Höhere Honorare in den BAMF-Kursen

Das BAMF informiert in seinem Trägerrundschreiben 15/22 für Berufssprachkurse über die Erhöhung der Kostenerstattungssätze für Integrations- und Berufssprachkurse zum 1. August 2022. 

"Im Bereich der Berufssprachkurse erhöht sich der Kostenerstattungssatz von 4,64 € auf 4,84 € pro Teilnehmenden und Unterrichtseinheit (UE). Es wird auch die untere Honorargrenze für freiberuflich tätige Lehrkräfte von 41 € auf 42,23 € je UE angehoben. Des Weiteren werden die Pauschalen für die sozialpädagogische Begleitung und für Fachdozentinnen und Fachdozenten erhöht."

"Für alle ab dem 01.08.2022 neu beginnenden Berufssprachkurse wird der Kostenerstattungssatz nach § 25 Absatz 1 DeuFöV von derzeit 4,64 Euro auf 4,84 Euro pro teilnehmende Person und Unterrichtseinheit angehoben."  Unterrichtseinheit vergütet. 

"Bei bereits laufenden Berufssprachkursen erfolgt die Anpassung des Kostenerstattungssatzes stichtagsgenau zum 01.08.2022. D.h. Unterrichtseinheiten vor dem 01.08.2022 werden mit dem bisherigen Kostenerstattungssatz in Höhe von 4,64 Euro und Unterrichtseinheiten ab dem 01.08.2022 werden mit dem neuen Kostenerstattungssatz in Höhe von 4,84 Euro pro teilnehmende Person und Unterrichtseinheit vergütet."

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GEW-Demo vor der Hamburger VHS

Am 29. Juni fand in Hamburg vor der VHS Mitte eine von der GEW organisierte Kundgebung statt. Fotos und ein kleiner Film sind auf der Webseite der Hamburger GEW zu sehen.

Die GEW und Dozent*innen forderten nachhaltige und faire Bezahlung sowie mehr soziale Sicherheit für VHS-Dozent*innen, besonders für die arbeitnehmerähnlichen. "Konkret sind das u. a. Honorarerhöhungen und Beteiligung der VHS an den Sozialversicherungsbeiträgen entsprechend den gesetzlichen Arbeitgeberanteilen für Sozialversicherungen (Kranken-, Pflege-, Rentenversicherung), Mutterschutz und Unfallversicherung. Diese Versicherungen werden bisher von den arbeitnehmerähnlichen Kursleitungen allein getragen. Volkshochschulen in anderen Städten wie Bremen und Berlin haben dies längst umgesetzt oder mit ihren Kursleitungen vereinbart."

Die Forderungen der GEW für alle VHS-Kursleiter*innen:

- Honorarsatz von 41 Euro pro UE von 45 Min, auch für die Kursleiter*innen des offenen Angebots

- Ausgleich des Mehraufwandes für Hybrid- und andere besonders aufwändige Kurse

- Honorar für Teilnahme an Konferenzen etc.

Zusätzliche Forderungen für arbeitnehmerähnliche Kursleiter*- innen:

- Zuschüsse entsprechend den gesetzlichen Arbeitgeberanteilen für Sozialversicherungen (Kranken-,   Pflege-, Rentenversicherung), Mutterschutz und Unfallversicherung

- Urlaubsentgelt für 25 statt wie bisher 20 Tage (entspricht 9,6 % statt bisher 7,7% % des Jahres-Bruttohonorars)

- Anspruch auf Bildungsurlaub

- Erstattung des Umsatzsteueranteils bei den Kursleiter*innen, die die Obergrenze von 22.000 Euro Jahreseinkommen überschreiten

- Ausfallhonorar bei Krankheit: 90% für bis zu 6 Wochen

- Einbeziehung in das Hamburger Personalvertretungsgesetz

(as)

"Beliebigkeit oder Qualitätsstandards?" Kritik an der aktuellen BAMF-Politik

Im Migazin erschien gestern ein ausführlicher und aussagekräftiger Beitrag von Christiane Carstensen (BVIB) zum aktuellen Umgang des BAMF mit den BSK-Lehrkräften. In ihrem Artikel "Mit Berufen spielt man nicht" übt Frau Carstensen massive Kritik an der aktuellen BSK-Politik des BAMF.

"Seit dem 24.02.22 zeichnet sich mit dem Überfall auf die Ukraine und dem Anstieg der Geflüchteten wieder einmal ein Lehrkräftemangel ab. Während Härtefallregelungen bisher unmöglich waren, hat das Bamf die Zugangsbeschränkungen für die Zusatzqualifizierung nun doch geändert und die Kollegen, die bisher ausgeschlossen wurden, können sich nun für die Bamf-Zusatzqualifizierung anmelden. Zusätzlich gibt es Ausnahmegenehmigungen für die Kollegen im Rentenalter. Gleichzeitig berichten Bamf-Mitarbeiter, dass man im Bamf überlege, die Zugangsbeschränkungen für Lehrkräfte generell zu senken, weil es einfach zu wenig Lehrkräfte gäbe.

Unabhängig davon, wie man zu den einzelnen Entscheidungen des Bamf steht, erweckt dieses irrlichternde Agieren kein Vertrauen in eine langfristige berufliche Perspektive. Warum sollte sich eine Uni-Absolventin mit einem Masterabschluss für Deutsch als Zweitsprache dafür entscheiden, in Bamf-Kursen zu unterrichten, wenn sie damit rechnen muss, dass ihr jederzeit von heute auf morgen trotz Abschluss und Berufserfahrung ihre berufliche Qualifikation abgesprochen werden kann und gleichzeitig ein paar Monate später darüber nachgedacht wird, die Zugangsbeschränkungen wieder zu senken?

Wie will man dem Lehrkräftemangel begegnen, wenn man Perspektiven nur für den Moment bietet?

Rein in die Kartoffel oder raus aus den Kartoffeln? Beliebigkeit oder Qualitätsstandards? Diese Frage will ich hier gar nicht beantworten. Aber ich will Sie fragen, wie man es verantworten kann, die Entscheidung über die berufliche Existenz von Menschen einer Bundesbehörde zu überlassen, die sich das Recht herausnimmt, über einen ganzen Berufsstand eruptiv nach dem eigenen tagesaktuellen Bedarf zu entscheiden. In jedem anderen Berufsfeld werden Fragen der Beruflichkeit in langen und mühevollen Aushandelsprozessen unter Beteiligung der relevanten Akteure wie Gewerkschaften, Berufsverbände, Universitäten etc. geregelt.

Für Lehrkräfte in Integrations- und Berufssprachkursen – immerhin 55.000 Menschen – gilt dieses Recht nicht. Sie sind in ihrer Beruflichkeit als überwiegend akademisch qualifizierte Lehrkräfte den eruptiven, kurzfristigen und nicht paritätisch getragenen Entscheidungen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge ausgeliefert. Und sich dann über den Lehrkräftemangel wundern!"

GEW-Studie zur Arbeitszeit der Lehrkräfte in BSK

Die GEW Hamburg hat gestern eine Studie vorgestellt, die für alle in den BAMF-Kursen beschäftigten Lehrkräfte, vor allem die Festangestellten, von enormer Bedeutung ist. In der Studie geht es um die Arbeitszeit bzw. die sog. Zusammenhangtätigkeiten, also all dies, was zum Unterricht gehört, aber außerhalb der Unterrichtsstunden liegt.

 

"Hintergrund der von Detlef Zunker im Auftrag der GEW Hamburg erstellten Studie „Unterrichtsbezogene Zusammenhangstätigkeiten bei der Durchführung von Berufssprachkursen – Untersuchung der Konzepte für ihre Durchführung“ ist die überwiegend prekäre Beschäftigung im Bereich der staatlich verantworteten, aber meist privatwirtschaftlich durchgeführten Kurse der Arbeitsmarktdienstleistungen nach SGB II/SGB III sowie der Sprach- und Integrationskurse. Ein wesentlicher Sektor innerhalb dieses Kurs- und Angebotssystems sind Berufssprachkurse (BSK), die sich der wichtigen Arbeit der Integration von Geflüchteten und Menschen mit Migrationshintergrund in den Arbeitsmarkt widmen.

 

Seit Jahren wird von den zuständigen Gewerkschaften ver.di und GEW gefordert, dass die Beschäftigten in diesem Bereich tariflich entlohnt werden, und deutlich gemacht, dass nur mit einer Obergrenze von 25 UE pro Woche bei einer Vollzeitstelle die Qualität der Ergebnisse, die die Teilnehmenden erzielen, und die Arbeitsbedingungen für die Kursleitenden verbessert werden können. In den Betrieben unterrichten derzeit viele abhängig beschäftigte Kursleitende häufig 40, teilweise sogar mehr, UE pro Vollzeitstelle. Dies wird von den zuständigen Ministerien zwar kritisch gesehen, aber eine nachhaltige Verbesserung dieser Strukturen wird bisher mit Begründungen wie „stark standardisierte Lernformate“ nicht in Aussicht gestellt.

 

Hier entsteht jetzt Bewegung. Im April 2021 hat sich auf Einladung des BMAS unter Beteiligung der GEW ein „Expertengremium Berufssprachkurse“ konstituiert mit der Aufgabe, die Durchführung der BSK zu evaluieren und Vorschläge für eine Weiterentwicklung ihres Systems zu entwickeln. Betrachtet werden soll auch die maximale Anzahl von Unterrichtseinheiten, die bei einer Vollzeitstelle pro Woche abzuleisten sind, und das im Kontext ihrer unterrichtlichen „Zusammenhangstätigkeiten“.

 

Diese Untersuchung macht nach der dort bereits vorgelegten qualitativen Befragung des Bündnisses DAF/DAZ-Lehrkräfte einen nächsten Schritt zur Erlangung einer überprüfbaren Faktenbasis. Grundlage sind die im Auftrag von BMAS und BAMF erstellten Konzepte, in denen die Durchführungsvorgaben für die BSK festgelegt worden sind."

 

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Befragung von Lehrkräften in BSK zur Evaluation der DeuFöV/BSK

Im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) führt das Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) eine Befragung von Lehrkräften für Berufssprachkurse im Rahmen der Evaluation der DeuFöV durch.

 

Mit der Evaluation sollen die Perspektiven möglichst vieler beteiligter Akteure eingeholt werden, um daraus Gelingensbedingungen zu identifizieren und Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Berufssprachkurse abzuleiten. In der Befragung geht es um Ihre Erfahrungen und Einschätzungen, die Sie in Ihrer Tätigkeit als Lehrkraft gesammelt haben, aber auch um Einschätzung zu Punkten, die gut oder aber weniger gut laufen. Daher bitten wir Sie um Ihre Unterstützung und um die Beantwortung der Onlinebefragung (ca. 25 Minuten). Die Befragung erreichen Sie über folgenden Link: https://umfragen.f-bb.de/index.php/782197?lang=de

 

Wichtige Infos: Es kann sein, dass Sie den Zugang zur Befragung über einen Träger erhalten und bereits teilgenommen haben. In diesem Fall nehmen Sie bitte NICHT noch einmal teil. Selbstverständlich ist die Teilnahme an der Befragung freiwillig und die Daten werden nur in anonymisierter Form ausgewertet.

 

Hier finden Sie die Informationen zum Datenschutz und Datensicherheit. Für Ihr Engagement und Ihre Zeit danken wir Ihnen ganz herzlich. Eine Teilnahme ist noch bis 4. Juli 2022 möglich.

(f-bb)

Das Bündnis hat jetzt eine Gruppe für Studierende!

Hallo! 

Wir sind die DaF/DaZ Studis und wir organisieren Gespräche mit DaF/DaF-Studierenden, die in den Beruf einsteigen wollen und noch offene Fragen bezüglich der DaF/DaZ-Branche haben. 

 

Gerne können wir uns in Präsenz im Ruhrgebiet treffen oder doch online über Zoom. Wir möchten solche Gespräche ermöglichen, um Tabus zu brechen, über Gehalt zu sprechen und über Arbeitsbedingungen und -chancen zu diskutieren. 

 

Gerade im Studium können viele Fragen in Bezug auf die beruflichen Perspektiven auftauchen: Wie viel verdient man als DaF/DaZ-Lehrkraft? Wie sieht es bei der sozialen Lage aus? Welche Arbeitsmöglichkeiten gibt es überhaupt? und viele mehr. Weil wir uns für unsere finanzielle und berufliche Zukunft nach dem Studium sehr interessieren, wollen wir DaF/DaZ-Studierende über unsere Branche so gut wie möglich informieren. Den Austausch mit anderen Studierenden halten wir für essentiell, wenn es um den Berufseinstieg geht. Jede*r von uns sollte sich mit dem Thema intensiver auseinandersetzen und genau deswegen organisieren wir informative Gespräche zu Austausch und Diskussion. Seid dabei und sprecht uns an, um ein Gespräch mit euren KommilitonInnen zu ermöglichen!

 

Falls ihr an einem Austausch interessiert sein solltet, dann schreibt uns an dafdaz-studis@mailo.com, um ein Treffen mit uns zu veranstalten. Wir freuen uns auf euch! 

 

Liebe Grüße

Delphine und Sandra

Schon den "Hamburger Appell" unterschrieben?

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte ruft alle Kolleg*innen dazu auf, den von der GEW Hamburg veröffentlichten "Hamburger Appell" zu unterzeichnen und unter Kolleg*innen, Freunden usw. zu verbreiten. Leitet bitte den Appell auch an Eure Träger weiter!

 

"Hamburger Appell" zur Lage in der Weiterbildung

 

Staatlich verantwortete Weiterbildung vor dem Abgrund - die Politik muss dringend handeln! 

                                                                    

Unser Ziel: Nachhaltige Verbesserung der Lage der Lehrenden und der Träger der staatlich verantworteten Weiterbildung, insbesondere der BAMF-finanzierten Sprach- und Integrationskurse für Geflüchtete

Aktuelle Situation: gesellschafts- und bildungs­politisch skandalöse Beschäftigungsbedingungen für die fast 20.000 Lehrenden in den Sprach- und Integrationskursen:

Bedingungen der Lehrenden:

Prekär Honorar-Beschäftigte erhalten 41 € pro Unterrichtsstunde (netto ca. 20 €), zahlen ihre gesamten Sozialversicherungsbeiträge selbst, haben kein Einkommen im Krankheitsfall, tragen das volle unternehmerisches Risiko – oder

Prekär Angestellte haben meist nur befristete Verträge, arbeiten häufig 40 oder mehr Unterrichtsstunden pro Woche bei Vollzeit, haben keine bezahlte Vor- und Nachbereitungszeit für den Unterricht, d.h. reale Arbeitszeiten von bis zu 60 Zeitstunden pro Woche, treiben Raubbau an ihrer Gesundheit / Bruttogehalt: oft nicht über 3000 €

Die aktuelle Corona-geprägte Situation hat die Lage sowohl der Lehrenden als auch der Weiterbildungs­betriebe noch einmal drastisch verschärft. Viele Betriebe haben ihre Rücklagen aufgezehrt. Viele  Lehrende sind überschuldet, in Existenznot geraten und müssen sich beruflich umorientieren.

Integration kann aber nur dann gut gelingen, wenn die Weiterbildungsträger in die Lage versetzt werden, menschenwürdige Arbeitsbedingungen anzubieten und in zukunftsfähige Ausstattung zu investieren. Die Pandemiepauschale ist hierfür viel zu niedrig und nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Wenn sich an der Finanzierung der Weiterbildung in den nächsten Monaten nichts ändert, wird ein erheblicher Teil der Träger die Pandemiezeit nicht überleben.

Die politischen Entscheidungsträger sind daher aufgefordert, massiv in eine bessere Finanzierung der Sprach- und Arbeitsintegrationskurse zu investieren. Hierzu gehören auch eine deutliche Verbesserung der Bezüge der Lehrenden und eine verbindliche Obergrenze der wöchentlich zu leistenden Unterrichtsstunden als Voraussetzung für gute Qualität von Weiterbildung.

 

Wir fordern deshalb von der großen Koalition auf Bundesebene noch für diese Legislatur:

Eine gesetzliche Verbesserung der Bedingungen in der staatlich verantworteten Weiterbildung mit:

1. Bundestariftreuegesetz (nur noch Träger mit Tarifverträgen bekommen Mittel aus der öffentlichen Hand)

- Eingruppierung entsprechend TVöD /Wettbewerb der Träger erfolgt über Qualität, nicht über den Preis

2. Deutlich längerfristige Finanzierungsstrukturen für die Träger

- unbefristete Festanstellungen der Lehrenden für Regelaufgaben

3. max. 25 UE (Unterrichtseinheiten zu 45 min) pro Woche bei Vollzeitstelle

4. 64 € Honorar pro UE bei allen bundesweiten Berufssprach- und Integrationskurse; 42 € Honorar für alle übrigen Weiterbildungsangebote

5. Träger werden befähigt, Weiterbildung der Lehrenden und kollegialen Austausch zu finanzieren

6. Innovations-Anschubfinanzierung für nachhaltige digitale Ergänzung der Lehre 

7. Durchführung einer Integrationskonferenz Weiterbildung mit den zuständigen Ministerien, der Wissenschaft, Vertretern der Träger, der Verbände und der Beschäftigten. Ziel: Zukunftspakt Weiterbildung 2020-25

DaFZ-Lehrkräfte am 1. Mai

Deutschlehrkräfte des Bonner Offenen Kreises (BOK), einer lokalen Initiative des Bündnisses DaF / DaZ-Lehrkräfte haben gestern zum Tag der Arbeit am Bonner Demonstrationszug teilgenommen, um auf ihre prekären Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen. Die Fotos befinden sich unten in der Galerie.

Da alle Lehrkräfte dieser Basisinitiative auch GEW- Mitglied sind, geschah dies auf Einladung der Bonner GEW und mit deren guter Unterstützung.

Auf dem Bonner Marktplatz gab es eine Abschlusskundgebung, bei der auch Mitglieder des BOK die Möglichkeit hatten, über ihre derzeitigen ungesicherten Beschäftigungsverhältnisse zu berichten und Forderungen an die Politik nach fairen Arbeitsbedingungen auf lokaler Ebene, als auch Landes- und Bundesebene zu stellen:

Diese sind vor allem Vergütung nach TVÖD und eine Begrenzung der zu leistenden Unterrichtseinheiten für Festangestellte auf 25 UE pro Woche.

Da in zwei Wochen in NRW die Landtagwahlen stattfinden, hatten sich auch KandidatInnen der verschiedenen Parteien zur Kundgebung eingefunden und wurden somit über unsere Lage informiert.

 

Eines ist klar: Nur durch weitere gemeinsame Aktivitäten der Deutschlehrkräfte bundesweit wird sich unsere Lage wirklich verbessern! 

 

In dem Beitrag "Honorarkräfte fordern Absicherung" des Bonner General-Anzeigers kommt auch unsere Kollegin zu Wort: "Auch beim Arbeitgeber von Monika Strauß-Rolke sind die wenigsten fest angestellt. Die Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache ist an einer Bonner Sprachschule tätig. „Seit 20 Jahren bekommen wir nur Fünf-Wochen-Verträge, obwohl wir im staatlichen Auftrag tätig sind“, sagte Strauß-Rolke und forderte eine Absicherung für Lehrkräfte."

 

Auch in Hamburg (s. Foto oben) haben unsere Kolleg*innen aus dem Bündnis zusammen mit der GEW demonstriert.

(BOK)

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Einladung zu einem bundesweiten Vernetzungstreffen

"Das Haus der Selbständigen in Leipzig lädt Honorarlehrkräfte zu einem bundesweiten Vernetzungstreffen ein! Es findet am 27. April, 18-20.30 Uhr sowohl online als auch vor Ort (hybrid) statt.

 

Das Vernetzungstreffen dient dem Austausch von Erfahrungen darüber, wie kollektives Handeln um verbindliche Vereinbarungen mit (öffentlich-rechtlichen) Auftraggeber*innen gelingen kann. Die Einladung richtet sich in erster Linie an die Honorarlehrkräfte selbst. Wir laden aber auch explizit hauptamtliche Gewerkschaftssekretär*innen von ver.di und der GEW ein, ebenfalls teilzunehmen und sich dieser Mitgliedergruppe stärker anzunehmen sowie ihre Erfahrungen zu teilen.

 

Unter diesem Link  findet ihr die Veranstaltungsankündiung und könnt euch anmelden. Wir freuen uns auf eure Teilnahme!"

(pp)

Mindestlohn in der Weiterbildung steigt kräftig

Die GEW informiert in ihrer Pressemitteilung über das Ergebnis der Tarifverhandlungen von ver.di und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft  mit der Zweckgemeinschaft des Bundesverbandes der Träger beruflicher Bildung e.V. (BBB). Der Mindestlohn für das pädagogische Personal in der Weiterbildung werde in den kommenden Jahren kräftig steigen.

"Die Tarifeinigung sieht vier Erhöhungsschritte vor: Ab dem 1. Januar 2023 um 4 Prozent, ab dem 1. Januar 2024 um weitere 4 Prozent, ab dem 1. Januar 2025 um weitere 4,25 Prozent, ab dem 1. Januar 2026 um weitere 4,5 Prozent."

Dieser Mindestlohn ist auch für die Lehrkräfte in den BAMF-Kursen sehr wichtig, denn die Festangestellten werden meistens nach ihm bezahlt, leider ohne eine Faktorisierung des Unterrichts, sodass sie meistens weit unter diesem Mindestlohn liegen, wenn man Vor- und Nachbereitung sowie andere Aufgaben berücksichtigt.

Auch für die Honorarkräfte ist der Mindestlohn entscheidend, weil er in Honorar umgerechnet wird und als Orientierung für das BAMF-Mindesthonorar dient. 2020 hat der Haushaltsausschuss des Bundestages beschlossen, dass das Mindesthonorar an die Erhöhungen des Mindestlohns in der Weiterbildung angepasst wird. Diese Dynamisierung hatte das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte jahrelang gefordert. Das Bündnis ist der Auffassung, dass bereits am 1. Januar 2022 das Mindesthonorar hätte angepasst und auf ca. 43 €  erhöht werden müssen. Diesbezügliche Schreiben des Bündnisses ans BAMF, BMI und BMAS sind bis jetzt nicht klar beantwortet worden. Das Bündnis kann nur noch einmal an alle Lehrkräfte appellieren, sich im Bündnis zu engagieren, in die Gewerkschaften einzutreten und den Hamburger Appell zu unterschreiben. Die Passivität, Ignoranz und Indolenz sehr vieler Kolleg*innen scheinen mit- wenn nicht sogar hauptverantwortlich für die schlechte Lage in unserer Branche zu sein.

(as)

ZQ BSK: Stellungnahme einer Kollegin

Es ist geschafft, beim zweiten Anlauf, 22 von 30 Punkten. Wie viele haben es nicht geschafft, die jahrelang als BSK-Dozent:innen tätig waren? Vielleicht aus Zeitmangel, vielleicht aus anderen (wirtschaftlichen) Gründen. Denn zu den veranschlagten 160 UE für Modul-Seminare und Selbstlernphase kam mindestens noch eine Woche für das auszuarbeitende Portfolio hinzu. Also fünf, vielleicht sechs Wochen Arbeits- und Einkommensausfall oder entgangener Erholungsurlaub. Wäre dies möglich, wenn wir beim BAMF angestellt gewesen wären?

