer Veröffentlichung einverstanden seid. Heute veröffentlichen wir unten einen fünften Bericht.

 

"Die ZQ BSK, konnte ich in den ersten Monaten 2021 komplett online absolvieren. Es war eine gute Zeit mit engagierten Dozent*innen, gut vorbereiteten und ineinandergreifenden Modulen, interessanter Austausch mit Kolleg*innen, gute Organisation. Mir hat gefallen, dass die sicher umfangreichen Inhalte konzipierten Praxisbezug hatten und unsere Praxis daher auch gut reflektiert und einbezogen wurde.

 

Meine Kritik bzw. Fragen stellen sich mir auf anderer Ebene. Eine verpflichtende ZQ, um selbständig die Kurse weiter unterrichten zu können, die man bereits unterrichtet,  finde ich schwierig mit der aktuellen Definition unserer Selbständigkeit vereinbar. Qualität sichern und erhöhen, das ist gut. Qualität für Lernende hängt aber auch an Kontinuität und Verlässlichkeit. Die wiederum wären immens gesichert, wenn DaF-DaZ Lehrkräfte wenigstens befristet angestellt werden.

 

Eine Lehrkraft, die nun z.B. einen Berufssprachkurs unterrichten wird, dann aber, um Regeln zur Scheinselbständigkeit zu beachten, bei anderen Trägern vielleicht einen I-Kurs oder noch anderswo Standardkurse machen muss, die kann das, was Gutes in der Fortbildung kam, nur minimal realisieren. Amortisieren sich so überhaupt die investierten Kosten seitens des BAMF?

 

A2-C1 BSK, das ist ein langer Weg, auf dem gerade im BSK-Bereich Kontinuität von Nöten wäre. Dann würde diese aber auch weitere Fortbildungen viel Sinn machen. Es wäre immer noch ein Momentum zusammen mit dieser großangelegten Fortbildungsaktion auch etwas Neues in der Durchführung der BSK Kurse auf den Weg zu bringen.

 

Was schreckt an einer befristeten Einstellung, wenn man dadurch Lernende mit mehr Erfolg in Arbeit, Ausbildung und Studium bringen kann? Die ZQ hat Ziele definiert und wenn man dazu beitragen will diese zu realisieren, sollten alle Beteiligten Interesse haben, dass diese Realisierung effektiv gelingen kann."

Smart-Genossenschaft – eine „smarte“ Idee für freiberufliche Lehrkräfte?

Zwei Seiten einer Medaille

 

Seit einiger Zeit bietet die „Smart gGmbH“ bei vielen Weiterbildungseinrichtungen in Bremen und anderswo eine Art „Patentlösung“ für freiberufliche Lehrkräfte hinsichtlich Sozialversicherung und Steuern an: die Mitgliedschaft und  sozialversicherte Anstellung bei der Smart-Genossenschaft. Was ist davon zu halten? Welche Chancen und welche Risiken gibt es dabei?

 

Bei der Smart gGmbH handelt es sich um eine Art Dienstleistungsgenossenschaft für Soloselbstständige insbesondere im Kultur- und Weiterbildungsbereich in Form einer gemeinnützigen GmbH (gGmbH), die den Mitgliedern voll sozialversicherte Arbeitsverhältnisse anbietet. Die Unabhängigkeit z.B. der Dozent*innen bei Einwerbung von Aufträgen und der thematischen und methodischen Gestaltung des Unterrichts bleibt wie bei Soloselbstständigkeit erhalten. Allerdings hat dieses System nicht nur Vorteile sondern auch Nachteile, auf die in der Einschätzung genauereingegangen wird.

Was ist Smart genau? Damit jeder sich ein genaues Bild von Smart,

  • seinen positiven Zielen,
  • genauen Vorgehensweisen,
  • finanziellen und anderen Auswirkungen,
  • differenzierten Vor- und Nachteilen für verschiedene Soloselbstständigen-Gruppen sowie
  • individuelle Gestaltungsmöglichkeiten und
  • zukünftige Risiken für soloselbstständige Dozent*innen

machen kann, im Folgenden genauere Informationen.

(hk)

 

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ZQ BSK: ein vierter Erfahrungsbericht

Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay
Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay

Heute veröffentlichen wir unten einen vierten Bericht zur ZQ BSK. Wir, das Bündnis, bitten Euch um Erfahrungsberichte über Eure BSK-Zusatzqualifizierungen. Schickt uns bitte den Text in anonymisierter Form zu, und schreibt bitte gleich, ob Ihr mit einer Veröffentlichung einverstanden seid.  Wir werden dann eine Auswahl ans BAMF und BMAS schicken.

 

"Auch ich habe die ZQBSK absolviert und mich reichlich verschaukelt gefühlt. Auch wir hatten nette, mal mehr, mal weniger kompetente DozentInnen. Mit einigen KollegInnen gab es einen wertvollen Austausch. Nur, das habe ich bereits. Ich habe sehr nette UND kompetente KollegInnen, mit denen ich mich regelmäßig austausche. Sogar in der Pandemie haben wir uns regelmäßig auf zoom getroffen, Dinge ausprobiert und Tipps weitergegeben.

 

Selbst KollegInnenhospitation hat nicht das Bamf erfunden. Wir sind schon groß und können tatsächlich auch von selbst mal bei KollegInnen hospitieren. Ich habe das bereits gemacht, bevor ich wusste, dass das Bamf es von mir erwarten würde. Und zwar auch online. Wir geben uns danach sogar Feedback.

Was soll ich als Linguistin in 8 h Linguistik neu lernen? Und gibt es tatsächlich jemanden, der Sprache unterrichtet und noch nie von einem Rollenspiel gehört hat? (Der sollte tatsächlich eine Fortbildung machen.)

 

Wir alle arbeiten seit Jahren interkulturell und ärgern uns über die hinterherhinkenden Lehrwerke und die hinterherhinkenden BSK-Konzepte. Und von diesen Hinterherhinkern sollen wir uns jetzt was erklären lassen? Was genau? Das habe ich nach wie vor nicht verstanden. Auf DAX-Vorstandsebene haben wir ausländische Chefs, die kein Deutsch sprechen. Wir haben dunkelhäutige Deutsche, wir haben islamische Deutsche, wir haben Regenbogenfamilien. Wo ist die Vielfalt in den Lehrwerken? Dort gibt es keine Chefs mit Migrationserfahrung, keine Frauen mit Kopftuch in Arbeit, keine fließend Deutsch sprechenden ‚Brünetten‘ oder gar Dunkelhäutige, keine Regenbogenfamilien, selten Zugewanderte in hochqualifizierten Jobs etc. Die Lehrwerke reproduzieren die konstruierte Grenze zwischen Zugewanderten und Einheimischen im Kopf statt sie aufzubrechen. Diese Grenze hat in  vielen deutschen Regionen, vor allem den Metropolen, so nie in der Realität existiert, da sie über Jahrhunderte immer wieder Einwanderungsgebiete waren. 

 

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Arbeitsgericht Stuttgart: Anspruch auf Urlaub

Urlaub steht Arbeitnehmerähnlichen zu, urteilt das Arbeitsgericht Stuttgart am 15.07.2021. Somit muss die Volkshochschule Stuttgart zwei Dozentinnen Urlaub gestatten.

In der Pressemitteilung der GEW, die die beiden Kolleginnen vor Gericht vertritt, heißt es dazu: "Von richterlicher Seite wurde die Arbeitnehmerähnlichkeit, die für diesen Anspruch vorliegen muss, bejaht und damit auch die wirtschaftliche Abhängigkeit und die daraus folgende soziale Schutzbedürftigkeit, die sich für die Kläger*innen ergibt, festgestellt." Die baden-württembergische GEW-Vorsitzende Monika Stein sieht dies als einen Anfang: „Träger müssen zeitnah in die Lage versetzt und verpflichtet werden, feste tariflich geregelte Arbeitsverhältnisse für ihre Lehrkräfte zu schaffen“.