 

Laut § 3 (Fn 2) AwbG hat ein Arbeitnehmer einen Anspruch auf Arbeitnehmerweiterbildung von fünf Arbeitstagen im Kalenderjahr. Der Anspruch von zwei Kalenderjahren kann zusammengefasst werden. Diesen Vorzug haben die freiberuflichen BSK-Dozent:innen nicht. Sie tragen die Last des Verdienstausfalls durch die vom BAMF auferlegte Weiterbildung selbst. Für die ZQ-Anbieter ein Segen, für die teilnehmenden Dozent:innen eine schwere Last, die mit Sicherheit nicht jede/r tragen konnte.

 

Nach diesem dreiviertel Jahr war ich erschöpft, dazu kam Corona mit vielen Umbrüchen und (finanziellen) Unsicherheiten. Auch ohne Corona, wäre diese Zusatzqualifizierung eine Tortur gewesen. Und man fragt sich am Ende: Für was? Was haben wir dazugelernt? In der Einstiegsreflexion wird gefragt, ob wir Probleme hätten bei der Erklärung der Syntax? Das musste ich 5x lesen und konnte nicht glauben, dass man dies bezweifeln könnten? Als frage man einen Bäcker, ob er den Unterschied zwischen Hefe- und Sauerteig kenne. Was haben wir gelernt? Die Anwendung von verschiedenen digitalen Apps. Wobei die Vorbereitung dieser netten Einlagen sehr zeitaufwändig ist und die Frage bleibt: Haben wir diese im Unterricht? Und die Szenariotechnik, sie war es wert, die ZQ zu belegen. Doch der Rest? Mir schien es, als würde in einem Rundumschlag die gesamte DaF/Z-Ausbildung inklusive einem versteckten (nachträglichen) Einstellungsgespräch, in dem persönlichste Dinge in Erfahrung gebracht werden sollten (Einstiegsreflexion) nochmals abgefragt.

 

Ist das BAMF unser direkter Arbeitgeber oder sind es die Kursträger? Oder sind diese die Subunternehmer des BAMF? Liegt hier eventuell Scheinselbständigkeit vor? Nein, soweit wollen wir nicht denken … Wir lieben unsere Freiheit. Doch die Auflagen (mehrwöchige Schulungen bei Verdienstausfall) haben ein Limit, die im selben Rahmen wie bei Festangestellten mit bezahltem Bildungsurlaub abgeglichen werden müssen.

 

Außerdem hätte ich mir gewünscht, dass vorab, wie in jedem modernen Unternehmen, erst einmal in einer Diskussionsrunde eruiert worden wäre, was die Dozent:innen selbst für einen Fundus an Verbesserungsvorschlägen vortragen können. Ich hätte da folgende:

- Berufspraktika während des Kurses (z. B. 1x wöchentlich), da die TN meist völlig isoliert zu Hause lernen und keinen Kontakt zu Deutsch-Muttersprachlern finden.

- Nach jedem Modul einen Kurztest mit Antwortbogen, der extern maschinell korrigiert wird, zur Entlastung der Dozent:innen. Ich z. B. komme in meinem Zeitrahmen nicht hinterher mit der Korrektur von Kurztests.

 

Abschließend hoffe ich, dass uns Selbiges nicht noch einmal widerfährt: Fast ein Jahr kein Erholungsurlaub oder ein Verdienstausfall von mehreren Tausend Euro, der nicht einfach so kompensiert werden kann.

Claudia Müller

Volkshochschule fordert mehr Geld für Integrationskurse

Die Onetz-Zeitung berichtet in einem Beitrag über Harald Krämer, einen VHS-Fachbereichsleiter, der für Integrationskurse zuständig ist.

Er fordert .einen Abbau des bürokratischen Aufwands bei der Durchführung der Kurse und eine Erhöhung des finanziellen Erstattung. Es gebe zwar eine große Nachfrage an Integrationskursen, aber mittlerweile keine Lehrkräfte mehr. "Krämer wünscht sich Pädagogen einzusetzen, die in anderen Ländern eine Lehrbefugnis erworben hätten. Die werde aber oft in Deutschland nicht anerkannt und er könne sie deshalb nicht einsetzen." 

"Stand heute, sind wir dicht. Wir haben keine Lehrkraft mehr, um bis Mai weitere Integrationskurse anzubieten. Die Bedingungen, die an eine Lehrkraft gestellt würden, seien hoch. Wenn das Anforderungsprofil heruntergeschraubt würde, auch ohne den Qualitätsstandard zu gefährden, könnte man noch die eine oder andere finden."

"Die Stundenhonorare hätten sich verdoppelt, rechnet Krämer vor. Aber die Sätze, die wir pro Unterrichtseinheit und Teilnehmer erhalten, sind nur marginal angehoben worden. Dabei sei der Aufwand, solche Lehrgänge abzuwickeln, inzwischen enorm."

(as)

ZQ BSK: ein vierzehnter Erfahrungsbericht

Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay
Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay

Heute veröffentlichen wir unten einen vierzehnten Bericht zur ZQ BSK. Schickt uns bitte keinen weiteren  Texte! Wir, das Bündnis, werden dann in einigen Wochen eine Auswahl ans BAMF und BMAS schicken.

 

Die etwas andere Abschlussreflexion

 

Ein Teil Lebenszeit und -qualität gestohlen - so sehe ich das. Mehrere Monate hat mich dieser Wahnsinn mit all seinen Widersprüchen in der Zwangsmaßnahme gekostet. Und ich hatte noch das "Glück", von meinem Arbeitgeber freigestellt worden zu sein - zumindest für die Onlinepräsenz (natürlich nicht für die Vor-, Nachbereitungs- und die Zeit, die man für das Portfolio aufbringen musste). Das wäre jedoch zwingend notwendig. Aber dieses "Glück" haben eben nicht viele, wenn man freiberuflich tätig ist.

 

Und wo gibt es überhaupt sowas, dass Lehrer:innen an öffentlichen Schulen nachgeprüft werden mit einem immensen zweifelhaften Aufwand, der seinesgleichen sucht. Mit der Mutmaßung, dass wir demnächst alle toll ausgebildete BSK'ler in die Prüfungen entlassen, da wir als Lehrkräfte ja jetzt sooooooooo viel gelernt hätten (wozu wir vorher NICHT fähig waren). Was für ein Schmu - der Fisch stinkt vom Kopf. Könnte es vielleicht sein, dass das dahinterstehende System sowohl der Integrations- als auch der Berufssprachkurse einfach völlig realitätsfremd ist? Haha ... "Erfolgsgeschichte". Wo erfahrenes Lehrpersonal dann zum Wohle unserer Kursteilnehmer:innen mit ihrem über Jahrzehnte entwickelten Stil von jungen Fortbildner:innen unterrichtet werden, die noch nicht einmal das Zitieren beherrschen, deren links ins Leere führen und das BAMF heilig sprechen. Man wisse ja, dass das alles viel zu viel sei blablabla, kamen dann pseudosozial in Gutmenschenmanier Sprechblasen daher. Ausgefüllt mit Inhalt oder wenigstens mal leichtem Gegenwind wurden diese Allgemeinplätze nicht, waren sie doch nur der Tatsache geschuldet, uns ein wenig zu befrieden und Gleichheit vorzutäuschen, wo keine war. Auch die Möglichkeit nur in Erwägung zu ziehen, dass weniger manchmal mehr ist bei der Fülle an Material, wurde noch nicht einmal im Ansatz verwirklicht. Ständig sollen wir kritisch und v.a. hochreflektiert sein, gleichzeitig mit Quellenverzeichnissen arbeiten, während die Fortbildner:innen Kritik von sich gewiesen haben (begründet zum Teil mit Zeitmangel; ein Schelm, wer Böses dabei denkt).

 

Das BAMF an sich stellt ebenfalls das Konzept nicht in Frage, wie man nachlesen kann. Welche Konzeption diesem Sammelsurium an mehreren tausend Seiten zugrundeliegt, die allein vom BAMF zur Verfügung gestellt werden und die zu lesen sind an Durchführungshinweisen, Konzepten, Lernzielen etc., erschließt sich mir bis heute nicht. Pure nicht anlassbezogene Theorie. Während wir als als Moderator:innen in unseren Kursen damit beschäftigt sind, mit hohem Aufwand immer mehr Verwaltungstechnisches für das BAMF, die Jobcenter und die Träger zu erledigen oder Sozialarbeit zu betreiben. 

  

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Lüneburger Appell und Petition: Für gute Erwachsenenbildung mit fairen Tariflöhnen in der VHS Lüneburg!

Screenshot von ver.di-Info
Screenshot von ver.di-Info

Ver.di hat einen Lüneburger Appell veröffentlicht und eine Petition gestartet. Im Appell wird ein Tarifvertrag mit fairen Arbeitsbedingungen und gerechter Bezahlung für alle Beschäftigten der VHS REGION Lüneburg gefordert.

 

Die wichtigsten Kernforderungen für den Tarifvertrag sind:

- Anwendung des TVöD für alle Beschäftigten: keine schlechtere Bezahlung für die Kursleiter:innen

- Einführung einer jährlichen Sonderzahlung für alle Beschäftigten

- Gerechte Eingruppierung für die anspruchsvollen Tätigkeiten in der VHS: Gute Arbeit – Gute Leute – Gutes Geld!

- Faire Überleitung aller Beschäftigten in den neuen Tarifvertrag

(as)

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Ver.di fordert Tarifverträge für Solo-Selbstständige

Ver.di will Tarifverträge für alle Solo-Selbstständigen abschließen und Arbeitsbedingungen notfalls über Honorarempfehlungen verbessern

 

Am 24.2.2022 hat ver.di der EU-Kommission eine Stellungnahme vorgelegt, aus der hervorgeht, dass kollektive Tarifverhandlungen mit den Auftraggebern ausnahmslos für alle Solo-Selbstständigen legalisiert werden müssten, um die prekären Arbeitsverhältnisse in einzelnen Branchen zu verbessern.

(lg)

Tacheles reden bei der Evaluation der BSK!

Im März wird Kantar eine Telefonbefragung bei den Kursträgern durchführen.  Im Rahmen der Telefoninterviews wird das Evaluationsteam die Träger ebenfalls um Informationen zur Befragung der Lehrkräfte bitten (Online-Befragung durch das f-bb). 

Das SprecherInnenteam des Bündnisses appelliert an die befragten Träger und vor allem an die befragten Lehrkräfte, auch die prekären Arbeits- und Einkommensverhältnisse zu thematisieren, denn sie haben einen enormen Einfluss auf die Qualität des Unterrichts. Man denke nur an die Arbeitsbelastung, wenn man 40 UE um mehr pro Woche unterrichtet. Denkbar wäre auch andere Themen, z.B. die Qualität der neuem Lehrwerke, Auswahl der Themen oder die neuen Prüfungen mit ihrer fast ausschließlichen Fixierung auf die beruflichen Themen.

(as)

5 Jahre Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstständigenverbände

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstständigenverbände (BAGSV), der auch das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte angehört, feiert ihr fünftes Jubiläum.

In dem Beitrag "5 Jahre BAGSV": „Die Politik kommt nicht mehr an uns vorbei“ wird nicht über die Gründung und Struktur des Dachverbandes gesprochen, sondern natürlich auch über seine Erfolge. Der größte war bis jetzt die Senkung der GKV-Mindestbeiträge für Selbstständige. "Am 01.01.2019 wurde im Rahmen des GKV-Versichertenentlastungsgesetze die Mindestbeiträge für Selbstständige um 57 Prozent gesenkt, eine Ersparnis von rund 750 Millionen Euro, die Soloselbstständige mit niedrigem Verdienst zuvor zu viel bezahlt hatten." Gerade die Lehrkräfte in der Erwachsenenbildung, darunter auch viele DaFZ-ler, profitieren davon.

(as)

 

Wie hast du es mit der Integration?

Das MiGAZIN  befasst sich in seinem Beitrag "Noch Luft nach oben bei der Integration" mit dem Bericht des Sachverständigenrates für Integration und Migration. Der Anlass ist der zehnte Jahrestag des Nationales Aktionsplans Integration.

(as)

 

Umfrage der Uni Osnabrück: Wie hat sich unsere Arbeit verändert?

Corona hat unser Leben durchgeschüttelt, doch wie hat sich die Arbeit in der Krise verändert?  Online-Unterricht, größtmögliche Distanz in den Räumen,  Wegbrechen von Kursen, finanzielle Sorgen.  Zu diesen Themen führt die „Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften“  zusammen mit der Universität Osnabrück  eine Umfrage bei Soloselbstständigen durch.

„In der Befragung geht es um Infektionsrisiken und Schutzmaßnahmen, den Umgang des Arbeitgebers mit der Pandemie, wirtschaftliche Folgen, Mitbestimmung, Kinderbetreuung und die Einschätzung der Politik“.

Gerade hat die nächste Befragungsrunde des Arbeitswelt-Monitors „Arbeiten in der Corona-Krise“ begonnen. Eine Teilnahme ist bis zum 15. März 2022 möglich.

Die Startseite der Befragung lautet: www.arbeit-corona.uni-osnabrueck.de

Wir, das SprecherInnenteam des Bündnisses, empfehlen diese Umfrage, damit auch die DaF/DaZ-Lehrkräfte gehört werden. 

(hs)

 

Vier neue Zertifikatsprüfungen „Deutsch-Test für den Beruf“

In seinem aktuellen Trägerrundschreiben Berufssprachkurse 02/22 (hier unten) informiert das BAMF über die Einführung von vier neuen Zertifikatsprüfungen „Deutsch-Test für den Beruf“ (DTB).

"1. Als erster bundesweiter Prüfungstermin für die DTB sind Freitag und Samstag, der 1. und 2. Juli 2022 vorgesehen. Danach finden die DTB alle 14 Tage freitags und samstags im Wechsel mit den DTZ-Terminen (Deutsch-Test für Zuwanderer) statt.

2. Die Anmeldung zu den ersten DTB wird ab Anfang Mai online möglich sein.

3. Alle Berufssprachkurse mit dem Sprachniveauziel A2, B1, B2 und C1, • die am 15. Februar 2022 oder später beginnen und • deren letzter Kurstag laut Kursbeginnmeldung nach dem 20. Juni 2022 geplant ist, müssen die neuen DTB zum nächstmöglichen Prüfungstermin verwenden.

4. Für Berufssprachkurse, die bereits vor dem 15. Februar 2022 begonnen haben und deren geplantes Kursende nach dem 20. Juni 2022 liegt, können die Träger nach eigenem Ermessen entweder den entsprechenden DTB oder eine entsprechende DTB-alternative Zertifikatsprüfung auswählen. 5. Für Berufssprachkurse, die vor dem 20. Juni 2022 enden, wählen die Träger so wie bisher nach eigenem Ermessen eine entsprechende DTBalternative Zertifikatsprüfung aus."

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Deutsch-Dozenten gesucht. Aber zu welchen Bedingungen?

„Deutsch-Dozenten gesucht. Europa-Universität: Mehr als 100 Studenten aus dem Ausland sind auf Sprachkurse angewiesen / doch Lehrkräfte sind schwer zu finden – offenbar auch wegen der schlechten Bezahlung“ heißt es im Flensburger Tageblatt vom 26.01.2022.

 

In dem Artikel wird endlich öffentlich die Höhe der Vergütung der Honorarkräfte (Lehrbeauftragten) an der Universität thematisiert. Man erhält dort nur 25,68 € pro UE. Zeitgleich wird aber auch um Deutsch-Dozenten geworben. Denn die formalen Anforderungen an der Uni seien dabei nicht besonders hoch, wie es heißt. „Eine Ausbildung als DaZ-Lehrkraft oder eine Zulassung durch das BAMF, wie sie für Integrationskurse oder Berufssprachkurse vorgeschrieben sind, sind zwar erwünscht, aber nicht zwingend erforderlich.“ Trotzdem kann die Europa-Universität Flensburg fünf von sieben Lehraufträgen nicht besetzen. Die für DaFZ Zuständige macht die Corona-Pandemie dafür verantwortlich. Die Uni weist jedoch auch auf die mit der generellen Unterfinanzierung verbundenen schlechten Arbeitsbedingungen der Dozent*innen hin.

 

Zur Lage an der Flensburger Uni hat sich spontan eine norddeutsche Kollegin geäußert: „Kommt alle her, wenig Lohn für wenig Ausbildung.“ Da gratulieren wir doch den Studierenden, dass sie so einen „qualitativen“ Unterricht bekommen. Das Studium an der Uni lohnt sich! Alles easy! Wo ist der Qualitätsanspruch geblieben? Wo die Würdigung der Dozenten für qualitative Arbeit? Wie bitter. Akademische Bildung adé. Und Corona ist nicht an allem Schuld – nicht am Dozentenmangel.

(gb/as)

ifo Geschäftsklimaindex: Existenzbedrohung aufgrund Pandemie

„Die Kleinstunternehmen leiden besonders stark unter dem aktuellen Pandemieverlauf“, sagt Dr.Klaus Wohlrabe, stellv.Leiter des ifo Zentruns für Makroökonomik und Befragungen sowie Leiter Befragungen in einer Pressemitteilung. „Für viele kleine Unternehmen wird das wirtschaftliche Überleben immer schwieriger, je länger die Pandemie dauert“

 

Tatsächlich habe sich das Geschäftsklima für Kleinstunternehmen (weniger als 9 Mitarbeitende) und Soloselbstständige im Dezember 2021 verschlechtert, denn der aktuelle Index (die Januarbefragung läuft derzeit) sank deutlich unter den der Gesamtwirtschaft. So bildet der statistische Messwert zu Jahresende laut Konjunkturumfrage eine desolate Stimmung in der Geschäftslage ab, während gleichzeitig die Erwartungen der Kleinstunternehmenden und Selbstständigen ein wenig steigen und zarte Hoffnung auf bessere Zeiten widerspiegeln. 

 

Eine Existenzbedrohung sähen rund ein Viertel der Kleinstunternehmen und Selbstständigen, beantworteten sie doch die Frage „Würden Sie sagen, dass Ihr Unternehmen durch die aktuellen coronabedingten Beeinträchtigungen in seiner Existenz bedroht ist?" (ifo) zu 24,9% mit ja. In der Gesamtwirtschaft (= Gesamtheit aller Unternehmen) fiel die Antwort mit 14,4% deutlich niedriger aus.

 

Das Bündnis hatte im November aufgerufen, monatlich an der Befragung teilzunehmen. Es ist wichtig, weiterhin mitzumachen, damit das ifo Institut in den monatlichen Konjunkturumfragen auch die Lehrkräfte als Soloselbstständige berücksichtigen kann. Umso besser, wenn möglichst viele und viele kontinuierlich dabei sind!  Da das sog. Segment Kleinstunternehmende und Soloselbstständige nämlich erst im August 2021 an den Start ging, sind noch keine Saisonbereinigungen möglich.

 

Für das ifo bleibt die künftige Entwicklung spannend. Davon wollen wir uns doch anregen lassen und mitmachen.

(chh)

Rückzahlungen von Corona-Soforthilfen

Die WirtschaftsWoche befasst sich in ihrem Beitrag "Die Corona-Soforthilfen sind eine tickende Bombe" auch mit der Lage der DaFZ-Lehrkräfte.

„Es war damals nicht klar, ob die Soforthilfen nur für die Betriebskosten oder auch für den Lebensunterhalt genutzt werden durften“, sagt Hedwig Schulte vom Bündnis DaF/DaZ Lehrkräfte. Viele Honorarlehrkräfte seien durch die Pandemie in finanzielle Notlagen geraten und hätten deshalb im März 2020 Corona-Soforthilfen beantragt. Nun drohe ihnen eine nahezu vollständige Rückzahlung. 

Mit den Corona-Soforthilfen habe die alte Bundesregierung der neuen Regierung eine tickende Zeitbombe hinterlassen, meint Andreas Lutz vom Verband Gründer und Selbstständige (VGSD). "Selbstständige, deren Geschäft bereits im März 2020 unter der Pandemie gelitten hätte, seien nun auch durch die Rückzahlung wieder schwer betroffen. Besonders prekär ist die Lage der Soloselbstständigen. Diese haben oft kein Büro und deshalb auch keine Fixkosten, für die sie die Soforthilfe hätten beantragen können. Für Lebenshaltungskosten wie Wohnungsmiete, Lebensmittel oder Krankenkasse durfte das Geld nicht verwendet werden. Stattdessen wurde Soloselbstständigen empfohlen, die Grundsicherung in Anspruch zu nehmen." „Vorher hätten Sie aber noch Ihre Altersvorsorge aufbrauchen müssen“, sagt Lutz.

(as)

ZQ BSK-Angebote des IIK: online und hybrid

Wir - das Institut für Internationale Kommunikation e.V. (IIK) in Düsseldorf und Berlin, haben jetzt unsere ZQs 2022 freigeschaltet. Wir setzen die vom BAMF vorgegebenen Inhalte möglichst praxisrelevant um und nehmen dabei auf die große Belastung der Lehrkräfte durch die ZQ große Rücksicht. Das fängt schon bei den Formaten an: Zur Auswahl stehen (bei Beginn vor dem 19.3.2022) zwei besonders lehrkräftefreundliche reine Online-Formate und nach dem 19.3. ein möglichst lehrkräftefreundliche Präsenzformat (mit den dann noch max. zugelassenen 25% Online-Anteil) an zwei Standorten.

Alle ZQs, die im ersten Quartal 2022 beginnen, sind so konzipiert, dass man noch bis zum Stichtag 30.6.22 die erweiterte Zulassung für BSK-Kurse in Händen halten kann. Hier wird es ganz gewiss keine Verlängerung mehr von Seiten des BAMF geben. Und wer sich zu einer dieser ZQs verbindlich anmeldet, kann außerdem noch vor dem 30.6. begonnenen Kurse zu Ende führen, auch wenn das Enddatum erst in der zweiten Jahreshälfte liegt. Das ist vor allem für neue Kolleg:innen wichtig, die erst im Laufe des 1. Halbjahres ihre 300 UE in BAMF-Kursen zusammenbekommen, die ja die Voraussetzung für die Zulassung zu einer ZQ sind.

Hier die Formate im Überblick:

1. 100%-Online

a) fünf Wochenenden à durchschnittlich 16 UE

b) 9 Wochen mit 2 festen Nachmittagen oder Vormittagen à 4-6 UE

Wie empfehlen eigentlich vor allem die Variante b) weil sie sich nach unseren Erfahrungen am besten berufsbegleitend erledigen lässt und die Selbstlernphasen vorwiegend am Wochenende gestaltet werden können.

2. 75% Präsenz und 25% Online

- Standorte Düsseldorf und Berlin

- insgesamt 5 Wochenenden, davon eines rein Online

- Auftakt jeweils freitags mit 2 UE online + Samstagnachmittag und Sonntagvormittag in Präsenz

- bei weiterer Anreise nur eine Übernachtung erforderlich

Generell zeigt unsere Erfahrung mit über 30 abgeschlossenen Online-ZQs, dass es sich allgemein und gerade bei der Online-Variante empfiehlt, die ZQ "am Stück" zu machen, damit man sich nicht immer wieder neu eindenken muss und die notwendigen (Arbeits- und Online)-Routinen entwickelt. Das ist auch für das Portfolio sehr hilfreich, dass ZQ-begleitend von uns unterstützt wird, und zum Ende der ZQ dann auch "fertig" sein kann. Das ist mit der näher rückenden endgültigen Frist besonders wichtig.