Urlaub steht den beiden Klägerinnen nach §2 BurlG zu. Für die Jahre 2016, 2017 und 2018 wären das bei den beiden Dozentinnen über 14 Tage. Die Kolleginnen hatten die Klage auf Urlaubsentgelt für die Jahre 2016 - 2018 eingereicht. Das Bündnis berichtete in einigen Beiträgen über den Prozess.

Wie die Volkshochschule zum Urteil des Arbeitsgerichts steht, weiß die Stuttgarter Zeitung: “Der Aufsichtsrat werde entscheiden, ob man Rechtsmittel einlegen werde. Mit der Politik wolle man „ausloten, wie wir zu einer Lösung gelangen, die den Interessen beider Seiten Rechnung trägt und finanzierbar ist.“

(chh)

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ZQ BSK: ein dritter Erfahrungsbericht

Liebe Kolleg*innen, wir, das Bündnis, bitten Euch um Erfahrungsberichte über Eure BSK-Zusatzqualifizierungen. Schickt uns bitte den Text in anonymisierter Form zu, und schreibt bitte gleich, ob Ihr mit einer Veröffentlichung einverstanden seid. Heute veröffentlichen wir unten einen dritten Bericht.

 

"Auch ich habe die ZQ BSK schon absolviert. Die ZQ fiel in die Lockdown-Zeit am Ende des Winters Anfang 2021, daher fanden alle Seminartage komplett online statt. Es war eine wertvolle Erfahrung, eine digitale Fortbildung in der Zeit des Distanzunterrichts selbst aus TeilnehmerInnensicht zu absolvieren. So erkennt man schnell, was man selbst nicht gut macht oder besser machen könnte, was digital funktioniert oder nicht.

 

Mit meiner ZQ bin ich sehr zufrieden. Ich hatte einen Platz bei einer qualifizierten Einrichtung bekommen, die mit erfahrenen, überaus kompetenten Dozentinnen punkten konnte. Mir war klar, dass das Lern- und Lesepensum umfangreich sein würde, daher stellte es mich vor die Herausforderung, dies auch neben meinen laufenden Kursen bewältigen zu können. Aber: Es war machbar und es hat sich gelohnt! Mir war von Anfang an klar, dass ich am meisten von der ZQ profitiere, wenn ich mich beteilige und einbringe. Und das habe ich auch umgesetzt.

 

Die Klagen über das Portfolio kann ich nur bedingt nachvollziehen. In meiner ZQ wurden die etwas schwammigen Aufgabenstellungen des BAMF von der Fortbildungseinrichtung konkret formuliert und pandemiekonform angepasst, so dass sie auch unter Distanzunterrichtsbedingungen durchführbar waren. Während der Seminartage wurde auch immer wieder auf die Aufgabe für das Portfolio, die aus dem Seminartag hervorgehen sollte, Bezug genommen. Insofern war es kein Hexenwerk, am Ende das Portfolio zusammenzustellen. 

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Termin in Hannover

Zwei VertreterInnen der hannoverschen Gruppe des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte führten am 29.06.21  ein sehr gutes Gespräch mit Christine Strobelt vom niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.

 

Das Thema war die von der Integrationsministerkonferenz vor Kurzem  beschlossene Arbeitsgruppe „Digitalpakt Sprach- und Integrationsmaßnahmen“, die sich mit den BAMF-Kursen befassen soll. 

 

Es konnte auch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen thematisiert werden, vor allem die 40-UE-Verträge und Faktorisierung des Unterrichts für Festangestellte.