Generell stehen wir auch gerne für Rückmeldungen zu den Erfahrungen mit der ZQ-Durchführung aus Sicht eines ZQ-Anbietenden, speziell in der Online-Variante, zur Verfügung. Kolleginnen und Kollegen, die sich online unsicher fühlen, bieten wir nicht nur ein generelles "Onboarding" an, sondern leisten auch sehr viel individuellen Support durch unser IT-Team, das schon vielen weitergeholfen hat, die dann die ZQ auch geschafft haben.

(ikk)

ZQ BSK: ein dreizehnter Erfahrungsbericht

Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay
Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay

Heute veröffentlichen wir unten einen dreizehnten Bericht zur ZQ BSK. Wir, das Bündnis, bitten Euch um Erfahrungsberichte über Eure BSK-Zusatzqualifizierungen. Schickt uns bitte den Text in anonymisierter Form zu, und schreibt bitte gleich, ob Ihr mit einer Veröffentlichung einverstanden seid.  Wir werden dann in einigen Wochen eine Auswahl ans BAMF und BMAS schicken.

 

Ich habe in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 an einer ZQBSK teilgenommen, damit ich weiterhin unterrichten darf. Zu mir: Habe 35 Jahre Deutsch und Englisch an einer Hauptschule unterrichtet und mittlerweile auch mehr als 3000 UE in BSKs.  Die Unterstellung, dass die schlechten Ergebnisse der Teilnehmende an diesen Kursen auf die Dozenten

zurückzuführen sind, ist zunächst schon mal inakzeptabel. Hier fehlt es an der Reflektion des eigenen Handelns beim Bamf und bei telc. Welche Ziele, welche Aufgaben, welche Standards in Prüfungen, Aufbau von Prüfungen, Bewertung etc.. Die Dozenten werden ständig zur Selbstreflektion aufgefordert, was offensichtlich das Bamf und telc im eigenen Hause nicht für notwendig halten.

 

Die Fortbildung war vonseiten des Trägers und der Dozenten so gut es ging vorbereitet. Sie müssen den von "oben" kommenden Vorgaben folgen, und das ist nicht immer einfach. Trotzdem blieben Fragen offen wie z.B. genaue und eindeutige Aufgabenstellungen für das Portfolio oder eindeutige Vorgaben zum Umgang mit Fehlzeiten. Die zeitliche Aufteilung der einzelnen Module war m.E. nicht immer logisch, denn es kam vor, dass ein Thema bearbeitet wurde, aber nicht schriftlich beendet werden konnte, weil der entscheidende Teil erst 4 Wochen später dran kam. Alle Dozenten, die ich kennenlernte, versuchten ihr Bestes und konnten einem

auch den Druck, unter dem man stand, etwas nehmen. Es entwickelte sich trotz online-Vermittlung ein angenehmes Arbeitsklima zwischen Dozenten und Teilnehmenden sowie zwischen den Teilnehmenden untereinander. Trotzdem sehnte man das Ende herbei, denn inhaltlich ist die gesamte Fortbildung viel zu umfangreich und für Teilnehmer, die "nebenher" noch einen Kurs leiten, eine Zumutung. Die einzelnen Vorbereitungen für jedes Modul waren nicht zu bewältigen.

 

Für mich waren nur wenige Inhalte neu. Ich konnte meine Kompetenz bezüglich des online-Lernens etwas verbessern und ich bin etwas sicherer in der Bewertung von Leistungen geworden, die ich allerdings auch schon vorher zu 98% richtig einschätzen konnte. Einige fachspezifische Ausdrücke haben sich geändert. Mein Unterricht wird sich nach dieser Fortbildung aber nicht wesentlich ändern oder verbessern. - Ich halte eine Differenzierung bezüglich der Vorkenntnisse der Lehrkräfte für wichtig. Es ist ein Unterschied, ob ich aus einem kaufmännischen Beruf komme und gerade 300 UE in einem BSK absolviert habe, oder ob ich mich

schon viele Jahre mit Pädagogik, Sprache und Unterricht beschäftige.

 

Die Fortbildung hatte zu viele Aufgaben, die fast allen Teilnehmern mehr oder weniger bekannt waren. Ausbildung oder Studium, Berufserfahrung, Umgang mit Menschen, Deutschkenntnisse und Vermittlung der deutschen Sprache kann jeder Teilnehmer nachweisen. Insgesamt wäre weniger mehr gewesen. Die meisten Fragen bezogen sich auf das Portfolio, den Schlüssel für die Fortsetzung der Arbeit,  um hier nichts falsch zu machen.

 

Ich bin froh, den enormen Zeitaufwand und die Fleißarbeit des Portfolios hinter mir zu haben! Und ich bin sehr gespannt auf die Argumentation des Bamf, wenn sich trotz dieser Zwangsmaßnahme keine besseren Ergebnisse der BSK-Teilnehmer eistellen!

  (BzD)  

ZQ BSK: Ein zwölfter Erfahrungsbericht

Heute veröffentlichen wir unten einen zwölften Bericht zur ZQ BSK. Wir, das Bündnis, bitten Euch um Erfahrungsberichte über Eure BSK-Zusatzqualifizierungen. Schickt uns bitte den Text in anonymisierter Form zu, und schreibt bitte gleich, ob Ihr mit einer Veröffentlichung einverstanden seid.  Wir werden dann in einigen Wochen eine Auswahl ans BAMF und BMAS schicken.

 

Zurzeit schreibe ich am Portfolio der ZQ BSK, und es kostet mich regelrecht Überwindung, dafür Zeitfenster in meinem Alltag freizuschaufeln. Das liegt daran, dass diese ZQ in keiner Hinsicht rund oder gut durchdacht ist, denn wenn das so wäre, so würde ich sehr gern daran arbeiten.

 

Meine Kritikpunkte sind folgende:

Inhaltliche Überfrachtung: Den kompakten Inhalten wird zu wenig Zeit gegeben. Ich frage mich auch, wie man all die Aufgaben neben einer Erwerbstätigkeit noch leisten soll. Ich selbst bin an einer Berufsschule beschäftigt. Klausuren und Halbjahresnoten können nicht geparkt werden.

Reines Online-Format: Es ist kein Geheimnis, dass Online-Unterricht weniger effektiv ist als Unterricht im Klassenraum. Gerade diese Inhalte, ob nützlich oder nicht, erfordern eine gründliche Durcharbeitung, die in diesem Format schwierig bis unmöglich ist. Ich bin mir sicher, dass diese ZQ nicht so dringend ist, dass man damit nicht bis zu einer Normalisierung der Pandemiesituation hätte warten können, um wenigstens teilweise in Klassenraumpräsenz zu unterrichten.

Unterschiedliche Medienkompetenz der TN: Während einigen TN Zoom-Knöpfe erklärt wurden, blieb dem Rest nichts weiter übrig, als diese Erklärungen untätig abzuwarten. Dies war zu Beginn des Kurses sehr lästig und zog sich über das erste Wochenende.

Organisation: Ich habe es als harschen Eingriff in mein Privatleben empfunden, dass fünf ganze Wochenenden von der Zusatzqualifikation belegt wurden. Auch am Sonntag der Bundestagswahl war Kurszeit! Zudem beträgt die Bildschirmzeit je Kurstag 6 Stunden (Pausen bereits abgezogen). Dieser Wochenendeinsatz hatte zur Folge, dass ich montags geistig kaum einsatzfähig war, da die Erholungszeit fehlte. Nach dem letzten Kurswochenende streikte mein Rücken durch so viel Sitzzeit. Vier Tage lang musste ich Schmerzmedikamente nehmen, um mich wenigstens langsam bewegen zu können.

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Weihnachtsgrüße

Für viele von uns war es wieder ein Jahr mit besonderen Anforderungen und Erschwernissen in der täglichen Arbeit.  Online- oder Präsenzunterricht, viele Vertretungen oder ausfallende Kurse:  Flexibilität und grundlegender Optimismus waren angesagt. Wir alle  können auf unsere Leistungen stolz sein.

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte hat zusammengehalten, das Bündnis hat sich erfolgreich  an politische Institutionen gewandt und z. B. wesentlich dazu beigetragen, die Erhöhung auf 41 € oder die Verlängerung der ZQ BSK zu erreichen. Wir erlauben uns in diesem Zusammenhang an unser Motto zu erinnern: "Nur gemeinsam sind wir stark und können etwas erreichen!" Unser Bündnis ist für alle offen und lebt von eurem Engagement.

 

Das SprecherInnenteam das Bündnisses wünscht euch allen ein frohes Weihnachtsfest bzw. schöne Feiertage und erholsame Ferien. 

Der letzte Baustein im GPS: das Pilotkonzept für einen Basiskurs C2

Mit dem Trägerrundschreiben (TRS) 21 im Jahr 2021 ist es nun da: das bisher fehlende Konzept für den berufsfeldübergreifenden Basiskurs C2 gemäß der DeuFö-Verordnung.

Im TRS 21 21 sind in Anlage 2 die berufsfeldübergreifenden Deutschkenntnisse unter dem Erwerb sprachlich-kommunikativer Kompetenzen vermöge berufsbezogenen Inhalten formvollendet ausgeführt. An der Volkshochschule Berlin Mitte erprobt, ist in der Vorbemerkung zu erfahren, kann es nun bundesweit unter pädagog. Begleitung umgesetzt werden – dank des Verfassens zweier Kursleitenden, deren langjährige Erfahrungen sowie Erkenntnisse aus den beiden Kursen an der Volkshochschule Berlin Mitte in das Konzept eingeflossen sind“ und welche in „maßgeblichen Teilen (insbesondere hinsichtlich der Lernziele, Lerninhalte und Methoden)“ mitgewirkt haben.

 Wir gratulieren zum umfangreichen Elaborat!

„Darüber hinaus wurde der Konzeptentwurf mit einem Gremium von Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis intensiv diskutiert und unter Berücksichtigung ihrer Anmerkungen finalisiert. Das Bundesamt dankt der Volkshochschule Berlin Mitte, dem Kursleitenden- und Autorenteam Gudrun Carl und Dieter Hartmann sowie den beratenden Expertinnen und Experten Prof. Dr. Olaf Bärenfänger (Universität Leipzig), Stefanie Dengler (Goethe-Institut e.V.), Prof. Dr. Christian Efing (RWTH Aachen University), Dr. Olga Haber (Fachstelle Berufsbezogenes Deutsch im Förderprogramm IQ), Dr. Christina Kuhn (Friedrich-Schiller-Universität Jena) und Gaby Wegscheider (Volkshochschule Berlin Mitte).“  

 

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Anbindung an die Selbstständigenverbände

Zum Adventstreffen lud die BAGSV (Bundesarbeitsgemeinschaft der Selbstständigenverbände) am 8.Dezember 2021 ein. Dabei tauschte man die bisherigen Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen aus. Unser Bündnis gehört der BAGSV an.

 

Der VGSD e.V. spricht in seinem Blogbeitrag vom wertschätzenden Ton des Koalitionsvertrags  und lobt dabei u.a. die Senkung der Mindestbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung sowie den kleinen Schritt der Verbesserung des Zugangs zur freiwilligen Arbeitslosenversicherung. Die Themen Statusfeststellungs-verfahren und Altersvorsorgepflicht werden weiterhin kritisch verfolgt.

 

Jimdo-Geschäftsführer und -Mitgründer Matthias Henze und Vice President Marketing bei Jimdo Stefanie Hämmerle setzen sich für www.wir-im-ifo.de, den Geschäftsklimaindex und die Sichtbarkeit von Kleinstunternehmenden und Selbstständigen ein. Um in der Politik und den Medien sichtbar zu werden, rufen sie auf, bei der monatlichen Umfrage kostenfrei mitzumachen. Nicht nur, dass Kleinstunternehmende und Selbstständige als Gruppe 81 % aller Unternehmen im Land ausmachten, so sei bisher eine hohe Anzahl an Registrierungen von der genannten Gruppe zu verzeichnen. Eine Überraschung – für das ifo!

Heißt für uns: Fleißig daran beteiligen!

Zum Hinweis: Auch für die Veranstaltungswirtschaft generierte das ifo den statistischen Messwert des ifo-index und mit dessen Hilfe gelang nun endlich die Sichtbarkeit der Branche. Nicht zuletzt befasste man sich an der TU Chemnitz mit der Herstellung einer Landkarte der Veranstaltungswirtschaft, vorgestellt von Geschäftsführerin eventleader Nicole Behr.

 

Ein weiteres Thema war der Stand der Neustarthilfe-Schlussabrechnung. Es wird auf die Frist des 31.12.2021 zur Abgabe hingewiesen. Sollte jemand die Frist versäumen, könnte es teuer werden: Die gänzliche Rückzahlung droht!

 

Auch angesprochen wurden die neuen Richtlinien der EU hinsichtlich der Plattformarbeit. Dazu hatte sich übrigens der DGB in seinem Positionspapier Plattformarbeit im März 2021 Gedanken gemacht, siehe insbesondere Seite 3f zur Stärkung der Tarifbindung und den §12a TVG.

 

Dem Presseartikel der Europäischen Kommission vom 09.12.2021 ist zu entnehmen, dass Menschen, die über digitale Arbeitsplattformen arbeiten, die ihnen zustehenden Arbeitnehmerrechte und Sozialleistungen in Anspruch nehmen können. Darüber hinaus erhalten sie zusätzlichen Schutz bei der Verwendung des so genannten algorithmischen Managements, also automatisierten Systemen, die Managementfunktionen bei der Arbeit unterstützen oder ersetzen. Das bedarf freilich der Zustimmung des EU-Parlaments und des Europäischen Rats.

(chh) 

Neue Online-ZQ-BSK der Uni Marburg

Die Uni Marburg bietet im ersten Quartal 2022 mehrere ZQs BSK online an. Wer eine ZQ für die Berufssprachkurse machen möchte/muss, kann sich  jetzt melden. 

 

Die Uni schreibt: "das BAMF hat die Genehmigung der Durchführung der Zusatzqualifizierung für Lehrkräfte in Berufssprachkursen (ZQ BSK) mit digitalen Anteilen von bis zu 100% noch mal bis März 2022 verlängert. Wir werden also Februar und März 2022 mehrere komplett digitale Zusatzqualifizierungen (ZQ BSK) durchführen.

Die Termine sowie alle Informationen rund um die Zusatzqualifizierung finden Sie zudem auf unserer Internetseite unter folgendem Link"

(hs)

 

 

Gesprächsforum des Bündnisses und sein Tätigkeitsbericht

Für den 20. November 2021 hatte das SprecherInnenteam des Bündnisses  DaF/DaZ-Lehrkräfte zu einem Gesprächsforum auf virtueller Basis eingeladen.

Etwa 40 KollegInnen aus der ganzen Bundesrepublik nahmen diese Einladung gerne an, sodass es zu einem regen Austausch kam. Eines wurde deutlich: Der Bedarf an Austausch miteinander ist sehr hoch!

 

Die Themen waren durch die Tagesordnung bestimmt: Nach einer allgemeinen Vorstellungsrunde berichtete das SprecherInnenteam über die vielfältigen Aktivitäten des Bündnisses zur Verbesserung unserer Arbeitsbedingungen im Bereich Deutsch als Fremdsprache/ Zweitsprache im Laufe des letzten Jahres: Diesen Tätigkeitbericht findet ihr auch unter diesem Beitrag zum Nachlesen.

 

Weitere wichtige Themen waren die ZQ für die Berufssprachkurse und die Corona-Situation.

 

Weiterhin freuen wir uns sehr, wenn ihr euch lokal vernetzt und in gutem Kontakt mit uns bleibt. Auch freuen wir uns über Rückmeldungen aus dem Teilnehmendenkreis zu diesem Gesprächsforum: Wie hat es euch gefallen? Was sollte verbessert werden? Welche Aktivitäten möchtet ihr nun lokal in Angriff nehmen? Und wer von euch wäre bereit, eine weitere Ansprechperson in eurer Region für das Bündnis zu sein, was bedeutet, wenn sich Personen bei uns melden, die sich vernetzen wollen, können wir hierzu Hilfestellung leisten. Denn eine wichtige Schlussfolgerung ist sonnenklar: Unser Zusammenhalt stärkt und bringt uns voran!

 

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Neues Working Paper des BAMF-Forschungszentrums befasst sich mit digitalem Unterricht in den Integrationskursen

Das Working Paper „Digitales Lehren und Lernen im Integrationskurs“ des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge befasst sich mit den Potenzialen und Herausforderungen digitaler Unterrichtsformen in den Integrationskursen. Die Studie basiert auf einer qualitativen Befragung von Lehrkräften der Integrationskurse, die während der Covid-19-Pandemie Erfahrungen mit der Verwendung digitaler Medien und Unterrichtsformen in den Integrationskursen sammelten. Die Studienergebnisse geben Aufschluss darüber, welche Vor- und Nachteile digitaler Unterrichtselemente von den Lehrkräften wahrgenommen wurden und welche Voraussetzungen aus ihrer Sicht bestehen müssen, um digitale Medien und virtuelle Unterrichtsformate erfolgreich in den Integrationskursen anwenden zu können. Die Studie ist Teil des Forschungsprojekts „Evaluation der Integrationskurse (EvIk)“, welches das Ziel verfolgt, die Integrationskurse aus verschiedensten Perspektiven auf den Prüfstand zu stellen, um Anhaltspunkte zur Weiterentwicklung des Integrationskurssystems zu gewinnen.

 

Wesentliche Ergebnisse:

 

Befürwortung der Verwendung digitaler Medien: Fast alle befragten Lehrkräfte empfinden digitale Medien und Unterrichtsformate als Bereicherung in ihrem Unterricht und sprechen sich für eine weitere zukünftige Nutzung aus, bei der analoge und digitale Unterrichtselemente häufiger kombiniert werden können.

 

Erfahrungen mit digitalem Unterricht abhängig von der schriftsprachlichen Kompetenz und dem Bildungshintergrund der Teilnehmenden: Die Nutzungs-möglichkeiten digitaler Lernprogramme und anderer Medien sind abhängig von den Voraussetzungen, welche die Teilnehmenden mitbringen. Teilnehmende mit einem vergleichsweise hohen Bildungsniveau und Erfahrungen im Umgang mit Internetanwendungen können digitale Medien und Unterrichtsformate leichter nutzen als Teil-nehmende aus Alphabetisierungskursen, die sich häufig nur mit der Unterstützung an-derer in digitalen Angeboten zurückfinden.

 

Spezifische Vorteile des digitalen Unterrichtens: Diese bestehen aus Sicht der Lehrkräfte darin, dass sich Partner- und Gruppenarbeiten sehr schnell organisieren und umstrukturieren lassen. Ein weiterer Vorteil des digitalen Unterrichts ist die Vermittlung von Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien und Internetanwendungen.

 

Negative Auswirkungen digitaler Unterrichtsformate: Ein bedeutsamer Nachteil rein virtueller Unterrichtsformen ist aus Sicht der Lehrkräfte hingegen das Fehlen der persönlichen Begegnungen vor und nach dem Unterricht, was zu einer Schwächung der sozial-integrativen Funktion der Integrationskurse führt, da diese auch Orte der interkulturellen Begegnung, der gegenseitigen Unterstützung, des Erfahrungsaustauschs und der Entstehung persönlicher Beziehungen sind.

 

Didaktische Unterstützung bei der Nutzung von digitalen Medien und Unterrichtsformaten: Die Lehrkräfte wünschen sich bei der Aufgabe der flexiblen und situationsgerechten Einbindung digitaler Elemente in die Unterrichtspraxis Unterstützung durch vorbereitende Schulungen. Dies unterstreicht die Bedeutung von Initiativen des BAMF zum Ausbau digitaler Kompetenzen bei den Integrationskurslehrkräften wie die Erweiterung der Zusatzqualifizierung für Integrationskurslehrkräfte um das Wahlpflichtmodul „Medienkompetenz“.

 

Das Working Paper wurde von Ramona Kay, Dr. Jan Eckhard und Dr. Anna Tissot verfasst.

(BAMF)

Der Koalitionsvertrag – womit können wir rechnen?

Zitat: „Selbstständige sind wesentlicher Teil unserer Gesellschaft und Wirtschaft“. Selbstständige werden anerkannt, laufen nicht mehr unter ferner. Wir sitzen also nicht mehr am Katzentisch.

 

Soloselbstständige:

1. Eine sehr wichtige Verbesserung: In der gesetzlichen Krankenversicherung will man  den Beitrag für kleinere Einkommen reduzieren. Wer wenig verdient, soll dann auch weniger zahlen, jetzt beginnen die Beiträge bei ca. 170 €/Monat, in Zukunft würden sie bei der Hälfte beginnen. Schon oberhalb der Minijobgrenze (z.Zt. 450 €/Monat) soll vom tatsächlichen  Einkommen berechnet werden, nicht mehr von einem fiktiven von derzeit 1096 €.

2. Die Arbeitslosenversicherung soll auch Soloselbstständigen offenstehen.

3. Das Statusfeststellungsverfahren will man verbessern. Die Frage ist: Ist jemand scheinselbstständig oder tatsächlich selbstständig?

4. Zumindest für Künstler:innen will man Mindesthonorare zum Thema machen, das könnte Schwung für andere Tätigkeiten im staatlichen Auftrag geben.

 

Weiterbildung

Die Aussagen sind eher  mager: Nur die Digitalisierung von Volkshochschulen und ähnlichen Institutionen sowie die Angebote  zur politischen Bildung will man fördern, die  allgemeine Unterfinanzierung wird aber gar nicht erwähnt. Das bedeutet, die Arbeitsbedingungen der  (Honorar-) Lehrkräfte sind  kein Thema. Berufliche Weiterbildung soll ebenfalls gefördert und Angebote zur Alphabetisierung sollen ausgebaut werden. Enorm wichtig für die ganze Erwachsenenbildung ist die folgende Stelle. „Die Umsatzsteuerbefreiung für gemeinwohlorientierte Bildungsdienstleistungen wollen wir europarechtskonform beibehalten.“

 

Integration

Zitat: “Für eine möglichst rasche Integration wollen wir für alle Menschen, die nach Deutschland kommen von Anfang an Integrationskurse anbieten. Die Kurse müssen passgenau und erreichbar sein. Die Bedingungen für Kursträger, Lehrende und Teilnehmende wollen wir verbessern.“ D.h., es wird für Lehrkräfte viel zu tun geben. Der Begriff „Bedingungen“ kann sich auf die  Höhe der Honorare, aber auch auf die Stundenzahl der Arbeitsverträge beziehen. Außerdem: Zuwanderer sollen leichter ihre Berufe und Kompetenzen anerkannt bekommen und beim Zugang in die Arbeitswelt unterstützt werden. Einbürgerung soll erleichtert werden.

 

Coronahilfen: Die Hilfen sollen bestehen bleiben, auch den Bedarf für den Lebensunterhalt will man beachten.  

 

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte hat bereits zu Beginn der Koalitionsverhandlungen ca. 30 Politiker''innen aus den für uns relevanten AG-en angeschrieben und sich für die Interessen unserer Branche eingesetzt. 

(hs)

ZQ BSK: Ein elfter Erfahrungsbericht

Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay
Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay

Dieser Bericht erschien in der E&W, 10/2021, Mitgliederforum, Seite 45 von einer Bonner Kollegin und wurde uns zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.
 