(as)

ZQ BSK: ein zweiter Erfahrungsbericht

Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay
Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay

Heute veröffentlichen wir unten einen zweiten Bericht zur ZQ BSK, den uns zwei Lehrkräfte zuschickten. Wir, das Bündnis, bitten Euch um Erfahrungsberichte über Eure BSK-Zusatzqualifizierungen. Schickt uns bitte den Text in anonymisierter Form zu, und schreibt bitte gleich, ob Ihr mit einer Veröffentlichung einverstanden seid.  Wir werden dann eine Auswahl ans BAMF und BMAS schicken.

 

Wir gehören auch zu den Glücklichen, die die ZQ bereits erfolgreich hinter sich gebracht haben – online und zu Zeiten, in denen so viele Coronabeschränkungen galten, dass eigentlich mehr Zeit für die ZQ blieb. Trotzdem war der Zeitaufwand immens und für die individuellen Arbeiten müssten deutlich mehr UE veranschlagt werden. Uns kam die ZQ oft eher wie ein Stresstest vor, als wie eine Qualifizierung, mit der wir auf die Umsetzung der Berufssprachkurse vorbereitet werden sollen.

 

 

Da alle Lehrkräfte gleichermaßen und in kürzester Zeit durch die Schulung geschleust werden müssen, sahen wir uns mit unseren Erfahrungen nicht wertgeschätzt (die Audio-Satire mit der Bäckeranalogie zu finden bei dafdaz-lehrkraefte.de ist hier sehr passend!). Ein ähnliches Gefühl haben vermutlich viele unserer Teilnehmer*innen, deren berufliche Erfahrungen oft auch nicht anerkannt werden. Hoffentlich war das Erzeugen dieser Abwertung nicht die Intention der ZQ. 

 

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Radiosendung zu Verbesserungen an Berliner VHS-en

Der Deutschlandfunk befasst sich in seiner Sendung "Mehr Geld und bessere Absicherung für VHS-Dozierende" mit den erkämpften Verbesserungen und interviewt Beate Strenge von der Berliner VHS-Dozvertretung.
Um die Sendung zu hören, scrolle man auf den 05.07.2021 runter und klicke auf "Berlin: Mehr Geld und bessere Absicherung für VHS-Dozierende (Audio)"
Das Bündnis hat darüber schon am 01.07.2021 hier auf der Webseite berichtet. 
(as)

Widerstand gegen "Zwangsfortbildung": ZQ BSK in der GEW-Zeitschrift

In seinem Artikel „Widerstand gegen Zwangsfortbildung“ in der „Erziehung und Wissenschaft“ 07-08/2021 (S- 40-41) geht der Journalist Holland-Letz auf die Zumutungen durch die „Additive Zusatzqualifizierung für Lehrkräfte in Berufssprachkursen“ ein. 

Weil diese ZQ-BSK ab 01/2022 obligatorisch für Lehrkräfte in BSK-Kursen ist, seien die relativ wenigen Plätze in Fortbildungen so gut wie  alle bis Jahresende ausgebucht, lange Wartelisten bestünden überall. Das BAMF weigere sich bislang, die Frist zu verlängern. Der Umfang der Fortbildung – 160 Präsenz- und Selbstlernstunden plus einer Abschlussarbeit von 15-20 Seiten  -  sei extrem aufwendig und parallel zur Berufstätigkeit fast nicht zu schaffen; die Teilnehmenden seien also genötigt, ihre Erwerbsarbeit einzuschränken und auf Einkommen zu verzichten. Bezahlt werde die Teilnahme an der ZQ-BSK vom BAMF nicht, im Gegenteil, viele Träger der ZQ verlangten einen Eigenanteil zwischen 30 und 200 €.