"Ich mache zurzeit die in dem Artikel beschriebene „Zwangsfortbildung“. In meinem Fall bedeutet, dass ich für zehn Tage Fortbildung neun Tage meines Urlaubs opfern muss. Diese Fortbildung ist eine Farce und sehr zeitaufwändig. Neben den 80 Unterrichtseinheiten (UE) Präsenzunterricht gibt es viele Aufgaben, die die 80 UE Selbstlernphase überschreiten. Dazu kommt noch das zeitintensive Portfolio das nicht nur eine Reflexion über die Fortbildung ist, sondern zudem zusätzliche Aufgaben beinhaltet.

 

Mir wird eine UE mit rund 21 Euro brutto vergütet.Das bedeutet, dass ich 40 UE/Woche brauche, um ein einigermaßen angemessenes Monatsgehalt zu verdienen. Ich bin alleinerziehend mit drei Kindern. Wie soll man neben 40 UE / Woche noch so eine zeitaufwändige Fortbildung bewerkstelligen? Um den Aufgaben der Fortbildung und des Portfolio nachkommen zu können, habe ich trotzdem meine UE auf 20 reduziert, was einen enormen Gehaltsverlust bedeutet.

 

Eine Fortbildung ist sicherlich sinnvoll, aber nicht in diesem Ausmaß. Außerdem sehe ich nicht den Mehrwert für meinen Unterricht. Viele Module der Fortbildung sind viel zu theoretisch und realitätsfern. In den Spezialkursen sitzen Teilnehmende, die nicht alphabetisiert sind, nicht lesen können, es nicht gewohnt sind zu reflektieren, noch nie in ihrem Leben gearbeitet haben. Wie soll ich mit solchen Teilnehmenden Mediation durchführen, digitale Tools einbeziehen und über Teammeetings sprechen? Insofern widerspreche ich Herrn Christoph Sander, dem Pressesprecher des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge( BAMF) heftig. Natürlich gehören Fortbildungen in jedem Beruf dazu. Aber meines Erachtens rechtfertigen 21 Euro pro UE diesen Zeit- und Nervenaufwand nicht. Ich habe viele Kollegen und Kolleginnen am Rande des Nervenzusammenbruchs erlebt und auch ich sehe mich vor dem Kollaps. Ich bitte euch als GEW: Sprecht dieses Problem beim BAMF und den entsprechenden Ministerien an. Ich bin gerade an einem Punkt, an dem ich diese Arbeit, die ich immer gern gemacht habe, nicht mehr machen möchte, weil ich mich nicht gesehen und überfordert fühle."

Beim Geschäftsklima-Index mitmachen!

Wird’s besser oder schlechter auf  unserem persönlichen Konto?  Welches Einkommen erwarten wir in den nächsten Monaten? Diese Fragen waren bisher nur unsere persönlichen Überlegungen. Doch ab jetzt kann jede/r von uns an den veröffentlichten Zahlen mitwirken. Unsere Stimme zählt. Ab sofort  fragt das IFO-Institut auch  uns DaF/DaZ-Lehrkräfte und andere Soloselbstständige und Kleinunternehmer*innen, was wir für die nähere Zukunft erwarten. Aus allen Zahlen bildet das IFO-Institut den Geschäftsklima-Index,  nicht mehr nur mittlere und Großunternehmen werden befragt. Auf der Grundlage des Geschäftsklima-Indexes werden wirtschaftspolitische Entscheidungen getroffen.

 

Jede/r kann mitmachen, jede/r kann ein Teil des großen Ganzen sein. Einmal im Monat füllt ihr einen kurzen Fragebogen aus  - und schon zählt ihr mit. Meldet euch direkt beim IFO-Institut.

ifo Konjunkturumfrage | ifo Institut

Hier gibt’s ein Video zur Information: Auch du kannst mitmachen: ifo-Index wird um Solo- und Kleinstunternehmer erweitert – und gibt uns auf diese Weise mehr Sichtbarkeit (vgsd.de)

 

Unsichtbar in der Politik waren wir lange genug.

(hs)

 

Neustarthilfe I/2021 für Soloselbstständige ab sofort abrechnen

Habt ihr Neustarthilfe für das erste Halbjahr 2021 bekommen? Dann müsst ihr jetzt vor dem 31.12. 2021  aktiv werden, damit ihr eure Kosten erstattet bekommen könnt. Der Verband der Gründer und Selbstständigen VGSD e.V. erinnert an diese Frist. Vergesslichkeit wäre sehr teuer, denn die gesamtem 7500 € müssten dann zurückgezahlt werden.

 

Näheres findet man auf der Homepage des VGSD e.V. 

(hs)

BSK: Verbesserungsvorschläge bleiben ungehört

Bild von vanleuven0 auf Pixabay
Bild von vanleuven0 auf Pixabay

Der Deutschlandfunk befasst sich in einem Beitrag ausführlich mit den Berufssprachkursen.

 

"Das BAMF finanziert die Sprachkurse und beauftragt private Träger mit dem Unterricht für die Geflüchteten. Die Kursleiter müssen die Ergebnisse für jeden Teilnehmer hochbürokratisch und zeitintensiv dokumentieren. Aber diese Dokumentation führe nicht zu Qualitätsverbesserungen, findet Carstensen. Sie und ihre Kolleginnen und Kollegen machen seit Jahren Verbesserungsvorschläge – etwa geänderte Zugangsvoraussetzungen. Sie fordern ein strengeres Qualitätsmanagement. Vergeblich, sagt die Geschäftsführerin des Verbandes für Integrations- und Berufssprachkurse."

 

"Wenn Carstensen an das BAMF denkt, dann denkt sie als erstes: „Ein Bürokratiemoloch! In vielen Bereichen vermissen wir Transparenz und Teilhabe.“  Carstensen hat eine Anfrage an das BAMF gestellt, um genauere Daten zu den Absolventen der Berufssprachkurse zu erhalten. Doch das Bundesamt mauert. Auch die Interviewanfrage des Deutschlandfunks lehnt das BAMF ab. Man werde die Fragen schriftlich beantworten. Das ist bis heute nicht geschehen."

ZQ BSK-Bericht mal anders

Liebe Kolleg*innen, heute veröffentlichen wir einen ein bisschen anderen Bericht. 

 

"Was meckern eigentlich alle über die Zusatzqualifizierung? Ich bin total zufrieden! Nicht nur habe ich drei Kilo abgenommen – bei ursprünglich 54 Kilo und 1,65m ein echter Gewinn. Nein, ich hatte auch ausreichend Gelegenheit, meinen derzeit laufenden Kurs zu vernachlässigen, denn mehr als 24 Stunden hat auch mein Tag nicht. Prima, wirklich.

 

Super fand ich auch das Gefühl, wieder in meine Studienzeit zurückversetzt worden zu sein – Tag und Nacht dreht sich alles um Deutsch. Allerdings hatte ich vor dreißig Jahren weder Familie noch Haushalt noch Beruf, worum ich mich - nebenbei - kümmern musste. Und am Ende des Studiums hatte ich tatsächlich einen Titel erworben, das bleibt mir aktuell ja komplett erspart. Alles, was ich bekomme, ist ein Blatt Papier mit einem „Bestanden“ – wenn es gut läuft. Dafür bringt man doch gerne Opfer! Ich werde das Papier rahmen lassen und neben meine unzähligen Honorarverträge hängen, da passt es hervorragend.

 

Und bevor ich es vergesse: Danke an meinen lieben Mann, der mich als verbeamteter Lehrer seit 15 Jahren mitfinanziert – jeder hat ja so sein Hobby."

ZQ BSK: ein zehnter Erfahrungsbericht

Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay
Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay

Heute veröffentlichen wir unten einen zehnten Bericht zur ZQ BSK. Wir, das Bündnis, bitten Euch um Erfahrungsberichte über Eure BSK-Zusatzqualifizierungen. Schickt uns bitte den Text in anonymisierter Form zu, und schreibt bitte gleich, ob Ihr mit einer Veröffentlichung einverstanden seid.  Wir werden dann eine Auswahl ans BAMF und BMAS schicken.

 

Ich unterrichte seit 25 Jahren DaZ/DaF. Früher habe ich an Fortbildungen beim Sprachverband und beim Goethe Institut teilgenommen, wobei ich vor allem bei den Fortbildungen vom GI sehr viel gelernt habe. Grundsätzlich finde ich es gut und notwendig, dass Lehrkräfte sich kontinuierlich weiterbilden und die Fortbildungen, bei denen ich am meisten gelernt habe, waren diejenigen, bei denen Kolleg*Innen ihre Unterrichtsideen und -erfahrungen geteilt haben. Meine Erfahrungen mit der DaZ Zusatzqualifizierung möchte ich hier teilen:

 

Bevor wir zu der ZQ verpflichtet wurden, hat keine Bedarfserhebung stattgefunden. Einige von den teilnehmenden Lehrkräften unterrichten schon seit vielen Jahren in berufs- oder ausbildungsbegleitenden Deutschkursen und haben offensichtlich mehr Erfahrung in diesem Bereich als die Lehrkäfte, die in der ZQ unterrichten. Unser Vorwissen wurde in keiner Weise berücksichtigt. Uns wurde nicht die Möglichkeit gegeben, unseren eigenen Bedarf zu ermitteln und uns einzelne Module auszusuchen, so dass einige Inhalte für  LK wie mich seit 25 Jahren in jeder Fortbildung wiederholt werden. Gleichzeitig hat man uns in der ZQ darauf hingewiesen, wie demotivierend es für unsere TN ist, wenn sie ständig die gleichen Themen wiederholen müssen. Hier stellt sich die Frage, warum in der ZQ keine Binnendifferenzierung stattfindet.

 

Es gab noch keine Lehrwerke für die Berufssprachkurse. Die Materialien, mit denen wir in der ZQ gearbeitet haben, waren zum größten Teil schon einige Jahre alt, teilweise arbeiten wir in den DeuföV-Kursen schon längst damit. Die theoretischen Materialien, mit denen wir gearbeitet, waren auch auch nicht neu und wurden zum Teil schon in der letzten Zusatzqualifikation verwendet.

 

 

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Liste der zugelassenen Lehrwerke für die BSK veröffentlicht

Das BAMF hat vor einigen Tagen auf seiner Webseite die Liste der zugelassenen Lehrwerke für die Berufssprachkurse veröffentlicht.

"Hinweis: Der Einsatz von Lehrwerken von der Liste der zugelassenen Lehrwerke ist bis auf weiteres nicht obligatorisch. Die Kursträger können Lehrwerke im eigenen Ermessen einsetzen."

WeltlehrerInnentag in Stuttgart: Kritik an prekärer Situation der DaFZ-Lehrkräfte

Die Stuttgarter Zeitung berichtet in einem Beitrag über die Aktion „Fair statt prekär“ mit der Dozierende und GEW-Vertreterinnen zum „Weltlehrer*innentag“ auf die prekäre Situation der Lehrkräfte für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache aufmerksam gemacht haben.

Die freiberuflichen Lehrer*innen zahlen selbst volle Beiträge zu Renten- und Krankenversicherung, haben kein Einkommen bei Urlaub, Unfall oder Krankheit, nach allen Abzügen bleiben ihnen je nach Kursart 1500 € netto. 

"Mit den Volkshochschuldozentinnen Raffaella Marini und Diana Bax sowie Clarissa Haziri-Hagner, Sprecherin des GEW-Landesarbeitskreis für DaZ- und DaF-Lehrkräfte, machte Wille zum „Weltlehrer*innentag“ auf die unterschiedlichen Lagen der Lehrkräfte im Land aufmerksam, insbesondere auf die prekäre Beschäftigungssituation der Lehrkräfte für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache. Das Motto der symbolischen Aktion: „Fair statt prekär“. „Die Integrationskurse sind fast vollständig auf Honorarbasis organisiert“, so Haziri-Hagner. Die Dozierenden hangelten sich – wie das Beispiel Hannah Hoffnungslos – ohne Kündigungsschutz von Vertrag zu Vertrag." Clarissa Haziri-Hagner ist auch eine der Sprecherinnen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte.

In der Pressemitteilung des GEW-Landesverbandes Baden-Württemberg, der die Aktion organisiert hat, steht geschrieben, dass die Sprachvermittlung und -förderung eine Daueraufgabe sei und bleibe und Dauerstellen benötige.

  (as) 

ZQ BSK: ein neunter Erfahrungsbericht

Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay
Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay

Heute veröffentlichen wir unten einen neunten Bericht zur ZQ BSK. Wir, das Bündnis, bitten Euch um Erfahrungsberichte über Eure BSK-Zusatzqualifizierungen. Schickt uns bitte den Text in anonymisierter Form zu, und schreibt bitte gleich, ob Ihr mit einer Veröffentlichung einverstanden seid.  Wir werden dann eine Auswahl ans BAMF und BMAS schicken.

 

In unserer ZQ BSK waren wir 16 Personen, von denen 15 bis zum Schluss durchgehalten haben. Alle Module waren inhaltlich sehr dünn angelegt, es war spürbar, dass es einen Leitfaden vom BAMF mit den entsprechenden Folien und extrem engen Vorgaben gab, und der musste nun „nachunterrichtet“ werden. Was leider nur in einigen Fällen als gelungen zu bezeichnen ist. Vorbereitend zu lesen hatten wir insgesamt 1500 Seiten und dazu die Beschreibung der einzelnen Referenzstufen. Kein*e Dozent*in konnte uns die jeweilige Portfolioaufgabe hinreichend erklären, wir bekamen dazu 2 oder 3 Sprechstunden zur Verfügung gestellt. Jedes Modul ließ uns ratlos zurück.

 

Was haben wir inhaltlich mitgenommen: Wie recherchiere ich Berufe im Netz, welche Art von Text kann ich für einen bestimmten Beruf didaktisieren, wie konzipiere ich ein Rollenspiel, wie prüfe ich einen Text auf B2 Tauglichkeit, Digitale Kompetenz, hier wurden unzählige Apps vorgestellt, fast alle in der Vollversion kostenpflichtig und datenschutzrechtlich – naja… Wir haben die alten Prüfungen „kennengelernt“- zum Thema testen, prüfen, evaluieren – nichts Neues, wir haben ein Szenario erstellt und einen Teil davon vorgestellt und am Ende eine Lehrwerksanalyse zum Thema critical incidents – im Prinzip auch nichts Neues.

 

Alle Module und Aufgaben sind darauf ausgelegt, uns selbst zu reflektieren – für mich persönlich kann ich meinen Erfolg als Dozentin dran messen, wie die Stimmung in meinen Kursen ist und wie viele Leute am Ende die Prüfung schaffen (auf den Punkt gebracht). Sinnvoll wäre es doch gewesen, diese ganze Zeit für „Fremdreflexionen“ zu nutzen, mal reflektiert zu werden. Selbst in der Abschlussreflektion wurde noch weiter selbstreflektiert, und es wurde nicht einmal die Frage gestellt, vermutlich aus gutem Grund, „was werden Sie in Zukunft in Ihrem B2 Kurs anders machen?“ oder „was haben Sie für den Unterricht an Erkenntnissen hinzugewonnen?“

 

Die Portfolioaufgaben, die wir nur durch zahlloses Fragen und mit Hilfe unserer „Kurskollegen“ irgendwie verstehen konnten, waren natürlich für alle das zentrale Thema, weil das ja neben der körperlichen Anwesenheit dann das Kriterium fürs Bestehen ist.

 

Unsere Gruppe war sich ziemlich einig, diese ZQ ist eine Lebenszeitvergeudung, die niemanden von uns inhaltlich bereichert hat. Gut war, dass wir eine wirklich tolle Gruppe waren, wir haben untereinander viel kommuniziert, und wir werden sicher in Verbindung bleiben. Das ist halt tatsächlich daraus entstanden, dass wir echte „Leidensgefährten“ waren. Von der Praxis für die Praxis.

 

Mein Fazit: „gut gewollt und inhaltlich extrem schwach umgesetzt!“ und ich habe sehr sehr großen Respekt vor jedem, der sich in seiner Freizeit diese Fortbildung antut und jede Kritik an dieser Fortbildung folgt dem Eisbergmodell. 

Fünf Jahre Berufssprachkurse

"Spracherwerb ist eine der tragenden Säulen der Integrationsarbeit" heißt es in der Pressemitteilung des BAMF zum fünften Jahrestag der Berufssprachkurse. Unten befindet sich zu diesem in der Tat wichtigen Jubiläum ein Kommentar des SprecherInnenteams des Bündnisses DaF/DaF-Lehrkräfte.

 

Den Migrantinnen und Migranten auch Kurse auf B2 und C1 anzubieten, war eine sehr gute Idee, denn die Integrationskurse gehen nur bis B1, was zu wenig ist, um einen guten Job zu finden oder eine Ausbildung zu machen. Unser Bündnis hat dies von Anfang an gefordert.

 

Zuerst hatten die Berufssprachkurse zu wenige Stunden, dann hat das BAMF auf die schlechten Bestehensquoten der abschließenden Prüfungen reagiert und das Stundenvolumen erhöht. Die Prüfungsergebnisse sind weiterhin nicht gut, aber leider veröffentlicht das BAMF hierzu keine Statistik mit den Ergebnissen. 

 

Warum sind die Ergebnisse nicht gut? Ein Grundproblem ist nach unserer Ansicht, dass die Teilnehmenden oft nicht wirklich das geforderte B1-Niveau haben. Das liegt vor allem daran, dass die Integrationskurse zu wenige Stunden haben, was nicht nur die Lehrkräfte so sehen, sondern auch der Bundesrat.

Der zweite Grund ist das niedrige Niveau der vor einigen Jahren neu eingeführten Prüfung DTZ. Dort kann man mit einem sehr schwachen Brief (unter A2) die Prüfung schaffen, wenn z.B. die mündlichen Leistungen sehr gut sind. Man wollte wohl bessere Statistiken haben und hat die alte Prüfung, die wirklich auf B1-Niveau war, durch eine leichtere ersetzt.

Ein ganz anderer Grund für die schlechten Prüfungsergebnisse bei der B2-Prüfung ist die Tatsache, dass das B2-Niveau sehr schwer zu erreichen ist. Der Sprung von B1 auf B2 ist nun einmal ein sehr großer, der auch oft nur zu erreichen ist, wenn sich die Teilnehmenden auch im privaten Umfeld in Kontakt mit der deutschen Sprache befinden. 

Angesichts dieser Grundprobleme ist es praktisch unmöglich, die in den Konzepten und Katalogen des BAMF enthaltenen 60 Groblernziele und 344 Feinlernziele zu erreichen. Dies wäre sogar unter optimalen Bedingungen sehr schwer. Es wäre besser gewesen, wenn an der Entwicklung der Konzepte auch bzw. mehr in den BSK aktive Lehrkräfte beteiligt gewesen wären. 

 

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ZQ BSK: ein achter Erfahrungsbericht

Liebe Kolleg*innen, wir, das Bündnis, bitten Euch um Erfahrungsberichte über Eure BSK-Zusatzqualifizierungen. Schickt uns bitte den Text in anonymisierter Form zu, und schreibt bitte gleich, ob Ihr mit einer Veröffentlichung einverstanden seid. Heute veröffentlichen wir unten einen achten Bericht.

 

"Ich hatte bisher vor allem Integrationskurse unterrichtet und war froh darüber, dass eine Fortbildung für Berufssprachkurse eingerichtet wurde. Tatsächlich hatte ich davor schon überlegt, einige (freiwillige) Fortbildungen dazu zu besuchen. Beste Voraussetzungen also. Dieser Frohmut verging mir aber schnell, als ich die Themenliste der ZQ las. Ich kann mich den meisten der bisherigen Berichte anschließen: Die BSK-ZQ ist inhaltlich total überfrachtet und in sozialer Hinsicht (Verdienstausfall) eine Zumutung. Mir hat aber ein Aspekt bei den bisherigen Berichten gefehlt: Das Portfolio. Auf rund 20 Seiten sollen dort Dozent*innen eine Selbstreflexion verfassen.

 

Grundsätzlich meine ich, dass es allen gut täte, sich zu reflektieren und Lehrkräften ganz besonders: Schließlich sind wir alle mehr oder weniger eingefahren in unserer Unterrichtsgestaltung. Seit dieser ZQ spüre ich aber eine gewisse Aggression in mir aufkeimen, sobald ich den Begriff „Selbstreflexion“ höre. Für mich besteht Selbstreflexion darin, einen kritischen Blick auf sich selbst zu richten und den eigenen Trott zu durchbrechen. Das verlangt einen solidarisch-kritischen Austausch in freier Atmosphäre, Muße und eine selbstbestimmte Wahl von Zeitpunkt und Themen.

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Forschungsinstitut bietet Sprachkursen Exkursionen in Gastronomiebetriebe

Bild von Werner Moser auf Pixabay
Bild von Werner Moser auf Pixabay

Im Land Brandenburg berät das Forschungsinstitut Betriebliche Bildung  im Projekt BEA Betriebe zur Beschäftigung von Personen mit Migrationshintergrund.

Aktuell melden Gastronomiebetriebe bei der Beratung viele freie Stellen im Servicebereich und in der Küche. Diese Betriebe haben bereits viele gute Erfahrung in der Beschäftigung von Personen mit geringen Deutschkenntnissen und sind interkulturell offen.

Das Forschungsinstitut Betriebliche Bildung  bietet Lehrenden und ihren Sprachkursen Exkursionen in diese Betriebe, um einen Einblick in die berufliche Praxis in der Gastronomie zu bekommen (empfohlen in BAMF-Kursen ab B1).

Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Dr. Meuren, valentina.meuren@f-bb.de oder unter Tel.: +49 (331) 740032-12, Mobil: +49 (151) 67752984.

(f-bb)

Anfrage zur App „Ein Tag Deutsch in der Pflege“.

Unterrichten Sie Deutsch für Pflegekräfte und möchten dem wissenschaftlichen Nachwuchs aus Ihrem Unterrichtsalltag  berichten?

 

Hier ist eine Interview-Anfrage einer Wiener Masterstudentin, Sandra Kaiser, die Lerntheorien und Serious Games am Beispiel der App „Ein Tag Deutsch in der Pflege“ untersucht. Sie sucht Interviews mit Lehrpersonen  bzw. Lernenden, die diese App verwenden. Zu den relevanten Informationen zählen vor allem Ziele, Gründe und Gedanken bei der Entscheidung für die Verwendung der App, die gemachten Erfahrungen, Wünsche und Anregungen.

 

Wenn Sie der Studentin helfen wollen, dann schreiben Sie bitte an a01446061@unet.univie.ac.at

FDP beantwortet Wahlprüfsteine des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte

Vor einigen Wochen hat das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte allen im Bundestag vertretenen Parteien, mit Ausnahme der AfD, seine Wahlprüfsteine zugeschickt.

Alle angeschriebenen Parteien haben uns bereits geantwortet. Wir veröffentlichen die Antworten in der Reihenfolge ihres Eingangs. Unten befinden sich die Antworten der FDP.

 

"Setzt sich Ihre Partei dafür ein, dass es auch im Bereich der Weiterbildung ein Bundestariftreuegesetz gibt, d. h. nur noch Träger mit Tarifverträgen entsprechend TVöD bekommen Mittel aus der öffentlichen Hand?

Die Weiterbildung wird in den nächsten Jahrzehnten der entscheidende Schlüssel für ein selbstbestimmtes Leben sein. Die Finanzierung öffentlich geförderter Bildungsangebote muss so ausgestattet sein, dass den Trägern Investitionen in qualifiziertes Lehrpersonal und neue Lehrformate möglich sind.

 

Setzt sich Ihre Partei für eine Eingruppierung entsprechend TVöD 12 u. 13 für Lehrkräfte im Bereich Deutsch als Fremdsprache ein, sodass der Wettbewerb der Träger über Qualität erfolgt und nicht über den Preis?

Wir Freie Demokraten fordern eine Stärkung des Lehrerberufs. Dazu braucht es attraktive Arbeitsbedingungen, eine hochwertige Aus- und Fortbildung, transparente und anspruchsvolle Aufstiegsmöglichkeiten, immaterielle Wertschätzung sowie eine Bezahlung, die individuelles Engagement belohnt. Die Länder sollten im Beamten- und Besoldungsrecht flächendeckend die Grundlage für einen solchen stärkeren Leistungs- und Engagementbezug bei der Bezahlung von Lehrerinnen und Lehrern schaffen.

Es gibt sehr viele innovative Lehrkräfte. Wir wollen ihr Engagement sichtbar machen. Statt der reinen Dienstjahre soll daher auch das Engagement der Lehrerinnen und Lehrer belohnt werden. Wir wollen, dass absolvierte Fortbildungen und gute Unterrichtsqualität beim Stufenaufstieg stärker berücksichtigt werden. Und: Exzellente Lehrkräfte sollen Prämien erhalten, etwa für herausragende Leistungen an Brennpunktschulen. 

 

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ZQ BSK: ein siebter Erfahrungsbericht

Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay
Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay

Heute veröffentlichen wir unten einen siebten Bericht zur ZQ BSK. Wir, das Bündnis, bitten Euch um Erfahrungsberichte über Eure BSK-Zusatzqualifizierungen. Schickt uns bitte den Text in anonymisierter Form zu, und schreibt bitte gleich, ob Ihr mit einer Veröffentlichung einverstanden seid.  Wir werden dann eine Auswahl ans BAMF und BMAS schicken.

 

Schwarze Pädagogik des BAMF – eine Abrechnung

von Wolfgang Koch

 

„Realisierung von Gefühlen, Haltungen und Meinungen“ lautet das übergreifende Handlungsfeld C im Lernzielkatalog des BAMF. Es soll unsere Schutzbefohlenen auf das Leben in der Demokratie vorbereiten. Genau dieses Handlungsfeld nehme ich nun für mich selber in Anspruch, um an dieser Stelle meine Meinung zur Rolle des BAMF in der gerade überstandenen ZQ zu artikulieren. Die empfohlene Anonymität (auf die ich bewusst verzichte) ist allerdings ein Zeichen für die Befürchtung, dass selbst in unserer Demokratie die Äußerung von öffentlicher Kritik negative Folgen haben kann. Darin kommt eine Widersprüchlichkeit zum Ausdruck, welche die ZQ im Kern betrifft, wie zu zeigen sein wird.

 

Die Materialien des BAMF zeugen nach meiner Einschätzung für eine geballte pädagogisch-didaktische Kompetenz. Das gilt weitgehend für die Konzepte der einzelnen BSK-Typen, vor allem aber für den Lernzielkatalog, der schlüssig gestaltet ist und eine schnelle Orientierung ermöglicht. Hilfreich waren in unserer ZQ zudem zahlreiche didaktische Anregungen und methodische Tools. Am wichtigsten waren mir die Inhalte zur Berufsschulpädagogik und zum berufsbezogenen Deutsch, von denen ich als ursprünglicher Gymnasialpädagoge so gut wie gar nichts gewusst hatte. Ich habe den damit verbundenen Auftrag, unsere KTN frühestmöglich für die Integration in den Arbeitsmarkt vorzubereiten, verstanden und verinnerlicht. Wir sind uns im Ziel einig, auch über den Weg dahin, für den die ZQ viel geboten hat. In dieser Hinsicht war und ist die ZQ eine dankenswerte Investition in unsere berufliche Handlungsfähigkeit als BSK-Dozenten.  

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SPD beantwortet Wahlprüfsteine des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte

Vor einigen Wochen hat das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte allen im Bundestag vertretenen Parteien, mit Ausnahme der AfD, seine Wahlprüfsteine zugeschickt.

 

Einige Parteien haben uns bereits geantwortet. Wir veröffentlichen die Antworten in der Reihenfolge ihres Eingangs.

 

Unten befinden sich die Antworten der SPD.

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Die Linke beantwortet Wahlprüfsteine des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte

Vor einigen Wochen hat das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte allen im Bundestag vertretenen Parteien, mit Ausnahme der AfD, seine Wahlprüfsteine zugeschickt.

 

Einige Parteien haben uns bereits geantwortet. Wir veröffentlichen die Antworten in der Reihenfolge ihres Eingangs.

 

Unten befinden sich die Antworten der Linken.

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CDU/CSU beantwortet Wahlprüfsteine des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte

Vor einigen Wochen hat das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte allen im Bundestag vertretenen Parteien, mit Ausnahme der AfD, seine Wahlprüfsteine zugeschickt.

 

Einige Parteien haben uns bereits geantwortet. Wir veröffentlichen die Antworten in der Reihenfolge ihres Eingangs.

 

Unten befinden sich die Antworten der CDU/CSU.

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Grüne beantworten Wahlprüfsteine des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte

Vor einigen Wochen hat das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte allen im Bundestag vertretenen Parteien, mit Ausnahme der AfD, seine Wahlprüfsteine zugeschickt.

 

Einige Parteien haben uns bereits geantwortet. Wir veröffentlichen die Antworten in der Reihenfolge ihres Eingangs.

 

Unten befinden sich die Antworten von Bündnis 90/Die Grünen, die uns zuerst geantwortet haben.

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Keine Gesichts-Screenshots mehr in BAMF-Kursen notwendig

Gute Nachrichten vom BAMF: Screenshots mit Gesichtsfotos als Teilnahme-Nachweis in Onlinekursen sind ab 1. Juli 2021 nicht mehr erforderlich. Es besteht jetzt auch die Möglichkeit, Screenshots mit schwarzen Kacheln zu übermitteln. Wichtig ist nach wie vor, dass die Klarnamen in lateinischer Schrift gut lesbar sind. Was bei den Alternativen zu den Gesichts-Screenshots zu beachten ist, wird aus dem  Traegerrundschreiben  vom 24.06.21 Anlage 2 ersichtlich.

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Lehrkräfte dürfen bis 30.06.22 ohne BSK-ZQ in den BSK arbeiten

Im aktuellen BSK-Trägerrundschreiben des BAMF steht folgendes geschrieben:

 

"Um den pandemiebedingten Herausforderungen zu begegnen und Lehrkräften auch im Jahr 2022 einen möglichst reibungslosen Übergang zur regulären Unterrichtstätigkeit gemäß § 18 Abs.5 DeuFöV zu ermöglichen und um die Durchführung aller ab 01.01.2022 geplanten BSK sicherzustellen, verlängert das BAMF hiermit im Rahmen einer Ausnahmegenehmigung die Möglichkeit für Lehrkräfte, auch ohne eine erweiterte Zulassung nach § 18 Abs. 5 DeuFöV in Berufssprachkursen zu unterrichten, bis zum 30.06.2022."

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte hatte bereits vor einigen Monaten das BAMF um eine solche Verlängerung gebeten.

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Uni Bielefeld: Weiterbildendes Studium DaZ

Screenshot, Flyer der Universität Bielefeld
Screenshot, Flyer der Universität Bielefeld

Die Universität Bielefeld bietet ein (kostenloses) Weiterbildendes Studium Deutsch als Zweitsprache (WBSDaZ) an. 

Das WBSDaZ richtet sich an Lehrkräfte, die als „Neulinge“ oder Quereinsteiger*innen oder auch als erfahrene Lehrkräfte Fachkenntnisse aufbauen oder auffrischen möchten, Impulse für ihre didaktische Praxis bekommen und den Erfahrungsaustausch mit anderen Kolleg*innen verschiedener Institutionen nutzen möchten.

Der unten befindliche Flyer bietet einen Überblick das Programm. Ausführlichere Informationen über WBSDaZ und die Kontaktdaten befinden sich unter diesem Link. Die Bewerbungsfrist wird bis Anfang September verlängert.

(as)

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ZQ BSK: ein sechster Erfahrungsbericht

Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay
Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay

Heute veröffentlichen wir unten einen sechsten Bericht zur ZQ BSK. Wir, das Bündnis, bitten Euch um Erfahrungsberichte über Eure BSK-Zusatzqualifizierungen. Schickt uns bitte den Text in anonymisierter Form zu, und schreibt bitte gleich, ob Ihr mit einer Veröffentlichung einverstanden seid.  Wir werden dann eine Auswahl ans BAMF und BMAS schicken.

 

Die Fortbildung war interessant und hat Anregungen gebracht. Die Ansprache war allerdings z. T. herablassend bis selbstvergessen-autoritär. Das Tempo war enorm, sodass ich auch den Eindruck eines Stresstestes hatte, dem manche nicht gewachsen waren. Darauf wurde keine Rücksicht genommen. In den Fragen und Aufgaben des Portfolios wurde stets intensive Selbstkritik gefordert, bei gleichzeitiger Aufforderung, den Teilnehmenden Enthusiasmus nahe zu bringen.

 

 

In dieser Fortbildung schlägt einem erneut die Ignoranz und Arroganz organsierter institutioneller Machtstrukturen entgegen, mit der man in einer Situation der Vereinzelung und Prekarisierung konfrontiert ist. Zweifelhaft sind die Umstände, in denen die Fortbildung stattfindet, die von den Machern der Fortbildung ohne Not ignoriert werden können: Mein Träger hat sich nicht um die Rekrutierung von Berufssprachkursen bemüht, obwohl das m. E. in der hiesigen Region geboten wäre. Aus meinen IK-Kursen kenne ich einige Teilnehmende, die einen BSK gut gebrauchen könnten. Es gibt aber in der Nähe keinen erreichbaren Kurs, der von einem Träger mit gutem Ruf angeboten wird.

 

Ich selbst habe kaum bzw. allenfalls minimal eine Chance, mit der ZQ vor Ort Geld zu verdienen bzw. muss gegebenenfalls lange Wege in Kauf nehmen. Angesichts rückläufiger Integrationskurse verspricht die Teilnahme an der ZQ BSK eine kleine Aussicht, meinen Lebensunterhalt auch in Zukunft sichern zu können. Die Motivation, eine aufwendige Fortbildung zu machen, liegt in der Berufswelt z. T. auch darin, den nächsten Karriereschritt zu planen. Im krassen Gegensatz dazu ist meine Erfahrung, dass Fortbildungen im Bereich Deutsch als Fremdsprache sich nicht wirklich lohnen. Ich habe eine Reihe von Fortbildungen gemacht, was sich für mich nie wirklich ausgezahlt hat, denn Kurse und Prüfungen werden auf die immer gleiche, undurchsichtige Art und Weise vergeben. Die prekäre Situation mit all ihren verheerenden Schattenseiten – ständige ökonomische Unsicherheit, psychischer Verschleiß, kurz- und langfristige Planungsunsicherheit, Altersarmut – bleibt für uns DozentInnen auch nach der ZQ bestehen.

 

 

Die berufliche Situation, in der sich AkademikerInnen wiederfinden, kann nur als nachhaltige Unverschämtheit adäquat bezeichnet werden. Über die zunehmende Unzufriedenheit der BürgerInnen, Politikverdrossenheit und entsprechende (Protest-)Wahlergebnisse müssen sich die Verantwortlichen im Amt nicht wundern. 

Uni Marburg: digitale ZQ Alphabetisierung

Flyer Uni Marburg
Flyer Uni Marburg

 

Das BAMF hat die Durchführung der Zusatzqualifizierung  Alphabetisierung mit digitalen Anteilen von bis zu 100% bis Ende 2021 genehmigt. Die Uni  Marburg  möchte dementsprechend im September eine komplett digitale Zusatzqualifizierung Alphabetisierung durchführen.

Ausführliche Informationen hierzu befinden sich auf der Webseite des Fachbereichs und im unten befindlichen Flyer.

"Wenn man in Alphabetisierungskursen unterrichten möchte, braucht man andere Herangehensweisen als in herkömmlichen Deutschkursen. Es wird nicht nur die Sprache vermittelt, sondern auch das Lesen und Schreiben. Zum Schriftspracherwerb müssen verschiedene Teilkompetenzen aufgebaut werden, dazu gehören das phonologische Bewusstsein, eine gute Lautwahrnehmung, motorische Fertigkeiten und vieles mehr. Die Lehrkraft muss unter anderem über unterschiedliche methodische Vermittlungsangebote verfügen, um die unterschiedlichen Lerntypen der Teilnehmer ansprechen zu können. In diesem Zertifikatskurs werden Sie auf diese besondere Arbeit und die Bedürfnisse dieser speziellen Zielgruppe vorbereitet."

(as)

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ZQ BSK: ein fünfter Erfahrungsbericht

Liebe Kolleg*innen, wir, das Bündnis, bitten Euch um Erfahrungsberichte über Eure BSK-Zusatzqualifizierungen. Schickt uns bitte den Text in anonymisierter Form zu, und schreibt bitte gleich, ob Ihr mit einer Veröffentlichung einverstanden seid. Heute veröffentlichen wir unten einen fünften Bericht.

 

"Die ZQ BSK, konnte ich in den ersten Monaten 2021 komplett online absolvieren. Es war eine gute Zeit mit engagierten Dozent*innen, gut vorbereiteten und ineinandergreifenden Modulen, interessanter Austausch mit Kolleg*innen, gute Organisation. Mir hat gefallen, dass die sicher umfangreichen Inhalte konzipierten Praxisbezug hatten und unsere Praxis daher auch gut reflektiert und einbezogen wurde.

 

Meine Kritik bzw. Fragen stellen sich mir auf anderer Ebene. Eine verpflichtende ZQ, um selbständig die Kurse weiter unterrichten zu können, die man bereits unterrichtet,  finde ich schwierig mit der aktuellen Definition unserer Selbständigkeit vereinbar. Qualität sichern und erhöhen, das ist gut. Qualität für Lernende hängt aber auch an Kontinuität und Verlässlichkeit. Die wiederum wären immens gesichert, wenn DaF-DaZ Lehrkräfte wenigstens befristet angestellt werden.

 

Eine Lehrkraft, die nun z.B. einen Berufssprachkurs unterrichten wird, dann aber, um Regeln zur Scheinselbständigkeit zu beachten, bei anderen Trägern vielleicht einen I-Kurs oder noch anderswo Standardkurse machen muss, die kann das, was Gutes in der Fortbildung kam, nur minimal realisieren. Amortisieren sich so überhaupt die investierten Kosten seitens des BAMF?

 

A2-C1 BSK, das ist ein langer Weg, auf dem gerade im BSK-Bereich Kontinuität von Nöten wäre. Dann würde diese aber auch weitere Fortbildungen viel Sinn machen. Es wäre immer noch ein Momentum zusammen mit dieser großangelegten Fortbildungsaktion auch etwas Neues in der Durchführung der BSK Kurse auf den Weg zu bringen.

 

Was schreckt an einer befristeten Einstellung, wenn man dadurch Lernende mit mehr Erfolg in Arbeit, Ausbildung und Studium bringen kann? Die ZQ hat Ziele definiert und wenn man dazu beitragen will diese zu realisieren, sollten alle Beteiligten Interesse haben, dass diese Realisierung effektiv gelingen kann."

Smart-Genossenschaft – eine „smarte“ Idee für freiberufliche Lehrkräfte?

Zwei Seiten einer Medaille

 

Seit einiger Zeit bietet die „Smart gGmbH“ bei vielen Weiterbildungseinrichtungen in Bremen und anderswo eine Art „Patentlösung“ für freiberufliche Lehrkräfte hinsichtlich Sozialversicherung und Steuern an: die Mitgliedschaft und  sozialversicherte Anstellung bei der Smart-Genossenschaft. Was ist davon zu halten? Welche Chancen und welche Risiken gibt es dabei?

 

Bei der Smart gGmbH handelt es sich um eine Art Dienstleistungsgenossenschaft für Soloselbstständige insbesondere im Kultur- und Weiterbildungsbereich in Form einer gemeinnützigen GmbH (gGmbH), die den Mitgliedern voll sozialversicherte Arbeitsverhältnisse anbietet. Die Unabhängigkeit z.B. der Dozent*innen bei Einwerbung von Aufträgen und der thematischen und methodischen Gestaltung des Unterrichts bleibt wie bei Soloselbstständigkeit erhalten. Allerdings hat dieses System nicht nur Vorteile sondern auch Nachteile, auf die in der Einschätzung genauereingegangen wird.

Was ist Smart genau? Damit jeder sich ein genaues Bild von Smart,

  • seinen positiven Zielen,
  • genauen Vorgehensweisen,
  • finanziellen und anderen Auswirkungen,
  • differenzierten Vor- und Nachteilen für verschiedene Soloselbstständigen-Gruppen sowie
  • individuelle Gestaltungsmöglichkeiten und
  • zukünftige Risiken für soloselbstständige Dozent*innen

machen kann, im Folgenden genauere Informationen.

(hk)

 

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ZQ BSK: ein vierter Erfahrungsbericht

Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay
Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay

Heute veröffentlichen wir unten einen vierten Bericht zur ZQ BSK. Wir, das Bündnis, bitten Euch um Erfahrungsberichte über Eure BSK-Zusatzqualifizierungen. Schickt uns bitte den Text in anonymisierter Form zu, und schreibt bitte gleich, ob Ihr mit einer Veröffentlichung einverstanden seid.  Wir werden dann eine Auswahl ans BAMF und BMAS schicken.

 

"Auch ich habe die ZQBSK absolviert und mich reichlich verschaukelt gefühlt. Auch wir hatten nette, mal mehr, mal weniger kompetente DozentInnen. Mit einigen KollegInnen gab es einen wertvollen Austausch. Nur, das habe ich bereits. Ich habe sehr nette UND kompetente KollegInnen, mit denen ich mich regelmäßig austausche. Sogar in der Pandemie haben wir uns regelmäßig auf zoom getroffen, Dinge ausprobiert und Tipps weitergegeben.

 

Selbst KollegInnenhospitation hat nicht das Bamf erfunden. Wir sind schon groß und können tatsächlich auch von selbst mal bei KollegInnen hospitieren. Ich habe das bereits gemacht, bevor ich wusste, dass das Bamf es von mir erwarten würde. Und zwar auch online. Wir geben uns danach sogar Feedback.

Was soll ich als Linguistin in 8 h Linguistik neu lernen? Und gibt es tatsächlich jemanden, der Sprache unterrichtet und noch nie von einem Rollenspiel gehört hat? (Der sollte tatsächlich eine Fortbildung machen.)

 

Wir alle arbeiten seit Jahren interkulturell und ärgern uns über die hinterherhinkenden Lehrwerke und die hinterherhinkenden BSK-Konzepte. Und von diesen Hinterherhinkern sollen wir uns jetzt was erklären lassen? Was genau? Das habe ich nach wie vor nicht verstanden. Auf DAX-Vorstandsebene haben wir ausländische Chefs, die kein Deutsch sprechen. Wir haben dunkelhäutige Deutsche, wir haben islamische Deutsche, wir haben Regenbogenfamilien. Wo ist die Vielfalt in den Lehrwerken? Dort gibt es keine Chefs mit Migrationserfahrung, keine Frauen mit Kopftuch in Arbeit, keine fließend Deutsch sprechenden ‚Brünetten‘ oder gar Dunkelhäutige, keine Regenbogenfamilien, selten Zugewanderte in hochqualifizierten Jobs etc. Die Lehrwerke reproduzieren die konstruierte Grenze zwischen Zugewanderten und Einheimischen im Kopf statt sie aufzubrechen. Diese Grenze hat in  vielen deutschen Regionen, vor allem den Metropolen, so nie in der Realität existiert, da sie über Jahrhunderte immer wieder Einwanderungsgebiete waren. 

 

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Arbeitsgericht Stuttgart: Anspruch auf Urlaub

Urlaub steht Arbeitnehmerähnlichen zu, urteilt das Arbeitsgericht Stuttgart am 15.07.2021. Somit muss die Volkshochschule Stuttgart zwei Dozentinnen Urlaub gestatten.

In der Pressemitteilung der GEW, die die beiden Kolleginnen vor Gericht vertritt, heißt es dazu: "Von richterlicher Seite wurde die Arbeitnehmerähnlichkeit, die für diesen Anspruch vorliegen muss, bejaht und damit auch die wirtschaftliche Abhängigkeit und die daraus folgende soziale Schutzbedürftigkeit, die sich für die Kläger*innen ergibt, festgestellt." Die baden-württembergische GEW-Vorsitzende Monika Stein sieht dies als einen Anfang: „Träger müssen zeitnah in die Lage versetzt und verpflichtet werden, feste tariflich geregelte Arbeitsverhältnisse für ihre Lehrkräfte zu schaffen“.

Urlaub steht den beiden Klägerinnen nach §2 BurlG zu. Für die Jahre 2016, 2017 und 2018 wären das bei den beiden Dozentinnen über 14 Tage. Die Kolleginnen hatten die Klage auf Urlaubsentgelt für die Jahre 2016 - 2018 eingereicht. Das Bündnis berichtete in einigen Beiträgen über den Prozess.

Wie die Volkshochschule zum Urteil des Arbeitsgerichts steht, weiß die Stuttgarter Zeitung: “Der Aufsichtsrat werde entscheiden, ob man Rechtsmittel einlegen werde. Mit der Politik wolle man „ausloten, wie wir zu einer Lösung gelangen, die den Interessen beider Seiten Rechnung trägt und finanzierbar ist.“

(chh)

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ZQ BSK: ein dritter Erfahrungsbericht

Liebe Kolleg*innen, wir, das Bündnis, bitten Euch um Erfahrungsberichte über Eure BSK-Zusatzqualifizierungen. Schickt uns bitte den Text in anonymisierter Form zu, und schreibt bitte gleich, ob Ihr mit einer Veröffentlichung einverstanden seid. Heute veröffentlichen wir unten einen dritten Bericht.

 

"Auch ich habe die ZQ BSK schon absolviert. Die ZQ fiel in die Lockdown-Zeit am Ende des Winters Anfang 2021, daher fanden alle Seminartage komplett online statt. Es war eine wertvolle Erfahrung, eine digitale Fortbildung in der Zeit des Distanzunterrichts selbst aus TeilnehmerInnensicht zu absolvieren. So erkennt man schnell, was man selbst nicht gut macht oder besser machen könnte, was digital funktioniert oder nicht.

 

Mit meiner ZQ bin ich sehr zufrieden. Ich hatte einen Platz bei einer qualifizierten Einrichtung bekommen, die mit erfahrenen, überaus kompetenten Dozentinnen punkten konnte. Mir war klar, dass das Lern- und Lesepensum umfangreich sein würde, daher stellte es mich vor die Herausforderung, dies auch neben meinen laufenden Kursen bewältigen zu können. Aber: Es war machbar und es hat sich gelohnt! Mir war von Anfang an klar, dass ich am meisten von der ZQ profitiere, wenn ich mich beteilige und einbringe. Und das habe ich auch umgesetzt.

 

Die Klagen über das Portfolio kann ich nur bedingt nachvollziehen. In meiner ZQ wurden die etwas schwammigen Aufgabenstellungen des BAMF von der Fortbildungseinrichtung konkret formuliert und pandemiekonform angepasst, so dass sie auch unter Distanzunterrichtsbedingungen durchführbar waren. Während der Seminartage wurde auch immer wieder auf die Aufgabe für das Portfolio, die aus dem Seminartag hervorgehen sollte, Bezug genommen. Insofern war es kein Hexenwerk, am Ende das Portfolio zusammenzustellen. 