Besonders verärgert seien viele Teilnehmenden, dass ihre langjährige Erfahrung offenbar nichts wert sei, denn sie müssten die ZQ  komplett durchlaufen. Man kann als Beobachtende daraus schließen, dass in Präsenz-, Lese-  und Schreibphasen mit Selbstverständlichkeiten viel Zeit vergeudet wird. Nach Aussagen des BAMF hätten Fachleute mit „langjähriger Lehrerfahrung mitgewirkt“ die „Fragen der praktischen Umsetzbarkeit“  zu berücksichtigen und überhaupt: Die Lehrkräfte seien einer „der wichtigsten Einflussfaktoren für erfolgreichen Deutsch-Sprachunterricht.“

Außerhalb des Artikels sei noch ergänzt: Entwickelt hat das Konzept die telc gGmbH,  die selbst auch eine Reihe von ZQ-BSK durchführt, und die mit den durchführenden Landesverbänden der Volkshochschulen verbunden ist.

(hs)

ZQ BSK: eine Audio-Satire

Bild von vanleuven0 auf Pixabay
Bild von vanleuven0 auf Pixabay

Eine AUDIO SATIRE aus Göttingen zur geforderten Zusatzqualifizierung zu den BAMF BSK :

 

Wenn wir DaF/DaZ-Lehrkräfte Bäckerinnen wären....

Eine satirische Auseinandersetzung mit dem § 18 Abs. 5 DeuFöV

 

Eine Veröffentlichung und Weiterverbreitung der unten befindlichen Datei erwünscht. Eine kurze Nachricht an dazgoettingen@gmx.de dazu würde uns freuen.

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ZQ BSK: ein Erfahrungsbericht

Liebe Kolleg*innen, wir, das Bündnis, bitten Euch um Erfahrungsberichte über Eure BSK-Zusatzqualifizierungen. Schickt uns bitte den Text in anonymisierter Form zu, und schreibt bitte gleich, ob Ihr mit einer Veröffentlichung einverstanden seid. 

Heute veröffentlichen wir unten einen ersten Bericht, den uns eine Lehrkraft vor einigen Tagen zusandte.

 

"Ich gehöre zu den Glücklichen, die es schon hinter sich haben: die Zusatzqualifikation für Berufssprachkurse. Viele Kolleg*innen fragen mich, wie es denn so war. Interessant? Zeitaufwendig? Bereichernd? Ich möchte deshalb gern über meine Erfahrungen berichten.

 

Schon allein die Tatsache, dass man als erfahrene Kursleitung neuerdings eine ZQ absolvieren muss, wenn man auch auch in Zukunft weiter in Berufssprachkursen unterrichten möchte, ist nicht gerade motivierend. Dass die ZQ dann an mehreren Wochenenden stattfindet und zwar auch sonntags (siebeneinhalb Stunden), macht es nicht besser. Dazu kommt das Portfolio, also die schriftliche Bearbeitung verschiedener Aufgaben. Und zu guter Letzt durfte ich die ZQ auch noch zu einem Zeitpunkt absolvieren, an dem ich (wie viele andere auch) pandemiebedingt genug Stress mit der Vorbereitung und Durchführung des für mich neuen Onlineunterrichts hatte. Aber nun gut. Man kann ja immer etwas dazulernen. Oder etwa doch nicht?

 

Leider muss ich sagen, ich habe gelernt, wie man nicht unterrichten sollte. Zur Vor- und Nachbearbeitung der Wochenenden wurden wir mit so einer großen Menge an Material „versorgt“, dass es schwerfiel, den Überblick zu behalten. Oft war meiner Meinung nach einfach nicht erkennbar, worauf das alles hinauslaufen sollte oder was das Lernziel war. Manchmal wurde etwas davon an den Wochenenden aufgegriffen, manchmal spielte es einfach keine Rolle mehr. Die Dozent*innen wirkten oft unstrukturiert und nicht gut vorbereitet. Mehr als einmal haben sie selbst ihren Unmut über die ZQ geäußert, was auch nicht gerade zur Motivation beigetragen hat. In der Regel wurde sehr wenig Neues wirklich erklärt. Stattdessen gab es meistens Gruppenarbeit, in der oft Unklarheit über den Arbeitsauftrag und die Korrektheit der Lösungen herrschte.