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Termin in Hannover

Zwei VertreterInnen der hannoverschen Gruppe des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte führten am 29.06.21  ein sehr gutes Gespräch mit Christine Strobelt vom niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.

 

Das Thema war die von der Integrationsministerkonferenz vor Kurzem  beschlossene Arbeitsgruppe „Digitalpakt Sprach- und Integrationsmaßnahmen“, die sich mit den BAMF-Kursen befassen soll. 

 

Es konnte auch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen thematisiert werden, vor allem die 40-UE-Verträge und Faktorisierung des Unterrichts für Festangestellte.

(as)

ZQ BSK: ein zweiter Erfahrungsbericht

Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay
Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay

Heute veröffentlichen wir unten einen zweiten Bericht zur ZQ BSK, den uns zwei Lehrkräfte zuschickten. Wir, das Bündnis, bitten Euch um Erfahrungsberichte über Eure BSK-Zusatzqualifizierungen. Schickt uns bitte den Text in anonymisierter Form zu, und schreibt bitte gleich, ob Ihr mit einer Veröffentlichung einverstanden seid.  Wir werden dann eine Auswahl ans BAMF und BMAS schicken.

 

Wir gehören auch zu den Glücklichen, die die ZQ bereits erfolgreich hinter sich gebracht haben – online und zu Zeiten, in denen so viele Coronabeschränkungen galten, dass eigentlich mehr Zeit für die ZQ blieb. Trotzdem war der Zeitaufwand immens und für die individuellen Arbeiten müssten deutlich mehr UE veranschlagt werden. Uns kam die ZQ oft eher wie ein Stresstest vor, als wie eine Qualifizierung, mit der wir auf die Umsetzung der Berufssprachkurse vorbereitet werden sollen.

 

 

Da alle Lehrkräfte gleichermaßen und in kürzester Zeit durch die Schulung geschleust werden müssen, sahen wir uns mit unseren Erfahrungen nicht wertgeschätzt (die Audio-Satire mit der Bäckeranalogie zu finden bei dafdaz-lehrkraefte.de ist hier sehr passend!). Ein ähnliches Gefühl haben vermutlich viele unserer Teilnehmer*innen, deren berufliche Erfahrungen oft auch nicht anerkannt werden. Hoffentlich war das Erzeugen dieser Abwertung nicht die Intention der ZQ. 

 

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Radiosendung zu Verbesserungen an Berliner VHS-en

Der Deutschlandfunk befasst sich in seiner Sendung "Mehr Geld und bessere Absicherung für VHS-Dozierende" mit den erkämpften Verbesserungen und interviewt Beate Strenge von der Berliner VHS-Dozvertretung.
Um die Sendung zu hören, scrolle man auf den 05.07.2021 runter und klicke auf "Berlin: Mehr Geld und bessere Absicherung für VHS-Dozierende (Audio)"
Das Bündnis hat darüber schon am 01.07.2021 hier auf der Webseite berichtet. 
(as)

Widerstand gegen "Zwangsfortbildung": ZQ BSK in der GEW-Zeitschrift

In seinem Artikel „Widerstand gegen Zwangsfortbildung“ in der „Erziehung und Wissenschaft“ 07-08/2021 (S- 40-41) geht der Journalist Holland-Letz auf die Zumutungen durch die „Additive Zusatzqualifizierung für Lehrkräfte in Berufssprachkursen“ ein. 

Weil diese ZQ-BSK ab 01/2022 obligatorisch für Lehrkräfte in BSK-Kursen ist, seien die relativ wenigen Plätze in Fortbildungen so gut wie  alle bis Jahresende ausgebucht, lange Wartelisten bestünden überall. Das BAMF weigere sich bislang, die Frist zu verlängern. Der Umfang der Fortbildung – 160 Präsenz- und Selbstlernstunden plus einer Abschlussarbeit von 15-20 Seiten  -  sei extrem aufwendig und parallel zur Berufstätigkeit fast nicht zu schaffen; die Teilnehmenden seien also genötigt, ihre Erwerbsarbeit einzuschränken und auf Einkommen zu verzichten. Bezahlt werde die Teilnahme an der ZQ-BSK vom BAMF nicht, im Gegenteil, viele Träger der ZQ verlangten einen Eigenanteil zwischen 30 und 200 €.

Besonders verärgert seien viele Teilnehmenden, dass ihre langjährige Erfahrung offenbar nichts wert sei, denn sie müssten die ZQ  komplett durchlaufen. Man kann als Beobachtende daraus schließen, dass in Präsenz-, Lese-  und Schreibphasen mit Selbstverständlichkeiten viel Zeit vergeudet wird. Nach Aussagen des BAMF hätten Fachleute mit „langjähriger Lehrerfahrung mitgewirkt“ die „Fragen der praktischen Umsetzbarkeit“  zu berücksichtigen und überhaupt: Die Lehrkräfte seien einer „der wichtigsten Einflussfaktoren für erfolgreichen Deutsch-Sprachunterricht.“

Außerhalb des Artikels sei noch ergänzt: Entwickelt hat das Konzept die telc gGmbH,  die selbst auch eine Reihe von ZQ-BSK durchführt, und die mit den durchführenden Landesverbänden der Volkshochschulen verbunden ist.

(hs)

ZQ BSK: eine Audio-Satire

Bild von vanleuven0 auf Pixabay
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Eine AUDIO SATIRE aus Göttingen zur geforderten Zusatzqualifizierung zu den BAMF BSK :

 

Wenn wir DaF/DaZ-Lehrkräfte Bäckerinnen wären....

Eine satirische Auseinandersetzung mit dem § 18 Abs. 5 DeuFöV

 

Eine Veröffentlichung und Weiterverbreitung der unten befindlichen Datei erwünscht. Eine kurze Nachricht an dazgoettingen@gmx.de dazu würde uns freuen.

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ZQ BSK: ein Erfahrungsbericht

Liebe Kolleg*innen, wir, das Bündnis, bitten Euch um Erfahrungsberichte über Eure BSK-Zusatzqualifizierungen. Schickt uns bitte den Text in anonymisierter Form zu, und schreibt bitte gleich, ob Ihr mit einer Veröffentlichung einverstanden seid. 

Heute veröffentlichen wir unten einen ersten Bericht, den uns eine Lehrkraft vor einigen Tagen zusandte.

 

"Ich gehöre zu den Glücklichen, die es schon hinter sich haben: die Zusatzqualifikation für Berufssprachkurse. Viele Kolleg*innen fragen mich, wie es denn so war. Interessant? Zeitaufwendig? Bereichernd? Ich möchte deshalb gern über meine Erfahrungen berichten.

 

Schon allein die Tatsache, dass man als erfahrene Kursleitung neuerdings eine ZQ absolvieren muss, wenn man auch auch in Zukunft weiter in Berufssprachkursen unterrichten möchte, ist nicht gerade motivierend. Dass die ZQ dann an mehreren Wochenenden stattfindet und zwar auch sonntags (siebeneinhalb Stunden), macht es nicht besser. Dazu kommt das Portfolio, also die schriftliche Bearbeitung verschiedener Aufgaben. Und zu guter Letzt durfte ich die ZQ auch noch zu einem Zeitpunkt absolvieren, an dem ich (wie viele andere auch) pandemiebedingt genug Stress mit der Vorbereitung und Durchführung des für mich neuen Onlineunterrichts hatte. Aber nun gut. Man kann ja immer etwas dazulernen. Oder etwa doch nicht?

 

Leider muss ich sagen, ich habe gelernt, wie man nicht unterrichten sollte. Zur Vor- und Nachbearbeitung der Wochenenden wurden wir mit so einer großen Menge an Material „versorgt“, dass es schwerfiel, den Überblick zu behalten. Oft war meiner Meinung nach einfach nicht erkennbar, worauf das alles hinauslaufen sollte oder was das Lernziel war. Manchmal wurde etwas davon an den Wochenenden aufgegriffen, manchmal spielte es einfach keine Rolle mehr. Die Dozent*innen wirkten oft unstrukturiert und nicht gut vorbereitet. Mehr als einmal haben sie selbst ihren Unmut über die ZQ geäußert, was auch nicht gerade zur Motivation beigetragen hat. In der Regel wurde sehr wenig Neues wirklich erklärt. Stattdessen gab es meistens Gruppenarbeit, in der oft Unklarheit über den Arbeitsauftrag und die Korrektheit der Lösungen herrschte.

 

Generell waren leider viele Arbeitsaufträge (auch für das Portfolio) nicht klar genug formuliert, es gab oft widersprüchliche Anweisungen. Das führte dazu, dass einige Teilnehmer*innen der ZQ viel Zeit und Mühe in die Bearbeitung von Aufgaben investiert haben, nur damit zwei Wochen später diese Aufgaben durch andere ersetzt wurden.

Ein großes Problem war meiner Meinung nach auch, dass die Aufgaben für das Portfolio nicht an aktuelle pandemiebedingte Auflagen angepasst wurden. Eine Person finden, mit der man ein  Interview über einen bestimmten Beruf führen kann? Eine Person einen ganzen Tag bei der Arbeit begleiten? Bei Kolleg*innen hospitieren? Alles nicht so einfach, wenn man Kontakte beschränken soll und kein Präsenzunterricht stattfindet.

 

 

Meinen Kolleg*innen und mir wurde erklärt, dass diese ZQ laut BAMF nötig sei, weil die Ergebnisse in den Berufssprachkursen nicht zufriedenstellend seien. Und woran könnte das nur liegen, wenn nicht an den unzureichend qualifizierten Kursleiter*innen? Über diese Logik könnte man sicherlich streiten, aber uns Dozent*innen fragt ja leider niemand. Ich für meinen Teil kann abschließend nur sagen, dass diese ZQ für mich eine Verschwendung von Zeit und Ressourcen bedeutet hat. Vielleicht sehen das andere Teilnehmer*innen der ZQ nicht so. Ich freue mich für alle, die zufrieden sind. Ich war es leider nicht."

Höhere Honorare und bessere soziale Absicherung an den Berliner VHS

Zusammen mit einer Delegation der Berliner-VHS-Dozent*innenvertretung hat ver.di mit dem Berliner Senat lange und konstruktive Gespräche geführt. Das Ergebnis ist ein Gesamtpaket mit deutlichen Verbesserungen sowohl in der Vergütung als auch in der  sozialen Absicherung.

 

Der Berliner Senat und ver.di haben am 24.6.2021 eine gemeinsame Pressemitteilung veröffentlicht. Das Ergebnis wird in der Ausführungsvorschrift VHS Honorare (AV) umgesetzt, die zum 01.01.2022 in Kraft treten soll.

 

(lg)

 

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Kein Unterricht, kein Honorar

Mit diesem Titel erschien in der Ausgabe 06/2021 in der Zeitschrift E&W (Seite 26) ein Artikel zur prekären Arbeitssituation der freiberuflichen Dozent*innen in der Weiterbildung generell, aber mit einem Teilfokus auf die Situation der Lehrkräfte im DaF/DaZ-Bereich.

Neben den Forderungen der GEW nach längerfristigen Finanzierungsstrukturen für die Träger staatlich verantworteter Weiterbildung, äußert sich auch Prof. Nittel, Weiterbildungsexperte an der Uni Frankfurt/M. und der Fernuniversität Hagen zu den prekären Arbeitssituationen.

Zu Wort kommt auch eine Kollegin aus Mannheim, die dem Sprecherteam des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte angehört und über ein Projekt berichtet, das aus der Not heraus in Mannheim ins Leben gerufen wurde. „Wir nennen es Sozialkasse“, erklärt Lioba Geier, die in Mannheim im DaF/DaZ-Bereich tätig ist. Bei dieser Privatinitiative zahlen 13 Dozent*innen monatlich 20,-€ ein. Wer ernsthaft erkrankt, erhält bis zu 2000,00 €. Denn wer freiberuflich in der Weiterbildung unterrichtet, steht im Krankheitsfall ohne Einnahmen da. „Kein Unterricht, kein Honorar“, bringt es Geier auf den Punkt. Auch während der Covid-19-Lockdowns konnte auf dieses Geld zurückgegriffen werden.

(lge)

Arbeitsgericht Stuttgart: Urlaubsentgelt für Honorarlehrkräfte

Am geschichtsträchtigen 17.Juni (1953: Erhöhung der Arbeitsnorm um über 10%: mehr Arbeit zu gleichem Lohn) traf man sich vor dem Arbeitsgericht: Es war der 2. Kammertermin zur Güte. Drei Honorarlehrkräfte hatten die Klage auf Urlaubsentgelt für die Jahre 2016 – 2018 eingereicht. Der 1. Kammertermin war vor fast einem Jahr. Sie sehen sich über 50 % bei nur einem Auftraggeber beschäftigt, bei dem sie über die Hälfte ihres Einkommens erwerben und somit wirtschaftlich abhängig wie auch sozial schutzbedürftig. Die Stuttgarter Nachrichten berichteten.

 

Wie sieht das die Kammer? Eine Arbeitnehmerähnlichkeit sei weiterhin nicht in Frage gestellt und sie sei ziemlich sicher, dass diese vorliege. Indes besteht rein unionsrechtlich eine Überlagerung des Bundesurlaubsgesetzes. So können sich alle folgenden Ausführungen in jeder Instanz wieder verändern.

Hinsichtlich der wirtschaftlichen Abhängigkeit sei die Sicherung der wirtschaftlichen Grundlage offensichtlich. Anderweitige Annahmen und Durchführung von Beauftragungen, und damit weitere Verwertungen der Arbeitskraft, seien nicht bedeutend, so beruhigte die Kammer die Rechtsvertretung der Volkshochschule Stuttgart. Die Grenze zur Vollbeschäftigung sei erreicht.

Auch sieht die Kammer keine Unvereinbarkeit zum Bundesarbeitsgericht die soziale Schutzbedürftigkeit betreffend – was weitere Instanzen wieder anders sehen könnten.

 

Ein Urteil ist bis zum 15.07.2021 zu erwarten. Die Kammer sieht hier eine interessante Rechtsfrage mit offenem Ausgang. Ins Blickfeld gerückt bleibt der Hinweis, dass weitere Instanzen anders entscheiden mögen, so sei bei der Vorlage beim EuGH nicht sicher, wie hier die Arbeitnehmerähnlichkeit rein arbeitsrechtlich gesehen wird. Hier, im vorliegenden Fall, gehe es um ein konkretes Rechtsverhältnis, in dem eine wirtschaftliche Abhängigkeit vorliege.

 

Die Volkshochschule sieht sich zu keiner Zahlung bereit – ungeachtet der Tatsache, dass andere Volkshochschulen in der Republik schon Urlaubsentgelt auszahlen. Eine kleine Anerkennung der verwerteten Arbeitskraft und sicher eine Verbesserung der Qualität im Arbeitsablauf.

Vorerst lässt die Frage nach der Qualität Skeptiker die Stirn runzeln, denn nur dauerhafte und kontinuierliche Beschäftigungsverhältnisse mit einer finanziellen Verbesserung der Strukturen für die Träger wie für die Lehrkräfte, Festanstellungen unter Bindung an ein Tariftreuegesetz, adäquates Honorar und eine Festsetzung von max. 25 UE pro Woche werden der Qualität  in der staatl. finanzierten Weiterbildung DaF/DaZ Nachdruck verleihen. Siehe auch Hamburger Appell der GEW, der auch von ver.di unterstützt wird.

(chh)

Prüfungshandbuch - Deutsch-Tests für den Beruf veröffentlicht

Das BAMF hat vor einigen Tagen das Prüfungshandbuch. Deutsch-Tests für den Beruf. A2, B1, B2 und C1  veröffentlicht.

Das Handbuch gibt einen detaillierten Einblick in die einzelnen Komponenten und Phasen der Prüfungsentwicklung, der für viele Leser*innen, wie beispielsweise Lehrkräfte, Kursträger, Verlage aber auch Behörden, Ministerien, Forschungseinrichtungen und andere fachlich interessierte Personen interessant sein dürfte. "Das Handbuch kann wie ein Nachschlagewerk verwendet werden, so dass einzelne Kapitel, wie beispielsweise zum Kontext, zum Vorgehen, zu den Zielen, zur Validität und zu den Testformaten der vier Zertifikatsprüfungen für die Berufssprachkurse mit dem Zielniveau A2, B1, B2 und C1, separat Auskunft geben."

Über die Prüfungen selbst hat das Bündnis bereits vor über einem Jahr in diesem Beitrag berichtet. Wann die neuen Prüfungen eingeführt werden, ist immer noch nicht bekannt. Wahrscheinlich in einem Jahr.

 (as)

Integrationskurs-Lehrende und ihr Erfahrungswissen gesucht

Bild von Andreas Breitling auf Pixabay
Bild von Andreas Breitling auf Pixabay

Liebe Lehrkräfte in Integrationskursen! Ich führe eine Studie  durch, da mich brennend interessiert wie sich ihr Arbeitsalltag durch  Corona nach Ihrem Empfinden verändert hat, insbesondere wenn Sie  seitdem mit dem VHS Lernportal anstelle von Präsenzunterricht  arbeiten. Es geht mir hier zum Beispiel um Ihre Arbeitsbelastung,  Ihre Selbstwahrnehmung der Lehrerrolle und wie Sie sich organisiert  haben.

 

Sie würden mir sehr helfen, wenn Sie diesen Fragebogen ausfüllen. Da finden Sie auch weitere  Informationen. Ganz herzlichen Dank! 


Katrin Biebighäuser

Jun.Prof'in für Deutsch als Fremdsprache

PH Heidelberg

Neustarthilfe für Soloselbstständige wird verlängert und erhöht

Die Bundesregierung hat die Neustarthilfe für Soloselbstständige verlängert und von bis zu 1.250 Euro pro Monat für den Zeitraum von Januar bis Juni 2021 auf bis zu 1.500 Euro pro Monat für den Zeitraum von Juli bis September 2021 erhöht. Von Januar bis September 2021 können Soloselbstständige also bis zu 12.000 Euro erhalten.

 

Mehr Infos befinden sich auf der Webseite des Bundesfinanzministeriums.

(as)

Arbeitslosengeld I (ALG I) für selbstständige Lehrkräfte?

Die schlechte Info zuerst:  Nur in den ersten drei Monaten der Selbstständigkeit kann man in die Arbeitslosenversicherung eintreten und das auch nur, wenn man vorher einige Zeit (mindestens zwölf Monate innerhalb der vergangenen zwei Jahre vor Aufnahme der Selbstständigkeit) angestellt oder arbeitslos war. Also z.B. nicht nach dem Studium. Der monatliche Beitrag wird vom Arbeitseinkommen (Honorar minus Betriebskosten) berechnet, z.Zt. 2,4 %, in den ersten beiden Jahren nur die Hälfte davon.

 

Die Auszahlung aber berechnet sich  interessanterweise nach dem, was man gemäß seiner Qualifikation verdienen würde. Alleinstehende können 60 % bekommen. Ein weiterer Vorteil ist, dass man  über die Arbeitsagentur krankenversichert ist. Das ALG I wird  unabhängig vom Familienstand gezahlt.

Wenn man dann „vorübergehend erwerbslos“ ist, darf man dennoch in kleinem Umfang  arbeiten, um z.B. die Verbindung zu seinen Auftraggebern zu halten. Detaillierte Auskünfte kann die Agentur für Arbeit erteilen, das muss sie sogar. (Information erstellt nach einem Vortrag des VGSD e.V.  vom 26.05.21.)

(hs)

Protest wegen Statusfeststellungsverfahrens für Selbstständige

Am Mittwoch, den 19. Mai 2021 fand ein Gespräch zwischen dem BAGSV und der MdB Frau Poschmann (SPD) statt, an dem auch eine Vertreterin des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte teilnahm.

Neben einigen anderen Themen ging es um die Reform des "Statusfeststellungsverfahrens" für Selbstständige, bei dem es darum geht, wie Selbstständige in Sozialversicherungssysteme gebracht werden können. Hierzu gibt es viel Kritik von Seiten der Selbstständigenverbände. Vor allem das fragwürdige Vorgehen der Regierung bei der Reform dieses Verfahrens ist nur der Grund für einen Protestbrief an Herrn Heil, an die Fraktionsvorsitzenden der CDU/CSU, sowie an Mitglieder des Bundestagsausschusses für Arbeit und Soziales.

 

Die Vorgehensweise hat am Montag u. Mittwoch in den Sitzungen des Ausschusses für Arbeit und Soziales zum Protest der Oppositionspartner geführt, da man ihnen keine Möglichkeit gab eigene Sachverständige zu befragen. Außerdem wurde dieses Gesetz mit dem Barrierefreiheitsgesetz verknüpft, sodass es für die anderen Parteien nur schwer möglich ist, gegen die Änderung zu stimmen.

Das Bündnis hat sich diesem Protest angeschlossen und den Brief mitgezeichnet.

(lge)

DaZ-Lehrkräfte gesucht – Ihr Wissen für die Forschung

Im Rahmen eines wissenschaftlichen Projekts suchen das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung und das Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache zurzeit interessierte Lehrkräfte aus Schule und Erwachsenenbildung für zwei Studien (Bitte beachten Sie, dass Sie jeweils nur an einer der beiden Studien teilnehmen können):

 

• Sie unterrichten in Deutschland Deutsch als Zweitsprache in einer Vorbereitungsklasse der Sekundarstufe I einer weiterführenden Schule oder in einem allgemeinen Integrationskurs in der Erwachsenenbildung?

• Dann können Sie an einer ca. 90-minütigen OnlineBefragung teilnehmen und im Gegenzug 70,- Euro erhalten (nach Wahl als Überweisung, Zuschuss für die Klassenkasse oder als Büchergutschein).

• Die Teilnahme ist ab sofort möglich.

• Weitere Informationen und den Link zur Anmeldung finden Sie hier.

 

• Sie unterrichten in Nordrhein-Westfalen Deutsch als Zweitsprache in einer Vorbereitungsklasse der Sekundarstufe I einer weiterführenden Schule oder in einem allgemeinen Integrationskurs in der Erwachsenenbildung?

• Dann können Sie an unserer ca. sechs Stunden dauernden COLD-Videostudie teilnehmen und im Gegenzug 375,- Euro erhalten (nach Wahl als Überweisung, Zuschuss für die Klassenkasse oder als Büchergutschein).

• Die Videostudie wird durchgeführt, sobald der Präsenzunterricht in NRW wieder stattfindet.

• Weitere Informationen und den Link zur Anmeldung finden Sie hier.

 

Sollten Sie Fragen zum Studienablauf, zu den Teilnahmevoraussetzungen oder weitere Rückfragen haben, schreiben Sie uns bitte eine formlose E-Mail an cold@die-bonn.de. Wir setzen uns dann unverzüglich mit Ihnen in Verbindung

 

 

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NRW plant neues Weiterbildungsgesetz

Lehrkräfte sollen  auch zukünftig  soziale Wesen bleiben,  „die nebenamtlich oder nebenberuflich für die Einrichtung der Weiterbildung tätig sind.“ Sozusagen im Hobby, für das kleine finanzielle Extra,  keineswegs für den Lebensunterhalt.  Wie profan. Von einer leistungsgerechten  Bezahlung oder von echten Arbeitsverträgen findet sich nichts in der Novelle des Gesetzes.  Dafür heißen die Kurse nicht mehr  altmodisch „Lehrveranstaltungen“ sondern  ganz modern „Bildungsveranstaltungen“, das ist doch auch was wert, oder etwa  nicht?