 

Generell waren leider viele Arbeitsaufträge (auch für das Portfolio) nicht klar genug formuliert, es gab oft widersprüchliche Anweisungen. Das führte dazu, dass einige Teilnehmer*innen der ZQ viel Zeit und Mühe in die Bearbeitung von Aufgaben investiert haben, nur damit zwei Wochen später diese Aufgaben durch andere ersetzt wurden.

Ein großes Problem war meiner Meinung nach auch, dass die Aufgaben für das Portfolio nicht an aktuelle pandemiebedingte Auflagen angepasst wurden. Eine Person finden, mit der man ein  Interview über einen bestimmten Beruf führen kann? Eine Person einen ganzen Tag bei der Arbeit begleiten? Bei Kolleg*innen hospitieren? Alles nicht so einfach, wenn man Kontakte beschränken soll und kein Präsenzunterricht stattfindet.

 

 

Meinen Kolleg*innen und mir wurde erklärt, dass diese ZQ laut BAMF nötig sei, weil die Ergebnisse in den Berufssprachkursen nicht zufriedenstellend seien. Und woran könnte das nur liegen, wenn nicht an den unzureichend qualifizierten Kursleiter*innen? Über diese Logik könnte man sicherlich streiten, aber uns Dozent*innen fragt ja leider niemand. Ich für meinen Teil kann abschließend nur sagen, dass diese ZQ für mich eine Verschwendung von Zeit und Ressourcen bedeutet hat. Vielleicht sehen das andere Teilnehmer*innen der ZQ nicht so. Ich freue mich für alle, die zufrieden sind. Ich war es leider nicht."

Höhere Honorare und bessere soziale Absicherung an den Berliner VHS

Zusammen mit einer Delegation der Berliner-VHS-Dozent*innenvertretung hat ver.di mit dem Berliner Senat lange und konstruktive Gespräche geführt. Das Ergebnis ist ein Gesamtpaket mit deutlichen Verbesserungen sowohl in der Vergütung als auch in der  sozialen Absicherung.

 

Der Berliner Senat und ver.di haben am 24.6.2021 eine gemeinsame Pressemitteilung veröffentlicht. Das Ergebnis wird in der Ausführungsvorschrift VHS Honorare (AV) umgesetzt, die zum 01.01.2022 in Kraft treten soll.

 

(lg)

 

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Kein Unterricht, kein Honorar

Mit diesem Titel erschien in der Ausgabe 06/2021 in der Zeitschrift E&W (Seite 26) ein Artikel zur prekären Arbeitssituation der freiberuflichen Dozent*innen in der Weiterbildung generell, aber mit einem Teilfokus auf die Situation der Lehrkräfte im DaF/DaZ-Bereich.

Neben den Forderungen der GEW nach längerfristigen Finanzierungsstrukturen für die Träger staatlich verantworteter Weiterbildung, äußert sich auch Prof. Nittel, Weiterbildungsexperte an der Uni Frankfurt/M. und der Fernuniversität Hagen zu den prekären Arbeitssituationen.

Zu Wort kommt auch eine Kollegin aus Mannheim, die dem Sprecherteam des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte angehört und über ein Projekt berichtet, das aus der Not heraus in Mannheim ins Leben gerufen wurde. „Wir nennen es Sozialkasse“, erklärt Lioba Geier, die in Mannheim im DaF/DaZ-Bereich tätig ist. Bei dieser Privatinitiative zahlen 13 Dozent*innen monatlich 20,-€ ein. Wer ernsthaft erkrankt, erhält bis zu 2000,00 €. Denn wer freiberuflich in der Weiterbildung unterrichtet, steht im Krankheitsfall ohne Einnahmen da. „Kein Unterricht, kein Honorar“, bringt es Geier auf den Punkt. Auch während der Covid-19-Lockdowns konnte auf dieses Geld zurückgegriffen werden.

(lge)

Arbeitsgericht Stuttgart: Urlaubsentgelt für Honorarlehrkräfte

Am geschichtsträchtigen 17.Juni (1953: Erhöhung der Arbeitsnorm um über 10%: mehr Arbeit zu gleichem Lohn) traf man sich vor dem Arbeitsgericht: Es war der 2. Kammertermin zur Güte. Drei Honorarlehrkräfte hatten die Klage auf Urlaubsentgelt für die Jahre 2016 – 2018 eingereicht. Der 1. Kammertermin war vor fast einem Jahr. Sie sehen sich über 50 % bei nur einem Auftraggeber beschäftigt, bei dem sie über die Hälfte ihres Einkommens erwerben und somit wirtschaftlich abhängig wie auch sozial schutzbedürftig. Die Stuttgarter Nachrichten berichteten.

 

Wie sieht das die Kammer? Eine Arbeitnehmerähnlichkeit sei weiterhin nicht in Frage gestellt und sie sei ziemlich sicher, dass diese vorliege. Indes besteht rein unionsrechtlich eine Überlagerung des Bundesurlaubsgesetzes. So können sich alle folgenden Ausführungen in jeder Instanz wieder verändern.

Hinsichtlich der wirtschaftlichen Abhängigkeit sei die Sicherung der wirtschaftlichen Grundlage offensichtlich. Anderweitige Annahmen und Durchführung von Beauftragungen, und damit weitere Verwertungen der Arbeitskraft, seien nicht bedeutend, so beruhigte die Kammer die Rechtsvertretung der Volkshochschule Stuttgart. Die Grenze zur Vollbeschäftigung sei erreicht.

Auch sieht die Kammer keine Unvereinbarkeit zum Bundesarbeitsgericht die soziale Schutzbedürftigkeit betreffend – was weitere Instanzen wieder anders sehen könnten.

 

Ein Urteil ist bis zum 15.07.2021 zu erwarten. Die Kammer sieht hier eine interessante Rechtsfrage mit offenem Ausgang. Ins Blickfeld gerückt bleibt der Hinweis, dass weitere Instanzen anders entscheiden mögen, so sei bei der Vorlage beim EuGH nicht sicher, wie hier die Arbeitnehmerähnlichkeit rein arbeitsrechtlich gesehen wird. Hier, im vorliegenden Fall, gehe es um ein konkretes Rechtsverhältnis, in dem eine wirtschaftliche Abhängigkeit vorliege.

 

Die Volkshochschule sieht sich zu keiner Zahlung bereit – ungeachtet der Tatsache, dass andere Volkshochschulen in der Republik schon Urlaubsentgelt auszahlen. Eine kleine Anerkennung der verwerteten Arbeitskraft und sicher eine Verbesserung der Qualität im Arbeitsablauf.

Vorerst lässt die Frage nach der Qualität Skeptiker die Stirn runzeln, denn nur dauerhafte und kontinuierliche Beschäftigungsverhältnisse mit einer finanziellen Verbesserung der Strukturen für die Träger wie für die Lehrkräfte, Festanstellungen unter Bindung an ein Tariftreuegesetz, adäquates Honorar und eine Festsetzung von max. 25 UE pro Woche werden der Qualität  in der staatl. finanzierten Weiterbildung DaF/DaZ Nachdruck verleihen. Siehe auch Hamburger Appell der GEW, der auch von ver.di unterstützt wird.

(chh)

Prüfungshandbuch - Deutsch-Tests für den Beruf veröffentlicht

Das BAMF hat vor einigen Tagen das Prüfungshandbuch. Deutsch-Tests für den Beruf. A2, B1, B2 und C1  veröffentlicht.