Der Gesetzgeber in NRW plant jedoch nur Folgendes:  Mehr Geld für die Digitalisierung und für

die gestiegenen Schulabschlusskurse,  mehr Geld für Innovationen, verlässlich mehr Geld für das hauptberufliche, professionelle Personal, das sind die Highlights der Novelle.

So soll die Weiterbildung „zugleich zukunftsfähig und zukunftsfest“ werden.  Offensichtlich hat der Gesetzgeber nicht vor, die Rahmenbedingungen für Dozent:innen in  der öffentlich geförderten Weiterbildung ebenfalls zukunftsfest zu gestalten. 

Ausführlich informiert die GEW über diese Novelle des Weiterbildungsgesetzes auf ihrer Webseite. 

(hs)

Keine Gesichtsfoto-Screenshots in Integrations- und Berufssprachkursen

Bild von Niek Verlaan auf Pixabay
Bild von Niek Verlaan auf Pixabay

Bei vielen Berliner Kolleg*innen löste die Vorgabe des BAMF, durch tägliches Fotografieren der Teilnehmenden die Anwesenheit in den Online-Kursen zu bestätigen, Unbehagen aus. Es werden bei den geforderten Screenshots nicht nur die Gesichter der Teilnehmenden, sondern auch ihre Privaträume im Bildhintergrund zigfach digital abgespeichert. Diese Kontrollpraxis in den Kursen empfinden viele Kursleitende in Berlin als grenzüberschreitend und datenschutzrechtlich bedenklich. Sie fürchten, dass der Schutz der Privatsphäre und des Persönlichkeitsrechts bei diesen geforderten Screenshots unter die Räder kommt.

 

Deshalb haben die Gruppen Berliner Initiative Deutschdozent*innen für Datenschutz, Freie Dozent*innen Berlin sowie die Berliner VHS-Dozent*innen-Vertretung einen Brief ans BAMF geschrieben mit der Aufforderung, diese Anweisung zurückzunehmen. Vorgeschlagen werden stattdessen tägliche Screenshots der Teilnahmeliste in der Video-Konferenz oder Screenshots mit ausgeschalteter Kamera, in denen nur die Klarnamen zu sehen sind.

 

Parallel dazu laufen Nachfragen zur Rechtmäßigkeit der geforderten Gesichtsfoto-Screenshots beim Bundesdatenschutzbeauftragten, beim Datenschutzbeauftragten des BAMF und bei ver.di.

 

Den Brief findet Ihr auf der Website der Berliner VHS-Dozent*innen-Vertretung unter: Keine Gesichtsfoto-Screenshots in Integrations- und Berufssprachkursen: Gerne würden wir erfahren, ob es schon andere Initiativen zu diesem Thema gibt. Bei Interesse meldet Euch unter dozvertretung-VHS-berlin@gmx.de zum Austausch und zur Vernetzung.

(in)

 

Impfungen: Lehrkräfte in der Weiterbildung nicht vergessen

Die GEW Schleswig-Holstein setzt sich laut ihrer Pressemitteilung "Lehrkräfte in der Weiterbildung nicht vergessen" für die Einbeziehung der Lehrkräfte aus der gesetzlich finanzierten Weiterbildung in die Impfgruppe 3 ein. "Die Kolleg*innen sollten den Lehrkräften an den weiterführenden Schulen beim Impfen gleichgestellt werden."

"Vor allem Lehrkräfte in Integrations- und Berufssprachkursen, die Geflüchtete sowie Migrantinnen und Migranten unterrichten, sind einem größeren Infektionsrisiko ausgesetzt.“

Das Bündnis hat bereits vor einigen Tagen in einem Beitrag darüber informiert, wie es in einzelnen Bundesländern bezüglich der Corona-Impfungen für Erwachsenenbildner*innen aussieht.

Das Bündnis wurde von einzelnen Kolleg*innen informiert, dass es in den Ländern ohne Priorisierung für die Erwachsenenbildung manchmal ganz schnell und unproblematisch, z.B. nur mit einem Honorarvertrag, möglich ist, sich früher impfen zu lassen. 

Dem Bündnis ist auch bekannt, dass in einigen Städten die großen Träger versuchen, auch bereits mit Erfolg, mit der Stadt zu verhandeln und wenigstens auf kommunaler Ebene die Erwachsenenbildner*innen zu piorisieren. Es lohnt sich also, seinen Träger darum zu bitten, diesbezüglich aktiv zu werden. Außerdem kann man mit seinem Hausarzt bzw. seiner Hausärztin über eine frühere Impfung sprechen.

(as)

Solidarität ist Zukunft

"Solidarität ist Zukunft"so lautete das diesjährige Motto der DGB-Gewerkschaften, dem in Stuttgart zum Internationalen Tag der Arbeit rund um den Stadtgarten unerwartet viele folgten: sowohl dem Zug durch die Innenstadt als auch der anschließenden Kundgebung.

Der 1. Mai ist der zentrale Tag im Jahr, an dem die Gewerkschaften für faire Arbeitsbedingungen eintreten. In Australien fanden am 1. Mai 1856 sog. Massendemonstrationen mit dem Ziel der Einführung eines Achtstundentags statt, und es dauerte 30 Jahre, bis in den USA im Jahre 1886 die nordamerikanische Arbeiterbewegung zum Generalstreik am 1. Mai aufrief, um den Achtstundentag durchzusetzen; bis dahin nämlich war ein 12-Stunden-Tag mit einem durchschnittlichen täglichen Verdienst von etwa 3 US-Dollar die Regel.  In den folgenden Tagen kam es in Chicago zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, die als "Haymarket Massacre" in die Geschichte eingingen, mit traurigen Folgen: mehrere Tote unter den Arbeitern und Polizisten, Hinrichtung von Organisatoren und Suizid.

Im Juli 1889 rief man dann im Zuge des Gründungskongresses der Zweiten Internationalen in Paris den 1.Mai als „Kampftag der Arbeiterbewegung“ aus und erinnerte an die Geschehnisse drei Jahre zuvor. Bereits ein Jahr darauf, am 1.Mai 1890, dem Protest- und Gedenktag, fanden die ersten weltweiten Massendemonstrationen und Massenstreiks für den Achtstundentag, faire Arbeitsbedingungen und höhere Löhne statt.  In der Weimarer Nationalversammlung fasste man 1919 den Beschluss, den 1.Mai zum gesetzlichen Feiertag zu machen, was einmalig auch gelang. In den nächsten zehn Jahren folgten parteibedingte diskrepante Auseinandersetzungen, die schließlich im Berliner Blutmai gipfelten.  Nach der Vereinnahmung des Arbeitertags durch die Nationalsozialisten für sich und ihre Propagandazwecke, wurden die Gewerkschaften entmachtet und gleichgeschaltet. 1946 bestätigten die Alliierten den 1. Mai als Feiertag.

In Deutschland Ost und West unterschiedlich begangen, und in den 80er Jahren als harter Kampftag zwischen Autonomen und Polizei hat der 1.Mai in heutigen Zeiten an seiner ursprünglichen Bedeutung verloren: ein arbeitsfreier Tag im Kalenderjahr ist wohlgelitten, ein Arbeiter:innenklassenbewusstsein im Kampf um höhere Löhne und faire Arbeitsbedingungen, verbunden mit dem Gedenken an diejenigen Anarchisten und Sozialisten, die dafür ihr Leben gaben, ist in den Hintergrund getreten, wenn nicht gar verschwunden.

2021 heißt es im Sinne der DGB-Gewerkschaften: Solidarität. Für faire Löhne, für gute Arbeitszeiten, für Wertschätzung. Gemeinsam für etwas kämpfen – dann wächst die Solidarität. Und mit ihr wachsen auch wir; wenn es nicht nur um uns, sondern auch um andere geht, dann wachsen wir über uns selbst hinaus, bis wir unaufhaltbar sind. (https://dgbmedia.de/dgb/Spotzum1Mai2021_lo.mp4)

(chh)

Folgen der Bundes-Notbremse für die Erwachsenenbildung

Im Bundesgesetzblatt Teil 1 Nr. 18 (S. 804-805) steht folgendes zum Präsenzunterricht geschrieben: 

Überschreitet die 7-Tage-Inzidenz den Wert von 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen, so ist Präsenzunterricht ab dem übernächsten Tag für allgemeinbildende und berufsbildende Schulen, Hochschulen, außerschulische Einrichtungen der Erwachsenenbildung und ähnliche Einrichtungen nur in Form von Wechselunterricht *zulässig.

Bei einer Inzidenz über 165 an drei aufeinanderfolgenden Tagen, so ist ab dem übernächsten Tag Präsenzunterricht für die genannten Einrichtungen untersagt.

Ausnahmen für Abschlussklassen und Förderschulen sind möglich.

Zum Home-Office steht folgendes: "Der Arbeitgeber hat den Beschäftigten im Fall von Büroarbeit oder vergleichbaren Tätigkeiten anzubieten, diese Tätigkeiten in deren Wohnung auszuführen, wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen. Die Beschäftigten haben dieses Angebot anzunehmen, soweit ihrerseits keine Gründe entgegenstehen."

Hier muss betont werden, dass arbeitnehmerähnliche Selbstständige normalerweise wie Arbeitnehmer zu behandeln sind. Das müsste neben dem Heimbüro auch die Tests, die der Arbeitgeber zur Verfügung stellen muss, betreffen. Es lohnt sich, diesbezüglich nachzufragen.

(as) 

Corona-Impfungen für Lehrkräfte in der Erwachsenenbildung

In Baden-Württemberg ist es möglich, sich schon jetzt auch als  freiberufliche DaFZ-Lehrkraft gegen Corona impfen zu lassen. Unter welchen Voraussetzung dies möglich ist, lässt sich dieser Bescheinigung der Landesregierung entnehmen.

Zu Hessen, wo die DaFZ-ler die ganze Zeit in Präsenz unterrichten, liegen dem Bündnis widersprüchliche Informationen vor. Wir bitten Kolleg*innen, die mehr wissen, uns zu informieren.  In Bremen sind laut BVIB die Lehrkräfte in Integrations- und Berufssprachkursen unter § 4 der Coronavirus-Impfverordnung erfasst und damit Lehrern (bis auf die priorisierten Grund- und Förderschullehrer*innen, Kita etc.) gleichgestellt. Brandenburg hat laut einer Info der Landesregierung auch Lehrinnen und Lehrer an weiterführenden Schulen in die 3. Prioritätsgruppe aufgenommen. Ob auch DaFZ-ler darunter fallen, müsste (z.B. mit der in der Info angegebenen Person) noch geklärt werden.

In einigen Städten ist es oder wird bald möglich sein, sich auch als Lehrkraft in der Erwachsenenbildung impfen zu lassen. Laut Kölner Stadt-Anzeiger hat die Stadt Köln entschieden, "Lehrkräften an weiterführenden Schulen ein Impfangebot zu machen. Die Impfreihenfolge des Landes sieht die Beschäftigten an weiterführenden Schulen bislang noch nicht vor. Die Ethikkommission der Stadt hat jedoch beschlossen, den Mitarbeitenden in den weiterführenden Schulen ein Impfangebot aus überschüssigen Restimpfdosen zu machen." Die Kölner GEW hatte sich dafür bei der Stadt eingesetzt.

In Niedersachsen haben die niedersächsischen Gruppen des Bündnisses DaF/DaF-Lehrkräfte (Göttingen, Hannover, Lüneburg und Osnabrück) die Landesregierung angeschrieben und darum gebeten, bei den Impfpriorisierung wie die Lehrer*innen im Schuldienst behandelt zu werden. Auch der niedersächsische VHS-Landesverband soll sich dafür eingesetzt haben.

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte hat auch das BAMF um Einflussnahme bei der Impfpriorisierung gebeten. Das BAMF antwortete, dass es nicht zuständig sei. Für die Impfpolitik sind in der Tat die Länder verantwortlich.

(as)

Ergebnisse der Umfrage zur Faktorisierung ans BMAS-Expert*innengremium geschickt

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte befasst sich seit einigen Jahren mit dem Thema Faktorisierung und startete dazu im Februar eine dreiwöchige Umfrage, bei der die DaF/DaZ-Lehrkräfte nach ihrer Arbeitszeit befragt wurden. Dabei bestätigten sich die sowohl vom Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte wie auch von der Gewerkschaft GEW geforderten 25 UE als Vollzeit.

 

Die vom Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte gemachte Umfrage wurde mithilfe der vom BAMF erstellten Kurskonzepte und in den Qualitätskriterien für guten Unterricht geforderten Kriterien erstellt. Somit nutzte das Bündnis für die Umfrage die Vorgaben, die vonseiten der Politik und der Behörden schon jetzt gefordert werden.

 

Mitte April tagte bereits das Expert*innengremium des BMAS: Dieses trifft sich mit einer Laufzeit von 01.11.2020 - 31.10.2023 zur Bewertung von Lehrplänen, Lehr- und Lernmitteln, zur Entwicklung von Verfahren der Qualitätskontrolle sowie Fortentwicklung der berufsbezogenen Deutschsprachförderung und ist vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales eingerichtet worden. Innerhalb dieses Gremiums wurde bereits eine Untergruppe „Beschäftigungsbedingungen“, unter die auch die Faktorisierung fällt, gebildet.

 

Die Faktorisierungsliste wurde an die Lehrkräfte verschickt, damit diese ihren Arbeitsaufwand, den sie wöchentlich (gerechnet in Minuten) für die gelisteten Aufgaben benötigen, darin notieren konnten. Viele Lehrkräfte waren erstaunt, welcher Zeitaufwand tatsächlich notwendig ist und auch jetzt schon geleistet wird.

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte bedankt sich an dieser Stelle ausdrücklich und herzlich bei all denjenigen, die eifrig mitgewirkt haben!

Gleichermaßen gilt der Dank auch Herrn Prof. Dr. Dieter Nittel (Erwachsenen- und Weiterbildung) für seine Stellungnahme zu unserer Umfrage und unserem Positionspapier! Es sei hier mitgeteilt, dass er für uns 22 UE als Vollzeit empfiehlt.

 

Das Bündnis hat sein ausführliches Positionspapier (s. unten), die Auswertung der Umfrage und die Stellungnahme Prof. Nittels (s. unten) sowie andere Unterlagen,  bereits vor der ersten Sitzung des Expert*innengremiums an seine Mitglieder, das BMAS, BMI, BAMF, die integrationspolitischen Sprecher*innen (fast) aller Bundestagsfraktionen und einige andere Akteure verschickt.

 

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte erhebt für die Ergebnisse der Umfrage keinen Anspruch auf Repräsentativität. Es handelt sich hierbei um eine im Ehrenamt erhobene und durchgeführte Umfrage, die beispielhaft zeigt, wie viele Arbeitsstunden tatsächlich notwendig sind, um qualitativ hochwertigen Unterricht sowohl vor- als auch nachzubereiten und andere notwendige Aufgaben wahrzunehmen. Dies macht deutlich: Daueraufgaben benötigen tariflich abgesicherte Dauerstellen oder müssen mit einem Honorar von 64 Euro abgesichert sein (s. Hamburger Appell)

(st)

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SodEG wird verlängert

Das BAMF informiert in seinem aktuellen Trägerrundschreiben Berufssprachkurse (06/21), dass der besondere Sicherstellungsauftrag des SodEG bis zum 31.12.21 verlängert wurde.

 

"Für die Beantragung von SodEG-Zuschüssen für den Zeitraum ab dem 01. April 2021 gilt Folgendes:

1. Falls für den Zeitraum zwischen dem 01.01.2021 und 31.03.2021 ein SodEG-Antrag gestellt wurde und sich keine oder nur geringfügige Änderungen in der Höhe der vorrangigen Mittel, bei der Angabe der monatlichen Zahlungen der anderen Leistungsträger und bei der Fortsetzung von Zahlungen an Honorarlehrkräfte ergeben haben, wird mit dem aktualisierten Antragsformular lediglich die Fortzahlung des bisher gewährten SodEG-Zuschusses beantragt. Damit wird das Antragsverfahren für diese Fälle deutlich vereinfacht.

2. Falls für den Zeitraum zwischen dem 01.01.2021 und 31.03.2021 ein SodEG-Antrag gestellt wurde und sich Änderungen ergeben haben, die nicht geringfügig sind, ist eine Neuberechnung der Höhe des SodEG-Zuschusses erforderlich.

Nicht geringfügig sind dabei die folgenden Änderungen:

- Änderungen an der voraussichtlichen Höhe der vorrangigen Mittel (Monatsdurchschnitt der nächsten drei Monate) im Umfang von mehr als 10 % im Vergleich zum Monatsdurchschnitt aller vorrangigen Mittel gemäß Anlage zum Bescheid über die Gewährung eines SodEG-Zuschusses (Zeile 29) für den Zeitraum 01.01.2021 bis 31.03.2021;

- Änderungen an der Gesamtsumme der monatlichen Zahlungen der anderen Leistungsträger im Umfang von mehr als 10 % im Vergleich zur ursprünglich angenommenen Gesamtsumme der monatlichen Zahlungen gemäß Anlage zum Bescheid über die Gewährung eines SodEG-Zuschusses (Zeile 17) für den Zeitraum 01.01.2021 bis 31.03.2021;

- Änderung der Entscheidung über die Fortsetzung der Zahlungen an die Honorarlehrkräfte."

(as)

GEW-Demo in Hamburg: Arbeitsbedingungen in der Erwachsenenbildung verbessern - jetzt!

Foto: fs
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Gestern fand in Hamburg eine von der Hamburger GEW organisierte Kundgebung statt, an der ca. 30 Kolleg*innen teilnahmen. Es gibt hierzu heute einen kurzen Bericht des lokalen Fernsehens.

Die taz hatte schon vor der Demo Detlef Zunker von der GEW interviewt. In dem Beitrag "Der Bereich ist extrem wenig geregelt" schildert Zunker das Hauptproblem: "Die große Mehrheit wird über Honorarverträge beschäftigt, wobei in den Sprach- und Integrationskursen immerhin geregelt ist, dass 41 Euro brutto bezahlt werden. Aber davon muss man eben alles finanzieren: die gesamte Sozialversicherung, das Einkommen im Krankheitsfall und selbst das Risiko, dass Kurse ausfallen. Dann bleiben netto knapp 20 Euro übrig. In den beruflichen Kursen, die von der Arbeitsagentur finanziert sind, werden zum Teil nur 20 bis 25 Euro brutto bezahlt."

Die GEW fordert vom Senat, dass er sich an seine Vereinbarung hält: "Die rot-grüne Koalition hat vereinbart, dass sie sich auf der Bundesebene dafür einsetzen wird, die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Wir haben auch mit den bildungspolitischen Sprechern der Koalitionsparteien geredet. Die haben sich das angehört und passiert ist nichts. "

In ihrem Bericht über die Kundgebung fasst die GEW noch einmal die Hauptforderungen zusammen:

- Festbeschäftigung bei Daueraufgaben

- max. 25 UE à 45 min/ Woche als Obergrenze bei einer Vollzeitstelle

- 42 € Mindesthonorar /UE

- 64 € Honorar bei den staatlich beauftragten Sprachkursen (orientiert an E11 TVöD)

- Zuschüsse zur Sozialversicherung und Ausfallhonorar für Krankheit

- Bundestariftreuegesetz (nur Träger mit Tarifverträgen entsprechend TVöD bekommen öffentliche Aufträge)

- DAZ/DAF als eigenständiges Unterrichtsfach (mit Einstiegsmöglichkeit) für den Schuldienst

Und speziell für Hamburg: ein eigenständiges Weiterbildungsgesetz mit Verbesserungen der finanziellen Ausstattung für die Hamburger VHS, Verbesserung der Bedingungen der VHS-Kursleiter*innen (wie oben) und Finanzierung dieser Verbesserungen aus dem Landeshaushalt.

Wer diese Forderungen unterstützt, unterschreibe bitte den Hamburger Appell! Nur gemeinsam können wir unsere Lage verbessern.

(as / fs)

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FaDaF: Umfrage zur wirtschaftlichen Lage im Arbeitsfeld DaF/DaZ

Bild von Andreas Breitling auf Pixabay
Bild von Andreas Breitling auf Pixabay

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie mit ihren Grenz- und Schulschließungen ist für alle eine große Herausforderung und das nicht nur wegen der Umstellungen, die die damit verbundene Digitalisierung uns abverlangt. Zehn Monate unter Pandemiebedingungen zu arbeiten, hat gebührenfinanzierte Institutionen wie Sprachkursanbieter, vor allem aber auch Kolleginnen und Kollegen in wirtschaftliche Schwierigkeiten gebracht.

Mit der kurzen und anonymen Umfrage (Dauer ca. 1 Minute) möchte der FaDaF für Deutschland wie auch weltweit Daten zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise auf das Berufsfeld DaF/DaZ erheben, d.h. sowohl was gebührenfinanzierte Institutionen als auch was Individuen angeht, die in unserem Fach arbeiten.

Mit den Ergebnissen wollen wir einen Überblick erhalten, wie sehr derzeit Institutionen und Akteure im Bereich Deutschvermittlung Schaden nehmen, erst recht, wenn sie offensichtlich noch einige Monate länger durchhalten müssen und daher eventuell ganz aufgeben. Die Zahlen sollen uns dabei helfen, über unsere Pressearbeit auf die schwierige Lage des Faches aufmerksam zu machen und in den Gremien, in denen der FaDaF vertreten ist, gezielte Unterstützung zu fordern.

(fadaf)

Bundesregierung beantwortet die Anfrage der Grünen zur aktuellen Lage der Integrationskurse

Vor einigen Tagen hat die Bundesregierung die Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen beantwortet. Die Anfrage thematisiert die Situation der Sprach- und Integrationskurse während der COVID-19-Pandemie. Die Antwort enthält sehr viele interessante Informationen und Zahlen.

Die Grünen fragten beispielsweise, ob die Bundesregierung plane, die Finanzierung von Gruppen mit einer maximalen Anzahl der Teilnehmenden von zehn Personen für die Dauer der COVID-19-Pandemie zu ermöglichen (u. a. von Analphabeten, Risikopatienten und Menschen ohne Endgeräte oder WLAN). Die Antwort: "Das BAMF hat bereits am 1. Juli 2020 ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Unterstützung der Träger der Integrationskurse während der COVID-19- Pandemie auf den Weg gebracht. Dieses gilt weiterhin. Im Bereich der Alphabetisierungskurse wurde zusätzlich die Mindestteilnehmendenzahl zur Gewährung der speziellen Garantievergütung auf zehn Teilnehmende abgesenkt. Ziel ist es, den Trägern unbürokratisch größtmögliche Flexibilität bei der pandemiegerechten Durchführung von Integrationskursen zu gewähren. Dabei kann die Pandemiezulage beispielsweise auch eingesetzt werden, um wirtschaftliche Nachteile einer möglicherweise kleineren Kursgruppe zu kompensieren. Dementsprechend sieht die Bundesregierung keinen Bedarf für darüberhinausgehende Maßnahmen."