Das Handbuch gibt einen detaillierten Einblick in die einzelnen Komponenten und Phasen der Prüfungsentwicklung, der für viele Leser*innen, wie beispielsweise Lehrkräfte, Kursträger, Verlage aber auch Behörden, Ministerien, Forschungseinrichtungen und andere fachlich interessierte Personen interessant sein dürfte. "Das Handbuch kann wie ein Nachschlagewerk verwendet werden, so dass einzelne Kapitel, wie beispielsweise zum Kontext, zum Vorgehen, zu den Zielen, zur Validität und zu den Testformaten der vier Zertifikatsprüfungen für die Berufssprachkurse mit dem Zielniveau A2, B1, B2 und C1, separat Auskunft geben."

Über die Prüfungen selbst hat das Bündnis bereits vor über einem Jahr in diesem Beitrag berichtet. Wann die neuen Prüfungen eingeführt werden, ist immer noch nicht bekannt. Wahrscheinlich in einem Jahr.

 (as)

Integrationskurs-Lehrende und ihr Erfahrungswissen gesucht

Bild von Andreas Breitling auf Pixabay
Bild von Andreas Breitling auf Pixabay

Liebe Lehrkräfte in Integrationskursen! Ich führe eine Studie  durch, da mich brennend interessiert wie sich ihr Arbeitsalltag durch  Corona nach Ihrem Empfinden verändert hat, insbesondere wenn Sie  seitdem mit dem VHS Lernportal anstelle von Präsenzunterricht  arbeiten. Es geht mir hier zum Beispiel um Ihre Arbeitsbelastung,  Ihre Selbstwahrnehmung der Lehrerrolle und wie Sie sich organisiert  haben.

 

Sie würden mir sehr helfen, wenn Sie diesen Fragebogen ausfüllen. Da finden Sie auch weitere  Informationen. Ganz herzlichen Dank! 


Katrin Biebighäuser

Jun.Prof'in für Deutsch als Fremdsprache

PH Heidelberg

Neustarthilfe für Soloselbstständige wird verlängert und erhöht

Die Bundesregierung hat die Neustarthilfe für Soloselbstständige verlängert und von bis zu 1.250 Euro pro Monat für den Zeitraum von Januar bis Juni 2021 auf bis zu 1.500 Euro pro Monat für den Zeitraum von Juli bis September 2021 erhöht. Von Januar bis September 2021 können Soloselbstständige also bis zu 12.000 Euro erhalten.

 

Mehr Infos befinden sich auf der Webseite des Bundesfinanzministeriums.

(as)

Arbeitslosengeld I (ALG I) für selbstständige Lehrkräfte?

Die schlechte Info zuerst:  Nur in den ersten drei Monaten der Selbstständigkeit kann man in die Arbeitslosenversicherung eintreten und das auch nur, wenn man vorher einige Zeit (mindestens zwölf Monate innerhalb der vergangenen zwei Jahre vor Aufnahme der Selbstständigkeit) angestellt oder arbeitslos war. Also z.B. nicht nach dem Studium. Der monatliche Beitrag wird vom Arbeitseinkommen (Honorar minus Betriebskosten) berechnet, z.Zt. 2,4 %, in den ersten beiden Jahren nur die Hälfte davon.

 

Die Auszahlung aber berechnet sich  interessanterweise nach dem, was man gemäß seiner Qualifikation verdienen würde. Alleinstehende können 60 % bekommen. Ein weiterer Vorteil ist, dass man  über die Arbeitsagentur krankenversichert ist. Das ALG I wird  unabhängig vom Familienstand gezahlt.

Wenn man dann „vorübergehend erwerbslos“ ist, darf man dennoch in kleinem Umfang  arbeiten, um z.B. die Verbindung zu seinen Auftraggebern zu halten. Detaillierte Auskünfte kann die Agentur für Arbeit erteilen, das muss sie sogar. (Information erstellt nach einem Vortrag des VGSD e.V.  vom 26.05.21.)

(hs)