Die Grünen interessierten sich auch für das SodEG (ab Seite 8). Sie wollten beispielsweise wissen, wie viele Träger  die SodEG-Hilfen an die Honorarlehrkräfte weitergeleitet haben. Die Antwort: "Bislang haben 68,7 Prozent der Träger von Integrationskursen, die SodEG-Zuschüsse beantragt haben, auch die Weiterleitung des Zuschusses an die Honorarlehrkräfte im Antrag zugesichert. Kursträger können jedoch nicht zur Weitergabe von SodEG-Zuschüssen an Honorarlehrkräfte verpflichtet werden. Die Ausgestaltung des Vertragsverhältnisses obliegt dem Träger und der einzelnen Honorarlehrkraft. Die Bundesregierung hat auf die Entscheidung des Kursträgers keinen Einfluss. Mangels eigener Rechtsbeziehungen zum BAMF als zuständigem Leistungsträger fallen Honorarlehrkräfte nicht unter die Anwendung des SodEG. Eine unmittelbare Gewährung von Zuschüssen an Honorarlehrkräfte ist daher ausgeschlossen. Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 13 verwiesen. Ob und in welcher Höhe der vergebene Betrag auch tatsächlich weitergeleitet wurde, kann erst im Rahmen des Erstattungsverfahrens gem. § 4 SodEG geprüft werden. Schlüsse für das Antragsverfahren können daher derzeit nicht gezogen werden."

(as)

Kritik der GEW an der ZQ BSK

Die GEW hat gestern eine "Stellungnahme der GEW zur Konzeption der additiven Zusatzqualifizierung für Lehrkräfte in Berufssprachkursen"  veröffentlicht.

Die GEW stellt die ZQ nicht in Frage und beschreibt die sehr hohen Anforderungen an die Lehrkräfte. Sie spricht sogar von der überforderten Lehrkraft. 

Die GEW kritisiert, "dass es für die bis Ende 2021 verpflichtend zu absolvierende Zusatzqualifizierung keine verkürzte Variante gibt, die die Vorkenntnisse und Kompetenzen erfahrener Lehrkräfte in den BSK als besondere Lernvoraussetzung berücksichtigt."

Die GEW weist auf den großen Aufwand der ZQ hin. Er sei  im Rahmen der gegebenen Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte berufsbegleitend schlichtweg nicht zu bewältigen. "Zu den 80 UE in Präsenz werden weitere 80 UE für die Selbstlernphasen veranschlagt, wobei dies bei der Fülle der zu bearbeitenden Literatur und Materialien stark untertrieben erscheint. Nicht gezählt wird die für die Erledigung der Portfolioaufgaben aufzuwendende Zeit, die der ZQ einen ebenso umfangreichen dritten Block hinzufügen dürfte."

"Die GEW ist weit davon entfernt, das Erfordernis einer auf wissenschaftlicher Grundlage beruhenden unterrichtspraktischen Ausbildungsphase für die Integrations- und Berufssprachkurse zu leugnen. Dazu bedarf es jedoch einer Professionalisierung, die sich nicht einseitig darauf beschränkt, berufliche Kompetenz auf wissenschaftlicher Basis zu entwickeln, sondern ebenso den adäquaten Status und die Entschädigungschancen dieser Profession von Lehrenden sowie faire Ausbildungsbedingungen garantiert.

Das Modell der Zusatzqualifikation für die BSK ist eine Qualifizierung auf dem Rücken der Lehrkräfte, ein Modell, das ihren Unmut erregen muss und sie demotiviert, anstatt zu motivieren. Wer von den Lehrkräften die Fähigkeit erwartet, „die KTN für das Lernen zu begeistern und sie (auch in schwierigen Phasen) zu motivieren“ , sollte zunächst einmal faire Rahmenbedingungen schaffen. Der geforderte „Enthusiasmus“ kann sich erst dann entfalten, wenn die Arbeits- und Fortbildungsbedingungen gerecht und angemessen gestaltet sind. Dazu gehört die Festanstellung der Lehrkräfte und ihre tariforientierte Vergütung."

 

In ihren Schlussfolgerungen fordert die GEW bezüglich der ZQ BSK, "dass diese ZQ

▪ im Dialog mit den Lehrkräften und der GEW inhaltlich überarbeitet wird.

▪ stofflich entlastet wird, so dass sie berufsbegleitend geleistet werden kann.

▪ in einem verkürzten Format für erfahrene Lehrkräfte angeboten wird.

Außerdem soll den Honorarkräften der entstehende Honorarausfall vergütet werden, und eine entsprechend lange Übergangsfrist muss sicherzustellen, dass alle BewerberInnen die ZQ absolvieren können.

(as)

 

Inwiefern sind Integrationskurs-Lehrkräfte ausreichend auf ihre Tätigkeit vorbereitet?

Das Bündnis DaF/DaZ Lehrkräfte unterstützt Studierende, indem Umfragen o.ä. im Rahmen des Studiums  verbreitet werden. Hier findet sich eine Anfrage einer Studierenden aus Potsdam. Diese Umfrage hat nichts zu tun mit unserer Faktorisierungsumfrage im Februar.

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist Miriam Pappert und ich bin Studentin an der Universität Potsdam. Ich studiere im vierten Mastersemester Deutsch und Politik auf Lehramt und möchte im kommenden Semester meine Masterarbeit schreiben. In dieser sollen die verschiedenen Ausbildungen von Integrationskurs-Lehrkräften im Mittelpunkt stehen und ich gehe der Fragestellung nach: "Inwiefern sind Integrationskurs-Lehrkräfte ausreichend auf ihre Tätigkeit vorbereitet?". Zur Erhebung der Daten habe ich mich für einen Fragebogen entschieden. Dieser setzt sich zusammen aus geschlossenen sowie offenen Fragen und beansprucht in etwa 10 Minuten Zeit. Bei den offenen Fragen bitte ich Sie, eine kurze Antwort oder Begründung in die vorgesehenen Felder zu schreiben. Die Befragung ist anonym und Ihre Daten werden anonymisiert ausgewertet.

Ich freue mich, wenn Sie mich mit Ihrer Teilnahme unterstützen und bedanke mich recht herzlich!

Mit freundlichen Grüßen, Miriam Pappert

GEW: Wir brauchen eine neue Weiterbildungskultur!

Die GEW fordert in ihrer anlässlich des Deutschen Weiterbildungstages veröffentlichten Presseerklärung „Weiterbildung stärken!“ ein Bundesgesetz für die Weiterbildung, einen Digitalpakt und bessere Beschäftigungsbedingungen.

 

Die GEW setzt sich für einen bundesgesetzlichen Rahmen für die Weiterbildung ein. "In dem Gesetz müssten Regelungen zu Information und Beratung, Lernzeiten und zur Finanzierung der Weiterbildung verankert werden. Die Länder seien gefordert, die Förderung der allgemeinen, politischen und kulturellen Weiterbildung auf ein Prozent ihres Bildungsbudgets zu erhöhen."

„Wir brauchen eine neue ‚Weiterbildungskultur‘. Dafür muss die ‚Nationale Weiterbildungsstrategie‘ um die allgemeine und politische Weiterbildung ergänzt werden. Sich auf berufliche Themen zu konzentrieren, greift viel zu kurz“, sagte Ansgar Klinger, der in der GEW für Berufliche Bildung und Weiterbildung zuständig ist. Weiterbildung müsse den engen Raum der Funktionskompetenzen verlassen und in einer neuen Integration von beruflicher und politischer Bildung die Menschen befähigen, Hintergründe und Zusammenhänge zu verstehen und sie zu einer an Humanität und Gerechtigkeit orientierten Gestaltung von Arbeitswelt und Gesellschaft ermutigen.

(as)

Youtube-Diskussion über die aktuelle Lage in der Erwachsenenbildung und dem DaFZ-Bereich

Screenshot, Dialog Erwachsenenbildung, Youtube
Screenshot, Dialog Erwachsenenbildung, Youtube

Unter dem Titel "Bildungsqualität unter Corona: Praktiker*innen der Erwachsenenbildung berichten" erschien vor einigen Tagen auf Youtube eine  sehr aufschlussreiche und lebhafte Diskussion. Prof. Dr. Dieter Nittel spricht im Rahmen der Reihe "Dialog Erwachsenenbildung" mit  VertreterInnen dreier VHS-Kursleiterräte (Bremen, Hamburg, Hanau) und zwei SprecherInnen des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte über die aktuelle Situation der Erwachsenenbildner*innen und DaFZ-Lehrkräfte.

In der Diskussion geht es nicht nur darum, wie es jetzt ist, sondern vor allem darum, was man dagegen tun kann und wie man es machen soll. Es wurden Beispiele für positive Veränderungen genannt, wie die Bremer Rahmenvereinbarung, konkrete Wünsche und Forderungen an Träger und die Politik gestellt und Wege aufgezeigt, wie die Lehrkräfte, Wissenschaft, Verbände, Gewerkschaften die Lage verbessern können. 

Zu den wichtigsten Erkenntnissen des Austausches zählen folgende Punkte: 

"1. Die sich erst durch die Corona-Krise verdichtende Einsicht, dass Kursleiter*innen sehr wohl mit negativen Reaktionen seitens der Weiterbildungsorganisation rechnen können, wenn sie berechtigte berufliche Anliegen artikulieren, wird von den hier anwesenden Fachkräften geteilt. Selbst dann, wenn dies vereinzelte Phänomene sein sollten, wirken diese insbesondere mit Blick auf jene Organisationen der Erwachsenenbildung irritierend, die sich eines intakten Wertefundaments rühmen. 2. Immer dann, wenn sich frei- und nebenberufliche Fachkräfte zusammenschließen, steigt die Wahrscheinlichkeit beträchtlich, dass sie ihre vitalen Interessen erfolgreich durchsetzen können."

(as)

Interview mit einer DaFZ-Dozentin

Bild von NikolayFrolochkin auf Pixabay
Bild von NikolayFrolochkin auf Pixabay

In einem Interview mit "Business Insider" berichtet eine Kollegin aus dem Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte über die prekäre Arbeitssituation der Lehrkräfte im DaF/DaZ-Bereich und in der Erwachsenenbildung.

 

Sie weist vor allem auf die Situation unter den Corona-Maßnahmen hin, unter denen viele Lehrkräfte existentiell an den Rand gefahren werden. Diese Ausnahmesituation zeigt einmal mehr wie wichtig eine grundsätzliche Reformierung der Erwachsenenbildung, insbesondere im Integrationsbereich ist, wo "Bildung als ein Produkt unter Wert" verkauft wird.

(lge)

Zum Frauentag

Liebe alle, die ihr sitzt und lest, stellt euch vor, vor zwei Jahren durfte ich als Erwachsenenbildnerin anlässlich des Frauentags schon mal mit meinen Worten zu euch sprechen. Und?

 

Nichts hat sich geändert seit dem letzten Redebeitrag 2019: Bildung ist noch immer eine Ware, die unter Wert gekauft und verkauft wird.

 

Dazu gibt es Kaufverträge: Die Lehrkraft bietet die Arbeitskraft an und der Vertragspartner kauft diese, so billig wie möglich, ein. Gleichzeitig steht er staatlich unter Vertrag und bekommt für die weitere Bildungsvermittlung Geld. Die Bildungsvermittlerin Lehrkraft bildet Anfang und Ende der Kette und macht dabei keinen Gewinn. Angebot und Billigvergütung regeln den Markt: Wer nicht mitmacht, erhält keinen Auftrag mehr! Und wer mitmacht, steuert zielsicher und schnurstracks in die Altersarmut. Rücklagen lassen sich nun mal nicht bilden. Wovon?

 

Die Arbeitskraft der Lehrkräfte wird verwertet: zu einem Honorar , das noch immer unter dem vergleichbaren Mindestlohn in der Weiterbildung liegt. Verwertung passiert über Veräußerung. Die Lehrkraft gibt ihre Kenntnis als Bildungsvermittlerin in fremden Besitz. Eigentum an Wissen wird - per Vertrag – übertragen: auf Bildungsempfangende. Dies geschieht in staatlichem Auftrag. Verwertung zum Niedrigpreis.

 

Verwertung passiert über Ent-Wertung. Bildungsvermittlung wird allgemein gering geschätzt. Dass mehrheitlich Frauen die Weiter-Bildung leisten und mitteln, wird gesamtgesellschaftlich verschwiegen. Frauen sind so schön multi-tasking, bewältigen all die vielen Anforderungen, die Bildungsvermittlung mit sich bringt und vergessen auch mal, das Maul aufzumachen und Zähne zu zeigen: Lockdown für die strukturelle Diskriminierung von Frauenerwerbsarbeit!

 

Wir wollen keine Verwertung.

Wir wollen nicht länger ausgebeutet, mit unserer Bildungsarbeit verwendet und veräußert werden.

Wir wollen keine Entwertung unser selbst.

 

Was wir wollen, ist die Auf-Wertung unserer Erwerbsarbeit!

Was wir wollen, ist Wert-Schätzung und: Hoch-Schätzung !

 

Fair, fair und sicher nicht prekär!

 

zum 08.März 2021, Clarissa Haziri-Hagner

Brief ans BAMF wegen ZQ BSK und Priorisierung bei Impfungen

Das Sprecherteam des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte hat vor ca. einer Woche das BAMF angeschrieben und darum gebeten, die Frist für die additive Zusatzqualifikation  für Lehrkräfte in Berufssprachkursen über den 01.01.2022 hinaus um ein Jahr zu verlängern. 

 

Ein anderer Punkt war die Coronaschutzimpfung. Das Bündnis hat das BAMF gebeten, sich bei den Verantwortlichen in der Politik dafür einsetzen, auch Lehrkräften in BAMF-Kursen zu erlauben, sich früher impfen zu lassen.

Wegen des Gesundheitsschutzes hat sich das Bündnis bereits am 12. Januar an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gewandt, das ja nicht nur für die Berufssprachkurse, sondern auch für den Arbeitsschutz zuständig ist. Das Bündnis hat folgendes vorgeschlagen bzw. gefordert:

 

- Träger stellen kostenlose Masken (FFP 2) zur Verfügung und kostenlose Tests 

- Priorisierung von DaZ-Lehrkräften bei der Impfung (Gleichbehandlung mit Lehrenden im Schuldienst)

- bei angeordneter Quarantäne bezahlte Freistellung bzw. bei Honorarkräften einfacher Zugang zu Ausfallhonoraren

- verbindliche Vorgaben zum Schutz von Lehrkräften, die zur Risikogruppe gehören

- Das Recht, dass diese o.g. Lehrkräfte ihre Teilnehmenden zum durchgängigen Tragen von Masken verpflichten können

- Das Recht auf Home-Office oder auf unbezahlte Freistellung bzw. Ausfallhonorar, falls Lehrkräfte aus der Risikogruppe im Präsenzunterricht aus medizinischen Gründen keine Masken tragen können

(as)

Lehrkräfte im Bereich Alphabetisierung/Grundbildung für eine Onlinestudie gesucht

Screenshot Webseite des DIE
Screenshot Webseite des DIE

Das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE) sucht für eine Online-Interventionsstudie im Projekt KANSAS aktuell bundesweit Teilnehmer*innen. Es gibt dafür eine Aufwandsentschädigung von 105 €!

 

Was ist KANSAS?

 

KANSAS ist eine kompetenzadaptive, nutzerorientierte Suchmaschine für authentische Sprachlerntexte. Sie soll (angehende) Lehrkräfte bei der Recherche und Auswahl von Sprachlerntexten unterstützen und so die Unterrichtsvorbereitung einfacher machen. KANSAS wird im Rahmen der AlphaDekade durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

 

Worum geht es in der Studie?

 

In dieser Studie möchten wir herausfinden, wie gut KANSAS Lehrkräfte dabei unterstützen kann, passende und qualitative Sprachlerntexte zu finden und ob KANSAS somit hilfreich für die Unterrichtsvorbereitung ist. Dafür bitten wir Sie im Laufe der Studie, zwei Unterrichtsentwürfe mit KANSAS zu erstellen.

 

Einige Eckdaten für die Teilnahme:

 

•            Zielgruppe: Lehrkräfte aus dem Bereich Erwachsenen-Alphabetisierung und Grundbildung und DaZ

•            Für die Teilnahme gibt es eine Aufwandsentschädigung von 105€

•            Dauer: ca. 3 Stunden

•            Zeitraum: Januar bis März 2021

 

Wie wird die Studie durchgeführt?

 

Studienleitung und Teilnehmende bleiben während der gesamten Studie über eine Online-Kommunikationsplattform (Zoom) in Kontakt. Die Studienleitung leitet Sie Schritt für Schritt durch die Studie und ist durchgängig für Rückfragen ansprechbar.

 

Technische Voraussetzungen:

 

•            Google Chrome als Browser (kann vorab installiert werden)

•            Computer mit Lautsprecher und Mikrofon

•            Microsoft Office Word

•            Stabiler Internetzugang

 

Interesse?

Dann melden Sie sich unter dem Betreff „KANSAS“ per E-Mail bei Dr. Mareike Kholin: kholin@die-bonn.de.

(die)

Gute Nachrichten aus dem Hauptausschuss im Berliner Abgeordnetenhaus

Auch der Hauptausschuss im Berliner Abgeordnetenhaus unterstützt das Anliegen „Mehr soziale Sicherheit für Volkshochschul-Dozent*innen"! Am 17.02.2021 hat er damit den vorherigen einstimmigen Beschluss des Bildungsausschusses bekräftigt. Der Senat hat jetzt die Aufgabe, bis Mitte April und in Teilbereichen bis Mitte Mai unsere Themen zu bearbeiten und einen Lösungsweg vorzuschlagen. 

Die Berliner VHS-Dozent*innenvertretung und ver.di setzen weiterhin auf eine Verhandlungslösung zwischen dem Senat und der Gewerkschaft ver.di für eine bessere soziale Absicherung. Es soll ein Rahmenvertrag wie in Bremen vereinbart werden, wenn auch vorerst unterhalb des Tarifvertragsniveaus. In dem Beschluss des Hauptausschusses heißt es dazu ergänzend: „Für den Fall, dass eine Rahmenvereinbarung nicht möglich ist – welche anderen Lösungsinstrumente sieht der Senat, um die unter III. genannten Vorschläge mit der Gewerkschaft umsetzen zu können?“  Die Berliner VHS-Dozent*innenvertretung und ver.di wollen alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen und uns nicht weiter auf die lange Bank schieben lassen.  (lg)

Warnung vor vielen Videokonferenzsystemen

Bild von Tumisu auf Pixabay
Bild von Tumisu auf Pixabay

Das Handelsblatt beschäftigt sich in seinem Beitrag "Microsoft Teams, Zoom, WebEx: Berliner Behörde warnt vor gängigen Videosystemen" mit dem Datenschutz bei Videodienstanbietern. Der Anlass ist ein Papier der Berliner Datenschutzbeauftragten - "Hinweise für Berliner Verantwortliche zu Anbietern von Videokonferenzdiensten"

Einerseits sei nach erneuter Prüfung bei den großen Anbietern keine wesentliche Besserung festgestellt worden, andererseits gebe es ausreichend viele rechtskonform nutzbare Dienste, sodass es keinen Grund gebe, für Videokonferenzen das Datenschutzrecht zu brechen. In dem Papier der Berliner Behörden befinden sich sowohl eine übersichtliche Tabelle mit den bewerteten Anbietern als auch Kleinberichte zu den einzelnen Firmen. 

Leider spielt das Thema Datenschutz bei Videokonferenzen bei sehr vielen Trägern und noch mehr bei selbstständigen Dozent*innen keine große Rolle. Die meisten wissen nicht, dass ihr Verhalten juristisch gesehen problematisch ist.

(as) 

 

 

Wie viel sollen wir arbeiten? Umfrage zur Faktorisierung des Unterrichts

Liebe Kolleg*innen,

viele DaF/DaZ-Lehrkräfte sind nach wie vor gezwungen, zwischen 40 bis 52 UE zu unterrichten. Dies hat nicht nur negativen Einfluss auf die Gesundheit, sondern auch auf die Unterrichtsqualität.  Um sowohl den Arbeitsschutz als auch die Qualität des Unterrichts zu verbessern und einen fairen Wettbewerb zwischen den Trägern zu erreichen, steht das  Bündnis deshalb mit dem BMAS im Austausch zu dem wichtigen Thema "Faktorisierung". Wir möchten im Zuge einer grundlegenden Verbesserung der Arbeitsbedingungen Tarifverträge mit 25 UE als Vollzeitstelle ermöglichen.  25 UE hat unser Bündnis schon vor 5 Jahren in seiner Erklärung gefordert, und das tut auch die GEW, z.B. im Hamburger Appell, unterstützt von Verdi und dem DGB.

 

Um zu zeigen, dass 25 UE tatsächlich einer Vollzeitstelle entsprechen, bitten wir euch, die Faktorisierungsliste, die aus Merkmalen der BAMF-Kurskonzepte besteht, auszufüllen und  bis spätestens zum 22. Februar 2021 an  sprecherteam@dafdaz-lehrkraefte.de zurückzusenden. Ihr findet unten zwei inhaltlich identische Faktorisierungslisten. In die odt Liste könnt ihr die Minuten direkt hineinschreiben. Falls ihr die odt Liste nicht öffnen könnt, benutzt die pdf. Version: druckt aus, füllt aus, scannt und versendet. Eure persönlichen Angaben zu eurer Arbeitszeit werden vertraulich behandelt und die Ergebnisse anonymisiert.

 

Das ist einfach und schnell gemacht:

Oben kreuzt ihr an, in welchen Kursen ihr tätig seid, wobei Mehrfachnennung möglich ist.

In der kleinen Spalte rechts tragt ihr die Minuten ein, die nach Eurer Einschätzung und aufgrund Eurer Erfahrung wöchentlich für eine Aufgabe benötigt werden, und rechnet am Ende die Summe der wöchentlich für alles benötigten Minuten aus. Achtung: Tragt bitte nicht ein, wie viel Zeit Ihr jetzt für diese Aufgabe braucht, sondern die Zeit, die Ihr für einen optimalen Unterricht unter optimalen Bedingungen (25 UE pro Woche als Vollzeit) für angemessen haltet. Warum? Weil viele 40 und mehr UE pro Woche unterrichten und verständlicherweise bezüglich der Vor- und Nachbereitung und anderer Aufgaben viel weniger machen können als eigentlich notwendig wäre. Wir wollen ja die Zustände nicht zementieren, sondern ändern.

Bitte teilt die Liste mit euren Kolleg*innen!

Mit besten Grüßen

Lioba Geier, Clarissa Haziri-Hagner, Dr. Claudia Liehr-Molwitz, Hedwig Schulte,  Artur Sieg, Monika Strauß-Rolke

SprecherInnenteam Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte

 

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Folgen der Pandemie für Dozierende

Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay
Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay

Zu den Folgen der Pandemie erschien in "weiter.bilden", der Zeitschrift für Erwachsenenbildung des DIE, Ausgabe 04 2020, der lesenswerte Artikel: "Ausweitung des Prekariats? Die Folgen der Pandemie für selbstständige Kursleitende."

 

Pia Probst, die Autorin, beschreibt am Beispiel der Volkshochschulen die Folgeerscheinungen der Pandemie für soloselbstständige ErwachsenenbildnerInnen und die Antworten der Einrichtungen wie der Politik. Sie zeigt auch Probleme und Unzulänglichkeiten dieser Reaktionen auf.

Bei näherem Interesse am Artikel kann gerne der Kontakt zur Autorin hergestellt werden. Schreibt dazu bitte an redaktion@dafdaz-lehrkraefte.de